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Moonlight Story - First and Last and Always

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Romance / P12 / Mix
Ami Mizuno / Sailor Merkur Makoto Kino / Sailor Jupiter Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion OC (Own Character) Rei Hino / Sailor Mars Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
01.09.2021
22.01.2022
71
441.400
13
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Dieses Kapitel
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14.01.2022 8.000
 
Unschlüssig stand Mamoru im Türrahmen und sah dabei zu, wie Serena achtlos ein paar Sachen in ihre schwarze Reisetasche warf.
„Findest du das nicht ein klein wenig übertrieben? Lass uns doch darüber reden“, bat er leise.
Serena schüttelte den Kopf. „Den Teil mit dem Reden hatten wir schon, Mamoru. Und du lügst mich nur an. Du weißt es, ich weiß es und daher ist es besser wenn wir ein paar Tage Abstand voneinander gewinnen. Nicht nur dass du Bunny mit dem Verhalten quälst, du leidest auch selbst darunter. Und du kannst mir erzählen was du willst, ich höre jede verdammte Nacht wie du aus deinen Alpträumen hochschreckt. Aber du hast kein Vertrauen zu deiner eigenen Schwester und das muss ich erstmal für mich verarbeiten.“
Mamoru gab auf. In der vergangenen Nacht hatte Serena wieder einmal erschrocken sein Zimmer gestürmt als er nach Bunny geschrien hat und ihn schweißgebadet mit rasendem Puls in seinem Bett vorgefunden. Er verstand dass ihr das langsam zu viel wurde. Und er hätte ihr liebend gerne alles erzählt, wenn die mysteriösen Drohungen hinter diesen Träumen seine Lippen nicht zum Schweigen verdammt hätten.
„So, ich denke das war´s.“
Serena drehte sich noch einmal um und warf einen prüfenden Blick durch ihr Zimmer. „Wir sehen uns in der Uni oder in der Firma. Wenn du mich brauchst oder dich entschieden hast doch noch dein Gewissen zu erleichtern, weißt du wie du mich erreichen kannst.“ Mit diesen Worten deutete sie auf die Uhr an ihrem Handgelenk.
Mamoru machte ihr schweigend Platz und versteifte sich ein wenig, als Serena ihm trotz ihres Unmuts einen Kuss im Vorbeigehen auf die Wange hauchte.
Dann flog die Wohnungstür in Schloss.
Er ließ sich auf den Boden sinken und wickelte die Arme um seine Knie. Der Schmerz drohte wieder einmal die Überhand zu gewinnen, aber er würde ihn zulassen. Jetzt war niemand mehr da, der ihm diesbezüglich lästige Fragen stellen könnte.
Mamoru ließ seinen Gefühlen freien Lauf, so lange bis die Ärmel seines Hemds von Tränen durchweicht waren. Er hatte schreckliche Angst um Bunny, um Serena und sah sich mittlerweile gedanklich nur noch durch einen dicken schwarzen Nebel schwimmen, ohne Aussicht auf ein rettendes Licht am Horizont.

„Die Umstände sind zwar nicht gerade schön, aber ich freue mich sehr dass du hier bist!“ Rei zog Serena in ihre gewohnt vertrauliche Umarmung und strich ihr über die schwarzen Haare.
„Ich hoffe ich gehe dir nicht allzu sehr auf den Wecker, wenn ich eine Weile bei euch im Tempel wohne“, meinte Serena bedrückt, aber die Miko winkte ab.
„Rede doch keinen Unsinn, du bist meine beste Freundin und mir immer ein willkommener Gast. Außerdem bin ich sehr froh um deine Gesellschaft, hier geht es im Moment drunter und drüber.“
„Wie meinst du das?“ fragte Serena neugierig geworden nach und ordnete ihre Kleider in die kleine Kommode des schmucken Gästezimmers ein.
„Frag lieber nicht.“ Rei verdrehte die Augen und reichte ihr die aufgeschlagene Zeitschrift Nanako. Schnell überflog Serena den Artikel und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verbeißen.
„Auweia.“
Ihre Freundin sah aus dem Fenster und stutzte. „Da draußen ist ja der Übeltäter. Komm mit, ich sag ihm Bescheid dass du ein paar Tage bei uns wohnst und dabei kann ihm das hier gleich um die Ohren hauen.“
Serena hatte Mühe ihr Lachen zu verbergen, als Rei sich die Zeitschrift schnappte und entschlossen nach draußen marschierte, wo ihr Opa und Yuichiro gerade den Hof fegten.

Großvater Hino hielt gerade inne und musterte grimmig den leeren Vorplatz.
„Ich frage mich, warum heute noch keine Mädchen in den Tempel gekommen sind“, meinte er mit einer Spur Enttäuschung in der Stimme zu Yuichiro, als Rei und Serena hinaus kamen und seine Worte mithörten.
„Deswegen.“ Die Miko hielt dem Tempelobersten mit finsterem Blick die Zeitschrift entgegen.
„Was ist das?“
„Darin steht, es gibt einen unanständigen alten Mann im Hikawa Tempel. Für Mädchen sei größte Vorsicht geboten.“
„Was?!“ Reis Großvater riss ihr die Zeitschrift aus den Händen und blätterte sie hastig durch. Tatsächlich war auf einer Seite ein Foto von ihm abgebildet, wie er gerade ein paar jungen Schülerinnen den Hof machen wollte.
„Nein! Das ist nicht wahr!“, jammerte er geknickt.
Rei schlug die Hände aneinander. „Aber so ganz falsch ist es nicht was da steht, nicht wahr Großvater?“
Der alte Mann seufzte tief. „Gut ich überlasse den Tempel dir, Rei.“
Er drehte sich zum Schrein um und verneigte sich ehrfürchtig.
„Mit dem heutigen Tag gebe ich mein Amt als Shinto Priester auf und suche mir einen neuen Job!“ rief er wehleidig, machte kehrt und schlappte mit hängenden Schultern davon.
Rei rang nach Luft. Sie soll jetzt den Tempel führen? Wie stellte sich ihr Großvater das denn vor?“
„Übrigens, Opa Hino! Ich wohne jetzt eine Weile bei euch!“ rief Serena dem Greis hinterher, der jedoch keine Notiz davon nahm.
„Hallo Reena, entschuldige! Ich habe dich noch gar nicht bemerkt!“ Yuichiro verneigte sich schnell beschämt. Aber Serena winkte ab.
„Ich habe schon bemerkt, dass deine Sinne alle abschalten wenn Rei in der Nähe ist. Glückwunsch zur Beförderung“, wandte sie sich jetzt an ihre Freundin, die immer noch mit offenem Mund dastand.
„Das glaub ich einfach nicht.“ Rei ließ sich auf die Stufen sinken. „Ich soll den Tempel führen? Wie soll das denn gehen? Ich muss doch auch zur Schule und an den Wochenenden ist hier immer die Hölle los. Das schaff ich doch niemals allein.“
„Nur keine Sorge Rei!“ Motiviert schulterte Yuichiro seinen Besen. „Ich werde dir doch helfen!“
„Und ich auch“, pflichtete Serena ihm bei. „Wir fragen einfach noch Bunny und die anderen, dann bekommen wir das schon hin. Zumindest so lange, bis sich Opa Hino wieder einbekommen hat. In seinem Alter gibt man nicht einfach das Lebenswerk auf und sucht sich einen neuen Job, das ist nur eine Kurzschlussreaktion auf das ausbleibende Frischfleisch.“
Rei sah sie zunächst völlig entgeistert an und brach anschließend in schallendes Gelächter aus.
Sicher hatte Serena Recht. Ihr Großvater würde sich schon wieder fangen.

Am darauffolgenden Samstag machten sich Ami, Minako und Makoto auf um Rei im Hikawa Tempel zu unterstützen. Bunny hingegen saß immer noch in ihrem Zimmer auf dem Boden und beugte sich eifrig über den kleinen Tisch, zumindest hatte es so den Anschein für Luna, die gerade hereinspaziert kam. „Ein Wunder! Bunny lernt…“, murmelte sie leise und tapste leise näher heran, um das fleißige Büffeln nicht zu stören.
Aber Lunas Optimismus wurde schnell widerlegt, als Bunny ein leises Schnarchen von sich gab. Sie war über ihren Heften mit dem Kopf auf dem Tisch eingenickt. Die Mondkatze wollte sich gerade bemerkbar machen, als Chibiusa auf Zehenspitzen in das Zimmer geschlichen kam. Vorsichtig stellte sie sich hinter die Schlafende und begann mit ihren kleinen Händen Bunnys Körper abzutasten, woraufhin Luna der Schreck in die Glieder vor, als sie dabei beängstigend nahe an die Brosche kam.
Zum Glück wurde Bunny langsam munter.
„Was soll denn….?!“Mit einem Ruck fuhr sie hoch und riss Chibiusa an den Handgelenken nach oben.
„WAAAAAAAAAAH! GIB! MIR! DEN! SILBERKRISTAAAAAAAAAL!!!“ brüllte das kleine Mädchen lautstark und zappelte wild.
Bunny setzte sich lachend auf ihr Bett und packte Chibiusa quer über ihren Schoss.
„Von wegen! Dir geb ich was anderes!“ Und damit klatschte sie der Kleinen einmal kräftig auf den Hintern.
„AUAAAAAAA!“ plärrte Chibiusa aufgebracht, während Luna sich in Erwartung eines schrillen Geheuls bereits die Pfoten auf die Ohren presste.
Doch da stand Bunny plötzlich ruckartig auf und ließ Chibiusa auf den Teppich purzeln.
„Verdammt, ich habe Rei versprochen ihr heute im Tempel zu helfen? Wie spät ist es eigentlich?“
Hektisch raffte sie ein paar Sachen in ihre Tasche und rannte aus dem Zimmer. Chibiusa blieb stöhnend am Boden zurück und rieb sich die Rückseite, Luna P schwebte mit gewohnt lethargischem Gesichtsausdruck über sie herum.
„Das macht mir gar nichts aus!“
Zu Bunnys großem Ärger wurde sie an der Haustür von Mutter Ikuko abgefangen, die ihr auftrug Chibiusa gefälligst mit in den Hikawa Tempel zu nehmen. Kenji und Shino waren außer Haus und sie ebenfalls verabredet, weswegen Bunny mit der Beaufsichtigung der angeblichen Cousine dran war. Murrend fügte diese sich in ihr Schicksal und fuhr mit der triumphierenden Chibiusa zum Tempel, wo Rei sie bereits ungeduldig erwartete.

„Das du aber auch nie pünktlich sein kannst!“ Ungeduldig zog Rei sie in einen Nebenraum der kleinen Verkaufshütte, wo die anderen Mädchen bereits eifrig Glücksbringer und andere Kleinigkeiten an die zahlreichen Besucher verkauften. Während Serena unermüdlich neue Kartons aufschnitt und einsortierte, kümmerten sich Minako und Makoto um den Verkauf, Ami selbstverständlich um die Kasse. Alle waren von Rei in die gleichen roten Hakamas und weiße Kimonohemden eingekleidet worden, in welche sie jetzt auch Bunny steckte.
Bewundernd sah diese an sich herab. „Steht mir gut, findet ihr nicht?“
„Es macht dich alt!“, kommentierte Chibiusa rotzfrech, die mit Luna P im Arm am Seiteneingang herumlungerte.
„Sag das nochmal!“
Makoto rieb sich den Schweiß von der Stirn. „Man, heute sind wirklich viele Leute da!“
„Kein Wunder“, gab Bunny fröhlich zurück. „Schließlich werden sie ja auch von hübschen Tempelmädchen bedient.“
„Wir können Buchhaltung lernen und dabei Geld verdienen, der ideale Job!“ schwärmte Ami, die sich in ihrer Rolle sichtlich wohl fühlte.
„Ich hoffe ja dass wir überhaupt was kriegen, oder Rei?“ wandte sich Minako an die Miko, die jetzt Serena dabei half die Kartons auszupacken und reichte einen weiteren Glücksbringer über die Theke.
„Klar, keine Sorge.“
„Und was krieg ich? Schließlich muss ich hierbleiben und warten, bis Bunny mit ihrem Gesicht alle Besucher vertrieben hat“, krähte Chibiusa.
Bunnys Kiefer malmte schon wieder, als Serena ihr unerwartet Schützenhilfe gab.
„Was du kriegst? Einen Satz heiße Ohren wenn du weiter so frech bist. Hier nimm das und geh die Hühner füttern.“ Damit drückte sie der Kleinen einen Blecheimer, gefüllt mit Körnermischfutter in die Hand und deutete nach hinten auf den Hof.
Murrend machte sich Chibiusa auf den Weg.
„Du bist die geborene Mutter“, stellte Makoto mit einem süffisanten Grinsen fest und wandte sich wieder an Rei. „Sag mal was ist das für ein neuer Job, den dein Großvater jetzt hat?“
Bei dieser Frage ließ Rei langsam das Messer für den Karton sinken und sah ihre Freundin mit resigniertem Blick an. „Ich schätze mal… Das glaubst du mir nicht, Makoto.“

Aus einem kleinen Nebenhaus des Hikawa Tempels war schon von weitem laute rhythmische Musik zu hören. Von drinnen erklangen aufmunternde Rufe und leises Klatschen.
Nachdem Rei ihren Freundinnen erzählt hatte, was ihr Großvater nun für eine neue Tätigkeit pflegte und diese sich vor Lachen ausgeschüttet haben, wollte Bunny das Spektakel nun mit eigenen Augen sehen.
Deswegen lief sie mit Serena und Rei zusammen über den Hof und pirschte sich an die vorderste Shōji des kleinen Häuschens heran, in dessen Papierbespannung bereits einige kleine Löcher prangten. Gespannt linste Bunny hindurch und hätte beinahe einen Lachkrampf bekommen.
„Was soll denn das werden?“
Drinnen turnten Yuichiro und Reis Großvater in ebenso farbenfrohen wie hautengen Leggings und Turnanzügen umeinander herum. Es wirkte wie ein skurriler Balztanz, begleitet von einigen Boxschlägen und Tritten.
„Er nennt es eine neue Art der Selbstverteidigung. Eine Mischung aus Kampfsport und rhythmischer Gymnastik“, seufzte Rei ergeben als plötzlich Chibiusa bei ihnen auftauchte.
„Ich habe die Hühner gefüttert. Was ist denn da drinnen?“
Schnell kniete sich die Kleine neben Rei und lugte in das Innere.
„Diese Anzüge zeigen mehr, als dass sie verbergen“, meinte Serena irritiert, bis ihr Blick auf Chibiusa fiel und sie ihr die Hand vor die Augen legte.
„Hey! Was tust du denn da?“ schimpfte diese sofort los.
„Ich rette deine Kindheit, also sieh gefälligst nicht hin.“
Chibiusa verstand nur Bahnhof. „Was meint sie damit?“
Serena drehte sie um, setzte sie auf dem Boden ab und tätschelte ihr flüchtig den Kopf.
„Wie ich dich kenne, findest du das raus.“
Rei sah wieder in den Raum und ein Anflug von Ärger zog sich über ihr hübsches Gesicht. „Ich frage mich nur, warum er diesen Affenzirkus unbedingt hier im Tempel machen muss.“
Opa Hino war wohl dank seines scharfen Gehörs auf das Getuschel vor dem Shōji aufmerksam geworden, denn diese wurde nun mit einem Ruck aufgerissen so dass die Mädchen fast rückwärts auf den Boden fielen.
„Das reicht jetzt!“ krähte er empört.
Sofort war auch Rei auf hundertachtzig. „Ja da hast du völlig Recht, es reicht! Der arme Yuichiro tut mir schon richtig leid!“
Der Tempelschüler strich sich durch die braune Wuschelmähne und lachte verlegen. „Ach was, mir macht das nichts aus!“
„Warum lässt du mich nicht einfach das machen was ICH will?“, blökte Opa Hino seine Enkeltochter an.
„Weil ich genau weiß, dass du das nur machst um ständig junge Mädchen um dich zu haben!“, fauchte Rei zurück.
„IST DAS ETWA FAAAAAAAALSCH?!“
„JAAAAAAAAAA!!!“
Wutschnaubend standen sich die beiden gegenüber, bis Rei sich abwandte. „Ach mach doch was du willst!“ Verärgert lief sie davon.
„Rei, warte doch!“ Serena eilte ihr hinterher, während Bunny und Chibiusa mit offenem Mund dastanden.
„Was ist?“ Opa Hinos Ton war nun freundlichen und aufgekratzt wie immer. „Hast du nicht Lust mitzumachen, Bunny?“
„Ähm… Nein tut mir leid, ich muss gehen!“ Bunny wollte die Flucht ergreifen aber Chibiusa zögerte.
„Also ich ähm…!“Schnell packte sie die Kleine und klemmte sie sich unter den Arm. „Du musst auch gehen!“
„Nein warte! Ich würde gerne mitmachen…!“
Verwirrt sahen Opa Hino und Yuichiro dabei zu, wie Bunny die zappelnde Chibiusa davontrug.

Rubeus genoss gerade die Ruhe in dem still dahinschwebenden Raumschiff, als diese durch das Auftauchen von drei der vier Schwestern gestört wurde.
„Rubeus, weißt du wo Kermesite ist?“ Calaverites Stimme dröhnte schrill in seinen Ohren und er warf ihr einen kurzen Seitenblick zu.
„Sie ist mit einer neuen Aufgabe betraut worden. Wir haben vorhin einen neuen Ursprungsort von Crystal Tokyos ausgemacht.“
Bei seinen Worten öffnete sich die Illusion der schwarzen Macht und zeigte das Bild eines kleinen Gebäudes, welches auf dem Grundstück des Hikawa Tempels stand.
„Sie kennt diese Örtlichkeit bereits und war nicht zu bremsen“, fügte der Befehlshaber lächelnd hinzu. Während Petzite und Berthieriete argwöhnisch den Kopf schieflegten, platzte es aus Calaverite frustriert heraus. „Aber warum hast du ihr den Auftrag erteilt? Sie hat schon einmal versagt und trotzdem bevorzugst du sie? Das ist wirklich unfair von dir!“
Rubeus legte genervt seine Stirn in Falten und sah zu, dass er in seine eigenen Räumlichkeiten zurückkehrte. „Ach, diese Frauen….!“

„Kommt in meinen neuen Selbstverteidigungskurs, wo ihr stark und schön werdet!“
Am Abend hatte sich Opa Hino in der belebten Fußgängerzone der Innenstadt positioniert und verteilte mit Feuereifer die Flyer für seinen neuen Selbstverteidigungskurs. Sein Augenmerk war hierbei natürlich wie immer auf junge Mädchen gerichtet, die den aufdringlichen Greis jedoch ausnahmslos abwehrten.
Seufzend sammelte er die Flyer ein, welche achtlos auf die Straße geworfen wurden.
„Wir haben nicht ein einziges Mitglied. Yuichiro ist auch noch nicht da, möchte bloß wissen wo der schon wieder bleibt.“ Stöhnend richtete er sich wieder auf und rieb sich den Rücken, als Luna P vor seine Füße rollte. Gefolgt von Chibiusa, die ihren runden Begleiter lachend aufhob und sich dann vor Reis Opa aufbaute. „Ich will mitmachen!“
„Was soll ich denn mit einem Kind anfangen?“, schoss es dem alten Herrn durch den Kopf.
Chibiusa, welche dank seiner niedrigen Körpergröße fast auf Augenhöhe war, beugte sich drohend nach vorne. „Werd ich dann auch stark?!“
„Ja.. ja willst du das denn?“, stammelte Opa Hino eingeschüchtert.
Ein eifriges Nicken war die Antwort.
„Ich muss stark werden, damit ich von Bunny den Silberkristall holen kann“, dachte Chibiusa still und stellte sich grinsend vor, wie sie die Blondine über das Knie legen würde.
Opa Hino gab schließlich nach. „Naja, es ist besser als niemand.“
In diesem Augenblick stürmte Yuichiro heran, gefolgt von einer Gruppe junger und hübscher Mädchen die sich aufgeregt miteinander unterhielten.
„Hey! Meister!“
Stolz baute er sich vor seinem Lehrer auf, der ihn jedoch direkt anpfiff.
„Na endlich! Wo warst du denn nur so lange?!“
Aber der Tempelschüler ging gar nicht darauf ein, sondern machte eine ausladende Handbewegung in Richtung seiner Begleiterinnen. „Hier! Lauter neue Mitglieder!“
Sofort bekamen Opa Hinos Augen einen glasigen Glanz und er rieb sich vergnügt die Hände.
„Großartig! Das ist einfach großartig!!!“
Er ließ seinen ganzen Charme spielen und ignorierte gekonnte die Tatsache, dass diese jungen Mädchen eher ein Auge auf Yuichiro geworfen hatten und lotse die Gruppe zum Tempel hinauf, wo die darauffolgende Stunde eifrig Anmeldungen verteilt und ausgefüllt wurden.
Rei beobachtete das Ganze mit gerunzelter Stirn von ihrem Fenster aus.
„Was hast du denn?“ erkundigte sich Serena, die mit gekreuzten Beinen auf dem Bett saß und einen neuen Stapel Karten austeilte.
„Ach nichts.“ Rei setzte sich wieder zu ihr und versuchte das fröhliche Kreischen von draußen auszublenden. „Fangen wir an, diesmal gewinne ich.“

In den späten Abendstunden kehrte schließlich Ruhe im Tempel ein und kurz darauf senkte die Nacht ihr dunkles Kleid über die Stadt herab. Opa Hino räkelte sich mit seligem Blick auf seiner Pritsche hin und her, Rei, Serena und Yuichiro lagen in ihren Betten und schliefen fest.
Selbst Phobos und Deimos hatten ihre Schnäbel im Gefieder versteckt und die Augen fest geschlossen, denn sonst hätten sie sicher die Frauengestalt bemerkt welche am nächtlichen Himmel erschien. Lautlos glitt sie durch das Dach des kleinen Gebäudes als wäre dies nur eine Illusion und landete elegant in der Mitte eines Boxrings. Hier sollten am nächsten Tag die Selbstverteidigungskurse von Opa Hino stattfinden. Das einfallende Mondlicht beleuchtete gespenstisch das böse Lächeln welches Kermesites Lippen umspielte, als sie die sorgfältig manikürten Hände über den Boden des Rings ausstreckte.
„DARK FIRE!“
Die schwarze Macht schoss aus ihren Handflächen und verteilte sich wie glühende Lava über der Fläche. Der bläulich helle Schein drang durch die Fenster des Häuschens weit hinaus auf den Vorhof, weckte aber weder die schlafenden Tempelbewohner noch regte sich das Unterbewusstsein von Rei.
Zufrieden zog Kermesite die Hände wieder zurück und betrachtete ihr vollbrachtes Werk.
„Die werden sich wundern.“

Am nächsten Tag waren Rei und Serena gerade damit beschäftigt die offenen Holzflure vor den Tempelhäusern zu wischen, als Bunny gemütlich mit Luna über der Schulter angetrabt kam.
„Guten Morgen!“ krähte sie fröhlich.
Rei klatschte den nassen Lappen auf die Dielen. „Es ist längst Nachmittag du Schlafmütze.“
Bunny wich bei dem giftigen Unterton zurück. „Ziemlich dicke Luft hier.“
Luna sprang von ihrer Schulter herab und beäugte die Miko neugierig. „Wer hat dich denn geärgert?“
„Yuichiro hat Dutzende von jungen hübschen Mädchen hierher zum Kurs eingeladen“, gab Rei zurück und wrang den Lappen fest über den Eimer aus, wobei dieser in ihrer Vorstellung den Hals des Tempelschülers darstellte.
„Ah versteh schon.“ Bunny kicherte und setzte sich auf die Stufen. Verschwörerisch blinzelte sie Rei zu. „Du bist eifersüchtig!“
„Was?“ Rei ließ den Lappen in das Putzwasser fallen. „Red doch kein Blech Bunny.“
„Oh doch! Reena, das findest du doch auch oder?“, meinte Bunny zu Serena, die gerade das Geländer putzte. Mamorus Schwester wollte gerade etwas erwidern, als Yuichiro und Opa Hino in ihren hautengen Turnanzügen vorbeispazierten.
„Sind die hübschen Mädchen denn auch schon da?“, wollte der Greis wissen, was sofort bejaht wurde.
„Natürlich Meister, sie warten schon!“
„Sehr schön!“
„HARRRRCH, Männer sind eine Schande für diese Welt!“, entfuhr es Rei lautstark, woraufhin sich die beiden irritiert umdrehten. Yuichiro schämte sich etwas, während Opa Hino keinen Deut auf die Meinung seiner Enkeltochter legte. Schnell zog er seinen Schüler in Richtung Trainingsgebäude.
„Los kommt! Das sehen wir uns auch an!“ Bunny zog Rei ungeduldig am Ärmel, aber diese schüttelte nur unwillig den Kopf.
„Keine Lust!“
„Jetzt komm schon sei kein Spielverderber!“
Serena legte ihre Putzsachen beiseite. „Einen Blick können wir ja hineinwerfen. Aber dann solltest du dich an die Arbeit machen, Bunny. Minako, Makoto und Ami sind schon längst am Verkaufen.“
„Jaja.“ Bunny drängte die beiden ungeduldig voran.

Während Yuichiro aufgrund der großen Teilnehmeranzahl noch weitere Matten holen wollte, hatte Opa Hino bereits den Trainingsraum geentert und sich von den anwesenden Mädchen feiern lassen.
„Das Paradies“, jubelte er glücklich als er durch die gebildete Gasse entlang lief und dabei die ausgestreckten Hände links und rechts abklatschte. Als sich ihm ein paar ellenlange und wohlgeformte Beine in den Weg stellten, stoppte er und ließ seinen Blick nach oben wandern. Was für eine Augenweide!
Kermesite hatte sich gemeinsam mit ihrem Droido Dumble unter die Teilnehmerinnen gemischt, welche zu diesem Zweck eine menschliche Gestalt annahm.
Mit einem liebreizenden Lächeln beugte sich die Schwester des Bösen zu Opa Hino herab und umgarnte ihn mit schmeichelnden Worten.
„Meister, Sie sind bestimmt ohne Frage ein absoluter Könner aber brauchen doch sicher einen weiblichen Trainer, um all diesen Mädchen gerecht zu werden?“
Opa Hino wusste nicht wie ihm geschah, er konnte kaum den Blick von dieser Schönheit abwenden.
„Aber gerne!“, raunte er entzückt.
Kermesite richtete sich wieder auf, während sich hinter ihrem Rücken eine große muskulöse Frau mit halblangen rötlichen Locken positionierte und die Umgebung mit einem kalten Blick aus ihren starren blauen Augen taxierte.
„Wir sind praktisch Spezialisten was Kampfsport angeht.“ Kermesite schnipste einmal hart mit den Fingern. „Los Dumble.“
„Zu Befehl.“
Ihre Helferin näherte sich einem jungen Mädchen, das verunsichert vor dem Boxring stand und mit großen Augen auf die Hünin sah.
„Ich will lieber den Opa!“ rief sie erschrocken, aber da war es schon zu spät. Dumble versetzte ihre eine derart harte Ohrfeige, dass die Ärmste regelrecht durch die Seile auf den Boden des Rings geschleudert wurde und kletterte sofort hinterher.
„Bitte aufhören!!“
„Keine Angst Kleine, das ist nur eine Übung zum Aufwärmen!“, beschwichtigte Kermesite sie kühl.
Dumble packte das Mädchen wie einen nassen Sack über ihre Schulter und schleuderte sie wieder zurück auf den Boden.
„DUMBLE!“
Ein Aufschrei ging durch die restlichen Teilnehmerinnen, während Opa Hino mit aufgerissenem Mund daneben stand, unfähig etwas zu sagen.
„Man, das ist aber brutal“, wisperte Bunny, die mit Serena und Rei draußen vor den Gucklöchern des Shōji kniete und alles beobachtet hatte.
Rei zuckte plötzlich zusammen, als ihre ein befremdliches Gefühl wie ein Pfeil durch den Körper schoss. „Was war das?“
Serena sah zu ihr. „Hast du etwas Rei?“
Von drinnen ertönte ein neuer Schmerzensschrei, was die Miko veranlasste aufzustehen. Sie deutete auf die andere Seite des Tempels. „Das reicht mir. Ich hole Yuichiro.“

Dumbles Opfer war ziemlich zäh. Das Mädchen rappelte sich erneut hoch und mittlerweile packte sie die Wut. Schließlich war sie hierhergekommen um zu lernen sich zu verteidigen und nicht um Prügel ein zustecken.
„Das ist unfair!“, brüllte sie schrill, nahm Anlauf und rannte auf Dumble zu, die mit gelassenem Blick in den Seilen hing. Noch ehe die Angreiferin auch nur einen Treffer landen konnte, trat Dumble ihr mit Wucht in den Bauch, so dass sie über die Seile hinweg auf den gepolsterten Boden um den Ring flog.
„Aufhören!“ Reis Opa eilte zu ihr und versuchte dem Mädchen aufzuhelfen, die jedoch mit schmerzerfülltem Blick abwehrte.
„Sie ist vielleicht doch eine Spur zu grob!“ Mit dieser Aussage wandte er sich an Kermesite, die jedoch eine Unschuldsmiene aufsetzte.
„Was meinen Sie? Mögen Sie etwa die Art meines Unterrichts etwa nicht?“
„Augenblick mal!“
Eine erregte Männerstimme drang vom Eingang her in das Innere und zog die Blicke der Anwesenden auf sich. Yuichiro betrat den Raum, gefolgt von Rei, Bunny und Serena.
„Ich bin der Trainer, klar?“
„Ahhhh Yuichiro!“ Opa Hino war im ersten Moment sehr erleichtert seinen Schüler zu sehen.
Kermesite ging auf die Knie und legte vertrauensvoll ihre Hände auf seine Schultern.
„Was sagen Sie dazu, Meister?“ raunte sie verführerisch.
Yuichiro wiederholte seine Worte eindringlich. „ICH bin der Trainer!“
„Großvater!“ rief jetzt auch Rei eindringlich.
Verlegen druckste dieser herum. „Tja das ist die Qual der Wahl. Yuichiro ja…. aber Sie auch!“ Damit deutete er auf Kermesite.
„Ich warte noch immer!“, herrschte Yuichiro seinen Meister an, da ihn diese Antwort nicht zufriedenstellte.
„Opa Hino!“, versuchte jetzt auch Serena Partei für dessen Schüler zu ergreifen.
„Wir sind besser!“ Kermesite bewegte sanft ihre Finger auf den Schultern des alten Herrn, der nicht mehr wusste wo ihm der Kopf stand.
Rei griff nach dem letzten Strohhalm. „Yuichiro hast du es zu verdanken, dass so viele Teilnehmerinnen da sind!“
„Halt dich da raus!“, giftete Kermesite. „Ich bin mir sicher dein Großvater weiß genau, dass wir nur sein Bestes wollen.“
Sanft pustete sie ihren warmen Atem von hinten an Opa Hinos Ohr, der regelrecht dahinschmolz und schließlich mit dem Daumen hinter sich zeigte. „Ich nehme sie.“
„Das darf nicht wahr sein!“ Yuichiro ließ entgeistert die Hände und anschließend den Kopf sinken. Traurig machte er kehrt und schlurfte Richtung Tür.
„Yuichiro!“ Bunny wollte ihn trösten, aber er hob nur die Hand.
„Mir geht es gut“, murmelte der Tempelschüler geknickt und verschwand.
Rei stapfte auf ihren liebestollen Opa zu und stemmte beide Hände in die Hüften.
„Weißt du was du da gerade getan hast? Ich verachte dich!“
Doch der ballte nur seine kleinen Fäuste und fegte zurück. „Na und? Das ist mir egal!“
Er wandte sich wieder Kermesite zu, die daraufhin das Höllen Training fortsetzte.
Serena nahm Reis zitternde Hand und zog sie mit nach draußen, Bunny folgte mit betretener Miene.

Nachdem sie sich selbst ihren Hakama und das Kimonohemd übergeworfen hatte und den anderen Mädchen beim Verkauf der Glücksbringer geholfen, gab Bunny das Geschehene in kurzen Worten wieder.
Rei hatte in der Sitzecke des Verkaufsraumes bereits Teeschalen aufgestellt und hantierte jetzt mit dem kochenden Wasser einer Thermoskanne, während Ami die Tagesabrechnung machte.
„Und du hattest also wirklich Streit mit deinem Großvater?“, erkundigte sich Minako mitfühlend, während Bunny genüsslich an einem Keks knabberte.
„Ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Er hätte deinen geliebten Yuichiro nicht so behandeln dürfen.“ Makoto rutschten die Worte „geliebter Yuichiro“ schneller heraus, als sie beabsichtigt hatte. Doch Rei überging es gekonnt. „Darum geht es doch gar nicht Makoto.“
Ami drehte sich um und hielt stolz ihre Rechnungen hoch. „Also ich finde es sehr wichtig herauszufinden, worum es eigentlich geht. Ich habe ganze drei Stunden gebraucht um es herauszufinden!“
Sechs entgeisterte Augenpaare starrten sie verwirrt an.
„Manchmal“, begann Serena langsam, „weiß ich wirklich nicht was in deinem Kopf vorgeht, Ami.“
Schnell versteckte die Blauhaarige das Buch und machte sich weiter an die Abrechnung.
Bunny griff nach einem weiteren Keks. „Diese neue Trainerin macht aber wirklich einen sehr brutalen Eindruck. Ich habe etwas Angst um deinen Großvater.“
Rei befüllte eine neue Tasse mit heißem Wasser. „Was auch passiert, es geht mich nichts an.“
„Du bist wirklich ganz schön cool“, bemerkte Bunny, als in diesem Moment durch Reis Unachtsamkeit das Wasser überlief und ihr über das Handgelenk floss. Mit einem leisen Aufschrei ließ sie alles fallen.
„Was hast du denn?!“ Schnell verschloss Minako die Thermoskanne, während Makoto aufsprang und einen kühlen Lappen holen wollte. „Du bist heute irgendwie neben der Spur!“
Rei biss die Zähne zusammen. Sie wollte die anderen nicht spüren lassen, wie sehr sie sich um ihren  Großvater sorgte.

„Dumble!!!“
Kermesites rabiate Helferin hatte ein Mädchen nach dem anderen auf die Matte gelegt, welche jedoch wie durch ein Wunder unverletzt geblieben waren. Denn jedes Mal wenn sie den Boden berührten, wurden sie vollgepumpt mit der schwarzen Macht, welche diesen durchtränkt hatte.
Die Teilnehmerinnen wurden zorniger, aggressiver und fingen plötzlich an aufeinander loszugehen.
„Aufhören!“
Jetzt wurde es auch Opa Hino zu viel. Verzweifelt rannte er zwischen den kämpfenden Mädchen hin und her und versuchte diese zu trennen, jedoch ohne nennenswerten Erfolg.
„Das Motto dieses Selbstverteidigungskurses lautete Stärke und Schönheit für euch!“ rief er aufgebracht und fügte etwas kleinlaut hinzu: „Und ein wenig Spaß für mich.“
Seine Worte zeigten Wirkung, aber nicht in der von ihm gewünschten Art und Weise. Denn jetzt bauten sich die Mädchen vor ihm auf und wollten sich mit gespreizten Händen auf den alten Herrn stürzen.
„Jetzt bist du dran!“
„HILFE!“ plärrte Opa Hino erschrocken, bis er sich wieder auf seine eigene Stärke besann. Er stemmte sich mit dem Rücken gegen die biegsamen Gummiseile der Ringumrandung und ließ sich wie eine abgefeuerte Kanonenkugeln durch die Mädchenreihe schießen. Dabei schlug er mit gezielten Tritten und Faustschlägen um sich.
Als er wieder auf den Füßen landete, fielen die besessenen Angreiferinnen hinter ihm wie Dominosteine um.
Kermesite saß elegant auf einem der Eckpfosten und lachte amüsiert.
„Wirklich sehr gut für dein Alter. Los Dumble, tritt gegen ihn an!“ Sie sprang elegant herab und tauschte den knappen Turnanzug gegen ihr geliebtes Kleid und der schwarze Halbmond auf der Stirn offenbarte nun ihre wahre Herkunft.
Opa Hino konnte nicht sehen was sich inmitten des Rings abspielte, aber mit dieser Riesin wurde er auch noch fertig. Er kletterte flink empor und erstarrte.
Die helle Haut von Kermesites ominöser Trainerin verfärbte sich grünlich, während die Muskeln an Armen und Beinen um ein vielfaches anschwollen.
Die rötlichen Locken wurden zu einem orangefarbenen Vokuhila und ein roter Stern zierte das rechte Auge. Die blauen Arm und Beinschoner waren gespickt mit spitzen Stacheln während der Juwel mit dem schwarzen Halbmond den schweren Meistergürtel um Dumbles Bauch zierte.
Der alte Mann wusste gar nicht wie ihm geschah. Aber er saß in der Falle.

„Danke dass ihr mir geholfen habt!“
Rei drückte Ami, Makoto und Minako jeweils einen Umschlag mit etwas Bargeld in die Hand und verabschiedete ihre Freundinnen an der Treppe. Serena und Bunny räumten noch im Verkaufshäuschen auf, so dass sie es wagen konnte doch einmal nach ihrem Großvater und seinem Kurs zu sehen.
Leise schlich sich Rei heran und warf einen Blick durch die aufgerissene Stelle des Shōji, als von drinnen ein Schmerzensschrei ertönte, diesmal von einem Mann.
„Wer ist diese Frau?“, entfuhr es ihr leise. Und ein Dämon war bei ihr, der gerade dabei war ihren Großvater wie eine schlackernde Puppe durch den Ring zu werfen.
Sie hatte keine Zeit mehr zur Verwandlung, sie musste sofort eingreifen.
Rei riss die Tür auf und stürmte in den Ring, gerade als Kermesite einen neuen Befehl an ihre Helferin schickte.
„Los Dumble, beeil dich und töte ihn!“
Opa Hino lag zusammengekauert auf dem Ringboden und sah nur noch wie sich Dumble von oben herab auf ihn stürzen wollte, den stacheligen Ellenbogen voran gestreckt.
Da ereilte ihn ein harter Stoß von der linken Seite, als Rei zu ihm hechtete und aus der Schusslinie schob. Dabei wurde ihr rechtes Bein von Dumble getroffen und die spitzen Stacheln bohrten sich schmerzhaft in ihre Wade.
Rei schrie schmerzerfüllt auf und sackte in sich zusammen.
„Rei“, wimmerte Opa Hino ängstlich und wollte nach ihrer Hand greifen.
Stöhnen zog diese ihr Bein an sich heran. „Ich habe dir gleich gesagt lass es, das hast du jetzt davon!“
Die bitteren Worte seiner Enkeltochter lösten sofort den Jähzorn in ihrem Großvater aus.
„Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten Rei, damit werde ich auch alleine fertig!“
Entschlossen baute sich der alte Mann vor Dumble auf, die amüsiert in der Ecke des Rings lehnte.
„Komm schon!“ forderte er den Droido auf.
„DUUUUM-BLLLLEEEEEE!!“
Dumble holte mit dem Fuß auf um Opa Hino einen harten Tritt zu versetzen, aber dieser wich mit einem hämischen Grinsen aus. Allerdings hatte er die Geschicklichkeit seiner Gegnerin unterschätzt, den Dumble riss zwar den Fuß ins Leere aber wirbelte diesen in einer schnellen Drehung herum. Beinahe hätte sie ihn am Kopf erwischt, doch Rei warf sich beherzt dazwischen und fing die Wucht des Aufpralls mit ihrem Körper ab.
Sie prallte zusammen mit ihrem Großvater in eine Ecke des Rings, wo sie sich schützend über ihn beugte.
„DUMBLE!“
Der Droido hatte sich hinter Rei aufgebaut und trat nun mit einem Fuß gezielt und wuchtig auf ihren Rücken ein.
Diese biss mit aller Kraft die Zähne zusammen und versuchte ihren Körper zu versteifen, damit er unter der Wucht nicht nachgab.
Mit großen Augen starrte Opa Hino auf das schmerzverzerrte Gesicht seiner Enkeltochter, während Dumble unbeeindruckt weiter auf sie einhämmerte.
„Rei, warum tust du … das für mich?“
Für einen kurzen Moment traf ihn der Blick aus Reis dunklen Augen und sie bewegte zart die Mundwinkel nach oben.
„Weil du mein Großvater bist und ich dich liebe“, presste sie mühsam hervor.
Dem alten Mann stiegen bei diesen Worten die Tränen in die Augen. „Rei….!“
„REI!!!“
Dumble holte gerade erneut mit dem Fuß auf um auf die Wehrlose einzutreten, als ein wütender Aufschrei sie aus ihrem Tun riss. Ein zweites Mädchen war in den Raum gestürmt, hatte sich über den Pfosten in den Ring geschwungen und rammte Dumble jetzt ihren Ellenbogen in die Kehle.
Der Droido prallte zurück und fiel nach hinten um, wodurch die Angreiferin auf ihr landete und ihrem Gesicht einen harten Faustschlag versetzte.
„REENA!“ brüllte Rei schockiert als sie ihre Freundin erkannte. Auch Serena hatte wohl keine Zeit mehr zur Verwandlung gehabt, sie trug immer noch den roten Hakama welcher ihr jetzt etwas die Bewegungen erschwerte.
„Bring Opa Hino raus!“, rief Serena zu ihr und wollte sich wieder Dumble zuwenden, als diese die zierliche Schwarzhaarige am Hals packte und in einer einzigen Bewegung durch den Ring an den zweiten Eckpfosten warf. Benommen blieb Serena am Boden liegen.
„REENA!“ Rei schossen die Tränen in die Augen und auch ihrem Großvater stand die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben.
„Dumble, töte sie alle drei – Jetzt!“ befahl Kermesite harsch, der das Ganze allmählich zu lange dauerte.
Dumble überkreuzte die Arme und eine unheilvolle dunkle Energie sammelte sich daran. Mit einem drohenden Brüllen riss sie ihre Pranken auseinander und von beiden Seiten schoss die schwarze Macht in einem Strahl gebündelt auf Rei und ihren Großvater zu.
Opa Hino nahm seine ganze Kraft zusammen, stieß Rei beiseite und fing diesen Angriff mit seinem kleinen Körper ab.
„NEIN!!!“ Rei konnte nur noch dabei zusehen, wie auch er wie Serena gegen den Pfosten prallte und reglos liegenblieb.
In diesem Moment kam Bunny herein, die sich schon gewundert hatte wo alle abgeblieben waren. Sie sah Rei am Boden des Rings knien, ihren Großvater neben sich und nur wenige Meter entfernt Serena liegen.
„Ich muss eingreifen!“ Schnell zog sie sich in den kleinen Vorraum zurück.
„MOON CRYSTAL POWER – MAKE UP!!!“

Kermesite wollte die Sache nun selbst zu Ende bringen und entschied sich für einen großen Auftritt.
„Darf ich bitten, Dumble?“
Dumble hob ihre schlanke Gestalt mühelos auf nur eine Hand und stemmte sie in die Höhe. Dann warf sie Kermesite leicht wie eine Feder in die Luft, die ihre Arme ausbreitete und die schwarze Macht um sich versammelte.
„DARK FIRE DESTRUCTION!!!“Rei umklammerte den Körper ihres Großvaters und bat im Stillen Serena um Vergebung dass sie sie nicht schützen konnte, als Kermesite umgeben von einem mächtigen Energieball herabschoss.
Doch irgendetwas prallte plötzlich mit dieser zusammen, denn die Schwester des Bösen geriet ins Taumeln und landete etwas wackelig auf ihren Füßen. Die schwarze Energie zerstob sich in alle Richtungen davon, richtete aber keinen weiteren Schaden mehr an.
„Das war das Mondzepter!“, bemerkte Rei im Stillen, als ihre scharfen Augen das Geschoss erkannten welches wirbelnd wie ein Bumerang um die Ecke flog.
Dort wurde es von einer weiß behandschuhten Hand aufgefangen und eine Gestalt löste sich aus dem Schatten.
„Verflucht, wer war das?“ rief Kermesite aufgebracht und auch Dumble sah sich suchend um.
„Du bist entschieden zu weit gegangen, Kermesite! Du hast mit deiner Brutalität unschuldige Menschen verletzt und dafür wirst du jetzt büßen! Ich bin Sailor Moon – und im Namen des Mondes, werde ich dich bestrafen!“
Sailor Moon hatte sich in ihrer gewohnten Angriffsstellung positioniert und wäre beinahe vor Empörung gestrauchelt als sie sah, dass sich Kermesite während ihrer Ansprache unbekümmert das Gesicht nachpuderte.

„Einen kleinen Augenblick bitte“, murmelte die Schwester des Bösen, kontrollierte kurz ihre Mascara und klappte dann das Puderdöschen wieder zu. Dann drehte sie sich zu ihrem Droido.
„Dumble, kümmere dich darum!“
„DUMBLEEEEE!“
Erneut sammelte sich die Energie an Dumbles Armen und wurde direkt auf Sailor Moon abgefeuert.
Diese wusste gar nicht ob sie nach links oder rechts ausweichen sollte und die rasende Geschwindigkeit des Angriffs überforderte ihre Koordination zusätzlich.
Sie wollte sich im letzten Augenblick für die Taktik des Duckens entscheiden, als eine rote Rose heranwirbelte und mitten in die Schusslinie flog. Die edle Blume rotierte geschickt geworfen wie ein Kreisel und baute einen kaum sichtbaren Schutzschild um Sailor Moon auf, welcher die schwarze Energie verpuffen ließ.
Dumble glotzte mit großen Augen darauf, als die Rose anschließend zu Boden sauste und dort messerscharf steckenblieb.
„Was ist denn jetzt schon wieder!“ Kermesite war mit ihrer Geduld am Ende.
Sailor Moon sah mit klopfendem Herzen auf die schlanke Gestalt im Smoking, welche auf einem der Ringpfeiler stand. „Tuxedo Mask? Was willst du denn hier?!“Der Maskierte schickte ein sanftes Lächeln in ihre Richtung, welches die verborgene Sehnsucht nicht einmal ansatzweise ausdrücken konnte.
„Selbstverteidigung ist eine wichtige Sache aber darf niemals dazu benutzt werden um unschuldige Menschen zu verletzen.“ Tuxedo Mask warf einen Blick auf seine reglose Schwester und bei ihrem Anblick zog sich sein Herz zusammen. „Für die Verletzung dieses Mädchens wirst du mit deinem Leben büßen!“
Dumble nahm die Herausforderung an, beugte die Knie und machte einen kräftigen Satz in die Höhe.
Hoch über dem Ring traf sie mit Tuxedo Mask zusammen, der ebenfalls von seinem Standpunkt aus abgesprungen war und wollte ihn mit kräftigen Faustschlägen traktieren. Aber sie hatte die Wut in seinem Innersten unterschätzt, unwissend darüber dass das verletzte Mädchen im Ring unten seine geliebte Schwester war.
Tuxedo Mask rammte dem Droido seine geballte Faust in den Kehlkopf und trat ihm in einer einzigen Bewegung beide Beine in den Bauch. Dumble röchelte und sank im Flug weiter herab, so dass der Maskierte ihr noch seinen Ellenbogen in den Nacken schlug.
Sie raste auf den Boden des Rings hinab und blieb dort erschöpft liegen.
„VERSAGERIN!“ kreischte Kermesite auf, während Tuxedo Mask auf der anderen Seite landete.
„Los Sailor Moon, jetzt du!“
Bewundernd hatte die Mondkriegerin seinen Kampf verfolgt. Er war so stark, so selbstbewusst… ihr Tuxedo Mask. Schnell kämpfte sie die aufsteigenden Gefühle nieder und ließ den Mondstab ein zweites Mal erscheinen.
„MOON PRINCESS HALATION!“

Bebend vor Wut musste Kermesite mitansehen, wie ihr Droido vom Licht Sailor Moons eingehüllt wurde. Dumbles äußere Hülle zersprang in unzählige Teile und gaben den feinen Kristallsand frei aus dem sie einst geschaffen wurde. Lautlos rieselte dieser zu Boden und bildete einen Haufen, der den erblindeten Juwel aus dem Meistergürtel auffing.
Hastig zerrte die Schwester des Bösen ihre Puderdose hervor, warf einen Blick hinein und rieb sich über die getuschten Wimpern.
„Verdammt, jetzt habe ich was im Auge! Und meine Pläne hast du auch vermasselt, dafür wirst du jetzt büßen Sailor Moon! DARK FIRE!!!“
Der blaue Feuerstrahl aus Kermesites hochgerissener Hand erstreckte sich einmal quer durch den ganzen Raum. Sailor Moon duckte sich herab als dieser nur knapp über ihrem gebeugten Rücken hinweg raste und ein Loch in die dahinterliegende Wand schlug. Sie musste Rei, Serena und Opa Hino aus Kermesites Sichtfeld schaffen, also sprang die Mondkriegerin geschickt zwischen dem zerstörten Teil des Häuschens hinaus auf den Tempelvorhof. Kermesite flog durch Schutt und Asche hinterher.
Tuxedo Mask kniete bei Serena, die sich gerade stöhnend aufrichtete.
„Reena! Gott sei Dank!“
Verwirrt sah seine Schwester ihn an. „Was machst du denn hier?“
Er sah schnell durch das Loch auf den Hof. „Später. Ich muss Sailor Moon helfen, du bleibst hier und rührst dich nicht von der Stelle, verstanden?“
Serena ließ ermattet den Kopf wieder sinken, als ihr Bruder nach draußen eilte.
Rei strich Opa Hino sanft über die Glatze und bettete ihn behutsam auf den Boden. Der alte Mann hatte die Augen fest geschlossen aber sein Atem ging ruhig und stoßweise. Er würde wieder auf die Beine kommen.
„Du hast es gewagt, meinen Großvater zu verletzen“, murmelte Rei wutentbrannt und sie vergaß darüber die pochenden Schmerzen in ihrem Bein. Sie stemmte sich hoch und riss den Verwandlungsstab in die Höhe. „Dafür wirst du bezahlen! MARS STAR POWER – MAKE UP!!!“

„DARK FIRE!!!“
Draußen auf dem Hof jagte Kermesite eine neue Feuerwalze auf Sailor Moon und Tuxedo Mask. Während dieser sich durch einen Sprung rettete, sah Sailor Moon die blauen Flammen auf sich zukommen als sie mit einem kräftigen Stoß auf die Seite flog.
„Sailor Mars?“
Ungläubig starrte sie auf die Kriegerin, die sie vor dem Zusammenprall mit Kermesites Angriff bewahrt hatte.
„Das hier ist meine Angelegenheit!“, stieß Mars in glühendem Zorn hervor und schlug ihre Finger aneinander. „FIRE SOUL!!!“
Der Feuerball entzündete sich an ihren Fingerspitzen und bildete in Bruchteilen von Sekunden einen riesigen Flammenwurf der auf Kermesites Dark Fire aufprallte, da diese im gleichen Moment eine neue Salve abfeuerte.
Es war ein ungeheures Kräftemessen. Auf der einen Seite die Schwester des Bösen, welche stetig ihre dunkle Energie in Form von blauschwarzen Höllenflammen von sich gab und auf das gleißend helle Feuer der Marskriegerin traf, die mit aller Kraft dagegen hielt.
„Vorsicht!“ schrie Sailor Moon auf als sie sah, dass Kermesites Angriff den Feuerball immer weiter zurück drängte, als sich eine Hand schwer auf ihre Schulter legte. Verwundert drehte sie sich um und sah Tuxedo Mask hinter ihr stehen.
„Sie ist stark genug das allein zu schaffen“, meinte er mit Blick auf die Kriegerin.
Mars spürte ihre Körpertemperatur bis ins Unermessliche ansteigen. Durch ihre Ader floss reinste Glut, ihre gesamte Existenz bestand nur noch aus einer einzigen lodernden Flamme. In ihrem Kopf hämmerte unaufhörlich nur ein einziger Gedanke und sie fokussierte die ganze damit verbundene Wut auf Kermesite.
„Du hast es gewagt…du hast es gewagt… meinen Großvater… und meine beste Freundin zu verletzen!“
„Öffnet euren Geist und empfangt die neue Energie.“
Artemis Worte fanden ihren Platz in Sailor Mars wütendem Denken. Sie schloss die Augen und spürte wie ihr Element weiter aus den Tiefen ihres Geistes hervorbrach und etwas heraufbeschwor. Der Feuerstrahl kämpfte weiter erbittert gegen Kermesites Attacke und Mars wurde bewusst dass er seine Gewalt aufrechterhielt, bis sie ihre neue Kraft einsetzen würde.
Mit glühenden Fingern zog Mars einen großen brennenden Ring um sich, welcher sich nach seiner Vollendung in acht kleinere Ringe aufspaltete und in den gespreizten Händen der Kriegerin sammelte.
„BURNING MANDALA!!!“

Mit angehaltenem Atem verfolgten Sailor Moon und Tuxedo Mask wie die Feuerringe die Flammen Kermesite durchschlugen und die Frau gemeinsam mit dem Feuerball in Brand setzten.
Zwar konnten irdische Flammen der Schwester des Bösen zunächst nichts anhaben, das Material ihrer Kleidung war in diesem Punkt jedoch anderer Meinung.
„OH! Mein schönes Kleid! Nein, NEIN!“
Hektisch klopfte Kermesite die züngelnden Flammen aus, welche sich gierig durch die bauschigen Federn fressen wollten und teleportierte sich schleunigst in Sicherheit.
Wie glühende Kohlen fielen einige Stoffreste zu Boden und verbreiteten den Geruch von verbranntem Polyester.
„Ich hab's geschafft!“ Erleichtert, stolz und glücklich wischte sich Mars die Schweißperlen von ihrer erhitzten Stirn.

„Vielleicht sollte ich auch einen Selbstverteidigungskurs besuchen um stark und vor allem schön zu werden“, murmelte Sailor Moon mit verlegenem Seitenblick auf Tuxedo Mask, in der leisen Hoffnung er würde ihr mitteilen dass sie das nicht nötig hätte.
Genau das hatte der Maskierte eigentlich vorgehabt, aber sein Körper durchlief in diesem Augenblick ein heftiges Zucken. Die Nähe zu Sailor Moon löste erneut die Visionen aus, vor denen ihm schon seit Wochen graute.
Schnell wandte er sich ab. „Tu was immer dir Spaß macht, Sailor Moon. Es geht mich nichts an.“
Tuxedo Mask verkrampfte die Fäuste und schluckte einen Kloß im Hals hinunter. Er wollte noch nach seiner Schwester sehen, aber die schleppte sich gerade auf den Vorhof und stützte sich an einer Steinfigur ab.
„Tuxedo Mask, bitte warte doch!“ rief Sailor Moon verzweifelt hinter ihm her.
Er hörte das Flehen ihrer Stimme, den traurigen Klang, sah Serenas verwirrten und ungläubigen Blick. Sie glaubte ihm nicht. Sie glaubte ihm nicht dass er sich freiwillig von Bunny trennte. Sie hatte es nie geglaubt. Langsam ging er auf sie zu.
„Reena. Ich denke es ist besser wenn du mit mir nach Hause kommst, ich werde mich um dich kümmern.“
Serena hielt sich schwer atmend an der Figur fest. „Sagst du mir dann die Wahrheit? Ich sehe doch mit meinen eigenen Augen dass etwas nicht stimmt!“, zischte sie ihm zu.
Tuxedo Mask wandte den Blick von ihr ab und sah zu Boden.
„Gut, dann bleibe ich hier.“
Serena sah ungerührt dabei zu, wie Tuxedo Mask ihre Entscheidung hinnahm und zwischen den Bäumen des Tempels verschwand.
Mars legte Sailor Moon vertraulich eine Hand auf die Schulter. „Er ist nicht nur wegen Reena gekommen. Sondern weil er dich immer noch liebt“, meinte sie leise.
Die blauen Augen der Mondkriegerin glänzten verräterisch, aber sie bemühte sich ihre Fassung zu bewahren. „Wenn ich dir doch nur glauben könnte, Sailor Mars.“

Mamoru spürte die Tränen hinter seinen Augenhöhlen brennen, als er sich nach seiner Rückverwandlung in den Wagen setzte. Er war eigentlich zum Tempel gekommen um seine Schwester nach Hause zu holen. Er fühlte sich noch einsamer ohne sie und jetzt wurde er nicht nur in einen erneuten Kampf verwickelt, sondern musste auch wieder gemein und abwesend zu Sailor Moon sein. Er begann sich und sein Leben in diesem Moment zu hassen.

Eine Woche später hatte sich Opa Hino schon längst wieder erholt und der unangenehme Vorfall war schnell vergessen. Rei und Serena regenerierten sich aufgrund ihrer Kräfte deutlich schneller und sie tischten dem Tempelobersten eine abenteuerliche Geschichte über die zwei verrückten Frauen auf, die sich für böse Heldinnen hielten.
Serena fühlte sich weiter sehr wohl im Hikawa Tempel und verlängerte ihren Aufenthalt weiter. Stillschweigend hatten die beiden Mädchen bemerkt, wie sehr sich ihre Freundschaft durch die gemeinsame Zeit weiter vertiefte.
„Und dein Großvater hat den Selbstverteidigungskurs wirklich aufgegeben?“ fragte Bunny an diesem Nachmittag, welche nach ihren beiden Freundinnen sehen wollte.
Gemeinsam saßen sie vor dem kleinen Tempelhäuschen, das nun wieder aussah als hätte es nie einen Kratzer abbekommen. Von drinnen erklang fröhliche Musik und das laute Lachen eines Kindes.
„Ja, er will jetzt lieber Jazzdance machen!“, bestätigte Rei und lugte wieder in das Innere, wo Yuichiro und ihr Großvater zusammen mit Chibiusa tanzten, der das Ganze offensichtlich großen Spaß machte.
„Ende gut, alles gut!“, seufzte Bunny ergeben, als hinter ihnen eine leises Räuspern zu hören war.
Die drei Mädchen drehten sich aufgeschreckt herum und sahen sich Mamoru gegenüber, der sich leise genähert hatte.
„Was willst du denn hier?“ fragte Serena entgeistert, während Bunnys Herz sofort schneller schlug. Mamoru sah schlecht aus, die Augen leicht gerötet und tiefe Ringe darunter. Seine Haut wirkte fahl, beinahe durchsichtig und das dunkelgrüne Jackett ungewohnt knittrig.
„Es geht ihm genauso schlecht wie mir!“ schoss es Bunny bei diesem Anblick durch den Kopf. Am liebsten würde sie ihn sofort in die Arme nehmen, ihm sagen es sei alles verziehen wenn sie doch nur wieder ein Paar sein könnten.
Mamoru schien nach Worten zu ringen.
„Reena. Du musst bitte nach Hause kommen.“
Serena schüttelte den Kopf. „Tut mir leid Mamo. Zwischen uns das funktioniert im Moment nicht und ich fühle mich sehr wohl hier bei Rei. Gib mir bitte noch etwas Zeit.“
Mamoru hob den Blick und seine Schwester durchfuhr ein scharfer Stich als sie sah, wie sich Tränen in seinen glanzlosen blauen Augen bildeten.
„Reena, du musst bitte nach Hause kommen“, wiederholte er mit belegter Stimme. „Ich habe vorhin einen Anruf erhalten. Helena ist tot.“





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Hallo ihr Lieben,

ein doch unerwartetes Ende dieses Kapitels, auf das im nächsten natürlich näher eingegangen wird.
Die Animefolge beinhaltete wieder einige Logikfehler, die ich versucht habe mit meinem Kapitel etwas zu beheben.
Yuichiro begann den Selbstverteidigungskurs gemeinsam mit Opa Hino. Als sich die Türen öffneten und die Mädchen sie jubelnd begrüßten, waren noch alle beide zu sehen. Danach war Yuichiro aber verschwunden und tauchte erst im Beisein von Bunny und Rei wieder auf – wo war er in der Zwischenzeit?
Was war mit Ami, Minako und Makoto? Sie saßen noch zusammen mit den anderen beiden, danach sind sie anscheinend gegangen, denn es lief nur noch Bunny auf dem Gelände herum.
Mamoru tauchte in der Folge nicht auf, dafür Tuxedo Mask der mal wieder aus heiterem Himmel erschien. Wahrscheinlich hat sein innerer Radar wieder Gefahr für Sailor Moon vermeldet.
Sailor Mars benutzte in dieser Folge das erste Mal die Attacke Feuerringe (Burning Mandalas).
Wer sich schon immer gefragt hat was die Zeichen der acht Ringe bedeuten – es sind die buddhistischen Symbole für die acht Himmelsrichtungen Norden, Nordwesten, Nordosten, Süden, Südwesten, Südosten, Osten und Westen.
Der Droido Dumble hatte in der deutschen Synchro wieder eine Sprecherin, die man als erstes sicher nicht vermutet hat – Ulla Wagener alias Sailor Pluto.
Diese Folge beinhaltete auch wieder einige witzige Szenen, die ihr ab morgen auf dem Instaprofil von Anki und mir findet.

Zum Schluss noch eine Anmerkung – die „Gewaltszenen“ stammen eins zu eins so aus dem Anime. Da dieses bekanntermaßen freigegeben ab 12 Jahre ist, werde ich auch hier das Ranking nicht hochsetzen.

Gehabt euch wohl und liebe Grüße
Ina
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