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Moonlight Story - First and Last and Always

GeschichteAbenteuer, Romance / P12 / Mix
Ami Mizuno / Sailor Merkur Makoto Kino / Sailor Jupiter Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion OC (Own Character) Rei Hino / Sailor Mars Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
01.09.2021
26.11.2021
48
280.400
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09.10.2021 6.200
 
Es war einer dieser letzten warmen Spätsommertage, bevor der Herbst Einzug hielt. Naru war mit Bunny im Tokyo Summerland Spaßbad verabredet, um noch ein bisschen vom warmen Wetter zu kosten. Während ihre Freundin juchzend im Becken plantschte, ließ Naru lediglich die Beine ins Wasser baumeln. Ihre Gedanken kreisten nur um eines – Masato Sanjoin. Er kam und ging in ihrem Leben wie es gerade passte, umschmeichelte mit schönen Worten und trotzdem… Naru hatte keinen blassen Schimmer davon wie sie das Ganze einzuordnen hatte. Plötzlich tauchte sein markant geschnittenes Gesicht in ihrem Gedächtnis auf. Wie er sie anlächelte, mit ihr tanzte…
„Das ist wahre Liebe…“ flüsterte Naru verträumt. Just wurde sie aus ihrem Tagtraum gerissen, als jemand sie vehement mit Wasser bespritzte.
„Hallo! Hallo!“ Bunny hüpfte im Becken auf und ab.
„Bunny, du bist wirklich noch ein Kind!“ Naru wandte sich genervt ab.
„So? Soll das heißen dass du dich erwachsen fühlst?“ maulte Bunny.
Naru lächelte. „Klar wie sollte es auch anders sein, ich bin ja auch verliebt wie eine Erwachsene.“
„Naru du weißt, dass zum Verliebtsein zwei gehören oder?“
„Ja selbstverständlich, das weiß ich genau.“
„Oh mein Gott dann bist du in Umino verliebt!“ kreischte Bunny auf. „Motoki und Tuxedo Mask kommen nicht in Frage, in die habe ich mich zuerst verliebt.“
„Die sind es auch nicht“, stöhnte Naru. „Ich bin verliebt wie eine Erwachsene, das heißt dass ich in einen Erwachsenen verliebt bin. In Masato Sanjoin!“
„WAAAAS?!“ Bunny stieß einen empörten Schrei aus.
„Ich verstehe nicht, warum du so furchtbar überrascht bist?“ fragte Naru verwundert nach. „Gut es stimmt, er ist natürlich viel älter als ich. Aber Alter spielt keine Rolle, wenn man verliebt ist.“
„So´n Quatsch! Jeder nur dieser Kerl nicht! Ist ja schrecklich!“ Bunny wählte in der Aufregung die falschen Worte. „Du Zicke, ich hätte es dir nicht sagen sollen!“ Wütend stand Naru auf und ging davon.
Bunny kletterte aus dem Becken und zog sich in Windeseile an. Jetzt war der Rat ihrer Freundinnen gefragt.

„Ja, da haben wir wirklich ein Problem“, stöhnte Luna. Sie und die Mädchen hatten sich nach Bunnys Aufruf über den Kommunikator am Hikawa Tempel versammelt und deren Erzählung gelauscht.
„Wir müssen Naru so schnell wie möglich aufklären, dass Sanjoin Neflite ist.“ Rei wollte es direkt angehen, aber Ami sprach sich dagegen aus.
„Vielleicht sollten wir noch abwarten wie sich das weiter entwickelt.“
„Ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache, immerhin weiß ich wie verknallt sie ist“, murmelte Bunny.
„Und da man nie weiß wie sowas ausgeht, müssen wir es eben versuchen.“
„Fang jetzt keinen Streit an Rei!“, mahnte Ami und fügte hinzu: „Also sag was du davon hältst Bunny?“
„Ich?“ Bunny überlegte kurz. „Ich finde auch dass wir sie darüber aufklären sollten.“
„Und wie stellst du dir das vor?“ fragte Luna kritisch.
„Ich schlage vor, ihr überlasst die Angelegenheit mir und vertraut darauf, dass ich es richtig mache! Jawohl!"
Bunny schlug sich zur Bekräftigung auf die Brust, verschluckte sich und begann zu husten.
„Mir ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken dass wir es Bunny überlassen,“ meinte Luna leise. Rei nickte unmerklich.

„WO IST NEFLITE?!“ Königin Perillia kochte vor Wut. „Ich habe ihn her befohlen. Er hat es wohl nicht nötig zu kommen.“ Aufgebracht ließ sie den Saal erbeben. „Verdammt! Neflite! Zeig dich endlich!!!“
Zoisite schwebte höhnisch kichernd an der Decke.
„Wie bedauerlich. Nicht mehr lange und Neflite wird verbannt…“

Der Gesuchte hatte sich in sein düsteres Haus zurückgezogen. Nachdenklich stand er inmitten der Dunkelheit und überlegte. „Wir können keine Zeit mit der Suche nach Energie vergeuden. Der einzige Weg der uns bleibt, ist den Silberkristall dafür einzusetzen.“ Leises Gelächter riss Neflite aus seinen Überlegungen. „Du schon wieder, was willst du?!“
Grimmig sah er zu Zoisite hoch, die mit übereinandergeschlagenen Beinen durch den Raum schwebte.
„Hey, was schreist du mich denn so an, mein Freund?“ Zoisite lächelte. „Königin Perillia ist sehr wütend auf dich, sie lässt schon überall nach dir suchen…“
„Dich hat wohl Kunzite geschickt um mich zu bespitzeln?“ fuhr Neflite sie an.
„Wäre möglich. Und wie es aussieht, scheinen deine Pläne ja nicht zu funktionieren…“
„Kümmere dich um deine Angelegenheiten!“
„Jetzt wirst du ja schon wieder laut, ich bekomme Angst“, zwitscherte Zoisite, dann wurde ihre Stimme hart. „Tritt zurück, bevor Königin Perillia ihre Zornesausbrüche bekommt.“
„Hör endlich auf. Ich werde den Silberkristall finden und du wirst darum winseln ihn zu bekommen.“
Sofort ballte Zoisite die Fäuste.
„Das ist nicht fair! Den Kristall zu suchen ist MEINE Aufgabe!“
„UNSERE Aufgabe!“ korrigierte Neflite. „Dem, der ihn zuerst findet, gebührt die Ehre.
Ich werde ihn finden und mich dadurch für alle Erniedrigungen rächen!“
„Das ist gemein! ICH werde ihn finden!“ fauchte Zoisite.
Wuttränen glitzerten in ihren Augen, ehe sie verschwand.
Neflite wandte sich ab. „Es ist falsch einer netten jungen Frau wie Zoisite gegenüber ausfällig zu werden“, meinte er leise, dann konzentrierte er sich auf die Projektion des nächsten Sternenbilds. „Die Sterne wissen alles. Wenn die Sonne zwischen Neptun und Mars einen Winkel von neunzig Grad beschreibt ist das ein Zeichen dafür, dass der heilige Silberkristall erscheinen wird. Das ist es! Der schwarze Kristall!“
Neflite formte mit den Händen ein Dreieck und konzentrierte seine gesamte Energie darauf. Der gesamte Raum tauchte in noch tiefere Dunkelheit, krachende Blitze waren zu hören und schlugen inmitten seiner Hände ein. Verschiedene Sternbilder und Planeten flammten auf, ehe sie sich unter Getöse vereinigten. Neflite beschwor die Sterne immer weiter. Die Dunkelheit krachte vor seinen Augen ein und ein leises Klirren auf dem Boden ließ seinen Blick nach unten wandern. Der schwarze Kristall. Behutsam hob Neflite ihn auf. „Wird er mich zum heiligen Silberkristall führen?“ überlegte er, da begann der schwarze Kristall zwischen seinen Fingern zu leuchten und gab das Bild eines Mädchens frei. „Sie? Soll das heißen, dass sie den Silberkristall hat?“
Naru Osaka.

Zoisite hatte sich nach dem Streit mit Neflite bei ihrem Geliebten verkrochen. Beruhigend hielt dieser sie im Arm, während sie fest seine Hand umklammerte.
„Kunzite, ich hasse ihn so sehr.“
Der General lachte amüsiert. „Lass doch diesen Neflite machen was er will.“
„Aber Kunzite, was ist wenn er…“
„Wenn er den Silberkristall findet?“ beendete Kunzite den Satz und seine Augen verengten sich. „Dann stehlen wir ihn von ihm.“
„Du weißt immer eine Lösung.“ Verliebt rieb Zoisite seine Hand an ihrer Wange.
„Und bis es soweit ist, sollten wir Neflite sorgfältig im Auge behalten.“  
Die Generalin kuschelte sich enger in seinen Arm und warf über ihre Schulter hinweg einen Blick nach hinten.
„Yasha, ich weiß dass du da bist. Du hast es gehört – geh.“
Ein schmales Augenpaar blitzte hervor. „Sehr wohl … Zoisite.“

„Nein das kann ich nicht!“ Bunny stand zögerlich vor Narus Wohnungstür.
„Was ist los mit dir? Du hast gesagt wir sollen es dir überlassen,“ meinte Luna vorwurfsvoll.
„Naja, das ist mir so rausgerutscht. Kann ja mal passieren,“ lachte Bunny verlegen.
Die Mondkatze verdrehte die Augen. „Dir passiert das auffällig oft.“
„Ich hab’s!“ Bunny schlug ihre Faust in die Handfläche. „Ich werde die Gelegenheit ergreifen und mir von Motoki einen Rat holen.“
„Natürlich, ich habe auch nichts anderes erwartet“, seufzte Luna. Schnell zog Bunny ab zum CROWN Spielecenter, Luna lief lieber nach Hause. Denn das wollte sie sich beim besten Willen nicht mit ansehen.

Das Glück war mit Bunny, denn Motoki hatte Schicht als sie ankam. Allerdings saß er gerade neben einem Mädchen am Spieleautomaten und feuerte dieses an.
„Motoki sieht ja ziemlich zerzaust aus, “ bemerkte Bunny. „Muss er sich denn unbedingt so nahe an das Mädchen heranbeugen?“ Nervös begann sie an ihren Fingernägeln zu knabbern. „Motoki, spürst du denn nicht dass deine kleine Bunny hier ist?“ grummelte sie stumm. Da schien sich ihr jemand von hinten zu nähern und Bunny sah sich um. Natürlich, Mamoru. Dieser arrogante Idiot mit dem Rei neuerdings ausging. Heute schien er aber ohne seine zynische Zwillingsschwester unterwegs zu sein.
„Hallo! Da ist ja wieder meine Freundin mit der weichen Birne, “ grüßte er.
Bunny sagte nichts, sondern zog lediglich eine Grimasse.
„Hey Motoki!“ rief Mamoru. „Die weiche Birne kocht schon, weil du sie vernachlässigst. Willst du dich nicht ein bisschen um sie kümmern?“
Der Angesprochene richtete sich auf.
„Hör gar nicht hin, ich koche überhaupt nicht Motoki“, wimmelte Bunny ab.
„Oh hallo, ich habe gar nicht gesehen dass du da bist Bunny.“ Lächelnd kam Motoki zu ihnen rüber. „Du, ich habe bald Feierabend. Wollen wir eine Tasse Tee zusammen trinken?“ schlug er vor.
Bunnys Augen begannen zu strahlen. „Klar! Ich bin nämlich gekommen, weil ich dich etwas fragen möchte.“
„Ich komme auch mit, ich habe nichts Besseres vor“, ertönte Mamorus Stimme hinter ihrem Rücken.
Das passte Bunny nun wieder überhaupt nicht, aber Motoki schien sich darüber  zu freuen. „Hmpf. Na schön.“

Die drei stiegen nach Motokis Feierabend ein paar Stockwerke höher in das CROWN Café, welches auch eine warme Küche beinhaltete. Nachdem die Getränke vor ihnen auf dem Tisch standen, begann Bunny zu erzählen.
„Es geht um meine Freundin Naru. Sie ist in einen ganz üblen Kerl verliebt, aber hat keinen blassen Schimmer davon dass es ein übler Kerl ist.“
„Ja und?“ Motoki konnte dem nicht ganz folgen.
„Ähm, was sollen wir jetzt tun? Immerhin sind wir befreundet und wenn wir ihr jetzt brutal die Wahrheit sagen…“ Motoki legte die Hand ans Kinn.  
„Ihr solltet da nichts überstürzen. Beobachtet es erstmal eine Zeitlang.“
„Oje… er ist derselben Ansicht wie Ami“, dachte Bunny enttäuscht.
„Nein, es bringt nichts einfach nur abzuwarten.“ Mamoru setzte seine Tasse ab. „Ihr solltet Mut beweisen und ihr die Wahrheit sagen.“
„Vielleicht hat Mamoru Recht“, stimmte Motoki zu. „Ihr müsst damit rechnen dass Naru sauer wird, wenn ihr sie mit der Wahrheit konfrontiert. Aber als ihre Freundinnen müsst ihr es ihr sagen.“
Bunny war sich unschlüssig und Mamoru bemerkte dies. „Hör mal, ich habe eine Schwester. Und wenn die sich mit einem üblen Kerl einlassen würde, vertraue ich darauf dass sie Freundinnen hat, die ihr sowas erzählen.“ „Ja du hast Recht!“
Bunny nickte freudig. „Man, da bin ich aber erleichtert. Und jetzt habe ich Hunger. Bedienung! Ich hätte gerne einen Fruchtsalat, ein doppeltes Sandwich, einen Erdbeerkuchen und ein Glas Saft! Und eine Pizza mit Salami!“

Nachdem sie sich den Bauch vollgeschlagen hatte, ging es Bunny deutlich besser. Entschlossen stapfte sie erneut zu Narus Wohnung. „Nur Mut. Ich schaffe das.“ Sie presste den Finger mit aller Kraft auf den Klingelknopf. Nur wenige Sekunden später waren Schritte zu hören und Naru öffnete die Tür.
„Oh hallo Bunny. Das ist aber schön.“ Naru war froh ihre Freundin zu sehen, denn der Streit im Schwimmbad tat ihr bereits leid.
„Hör zu!“ Naru erschrak beinahe bei der Entschlossenheit in Bunnys Stimme.
„Ich hab allen Mut zusammengenommen um dir zu sagen, dass Masato Sanjoin ein übler Kerl ist! Der ist so schlimm,  das ist überhaupt kein Mensch! Äh nein, so meinte ich das nicht. Aber er ist wirklich furchtbar! Also lass dich auf gar keinen Fall mit ihm ein! Am besten du vergisst den Typ, bitte verstehe dass ich dir das als Freundin sagen muss!“ Bunny ratterte ihre Sätze herunter, ohne auch nur einmal dabei Luft zu holen.
„Aber Bunny ich…!“ Naru versuchte zu Wort zu kommen, da war Bunny schon wieder auf dem Weg nach unten. „Danke dass du mir zugehört hast! Bis dann!“ Und weg war sie. Naru blieb sprachlos zurück.

„Reena?“ Mamoru hatte die Wohnungstür aufgeschlossen und rief nach seiner Schwester. „Reena?“ Er streifte die Hausschuhe über und sah in ihrem Zimmer nach, aber es war leer. „Reena, wo steckst du denn?“ Mamoru betrat das Wohnzimmer und sah, dass Serena unter einer Decke zusammengerollt auf der Couch schlief. Der kleine Tisch war mit Büchern und Zeitungssauschnitten bedeckt und eine leere Teetasse stand darauf. Mamoru beugte sich über seine Schwester und strich ihr einmal kurz über die dunklen Haare. Neugierig besah er sich das herumliegende Zeug und nahm ein Buch in die Hand. „Was der Tod uns lehren kann“ las er halblaut den Titel ab. Verwirrt besah er sich auch die restlichen Bücher. „Brücke zum Jenseits“, „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ Er hob einen Zeitungsartikel auf. „Menschen berichten über ihre Nahtoderfahrungen“.
„Mamo?“ Leise ertönte Serenas Stimme.
„Hey, Kleine. Entschuldige es ist später geworden, ich war noch mit Motoki und Weichbirne etwas essen. Sag mal seit wann interessierst du dich denn für sowas?“ Er setzte sich zu ihr auf die Kante.
Serena richtete sich auf und streckte ihren Rücken durch. „Reines Interesse.“
„Na dann.“ Er legte den Artikel zurück auf den Tisch.
„Wie war das? Du warst mit Motoki UND Bunny etwas essen?“ Jetzt war Serenas Aufmerksamkeit geweckt.
„Ach, sie wollte einen Rat von Motoki. Ich stand zufällig daneben und hab mich mit eingeladen, weil ich die beiden zusammen irgendwie lustig finde.“ Mamoru grinste. Ihm war natürlich nicht entgangen dass Bunny für Motoki schwärmte.
„Was denn für einen Rat?“ rief Serena, die mittlerweile in die Küche gegangen war um neuen Tee zu kochen. „Ihre Freundin Naru hat sich da wohl in einen üblen Kerl verknallt. Und jetzt macht sich die Weichbirne Sorgen, eine schlechte Freundin zu sein wenn sie Naru nicht darüber aufklärt.“
„Und was habt ihr geraten?“
„Sie soll Mut haben und es ihrer Freundin sagen. Besser so, als wenn sie hinterher selbst darauf kommt,“ rief Mamoru zurück und blätterte in einer Zeitschrift.
„Naru Osaka?“ Serena kam aus der Küche zurück.
„Ich weiß ihren Nachnamen nicht, warum?“ Mamoru schaute fragend auf.
„Nun, ich habe Bunny öfters mit einer Freundin bei Motoki gesehen, die Naru hieß und die wiederum…“ Serena stutzte.
„Ja… und weiter?“ Mamoru legte den Kopf schief.
Serena stürzte zum Couchtisch, drehte ein Blatt Papier auf die leere Rückseite und begann zu schreiben. „Mamo, wann ungefähr könnte Neflite aufgetaucht sein?“
Ihr Bruder begann zu überlegen. „Wir haben Jedite das letzte Mal auf dem Flughafen Haneda gesehen. Kurz darauf war die Sache mit dem Tennisplatz. Aber warum fragst du das?“
„Lass uns bitte genau nachdenken. Wir waren nicht immer zusammen, seit Neflites Schergen aufgetaucht sind. Also.. Du warst bei der Sache mit Rui dabei, dann in dem Park. Kurz darauf passierte das mit Soshi, der durchgeknallte Fotograf, die Puppennummer, die Liebesbriefaktion im Kaufhaus, der Angriff auf die Sailor V Zeichnerin und dann das Ganze mit Prinzessin Diamant.“ Serena notierte alles der Reihe nach auf dem Blatt. Sie kaute kurz auf dem Ende des Stiftes herum und begann dann einige Stichpunkte einzukreisen.
Mamoru rutschte zu ihr auf den Boden und betrachtete das Ganze. „Jetzt verstehe ich was du meinst. Naru war oft dort, wo auch dieser Neflite sein Unwesen trieb. Sie war die einzige die ins Kaufhaus gekommen war und wie du beobachten konntest, im Gemach der Prinzessin Diamant. Das bedeutet….“
„Das bedeutet entweder, dass Naru mit Neflite unter einer Decke steckt oder sich, wie auch immer das passieren konnte, in ihn verliebt hat.“ Serena bekam vor Aufregung hektische rote Flecken am Hals.
„Aber wie passt Bunny da rein? Ich glaube nicht dass sie weiß wer Neflite ist,“ gab Mamoru zu bedenken.
„Muss sie auch gar nicht. Neflite tarnt sich als Masato Sanjoin, wie wir von Sailor Moon gehört haben. Das sind vierzehnjährige Mädchen, die reden miteinander wenn sie sich verknallt haben. Zwar ist Bunny manchmal nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber sie kommt mir sehr sensibel und aufmerksam für ihre Freunde vor.“
Serena sah nachdenklich auf das Blatt. „Es wird ihr nicht entgangen sein, dass Naru unter anderem neulich auch ins Krankenhaus musste. Und wenn sowas passiert, wen verdächtigt man als Erstes?“
„Denjenigen, den man zuletzt kennengelernt hat“, stimmte Mamoru zu. „Ich glaube du hast Recht Reena. Naru hängt bestimmt in einer Form mit Neflite zusammen. Ihrer Mutter gehört doch der „Osa-P“ Juwelier. Rei hatte mich mal dahin geschleppt und erzählt, dass Naru gleich drüber wohnt.“
„Apropos Rei,“ warf Serena ein. „Was ist das jetzt mit euch?“
Mamoru wurde rot und berührte unauffällig seine Lippen mit den Fingerspitzen. Er konnte ihn immer noch fühlen, den Kuss seiner Prinzessin. Ein süßes Geheimnis, welches er sogar vor seiner Schwester hütete.
„Ich weiß es selbst nicht“, murmelte er verlegen.
„Dann reden wir darüber wenn du es weißt.“ Serena stand auf. „Es wird langsam Abend, ich würde vorschlagen wir machen einen kleinen Spaziergang zum Juwelier. Vielleicht entdecken wir ja etwas Ungewöhnliches.“ „Einverstanden.“ Mamoru erhob sich ebenfalls. „Aber vorher habe ich noch eine Frage an dich.“
Serena drehte sich um. Anklagend hielt ihr Bruder eines der Bücher hoch. „Reena, das passt nicht zu dir. Auch nicht, dass du mitten am Nachmittag einschläfst. Sowas passiert nur wenn dich etwas stark beschäftigt. Also, was ist es?“ Besorgt sah er sie an.
„Mamoru, ich will dich nicht ängstigen“, begann Serena zögerlich.
„Muss ich dich daran erinnern in welcher Situation wir seit Monaten stecken? Was kann da noch Beängstigendes kommen?“
„Der Tod“, meinte Serena leise, straffte die Schultern und sah Mamoru in die Augen. „Du kannst mich für verrückt halten. Aber ich spüre den Tod. Er hat sich auf den Weg in diese Welt gemacht und wir werden ihm bald begegnen. Ich fühle es deutlich und langsam kommt die Erinnerung daran wieder, dass ich ihm schon mal gegenüberstand. Wir haben den Tod schon einmal überwunden Mamo, davon bin ich überzeugt.“
Mamoru fehlten die Worte. Er hätte gerne irgendetwas Sinnvolles gesagt, aber es wollte ihm beim besten Willen nichts einfallen. Serena wirkte in diesen Sekunden wie eine Fremde auf ihm. Als sie über den Tod sprach, verdunkelten sich ihre grünen Augen und es war ihm, als würde sie eine andere Aura umgeben. Beinahe fröstelte es ihn. So aber trat er nur stumm auf Serena zu und nahm sie in seine Arme.
„Was auch immer kommt. Ich werde dich beschützen.“
Mehr wollte er in diesem Moment nicht sagen.


Naru fiel auch nichts mehr ein. Sie brütete den Hausaufgaben, aber Bunnys Vorhaltungen gingen ihr nicht aus dem Kopf. „Es ist mir egal was sie sagt. Masato Sanjoin ist ein wunderbarer Mensch,“ flüsterte sie und malte ein Herz in ihr Schulheft. Unten schrillte das Telefon.
Ein paar Sekunden später, ertönte die Stimme ihrer Mutter. „Naru? Telefon für dich. Ein gewisser Mr. Sanjoin!“
Sie sprang so hastig auf, dass ihr Stuhl hinten umkippte.
„Er interessiert sich also doch für mich!“ Zwei Stufen auf einmal nehmend, lief sie die Treppe hinab und schnappte den Hörer. Ihre Mutter zog sich diskret ins Esszimmer zurück.
„Hallo? Herr Sanjoin? Natürlich kenne ich den Sangapo Park, er ist ganz in der Nähe! Ich komme sofort hin!“ Schnell legte Naru auf. „Mama? Ich gehe nochmal weg!“
Frau Osaka schaute in den Flur hinaus. „Was, um diese Zeit?!“
Aber da war die Wohnungstür schon ins Schloss gefallen.
Eilig lief Naru in den nahegelegenen Park. Mit der Hand fuhr sie sich flüchtig durch ihre Haare und zurrte die Schleife darin fest. Im Stillen dankte sie sich dafür, dass sie immer noch das hübsche Kleid anhatte und nicht den Pyjama als der Anruf kam.
Mit klopfendem Herzen lief sie durch den Park und hätte beinahe vor Freude aufgeschrien, als sie Masato Sanjoin auf einer Bank sitzen sah.
„Herr Sanjoin!“
„Naru.“ Er stand auf. „Komm, setz dich zu mir.“
Ihre Knie schlugen vor Aufregung aneinander als sie neben ihm Platz nahm.
„Es tut mir leid dass ich noch so spät angerufen habe“, begann er leise.
„Aber ich bitte Sie, dass macht doch nichts. Sie können mich zu jeder Zeit anrufen.“
Masato lächelte sanft. „Ich wollte mich eigentlich nur von dir verabschieden.“
„Was?“ Narus Welt brach mit einem Mal zusammen. „Oh… ich verstehe schon. Ich war immer eine ziemlich große Nervensäge, “ flüsterte sie verschämt und ihre Augen begannen verräterisch zu glänzen.
„Nein, das warst du überhaupt nicht, im Gegenteil. Ich möchte nur nicht, dass du meinetwegen in Gefahr gerätst.“
„Gefahr?“ wiederholte Naru ungläubig.
„Ich wollte es dir eigentlich nicht sagen. Aber ich werde von Verbrechern bedroht. Und da sollst du nicht mit hineingezogen werden. Also Lebwohl… ich habe dich sehr gerne gemocht.“ Masato stand auf und wandte sich zum Gehen.
„Warten Sie!“ Naru sprang hoch. „Sagen Sie mir bitte, ob ich irgendetwas tun kann um Ihnen zu helfen!“
Er jubelte innerlich. Das war ja leichter als erwartet.
„Der Silberkristall… wenn ich doch nur den Silberkristall haben könnte…“ murmelte er beinah weinerlich.
„Was ist mit dem Silberkristall?“ drängte Naru ungeduldig.
„Wenn ich den Silberkristall hätte, würde ich nicht mehr bedroht werden und wäre frei! Ach nein…Vergiss es.“
„Der Silberkristall“, murmelte Naru. Sie erinnerte sich daran, dass ihre Mutter ihr neulich voller Stolz einen neuen Edelstein präsentiert hatte. „Dieser Kristall ist sehr selten und unglaublich wertvoll…!“ hallten die Worte in Narus Kopf nach. Er sah aus wie eine wunderschön glänzende Silberkugel. „Das muss der Silberkristall sein“, überlegte Naru.
„Warten Sie hier auf mich Mr. Sanjoin! Ich bringe Ihnen den Kristall!“
Schnell machte sie kehrt und rannte aus dem Park.
Sein Gesicht verzog sich daraufhin zu einem hässlichen Grinsen.

„Also, hast du mit Naru gesprochen?“ fragte Luna, als sich Bunny zuhause erschöpft auf ihr Bett fallen ließ.
„Ja! Ich habe meinen ganzen Mut zusammengenommen und es ihr gesagt,“ vermeldete diese müde.
„Und hat Naru verstanden was du ihr gesagt hast?“ bohrte Luna nach.
„Hä?“ Bunny Reaktion ließ nichts Gutes vermuten.
„Du hast es ihr doch hoffentlich nicht nur zwischen Tür und Angel mitgeteilt und bist dann wieder gegangen?“ „Ähm….“
„Warum machst du das?!“ Jetzt wurde Luna laut. „Das hat doch überhaupt keinen Sinn!“
„Ich glaub schon dass sie mich verstanden hat“, rechtfertigte sich Bunny.
„Ich hätte doch lieber mitgehen sollen“, seufzte Luna. „Los mach dich auf. Wir gehen jetzt zusammen zu Naru.“ Bunny wollte lautstarken Protest einlegen, aber sie befürchtete damit bei Luna gegen eine Wand zu prallen. Murrend zog sie sich erneut die Schuhe an, erzählte ihrer Mutter sie hätte ein Buch bei Naru vergessen und trabte los.
Wenig später liefen sie die Straße in Richtung Osa-P hinab. Es wurde langsam immer dunkler und Bunny verlor die Lust. „Komm Luna, wir lassen es einfach sein!“ maulte sie.
„Wie kannst du das sagen? Wir müssen doch nachsehen, wie Naru es aufgenommen hat. Und außerdem stecken wir nur in Schwierigkeiten, weil du es wieder mal nicht richtig gemacht hast!“
„Jaja, du hast leicht reden!“ gab Bunny zurück. Da entdeckte sie eine Frau, welche suchend auf dem Gehweg entlang lief. „Oh sieh mal, da ist Narus Mutter!“
Frau Osaka erkannte die Freundin ihrer Tochter und rannte schnell auf sie zu.
„Hallo Bunny, sag mal hast du Naru gesehen?“ Bunny erschrak, als sie ihre verweinten Augen sah.
„Ist etwas passiert?“
„Ein Mann namens Sanjoin hat angerufen und Naru ist danach weggegangen, sie sagte etwas vom Sangapo Park. Kurz darauf habe ich sie am Tresor des Geschäfts erwischt! Naru hat meinen wertvollsten Diamanten mitgenommen und ist weggelaufen!“
Die Mutter weinte nun hemmungslos. Bunny legte ihr tröstend eine Hand auf den Arm. „Dieser Sanjoin ist ein ganz übler Schurke, ich suche ihn auch. Machen Sie sich keine Sorgen, ich werde Naru finden.“
Frau Osaka schniefte auf. „Bunny, du bist Narus beste Freundin. Wenn du sie findest, sag ihr ich bin ihr nicht böse. Sie soll nur einfach wieder nach Hause kommen. Ich warte jetzt eine Stunde, wenn ihr bis dahin nicht zurück seid, muss ich die Polizei alarmieren.“
„Ist Ordnung!“ Bunny machte sich sofort auf den Weg.
„Los! Ruf Ami und Rei über den Kommunikator! Naru kann noch nicht weit sein, sie ist bestimmt in diesen Park zurück! Und dann verwandle dich!“ befahl Luna, die neben Bunny herrannte.
„JA!“

„Hast du das gehört?“ Mamoru sah um die Ecke. Bunny war in die eine Richtung gerannt, Frau Osaka hingegen ging weinend zurück in ihr Geschäft.
„Sie hat einen Diamanten gestohlen und ist weggelaufen, nachdem Sanjoin angerufen hat“, fasste Serena das Gehörte zusammen. Die beiden waren just in dem Moment vorbeigekommen, als Bunny mit Frau Osaka sprach. Schnell hatten sie sich in einen Seiteneingang verzogen und der Unterhaltung gelauscht.
„Bunny will sie suchen aber das ist viel zu gefährlich. Sie hat doch keine Ahnung, dass Neflite hinter diesem Sanjoin steckt.“ Mamoru sah nach links und rechts. „Ich kenne den Sangapo Park, das ist ein großes Gelände. Sie ist Richtung Norden gelaufen und will bestimmt den Eingang am Teehaus nehmen. Lauf du ihr nach. Ich durchsuche den Park vom Süden her.“ „Wäre es nicht besser wenn du Bunny verfolgst?“
Serena zögerte. „Es ist mir lieber wenn ihr zu zweit seid und ich dafür alleine. Der Park ist nachts nicht ungefährlich. Jetzt geh schon!“
Serena rannte los, den Weg welchen Bunny zuvor genommen hatte. Mamoru wählte die andere Richtung und suchte den südlichen Eingang.

Glücklich sah Naru dabei zu, wie Masato den Diamanten untersuchte. Der wunderschöne Ausdruck in seinen Augen als sie ihm den edlen Stein reichte, war auf ewig in ihr Gedächtnis eingebrannt. Er balancierte den Stein auf seiner Handfläche und untersuchte ihn mit einer Art schwarzen Glasstift.
„Der schwarze Kristall reagiert nicht. Das ist nicht der echte Silberkristall,“ dachte Neflite enttäuscht.  
„Ich bin so glücklich dass ich ihm helfen konnte“, lächelte Naru still.
Plötzlich zeigte sich an der Spitze des schwarzen Kristalls ein helles Leuchten. „Er reagiert doch!“ entfuhr es Neflite innerlich. Er warf einen Blick auf Naru, die jetzt merkwürdigerweise von einem roten Schein umgeben war.
„Dieses Mädchen sollte ich mir einmal näher ansehen“, beschloss er knapp.
„Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mir auch weiterhin helfen würdest. Am besten du kommst gleich mit mir mit.“ Neflite legte seinen Arm um Narus Schultern und zog sie an sich.
„Gehen wir.“
„Ja“, nickte Naru strahlend vor Glück. Hinter einem großen Stein, erschien unbemerkt von beiden eine kleine gebückte Gestalt. Ihr Antlitz wurde von einer Maske verborgen. Yasha, eine Dämonin aus den Zoisites Reihen.
„HALT!“
Erstaunt drehten sich die beiden um und sahen eine Sailorkriegerin hinter ihnen stehen.
„Was für ein mieser Typ bist du eigentlich? Ich werde es nicht zulassen, dass du dich an unschuldigen Mädchen vergreifst!“ rief Sailor Moon wütend.
„Stell dich mir nicht in den Weg!“ gab Neflite zurück.
Aber sie ließ sich nicht beeindrucken. „Ich bin Sailor Moon! Und im Namen des Mondes werde ich dich bestrafen!“ „Sailor Moon? Was willst du denn hier?“ stammelte Naru perplex.
„Lass dich von ihm nicht hinters Licht führen!“ Sailor Moon deutete mit dem Finger auf Neflite. „Der wahre Name von Masato Sanjoin ist Neflite! Und er ist ein Abgesandter aus dem Königreich des Dunklen!“
Entsetzt wich Naru zurück.
„Nein das kann nicht wahr sein! Ich glaube nicht das Mr. Sanjoin ein Verbrecher ist!“ Sie wandte sich an den Mann, neben ihr. „Sagen Sie dass das nicht wahr ist! BITTE!“
Neflites Gestalt wurde von einem geisterhaften Leuchten erhellt. Er hob die Hand und sammelte einen großen Energieball, den er auf Sailor Moon abgab. Er traf die überraschte Kriegerin mitten in die Brust und schleuderte sie mehrere Meter über den harten Boden.
„Ihr Sterne am Firmament, gebt mir die Kraft“, beschwor Neflite die nächste Attacke herauf.
Fünf leuchtend blaue Kugeln sammelten sich an seiner Handfläche und verbanden sich zu einem gewaltigen Strahl. Mit ungeheurer Geschwindigkeit schoss dieser auf Sailor Moon zu, welche noch halb am Boden saß und riss dabei unter lautem Getöse die Pflasterung des Bodens auf.
Der Schock lähmte ihre Glieder und sie sah sich außerstande aufzustehen und wegzulaufend, während das donnernde Licht immer weiter auf sie zukam. Plötzlich spürte Sailor Moon zwei Arme unter ihren Achseln, welche sich vor ihrer Brust kreuzten und sie mit in die Höhe rissen. Gerade noch rechtzeitig, denn unter ihnen zerschellte eine Betonsäule zu feinem Staub.
„Ahhhh!!! Tuxedo Mask!“ entfuhr es Sailor Moon freudig.
„Nicht ganz.“
Da spürte sie an ihrem Rücken, dass die Rettung eindeutig weibliche Attribute hatte.
„Sailor Titan?“
Die beiden landeten ein Stück weiter mit beiden Beinen auf dem Boden.
„Du steckst aber auch dauernd in Schwierigkeiten!“ bemerkte Titan trocken, nachdem sie Sailor Moon losgelassen hatte.
„Trotzdem, danke dass du mich gerettet hast!“
„Jetzt bist du nochmal davongekommen aber das war erst der Anfang!“ brüllte Neflite.
„PASST AUF!!!“ schrie Luna, die sich hinter einem Stein in Deckung brachte. Neflite attackierte sie mit Leuchtkugeln, die glühend vom Himmel herabfielen.
„Au Au Au! Das tut weh!“ heulte Sailor Moon los.
„Da hast du gar nicht mal Unrecht“, fluchte Titan, die ebenfalls einiges abbekam und die Zähne zusammenbeißen musste. Der Angriff endete und Neflite überkreuzte die Arme auf der Brust, um sich erneut Energie zu holen.
„Oh nein was kommt denn jetzt? Das ist gemein!“ plärrte Sailor Moon entnervt.
„Reiß dich zusammen!“ krähte Luna zu ihr rüber.
„Was für eine Schande!“
„Sailor Moon sei mutig!“
Zwei weitere Stimmen durchschnitten den Schauplatz.
„Da seid ihr ja!“ jubelte Sailor Moon, als sie ihre beiden Gefährtinnen Merkur und Mars erkannte.
„Wie schön dass ich euch alle zusammen habe. Dann könnt ihr gemeinsam eure letzte Reise antreten. HAAAA!“  Neflite fokussierte sich weiter auf seinen Angriff.
„MERCURY AQUA MIST!!!“
Sailor Merkur entschied, dass es das Beste wäre ihm zunächst die Sicht zu nehmen und schickte den Nebel ihrer Seifenblasen, welcher sich sofort wie eine Decke über den Park legte.
Neflite riss die Arme herab und blickte irritiert umher. „WO SEID IHR?“
„FIRE SOUL!!!“
Aus dem Nebel erschien ein Feuerstrudel, dem Neflite gerade noch durch einen beherzten Sprung ausweichen konnte. Trotzdem hatte er den Geruch versengter Haare in der Nase.
„ICE SHIVER!!!“
Von der anderen Seite krachten scharfe Eisplitter in seine Richtung und wieder sprang Neflite aus der Schusslinie. Diesmal kam er hart auf dem Boden auf und spürte einen leichten Schmerz im Knöchel.
„Herr Sanjoin!!!“ rief Naru entsetzt. Der Nebel lichtete sich und Neflite sah über seine Schulter zu ihr.
„Was denn? Du bist immer noch hier?!“
„MOON TIARA BOOMERAAANG!!!“ Sailor Moon schleuderte ihren Mondstein auf den Knieenden zu.
„Das auch noch!“ stöhnte Neflite und versuchte seine letzten Kräfte zu mobilisieren.
„HERR SANJOIN!!“ Naru stellte sich mutig mit ausgebreiteten Armen vor ihn.
„NARU!“ schrie Sailor Moon auf. „Geh da weg!“
„Nein!“ Naru war entschlossener denn je. „Ich werde ihn beschützen!!“
„MOON TIARA – STOP!!!“ Panisch versuchte Sailor Moon ihre Attacke abzubrechen. Sie hatte Glück. Naru hatte bereits die Augen geschlossen und das Gesicht zur Seite gedreht, als der Mondstein nur Zentimeter vor ihrem Kopf stoppte und schlingernd zu Boden fiel. Dort verwandelte er sich wieder in das Diadem zurück. Erleichtert atmete Sailor Moon aus.
„Ich bitte euch, tut Mr. Sanjoin nicht!“ flehte Naru die Kriegerinnen an.
„Wir können ihm aber niemals vergeben“, Merkur schüttelte den Kopf und Mars fügte hinzu: „Geh zur Seite!“ „Nein!“ Naru schüttelte den Kopf. „Dann müsstet ihr mich schon umbringen!“
Neflite sah erstaunt auf. „So viel bedeute ich diesem Mädchen?“ dachte er fassungslos.
„Warum willst du ihn denn unbedingt beschützen?“ herrschte Mars Naru an.
Deren Augen füllten sich mit dicken Tränen, welche lautlos über ihre Wangen rannten.
„Weil ich ihn so lieb habe“, entgegnete sie mit brüchiger Stimme. „Mein Herz gehört ihm.“
Erstaunt registrierte Neflite, dass der schwarze Kristall in seiner Hand zu leuchten begann. Er richtete sich auf und betrachtete ihn. „Reagiert der schwarze Kristall etwa auf zärtliche Gefühle? Geht die Liebe der Menschen so weit, dass sie sogar bereit sind zu sterben?“ Seine Gedanken rasten. Mit einem Mal war es wieder da… dieses Gefühl. Für den Bruchteil einer Sekunde… konnte er Narus Liebe fühlen. Sie war nicht fremd, sie erschien vertraut. Er konnte selbst kaum glauben was er da dachte, aber Neflite verstand sie mit einem Mal. Und so unerwartet wie es kam, verging es gleich wieder.
Denn jetzt erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Eine Geisha kam aus dem Nichts auf ihn zugeflogen und wollte ihm den schwarzen Kristall entreißen.
„Ist das der heilige Silberkristall?!“ Mit geschickten Karateschlägen wollte sie Neflite angreifen aber dieser wehrte geschickt ab. Allerdings fiel ihm dabei der schwarze Kristall zu Boden und kullerte Naru vor die Füße. Verwundert hob sie ihn auf.
„GIB IHN HEEEEEEEER!“ Yasha änderte den Kurs und wollte sich mit ausgestreckter Hand auf das Mädchen stürzen. „NARU!“ Neflites Hand schien ihren eigenen Willen zu entwickeln. Ohne darüber nachzudenken, schleuderte er einen Energieball auf die gruselige Geisha ehe sie Naru packen konnte. Yashas Maske zerbrach in zwei Teile und schützend barg sie ihre Hände vor das Gesicht.
„Neflite hat Naru gerettet?“ staunte Sailor Moon, die sich derweil ihr Diadem zurückgeholt hatte.
„Herr Sanjoin hat… hat mich gerettet….Das hätte ich nie gedacht, “ stotterte Naru völlig durcheinander. Das Ganze war zu viel für ihren überreizten Geist. Ohnmächtig sackte sie zusammen.

„NEFLITE…. Du seist auf ewig verdammt!“ Wimmernd riss sich Yasha die Klauen vom Gesicht. Aus der Gruselgeisha war dank der zerbrochenen Maske ein hässlicher Höllenteufel geworden. Zwei spitze Hörner ragten aus ihrem Kopf hervor. „Wie kannst du nur für einen Menschen kämpfen? Diesen Verrat sollst du büßen!!!“ Schreiend fegte sie auf Neflite zu und wollte ihm die Hörner in den Bauch stoßen. Dieser reagierte schnell, packte Yasha mit beiden Händen daran und schleuderte sie in die Luft.
„MOON TIARA BOOMERAAAANG!“  Sailor Moon schickte ihren Mondstein ein zweites Mal auf den Weg und diesmal traf er das gewünschte Ziel. Yasha bekam keine Chance mehr Neflite erneut anzugreifen, da Sailor Moons Geschoss sie umgehend vernichtete.
„NEEEEEEIN!“ Der laute Brüller hallte noch als letzter Gruß durch die Nacht.
„Naru!“ Sailor Moon und die anderen liefen zu ihrer Freundin, welche reglos am Boden lag.
Vorsichtig bettete sie Narus Kopf in ihren Schoss. Neflite stand reglos daneben und besah sich ein letztes Mal den Diamanten, welchen er von Naru erhalten hatte. Dann kniete er sich herab und legte ihn behutsam auf ihre Handfläche.
Anschließend drehte er sich um und wollte davon gehen, aber Sailor Moons Stimme hielt ihn zurück.
„Sag mal Neflite, wie wäre es wenn du dir mal ein paar Gedanken um Naru machen würdest?“ giftete sie ihn an. „Nein. Wir sind quitt.“
„Ich rede nicht davon, dass ihr euch gegenseitig gerettet habt!“ Sailor Moon war empört über seine Kaltschnäuzigkeit.
„Berührt dich das gar nicht? Hast du kein Herz?“ schloss sich Merkur an.
„Es ist wohl überflüssig ihn danach zu fragen“, stellte Mars bitter fest. Titan hingegen schwieg.
„Das hast du schnell kapiert.“ Neflite zog die Mundwinkel nach oben. „Wenn wir erst einmal den heiligen Silberkristall haben, wird der ganze Weltraum vom Königreich des Dunklen regiert werden. Und eines kann ich euch versprechen meine Lieben. Eure Tage als Kriegerinnen für Liebe und Gerechtigkeit werden bald gezählt sein. Auf Wiedersehen…!“ Lachend ging er weiter und löste sich  nach ein paar Schritten im Nichts auf.
„Und du sagst gar nichts dazu?“ wandte sich Mars an Titan.
Diese sah auf die ohnmächtige Naru herab.
„Liebe hält eine Menge Demütigungen bereit“, meinte sie tonlos. „Wir sehen uns wieder.“
Mit einem Sprung war sie in die Nacht verschwunden.
„Warte doch!!!“ rief Merkur vergebens hinterher.
„Mr. Sanjoin wo sind Sie…“ stöhnte Naru mit geschlossenen Augen und drehte den Kopf hin und her. Es brach Sailor Moon das Herz sie so zu sehen.

In diesem Moment leuchtete ein Stern hell am Nachthimmel auf.
Sailor Moon faltete die Hände und schickte eine stumme Bitte empor.
„Venus, Planet der Liebe… Bitte sorg dafür, dass Neflite Narus Zuneigung zu schätzen weiß…“



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Hallo ihr Lieben,

der Tod nähert sich und damit auch eine der traurigsten Folgen im Anime.
Um davor noch ein wenig abzulenken, hier wieder ein paar Infos zum heutigen Kapitel:
Ich wollte das Schwimmbad namentlich benennen und habe mir dazu das Tokyo Summerland ausgesucht, weil mir der Name gefallen hat.
Mit Entsetzen habe ich auf deren Homepage (und anschließend weiteren Recherchen) festgestellt dass ich für einen Japanurlaub ungeeignet wäre. Zumindest was Schwimmbäder, Saunen, Fitness, Wellness angeht:-O Tatsächlich ist es auch heute noch so, dass tätowierte Menschen in Japan nicht überall Zutritt bekommen. WTF? So ein kleines Röslein am Knöchel kann man ja mal überschminken aber was macht denn so eine volltätowierte Hexe wie ich, die seit 20 Jahren regelmäßig „unter der Nadel“ liegt? Selbst meine Finger sind bestochen :D Gut dann halt kein Wellnessurlaub in Tokyo.

Weiter im Text.
Um die Handlung runder zu gestalten, habe ich wieder versucht ein paar Logiklücken aus der Animefolge zu schließen:
Zoisite sprach Kunzite in dieser Episode mit „Lord Kunzite“ und „Ihr“ an (*Ihr* wisst immer eine Lösung). In der vorherigen allerdings, nur mit Kunzite und nicht so geschwollen. Also habe ich es so belassen.
Naru erwähnte am Telefon den Sangapo Park, theoretisch hätte ihre Mutter das hören und Bunny sagen können, wo sie ihre Tochter vermutet. Woher wusste Bunny also, wo sie hin musste?
Und noch besser – wie sind eigentlich Ami und Rei alarmiert worden und dort hingekommen?
Der „Sangapo – Park“ ist übrigens eine reine Fiktion, zumindest habe ich nichts darüber gefunden. Sein Name stammt aus dem Anime.
Nachdem Sailor Moon den Mondstein das erste Mal geworfen hatte, wurde sie in den darauffolgenden Szenen mit nackter Stirn gezeigt. Dann war das Diadem plötzlich wieder da. Ist die Tiara ein nachwachsender Rohstoff, hat sie es aufgehoben oder kehrt dieser alleine wieder zu ihr zurück? Eine Frage die ich mir allerdings seit der ersten Folge stelle, da die Tiara immer umgehend nach der Attacke wieder auf Sailor Moon Stirn saß. Gut - in diesem Kapitel hebt sie sie halt auf, da der Mondstein noch ein zweites Mal zum Einsatz kam.
Tuxedo Mask tauchte in dieser Folge nicht auf und Neflite betitelte Zoisite darin ernsthaft als „nette, junge Frau :D Stammt also nicht aus meinem Kopf.

In diesem Sinne, wünsche ich euch noch einen wunderbaren Samstag, wir lesen uns morgen zu „Der Verrat.“  Eine sehr traurige Folge und zusammen mit ihr wird noch ein kleines Geheimnis gelüftet.

Am Montag stößt dann endlich die „reguläre“ vierte Kriegerin zum Team. Danach begebe ich mich erstmal ein paar Tage in Pause.

Liebste Grüße
Ina












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