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Moonlight Story - First and Last and Always

GeschichteAbenteuer, Romance / P12 / Mix
Ami Mizuno / Sailor Merkur Makoto Kino / Sailor Jupiter Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion OC (Own Character) Rei Hino / Sailor Mars Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
01.09.2021
26.11.2021
48
280.400
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07.10.2021 6.100
 
„Und du bist dir ganz sicher?“ Mamoru drehte sein Weinglas unschlüssig in den Händen.
Serena nickte. „Dieser Neflite… er hat etwas in mir gesehen. Es war als würde er mich kennen und sei selbst überrascht darüber.“
„Aber wie konnte er dich enttarnen?“ Mamoru lief unruhig im Wohnzimmer hin und her.
„Jetzt beruhige dich doch mal.“ Serena machte es ganz nervös wenn ihr Bruder nicht stillsitzen konnte. „Ich bin überzeugt davon, dass er nicht weiß wer hinter Sailor Titan steckt. Vielleicht, hat er sie...mich… aus der Vergangenheit gekannt. Eine Vergangenheit, der wir beide bis heute noch vergeblich hinterherjagen.“  
„Trotzdem.“ Endlich setzte sich Mamoru wieder. „Wir sollten sehr vorsichtig sein.“  
Nachdenklich betrachtete er die rubinrote Flüssigkeit in seinem Glas, welche durch die Bewegung seiner Hände unruhig hin und herschwappte. Eine Sache verschwieg er Serena immer noch.
Dass er das Gefühl hatte, Sailor Moon aus der Vergangenheit zu kennen. Und das zwischen ihnen eine ganz besondere Verbindung bestand.

Neflite schwebte am nächsten Tag auch immer noch in Bunnys Kopf herum. Masato Sanjoin…. Zumindest kannten sie im Gegensatz zu Jedite seine Tarnung. Die großen Vier…also gab es noch mehr von diesen finsteren Gestalten in Uniform. Es war zum Verrücktwerden. Zum Glück ging es Naru wieder besser, sie wurde schon nach einem Tag aus dem Krankenhaus entlassen. Bunny entschied, dass etwas Ablenkung jetzt nicht schaden könnte und machte es sich im heimischen Wohnzimmer bequem. Im Fernseher lief gerade die Ankündigung über den Start der Sailor V Serie am kommenden Sonntag.
„Ach ich beneide Sailor V dass sie im Fernsehen ist“, seufzte Bunny. „Warum kann man mit mir keine Zeichentrickserie machen?“  Die Frage galt Luna, welche neben ihr vor sich hinpennte.
“Da würden sich alle Bleistifte weigern, so eine Figur zu zeichnen…“ kicherte die Katze still in sich hinein.

Die Sailor V Zeichnerinnen Hiromi Matsuno und Kazuko Tadashita waren gerade nach einer Besprechung mit ihrem Produzenten, auf dem Rückweg in das Trickfilmstudio.
„Ach, ich kann seine Gedanken einfach nicht umsetzen“, jammerte die etwas burschikose Hiromi. „Vielleicht sollte ich mir einen anderen Beruf suchen.“
„Quatsch,“ entgegnete Kazuk0. „Lass dich doch nicht entmutigen, Hiromi!“
Sie blieb stehen und sah ihre Freundin beinahe böse an.
„Das war doch nur ein Witz. Mit diesem Typen lege ich mich gerne an,“ winkte Hiromi schnell ab. Obwohl ihr die vorangegangene Besprechung mit dem übergewichtigen Produzenten noch im Magen lag.
„Leidenschaftlichere Beine…“ hatte er von den Zeichnerinnen verlangt. Der hatte sie wohl nicht mehr alle beisammen. Aber besser sich vor Kazuko nichts anmerken zu lassen.
„Genau das wollte ich von dir hören.“ Kazuko deutete auf den Straßenverlauf.
„Also, wer zuerst am Studio ist! Los!“ Damit rannte sie lachend voran.
„Heee warte!“ Hiromi flitzte hinterher und verlor dabei eine ihrer Entwurfsmappen. Diese fiel Ami vor die Füße, welche gerade aus einem Laden herauskam.
„Hallo! Warte mal!“ rief sie Hiromi nach, aber die konnte sie nicht mehr hören. Ami hob die Mappe auf und betrachtete sie neugierig.
„Trickfilmstudio Dive. Und die Adresse steht auch drauf.“ Sie sah auf ihre Uhr. „Sowas Blödes, ich muss jetzt dringend in meinen Kurs. Na was solls, dann bringe ich sie eben später zurück.“

Für Neflite gab es kein später. Die Zeit drängte, denn sein Ansehen bei Königin Perillia war so gut wie verspielt. Zoisite versprühte ebenfalls ihr Gift und dass zusätzlich eine vierte Sailorkriegerin aufgetaucht war, trug nicht gerade zur Besserung seiner Situation bei. Jetzt musste er harte Maßnahmen ergreifen.
„Die Sterne wissen alles“, murmelte er mechanisch. Vor ihm schwebte die Projektion durch den Raum, bereit ihm zu zeigen welche Auswahl getroffen wurde.
„Licht und Schatten lassen Träume wahr werden. Das Sternenbild der Zwillinge stellt die Energie zur Verfügung. Castor und Pollux. Es wird Zeit auf die bösesten der Bösen zurückzugreifen.“
Neflite sah auf. Das Bild einer Frau erleuchtete das Dunkel. Kurze, schwarze Haare, dunkle Augen, Brille. Ein beinah männliches Aussehen. „Hiromi Matsuno. Sie ist das nächste Ziel.“ Neflite wollte sich gerade abwenden, als das Sternbild noch einmal aufleuchtete. Verwundert sah er zu, wie das Bild Hiromis verschwand und eine Silhouette formte. „Was hat das zu bedeuten?“ Konzentriert riss er die Augen etwas weiter auf.
„Das sieht aus wie… Diese Kriegerin der ich neulich begegnet bin. Sailor Titan. Was hat sie mit dem Sternenbild der Zwillinge zu tun?“ überlegte Neflite halblaut. Die Projektion verschwand, so schnell wie er sie gerufen hatte. Vielleicht eine Warnung, dass genau diese Kriegerin seine Pläne durchkreuzen würde. Nun, er war vorbeireitet. Gegen Castor und Pollux hatten selbst die Sailorkriegerinnen keine Chance. Jetzt würde er sich erst einmal um Hiromi kümmern

Im Zeichentrickstudio Dive herrschte Hochstimmung. Die Serie Sailor V versprach ein großer Erfolg zu werden und alle freuten sich mit den beiden Hauptzeichnerinnen. Als der Feierabend nahte, ging Kazuko noch schnell Essen einkaufen, da sie und Hiromi gerne einmal eine Nachtschicht einlegten. Während die restlichen Mitarbeiter sich auf den Weg nach Hause machten, saß Hiromi bereits wieder an ihrem Zeichentisch. Frustriert zerriss sie ein Blatt, begann wieder von vorne und zerknüllte dieses bereits auch nach wenigen Minuten. Schließlich stand sie entnervt auf, rückte ihre Brille zu Recht und vertrat sich im Raum etwas die Beine. Dabei kam Hiromi auch an Kazukos Tisch vorbei und beschloss einen kleinen Blick auf deren Entwürfe zu wagen. Ein paar Blätter lagen schon oben auf und dass, was sie zeigten, verschlug Hiromi den Atem. „Kazukos Zeichnungen sind unglaublich“, murmelte sie beinahe geschockt. „Ich wusste gar nicht, dass sie so gut zeichnen kann!“ Vorsichtig schob das Mädchen die Blätter beiseite aber auch die nachfolgenden Bilder waren in ihren Augen einfach perfekt. „Das ist ja Wahnsinn. Als würde Sailor V leben!“ Frustriert und geknickt setzte sich Hiromi wieder an ihren Tisch und rieb sich müde die Stirn. Schließlich zog sie ihre Tischschublade auf und holte eine kleine blecherne Stifteschachtel hervor. „Ich muss wohl wieder mit diesen Stiften zeichnen“, meinte Hiromi leise zu sich selbst. Dann schweiften ihre Gedanken in die Erinnerung hinab.

Sie waren noch zwei junge Schülerinnen im letzten Schuljahr, Kazuko und sie. Beide strebten eine Ausbildung zu professionellen Zeichnerinnen an und opferten ihr gesamtes Taschengeld und Freizeit in ihren Traum um noch besser zu werden. Es war ein schöner Nachmittag, als Kazuko und Hiromi durch ein großes Kaufhaus schlenderten und vor einer Auslage mit Stiften stehenblieben.
"Oh sieh mal Kazuko!“ Begeistert kniete sich Hiromi vor die Glasscheibe. „Da gibt es neue Buntstifte, die sind nur für Profizeichner!“
„In limitierter Auflage!“ staunte auch Kazuko mit großen Augen.
„Ab dem nächsten Frühjahr sind wir auch Profizeichner… Aber wenn ich ehrlich bin, würde ich die Stifte am liebsten sofort kaufen,“ schwärmte Hiromi.
„Gut, dann kaufen wir sie eben.“ Kazuko stand auf und winkte der Verkäuferin.
„Aber die sind doch unheimlich teuer,“ merkte Hiromi an.
„Was solls, dann kaufen wir sie eben zusammen.“ Kazuko ließ sich nicht davon abbringen.
Und so kauften sie die teuren Stifte zusammen.
Wieder draußen, setzten sich die beiden auf eine Treppe und Kazuko packte ihren erworbenen Schatz auf. Sorgfältig arrangierte sie die Stifte zu gleichen Teilen in zwei Schachteln und reichte eine davon Hiromi. Ein Strahlen ging über deren Gesicht.
„Siehst du? Wir teilen sie und bewahren sie in unseren alten Schachteln auf. So können wir beide damit malen. Aber vergiss nicht, wir sind noch keine Profizeichnerinnen. Wir dürfen sie also nur zu besonderen Gelegenheiten nutzen und jede muss die andere erst um Erlaubnis fragen, die Schachtel zu öffnen. Einverstanden?“ „Einverstanden“, lachte Hiromi.
Kazuko hielt ihr den kleinen Finger zum Schwur hin.
„Großes Ehrenwort?“
Hiromi hakte sich ein.
„Großes Ehrenwort.“

Jetzt war ihr Kopf wieder in der Gegenwart angekommen. Unschlüssig drehte Hiromi ihre Schachtel hin und her. „Ich hab Kazuko zwar versprochen sie zu fragen wenn ich die Stifte benutzen will“, grübelte sie halblaut, ehe sie den Deckel hochklappte. Nur noch ein einzelner Stummel sah ihr entgegen. „Aber ich habe sie schon sooft benutzt, ohne dass sie etwas davon wusste. Ich kann einfach mit diesen Stiften viel besser zeichnen….“
Traurig nahm Hiromi den letzten Rest aus der Schachtel und machte sich wieder an die Arbeit.

Ami war gerade auf der Suche nach dem Studio. Ihr Kurs war vorbei und zuverlässig wie sie war, wollte sie die Mappe auf schnellstem Weg zurück zu ihrem Besitzer bringen. „Hier muss es irgendwo sein.“ Suchend sah sie sich links und rechts um, als ein roter Sportwagen mit hoher Geschwindigkeit an ihr vorbeiraste. Für einen Moment konnte sie das Gesicht des Fahrers erkennen welcher mit ausdrucksloser Miene am Steuer saß.
„Masato Sanjoin?“ murmelte Ami ungläubig. Sie war ihm selbst noch nie in seiner Tarnidentität begegnet, aber Bunny hatte ihn und seinen Wagen so gut es ging beschrieben. „Das ist Neflite.“
Sie versuchte sie an den kurzen Moment zu erinnern, als sie den General im Kaufhaus sah. Ami entschied aus einem Impuls heraus, dem Wagen in die Richtung nachzulaufen die dieser genommen hatte.
Und staunte nicht schlecht, als sie kurz darauf vor dem Zeichentrickstudio Dive stand. Auf dem Parkplatz, stand verlassen der rote Sportwagen.

Hiromi grübelte immer noch ob es richtig war, Kazuko zu hintergehen und ohne ihr Wissen die besonderen Stifte zu nutzen. „Aber wenn ich sie nicht benutzt hätte, hätte ich nur halb so viele Entwürfe wie Kazuko“, rechtfertigte sie sich halblaut. Plötzlich fiel ein Schatten den Tisch. Hiromi schreckte zusammen, als ein großer, attraktiver Mann mit halblangen braunen Haaren neben ihrem Stuhl auftauchte.
„Entschuldigen Sie, habe ich Sie erschreckt?“ Seine Stimme war warm, angenehm.
Trotzdem entgleisten Hiromi die Gesichtszüge. „Wer…wer sind Sie?“
Er überging die Frage. „Sie sind doch bestimmt Miss Hiromi Matsuno. Ich bin ein sehr großer Fan von Ihnen und wollte fragen ob ich Ihnen bei der Arbeit zusehen darf?“
Mit diesen Worten beugte sich Masato Sanjoin über den Tisch und tat so als wolle er die Entwürfe betrachten. Schützend warf sich Hiromi darüber.
„N-nein, lieber nicht!“
Ihm war es egal. Denn noch ehe sich Hiromi versah, hatte er die dunkle Energie in ihren kleingespitzten Stift geleitet. Wie durch Zauberhand wuchs dieser wieder zu seiner ursprünglichen Größe heran. Während ihm das Mädchen verwirrt nachsah, verließ Masato grinsend das Studio. „Jetzt brauch ich den Sailorkriegerinnen hier nur noch auflauern.“
„NEFLITE!!!“
Er sah auf und sah zu seinem größten Erstaunen eine Kriegerin vor sich. Kampfeslustig stand sie mit auf dem Dach seines Wagens.
„Ich weiß dass du wieder etwas Böses vorhast! Und ich, Sailor Merkur, werde das verhindern!“
„So?“ Neflite schmunzelte. „Da wäre ich mir an deiner Stelle nicht so sicher.“
Aus dem Stand heraus überwand er die wenigen Meter zwischen ihnen mit einem kräftigen Sprung und kam nur Millimeter vor seiner Autotür zum Stehen.
Mit einem Handkantenschlag fegte er die Beine der zierlichen Kriegerin beiseite, so dass diese mit einem Aufschrei über das Heck des Autos kullerte und auf dem harten Boden aufkam.
„Wir haben diesmal die Energie der zwei grausamsten Sterne“, bemerkte Neflite gehässig und setzte sich ans Steuer. „Ich würde dir empfehlen, euch gut vorzubereiten.“
Damit schlug er die Autotür zu und gab Gas. Mit durchdrehenden Reifen raste er los. Merkur rappelte sich auf und sah ihm mit offenen Mund hinterher. „Angeber!!!“
Sie musste rausfinden was er in diesem Studio wollte. Schnell verwandelte Merkur sich zurück in Ami. Die Mappe hatte sie hinter einem Busch versteckt, zog sie von dort hervor und betrat die Räumlichkeiten. Nur wenige Meter nach dem Eingang sah sie ein Mädchen mit braunen Haaren stehen.
„Hallo!“ rief Ami vorsichtig und streckte die Mappe wie zur Entschuldigung für ihr Eindringen entgegen. „Ich glaube ihr habt das hier auf der Straße verloren.“
„Oh!“ Erfreut lief Kazuko auf sie zu. „Vielen Dank! Das ist wirklich sehr wichtig für uns. Hiromi, du musst dich auch bedanken!“
Sie sah zu ihrer Freundin, welche gerade den Gang passierte und die beiden keines Blickes würdigte. Hiromi betrat einen Raum direkt neben Ami und knallte die Türe hinter sich zu. Entschuldigend sah Kazuko sie an.
„Es tut mir sehr leid. Wenn Hiromi unter Zeitdruck arbeiten muss, ist sie kaum ansprechbar.“
„Aber das macht doch nichts.“ Ami lächelte freundlich.
Da hatte Kazuko einen Vorschlag, der ihr sehr zu Gute kam. „Komm doch einfach morgen nach der Schule vorbei und sieh uns beim Arbeiten zu. Ein kleiner Dank dafür dass du uns die Mappe zurückgebracht hast.“
„Ja das würde ich gerne!“ Höflich dankte Ami und verabschiedete sich dann rasch. Kazuko sah besorgt auf die geschlossene Tür, hinter welcher sich ihre Freundin verschanzt hatte.
„Ich möchte wissen was mit Hiromi los ist?“ grübelte sie.
Auch Ami machte sich beim Weggang ihre Gedanken. „Ich möchte wissen, was Neflite hier zu suchen hatte. Das muss ich herausfinden.“

„Das sieht dir überhaupt nicht ähnlich, Ami!“ schimpfte Luna am nächsten Tag, als sie Bunny und Ami in der Pause auf dem Schulhof aufsuchte. Unauffällig hatten sich die drei in eine Ecke verdrückt, wo Ami von ihrer Begegnung am Vorabend erzählte. „Wie kommst du dazu den Kampf mit Neflite allein aufzunehmen?“
„Es tut mir leid“, meinte Ami zerknirscht.
„Luna hat Recht!“ rief Bunny energisch. „Ich wäre doch sofort gekommen um dir zu helfen!“
„Soso? Das wiederum würde Bunny überhaupt nicht ähnlich sehen, “ meinte Luna trocken.
„Das ist doch das Studio in dem die Sailor V Serie gezeichnet wird! Vielleicht komme ich ja so zu einem Gastauftritt!“ jubelte Bunny auf.
„Also du bist wirklich ganz schön durchtrieben, “ kommentierte die Katze weiter.
„Wie dem auch sei, wir sollten nach der Schule die Zeichnerinnen besuchen und uns umsehen. Gemeinsam finden wir bestimmt heraus, was Neflite wieder im Schilde führt, “ wandte Ami ein.
„JAAAAAA! Und wenn wir ihnen helfen, bekomme ich vielleicht sogar eine Gastrolle!“ Das kam wieder von Bunny. Ami zog ihren Kommunikator hervor.
„Ich sage noch Rei Bescheid.“
Es dauerte ein paar Sekunden, dann erschien deren Gesicht auf dem Display. In knappen Worten schilderte Ami die Lage. „Ich weiß nicht. Ein Trickfilmstudio? Das ist doch was für kleine Kinder. Mich bringen da jedenfalls keine zehn Pferde da rein. Außerdem wollte ich nach der Schule mit Reena einen Einkaufsbummel machen.“
„Rei!“
Die Schwarzhaarige verdrehte die Augen. „Ja ich sehe was ich tun kann.“
In Wahrheit brannte Rei nur darauf, auch einen Blick hinter die Kulissen des Studios werfen zu dürfen. Sie war ein großer Sailor V Fan aber wollte das natürlich vor den anderen nicht zugeben. Schließlich hatte sie jetzt einen Studenten als Freund, der sollte sie nicht für kindisch halten.
Serena holte Rei nach der Schule mit dem Auto ihres Bruders ab. „
Hey Reena!“ Freudig winkend lief Rei auf sie zu und genoss die neidischen Blicke ihrer Klassenkameradinnen als sie in das schicke Gefährt einstieg. „
Na Raven. Wie war die Schule?“ fragte Serena und startete den Wagen.
„Wie immer. Unspektakulär. Du hör mal, “ Rei druckste etwas herum. „Ami hat eine Einladung bekommen ins Trickfilmstudio Dive. Dort wird die Sailor V Serie gezeichnet. Und ich dachte mir, statt einzukaufen könnten wir heute…“
„Klar, warum nicht“, antwortete Serena und lenkte den Wagen die Straße runter.
„Was, wirklich?“ Rei war erstaunt. „Was denn, denkst du mit achtzehn ist man zu alt für Comics?“ Serena lächelte. „Ich mag Sailor V.“  
„Oh das ist ja klasse!“ Entspannt ließ sich Rei in den Ledersitz zurückfallen.
„Dann müssen wir aber erst einmal zu mir, ich will mich noch umziehen und ein paar Sachen mitnehmen.“
„Kein Problem.“ Serena wendete und fuhr in Richtung Hikawa Tempel. „Sailor V. Vielleicht ist in dem Studio etwas über sie herauszufinden. Wir wissen immer noch nicht ob sie nur Fiktion ist oder tatsächlich etwas mit allem zu tun hat, “ ging es ihr durch den Kopf.

Neflite saß auf der Terrasse seines düsteren Hauses. Der Sieg war ihm sicher also hatte er eine Flasche Hibiki geöffnet, welche vor ihm auf dem Tisch stand. Gerade nahm er einen Schluck aus seinem Glas, als sich die Atmosphäre leicht veränderte um einen ungebetenen Gast anzukündigen.
„Du scheinst ja große Zuversicht zu haben.“
Neflite nahm seinen Drink von den Lippen. „Du schon wieder.“
Zoisite schlenderte an ihm vorbei und lehnte sich lässig an die Brüstung. „Läuft wenigstens diesmal alles so, wie du es geplant hast?“
„Mhm.“ Neflite bejahte mit diesem Ausdruck. „Alles läuft zu meiner Zufriedenheit.“
„Dann scheinst du dir deines Erfolges ja schon sicher zu sein.“  Zoisite lächelte süßlich. „Ich werde alles aufmerksam beobachten.“
Neflite unterdrückte ein Stöhnen. Er setzte das Glas ab und stand auf.
„Willst du lieber nochmal auf Nummer sicher gehen?“ zwitscherte Zoisite und drehte eine ihrer blonden Locken zwischen den Fingern.
Neflite ignorierte sie und verschwand. Ein Kontrollblick würde nicht schaden.

„Was habt ihr denn so lange gebraucht?“ empfing Rei ihre Freundinnen schimpfend. Bunny, Ami und Luna kamen reichlich spät um die Ecke gewackelt.
„Wir sind nur zu spät weil ein gewisser jemand wieder nachsitzen musste“, erklärte Luna mit Seitenblick auf Bunny. Diese machte sich so klein es nur ging.
„Aber Rei, war dir das nicht zu kindisch herzukommen?“ fragte Ami argwöhnisch nach. Ihr war die große Tüte aufgefallen, die diese mit sich schleppte.
„Als du gesagt hast, dass vermutlich Neflite etwas damit zu tun hat, bin ich natürlich sofort hergekommen um euch nicht alleine zu lassen,“ erzählte Rei hektisch. „
Komisch, irgendwo habe ich heute sowas schon mal gehört,“ merkte Luna an und verstummte in dem Moment, als Serena um die Ecke kam, die sich noch schnell einen Kaffee geholt hatte.
„Na sowas. Hallo Reena!“ Ami war überrascht, aber freute sich sie zu sehen.
„Hallo Ami! Bunny! Ach und die Katze habt ihr auch dabei, wie niedlich.“ Vorsichtig kraulte Serena Luna unter dem Kinn und diese ließ es sich auch noch brummend gefallen.
Bunny knurrte ihr Hallo wesentlich skeptischer. Sie fand mittlerweile, dass Serena weder ihrem idiotischen Bruder noch Rei an Zynismus und Gehässigkeit nachstand. Besonders wenn es auf ihre Kosten ging. Daher hielt sie sich lieber etwas bedeckt.
„Ich habe Reena gefragt ob sie mich begleiten möchte“, erzählte Rei freudig. „Sie mag Sailor V auch gerne.“
„Auch?“ krähte Bunny. „Erwischt Rei! Von wegen so ein Studio ist nur für kleine Kinder. HAHA!“
„Wir sollten besser reingehen, wir sind dank Bunny eh schon spät dran!“ Schnell schaltete sich Ami ein, bevor es wieder zu einem Streit kam.
„Warum hast du sie mitgenommen?“ zischte Luna Rei zu, die sie jetzt auf dem Arm trug.
Ami und Bunny waren mit Serena vorangegangen, so dass sie außer Hörweite waren.
„Wie meinst du das?“ flüsterte Rei zurück. Luna rollte mit den Augen.
„Ich rede davon, dass Neflite hier vermutlich wieder seine Hand im Spiel hat. Wie willst du Reena da raushalten?“
„Geht ihr schon voran, ich muss mir noch schnell den Schuh neu binden!“ rief Rei nach vorne und ging schnell in die Hocke.
„Ist gut! Aber beeil dich!“ Ami verschwand mit den beiden anderen im Inneren.
„Also, ich höre?“ Luna sah Rei an, dass dieser was auf der Seele brannte.
„Ich habe öfters vermutet, dass Mamoru unser Tuxedo Mask ist.“
Luna seufzte. „Was hat das mit seiner Schwester zu tun?“
„Naja….“ Rei sah die Katze aus ihren tiefen, dunklen Augen an. „Ich glaube…es könnte doch sein dass… dass Reena hinter Sailor Titan steckt.“
„Meinst du?“ Luna legte den Kopf schief. „Nunja. Ich weiß dass du ein außergewöhnliches Gespür hast Rei, aber ich denke dass du dich in diesem Fall irrst. Zwar bin ich mir selbst nicht so ganz sicher wie ich dieses Mädchen einzuordnen habe, aber eine Sailorkriegerin ist sie nicht. Das hätte ich bestimmt schon bemerkt, sooft wie wir ihr schon begegnet sind. Und was Mamoru angeht, da spielt dir die Fantasie einen Streich. Du bist verliebt und das kann einem schon mal die Sinne vernebeln, dass siehst du ja an Bunny. Sie ist auch laufend der Meinung, dass Motoki hinter Tuxedo Mask steckt. Was allerdings ihn und Sailor Titan angeht, solltet ihr auf der Hut sein. Nur weil sie euch jedes Mal helfen heißt es noch lange nicht, dass die beiden unsere Freunde sind.“
Luna rieb ihren Kopf an Reis Knie, die jetzt sehr nachdenklich wirkte. „Nun lass uns reingehen, die anderen warten sicher schon.“

Im Studio selbst, hatte Rei schnell mit dem Grübeln aufgehört. Kreischend wie kleine Kinder liefen sie und Bunny von einem Zeichentisch zum nächsten, guckten frech über die Schultern der Arbeitenden und bejubelten jede gemalte Fingerspitze, die sie von Sailor V zu sehen bekamen.
„Tut mir leid dass wir so viel Unruhe in euer Studio bringen“, entschuldige sich Ami verlegen bei Kazuko.
Aber diese winkte lächelnd ab. „Das macht doch nichts. Hauptsache es gefällt euch hier.“
Der Besuch der Mädchen war auch für sie selbst eine willkommene Ablenkung. Kazuko war mehr als besorgt über Hiromis merkwürdiges Verhalten, welches diese seit gestern an den Tag legte. Ihre Freundin hatte die ganze Nacht durchgearbeitet und am Morgen einen Haufen Entwürfe präsentiert, welche per Kurier an den Produzenten rausgingen. Sie weigerte sich im Großraumbüro zu arbeiten und zog sich in eine kleine Kammer neben dem Eingang zurück. Es war ganz und gar untypisch für sie.

„Der Wahnsinn!“ krähten Bunny und Rei gerade begeistert als die Tür zu Hiromis neuem „Büro“ aufgeschoben wurde.
„RUHE!!!!!!!!!“
Mit finsterem Blick marschierte sie auf die Mädchen zu, welche ganz kleinlaut wurden.
„Hier wird gearbeitet also könntet ihr ENDLICH MAL DIE KLAPPE HALTEN!!! Ihr stört mich!!!!“
Wutentbrannt funkelte sie die beiden an.
„Hiromi!“ Kazuko stand entsetzt auf. „Warum bist du so unhöflich? Sie sind Besucher und wollten uns nur bei der Arbeit zusehen.“
„Ich weiß genau warum die hier sind“, lachte Hiromi höhnisch. „Alles, was die hier wollen sind Filmschnipseln und Autogrammkarten.“
Kazuko wollte nicht glauben was sie da hörte. „Wie kannst du nur so etwas sagen! Das sind sehr nette Mädchen!“ Rei versuchte unauffällig die Tüte mit den Heften zum Signieren, hinter ihrem Rücken zu verbergen. Da fiel ihr auf, dass sie Serena gar nicht mehr sah. Vermutlich war diese nur zur Toilette gegangen oder vor dieser unhöflichen Zeichnerin geflohen.

Beides traf nicht zu. Während die versammelte Mannschaft im Zeichenbüro vor Hiromis Wutausbruch zusammenzuckte, hatte sich Serena davongestohlen um unauffällig alles unter die Lupe nehmen zu können. Sailor V, ihr einziger Hinweis vom ersten Tag an. Vielleicht war dieses Studio ihre Tarnung?  Es konnte auf jeden Fall nicht schaden etwas zu schnüffeln.
Serena durchstreifte gerade eine Art Archiv als ihr Blick aus dem Fenster fiel. Der Himmel schien sich an genau einer Stelle gefährlich zu verdunkeln. Der Anblick verursachte ihr eine Gänsehaut. Da schoss ein scharfer Schmerz quer durch ihren Kopf. Schützend umfasste sie ihn mit beiden Händen aber er zwang sie regelrecht in die Knie. Bilder flammten in der Schwärze ihres Gedächtnisses auf.
Große Felsbrocken die zu Boden prallten. Eine Umgebung, die ihr vertraut war.
„Ich werde euch beschützen.“
„Du musst sie retten… Bitte rette sie.“
„Wie konntest du nur… wie konntest du das nur tun?!“
„Du hast mich verraten…“
„Ich habe keinen Glauben mehr. Nicht an dich, nicht an diese Welt.“
Stimmfetzen prallten an Serenas Ohr. Schwer atmend stützte sie sich mit den Händen auf dem Boden ab. „Mein Traum!“ fuhr es ihr durch den Kopf. „Ich erkenne ihn wieder. Aber…. wieso sucht er mich plötzlich am Tag heim…“
Der Schmerz verschwand so schnell wie er gekommen war. Serena saß am Boden und versuchte ihr pulsierendes Herz zu beruhigen, als sie fast beiläufig durch das Fenster nach draußen sah. „Das glaub ich jetzt nicht!“ entfuhr es ihr.

Den gleichen Satz gab im selben Moment Kazuko von sich. Hiromi hatte ihre Schimpftirade unterbrochen, da sie ans Telefon gerufen wurde. Der Produzent der Serie war dran und lobte sie in höchsten Tönen für die fantastischen Entwürfe, welche der Kurier gebracht hatte. Er wies Hiromi an, sich für den Schluss der Serie noch einen richtigen Knaller einfallen zu lassen. Und den präsentierte diese auch prompt.
„Sailor V muss umgebracht werden. Die Kinder heutzutage wollen Gewalt sehen,“ hauchte Hiromi finster in den Hörer, ehe sie auflegte. Das empörte Geschrei des Produzenten, war für alle im Raum hörbar gewesen.
„Hiromi! Was ist denn nur in dich gefahren?“ flehte Kazuko sie an.
„Mir wurde die Aufgabe erteilt, mich um den Schluss zu kümmern. Und ich werde nicht dulden, dass sich irgendjemand dabei einmischt klar?“ fauchte Hiromi sie an.
„Aber Hiromi!“ In Kazukos Augen stiegen dicke Tränen. „Du hast selbst immer gesagt, Zeichentrick ist Teamarbeit! Das waren deine Worte!“
Hiromi verzog die Lippen zu einem verächtlichen Lächeln. Wortlos stiefelte sie an den ungläubigen Blicken der Kollegen vorbei und ging nach draußen.
„Ich spüre eine böse Aura“, flüsterte Rei Bunny zu. Diese nickte. „Kommt mit, wir müssen ihr nach!“
Zusammen mit Ami und Kazuko verließen die beiden das Studio, während die anderen Mitarbeiter sich wieder an die Arbeit machten. Von der ehemals heiteren Stimmung war nichts mehr zu spüren.
„Hiromi!! Hiiiiiiroooooomiiii!“ rief Kazuko lauthals, da sie ihre Freundin nirgends entdecken konnte.
„Da oben ist sie!“ Bunny hatte eine schemenhafte Gestalt in der einbrechenden Dunkelheit ausgemacht, welche sich zielsicher auf dem Weg zum Dach gemacht hatte.
„Aber was will sie denn da oben?“ Kazuko schlug entsetzt die Hände vor das Gesicht. Schnell erklommen sie die Stufen der seitlichen Treppe um Hiromi nach oben zu folgen.
„Sie wird sich doch hoffentlich nichts antun“, weinte Kazuko lautlos. Ihre Sorge war nicht unbegründet. Hiromi stand bereits gefährlich nahe am Rand des Dachs, als die Mädchen oben ankamen.

Neflite beobachtete das Ganze aus einiger Entfernung aus. Er ärgerte sich ein wenig darüber, dass Zoisites spitzen Bemerkungen zu einem Hauch Verunsicherung bei ihm führten. Nicht mehr lange und diese Zeichnerin würde an ihr absolutes Energielevel kommen. Castor und Pollux würden den Rest erledigen.
„Neflite!“
Die Stimme durchschoss seine Gedanken wie ein giftiger Pfeil.
Unter ihm auf dem Parkplatz, stand schon wieder eine von diesen Gören.
„Die unbekannte Vierte,“ entgegnete Neflite und ließ sich auf den Boden herabsinken. „Ich bin überrascht. Möchtest du ohne deine Gefährtinnen gegen mich antreten?“ rief er Sailor Titan zu.
„Wie du siehst, bin ich alleine“, antwortete sie ruhig.
Neflite beäugte sie kritisch. Irgendetwas stimmte hier nicht. Ein Gefühl der Vertrautheit stieg wieder auf und etwas sagte ihm, dass es Titan nicht anderes erging. Sie schien jedenfalls nicht angreifen zu wollen.
„Sailor Titan. Du hast dich ja lange vor uns versteckt, gratuliere. Aber nun ist deine Existenz dem Königreich des Dunklen bekannt.“ In seiner Stimme schwang nun doch eine Spur Neugierde mit. Ob Jedite wohl gewusst hatte, dass es vier waren?
„Auch des Feindes Auge, wird mit der Zeit blind.“ Titan versuchte sich ihre Überraschung nicht anmerken zu lassen. Das Königreich des Dunklen. Ein Begriff, welcher ihr neu war.
„Ich könnte mich irren. Aber etwas sagt mir, dass du nicht zu den anderen gehörst.“ Neflite wollte die Gelegenheit nutzen und vielleicht eine für ihn nützliche Information ergattern.
„War das eine Frage? Wenn dem so ist, habe ich auch eine. Du scheinst mich zu kennen, ich konnte es an deinen Augen sehen. Also, wer bin ich?“
„Wie bedauerlich. Du weißt nicht wer du bist? Nun… vielleicht könnte ich dir helfen.“ Neflite legte einen Finger an sein Kinn und betrachtete die Kriegerin mit langem Blick. „Aber ich habe meine Frage zuerst gestellt. Was hast du mit den anderen Sailorkriegerinnen zu tun? Gehörst du zu ihnen?“
Titan konnte sich nicht entscheiden. Es war taktisch unklug dem Feind etwas über sich zu offenbaren, auf der anderen Seite schien sie der Wahrheit über ihr verborgenes Ich nun näher als je zuvor zu sein.
Der drängende Wunsch Klarheit zu erlangen, siegte über die Vernunft. Sie sah Neflite direkt aus ihren tiefgrünen Augen an, welche einen trotzigen Ausdruck hatten. „Ich habe nichts mit den anderen Sailorkriegerinnen zu tun. Ich weiß nicht wer sie sind. Ich weiß nicht woher sie kommen.“
Neflites Augenbrauen zogen sich fast unmerklich weiter nach oben. Sailor Titan sagte die Wahrheit. Er fühlte es regelrecht und diese Augen zogen ihn beinahe in den Bann. Wo hatte er diese Augen schon einmal gesehen… sie hatten ihn schon einmal…
„Du bist dran“, unterbrach Titan seinen Gedankenfluss.
„Du willst wissen, wer du bist?“ Neflite spürte dass Hiromis Energie gleich den Höhepunkt erreichte. Er musste diese Angelegenheit hier schnell zu Ende bringen.
Titan sah, wie sich der Ausdruck in seinem Gesicht veränderte. Und in dem Moment wurde ihr klar, dass sie einen Fehler gemacht hatte. Der Energiestrahl aus Neflites Hand schmetterte ihr mit einer solchen Geschwindigkeit entgegen, dass sie es nur noch schaffte schützend die Arme vor das Gesicht zu reißen. Die Druckwelle riss Titan von den Füßen und schleuderte sie hart mit dem Rücken an die nächste Mauer. Der Aufprall nahm ihr für den Moment den Atem. Mit aufgerissenen Augen versuchte die Kriegerin nach Luft zu ringen aber ihr Brustkorb fühlte sich an, als wäre er in einen Schraubstock gepresst. Neflite erhob sich lächelnd in die Lüfte. „Die Wahrheit ist…du bist nur jemand, den ich auch noch aus den Weg räumen werden. Bis bald, meine Liebe.“
Lachend verschwand er.
Titan sank in das feuchte Gras vor der Mauer. „Er hat mich reingelegt.“ Mühsam sog sie die Luft ein und versuchte das Scheppern in ihrem Kopf auszublenden. „Verdammter Mistkerl.“

Hiromi stand immer noch mit wutverzerrtem Gesicht auf dem Dach.
„Kazuko“, begann sie mit Todesverachtung in der Stimme. „Ich weiß dass du die ganze Zeit auf mich herabgesehen hast.“
„A-aber das stimmt doch gar nicht!“ rief Kazuko weinerlich.  
„Du glaubst, dass du begabter bist als ich. Aber ich lass mich nicht mehr von dir heruntermachen! NIE MEHR! NICHT SO LANGE ICH DIESEN STIFT HABE!!!“ brüllte Hiromi los und hielt das dämonisch verseuchte Schreibgerät in die Höhe. Ihre Augen wurden weiß hinter den Brillengläsern und ihr gesamter Körper begann unnatürlich zu schweben, umgeben von gleißenden Licht.
„Hi-hiromi…“ stotterte Kazuko bei deren Anblick, bis eine gnädige Ohnmacht sie erreichte. Ami konnte das fallende Mädchen gerade noch auffangen und auf dem Boden ablegen.
„Der Höhepunkt ihrer Energie ist erreicht! Schlagt zu Castor und Pollux!“
Hiromis entleerter Körper sackte vornübergebeugt auf das Dach. Zwei buntgefärbte Pfeile schossen heraus und gaben die Dämonen preis. Castor und Pollux, die sich optisch nur darin unterschieden, dass eine farblich rot und die andere grün dominierte.  Ihre langen Schwänze waren hinter ihren Rücken zu einem kräftigen Knoten verbunden.
„Mädchen, verwandelt euch“, befahl Luna mit harscher Stimme. Alle drei nickten sofort.
„MOON PRISM POWER….!“
„MERCURY POWER….!“
„MARS POWER….!
"MAKE UP!!!!“

„Die bösesten der Bösen also“, mit diesen Worten nahm Zoisite den General des Südens in Empfang. Neflite hatte sich nach Hiromis Zusammenbruch wieder in sein Versteck zurückgezogen, um von dort aus die Energie in Empfang zu nehmen. Gemeinsam standen sie nun vor dem projizierten Sternenbild.
„Ja. Diese beiden sind wie Zwillinge miteinander verbunden, daher verdoppelt sich ihre Bösartigkeit. Und ihre Kampfkraft übertrifft die der Sailorkriegerinnen,“ erklärte Neflite nicht ohne Stolz.
„Achja?“ bemerkte Zoisite zweifelnd.
„Ja. Der heutige Tag soll für die Sailorkriegerinnen ihr Letzter sein.“

Castor und Pollux sahen sich nun den Sailorkriegerinnen gegenüber.
„Ihr habt den Zeichentrick für eure Untaten verwendet!“
„Und ihr habt den Ehrgeiz der Zeichnerinnen ausgenutzt!“
„Alle die Trickfilme mögen, sind stinksauer auf euch! Im Namen des Mondes werden –
WIR EUCH BESTRAFEN!!!“
Castor lächelte abfällig. „Glaubt ihr, ihr könnt es mit UNS aufnehmen?“
„Niemals, ihr habt doch keine Chance gegen uns!“ pflichtete Pollux ihr bei.
„Was soll das heißen?“ schrie Sailor Moon aufgebracht.
„DAS ZEIGEN WIR EUCH!“
Die Dämoninnen sprangen gemeinsam in die Höhe und drehten sich Rücken an Rücken mehrere Male im Kreis. Schließlich stand die rote Castor mit dem Gesicht den Sailorkriegerinnen zu gewandt.
„Pech und Schwefel… Höllenglut!!!!“
Der Feuerstrahl, welcher auf die drei hinunterschoss, hatte verblüffende Ähnlichkeit mit Mars Feuerball.  Mit einem beherzten Sprung auf die Seite, brachten sich die Kriegerinnen in Sicherheit aber nun war ihnen Pollux zugewandt. „HA HA – Das zeigt Wirkung!“ Sie feuerte nun eine Attacke ab, die ebenso hätte von Merkur stammen können. Wie kleine Bomben zerplatzen die Seifenblasen an ihrer Haut und brachten die Mädchen zu Fall. „
Oh nein!“ jammerte Sailor Moon auf.
„Das darf nicht wahr sein,“ stöhnte Merkur und Mars sprach aus was Tatsache war: „Schrecklich, sie arbeiten mit den gleichen Waffen wie wir!“
Selbst Luna wusste auf die Schnelle kein Konter.
Lachend schritten die dämonischen Zwillinge auf sie zu.
Castor richtete sich auf. „So jetzt mache ich euch fertig.“
Pollux trat neben sie. „NEIN, das ist meine Aufgabe.“
„Seit wann? Das habe immer ICH gemacht!“ brüllte Castor los.
„NEIN! Heute bin ich mal dran!“ schrie Pollux zurück.
„WAS?! DU hältst dich zurück und siehst mir zu!“„Vergiss es!!!“
„Na schön!“ Castor hatte genug. „Das ist das Ende unserer Freundschaft!“
„Wie du willst!“ giftete Pollux zurück.
Sie entknoteten ihre Schwanzspitzen und ließen diese hart auf den Boden peitschen.
„Los das ist die Gelegenheit! Sie haben sich zerstritten!“ krähte Luna.
Sailor Moon richtete sich auf. „Gut, dann zeigen wir ihnen jetzt einmal was echte Teamarbeit ist.“
„JA!“ Entschlossen machten sich Merkur und Mars bereit.
„MOON TIARA BOOMERAAAANG!!!“
„FIRE SOUL!!!“
„MERCURY AQUA MIST!!!“
Alle drei Kriegerinnen feuerten ihre Waffen gleichzeitig ab. Wie schon einmal erfolgreich geschehen, umhüllte der Feuerball Sailor Moons Mondstein und färbte diese glutrot. Merkurs Seifenblasen schlossen sich dem Geschoss an und umwirbelten es wie eine schützende Hülle. Das Triplett raste auf die keifenden Zwillinge zu, welche erst im letzten Moment darauf aufmerksam wurden.
„Was ist das?“ plärrte Castor schrill.
„Wir hätten uns nicht streiten dürfen!“ jaulte Pollux.
Der erweiterte Mondstein zerschmetterte ihre Existenz mit einem Schlag und die Überreste der Streithähne mischten sich noch zusammen, ehe der Wind sie davontrug. So waren sie am Ende wieder vereint, was aber keinen wirklichen Trost darstellte.
Schon gar nicht für Neflite, als das Sternenbild der Zwillinge vor ihm zerbrach.
„Was? Verdammt! Das darf nicht wahr sein!“ rief er ehrlich entsetzt aus.
„Hm. Das war ja wirklich sehr amüsant, “ kommentierte Zoisite und ihre Stimme triefte regelrecht vor Sarkasmus und Genugtuung. Herzhaft lachend machte sie kehrt und verschwand aus Neflites Bereich.
„Das werde ich diesen Sailorkriegerinnen heimzahlen!“

Bunny, Am und Rei sahen zusammen mit Luna zu, wie Kazuko die geknickte Hiromi tröstete. Augenscheinlich hatte sie einen Burnout und darüber hinaus einen Nervenzusammenbruch erlitten. An ihr schäbiges Verhalten, konnte sie sich nicht mehr erinnern. Schließlich beichtete sie Kazuko ihre Unsicherheiten und dass sie schon seit langer Zeit regelmäßig ihr geschlossenes Ehrenwort brach. Kazuko lächelte sanft und holte nun ihre Stifteschachtel hinzu. „Weißt du, ich habe auch unser Versprechen gebrochen.“ Sie klappte den Deckel hoch und erstaunt stellte Hiromi fest, dass sich nur noch drei winzige Stummel darin befanden. „Du hast auf einmal so gute Zeichnungen gemacht und ich hatte Angst mit dir nicht mehr mithalten zu können“, gab Kazuko zerknirscht zu.
„Na, jetzt ist ja alles wieder in Butter“, meinte Bunny leise, als sich die beiden Freundinnen in die Arme fielen.
„Hey Leute,“ Serena tauchte auf. „Hab ich was verpasst?“
„Reena! Wo warst du denn?“ fragte Rei erstaunt.
„Ich?“ Serena wurde rot.
„I-ich habe hier einen Mann getroffen und mich etwas mit ihm unterhalten…“ Es war nicht einmal gelogen.
„Was? War er nett? Wo ist der? Ich will mich auch mit einem netten Mann unterhalten!“ plärrte Bunny los und machte sich sofort auf die Suche, in dem sie durch das Studio nach draußen stiefelte.
„Immer das gleiche mit ihr“, seufzte Ami.
„Lasst uns gehen.“ Rei warf noch einen Blick auf Hiromi und Kazuko. „Die beiden haben sicher noch eine Menge zu bereden.“

„Weißt du Hiromi, es war ein großer Fehler dass wir diese Stifte benutzt haben.
Wir müssen uns eines merken, es kommt beim Zeichentrick nur darauf an, dass es den Kindern gefällt,“ meinte Kazuko leise.
Ihre Freundin wischte sich eine Träne der Erleichterung aus dem Auge. „Ja du hast Recht.“
Kazuko hielt ihr den kleinen Finger hin. „Wir geben uns ein neues Versprechen. Von heute an machen wir nur noch dass, was den Kindern gefällt. Großes Ehrenwort?“
Ihre Freundin nickte glücklich und hakte ihren Finger mit ein.
„Großes Ehrenwort.“

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Hallo ihr Lieben,

es wurde wieder eine Folge übersprungen. Zwischen „Liebesbriefe“ und „Großes Ehrenwort“ gab es da noch „Das Geisterhaus“ wo die drei Mädels in den Urlaub fahren. Die einzige Folge in Staffel 1 wo das Königreich des Dunklen nicht auftauchte und daher für mich nicht relevant war. Außerdem fand ich sie sterbenslangweilig und nichtssagend.

Zum heutigen Kapitel:

Die Szene wo Neflite auf seiner düsteren Terrasse sitzt, stammt wirklich aus dem Anime. Es wurde gezeigt wie er bequem an seinem Tisch sitzt, vor ihm eine geöffnete Dose (schätze mal mit Essen), eine Flasche und wie er sich gerade einen hinterölt. Ich gehe davon aus dass es nicht gerade Apfelsaft war, daher wurde es in meinem Kapitel als „Hibiki“ betitelt, was eine Art japanischer Whisky ist.
"Auch des Feindes Auge wird mit der Zeit blind" ist ein Zitat von Sunzi, ein chinesischer General, Militärstratege und Philosoph.
Der Kampf mit Castor und Pollux war auch in der Serie ziemlich kurz und ich habe es dabei belassen, dafür wurde wieder etwas mehr mit Serena eingebaut. Was jetzt vielleicht langsam die Frage aufwirft – Was hat/hatte sie mit Neflite zu tun? (keine Sorge, sie nimmt Naru nichts weg)
Am Sonntag wisst ihr es. Manch einer stellt bestimmt schon fest, dass laut Episodenguide nur noch drei Folgen übrig sind bis wir auch Neflite Goodbye sagen (müssen).

Liebste Grüße
Ina


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