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Wie Phönix aus der Asche

von Catweazle
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
04.09.2021
05.12.2021
21
52.624
8
Alle Kapitel
106 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
26.09.2021 2.659
 
Hi!

willkommen zu einem neuen Kapitel. Auch heute ein fettes Dankeschön für die lieben Reviews.
So ein wenig fehlt mir schon die Resonanz anderer Leser, gefällt euch die Story nicht so richtig? Dann könnt ihr mir gerne schreiben an was es liegt, ich meine, ihr lest sie immerhin ... Eigentlich dachte ich, dass die Story recht unterhaltsam ist. Hmmm...

Okay, lest in Ruhe, lasst euch Zeit, denn das folgende Kapitel dieser Story gibt es erst am nächsten Sonntag.

Liebe Grüße
Cat
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Kapitel 9:   ... es gibt Dinge die besser schmecken


Phoebe stellte das Radio an, nur um sich nicht unterhalten zu müssen.
„Zu laut“, entschied Mikko und drehte leiser.

„Finger weg!“, fauchte sie ihn an, „das ist mein Auto und mein Radio, niemand fasst etwas von mir an, ohne dass ich es gestatte!“

„Ehrlich?“, fragte Mikko. „Nichts? Wirklich nichts?“ Sein Blick blieb auf ihrem Oberschenkel haften der von ihrem Kleid sorgsam bedeckt wurde. Phoebe bemerkte seinen Blick und augenblicklich begann es in ihrem Bauch zu kribbeln als sie daran dachte, wie seine kühle Hand darüber gestreichelt hatte.
Mikkos Gedanken unterschieden sich von Phoebes nur dahingehend, dass er daran dachte, wie ihr heißes Fleisch sich angefühlt hatte. Fest, erwartungsfroh und sicherlich auch hungrig. Wäre Rikus Ruf nicht dazwischen gekommen, er hätte für nichts garantieren können.

Ein wenig erschreckte es ihn was er da getan hatte, schließlich hatte es jahrelang nur Jessi für ihn gegeben, da konnte man ihm nachsagen was man wollte. Ja, es hatte Partys gegeben auf denen er über die Stränge geschlagen war und manchmal auch weit darüber hinaus, aber seine Grenzen was die eheliche Treue betraf hatte er immer gekannt und akzeptiert. Jessi leider nicht. Aber konnte man etwas für seine Gefühle? Konnte man etwas dafür, dass man für einen Menschen etwas empfand, was scheinbar nicht richtig war?
Auch seine Beziehung zu Jessi war von Anfang nicht bei allen auf Gegenliebe gestoßen, immer wieder hatte es hinter vorgehaltener Hand Bemerkungen gegeben wie: Die ist doch nur hinter deinem Geld und deiner Verbindung zu Sunrise Avenue her.
Nein, so war es nicht gewesen, sie hatten sich geliebt und so viele gemeinsame Jahre waren auch sicherlich kein Fehler, aber es war nur ein kleines gemeinsames Stück gewesen.
Unbewusst seufzte Mikko auf während sein linker Daumennagel den rechten bearbeitete.

„Ja, kritisiere ruhig meinen Fahrstil“, knurrte Phoebe ihn an und bemühte sich den richtigen Gang einzulegen. „Klemmt ... nur ... etwas ... dieses Mist...teil.“

„Hand weg und Kupplung durchtreten“, befahl Mikko. Einen kurzen Augenblick spürte er ihre Hand an seiner, ein leises Knistern war zu hören welches beide zusammenschrecken ließ.

„Elektrisch aufgeladen!“, kam es hastig über die Lippen der jungen Frau.

„Vermutlich“, gab er zurück. „Das Auto ist wirklich nicht mehr das neuste Model. Klemmt ziemlich heftig. So, bitteschön.“

„Danke“, murmelte sie.

„Hi ihr Beiden!, was macht ihr denn da?“, jammerte Vicky vom Rücksitz aus. „Ich kann gar nichts sehen wenn ich den Kopf so gerade halten muss“, beschwerte sie sich über ihre Halskrause. „Dafür müsst ihr mich nachher entschädigen, du und Mikko“, verlangte sie.

„Ich weiß gar nicht, ob Mikko nachher noch da sein wird“, gab Phoebe zur Antwort und schaute ihre Schwester im Rückspiegel an. „Er will ja auf schnellstem Wege wieder weg, wenn ich mich recht entsinne.“

„Hallo?“, stieß er sie leicht an, „ich sitze hier neben dir und ich bin durchaus in der Lage etwas zu so einer Bemerkung zu sagen “, entgegnete er und begann suchend in seiner Jackentasche zu wühlen. „Kaugummi, Vicky?“

„Ja gerne. Aber könntest du es für mich auswickeln und mir in den Mund schieben? Ich kann mich doch so schlecht bewegen.“

„Vicky“, fing Phoebe an, „deine Hände und Arme sind in Ordnung, das schaffst du auch selbst.“

„Ja, vielleicht“, erklang es fröhlich vom Rücksitz, „aber anders macht es mehr Spaß.“ Vicky beugte sich vor so weit es ging und öffnete ihre Lippen ein wenig.
Phoebe presste die ihren aufeinander. Kein Wunder, dass ihre Schwester ständig an die falschen Männer geriet wenn sie es auf diese Tour versuchte. Einen Kaugummi auswickeln und einer hübschen Frau in den Mund schieben das konnte schließlich jeder Idiot!

„Hoppla!“ Mikko griff vor sich in den Fußraum um den Kaugummistreifen aufzuheben der ihm hinuntergefallen war. Na, offensichtlich konnte es doch nicht jeder ...

Mikko pustete den noch verpackten Steifen ab und legte ihn in Phoebes offenes Handschuhfach, was ihm einen bitterbösen Blick einbrachte. Ohne sich darum zu kümmere nahm er einen zweiten Kaugummi, wickelte ihn aus dem Papier und drehte sich so gut es ging zu Vicky um. Im Spiegel konnte Phoebe beobachten wie Vickys Lippen nach dem Kauzeug schnappten und garantiert beabsichtigt Mikkos Fingerspitzen berührten.
Sie musste unbedingt ein ernsthaftes Wort mit Vicky reden, es ging doch nicht an, dass sie diesen Kerl hier so anmachte! Das war schließlich Mikko Saukkonen und er war bekannt dafür dass er nur selten Rücksicht auf andere nahm. Ein richtiger Egoist. So etwas brauchte Vicky nicht, damit konnte sie doch gar nicht umgehen. Der Typ war doch dafür prädestiniert der kleinen Schwester das Herz zu brechen. Ein attraktiver, erfolgreicher Manager mit jeder Menge Kohle, da würde Vicky bestimmt gerne darüber hinwegsehen, dass er einen an der Klatsche hatte.

Endlich hatte sie ihr Ziel erreicht und Phoebe half Vicky beim Aussteigen nachdem sie Mikkos Hilfsangebot mit dem Worten: „Das schaffe ich alleine“, abgewiesen hatte.
Jaro stand schon in der geöffneten Haustür und sah ihnen entgegen.

„Engelchen, alles klar?“ Seine Hand ergriff die seiner jüngsten Tochter.

„Natürlich Papa, ich muss nur für ein paar Tage diese dämliche Halskrause tragen.“
Liebevoll streichelte er ihre Wange.

„Schätzchen, du weißt doch wie wichtig so etwas ist.“

„Aber es ist so ätzend wenn man so eingeschränkt ist, richtig langweilig und öde“, beschwerte sie sich mit einem leidvollen Blick. Nun mischte sich auch Riku aus dem Hintergrund ein.

„Dann habe ich eine gute Nachricht für dich Vicky. Mikko und ich werden noch einige Tage bei euch bleiben. Der Wagen ist erst Dienstag Mittag wieder startklar, also nichts mit Langeweile.“

„Gings nicht noch langsamer?“, murrte Mikko zu Riku gewandt.

„Ich kann nichts dafür, dass heute Samstag ist und das Wochenende vor uns liegt, also saug mich hier nicht an“, wies er Mikko zurecht. „Außerdem hast du den Schaden verursacht, also halte den Ball mal ganz flach, okay?“

„Ja, ja, schon gut“, winkte Mikko ab. Etwas ratlos blieb er im Eingangsbereich des Hauses stehen. Er hasste es sich wie das fünfte Rad am Wagen zu fühlen. Bestellt und nicht abgeholt, das traf es noch eher.

„Cognac, Mikko?“, lächelte Jaro und legte seine Hand in dessen Rücken. „Auf den Schreck des Tages?“

„Da sage ich nicht Nein“, stimmte Mikko zu.

„Ich habe uns zum Abendessen einen Nudelsalat zubereitet“, fuhr Jaro fort. „Ich hoffe Sie mögen Nudeln?“

„Kohlenhydrate“, entgegnete Mikko nur. „Sie können kochen Jaro?“

„Ja, es ... Es blieb mir schließlich auch nichts anderes übrig seit meine Frau ...“ Die Finger um das Glas verkrampften sich und die Knöchel traten deutlich hervor. „Nicola war eine hervorragende Köchin, bei mir langt es nur zu ganz einfachen Sachen, aber Vicky hat Nickys Talent geerbt.“

„Und Phoebe?“, erkundigte sich Mikko und setzte das Glas an seine Lippen.

„Phoebe hat Nickys rotes Haar geerbt und wohl auch ihr Temperament. Nicky konnte gut mit Worten. Hier, das ist sie, meine Nicky.“ Er drückte Mikko eine Fotografie in die Hand die Nicola und Jaro in einer glücklichen Umarmung zeigte.

„Eine hübsche Frau. Phoebe besitzt viel Ähnlichkeit mit ihr.“

„In der Tat. Das Haar, die Augen ... Manchmal wenn ich Phoebe ansehe, werde ich durch sie an Nicola erinnert.“

„Tuts weh?“

„Nein Mikko, das ist ein wunderschönes Geschenk“, lächelte Jaro dankbar. „Und jetzt“, kam es munter von ihm, „jetzt werden wir etwas essen. Kommen Sie Mikko. Oder darf ich das Du anbieten? Ich bin Jaro.“

„Mikko“, sagte Mikko und folgte dem Herrn des Hauses.

Smalltalk, etwas Geplänkel, Lachen und Neckereien, in einer gemütlichen Atmosphäre lief das Abendessen ab. Jaro und Riku beschlossen sich eine Reportage anzusehen die Mikko aber nicht interessierte. „Dann kann Mikko sich ja um uns Frauen kümmern“, strahlte Vicky ihn an.

„Immer gerne zu Diensten“, stellte Mikko sich zur Verfügung und schielte aus den Augenwinkeln zu Phoebe hinüber, um zu sehen, ob diese schon zu Brodeln begann. Die leicht geröteten Wangen sprachen dafür, auch wenn der Gesichtsausdruck sehr teilnahmslos wirkte. Aber Mikko ließ sich dadurch nicht täuschen, er wusste wie gut man seine wahren Gefühle verbergen konnte, wenn man es nur wollte.

„Vicky-Schatz ...“, Phoebe legte ihre Serviette auf den Teller, „du solltest dich hinlegen. Nicht, dass ich es dir nicht gönnen würde noch einen schönen Abend in Gegenwart von Mikko und mir zu verbringen, aber es wäre doch schade, wenn sich dadurch alles verschlimmern würde und du dann kaum noch den Kopf bewegen könntest. Ruh dich heute lieber aus, dann bis du auch für den Rest der Tage einigermaßen fit, solange Papas Gäste noch da sind.“
Mikko grinste in sich hinein. Offensichtlich konnte Phoebe genauso gut mit Worten umgehen wie ihre Mutter es gekonnt hatte.
Vicky seufzte ergeben.

„Also gut, setzen wir uns alle noch etwas zusammen und dann gehe ich brav zu Bett“, stimmte sie zu.

Gleich nach dem Essen verabschiedete sich Vincent. Er wollte nach Tampere zurück wo er eine kleine Wohnung besaß. „Ich habe noch jede Menge Arbeiten zu korrigieren“, bekannte er. „Wiedersehen Mikko, war mir eine Freude dich kennenzulernen.“

„Auch so, Vince“, schüttelte ihm dieser die Hand.

Nachdem Vincent verabschiedet war saßen sie alle noch ein wenig zusammen bis Jaro und Riku sich erhoben, um sich die Reportage anzusehen die heute Abend ausgestrahlt wurde.

„Dann gehe ich nun auch wohl besser.“ Vicky stand auf. „Gute Nacht Papa, Nacht Riku. Schlaf schön Phoebe. Mikko, dir wünsche ich angenehme Träume. Vielleicht können wir beide morgen etwas zusammen unternehmen? Was meinst du?“

„Ich weiß nicht was morgen ansteht, da lege ich mich vorher nicht fest,“ entkam er einer direkten Beantwortung ihrer Frage.
Und dann waren sie alleine in dem Raum, die junge Psychologin Phoebe Virtanen und Mikko Saukkonen, der brummige Manager.

„Was machen wir jetzt Mikko?“

„Sag du es mir.“

„Spielst du Karten?“

„Pokern?“

„Mau Mau? Foltern?“, schlug sie vor und erhob sich um das Kartenspiel aus einer Schublade des antiken Sideboards zu holen.

„Foltern? Kenne ich nicht. Hört sich aber interessant an.“

„Dann spielen wir eine Runde“, entschied Phoebe. „Wer willst du sein?, Geber oder Nehmer?“ Die grünenbraunen Augen leicht zusammengekniffen sah sie ihn leicht grinsend an. Mikko überlegte kurz.

„Geber“, entschied er sich schließlich. „Geben ist seliger als nehmen.“ Nehmer hörte sich zu gefährlich an. Sicher musste er dann die Folter annehmen die sie ihm gab. Phoebe ließ ein kehliges Lachen hören, mischte den Kartenstapel und legte ihn so auf den Tisch, dass die Spielkartenfarben nicht zu sehen waren.

„Jetzt leg deine Hand auf den Tisch“, forderte sie ihn auf. „Handrücken nach oben.“ Mikko tat es.

„Und nun?“ Misstrauisch schaute er sie an.

„Also“, begann sie zu erklären, „ich bin Nehmer. Ich nehme jetzt die erste Karte und drehe sie um ... Pik. Pik heißt kneifen, ich darf dir in die Hand kneifen.“ Und schon zwicken ihn ihre Fingernägel.

„Aua! Was soll der Scheiß? Was kommt denn noch?“, empörte er sich aufgebracht.

„Mal sehen“, sprach sie geheimnisvoll und wendete die nächste Spielkarte.

„Du hast Glück, Herz heißt streicheln.“ In Windeseile huschten ihre Finger über seine Hand.

„Pik!, kneifen, Karo!, draufhauen!“ Es klatschte auf seiner Hand. „Herz, streicheln. Herz, streicheln ... Herz ... das gibt es doch nicht“, murmelte sie vor sich hin. „Ah! Kreuz ...“ Phoebes Hand ballte sich und Mikko machte sich auf eine weitere Tortur gefasst. Ihre Fingerknöchel rubbelten kräftig über seine Hand und grinsend blickte sie ihn an.

„Ihr Psychologen seid doch krank“, stellte Mikko fest.

„Möglich. Karo ... Pik ... Karo ... Kreuz ... Herz ... Karo ...“ Ohne mit der Wimper zu zucken, die Augen stets auf ihr Gesicht gerichtet, ertrug er das Spiel. Endlich war der Stapel durch.

„Und jetzt bin ich Nehmer!“, verlangte er energisch.

„Gut.“ Wieder mischte sie den Stapel und legte ihn verkehrt herum auf den Tisch. „Los Mikko, Hand auf den Tisch!“

„Was? I c h bin Nehmer, d u bist Geber. I c h nehme die Karten vom Stapel und ...“

„Irrtum mein Lieber, d u nimmst die Folter, die i c h dir gebe.“

„Du kleines Biest ... einfach die Spielregeln verdrehen ...“

„Nimms nicht so tragisch“, riet sie ihn, „ich habe es dir auch nicht ganz korrekt beigebracht, ich habe ganz vergessen dir zu sagen, dass du versuchen kannst deine Opferhand fortzuziehen, bevor meine Folterhand dich trifft. Gelingt das, wird getauscht.“

Phoebe lehnte sich zurück und ergötzte sich an Mikkos fassungslosem Blick.

„Na, ihr Beiden?“, kam Riku nun in den Raum. „Was spielt ihr denn da Schönes?“ Schnell ließ Mikko seine gerötete Hand unter dem Tisch verschwinden.

„Mau Mau“, lächelte Phoebe.

„Ja, darin ist Mikko große Klasse, das muss er immer mit Helmi und Jonna spielen. Lass dich nicht von ihm langmachen Phoebe“, riet er.

„Ganz bestimmt nicht. So so, Mau Mau mit Helmi und Jonna“, grinte sie Mikko an nachdem Riku das Zimmer wieder verlassen hatte.

„Rikus Töchter. Ich habe kein Problem mit ihnen zu spielen“, erklärte Mikko geradeheraus.

„Der gute Mikko ...“, stichelte sie. „Langsam fange ich an dich zu bewundern.“
„Warum?“ Seine Hand tauchte wieder auf. „Weil ich zuweilen mit seinen Kindern Karten spiele?“

„Ja, denn nichts ist nerviger als quäkende und quengelnde Kinder“, tat sie ihre Meinung kund.

„Doch, rothaarige finnische Psychologinnen mit amerikanischem Einschlag“, teilte er aus.
Ihr Oberkörper schoss wieder vor.

„Wunderbar, dein Hirn scheint durch den kleinen Unfall keinen Schaden genommen zu haben, die Merkfähigkeit ist nach wie vor vorhanden!“

„Worauf du Gift nehmen kannst!“, ätzte er.

„Oder Motorenöl!“, rutschte es Phoebe heraus, was ihr aber augenblicklich leid tat. Verlegen biss sie sich auf ihre Unterlippe. Mikko lehnte sich nun ebenfalls vor, sodass Phoebe seinen Atem fast in ihrem Gesicht spüren konnte.

„Nicht empfehlenswert, Frau Psychoknacks“, hauchte er tonlos und ließ er seine Zunge betont langsam über seine Oberlippe fahren. „Es gibt Dinge die besser schmecken.“ Phoebe schluckte. „Hühnchen zum Beispiel“, kam es mit rauchiger Stimme von ihm, „mag ich sehr gerne.“

„Ich auch“, wisperte sie zurück und erwiderte die kleine Geste mit der Zunge.
Seine Augen verharrten in ihren während sich eine Stille ausbreitete die nur von dem Ticken der Wanduhr durchbrochen wurde. Langsam senkte sich sein Blick auf ihre vollen Lippen und Millimeter um Millimeter kamen sie sich näher. Auch Phoebes Augen schlossen sich langsam und innerlich gab sie ihren Widerstand auf.

„Miiikkoooo! Phoeeeebeeee!“ In Sekundenschnelle fuhren sie auseinander und schon stand Vicky im Raum. Ohne Halskrause.

„Was soll das?“, erkundigte sich Phoebe streng, „du sollst die Halskrause tragen.“

„Aber doch nicht zum Schlafen“, kam es zurück. „Wobei das gerade das Problem ist. Ich kann leider nicht schlafen.“ Ihr Blick blieb auf Mikko haften.

„Natürlich musst du sie auch nachts tragen! Mensch, Vicky! Muss ich mich wirklich wie ein Kindermädchen ...“, schimpfte sie.

„Ich gehe eine rauchen “, warf Mikko ein und verflüchtigte sich schnell nach draußen wobei er beim Vorbeihuschen unbeabsichtigt Phoebes Körper leicht berührte. Wieder knisterte es leise.
Nervös zog er eine Zigarette hervor sobald er sich an der frischen Luft befand. Was sich hier gerade abspielte gefiel ihm gar nicht. Da war Vicky die zwar wunderschön und äußerst attraktiv war, die aber leider auch das kindliche Stadium längst noch nicht hinter sich gelassen hatte und deren Anbaggerungsversuche ein Unwohlsein in ihm auslöste. Tja, und dann war da diese rothaarige Hexe die ihn mit einem seltsamen Fluch belegt zu haben schien. Obwohl er es nicht wollte suchte er immer wieder ihre Nähe, fühlte sich, trotz der nicht gerade charmanten Diskussionen, in ihrer Gegenwart sehr wohl.
Er wollte sie und war sich sicher, dass sie ihn genauso wollte, trotzdem befürchtete er, dass es nicht dabei bleiben würde und es sich womöglich zu einem ich kann nicht mit, aber auch nicht ohne dich entwickeln würde.
Diese Sache mit Jessi forderte seine ganze Kraft, was sollte er sich da eine Frau anlachen die der geborene Zankteufel war und seinen Blutdruck ständig in vermutlich besorgniserregende Höhen schießen ließ?
Und doch hatte sie etwas in ihm erweckt. Was es war, das wusste er aber nicht.
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