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Wie Phönix aus der Asche

von Catweazle
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
04.09.2021
05.12.2021
21
52.624
8
Alle Kapitel
106 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
10.10.2021 2.398
 
Hi,

heute poste ich ein wenig früher. :)
Ich bedanke mich bei Miwi, JayJillsKleineWelt, SunriseAve66, Bella-2017 und Krokodil30 für die Reviews zum letzten Kapitel.

Liebe Grüße und gute Unterhaltung
Cat
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Kapitel 11:    ... und wenn du Nein sagst lasse ich dich gehen


Mikko hörte wie sie seinen Namen rief, erst fragend, dann bittend, aber er ging weiter ohne sich darum zu kümmern. Sie sollte sich verzerren, winseln sollte sie! Ja, es ließ sich nicht bestreiten, dass es etwas in ihm gab das nur danach lechzte jetzt Kehrtwende zu machen und ihre heißen Lippen zu erobern, aber was dann? Phoebe war viel zu interessant, als dass er sich nur einmalig mit ihrem Körper begnügen wollte.
Zum ersten Mal seit langer Zeit war es jemandem gelungen wahres Interesse in ihm wachzurufen.
„Mikko!“, ertönte es erneut. Seufzend blieb er stehen, drehte sich langsam um.
Phoebe kam auf ihn zu, das Kinn stolz erhoben.
„Du musst mich verstehen“, begann sie ohne Umschweife.

„Muss ich?“

„Du solltest es zumindest versuchen“, bat sie eindringlich, den Blick fest auf sein Gesicht gerichtet. „Wir haben vor einigen Jahren unsere Mutter verloren, zu einem Zeitpunkt, als Vicky sehr dringend eine Mutter gebraucht hätte die ihr zur Seite steht und dabei hilft eine Frau zu werden.“ Einen Moment starrte Mikko sie sprachlos an, dann brach er urplötzlich in ein so schallendes Gelächter aus, wie Phoebe es ihm nie zugetraut hätte.

„Oh Mann, du müsstest dich jetzt mal reden hören!“, gluckste er. „ ... die ihr zur Seite steht und dabei hilft eine Frau zu werden. Jetzt kläre ich Sie mal auf, Frau Psychologin: so was geht von ganz alleine vor sich.“ Sauer sah Phoebe ihn an.

„Das weiß ich, aber Vicky ... Nun ja, sie hätte jemanden gebraucht der ihr hilft den richtigen Weg zu finden. Ich war in Helsinki, habe studiert, konnte mich nicht dementsprechend um sie kümmern. Paps hat bestimmt sein Bestes getan, aber er ist eben nicht ...“

„Mutter Teresa“, fiel Mikko ihr ins Wort. „Was willst du überhaupt Phoebe? Deine kleine Schwester ist noch eine süße Jungfrau, sie hat also keinen Mist gebaut. Verrate du mir lieber, warum wir uns streiten.“

„Das nennst du Streit? Pah!“ Phoebe warf ihr rote Mähne zurück. Schnell blickte er zu Boden, um seiner Fantasie Einhalt zu gebieten. Es musste einen Grund haben, dass Rothaarige früher als Hexen verschrien wurden. Phoebe Virtanen war auf jeden Fall das Musterbeispiel einer Hexe. Einer äußerst hübschen Hexe.
„Was ich möchte, das ist, dass du nicht auf Vickys Flirtversuche eingehst. Halte dich von ihr ...“

„Himmel, kapierst du es denn immer noch nicht?“ Mikko lehnte sich an die Wand, kreuzte Arme und Beine. „Ich will kein unerfahrenes Mädchen bei dem ich mir bei jeder Aktion überlegen muss, ob ich sie damit nicht verschrecke. Es gibt weiß Gott genug Weiber die mich wollen. Wenn ich tatsächlich mit einer Frau ins Bett steigen sollte, dann bestimmt nicht um Erste Hilfe in Sachen Sex zu leisten. War das jetzt klar und deutlich? Du bist eine schreckliche Nervensäge Phoebe!“

„Was du willst oder nicht willst ist mir egal Saukkonen! Und wenn du mich für so eine schreckliche Nervensäge hältst, dann weiß ich nicht weshalb du überhaupt mit mir redest.“

„Du bist mir nachgelaufen“, erinnerte Mikko sie, „nicht ich dir.“ Er stieß sich von der Wand ab. „Wenn dann nichts mehr ist was du noch zu diskutieren gedenkst würde ich jetzt gerne schlafen gehen.“ Er trat einen Schritt auf sie zu. „Gute Nacht Phoebe.“ Und schon hatte er sich vorgebeugt und mit seinen Lippen kurz ihre Wange berührt.

Seinen Duft noch immer in der Nase sah sie ihm verdutzt nach. Es ärgerte sie ungemein, dass sie ihre Gefühle für ihn nicht einordnen konnte. Mikko war so undurchsichtig wie eine Betonwand.
Na ja, zumindest hatte er versprochen sich nicht an Vicky heranzumachen, beziehungsweise ihre Anbaggerungsversuche abzuwehren. Das war schon mal ganz anständig. Und ja, sie glaubte ihm, sie glaubte, dass er keine Frau wollte die noch unerfahren war. Was hatte er gesagt?,
Ich will kein unerfahrenes Mädchen bei dem ich mir bei jeder Aktion überlegen muss, ob ich sie damit nicht verschrecke.
Große Worte. Aber Mikko war da wohl wie die meisten Männer: Viel Lärm um nichts. Trotzdem konnte Phoebe nicht verhindern, dass ihr Herz schneller schlug wenn sie an den dunkelhaarigen Manager dachte. Auch wenn sie sich nicht sonderlich in der Musikszene auskannte, der Name Mikko Saukkonen war ihr auch vorher ein Begriff gewesen, er war als Manager von Sunrise Avenue nun mal kein Unbekannter und der Gedanke, dass er Interesse daran geäußert hatte mit ihr ... Mit ihr!

Phoebe huschte ins Bad, knallte die Tür zu und drehte den Schüssel herum, dann stürzte sie zum Waschbecken vor, stützte ihre Hände auf dem schneeweißen Keramikbecken auf und schaute ihr Spiegelbild an.
Was zum Geier mochte das Interesse Mikkos an ihrer Person geweckt haben?
Normalerweise war es doch so, dass sich die Herren Partnerinnen aussuchten die der Verflossenen ähnlich sahen, eben dem eigenen Beuteschema entsprachen, aber sie hatte doch nun wirklich absolut keine Ähnlichkeit mit der bildhübschen Jessika Mikkella-Saukkonen.
Aber klar, Mikko war ja auch nicht an etwas Ernsthaftem interessiert, das hatte er schließlich klar und deutlich verlauten lassen. Womöglich wollte er einfach mal das Temperament eines Rotschopfes testen. Na, das konnte er haben! Sie würde ihn dermaßen heiß machen, dass er vergessen würde, dass ihn viele als kalt bezeichneten.
Er sollte sich verzerren, winseln sollte er! Gab es etwas Erregenderes, als so einen attraktiven Kerl um den Verstand zu bringen? Mal sehen, wie lange er sein cooles Gehabe noch aufrecht erhalten konnte! Es würde ein Spiel werden, ja, aber das war es von seiner Seite aus auch und sie beide wussten das, wussten, dass es ein Spiel mit dem Feuer war.

Einen Moment lang blieb Mikko vor der Tür zu dem Raum stehen den er mit Riku teilte, dann wandte er sich ab, ging noch mal vor die Haustür um eine zu rauchen. Die Stille der Nacht tat gut, aber sie ließ auch die Gedanken zu Wort kommen die tief in seinem Kopf ruhten und vom Alltagslärm übertönt wurden. Immer wieder das Warum?, bei der Frage nach dem Scheitern seiner Ehe. Dabei war es doch so was von egal, der Braten war inzwischen gegessen und wer weiß, vielleicht gab es etwas, was viel besser schmeckte als dieser Braten. Seufzend warf er die Zigarette zu Boden und trat sie aus.
„Hi Mikko!“ Irritiert sah er sich um. „Hier oben!“ Mikko schaute am Haus hinauf.

„Vicky.“

„Eine schöne Nacht, nicht wahr Mikko? Gemacht, um Helden zu zeugen.“
Das kleine Biest ließ aber auch nichts unversucht! Mikko grinste breit.

„Es gibt mich schon.“

„Ja, zum Glück“, pflichtete sie ihm bei.

„Gute Nacht Victoria.“ Schnell wandte er sich zum Gehen. Vicky konnte einem echt Angst machen, auf der einen Seite das naive, unschuldige Mädchen, auf der anderen Seite so eine Art Vamp ohne Hemmungen. Bei ihr müsste er doch nur mit dem Finger schnipsen und schon ... oh Mann ... Wie weit Vicky wohl noch gehen würde?

Leise öffnete er die Tür des Gästezimmers, hörte die gleichmäßigen Atemzüge Rikus die ihm verrieten, dass dieser fest am schlafen war. Im Dunkeln begann er sich auszuziehen. Bis auf die Unterhose entkleidet ging Mikko zum Bett hinüber, hob die Decke an und krabbelte darunter. „Waaaahhhhh!“ Der Aufschrei kam von beiden Seiten.
„Riku, du Idiot!“, schimpfte Mikko los, „was machst du in meinem Bett?“

„Das ist nicht dein Bett! Das ist ein Gästebett und ich bin auch ein Gast! Du hast vergangene Nacht in diesem Bett geschlafen, jetzt bin ich dran! Ab auf die Luftmatratze mit dir!“

„Mein Rücken ...“, begann Mikko.

„Ja, meiner auch! Troll dich!“ Knurrend zog Mikko ab. Er wusste, dass Riku nicht nachgeben würde und die Alternative zur Luftmatratze darin bestand, sich das Einzelbett mit Riku teilen zu müssen.

„Hättest du mir nicht den Schwachsinn erzählt, dass das Auto streikt, dann läge ich schon längst Zuhause in meinem Bett“, meckerte Mikko weiter.

„Und wärst du nicht in Vickys Auto geknallt, dann auch!“, kam die Stimme aus der Dunkelheit. „Schlaf gut, du ... Naffel.“
„Ja.“ Mikko zog die Decke über sich und hantiert zwei Minuten lang mit dem Kissen herum bevor er mit seiner Liegeposition zufrieden war. Ruhe breitete sich aus. „Warum Naffel?“, kam es von Mikko.

„Hä?“

„Du hast mich Naffel genannt. Warum?“

„Was Besseres ist mir nicht eingefallen und nun halte deine Klappe Mikko, ich will weiterschlafen.“
Mikko ließ seinerseits noch ein Gähnen hören und schon wenig später befand er sich selbst im Land der Träume.


Mit Rückschmerzen erwachte er. Es war sinnlos liegen zu bleiben, auch wenn es absolut noch nicht seine Zeit war.
„Hey Mikko, hast du auch so wunderbar geschlafen wie ich?“ Riku stand am Fenster, reckte und streckte sich. Mikko stand auf.

„Wenn du mich so behandelst“, er zeigte auf die Luftmatratze, „dann hättest du mich auch gleich im Gartenhaus liegen lassen können, dann hätte ich es jetzt bequemer.“
Rikus Hand traf Mikko im Nacken.

„So etwas will ich nie wieder von dir hören! Ich weiß auch gar nicht was du hast. Was ist schon ein bisschen Rückenschmerz gegen so nette Gastgeber? Und Gastgeberinnen“, fügte er hinzu. „Vicky und Phoebe sind doch eine Augenweide. Gefallen sie dir nicht?“

„Doch, aber vom Anstarren wird man nicht satt.“ Mit einem müden Blick begann Mikko seine auf dem Boden verstreuten Klamotten zusammen zu sammeln. Mahnend hob Riku den Zeigefinger.

„Das habe ich jetzt nicht gehört. Übrigens gehe ich erst duschen!“, verkündete er schnell und war schon an der Tür bevor Mikko die Worte überhaupt realisiert hatte.

„Hey, das habe ich gerade vor! Ich braucht das, unbedingt!“

„Glaube ich dir gerne, aber erst nach mir!“ Grinsend huschte Riku nur mit Shorts bekleidet aus dem Raum.
Mit der Kleidung im Arm stand Mikko da.

„Mist!“ Ob das Bad oben frei war? Ein Versuch war es wert. Die Klamotten zusammen geknüddelt stieg er die Treppe hinauf. Er hatte bereits gestern gesehen, dass das Bad gleich rechts vom Treppenaufgang lag. Mikko huschte die Treppe hoch, drückte die Klinke herab und betrat den weiß gefliesten Raum. Am Waschbecken sah er Phoebe stehen die lediglich ein Satinoberteil trug, das bis knapp über das winzige Höschen reichte.
„Guten Morgen.“
Der rote Haarschopf schoss herum.

„Mikko!“ Erschrocken starrte sie ihn an. „Was willst du hier?“

„Duschen.“

„Ich bin aber gerade hier im Bad!“

„Das sehe ich, ich habe doch auch Guten Morgen gesagt. Du übrigens noch nicht.“ Phoebe schluckte.

„Guten Morgen. Und jetzt verschwinde bitte, ich wollte mir gerade die Zähne putzen.“

Mikko legte seine Sachen auf einen Hocker der neben der Dusche stand.

„Mach das, es stört mich nicht, ich will duschen, da werden wir wohl nicht miteinander kollidieren.“
Ihr fassungsloser Blick amüsierte Mikko königlich.

„Du hast hier in diesem Badezimmer nichts zu suchen!“

„Ich suche auch nichts, ich will lediglich duschen. Die Badezimmertür war nicht verschlossen, also heißt das für mich, dass ich Zutritt habe. Wenns dich stört sieh einfach nicht hin, du wolltest dir doch sowieso die Zähne putzen, oder?“
Schon streifte der sich seine Shorts von den Hüften und Phoebe konnte nicht verhindern, dass sie ihn in seiner ganzen Pracht erblickte. Schnell drehte sich sich um, als ihr das bewusst wurde. Ihre Gesichtsfarbe war nahe daran die ihres Haares zu übertreffen.
Phoebe hörte wie er die Kabinentür öffnete und schloss, dann rauschte das Wasser los. Sie wagte nicht mal einen Blick in den Spiegel zu werfen der ihr die Sicht auf die glasklare Duschkabine gestattete, zu groß war ihre Angst, dass Mikko sie womöglich auch im Blick hatte und nur darauf wartete sie dabei erwischen zu können, dass sie ihn beobachtete.
Sorgsam begann sie sich die Zähne zu putzen, tat es so intensiv und zeitaufwendig wie nie zuvor in ihrem Leben. Als der Wasserstrahl versiegte und das Knarren der Kabinentür ihr verriet, dass Mikko seine Säuberungsprozedur beendet hatte, spülte sie sich den Mund aus und begann damit das Becken zu reinigen.

„Mist“, hörte sie Mikko fluchen, „das sind ja Rikus Klamotten! Was dagegen wenn ich mir das Handtuch ausleihe, um nicht splitternackt durch Haus laufen zu müssen?“

„Keineswegs“, gab sie mit leicht gepresster Stimme zurück.

„Ist es egal welches Handtuch ich nehme?“

„Völlig egal, ja, Hauptsache es ist groß genug“, giftete sie.
Sie konnte sein kurzes Auflachen hören.

„Wird schwierig.“

„Angeber.“

„Meinst du? Man kann sich da leicht irren. Beziehungsweise: Frau.“
Jetzt drehte Phoebe sich doch zu Mikko um, der sich inzwischen ein cremefarbenes Badetuch um die Hüften gewickelt hatte.

„Manche Dinge in diesem Leben werden wohl für immer ungeklärt bleiben“, erklärte sie und schritt entschlossen auf die Tür zu. Genauso entschlossen schob Mikko sich davor und verstellte ihr den Weg.
„Lass mich raus Saukkonen!“, funkelte sie ihn an und legte die Hand auf den Griff der Tür. Seine Augen vergruben sich in ihrem Gesicht. „Was ist?, was willst du noch?“
Seinen von der Wärme noch dampfenden Körper vor sich, begann ihr Herz wie verrückt zu rasen. Er roch verdammt gut, sah einfach nur fantastisch aus. Und wie die Tropfen  in seinen nassen dunklen Haaren hingen ...

„Hast du eine Zahnbürste für mich?“

„Zahnbürste?“, wiederholte sie unsicher und ärgerte sich, weil ihre Stimme ihre Angespanntheit verriet. Mikko griff nach ihrer Hand die noch immer auf dem Türgriff lag, dann führte er sie auf seine nackte Schulter wo sie zu seinem großen Erstaunen auch liegen blieb. Seine Hände legten sich einstweilen auf ihre Hüften.

„Frische Küsse schmecken besser, oder ist es dir egal?“ Schon waren seine Lippen nur noch den Hauch eines Atemzugs von ihren entfernt. Nicht einmal mehr das ... Er schmeckte gut, so gut ...
Unbewusst drängte sie sich an ihn, schlang ihre Arme fest um seinem Nacken. Seine Erregung war deutlich zu spüren, ebenso wie seine Hände, die sich nun unter ihr knappes Seidenhemdchen schoben unter dem sie nicht trug, als ihre nackte Haut.
Was sie taten war Wahnsinn, verrückt, unverantwortlich, aber ebenso sicher wie Phoebe das wusste, wusste sie auch, dass es ihr schier unmöglich war sich dagegen zu wehren. Es war so, als würde er ihr mit seinen Küssen und Berührungen auch ihren Verstand rauben. Langsam sank das Tuch von seinen Hüften. Nein, unmöglich, so bescheuert konnten sie nicht sein!

„Nein, Mikko, nein!“, versuchte sie sich zu wehren, klammerte sich aber trotzdem fest an ihn. Seine rechte Hand streichelte über ihren Oberschenkel, umfasst ihn und zog ihn schließlich hoch. Keuchend sah er sie an.

„Ich werde nichts tun was du nicht willst Phoebe. Drei Sekunden ... und wenn du Nein sagst lasse ich dich gehen.“ Phoebes Gesicht glühte. „Eins ... zwei ...
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