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Die Magie der Steine - Eis (Band 5)

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
Zauberer & Hexen
05.09.2021
22.10.2021
24
35.730
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14.10.2021 1.380
 
Kapitel 19

"Wir haben gespielt", sagte Melody stolz und erzählte, was sie alles erlebt hatten. Natürlich in ihrer fiktiven Welt.

Wie meistens beschrieb sie alles blumig und ausschweifend. Eine Geste, für die Freya im Moment dankbar war. Neugierig erkundigte sie sich nach Melodys Redefluss, ob sie schon zu Abend gegessen oder gebadet hatte.

Selene verneinte, da sie absichtlich auf die beiden gewartet hatten. "Ihr habt genug Zeit, um euch zurückzuziehen. Ich denke, dass Dorian auch lieber auf seinem Zimmer essen möchte. Wenn ihr also auch ein kleines, privates Mahl wollt, sage ich der Küche Bescheid."

„Gerne. Und vielen Dank", flüsterte Freya erleichtert und lächelte. „Danach gehen wir in Vanille Baden. Mit Papa", informierte sie ihre Tochter lächelnd. Das liebte Melody sehr.

Das Mädchen jauchzte erfreut, während sie sah, wie Damian leicht schief grinste. Er mochte den Geruch von Erdbeer und Schokolade lieber, störte sich aber eigentlich nicht an den Gerüchen.

Genau wie Melody, die alle drei Gerüche liebte.

Nachdem sich Selene zurückgezogen hatte, zog sich Freya um und hörte Melody zu, wie sie vor sich hin summte. Als sie ihren Koffer durchsuchte, seufzte sie. „Melody? Es gibt kein Vanille. Den habe ich in der Schule vergessen", meinte sie frustriert.

Melody zog ein trauriges Gesicht, schien aber zu verstehen, dass sie dagegen nichts machen konnte. "Wir haben Minze, Schokolade und Rosenduft", schlug Damian vor. Es schien aber, als hätten sie nicht so viele ausgefallen Düfte. Wahrscheinlich, weil Selene eher Düfte nutzte, die man nach dem Baden auf die Haut machte.

„Schokolade!", rief Melody begeistert und sie sah aus, als würde sie sich darüber genauso freuen.

„Einverstanden mit der Auswahl der kleinen Dame?", fragte Freya lachend an Damian gewandt.

"Natürlich, wie könnte ich nicht", neckte er und machte ein paar Tropfen des Duftes in das Badewasser. Sofort roch es angenehm nach Schokolade im Raum.

„Du willst sie wohl verführen?", fragte Freya mit hochgezogenen Augenbrauen verschmitzt. Fehlte nur noch die Sahne und Früchte, mit denen er Freya schon oft überrascht hatte.

"Hätte ich flüssige Schokolade, würde ich etwas ganz anderes damit machen", sagte er schnurrend, was Freya einen Schauer über den Rücken rinnen ließ. Einen angenehmen. Sie verstand durchaus, auf was er anspielte.

Deshalb machte sie ein tadelndes Schnalzgeräusch und bemerkte, dass das ganz sicher nicht für Kinder geeignet war. Vor allem nicht, da Melody im Nebenraum schlief.

Damian lachte lediglich und grinste, bevor er etwas ins Wasser gab, das für viel Schaum sorgte.

„Erst wird gegessen", kommentierte Freya mit einem verschmitzten Lächeln. Sie würde das Gebräu trinken. So viel sie konnte, damit Damian beruhigt war. „Danach kannst du deine Prinzessin baden und verwöhnen", fuhr sie fort und wusch sich ihr Gesicht. Der angenehme Schokoladenduft hüllte sie ein und ließen Freya einen Moment lang ihre Augen genüsslich schließen.

"Anders herum ist wohl besser, damit die Küche noch etwas Zeit hat", sagte er entschuldigend. "Ich weiß, dass Melody sich danach nochmal die Hände waschen muss, aber ich denke nicht, dass die Küche so schnell alles bereit hat."

„Einverstanden", erwiderte Freya lächelnd und ging in Melodys Zimmer, um sie vorzubereiten. Sie hatten die Türen extra aufgelassen, damit sie auf das Mädchen aufpassen konnten.

Freudig und bereits nackt erreichte Freya mit Melody das Badezimmer und ließ sie hinunter. Scheinbar hatte ihre Tochter es eilig, baden zu gehen.

Der Schaum schien sie zusätzlich zu locken, denn sie sprang quietschend hinein. Damian hob die Arme und lachte, denn damit spritzte sie ihn nass. Er selbst war noch nicht ausgezogen.

Freya ließ sich lächelnd in das Wasser gleiten und begann mit Melody zu spielen, damit Damian sich ausziehen und zu ihnen gesellen konnte.

Das dauerte auch nicht lange und schon war er mit einem Seufzen im Wasser. Dabei bemerkte sie, dass er einige blaue Flecken an den Armen aufwies, die er sonst nicht hatte.

Solange Melody mit ihrer Puppe im Wasser spielte, rutschte sie zu ihm hinüber. Sanft strich sie über die blauen Flecken. „Wo hast du die her?", fragte sie flüsternd und beobachtete Melody gleichzeitig.

"Morgenübungen mit Vater", seufzte er leise, während er sich entspannt an den Wannenrand lehnte. "Ich war aus der Übung."

„Heute morgen?", quietschte Freya entsetzt. Wie hart mussten die beiden üben, dass Damian so aussah? „Was habt ihr getan?"

"Ja, heute Morgen. Wir haben mit Holzschwertern geübt", meinte Damian nüchtern. Er schien kein Problem darin zu sehen, dass er nun so aussah.

Seufzend fuhr Freya ihm vorsichtig über die Arme. „Sei ein bisschen vorsichtig", bat sie ihn leise. Es gefiel ihr nicht, dass er blaue Flecken hatte.

"Sie erinnern mich daran, das nächste Mal besser aufzupassen", winkte er ab. "Mach dir keine Sorgen."

„Trotzdem", murmelte Freya und hob seinen Arm, bevor sie seine Flecken vorsichtig küsste. „Ich möchte dich ohne Flecken haben", lächelte sie leicht und schmeckte seine warme Haut.

"Mir ist es lieber ich habe Flecken und kann dich dafür schützen, als gut auszusehen und im Notfall nicht gewappnet zu sein", sagte er ernst.

Als Melody sich umdrehte und im Schaum spielte, zwickte Freya Damian mit ihren Zähnen ganz leicht und neckend in den Hals. „Das weiß ich, Damian", flüsterte sie ihm ins Ohr. „Du siehst auch mit Flecken gut aus, aber ich mache mir Sorgen um dich", gestand sie nüchtern.

"Das musst du nicht. Vater würde mich nicht ernsthaft verletzen", versicherte er und zog sie in seine Arme.

„Er nicht, aber andere", flüsterte sie ihm zu und lehnte sich an ihn. Ihre Hand verschwand unter dem Schaum, damit sie ihn streicheln konnte, ohne dass Melody es mitbekam.

"Das stimmt, darum muss ich besonders viel lernen", sagte er ernst und küsste ihre Haare.

Schweigend streichelte sie ihn weiter und sie genossen das gemeinsame Bad, bis Freya ein Klirren im Schlafzimmer hörte. Anscheinend wurde gerade das Essen gebracht, weshalb sie ihre Tochter bat, zu ihnen zu kommen, damit sie sich waschen konnten.

Melody brauchte etwas, bis sie der Aufforderung ihrer Mutter nachkam, weshalb Damian zuerst sie, dann Melody wusch.

Gemeinsam wuschen sie das Mädchen, das noch einmal spielte, während Freya zum Dank Damian wusch.

Als sie alle fertig waren, verließen sie die Wanne und trockneten sich gut ab, zogen sogar schon die Nachtkleidung an. Sie würden zwar noch essen, aber Freya verspürte keine Lust mehr, sich lange mit Umziehen aufzuhalten.

Schließlich traten sie in Damians Schlafzimmer, indem ein Tisch aufgebaut worden war. Auf diesem standen verschiedene Gerichte, die einen köstlichen Geruch aussandten.

Es war im Verhältnis zum letzten Mal wenig, doch für Freya noch immer recht viel. "Es gibt warme Milch", rief Melody begeistert.

„Ja, damit du besonders gut schläfst", behauptete Freya lächelnd und legte Melody ein Tuch um, damit sie sich nicht allzu sehr bekleckerte. Nachdem sie die Haarbürste weggelegt hatte, ließ sie sich neben ihr nieder und wollte wissen, was sie gerne haben wollte.

Melody hatte einen guten Appetit, was Freya irgendwie beruhigte. Sie selbst spürte noch immer keinen sonderlichen Hunger, bekam aber von Damian das spezielle Getränk gereicht.

An diesem nippte sie immer wieder und spürte, wie sich ihr Magen beruhigte. Es wärmte sie von innen auf und ließen sie besser fühlen als die letzten Tage.

Zudem spürte sie, dass sie wieder Kraft bekam. Als hätte ihr Körper wirklich Nährstoffe gebraucht, die er nun endlich auch wieder bekam.

Das war gut, doch es half ihr trotzdem nicht mit ihrer Trauer und Kummer. Wenigstens machte sie den anderen somit keinen weiteren. Es lag ihr fern, aber sie konnte im Moment einfach nichts essen.

Schließlich war Melody fertig und Damian so nett mit ihr noch einmal ins Bad zu gehen, damit sie sich richtig wusch. Dann kam er mit ihr auf dem Arm zurück, damit sie beide das Mädchen ins Bett legen konnten.

In Rosalies Kinderzimmer setzten sie sich an das Bett und begannen eine Geschichte zu erzählen. Weit kamen sie jedoch nicht, da Melody bald darauf eingeschlafen war. Die junge Frau gab ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor sie das Mädchen liebevoll zudeckte.

Freya und Damian zogen sich zurück und konnten sich von ihrem Ausflug erholen. Dank seiner Nähe und Liebe schlief sie auch an diesem Abend friedlich ein.
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