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Goldene Sonnenaufgänge

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P6 / Het
OC (Own Character) Tom Hiddleston
01.09.2021
01.09.2021
1
1.973
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01.09.2021 1.973
 
Hallo, ihr Mitmenschen!

Passend zu meinem siebenjährigen Jubiläum auf fanfiktion.de ein kleiner Oneshot, dessen Idee mir spontan in den Sinn kam. Auch dieses Fandom ist neu für mich, aber ich finde, dass ich das mal wagen sollte.
Ein Dankeschön an PuneM699, die mich tatkräftig unterstützt!
Viel Spaß beim Lesen!

LG, First Vampyre ^-^


Tom griff sich seine Sporttasche, die er vor sich auf dem Boden abgestellt hatte, schulterte sie und wandte sich mit einem Nicken von der Mitarbeiterin hinter der Theke ab. Seine Augen suchten und fanden die Beschilderung, die ihn zur Herrenumkleide führte.
Er war selten in einem Fitnessstudio, da ihn die Leute hier noch mehr begaffen konnten als auf der Straße. Wenn er schon Sport trieb, dann ging er joggen oder versuchte, sich mit Dingen, die er noch zuhause hatte, zu behelfen. Aber heute musste er ins Fitnessstudio und mal wieder ordentliche Geräte nutzen.
Er öffnete die Tür zur Umkleide, stellte erfreulich fest, dass niemand da war, und zog sich um. Auf Premieren und öffentlichen Veranstaltungen sah man ihn oft im Anzug, doch privat war er lieber leger unterwegs. Heute trug er einen dunkelblauen Pullover und eine dunkle Jeans, die er gegen ein Sportshirt und eine lockere Hose tauschte.
Anschließend zog er sich seine Sportschuhe über, kramte in seiner Tasche nach Telefon, Kopfhörern und einer Flasche Wasser, schloss seine Tasche in einem Spind ein und verließ die Umkleide.
Dann sah er sich um. Er war zum ersten Mal hier in diesem Studio, aber die waren meist alle gleich aufgebaut. Und tatsächlich fand er nur kurze Zeit später die ersten Geräte, die er nutzen wollte.
Während er trainierte und dabei Musik hörte, dachte er nach. Jetzt hatte er genug Zeit dafür und unterbrochen wurde er auch nicht. Das Fitnessstudio war so gut wie leer und er wurde nicht beachtet. Entweder das lag an der Uhrzeit – es war noch sehr früh am Morgen – oder er hatte eines der wenigen Studios erwischt, die nicht so überlaufen waren.
Als er zum Laufband ging, seine letzte Station für heute, ging gerade die Sonne auf. Heute hatte er endlich mal frei, zwischen den ganzen Interviewterminen und Promo-Aktionen, und konnte daher den Tag gestalten wie er wollte. Sport kam ihm da gerade recht, denn neben den Terminen kam er nicht dazu.
Tom befestigte die Wasserflasche, die schon halb geleert war, in der Halterung des Laufbandes, stellte es ein und stieg darauf. Er begann langsam und dann steigerte sich sein Tempo, bis er eine angenehme Geschwindigkeit erreicht hatte.
Während er lief, erhob sich die Sonne immer mehr, hüllte alles in ein goldenes Licht und die Stadt, die sich vor ihm eröffnete, erwachte langsam zum Leben. Die Laufbänder standen an einer großen Fensterfront, von der er einen guten Blick nach draußen hatte.
Nun kamen auch mehr Menschen in das Studio. Bis jetzt störte es ihn nicht, denn er hatte immer noch seine Ruhe und die Musik lief weiter. Gleichmäßig zum Takt setzte er einen Fuß nach den anderen und seine Atmung synchronisierte sich.
Mit einem Mal stoppte die Musik und er zog sein Handy genervt aus seiner Hosentasche. Ein fixer Blick auf das Display verriet ihm, dass seine Playlist am Ende angekommen war und bevor er sie erneut startete, sah er auf die Anzeige des Laufbandes – er hatte schon mehr als die Hälfte seiner Strecke geschafft. Also nahm er im Laufen die Kopfhörer aus den Ohren und steckte sie mit dem Handy in seine Hosentasche.
Er konnte jetzt die Geräusche des Fitnessstudios hören – Gewichte, die aufeinanderstießen, angestrengtes Keuchen der Sportreibenden, Stimmen von verschiedenen Menschen.
So nahm er auch die Stimmen von zwei jungen Frauen wahr, die sich in seiner Nähe befinden mussten. Sehen konnte er sie nicht, denn er schaute immer noch raus in die Stadt. Erst, als er seinen Namen hörte, horchte er auf.
„Sieh mal“, sagte die eine, „da ist Tom Hiddleston.“
Verdammt, dachte er bei sich, auf den letzten Metern entdeckt worden.
Innerlich wappnete er sich schon, angesprochen und aufgehalten zu werden, doch die Stimme der anderen Frau ließ ihn erleichtert ausatmen. „Na und? Der will hier auch nur in Ruhe trainieren!“
„Aber um ein Foto oder Autogramm können wir ihn doch bitten, meinst du nicht? Einen Star trifft man nicht alle Tage!“
Die Frau, die ihn in Ruhe lassen wollte, schnaubte. „Na klar. Verschwitzt, wie wir alle sind, macht er ein Bild mit uns.“
Tom musste gestehen, dass ihm die zweite Frau deutlich sympathischer war als ihre Freundin. Wenn er gesehen wurde, war es mit der Ruhe schnell vorbei; er kannte niemanden, der ihn unbehelligt lassen würde, wenn er ihn entdeckte. Aber diese junge Frau schien ihn zwar zu erkennen, aber in Ruhe lassen zu wollen, was ungewöhnlich war.
Vielleicht sah sie in ihm nur das, was er war – ein Mensch wie alle anderen auch.
Die beiden stritten sich weiter darum, ob sie ihn fragen sollten oder nicht. Sie schienen so vertieft in ihr Gespräch zu sein, dass er es wagte, sich umzudrehen. Vorsichtig lugte er über seine Schulter und sah sie ein paar Meter hinter sich stehen. Die Blonde von beiden schien diejenige zu sein, die ein Autogramm wollte, während die andere brünett war. Beide trugen Sportkleidung und schienen schon ein wenig verschwitzt zu sein.
Die Brünette verdrehte die Augen und verschränkte die Arme vor der Brust. Das war das Letzte, was Tom von ihr sah, denn er drehte sich um, um nicht beim Spionieren erwischt zu werden. „Bitte – wenn du dich zum Deppen machen willst, frag ihn. Aber wehe, du heulst dich dann wieder bei mir aus. Ich kann dich nicht jedes Mal warnen und im Nachhinein beschwerst du dich, weil es nicht so war, wie du es dir erhofft hast.“
„Mein Gott, Linn, es wird schon alles gut gehen. Sehe ich gut aus?“
Linn lachte freudlos auf. „So gut, wie man verschwitzt aussehen kann. Aber warte noch, bis er vom Laufband kommt, sonst erschreckst du ihn und er stürzt noch.“
Er schmunzelte. Es wäre in der Tat ungünstig, sollte er stürzen und sich verletzen, denn es standen noch eine Menge Termine an, bei denen er anwesend sein musste, bevor er für längere Zeit freimachen konnte.
Tom schielte auf das Display, das ihm die letzten Meter ankündigte. Als diese gelaufen waren, stieg er vom Laufband und schnappte sich seine Wasserflasche, um einen großzügigen Schluck daraus zu trinken.
Dann machte er sich auf den Weg zur Umkleide, als hätte er die Unterhaltung der beiden Freundinnen nicht belauscht. Auf der Hälfte des Weges wurde er tatsächlich von der blonden jungen Frau abgefangen.
„Hallo“, sagte sie schüchtern und hielt ihm einen Kugelschreiber und einen Flyer entgegen. Den musste sie von der Theke haben. „Mein Name ist Olivia. Kann ich ein Autogramm haben?“
Mit einem Lächeln, das für sie mit Sicherheit überzeugend wirkte, nahm er beides entgegen und sagte: „Gerne.“ Schnell kritzelte er freundliche Worte auf das Papier und unterschrieb zusätzlich noch mit seinem Namen. „Vielleicht noch ein Foto?“, fragte er, als er ihr die Sachen zurückgab, die sie dankend annahm.
Unter normalen Umständen wäre er nicht dazu bereit gewesen, noch ein Foto zu machen. Sie waren beide verschwitzt und ehrlich gesagt hatte er meist keine Lust darauf, sich noch länger als nötig mit Fotos aufzuhalten. Aber so würde er vielleicht ihre Freundin kennenlernen können.
Er musste gestehen, dass er Linn attraktiv fand, jetzt, da er sie aus der Nähe sehen konnte. Zudem gefiel ihm ihre Art, wie sie Dinge anging.
Olivias Augen begannen zu strahlen. „Wenn ich darf, ja!“, sagte sie, drehte sich um und rief ihrer Freundin zu, dass sie zu ihnen kommen sollte.
Diese weitete vor Überraschung ihre Augen, begab sich aber dennoch auf den Weg zu ihnen. Bevor sie etwas sagen konnte, drückte ihr Olivia ein Handy in die Hand, lächelte zuckersüß und klimperte mit den Wimpern. „Kannst du noch ein Bild machen, Linn?“
Perplex wechselte Linns Blick vom Handy zu ihm, denn sie hatte wohl nicht erwartet, dass er einem Bild zustimmen würde. Ihre Blicke kreuzten sich und er musste feststellen, dass sie die schönsten hellbraunen Augen hatte, die er je gesehen hatte. Sie leuchteten im Licht der Deckenbeleuchtung hell auf und wirkten fast schon so golden wie der Sonnenaufgang, den er eben noch bewundert hatte.
Sie mussten sich wohl eine kleine Weile nur angesehen haben, denn Olivia wurde neben ihnen unruhig und räusperte sich. „Und?“
Linn riss ihren Blick von ihm los und lächelte ihre Freundin an. „Klar.“ Dann hob sie das Telefon.
Tom stellte sich näher an Olivia heran, sodass er sie fast berührte und lächelte in die Kamera, aber eigentlich beachtete er nur die junge Frau dahinter. Linn schien ebenso beschäftigt wie er, denn sie schoss mehrere Bilder, aber ihre Augen huschten immer wieder zu ihm.
Nach ein paar Sekunden war es vorbei und sie reichte das Handy zurück an Olivia, die gleich die Bilder bestaunte, doch er achtete nicht auf sie.
„Wollen Sie auch ein Bild, Linn?“, fragte er mit entspanntem Ton.
Linn lachte kurz auf und schüttelte den Kopf. „Nein danke, ich denke, wir haben Ihre Zeit mehr als beansprucht.“
Ihre Freundin hob den Kopf und sah sie eindringlich an. „Bist du dir sicher? Eine solche Gelegenheit bietet sich nur einmal!“
Gelegenheit, aha. Er konnte froh sein, dass sie alles hatte, was sie wollte.
Linn seufzte tief auf. „Ist das auch wirklich kein Problem für Sie?“, fragte sie noch einmal an Tom gewandt.
Er schenkte ihr ein umwerfendes Lächeln, das er absolut ehrlich meinte. „Nein, ist es nicht. Kommen Sie.“ Mit einer einladenden Bewegung holte er sie an seine Seite.
Immer noch hadernd trat sie neben ihn, ließ es aber zu, dass er einen Arm um sie legte und noch enger an sich zog. Olivia richtete das Telefon auf sie und schoss einige Bilder, während Tom in die Kamera strahlte.
Als einige Bilder geschossen wurden und Olivia sie erneut ansah, löste sich Linn aus der Umarmung. „Vielen Dank für die Fotos“, sagte sie und ihre Wangen erröteten etwas.
„Keine Ursache“, erwiderte er und warf einen Blick auf ihre Freundin, die allerdings wild auf ihrem Handy herumtippte.
Er hasste solche Leute. Sie waren nett, solange man ihnen gab, was sie wollten. Ein gewisses Maß an Höflichkeit sollte man doch an den Tag legen, wenn man jemanden um etwas bat oder sich in einem Gespräch befand.
„Bitte entschuldigen Sie das Verhalten von Olivia. Sie ist zuweilen etwas einfach gestrickt“, meinte Linn neben ihm und schloss kurz die Augen. Anscheinend war sie müde, was ihn aber nicht verwunderte, denn es war noch früh am Morgen.
Tom konnte es ihr nicht verdenken, denn er selbst war mitten in der Nacht aufgestanden, um ungestört trainieren zu können, und fühlte sich mittlerweile ebenso ausgelaugt. Er könnte einen Kaffee vertragen.
Ihm kam ein Gedanke. Wenn er einen Kaffee brauchte, dann bestimmt auch sie. So konnte er die Tatsache, dass er sie näher kennenlernen wollte, mit einem Kaffee verbinden. Wenn sie nein sagen sollte, war es eben so – aber wenn sie zustimmen sollte, hatte er die Chance, jemanden kennenzulernen, der ihn als normalen Menschen sah und nicht als Schauspieler, Superstar oder ähnliches.
Kurz huschten seine Gedanken zu Olivia und wie er sie loswerden konnte – er hatte keine Lust auf ihre Gegenwart – doch sie schien immer noch in ihr Telefon vertieft zu sein. Wenn er leise sprach, würde sie es also vielleicht nicht mitbekommen, und deswegen wagte er es.
„Sie sehen müde aus“, begann er, denn er wollte nicht mit der Tür ins Haus fallen.
Linn richtete ihre wunderschönen goldenen Augen auf ihn. „Etwas, ja. Morgens ist um die Zeit noch wenig los im Fitnessstudio und Olivia ist die Einzige, mit der ich so früh Sport machen kann. Allein bin ich nicht motiviert genug.“
Tom schmunzelte. Ja, das kam ihm bekannt vor. Er musste sich manchmal regelrecht in den Arsch treten, damit er was tat, und konnte ihre Worte gut nachvollziehen.
„Ich könnte jedenfalls etwas gegen Müdigkeit vertragen. Lust auf einen Kaffee, Linn?“
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