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Wie Phönix aus der Asche

von Catweazle
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
04.09.2021
05.12.2021
21
52.624
8
Alle Kapitel
106 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
08.09.2021 2.728
 
Hallo ihr Lieben!

So, der Anfang ist gemacht, heute gibt es Kapitel 2. Nun werdet erfahren was passiert ist.

Vielen Dank für euer Interesse, die Reviews, Favos und Sternchen!
Ich hoffe ich kann noch den einen oder anderen von euch mit meiner Story überzeugen, auch wenn es um Mikko geht.

Liebe Grüße
Cat
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Kapitel 2:  Sie hat mich fallen lassen, einfach fallen lassen ...


Mikko lag schon seit Stunden wach und seit Stunden gingen ihm immer wieder die gleichen Fragen durch den Kopf: Was war geschehen? Weshalb war er hier?
Er hatte getrunken, sehr viel getrunken, aber doch nicht so viel, um seinen Körper damit in Lebensgefahr zu bringen. Er hatte doch nur vergessen wollen ...
Und wieder meldete sich dieser tiefe Schmerz in ihm, der sich in seiner Seele festgebissen hatte und der ihn von Zeit zu Zeit ansprang wie ein wildes, hungriges Tier.

Es war schon lange zu spüren gewesen, schon lange hatte er geahnt, dass seine Ehe nicht mehr die war die sie sein sollte. Viel zu lange hatte er es ignoriert. Sie hatten sich schließlich immer ihre Freiheiten gelassen. Er versuchte sich damit zu trösten, dass man sich nicht gegen seine Gefühle wehren konnte, das konnte er nicht und das billigte er auch Jessi zu, aber sie hätte dagegen ankämpfen können als es noch früh genug war. Nur war es zu spät.
Aus. Vorbei. Sie war gegangen.

Er war schwer zu ertragen dieser Schmerz, aber er ließ sich verstecken hinter Arbeit, hinter Kräfte zerrendem Sport ... hinter Alkohol. Und das nicht zu knapp. Es war doch egal, jeder wusste wie er war, man akzeptierte seine Launen solange er das leistete was er leisten sollte und das tat er.
Neue Sponsoren, bessere Verträge, Veranstalter die sich um die Band rissen für die er als Manager tätig war. Sein seltenes Lächeln.
Niemand konnte ihm ansehen was wirklich in ihm vorging.
Er hatte sie immer vergöttert, seine wunderschöne Frau, und nun hatte sie ihn aus ihrem Himmel verstoßen und der Aufprall war hart gewesen.

Sein Blick ging zur Tür, es hatte geklopft. Eine der Krankenschwestern schob sich in den Raum. „Guten Morgen Herr Saukkonen. Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen?“ Sie kam an sein Bett heran. „Ich bin übrigens Schwester Amalia.“ Sie deutete auf das kleine Schildchen an ihrem Oberteil. „So, nun messen wir erst mal Ihren Blutdruck.“ Mikko hielt ihr seinen Arm entgegen.

„Wir? Sind Sie schizophren? Ich sehe niemanden außer Ihnen.“

„Ich bin auch alleine“, entgegnete sie während sie ihm die Manschette anlegte.

„Dann hören Sie auf mit mir zu sprechen, als wäre ich drei Jahre alt“, verlangte er mit einem barschen Ton in der Stimme. „Und?, was sagt Ihr schlaues Gerät?“

„127 zu 75“, teilte sie ihm mit. „Die Tattoos sind übrigens sehr interessant.“

„Ja.“
Sie legte das Blutdruckmessgerät zur Seite.

„Und nun bitte einmal Fieber messen.“ Bestimmend hielt sie ihm das Thermometer entgegen. „Achselhöhle bitte.“

„Ich habe kein Fieber“, erklärte Mikko, schob sich das Thermometer dennoch unter den Arm.

„Das werden wir gleich sehen.“ Er musterte sie aufmerksam. Sie war wirklich nicht hässlich, aber absolut nicht seine Kragenweite.
„Was starren Sie mich so an Herr Saukkonen? Habe ich etwas im Gesicht?“

„Nein, jedenfalls nichts Ungewöhnliches. Ich habe lediglich überlegt, ob Sie mein Typ sind“, gab er ehrlich zur Antwort.

„Oh. Ich schätze Aufrichtigkeit. Und zu welchem Schluss sind Sie gekommen?“
Mikko räkelte sich ein wenig.

„Nicht böse sein, aber Sie sind absolut nicht mein Typ von Frau.“

„Das wird meinen Mann sicherlich beruhigen.“ Fordernd streckte sie die Hand nach dem Fieberthermometer aus, als es mit einem Piepen meldete, dass die Messung beendet war.

„Wie lange sind Sie schon verheiratet?“, erkundigte er sich.

„Seit 6 Jahren.“

Ich auch, wollte Mikko sagen, aber dann schwieg er. „Kinder?“, hakte er stattdessen nach.

„Zwei Mädchen. Fünf und drei Jahre alt. Sie haben übrigens kein Fieber.“

„Hab ich doch gesagt.“

„Sonst noch Wünsche?“ Er schüttelte den Kopf. Jedenfalls keine die sie erfüllen konnte. „Wenn etwas ist, nur klingeln. Bis später Herr Saukkonen.“ Freundlich lächelte sie ihn mit ihrem Krankenschwesterlächeln an. Dafür gab es bestimmt ein Extra-Lernfach auf der Schwesternschule.
Wie lächle ich meine Patienten gesund?

Mikko nickte nur und knautschte sich das Kissen unter seinem Kopf zurecht um bequemer liegen zu können. Sein Blick wanderte aus dem Fenster, streifte den Horizont und blieb an einem imaginären Punkt in der Ferne hängen.
Vielleicht wäre das mit Jessi und ihm auch anders gekommen wenn Kinder da gewesen wären.
Ein gemeinsamer Halt. Mikko warf sich auf den Rücken. Blödsinnig sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Ehrlich gesagt war er froh, dass keine Kinder da waren die nun zu leiden hatten, es war auch so schon schlimm genug.
Verdammt, weshalb hielt man ihn hier eigentlich fest? Es ging ihm doch gut! Er griff nach der Klingel, drückte gleich mehrfach auf den Knopf, um so seine Ungeduld zum Ausdruck zu bringen.
Wieder war es Schwester Amalia die das Zimmer betrat. „Hallo Herr ...“

„Ich möchte sofort mit dem Menschen sprechen der dafür verantwortlich ist, dass ich hier liege!“, polterte er los. Mit energischen Schritten kam sie auf ihn zu, griff in ihre Kitteltasche und holte einen kleinen Spiegel hervor den sie ihm vor das Gesicht hielt.

„Bitteschön!“
Eisig sah er sie an.

„Ich möchte mit Ihrem Vorgesetzten sprechen.“

„Gerne. Herr Professor Justo wollte nämlich auch noch mit Ihnen reden.“

„Wunderbar.“

„Dann möchte ich Sie bitten sich noch ein paar Minuten zu gedulden, der Herr Professor ist auf dem Weg.“

„Wunderbar“, wiederholte Mikko. Misstrauisch beobachteten seine so dunkel wirkenden Augen Schwester Amalia, die sich an seinem Tropf zu schaffen machte und die Flasche abhängte. „Hey, was machen sie da?“, fuhr er sie an, als täte sie etwas Unrechtes.

„Herr Saukkonen“, ihr Blick richtete sich kurz auf ihn bevor sie sich wieder dem Tropf zuwandte, „ich mische mich nicht in Ihren Job ein und Sie sich nicht in meinen, in Ordnung? Ich weiß genau was ich mache, vertrauen Sie mir.“
Mikkos Mundwinkel zuckten leicht. Er mochte diese Offenheit.

„Eins zu Null für Sie, Schwester“, lobte er.

„Dankeschön“, nahm sie dieses Lob gelassen hin und widmete sich seinem Arm, um die kleine Nadel herauszuziehen durch die er die Infusion erhalten hatte. „Bitte, das war es“, klebte sie ein kleines Pflaster über die Einstichstelle. „Das hier ist übrigens Ihr Frühstück für heute“, wieß sie auf das Tablett das sie auf seinem Nachttisch abgestellt hatte, „Mittags dürfen Sie dann schon etwas Grießbrei essen.“

„Sehr schön, Danke“, entgegnete Mikko so ernsthaft, dass sich Schwester Amalia fragt, ob er sich darüber lustig machte oder tatsächlich freute, denn normalerweise maulten die Patienten schon sobald das Wort Grießbrei auch nur fiel.

„Wenn etwas ist ...“

„Nur klingeln, ja, ich weiß. Danke.“
Er beschloss sich die Zeit bis zum Auftauchen des Professors auf die angenehmste Art und Weise zu vertreiben die er kannte: Er schloss die Augen und versuchte seine Gedanken beiseite zu schieben, aber irgendwie ...
Entnervt gab er schließlich auf. Warum ließ man ihn so lange warten? Schwester Amalia hatte doch gesagt der Professor wäre auf dem Weg. Von wo kam er denn her? Extra aus China? Verärgert wollte Mikko erneut klingeln, als sich nach einem kurzen Anklopfen die Tür öffnete. Der Mann der hereinkam war ein ziemlicher Brecher, hatte aber ein sehr gutmütiges und freundliches Gesicht.

„Professor Emil Justo, hier im Hause allgemein als Prof Justo bekannt“, stellte er sich vor.

„Mikko Saukkonen.“

„Ja, ich weiß. Wir haben uns schon gestern kurz unterhalten, aber wahrscheinlich erinnern Sie sich gar nicht mehr daran.“

„Nicht so wirklich“, gab Mikko  zu. Der Mediziner zog sich einen Stuhl an das Bett.

„Wo drückt denn der Schuh?“

„Ich will nach Hause.“

„Nein.“

„Nein?“

„Nein. Jedenfalls nicht, bevor nicht das Gespräch mit unserem Psychologen stattgefunden hat.“

„Wozu?“ Mikkos Augen zeigten unmissverständlich seinen Widerwillen.

„Herr Saukkonen“, der Professor beugte sich ein wenig vor, „Sie haben Motorenöl getrunken.“

„Motorenöl? Ich hatte Vodka dabei. Und Schnaps.“

„Ja, und zum Nachtisch Motorenöl. Möglicherweise ein Versehen, möglicherweise Absicht.“

„Motorenöl?“, wiederholte Mikko erneut. „Hören Sie, ich fahre sehr gerne Auto, pflege und behandle es auch gut, aber selbst Motorenöl trinken, das geht nun wirklich etwas zu weit.“

„Und um herauszufinden ob das wirklich so ist, werden Sie ein Gespräch mit einem unserer Psychologen führen.“

„Nein!“

„Sie wollen doch aus diesem Krankenhaus entlassen werden, oder etwa nicht?“

Ah, so lief der Hase!

„Wie viel?“, erkundigte sich Mikko. Der Professor zuckte mit den Schulterblättern.

„Ich denke ein Gespräch wird reichen. Allem Anschein nach handelt es sich hier ja wirklich um eine Verkettung unglücklicher Umstände und um keine Absicht.“
Ein nachsichtiges Lächeln zeigte sich auf Mikkos Gesicht.

„Nein, nein, ich meine, wie viel, um dieses Gespräch umgehen zu können?“ Er rieb Daumen und Zeigefinger gegeneinander.
Die Miene des Arztes wurde ernst.

„Herr Saukkonen, Sie könnten tot sein! Hätte Ihr Freund Sie nicht so schnell gefunden und Hilfe geholt, dann lägen Sie jetzt nicht hier sondern in der Pathologie und Ihre Familie würde auf die Ergebnisse der Obduktion warten.“
Mikko schluckte hart.

„Ich wollte mich nicht umbringen, Herr Professor, wirklich nicht. Wahrscheinlich habe ich in meinem angetrunkenen Zustand gar nicht mehr gemerkt, was in der Flasche ist. Ich war im Garten, bin ins Gartenhaus ... Ja, da steht Motorenöl, ich weiß ... Jedenfalls stand es da ...“

„Ich glaube Ihnen, trotzdem haben wir unsere Vorschriften. Bringen Sie dieses Gespräch hinter sich. Überzeugen Sie den Psychologen und Ihrer baldigen Entlassung steht nichts mehr im Wege, einverstanden?“ Mikko nickte ergeben. „Sie haben sehr viel Glück gehabt Herr Saukkonen. Wir haben Ihnen den Magen ausgepumpt und dass Sie schon wieder so fit sind ist erstaunlich. Ich hatte Patienten die Wochenlang im Krankenhaus gelegen haben, weil die Vergiftung sie so schwer erwischt hatte. Sie müssen einen verdammt guten Schutzengel haben. Und noch ein Tipp von mir Herr Saukkonen, verhalten Sie sich kooperativ wenn Sie mit dem Psychologen sprechen, das macht die Sache leichter und beendet sie eher. Und vor allen Dingen, auch in Ihrem Sinne.“ Doktor Justo erhob sich wieder. „Der Psychologe kommt noch heute Vormittag vorbei und wenn alles gut geht, dann sind sie Ruck-Zuck ein freier Mann“, scherzte er.

Nachdem der Professor gegangen war zog sich Mikko das Kissen über den Kopf. Freier Mann! Wie zweideutig. Ja, er war frei, wieder frei, aber diese Art der Freiheit hatte er nicht gewollt.
Nicht die Freiheit von ihr. Nicht so.
Mikko keuchte auf und zog sich das Kissen wieder vom Gesicht.
Verdammt, verdammt, verdammt! Wütend schleuderte er das Kopfkissen gegen die gegenüberliegende Wand, traf dabei eines dieser dämlichen, total bescheuerten Blumenbilder das daraufhin zu Boden fiel, wo es klirrend zerbrach. Nun war es nur noch eine Frage von Sekunden ...

Die Tür flog auf. Na bitte! „Herr Saukkonen ist etwas ...?“ Schwester Amalias Blick erfasste die Situation. „Herr Saukkonen ...“, begann sie erneut.

„Sind Sie mein persönlicher Leibwächter?“, meckerte Mikko. „Haben Sie nichts anderes zu tun? Ich habe nicht nach Ihnen geklingelt!“

„Mikko!“ Die scharfe männliche Stimme des Mannes der sich nun in das Zimmer schob ließ ihn zusammenzucken. „Was fällt dir ein?!“

„Hau ab Riku!“, raunzte Mikko seinen Freund an. „Verschwinde! Was willst du überhaupt so früh schon hier? “ Riku hob das Kissen vom Boden auf, ging zu Mikko hinüber und haute es ihm über den Kopf.

„Idiot!“

„Nenn mich nicht noch einmal Idiot!“

„Idiot!“, wiederholte Riku und fügte noch gleich das steigernde „Vollidiot!“ hinzu.

„Meine Herren!“ rief Schwester Amalia entsetzt.

„Ja!“, kam es gleichzeitig von den Freunden.

„Wir befinden uns hier in einem Krankenhaus“, erklärte sie, „hier wird weder mit Kissen herum geworfen Herr Saukkonen, noch werden Patienten beschimpft und mit Kissen attackiert  Herr ...“

„Rajamaa. Ich bin ein sehr guter Freund, ich darf das.“
Mikkos rechter Arm schoss zur Seite, traf Riku an der Hand der sich mit einem wehleidigen „Aua ...“ äußerste.
Schwester Amalia zog beide Augenbrauen hoch.

„Ich schicke Ihnen gleich eine Lernschwester die das Kissen neu bezieht und die Scherben beseitigt“, schüttelte sie tadelnd den Kopf.

„Schwester Amalia? Es tut mir leid, ich wollte hier nichts zerstören“, entschuldigte sich Mikko zerknirscht.

„Angenommen, aber bitte keine weiteren Aktionen dieser Art.“

„Ganz bestimmt nicht“, versprach Mikko ernsthaft.
Riku ließ sich auf der Bettkante nieder nachdem Schwester Amalia das Zimmer verlassen hatte.

„Mikko, erzählst du mir was los ist? Ich meine“, er sah Mikko mit einem scharfen Blick an, „die Wahrheit.“ Riku zog ein Päckchen Pfefferminzkaugummis aus seiner Jackentasche und fingerte sich einen Streifen heraus. Mit einem fragenden Blick hielt er Mikko das Päckchen hin, der aber mit einem leichten Kopfschütteln ablehnte.
Mikkos Wangenknochen arbeiteten.

„Zuerst einmal Danke, dass du mich gefunden hast, ohne dich ...“
Riku nickte.

„Schon gut.“

„Es war keine Absicht Riku, ehrlich nicht! Ich war voll wie so 'ne Feldhaubitze, vermutlich habe ich nur nach etwas Weiterem gesucht das ich trinken konnte und dann ist mir wohl die Flasche in die Finger gekommen. Ich schwöre dir Riku, ich wollte mich nicht umbringen. Hätte ich das gewollt, dann hätte ich mir sicherlich eine andere Art dafür ausgesucht, als ausgerechnet Motorenöl zu trinken.“ Rikus Augen streiften Mikkos Gesicht.

„War es wegen Jessika?“

„Der Alkohol?“, fragte Mikko mit leiser Stimme und senkte seinen Blick. „Ja.“

„Mikko ...“

„Ich weiß Riku, aber was soll ich machen? Ich werde noch verrückt.“ Seufzend strich er sich durch das dunkle Haar.

„Ich weiß, du willst das wahrscheinlich nicht hören“, begann Riku, „aber du solltest ...“

„... mit einem Psychologen reden“, beendete Mikko den Satz. „Riku, die haben mir hier schon so einen Seelenklempner aufgedrängt. Die entlassen mich nur, wenn ich ihn davon überzeugen kann, dass ich nicht Suizidgefährdet bin, was ich  a b s o  l u t  nicht bin, trotz allem. Riku, meine Frau hat einen Anderen und während ich hier liege, treibt er es vielleicht gerade mit ihr! Das ist kein Grund für mich, mich umzubringen, sondern eher ihn!“

„Bist du wohl still?“, zischte Riku erbost und deutete zur Tür. „Mensch, Mikko, stell mal dein Kopfkino ab!“

„Es gibt keinen Hebel dafür!“, schimpfte Mikko los. „Gedanken und Bilder im Kopf lassen sich nicht einfach abstellen!“

„Dann lenk sie in die richtige Richtung.“

„Ja.“ Mikkos Augen irrten durch den Raum. „Und welche Richtung ist richtig? Welche, Riku?“

„Vorwärts, immer vorwärts Chef, du machst das schon gut.“
Augenblicklich schien Mikko in sich zusammenzusinken.

„Es ist so seltsam, da ist so eine Leere in mir“, kam es schließlich leise von ihm. „Es ist wie so ein riesiges schwarzes Loch das so nach und nach alles von mir verschlingt. Mein ganzes Leben mit Jessi.“

„Ich weiß Mikko.“ Tröstend legte Riku eine Hand auf Mikkos Schulter. Was der engagierte Manager da durchmachen musste tat Riku unendlich leid. Er war damals gerade bei Sunrise Avenue eingestiegen und hatte mitbekommen wie die beiden sich kennengelernt und verliebt hatten, er hatte mit ihnen ihre Traumhochzeit gefeiert und er wusste wie sehr Mikko seine wunderschöne Frau vergöttert hatte. Wie oft hatte er ihn damit aufgezogen, ihm gesagt, dass Göttinnen und Sterbliche nicht zusammenpassten, wenn Mikko es mal wieder übertrieben, und sowohl die Augen wie auch die Finger nicht eine Sekunde von seiner hübschen Frau lassen konnte.
Was war nur passiert? Mikko war gewiss kein einfacher Mensch, aber er war ehrlich in seinem Tun und Handeln und Jessi war schließlich jahrelang mit seiner Art klar gekommen. War es ein Sterben auf Raten gewesen? Jeden Tag ein bisschen mehr,  bis nichts mehr übrigblieb als die Frage nach dem Warum?

„Warum, Riku?“, murmelte er leise.
Er hatte doch alles für sie getan. Was hatte er nur falsch gemacht? Hatte ihre Beziehung, ihre Ehe wirklich nur aus Oberflächlichkeiten bestanden? Glamour, Glanz und Wahnsinnssex? Es tat weh, sich das einzugestehen.
„Sie hat mich fallen lassen Riku, einfach fallen lassen ...“
Riku strich kurz durch Mikkos Haar, eine ungewohnte Geste, aber Mikko ließ es zu.

„Mikko ... Manchmal ist es besser zu fallen und hart aufzuschlagen anstatt den falschen Weg weiter zu gehen. Das ist zwar nur ein Spruch , aber es stimmt, das wirst du eines Tages auch feststellen, nur: Du musst es auch zulassen. Deine Ehe war sicherlich kein Fehler, aber es war eben doch nicht dein Für immer. Irgendwann gibt es auch für dich ein Für immer. “ Er lächelte ihn aufmunternd an. „Das hier ist der Anfang deines neuen Weges, geh ihn weiter und lass alles andere hinter dir, auch die dunkle Nacht.“

„Ja“, entgegnete Mikko erschöpft und schloss die Augen, „auch die dunkle Nacht.“

Das Leben ist eine Achterbahn, dachte er, und ich sitze gerade mitten drin ...
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Wie recht Mikko mit diesem Gedanken hat werdet ihr erleben können wenn ihr dran bleibt, Mikkos Leben wird noch ganz schön durcheinandergewirbelt. :)
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