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Freunde sind immer für dich da

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer, Fantasy / P6 / Mix
Finny Greyson Tiago Anderson
02.09.2021
02.09.2021
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1.362
 
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,,Bis später Papa!", rief ich meinem Vater zu, während ich auf die kleinen Inseln von Vanuatu, wie die Menschen sie nannten, zu schwamm.
,,Pass auf dich auf und komm heil wieder Corydon", meinte mein Vater, kurz bevor ich hinter der nächsten Koralle verschwand. Das sagte er immer.
Es machte so viel Spaß, durch die Wellen zu hüpfen, dass ich gar nicht richtig auf meine Umgebung achtete. So bemerkte ich zu spät, wie es auf einmal furchtbar ruhig wurde. Alle Fische waren wie vom Sand eingesogen und nichts rührte sich! Langsam bekam ich ein ungutes Gefühl. War ich zu weit raus geschwommen? Gab es im offenen Meer keine Fische? Doch da bemerkte ich eine Bewegung. Also war ich doch nicht allein! Ich freute mich riesig und machte einen Looping. Doch meine Freude verschwand sofort wieder, als ich merkte, wer mir da Gesellschaft leistete. Ein Tigerhai!
Er kam direkt auf mich zu, was für mich als Clownfisch sehr beängstigent war.
,,Hey! Was machst du allein so nah an den Inseln von Vanuatu?", hörte ich eine freundliche Jungenstimme in meinem Kopf, die zu dem Hai gehören musste.
,,Bitte... Bitte, friss mich nicht! Ich bin doch erst 13!", stotterte ich. Warum sprach e so mit mir, als wäre ich sein Freund?
Das war alles zu viel für mich und ich schoss so schnell wie ein Fächerfisch weiter auf die Inseln zu. Und Fächerfische sind sehr schnell!
„Warte doch!“, rief mir der Hai verdattert hinterher, doch ich schwamm immer weiter und hielt erstan, als ich die Patschefüße eines Schwans über mir sah.
Ich schmiegte mich an sie und schrie, so laut ich konnte: „Olor! Da war ein Tigerhai! Und er wollte mich ganz sicher fressen!Außerdem war da ein Teufelsrochen! Sind die überhaupt hier beheimatet?“
„Ach was. Du hast dich bestimmt nur verguckt!“, antwortete eine genervte Mädchenstimme. „Und nächstes Mal schreist du bitte nicht so! Außerdem weißt du genau so gut wie ich, dass ich kitzelig bin…“
„Aber ich bin mir ganz sicher! Er hat sogar mit mir gesprochen!“
„Er hat was?“
„G-E-S-P-R-O-C-H-E-N“, buchstabierte ich.
„Aber… Das kann nicht sein! Hier leben normalerweise keine anderen Seawalker als Kleinfische… Wie kommen die hier her?“, grübelte Olor laut vor sich hin.
„Sea-Was? Naja, soll ich sie dir zeigen?“, fragte ich nach einer längeren Pause.
Immer noch in Gedanken antwortete sie mir: „Ja, ich glaube, dass das ganz gut wäre.“
Also schwamm ich los und dirigierte Olor immer, indem ich sie backbord oder steuerbord am Fuß kitzelte. Jedes Mal beschwerte sich Olor lauthals: „Kitzel doch nicht so!“
Als wir in die Nähe meines Riffes kamen, raste mein Vater auf uns zu. Schon von weitem hörte ich ihn rufen: „Corydon! Wo warst du so lange? Deine Mutter und ich haben uns schon Sorgen gemacht!“
„Ich…“
„Nein, das ist mir jetzt auch egal! Komm sofort mit!“, er schien immer wütender zu werden.
Leise flüsterte ich noch etwas zu Olor: „Immer gerade aus. In ungefähr 300-mal Fußschlagen bist du…“
„CORYDON!“, mein Vater unterbrach mich schon wieder, also fügte ich mich meinem Schicksal. Das würde eine Standpauke geben…
Olor schwamm los und ich machte mich auf den Weg zu unserem Abschnitt im Korallenriff.
Ich wusste nicht, wie ich mich fühlen sollte, ich war doch nicht lange weg!
Kaum war ich bei meiner Mutter angekommen, erfuhr ich es.
Sie fing an, sehr seltsame Geräusche von sich zu geben. Es klang nach einer Mischung aus dem Geräusch was diese haarigen Fellknäule, die „Miau“ machen, von sich geben, wenn sie sich übergeben müssen und nach diesem Schluchzen, dass die Zweibeiner von sich geben, wenn sie sich Wasser aus den Augen drücken. Das muss doch wehtun! Naja...es war jedenfalls eine sehr seltsame Mischung!
„Corydon, wo warst du?“, fragte sie immer wieder und dann rückte sie endlich mit ihrer Sprache heraus: „Es wurden ein Tigerhai und ein Teufelsrochen gesichtet. Sie sollen sogar einen Clownfisch angegriffen haben!“
Ich sagte ihr lieber nicht, dass ich der Clownfisch war, ansonsten würde sie nur noch mehr ausflippen. Doch das tat sie so oder so…
Vor meinen Augen fing nämlich das gesamte Korallenriff an zu schrumpfen. „Was passiert mit mir?“ Langsam wurde das hier wirklich gruselig! Erst tauchten diese Sea…was auch immer hier auf und jetzt fing auch noch alles an zu schrumpfen. Auch meine Eltern schrumpften, sie schrien auf und flüchteten vor mir! Was war hier los?
Nun ging mir auch noch langsam der Sauerstoff aus! Das war mir das letzte Mal passiert, als ich von einem Fischer an Land gezogen wurde.
Zu allem Überfluss kamen jetzt ein Tigerhai, der ebenfalls etwas geschrumpft war, und ein Teufelsrochen auf mich zu. Es mussten wieder die gleichen sein wie vorhin, denn ich hörte die Stimme eines Jungen: „Hey! Kennen wir uns nicht? Was machst du in deiner zweiten Gestalt im Wasser? Komm, ich schiebe dich nach oben!“
Bevor ich etwas antworten konnte, ergriff die Stimme des Teufelsrochens das Wort: „Lass mal gut sein, Tiago! Du scheuerst ihm doch nur die Beine auf! Ich mach das schon.“
Mein Sauerstoff wurde immer knapper, aber ich raufte mich dazu auf, mit ihnen zu sprechen: „Woher wisst ihr, dass ich ein Junge bin? Warum sollte ich Beine haben? Ich bin ein Fisch! Und was wollt ihr von mir?“
Die Mädchenstimme antwortete mir kichernd: „Das du ein Junge bist, ist wohl kaum zu übersehen!“ Sie fing an zu lachen, riss sich aber wieder zusammen, als ein Großer Tümmler (ein Delfin) angeschwommen kam, doch ich hörte an seinen folgenden Worten, dass er ebenfalls amüsiert war, mich zu sehen: „Finny! Sei nicht unhöflich! Außerdem bekommt der Arme bestimmt keine Luft mehr.“
„Ja, da haben Sie wohl recht Mr Garcia!“, antwortete sie und schob sich unter mich und drückte mich nach oben, in die Richtung der Wasseroberfläche.
So. Nun, auf dem Weg nach oben, reimte ich mir zusammen, wer wie heißen musste. Der Tigerhai Tiago, der Teufelsrochen Finny und der Große Tümmler Mr Garcia.
Als ich aus dem Wasser auftauchte, konnte ich gleich viel besser atmen. Auf dem Wasser saß Olor, die zurückzuckte, als sie mich sah.
„Ich bin‘s! Corydon!“, erinnerte ich sie. „Sehe ich so anders aus?“
„Naja… Du bist ein Mensch!“, antwortete diese.
„WAS?!“
Nun meldete sich Mr Garcia zu Wort: „Du bist ein Seawalker. Du kannst dich von einem Clownfisch in einen Menschen verwandeln. Wir hatten dich schon länger auf dem Radar, haben dich aber nie zu fassen bekommen. Du bist jedes Mal geflüchtet!“
Ich war geschockt. Jetzt erinnerte ich mich auch! In den letzten Tagen waren mir öfter relativ große, sprechende Tiere über die Schwimmbahn getapert. Sie hatten mir immer so einen Schrecken eingejagt, dass ich abgehauen war.
Nach einer kurzen Schockstarre, bei der ich wieder ein ganzes Stück ins Wasser zurücksank, wandte ich mich an Mr Garcia: „Was bedeutet Radar? Kann man irgendwo lernen, das mit dem Verwandeln zu kontrollieren? Wo sind meine Eltern? Geht es ihnen gut? Was passiert jetzt mit mir?“
Mr Garcia fing an, meine Fragen zu beantworten: „Ganz ruhig. Nicht so viel auf einmal. Deinen Eltern wird geholfen. Enya ist bei ihnen und klärt sie auf.“
Ich fiel ihm ins Wort: „Ist sie auch ein Hai? Meine Eltern haben Angst vor Haien…“
Ich schielte vorsichtig zu Tiago hinunter, doch der gab mit fröhlicher Stimme zurück: „Nein. Enya ist ein Roter Neon. Sie werden also nicht davonschwimmen! Und, um nochmal auf deine Frage zurückzukommen: Es gibt eine Schule, die Blue Reef High, in der man lernt, mit seiner Kraft umzugehen.“
„Uiiiii!“, Finny sprang in die Luft und platschte lautstark wieder ins Wasser „Oh, bitte komm mit! Es ist soooo schön dort!“
„Wenn es meine Eltern erlauben…“, plötzlich kitzelte mich etwas an meinem riesigen, menschlichen Fuß. Meine Eltern!
„Na klar erlauben wir das!“, hörte ich sie von unten. „Enya hat uns überzeugt, dass es das Beste für dich ist.“
„Danke, danke, danke!“, konnte ich nur noch sagen, da schob mich Finny auch schon zu den Inseln.
„Das ist ja nicht mehr mit anzusehen! Du musst dir dringend etwas anziehen!“

Ja, so begann eine gute Freundschaft mit Enya. Wir treffen uns jeden Tag in den Pausen, da ich eine Jahrgangsstufe unter ihr bin. Sie ist so süß…
 
 
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