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Ersehntes Wiedersehen

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / MaleSlash
Goro Akechi Morgana Protagonist
26.08.2021
04.10.2021
3
11.381
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
26.08.2021 3.882
 
Annmerkung: Diese Gesichte wurde nicht Beta-gelesen. Fehler oder Falsche Zeichensetzung könnte also vorhanden sein.

Diese Geschichte sollte eigendlich an Valentinstag veröffentlicht werden, doch habe ich dann zwei meiner kleineren Geschichten miteinander vermischt und das kamm dabei raus.

Daher viel Spaß beim Lesen
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Ren saß, wie jeden Morgen, auf seinem Bett und kraulte etwas über Monas Kopf, was mit einem leisen Schnurren einherging. In seiner linken Hand hielt er einen Brief, las sich die Zeilen immer und immer wieder durch, konnte sich nicht mal mehr daran erinnern wie oft er dies im vergangenen Jahr bereits getan hatte. Für viele Leute wäre dieser Brief nichts Besonderes gewesen, vermutlich sogar eine Beleidigung, doch für ihn war dieser Brief etwas Besonderes, nicht nur das er diesen Brief vor genau einem Jahr bekommen hatte, sondern war dieser auch das einzige Lebenszeichen welches er von Akechi Goro noch hatte.
Ein einfacher Brief in dem nicht viel drin stand und doch für ihn so viel Aussagte.

„Ren!“, holte ihn Monas besorgte Stimme aus seinen Gedanken, so dass er aufblickte und die kleine schwarz-weiße Katze dabei beobachtete wie sie versuchte seinen Kopf unter der Last seiner Hand zu befreien.
„Du weißt das es nicht gut ist diesen Brief zu lange anzustarren“, erinnerte Morgana ihn und richtete sich etwas auf.
„Ja ich weiß, aber er ist einer der wenigen Sachen die ich von ihm besitze“, entschuldigte er sich und beobachtete wie Mona über seine linke Pfote leckte, um diese dann über den Kopf zu streifen.
„Ich verstehe dich nicht, nach allem was er dir angetan hat erhoffst du dir ein Wiedersehen?“
Ren konnte deutlich Monas vorwurfsvollen Unterton hören, doch hatte er sich bereits daran gewöhnt, Morgana und die Anderen würden es vermutlich wirklich nicht verstehen. Warum er sich nach der Sache im Verhörraum ein Wiedersehen wünschte, doch es war nun mal nicht alles schlecht gewesen was er mit dem jungen Detektiv erlebt hatte, ob es nun gespielt war oder nicht.
„Ich weiß, doch was soll ich tun, ich habe es damals schon nicht geschafft meine Gefühle für ihn zu unterdrücken, warum sollte ich es jetzt noch versuchen, wie er schon schrieb sehen wir uns vermutlich nie wieder.“ Sein Kopf senkte sich wieder als die Erinnerungen zurückkamen, an den Tag an dem er den Brief gefunden hatte.


Ryuji hatte sich ins Leblanc zurückgezogen, um vor den ganzen verliebten Pärchen auf der Straße Schutz zu suchen, schließlich hatte jedes Mädchen in der Schule einen mehr als nur großen Bogen um sie herum gemacht und so sehr es Ryuji auch störte, umso weniger Probleme hatte Ren damit. Er hatte so wieso keine große Lust auf diesen Tag, wenn er zu sich selber ehrlich war, störte es ihm sogar etwas, dass Ryuji und später auch noch Yusuke da waren. Am liebsten hätte er sich auf dem Dachboden, den er damals sein Zimmer nannte, zurückgezogen. Hätte Stundenlang auf sein Handy gestarrt und auf..., ja auf was eigentlich gewartet. Vielleicht eine Nachricht bei der er selber wusste das sie nie kommen wird. Von einer Person die diesen Tag selbst nur als lächerlich und unnütz bezeichnet hätte, vor allem da sie nicht mal zusammen waren.

Nach dem sie sich gut eine weitere halbe Stunde Ryujis Gejammer anhören mussten, schien es auch Sojiro gereicht zu haben. Da er diesen nun zum Essen einlud damit er endlich seine Ruhe gab.

Ren und Sojiro waren gerade in Yangen-Jaya angekommen und auf dem Weg zurück zum Leblanc als der Ältere plötzlich stehen blieb.
„Ich hoffe doch, dass heute hat dir zumindest ein bisschen geholfen“, meinte Sojiro und kratzte sich leicht beschämend am Hinterkopf. So gut er es auch verbergen wollte hatte der Ältere seine Veränderungen durchaus mitbekommen, dass Stunden lange starren auf sein Handy, die dunklen Augenringe oder die dauerhafte Müdigkeit und Unkonzentriertheit waren schließlich nicht zu übersehen.
„Ich weiß wie es ist eine geliebte Person zu verlieren, es wäre falsch dir zu sagen das der Schmerz verschwinden wird. Du wirst lernen müssen damit zu Leben und irgendwann wird er schwächer, doch nie ganz vergessen.“ Versuchte der Ältere es zu erklären, als er nach seinen Zigaretten griff und sich eine davon anzündete.
„Das dachte ich mir bereits, trotzdem danke, für alles heute“, meinte Ren nur und ließ den Kopf leicht hängen, als er sich von diesem wegdrehte und in die Gasse blickte in der das Leblanc lag.

Er wusste das Sojiro ihm nur helfen wollte, dennoch will er nicht darüber reden, fühlte sich noch nicht bereit dafür. Was der Andere wohl zu verstehen schien, da dieser ihn nur daran erinnerte nicht zu vergessen die Tür wieder hinter sich zu zuschließen und verschwand.
Somit ging Ren die Straße zum Café weiter, spürte wie sich Mona leicht in seiner Tasche reckte um seinen Kopf endlich wieder aus dieser strecken zu können.
„Geht es dir gut?“ kam die Frage sehr leise, so dass der schwarzhaarige nur kurz nickte.

Ren stand vor der Eingangstür, holte den Schlüssel aus seiner Hosentasche, als er eine Bewegung im Augenwinkel wahrnahm und aufblickte. Seine grauen Augen ließ er durch die schmale dunkle Gasse schweifen, doch konnte er nichts Außergewöhnliches erkennen.
„Was hast du?“ Fragte Morgana und platzierte seine Vorderpfoten auf seiner Schulter um seinem Blick zu folgen.
„Nichts“, meinte er jedoch nur als er die Tür öffnete.

Das Leblanc lag in einer schwarzen Stille. Das Café war bereits seit einigen Stunden geschlossen, so dass der Duft von frischen Kaffee und Curry bereits leicht verschwunden war, jedoch immer noch in der Luft hing. Als er vor gut einem Jahr hier eingezogen ist wäre ihm das vermutlich nie aufgefallen, doch auch seine Nase wurde in den letzten Monaten deutlich empfindlicher, so dass ihm noch ein weiterer schwacher aber doch vertrauter Geruch erreichte.

„Ren“, sprach Mona ihn wieder an und sprang über seine Schulter auf den Boden und dann auf einen der Tische, um die Aufmerksamkeit des Jüngeren auf diesen zu lenken.
„Ein Brief? Wie kommt der den hier her?“, fragte er mehr zu sich selber und beobachtete Mona dabei wie er leicht den Kopf senkte um daran zu riechen, beobachtete wie sich die feinen schwarzen Haare aufstellten, bevor Ren diesen in die Hand nahm, um ihn genauer anzusehen. Es stand kein Absender drauf und auch nicht an, wen er Adressiert war.
„Er muss hier abgelegt worden sein während wir weg wahren.“ Also irrte sich Ren nicht, bevor sie gingen war dieser noch nicht hier gewesen.
„Das würde bedeuten jemand ist hier eingebrochen“, murmelte Ren und blickte durch das Café, doch sah alles genauso aus wie immer.
„Sollen wir ihn lesen?“, fragte Mona zurückhaltend nach und setzte sich hin, schien bereits etwas zu wissen, was Ren noch verborgen blieb.

Somit blickte der Mensch kurz in die blauen Augen, bevor er sich zur linken Seite des Tisches fallen ließ und den Brief erneut begutachtete.
„Könntest du eine Ahnung haben von wem er ist?“, fragte Ren als er anfing den Brief zu öffnen und erneut einen leicht vertrauten Geruch wahrnahm.
„Es hängt ein Geruch daran der mir bekannt vorkommt, doch kann ich ihn nicht genau zuordnen. Wir können aber zumindest davon ausgehen, dass es weder Yusuke noch Ryuji waren da diese weder die Zeit, noch einen Grund dafür gehabt haben.“  
Schlussfolgerte dieser so das Ren nur leicht nickte, als sie das Café vor einigen Stunden verlassen hatte war er der letzte gewesen der durch die Tür schritt bevor Sojiro abgeschlossen hatte.

„Schade, du bist wie ein zweites Paar Augen geworden, hätte ja sein können das dir noch etwas aufgefallen war.“ Rechtfertigte Ren sich und lächelte leicht, bevor er den Brief auffaltete. Sein Blick viel auf die feine Schrift die über das Papier ging. Das Lächeln verschwand wieder aus seinem Gesicht, ein Ausdruck des Schockes legt sich auf sein Gesicht.
„Was ist los?“, fragte Mona sofort besorgt nach und stellte sich wie vom Blitz getroffen auf alle vier Pfoten.
„Ich kenne diese Schrift, aber wie ist das möglich.“ Seine Stimme zitterte leicht beim Reden als er den Brief wieder auf den Tisch legte, so dass Mona diesen ebenfalls einsehen konnte.
Doch konnte dieser, alleine damit nichts anfangen und blickte wieder zu dem Schwarzhaarigen der mit seiner linken Hand anfing seine Haarsträhne zu bearbeiten.
„Wie ist das möglich?“, fragte er erneut und fing langsam an den Brief zu lesen,

///Einen Brief zu schreiben in Zeiten der Technik ist wohl etwas mehr als nur dumm, doch leider habe ich wohl keine andere Wahl, wenn ich ein letztes Mal mit dir Kontakt aufnehmen will.

Ich weiß nicht welche relevanten Dinge ich dir schreiben sollte, noch wie ich dir das ganz hier erklären soll. Du glaubst schließlich seit über 2 Monaten das ich tot bin und ich wünschte mir auch das könnte so bleiben, doch leider bleibt uns dies wohl verwehrt.
Denn ein gewisser Idiot hatte ja im Laufe des letzten Jahres nichts Besseres zu tun als sich ausgerechnet in jemanden wie mich zu verlieben, dies auch noch so offensichtlich zu zeigen das ich Kotzen möchte, wenn ich nur daran denke. Wie deine grauen Augen an meinen Lippen hingen, wenn ich dir eine meiner Lügen erzählt habe, die zufälligen aber vollkommen unnötigen Berührungen im Meta-Universum, dein kläglicher Versuch einer Rettung im Palast dieses Wichsers. Es war schon peinlich mit anzusehen, ist schon schön dich endlich los zu sein und doch schreibe ich dir diesen dämlichen Brief, weil ich diese Sachen nicht aus meinem Kopf bekomme, weil sie mich nachts bis in meine Träume verfolgen und mir danach denn Schlaf rauben, mich nicht klar denken lässt Ja und daran hindert ein neues Leben anzufangen.

Doch weiß ich auch das ich dir im Laufe des letzten Jahres sehr viel angetan habe, ich habe deinen Hass also mehr als nur verdient, dass hier soll auch kein schreiben um Vergebung sein, damit ich mich besser fühlen kann, ich will nicht das du mir verzeihst. Doch glaube ich das zumindest du es verdient hast zu wissen das ich noch am Leben bin. Ob nun um sich zu freuen oder auf Rache zu sehnen ist alleine deine Entscheidung. Doch rate ich dir nicht nach mir zu suchen, es gibt keinen logischen Grund warum wir uns wiedersehen sollten. Unsere gemeinsame Zeit endete im Verhörraum und alles was passierte gehört einer Vergangenheit an, die sich nicht mehr verändern lässt. Leben wir also mit der Last die wir uns aufgebürdet haben und machen das Beste draus.

Du hast schließlich noch deine Freunde und diese merkwürdige Katze die nie von deiner Seite weicht, daher mache ich mir da keine großen Gedanken drum, dass du dein Leben wieder auf die Reihe kriegen wirst, ich selber werde schon sehen wo ich lande.

Also Suche nicht nach mir und Warte auch nicht auf mich, wir werden uns nie wieder sehen.\\\


Ren schluckte schwer und stützte seinen Kopf nun mit seinen Händen, die er in die schwarzen Locken krallte.
Akechi war am Leben,
er war hier im Leblanc gewesen,
hatte diesen Brief für ihn geschrieben.
Doch warum, wenn er ihn nicht wiedersehen durfte?
Warum sollte er denn Wissen das er noch am Leben ist?
Warum musste der Ältere selbst jetzt immer noch ein Rätsel für ihn sein?


Ren seufzte kurz auf, bevor er den Brief wieder zusammenfaltete und zurück in den Nachtschrank packte, wo er bereits seit einem Jahr, zusammen mit dem schwarzen Lederhandschuh, aufbewahrt wurde bevor er aufstand und sich streckte.
„Es ist schon spät, wir sollten uns also auf den Weg machen“, somit griff Ren zu seiner Schultasche, hielt sie auf so das Mona in diese springen konnte.


Ren seufzte genervt auf als er das Schulgebäude am Ende des späten Nachmittags endlich verlassen konnte. Blickte hinauf in den Wolkenbedeckten Himmel, der ihn darauf Hinwies sich zu beeilen.

Der heutige Tag war für Ren durchaus angenehmer gewesen als für gewisse andere Schüler. Zum einen, da ein Großteil seiner Klassenkameraden ihm aus dem Weg gingen, durch die Geschehnisse von vor zwei Jahren. Denn auch wenn seine Unschuld bewiesen wurde, glaubte nur ein kleiner Teil das er wirklich unschuldig war. Ein Großteil glaubte das an der Sache dennoch etwas dran sein könnte und nervte ihn auch noch damit, doch war er durch sein Jahr in Tokyo durchaus gereift, so dass es ihn nicht groß störte.

„Amamiya, warte kurz!“, konnte er die helle Stimme eines anderen Schülers wahrnehmen, wodurch er sich wieder zum Eingang der Schule drehte. Wo ein Junge mit kurzgeschorenen schwarzen Haaren zum Stehen gekommen war. Ren erkannte diesen auch sofort wieder. Er stammte aus einer der Parallelklassen, sie hatten schon einige Male mit einander geredet. Somit wartete Ren bis dieser wieder zu Luft kam bevor er fragte.
„Was gibt es Takehiro?“, Takehiro war einer der wenigen Schüler die keine Angst vor ihm hatten. Dem Geschwätz der anderen kein Glauben schenkte, alles was er wollte war mehr über seine Zeit in Tokio erfahren, da dieser nach seinem Abschluss gerne dorthin gehen wollte.
„Gut das du noch hier bist. Ich habe heute einen Jungen getroffen, er bat mich darum dir diesen Brief auszuhändigen.“ Erzählte er ihm und reichte Ren einen weißen Briefumschlag
„Ein Junge? Wie sah er aus?“, wollte der Ältere genauer wissen, als er den Brief entgegennahm und begutachtete. Doch weder Absender noch Empfänger stand auf diesem geschrieben. Genau wie beim letzten Mal.

„Tut mir leid es regnete heute Morgen weswegen er eine Kapuze aufhatte“, entschuldigte dieser sich in einer leichten Verbeugung bei ihm, doch Ren schüttelte nur verständnisvoll den Kopf.
„Keine Sorge das ist nicht schlimm“, er glaubte schließlich bereits zu wissen von wem dieser sein könnte, doch warum sollte er ihm erneut schreiben, nachdem dieser ihn doch so deutlich abgelehnt hatte. Vermutlich nicht einfach nur, weil Ren es sich erhofft hatte.
„Willst du ihn nicht öffnen?“, fragte Takehiro neugierig nach und blickte ihn aus seinen großen grünen Augen erwartungsvoll entgegen, als er beobachtete wie Ren nur weiter auf diesen starrte und in seiner Hand drehte, in der Hoffnung ein Hinweis zu finden.
„Nein das mach ich besser, wenn ich zu Hause bin.“ Meinte er daher nur und schob seine Tasche vorsichtig von seiner Schulter um Mona nicht weh zu tun,
„Aber was ist, wenn der Brief von einer Schülerin dieser Schule stammt und sie dich jetzt treffen möchte.“ Konterte er nur, doch war sich Ren ziemlich sicher das dies nicht der Fall sein sollte.
„Zum einen sagtest du ein Junge hätte ihn dir gegeben, also kann es keine Schülerin sein und wenn er von einem der Schüler stammen sollte hättest du den Überbringer vermutlich auch ohne Gesicht erkennen können, da dies nicht der Fall ist, sollte mein Verschwinden kein großes Problem darstellen.“ Somit steckte er ihn zu Mona in seine Tasche und drehte sich zum Gehen um.
„Also, danke fürs Ausliefern, wir sehen uns dann.“ Verabschiedete er sich und setzte sich wieder in Bewegung.


Als Ren zu Hause angekommen war verschwand er ohne ein einziges Wort der Begrüßung sofort wieder auf seinem Zimmer und stellte seine Tasche auf dem Bett ab, damit Mona aus dieser herausspringen konnte.
„An diesem Brief hängt ein Geruch den ich kenne“, erklärte Mona ihm als der Schwarzhaarige den Brief herausnahm und sich neben ihm aufs Bett setzte.
„Von Takehiro oder Akechi?“, fragte er nach, doch schien Mona ihm darauf nicht antworten zu wollen. Was seine Vermutung bestätigte und er den Brief öffnete und auffaltete.

Erneut erkannte er die geschwungenen Linien der Handschrift wieder, ließen ihn einmal tief durchatmen. Er hatte sich also nicht geirrt, der Brief stammt von Akechi. Doch warum sollte er ihm erneut schreiben, er hatte ihm doch gesagt das ein Wiedersehen zwischen ihnen nicht stattfinden wird. Warum jetzt also die Mühe und extra einen weiteren Brief Übermitteln lassen? Hatte er sich etwa um entschieden, wollte ihn nun doch wiedersehen oder gab es Probleme und er glaubte von Ren Hilfe zu bekommen.

Doch eine Sache die ihm erst bewusstwurde als er mit seinem Finger über die Zeilen gleitet, ohne diese wirklich zu lesen, Goro musste sich in der Stadt befinden. Wusste wo er zur Schule ging, vermutlich auch wo er wohnte. Dinge die für einen ehemaligen Detektiv und Attentäter vermutlich nicht schwer raus zu finden sind, doch überraschte es ihn das er sich diese Arbeit machen sollte.
„Also was hat er dir Geschrieben?“, fragte Mona nun genervt nach und setzte sich wartend neben ihn.

///Schon wieder ein Brief in Zeiten der Technik, doch bleibt mir wohl immer noch keine andere Wahl.

Du fragst dich jetzt vermutlich warum ich dir erneut einen Brief zukommen lasse, nachdem ich dir ausdrücklich gesagt hatte das ich dich nie wieder sehen will und du auch nicht nach mir suchen sollst. Ich bin dir dankbar das du es nicht getan hast und mir somit Zeit gegeben hast mich selbst zu finden.
Ich weiß diese bitte klingt dumm und ich erwarte auch nicht, dass du sie annimmst doch könnten wir uns Treffen, am 16.02. um 17 Uhr...\\\


Ren stockte als er das las und hob seinen Kopf um auf den Kalender zu blicken der neben seiner Tür hing. Als er bemerkte wie Morgana sich wieder aufgerichtet hatte und seine Pfoten auf Rens Oberschenkel platzierte, um einen Blick in den Brief zu werfen.
„Er will sich Treffen?“, fragte dieser nur schockiert nach.
„Das wäre diesen Samstag“, kommentierte Ren diese Aussage nur und schockierte Mona damit nur noch mehr, so dass dieser vom Bett sprang und sich versuchte vor diesem aufzubauen, so das Ren ein leichtes Schmunzeln unterdrücken musste da Mona dadurch nur noch flauschiger aussah.
„Du hast doch nicht etwa vor dich mit ihm zu treffen, das könnte eine Falle sein“, weckte er ihn jedoch aus seinen Gedanken und flutete diese mit unerwünschten alten Erinnerungen die er lieber weiterhin verschlossen hielt, was Mona deutlich merkte und genervt die Augen rollen ließ.

Es dauerte einige Momente bis Ren wieder aus seiner Erinnerung erwachte, um nach seinem Handy zu greifen und die Adresse eingab die in dem Brief angegeben war.
„Das Café liegt am Rande der Stadt, scheint jedoch sehr beliebt bei Geschäftsleuten zu sein, da es dort sehr ruhig ist und es buchbare abgetrennte Bereiche gibt“, las er von seinem Handy vor, um Morganas weitere Tirade zu überstimmen und sich abzulenken. Doch schien der Katze dies nicht wirklich zu gefallen.
„Hörst du mir eigentlich zu, er könnte erneut versuchen dich umzubringen willst du dieses Risiko wirklich eingehen.“
„Welchen Sinn hätte das?“, wollte Ren von dem schwarzen Kater wissen der ihn nur mit wütenden blauen Augen ansah.
„Warum sollte er mich umbringen wollen, es gibt keinen Grund mehr dafür, Shido sitzt bereits hinter Gittern und... Mona bitte“ Ren viel das sprechen deutlich schwerer als er bemerkte wie sich ein Kloß in seinem Hals bildete und seine Augen wässrig wurden, so dass er seinen Blick abwandte in der Hoffnung dies noch verstecken zu können. Doch hatte Morgana es bereits gesehen und sprang nun auf Rens Schoß, stupste mit seinem Kopf leicht Rens Wange um diesen zu Trösten. Schließlich wusste er wie sehr sich Ren nach einem Wiedersehen mit seinem versuchten Mörder sehnte, auch wenn er es einfach nicht verstehen konnte. Ren war immer noch ihr Anführer und eigentlich vertraute Mona ihm auch in allen seinen Entscheidungen, doch diese war für ihn mehr als nur fragwürdig, nicht nachvollziehbar. Doch wurde ihm wieder schmerzhaft bewusst das er in der Gestalt einer Katze nicht wirklich etwas gegen die Entscheidung des Menschen ausrichten konnte und diese vorerst Akzeptieren musste.
„Na gut, aber ich werde dich begleiten, damit ich ihm im Notfall die Augen auskratzen kann“, fauchte er ihm noch entgegen was Ren schmunzeln ließ.
„Damit sollte er kein großes Problem haben“, und deutete auf den letzten Satz des Briefes wo stand das er 'Denn Kater' ruhig mitbringen konnte.


„Und du bist dir wirklich sicher das dieses Treffen eine gute Idee ist?“, Eine Frage die Ren in den letzten Tagen deutlich zu oft gehört hatte. Er war vor gut einer Stunde aus der Schule gekommen, hatte sich geduscht und seine Schuluniform durch eine einfache blaue Jeans und einen grauen Rollkragenpullover ausgetauscht, da es die letzten Tage doch noch recht kalt geworden war und sich der leichte Regen in den ersten Schnee verändert hatte. In seinen Händen hielt er die schwarze Fake Brille die er während seiner Zeit in Tokio getragen hatte, erhoffte sich durch diese seine steigende Nervosität wieder etwas zu verlieren, wieder etwas mehr der souveräne Anführer zu sein der vor nichts zurückschreckte. Somit faltete er die Bügel auf und setzte sie sich, mit einem Tiefen Atemzug, auf die Nase um nun in den großen Spiegel zu schauen, fuhr sich kurz durch die schwarzen Haare um diese etwas zu Ordnen.
„Ja ich bin mir sicher und bevor du fragst, ja ich gebe mir gerade viel zu viel Mühe mit meinem Aussehen für ein normales Treffen“, fügte er noch hinzu und atmete erneut tief durch.

Akechi wusste von seinen Gefühlen, wusste was er empfand, konnte sich durch aus denken das dies nach einem Jahr immer noch der Fall war, warum sollte er ihm den Brief sonst erneut an Valentinstag zukommen lassen. Ren verschränkte abwesend seine Arme vor der Brust und fing mit einer Hand an seine Strähne zwischen Daumen und Zeigefinger zu zwirbeln.
„Ren vielleicht solltest du wirklich hierbleiben, die ganze Sache scheint dich ziemlich fertig zu machen.“ Monas Stimme klang deutlich besorgt, doch wusste Ren bereits worauf dieser hinauswollte. Schüttelte nur den Kopf und konterte,
„Wenn du ein Date mit Ann hättest würdest du dich nicht anders benehmen“, dies ließ Mona jetzt wiederum leicht zusammenzucken, da ihr Anführer da nicht wirklich unrecht hatte.

Dieser schloss nun die Schranktür, in der sich der Spiegel befand und setzte sich auf seinen Stuhl um seine Schuhe anzuziehen.
„Wir gehen dahin und werden sehen was er zu sagen hat, entweder wir haben einfach nur ein angenehmes Gespräch miteinander oder er versucht uns umzubringen. Ich erhoffe natürlich ersteres, doch wollen wir deine Sorge ja nicht außeracht lassen. Meine Mutter ist darüber in Kenntnis gesetzt worden das ich mich mit einem Freund aus meiner Zeit in Tokio treffe und das dieses Treffen etwas länger dauern könnte, ich mich aber benehmen werde und mich nicht mit der Polizei anlegen werde, wie es beim letzten Mal der Fall war.“ ging er seine Imaginiere To-do Liste durch und seufzte kurz als er an das Gespräch mit seiner Mutter zurückdachte.

Die Beziehung zu seinen Eltern war noch nie wirklich einfach gewesen, hatte Ren schließlich nie die Erwartungen erreicht, die sie sich von ihm erhofften. Doch seit der ganzen Sache mit Shido war sie für ihn die Hölle geworden, sie hatten ihm alle Aktivitäten neben Schule und lernen verboten. Andere Menschen traf er nur im Beisein seiner Eltern, da die Angst einer erneuten Rufschädigung für sie einfach zu groß war.
Ren musste alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel nutzen um das Haus überhaupt verlassen zu dürfen. Jetzt einen Rückzieher zu machen nach all der Arbeit kam für ihn also nicht in Frage.
Dazu kam noch, dass sowohl seine Eltern als auch er wussten, dass es nicht mehr lange dauern würde, noch drei Monate dann würde er zurück nach Tokio gehen und ihnen so wie diesem Ort den Rücken kehren und er wusste das auch Goros Wiedersehen nichts an dieser Entscheidung ändern wird.

Es würde ihn glücklich schätzen, wenn Akechi seine Hilfe aufsucht, weil dieser ebenfalls dahin zurück möchte und nicht ganz weiß wie er das anstellen sollte, diesen Schritt gerne mit ihm zusammen gehen möchte. Somit stand Ren auf und griff nach seiner braunen Tasche in die Mona bereits geschlüpft war.
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