Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Schnipsel

Kurzbeschreibung
SammlungDrama, Freundschaft / P12 / Mix
Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
26.08.2021
17.10.2021
3
5.190
13
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
26.08.2021 4.140
 
Hallo meine Eulen,
Willkommen zu meiner Sammlung.
Schnipsel ist eine Sammlung an Plot entwürfen, Drabble (-Vorgeschichte), Kapiteln, die es nicht in die Geschichte geschafft haben oder nette OneShots zu den einzelnen Charakteren.

***

Vorgeschichte - Entwurf - Drabble


„Was hast du da?“ Moira sah zu Aion auf, der einen Korb mit leuchtenden Kugeln auf den Tisch stellte.
„Das sind Fragmente aus der vierten Welt.“ Moira griff nach einer der Kugeln und betrachtete sie.
„Und was wollen wir damit?“ Der Gott der Zeit ließ sich neben der Schicksalsgöttin nieder und nahm sich eine der Kugeln.
„Wir betrachten die Geschehnisse noch einmal, weil jemand bei seiner Beurteilung geschlampt hat und schreiben den Bericht neu. Dike muss schließlich ein Urteil fällen.“
Moira sah zu Aion. „Entschuldige, ich dachte, es fällt nicht auf. Konnte keiner wissen, dass sie den Nexus wirklich öffnen.“

***


„Schläge in die Kniekehle sind nicht ehrenhaft.“
Triumphierend steckte Yule ihr Holzschwert zurück in die Lederscheide.
„Tja Brüderchen, im Krieg ist alles erlaubt. Ich will später genau wie Vater einmal in die Schlacht ziehen.“
Elias erhob und klopfte sich den Staub von den Kleidern. „Prinzessinnen ziehen aber nicht in den Krieg.“
Yules lächeln verschwand. „Du bist einfach nur ein schlechter Verlierer. Eines Tages werd ich in den Krieg ziehen und dich retten!“
Skeptisch zog Elias seine Augenbraue hoch. „Wir werden es sehen. Geh lieber mit Runa oder Lumina Puppenspielen.“  
Gekränkt sah Yule Elias nach, wie er in Richtung Burg verschwand.

***


„Gwen Ellis?“
Ellis hob ihren Kopf und sah zu der Fremden, die sie angesprochen hatte. Die Frau war heute Morgen ins Kloster gekommen und hatte sich alle Mädchen genau angesehen. Noch nie hatte sie ein Wesen mit so dunkler Haut gesehen.
„Was wollen Sie von mir?“
Die Frau lächelte. „Ich bin die Oberste Claudia und ich bin hier, um dich zu holen. Du wirst meine Schülerin ab heute sein.“
Ellis Herz rutschte in die Hose. Vor ihr stand die mächtigste Hexe.
„Warum ich?“
Claudia legte ihre Hand auf Ellis Schulter. „Weil du meine Nachfolgerin wirst. Du wirst die neue Oberste.“

***


„Du kannst nicht dein Leben lang durch die Welt ziehen und kämpfen.“
Elias setzte sich in seinem Bett auf. „Natürlich kann ich es und wie du siehst, mich bringt nichts um.“
Doreah rollte mit den Augen. „Elias, du hast mehr Glück als Verstand. Vielleicht solltest du dir Gedanken um später machen. Sesshaft werden und dir eine Frau suchen. Vielleicht eine nette Heilerin, die deine Verletzungen immer heilen kann.“
Mit einem lächel sah Elias zu Doreah, der eine leichte röte im Gesicht lag.
„Ich liebe meine Leben. Ich kann tun, wonach mir der Sinn steht, außerdem sind Bindungen nichts für mich.“

***

„Ich kann das nicht länger.“
Verwundet sah Ares zu Caius auf. „Was kannst du nicht länger?“
„Dieses Versteckspiel.“
Ares wollte nach Caius Hand greifen, doch er zog sie weg.
„Ares, du bist alles für mich, aber diese Angst erwischt zu werden, macht mich fertig.“
Für einen Moment schloss Ares seine Augen, um die Worte sacken zu lassen. „Sobald ich König bin, werde …“
„Was wirst du? Gesetzte aufheben? Das Volk gegen dich aufbringen, weil du einen Mann liebst?“
Ares öffnete seine Augen und sah, mit traurigem Gesicht zu Caius. „Ja, ich werde eine Welt erschaffen, in der wir zusammen sein können.“

***


„Du enttäuschst mich.“
Yule ließ ihren Degen sinken. „Es tut mir leid, Mutter.“
„Was habe ich dir all die Jahre beigebracht? Wie soll sich eine Prinzessin in der Öffentlichkeit verhalten?“
Yule sah auf den Boden. „Sein nichts wissend und unschuldig. Rede nicht über Politik und Philosophie. Sei stets schweigsam und gehorsam, denn starke Frauen sind Furcht einflößend.“
„Mutter, lass es gut sein.“ Diana drehte sich zu Ares, der ihr den Degen wieder abnahm und Yule wieder reichte.
„Geh aufs Feld zurück und kämpfe für unser Haus. Elias ist schließlich nicht da.“
Diana sah Ares an. „Wenn das kein Fehler ist.“

***


Nathanael betrachtete das Wandgemälde aus der alten Zeit. Eine Zeit, in der die Welten noch vereint waren, die Götter unter den Wesen weilten und Nomas noch Magie besaßen.
„Entschuldigt mein König, aber ich habe eine dringende Nachricht für Sie.“
Nathanael wandte seinen Blick von dem Bild ab und sah zu seinem Berater.
„Von wem ist die Nachricht?“
„Von der Obersten. Sie ruft den Großen Rat zusammen. Es ist dringend.“
„Was ist ihr Anliegen?“
„Sie hat eine Hexe gefunden, deren Fähigkeiten außergewöhnlich sind.“
Nathanael zog interessiert die Augenbraue hoch.
„Wie außergewöhnlich?“
„Claudia möchte sie, die Prüfung der zehn Wunder ablegen lassen.“

***


„Zu wem gehen wir jetzt?“ Ellis sah Claudia mit einem wissbegierigen Blick an.
„Zu Doreah, sie ist eine Elfe und zählt zu den besten Heilern. Sie bereitet dich auf die Vitaliums Prüfung vor. Gefällt dir die Stadt?“ Dem wachsamen Blick von Claudia entging nichts. Sie konnte Ellis die Aufregung ansehen.
„Eine Elfe? Ich habe noch nie Elfen getroffen. Ich kenne Elfen, Zwerge und Orks nur aus Büchern. Nach meiner Prüfung will ich die Welt sehen.“
Ein Schmunzeln huschte über Claudias Lippen. „Ja, eine richtige Elfe. Nach deiner Prüfung reisen wir nach Mondwald. Dort gibt es einen Wald mit fluoreszierenden Pflanzen.“

***

Mit Tränen in den Augen fiel Yule ihrem Bruder um den Hals. „Ich dachte, du bist tot. Alle haben gesagt, du stirbst. Caius hat diese schreckliche Geschichte erzählt. Du warst so lange weg und …“
Elias zog seine Schwester an sich. „Ich habe dich auch vermisst. Wunden heilen nicht über Nacht und meine waren schwer. Zum Glück hat Vater die beste Heilerin zu mir gebracht und jetzt lass mich erst einmal ankommen.“
Yule ließ von Elias ab und wischte sich mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht. „Mach so etwas nie wieder!“
Elias hielt ihr den kleinen Finger entgegen. „Versprochen.“

***

Blut. Krieg. Leichen.
Avos schreckte in seinem Bett hoch. War da ein Schrei oder hatte er nur geträumt? Mit der Hand rieb er sich über das Gesicht, als ihn ein Drachenschrei zusammenzucken ließ. Schnell schlug er seine Decke zur Seite und eilte zum Fenster.
Im Licht des Vollmondes konnte er jemanden auf dem Rücken eines Drachen ausmachen. Das weiß-blaue Schuppenkleid verriet das Tier. Es war Betzi und es konnte sich nur um Raehlla auf ihrem Rücken handeln. Avos wusste, dass er diesen Wildfang nicht gezähmt bekommen würde, aber er wusste, wer es konnte und zwar König Diana von Wassersonne.

***

Die Stille war erdrückend. Als Ellis ihre Augen öffnete, sah sie in eine Runde schockierter Gesichter.
„Das ist unmöglich. Sie war nicht im Totenreich, das ist ein Trick.“ Brach aus einem der Männer heraus.
Er sah zu Ellis, dann zu Claudia. „Egal, was sie ist, sie ist keine Hexe. Niemand, nicht einmal du, hat bis jetzt alle zehn Prüfungen bestanden. Außer sie ist eine …“
Ellis griff sich an den Kopf, ihr war übel, alles drehte sich.
„Eine Oberste, Nathanael. Freunde dich schon einmal damit an.“
Der bittere Geschmack in ihrem Mund wurde stärker. Ellis würgte und erbrach eine schwarze Flüssigkeit.

***


Elias stand auf dem Wehrgang und suchte mit zusammengekniffenen Augen den Himmel ab.
„Was tust du hier?“
Er zuckte zusammen und wandte seinen Blick vom Himmel ab und sah zu Ares, der ein süffisantes Grinsen im Gesicht hatte.
„Nichts, ich schau mir den Himmel an.“
„Du meinst den wolkigen und grauen Himmel?“
„Schöne Wolken, oder?“
Ares fing zu lachen an. „Sicher, dass du nicht eher Ausschau nach den Luftschiffen und Drachen, der Donnerlande hältst? Da du noch nie einen Drachen gesehen hast?“
Elias errötete. „Blödsinn, natürlich habe ich schon Drachen auf meinen Reisen gesehen. Ganz viele sogar.“
Ares zog skeptisch seine Augenbraue hoch. Bevor er etwas erwidern konnte, war ein Brüllen in der Ferne zu hören. Das Geräusch ließ beide aufsehen.
Am Horizont waren mehrere Punkte zu sehen, die langsam größer wurden. Einer davon wurde schneller größer. Der Punkt bekam eine Form und das Brüllen hallte erneut über den Himmel. Elias traute seine Augen nicht, als der Drache näher kam. Noch nie hatte er etwas so Beeindruckendes gesehen. Der Drache flog über den Wehrgang und sein Flügelschlag verursachte ein donnerndes Geräusch.
Elias sah nun grinsend zu seinem Bruder, dem der Mund offenstand.
„Was los Brüderchen noch nie einen Drachen gesehen?“

***


„Was hast du da?“ Caius stand mit einem lächeln, an den Türstock gelehnt.
„Nichts, mir sind nur meine alten Sagen- und Märchenbücher in die Hände gefallen.“
Caius kam näher und setzte sich neben Ares. „Bist du nicht etwas zu alt dafür?“
Mit einem Grinsen deutete Ares auf das Buch. „Vielleicht, aber darinnen stehen alle Antworten, die ich benötige.“
Stirnrunzelnd sah Caius das Buch an. „Welche Antworten?“
„Um die Welten wieder zu vereinen.“
Caius fing das Lachen an. „Dann viel Erfolg damit. Das können höchstens die Götter.“
Ares legt das Buch neben sich ab. „In jeder Legende steckt eine wahre Geschichte.“

***


„Ich werde auf Raehlla gut Acht geben und sie ausbilden. Wir werden ihr schon Manieren beibringen.“
Nickend nahm Avos einen Schluck Wein. „Daran habe ich auch nicht gezweifelt und unser Abkommen bleibt weiter bestehen?“
Diana nickte. „Natürlich. Ich hoffe, ich kann eine Mutterfigur für Raehlla werden.“
Avos ließ seinen Blick aus dem Fenster gleiten. „Wir hatten leider nie Eltern. Meine Schwester ist ein Wildfang. Sie benötigt klare und direkte Ansagen.“
„Es war damals ein sehr tragischer Unfall. Brauchen wir die nicht alle?“
Diana sah zu Avos. „Ich glaube, ja. Sie geben uns Sicherheit.“
Diana lächelte. „Dann sind wir uns einig.“

***


Claudia sah in die Ratsrunde. „Sie hat Moira im Kerker getroffen.“
Ungläubig sah Avos zu Claudia. „Das ist unmöglich, dass sie einen Gott getroffen hat. Dort liegen nur Göttergebeine.“
„Das beutetet, sie kann nicht nur ins Totenreich reisen, sondern auch die Götter sehen und mit ihnen interagieren?“, hakte Titania nach.
Claudia nickte. „Ja, diese Entwicklung beunruhigt mich. Ich vermute, Ellis ist ein Gotteskind und wir wissen alle, was das bedeutet.“
Schweigen breitete sich im Raum aus.
„Dennoch werde sich die Hexen und ich ihr annehmen. Wir werden es beobachten.“
Eine Faust knallte auf den Tisch. „Das ist gegen das Abkommen!“

***


„Ich glaube, unser Brüderchen ist verliebt.“ Grinsend sah Yule zu Ares, der näher ans Fenster trat und mit, in den Garten sah.
„Schaut so aus. Vielleicht haben wir endlich eine Braut für ihn.“
Yule fing das Lachen an. „Elias und heiraten? Er hat viel zu viel Angst vor Verantwortung, obwohl Raehlla verändert ihn irgendwie.“
„Ob Vater davon begeistert ist, wenn Elias eine Elfe heiraten will? Seine Ansichten sind leider sehr konservativ.“
Yule zuckte mit den Schultern. „Vielleicht ist auch nur eine seiner Liebelei und das Thema hat sich bald wieder.“
„Hoffen wir es. Ich möchte nicht, dass er unglücklich ist.“

***


„Liebster, was ist los?“ Besorgt eilte Diana zu ihrem Mann.
Hustend stütze Nathanael sich an einer Säule ab. „Alles gut meine Liebe, es geht wieder.“
Diana legte Hand auf Nathanaels Wange, die er nahm und drückte ihr einen Kuss auf sie.
„Du brauchst dich wirklich nicht zu sorgen. Mir geht es gut.“ Dann ließ er ihre Hand los und ging weiter in Richtung Thronsaal.
Diana wusste, dass ihr Mann nicht gut ging. Die Blutkrankheit zerfraß ihn von innen und dass sein Ende bald schon kommen würde.
Kopfschüttelnd folge sie Nathanael, sie wollte nicht daran denken, dass ihr Mann bald starb.

***


„Das Wandbild lässt dir auch keine Ruhe mehr?“
Elias stoppte hinter seinem Bruder und sah ebenfalls auf das Gemälde.
„Da draußen gibt es eine Welt, mit der wir einst verbunden waren. Wir waren eins.“
„Du meinst die Welt, die hinter dem Nexus liegt?“ Elias sah fragend zu Ares, der nickte.
„Ja, manchmal frage ich mich, wie unsere Welt heute aussehen würde, wenn die Nomas ihren Gott nicht geopfert hätten. Es den Nexus nie gegeben hätte oder er einfach fallen würde.“
Elias fing das Lachen an. „Es wäre ein ziemliches Chaos, ein Fremdwelt-Chaos und jetzt komm, Vater wartet auf uns.“

***


„Der Nexus beschäftigt dich wirklich. Das ist etwas Göttliches, du kannst ihn nicht zu Fall bringen.“ Caius beugte sich über die Papiere und Bücher, die auf dem Tisch lagen.
„Du hast recht, aber ich kenn jemanden, der es kann.“
Caius zog seine Augenbraue hoch. „Und wer soll bitte deiner Meinung nach den Nexus durchbrechen können?“
Ares erhob sich und schritt um den Tisch. „Ellis, sie ein Gotteskind. Mit ihrer Magie können wir den Nexus zum Fall bringen. Wir erschaffen eine neue Welt, eine bessere Welt. Über die wir zusammen herrschen, mit unseren Regeln.“
„Und wie willst du sie überzeugen mitzumachen?“

***


„Doreah, was machst du hier?“ Elias hielt die Heilerin am Arm fest, die zusammen gezuckt ist. „Können wir reden? Es tut mir leid wie unsere letzte Begegnung gelaufen ist und ich möchte deswegen mit dir reden.“
„Elias, du hast mich erschreckt und ich weiß nicht, ob es jetzt der richtige Zeitpunkt für solche Gespräche ist. Ich war gerade bei deinem Vater, er ist krank.“
Elias ließ den Arm los und sah sie ab. „Wie meinst du das?“
„Er hat die Blutkrankheit. Seine Magie frisst ihn von innen auf. Ich gebe ihm nur noch ein paar Wochen. Es tut mir leid.“

***


Raehlla schmiegte ihren Kopf an Elias Brust. „Ich mag dich.“
„Ich mag dich auch.“
Langsam lies Raehlla ihre Finger über die Narbe auf Elias Brust gleiten. „Was machen wir jetzt?“
Für einen Moment hielt Elias inne. „Wir sollten in eine Schenke und feiern.“
Verwundert hob Raehlla ihren Kopf. „Und was?“
Elias schlag seine Arme fest um Raehlla und drückt sie an sich. „Uns.“
„Uns? Bin jetzt deine Partnerin?“
Ein Lächeln huschte Elias über das Gesicht. „Ja und wenn du willst sogar meine Braut.“
Raehlla wollte etwas erwidern, doch das Läuten der Glocken ließ sie verstummen und beide zum Fenster blicken.

***


Yule sah immer wieder zu ihrer Mutter, die aufgelöst war, dann wanderte der Blicke zu Elias, an dem Raehlla dicht gedrängt stand. Sie hasste Raehlla.
„Hiermit geben wir König Nathanael zurück an Anu und seine Krone weiter an Ares.“
Caius und noch ein paar andere Männer trugen den Leichnam ihres Vaters in die Grabkammer. Alles wirkte auf Yule surreal. Gerade wurde ihr Vater noch verabschiedet und nächsten Moment würden sie den Tod und den neuen König feiern.
„Lang lebe der neue König.“ Lies Yule wieder aufsehe, zu Claudia, die Ares gerade die Krone aufgesetzt hatte und nun vor ihm kniete.

***


„Warum bist du nicht in der Halle feiern?“ Ares sah zu Elias, der am Boden saß.
„Ich denke über mein Leben nach.“
Skeptisch zog Ares seine Augenbraue hoch und setzte sich neben Elias. „Und worüber genau?“ Elias nahm einen Schluck aus seinem Bocksbeutel. „Du bist jetzt König und Yule wird später einen angesehenen Mann heiraten und ebenfalls herrschen. Und ich? Ich bin Zweitgeborene, der keinen Platz in dieser Welt hat.“ Elias hielt Ares den Bocksbeutel entgegen, der ihn entgegennahm und einen Schluck daraus machte.
„Elias, du kannst sein, wer immer du willst. Du bist frei und dafür beneide ich dich.“

***


„Hältst du das für eine zielführende Idee?“ Claudia sah zu Ares bevor sie einen Schluck aus ihrem Weinbecher nahm.
„Ja, aber nur wenn sie ein Gotteskind ist.“
Claudia stellte den Becher ab. „Ich wüsste nicht, was sie sonst ist, auch wenn ich den Rat etwas anderes erzählt habe.“
„Ich werde sie hier am Hof behalten, zu ihrem Schutz versteht sich. Sie ist zu gefährlich.“
Claudia zog die Augenbraue hoch. „Ich glaube nicht, dass Ellis das gefallen wird. Wir sind noch mitten in der Ausbildung.“
„Dann bilde sie hier aus.“
Claudia erhob sich und musterte Ares. „Wie Ihr wünscht, mein König.“

***


Ellis starrte auf das schwarze Meer von Mitternachtssonne. Es war ein furchtbarer Ort. Es war kalt, immer dunkel und sie hatte da Gefühl, dass hier alles am Sterben war. Ihr neues Zuhause gefiel ihr überhaupt nicht. Hier fühlten sich alle Tage gleich an.
„Da ist meine Heldin.“
Ellis zuckte zusammen, als die Stimme neben ihr erklang. „Wie meinst du das?“
Ares grinste. „Du bist die einzige Person, die uns vor dem Tod, dieser Welt retten kann.“
„Ich?“
Ares nickte und legte seine Hand auf ihre Schulter. „Du bist etwas Besonderes. Du und deine Fähigkeiten könnt die Welt verändern und verbessern.“

***


„Alles schön und gut, aber wie willst du den Nexus zerstören?“
Ares wandte sich mit einem breiten Grinsen dem Rat wieder zu.
„Mit Ellis. Wie sich gezeigt hat, kann sie mit ihrer Magie Schutzfelder jeglicher Art zerstören.“
„Der Nexus besteht seit mehreren Aions. Niemand hat ihn bis jetzt zu Fall gebracht.“
Ares schritt auf Titania zu.
„Bis jetzt aber Ellis wird uns aus diesem Gefängnis befreien, in welches uns die Alt-Nomas und Götter gesteckt haben. Sie wird die Welten wieder vereinen. Wer von euch wird mich dabei unterstützen?“
Die Ratsmitglieder tauschen Blicke aus. Eher einige Vertreter ihre Hand hoben.

***


Leute, die tanzten, lachten und Spaß hatten. Yule lies ihren Blick weiter über die Midtis Feierlichkeiten gleiten. Gleich würde Ares bekannt geben, wen Elias heiratet. Sie war sich ziemlich sicher, dass es Raehlla war.
„Mein liebes Volk, wir haben uns heute hier versammelt, um die Verlobung meines Bruders bekannt zugeben.“
Alle verstummten und sahen zu Ares. Yules Blick wanderte zu Elias, der mit Raehlla Händchen hielt.
„Ich freue mich bekannte zugeben, dass mein kleiner Bruder, beim nächsten Vollmond, Ellis von der Insel Etros heiraten wird.“
Yule verschluckte sich am Wein und sah zu Elias, der genauso schockiert wirkte, wie sie.

***


Raehlla betrachtete die Rose, die Elias ihr entgegenhielt.  
„Elias, ich kann das nicht länger.“ Raehlla sah auf den Boden.
„Ich liebe dich, aber du wirst heiraten und wir sollten uns nicht mehr sehen.“
Elias schluckte und griff nach Raehllas Hand. „Ich will diese Ehe nicht. Mein Bruder zwingt mich. Ich wollte mit ihm reden, aber er hat gesagt, es ist das Beste für alle und deswegen will er es auch so schnell. Aber wir können zusammen von hier verschwinden, heute Nacht noch und an einem anderen Ort neu anfangen.“ Raehlla schüttelte ihrem Kopf. „Das geht nicht und das weißt du.“

***


Elias wollte und konnte seinen Bruder nicht verstehen. „Es ist nur ein Märchen, ein Gerücht. Etwas, das man Leuten erzählt, um sie zu unterhalten. Ich sollte jetzt gehen. Dein Vorhaben ist wahnwitzig und ich werde dich nicht unterstützen.“ Mit seiner Faust schlug Ares auf den Kartentisch. „Ich bin der König und ich befehle dir hierzubleiben.“ Elias stoppte und drehte sich zu Ares.  „Ares, schau dich an. Man erkennt dich kaum noch.  Du bist ein Monster. Mach es aber ohne mich. Ich will nicht am Tod tausender schuld sein. Du bist nicht länger mein König und auch nicht mehr mein Bruder.“  

***


Das war die reinste Demütigung. Ellis starrte auf den Boden vor sich, während Elias ihre Hand hielt. Durch diese Ehe wurde ihr alles genommen.
Die  Möglichkeit zurück nach Hause zugehen, die neue Oberste zu werden und frei zu sein. Sie würde ihr restliches Leben an diesem kalten, dunklen Ort gefangen sein, mit jemanden, den sie nicht einmal leiden konnte. Tränen stiegen in ihr auf. Immerhin wusste Ares ihre Fähigkeiten zu schätzen und sie würde ihm bei etwas Großem helfen.
„Ellis?“ Elias flüstern ließ zusammen zucken und aufsehen.
„Dein Eid.“
„Entschuldige.“ Ellis räusperte sich eher sie damit begann ihren Eid aufzusagen.

***


Ellis drückte ihre Hand gegen die Nebelwand, die deutlich mehr Widerstand leistete als gedacht. Ein Schlag durchfuhr ihren Körper, als sie fester dagegen drückte. Ruckartig zog sie ihre Hand zurück.
„Du glaubst wirklich, ich kann den Zauber brechen?“
„Du bist die stärkste Hexe und ein Gotteskind.“
Grinsend sah Ares zu ihr. „Früher konnte man am Schwarzmond oder mit einer Einladung durch den Nexus nach Middilgard, aber seit das Tor verzaubert ist, ist es uns nicht mehr möglich.“
Ellis sag Fragen zu Ares. „Und ich soll das Tor wieder öffnen?“
Ares nickte. „Du wirst das, was eins getrennt war, wieder vereinen.“

***


„Wie lange willst du noch auf das Meer starren?“
Besorgt setzte Doreah sich neben Elias und sah mit auf das Meer.
Mit der flachen Hand rieb sich Doreah über das Gesicht.
„Du weißt, dass du nicht ewig hier sitzen kannst.“
Elias sah traurig und müde zu Doreah. „Das sagt wer?“
„Ich, als eine Freundin, die sich wirklich Sorgen macht.“
Elias sah wieder auf das Meer.
„Sie ist tot, weil ich sie nicht beschützt habe.“
„Raehlla ist tot, weil sie impulsiv und stur ist. Es hat gehandelt, ohne  darüber nachzudenken. Du hättest sie nicht beschützen können.“

***


„Elias, was hast du vor? Es ist mitten in der Nacht.“
Fragend sah Yule zu Elias, der gerade sein Pferd sattelte. Elias sah auf den Boden.
„Ich gehe. Es fühlt sich falsch an, länger hier zu sein.“
Yule ballte ihre Hand zu einer Faust.
„Du schließt dich Avos an, um gegen Ares vorzugehen, weil du  ihm die Schuld an Raehllas Tot gibst.“
Enttäuscht sah ihren Bruder an. Sie waren eine doch eine Familie und er wollte gegen ihren Bruder vorgehen.
„Du fällst deiner Familie also in den Rücken.“
Elias schwang sich auf den Rücken des Pferdes. „Es tut mir leid.“

***


„Geht es dir gut, Ares? Ich mach mir Sorgen“, unterbrach Caius, die Stille. Er sah zu seinem König, der müdem Gesicht über den Kartentisch lehnte.
„Ja, ich bin nur überarbeitet. Der Schwarzmond rückt immer näher. Ellis ist doch nicht so stark wie angenommen und …“ Ares sah zu Caius auf. „Was führt dich zu mir?“
„Avos und die Widerstandsbewegung sind auf dem Vormarsch. Sie wollen dich stürzen und verhindern, dass du Nexus öffnest, sie haben Angst.“
Ein Lächeln huschte über Ares Lippen. „Sie sollte auch besser Angst vor mir haben. Sie wissen nicht, wozu ich und Ellis in der Lage sind.“

***


Elias war froh, endlich in einem Zelt zu sein, dass ihm Schatten spendete. Noch ein weiter Tag in Steppe, in der die Sonne heiß vom Himmel brannte, hätte er nicht überlegt.
„Was führt den König der Mondelfen und den Prinzen der Hexen zu mir?“ Ezo musterte seine Besucher. Elias trat hervor. „Wir benötigen Eure Hilfe. Wir müssen meinen Bruder stürzen.“ Ezo Mundwinkel zuckten. „Dass du der neue König wirst?“
„Nein, um diese Welt zu retten. Ares, wird seinen Plan, zur Nexus Öffnung in wenigen Wochen umsetzten.“ Skeptisch Ezo seine Augenbraue hoch. „Der Nexus ist vor Jahrhunderten von den Göttern geschlossen worden. Ich glaube deinem Bruder nicht.“ Avos und Elias sahen sich kurz an, eher Avos fortfuhr: „Das dachten wir auch, aber Ares hat einen Weg gefunden. Er benutzt Ellis, den Schwarzmond und die Magie, die er aus Wesen gezogen hat.“ Ezo war nun hellhörig geworden. „Das erklärt wohl das Verschwinden der Baumelfen. Wie sollen wir, die über keine Magie verfügen, euch helfen?“ „Wir beabsichtigen in Mitternachtssonne einzumarschieren und Ares gefangen zunehmen. Dazu benötigen wir fähige Kämpfer, wenn wir die magische Barriere durchbrochen haben. Kein Volk ist so geschickt im Kampf wie die Orks. Das Eindringen in Mitternachtssonne sollte einfach werden.“

***


Caius hielt Ares am Handgelenk fest. „Warte, ich will, dass du weißt, dass ich dich beschützen werden, auch wenn es das Letzte ist, dass ich tue.“Ares drückte Caius einen Kuss auf die Wange. „Dann hoffe ich, dass wir morgen noch leben. Jetzt lass uns gehen. Ellis wartet am Nexus auf uns und der Schwarzmond zeichnet sich bereits am Himmel ab.“Noch nie in seinem Leben hatte Caius Angst und heute war es das erste Mal. Sein Blick wanderte zu den Truppen, die sich vor dem Tempel positioniert hatten. Sie würden Avos aufhalten und wenn nicht, würde er Ares beschützen.

***


Er wollte das nicht tun, aber er musste Ares beschützen. Das Ritual durfte nicht unterbrochen werden.
Als Elias zum Schlag ausholte, sah Caius seine Chance und warf einen magischen Dolch, der sich in Elias Bauch bohrte.
Keuchend ging sein bester Freund auf die Knie. Nein, Freunde waren sie schon lange nicht mehr. Elias hatte seine Familie verraten und würde jetzt dafür bezahlen.
Caius schritte stoppte vor Elias, der flehend seine Hand nach ihm ausstreckte. „Bitte helf mir.“
Er hatte nur noch ein müdes Lächeln übrig. „Du wolltest es so.“ Dann trat dann gegen Elias Schulter, eher sie wieder Ares zuwandte.

***


Ellis konnte ihren Blick nicht vom Himmel abwenden, der einem zerbrochenen Spiegel glich. Es wirkte so surreal.
Ihr Versuch, den Nexus dauerhaft zu öffnen, war missglückt. Der Zauber wurde nur geschwächt und Risse waren entstanden. Beim nächsten Schwarzmond wurden sie es schaffen. Etliche waren gestorben und Ares war stark geschwächt.
„Ares geht es wieder gut, es möchte mit der sprechen.“
Ellis drehte sich zu Caius, der hinter ihr stand.
„Ja, ich komme.“ Sie sah noch einmal in den Himmel, dann folgte die Caius in die Burg. Sie würde Elias  zurückholen, sie war schließlich eine Aion. Das war sie Elias schuldig.

***


„Und was machen wir jetzt mit Elias? Sein Seelenlicht hängt noch im Nebel fest.“
Moira sah zu Dike und hielt ihr den Bericht entgegen.
„Hmm. Schwierig.“ Sie nahm die Mappe und überflog die Seiten. „Eigentlich ist er ein Fall für Anu, da sein Soll nicht erfüllt ist, aber ich würde sagen, wir schicken ihn nach Middilgard.“
„Was soll er da? Er gehört nicht in diese Welt.“
Dike zuckte mit den Schultern. „Sich finden und über sein Leben nachdenken, ist er so weit, holen wir ihn wieder in die Anderswelt oder was sagt unsere Schicksalsgöttin dazu?“
„Schicken wir ihn nach Middilgard.“
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast