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Ein schicksalhafter Einsatz

von Aidyl08
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Paul Richter Stephan Sindera
28.08.2021
25.11.2021
6
3.263
3
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17 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
25.11.2021 799
 
Mit dem Kapitel bin ich nicht besonders zufrieden und habe auch tagelang dran rumgedoktert. Ich würde mich über eure Meinung zu diesem Kapitel freuen
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POV Stephan
Ich lief hektisch nach draußen und rief einen Arzt. Dieser kam dann auch sofort, aber ich musste mal wieder in das Wartezimmer. Langsam reichte es aber auch...Es war schon 20 Uhr. Irgendwann muss doch mal Schluss sein! Es konnte doch nicht sein, dass ich dauernd im Wartezimmer saß. Da kam auch schon ein Arzt. Er sagte, dass Paul kurz wach war, aber sofort wieder wegdriftete. Eigentlich wollte ich nochmal nach Paul sehen, aber der Arzt meinte das dieser jetzt dringend Ruhe benötigte. Erst da merkte ich, wie müde auch ich eigentlich war.
Völlig übermüdet kam ich zuhause an. Eigentlich wollte ich nur schlafen, aber mein Kopf machte mir da einen Strich durch die Rechnung. Anfangs hatte ich unerträgliche Schmerzen in meinem Arm, die sogar nach 2 Schmerztabletten nicht besser wurden und als ich es dann mal irgendwann geschafft hatte einzuschlafen, da hatte ich immer wieder den gleichen Albtraum. Ich sah mich und Paul in der Lagerhalle, nur dieses Mal starb Paul. Immer wieder wachte ich schweißgebadet auf, bis ich es irgendwann aufgab zu Schlafen.
So ging es dann mehrere Tage weiter, ich schlief nicht und aß kaum. Jeden Tag besuchte ich Paul. Theoretisch wäre dieser wach, aber Paul war mehr in eine Art Dämmerschlaf. Falls er wach war, starrte er nur Löcher in die Luft und regieren tat er komplett nicht. Unsere Kollegen, vorallem Klaus, versuchten immer wieder mit mir zu reden, aber ich blockte komplett ab. Auch diesmal versuchte Klaus zu mir durchzudringen: „Stephan ich weiß, dass du dir Sorgen machst, dass tun wir alle. Aber ich mache mir auch Sorgen um dich. Wann hast du denn das letzte Mal geschlafen? Wenn Paul dich so sehen würde, würde er dir aber einiges erzählen. Wenn du schon nicht wegen dir auf dich achtest, dann tu es doch wenigstens für Paul!“ Warum verstand denn keiner, dass ich meine Ruhe haben wollte?! Mich verärgerte das Verhalten von Klaus schon seit längerem, aber diesmal konnte ich mich nicht mehr zügeln irgendeine schnippische Antwort zu geben: „Wann ich das letzte Mal geschlafen habe, dass lass mal meine Sorge sein! Und falls es dir nicht aufgefallen ist, Paul ist nicht hier, um auf mich zu achten! Und ich sag dir das nur noch einmal Klaus, dass kannst du auch den anderen sagen: Lass mich in Ruhe!!“

POV Klaus
Stephan schien nicht zu verstehen, dass wir ihm helfen wollen. Er zog sich komplett in sein Schneckenhaus zurück, keiner kam mehr an ihn ran. Aber er stieß uns bei jedem Gesprächsversuch von sich. Ich fuhr auf die Wache, um den anderen Kollegen von unserem „Gespräch“ zu berichten und auch davon, dass Stephan uns nicht um sich haben wollte zurzeit. Schon als ich zur Tür reinkam, standen Muri, Nesrin und Tom neben mir. Ich sagte ihnen, dass wir das nicht auf dem Flur der Wache bereden sollten und führte sie in mein Büro. Dort stellte Tom sofort die entscheidende Frage: „Was ist bei deinem Gespräch mit Stephan rausgekommen?“ Ich zögerte kurz und suchte nach passenden Worten Irgendwann begann ich zu erzählen. Als ich berichtete, wie Stephan mich angegangen ist und auch seine Wortwahl zitierte klappten nacheinander die Münder auf. Nesrin fragte mich sogar, ob wir gerade von dem gleichen Stephan sprechen würden. Das bestätigte uns in der Beobachtung, dass sich Stephan seit diesem Einsatz ziemlich stark verändert hatte und sich von uns distanzierte.

POV Stephan
Nachdem Klaus gegangen war, saß ich gefühlt stundenlang im Wohnzimmer und starrte ins Leere. Irgendwann stand ich wie in Trance auf und lief ins Badezimmer. Dort angekommen, sah ich mich zum ersten Mal seit Tagen im Spiegel und was ich das sah, schockierte mich. Ich hatte tiefe Augenringe, die durch meine leichenblasse Haut nur noch verstärkt wurden und generell glich mein Aussehen mehr einer Leiche als einem Menschen. Der wievielte Tag war das schon, an dem ich nicht gegessen oder geschlafen hatte? Bestimmt schon der fünfte Tag in Folge und das machte sich bemerkbar. Schon der fünfte Tag, an dem Paul nicht richtig da war. Ich machte mir die ganze Zeit Gedanken, wie ich diesen Unfall hätte verhindern können. Gerade als ich aus dem Badezimmer rausgehen wollte, sah ich plötzlich wieder schwarze Punkte vor meinen Augen tanzen. Das war für mich nichts neues, sowas hatte ich in den letzten Tagen öfter. Nur normalerweise verschwanden diese nach einer Weile von allein wieder. Diesmal aber besserte es sich nichts, im Gegenteil: es verschlimmerte sich sogar! Meine Welt fing sich an zu drehen und mir wurde übel. Ich fühlte mich wie auf einer Achterbahn, die in Höchsttempo mehrere Loopings fuhr. Schlussendlich wurde mir so schwindlig, dass meine Beine nachgaben und ich mich in die Dunkelheit sinken ließ.
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