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Flammen, Lust und Feder

GeschichteAbenteuer, Erotik / P18 / Mix
Elben & Elfen Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
23.08.2021
11.10.2021
6
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23.08.2021 2.001
 
Es war Nacht und der Mond war nichts weiter als eine schmale Sichel am Firmament. Auch Sterne konnte man nicht erkennen und das Land war gehüllt in eine tiefe Finsternis. Ein Mann in schwerer Rüstung stand vor einer kleinen Hütte, irgendwo am Rand eines Waldes. Er blickte angespannt auf das alte Tor. In seiner Brust pocht es heftig. Sein Herz drohte fast aus seinem Leib zu springen. Langsam näherte er sich dem Häuschen und legte seine zitternden Finger auf den Türgriff. Mit einem Ruck riss er die Tür auf.

Nichts...

Der Mann atmete tief aus und seine Anspannung löste sich. Plötzlich ertönte hinter ihm das Geräusch sausender Pfeile. Blitzschnell riss er seine Hand schützend vor sich, während er sich gerade genug um seine Achse drehte, um in die Richtung zu blicken, aus der die Geräusche kamen. Erneut starrte er ins Leere. Die grasbewachsene Hügellandschaft war nur spärlich beleuchtet und erstreckte sich scheinbar ins Unendliche. Das Nächste, das er spürte, war eine unangenehme Hitze, die in seinem Rücken brannte. Gleichzeitig zog sich eine eisige Kälte durch seine Glieder. Wieder drehte er sich herum. Ungläubig stieß er ein gequältes Grunzen hervor.

„B-bitte! H-hilf mir!“, stöhnte eine junge Frau, deren Körper von Pfeilen durchbohrt war. Sie kauerte nun am Boden des Häuschens, während die Wände um sie in Flammen loderten. Doch der Krieger schaffte es nicht, seinen Körper zu bewegen. Trotz der Hitze, die ihm entgegenschlug, waren seine Beine wie vereist. Er spürte, wie der Schweiß von seiner Stirn tropfte. Er rann ihm über den Rücken hinab und gefror an seinen Knien augenblicklich zu Eis.

„So hilf mir doch! Bitte! Rette mich!“

Der schmerzverzerrte Schrei des Mannes durchschnitt die finstere Nacht und er erwachte schweißgebadet in einem weichen Bett. Sein Herz schlug wie wild und seine langen braunen Haare klebten strähnig in seinem Gesicht.

„Äh ... Was?“, seufzte er, als er erst langsam begriff, dass dies alles nur ein Traum gewesen war. Immer noch zitterten seine Hände.

„Hattest du schon wieder einen Albtraum, Tuman?“, sprach eine Stimme neben ihm. Eine Frau mit langen feuerroten Haaren erhob sich neben ihm aus dem Bett. Sie lächelte ihn mit ihren vollen Lippen an und aus ihren dunkelbraunen Augen sprach etwas Gütiges. Gewellte Strähnen fielen sanft auf ihre wohlgeformten Brüste.

Tuman kniff seine Augen zusammen und rieb sich mit den Fingern über die Lieder. „Keine Sorge, Vanessa. Nur eine Erinnerung, die ich nicht loswerde“, antwortete er monoton.

Vanessa seufzte und blickte aus dem Fenster, das neben ihrer Seite des Bettes lag. Es war immer noch Nacht und auch im Zimmer brannte nur eine einzelne Kerze. Als sie wieder zu Tuman hinüber blickte, erkannte sie denselben Ausdruck, den sie bereits vor fünf Jahren gesehen hatte, als er sie das erste Mal besucht hatte. Doch genau wie damals, würde sie auch in dieser Nacht nicht erfahren, was es genau damit auf sich hatte. Sie würde allerdings auch nicht wieder danach fragen. Das tat sie schon seit Jahren nicht mehr. Stattdessen wusste sie, wie sie Tuman einfacher auf andere Gedanken bringen konnte.

„Vergiss den Traum“, sprach sie und hockte sich auf seinen Schoß. Ihre dunklen Brustwarzen glänzten im Kerzenschein. Tuman spürte ihre warme Berührung in seinem Schoß und er legte seine Hände um ihre Hüften. Seine Finger wanderten um ihre Taille und an ihren weichen Hintern. Er küsste ihre weichen Brüste und verbannte die finsteren Gedanken ins hinterste Eck seines Verstandes.

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Am frühen Morgen verließ Tuman das zweistöckige Gebäude. Die aufgehende Sonne warf ihre Strahlen auf die hellbraune Fassade, die mit Holzbalken verstärkt war. Im Erdgeschoss befand sich ein kleiner Schankraum, in dem die Mädchen üblicherweise Gruppen von Reisenden bewirteten. Die oberen Geschosse waren für einsame Gäste reserviert, die ein paar Goldmünzen übrig hatten. In Holstheim war dies bei weitem nicht das einzige Bordell, aber Tuman kam fast ausschließlich hierher. Es mochte daran liegen, dass er das Bier mochte, oder es lag an Vanessa. Obwohl er auch mit anderen Frauen schlief, war die Rothaarige doch etwas Besonderes. Sie stellte keine Fragen mehr, sondern verstand es, ihn perfekt von seinen dunklen Gedanken abzulenken. Zudem gab ihm die alte Gertrud immer einen Nachlass auf alles, weil er nie Schwierigkeiten machte und die Mädchen immer gut behandelte.

Das waren einige Gründe, weshalb Tuman gerne hierher kam und nicht etwa in die Bordelle am anderen Ende der kleinen Stadt, die sich jetzt vor ihm ausbreitete. Holstheim lag auf einem kleinen Hügel auf einer ansonsten weiten Graslandebene. Bis auf einen kleinen Fluss, der durch die Stadt floss und einen schmalen Streifen Wald im Norden gab es hier nicht viel. Mit fast zweitausend Einwohnern war die Stadt jedoch in den letzten Jahren gewaltig gewachsen. Das zeigte sich vor allem am Ring neuer Bauten, die rings um die Stadt angelegt wurden. Sie unterschieden sich mit ihren weißen Mauern und roten Dachziegeln stark von den braunen Altbauten im Zentrum. Grund für dieses Wachstum war die Lage der Stadt. Reisende und Händler kamen in Scharen durch Holstheim, wenn sie von der Hafenstadt Riin im Osten Richtung Westen, in die Hauptstadt wollten.

Das Bordell lag auf einer kleinen Anhöhe im Norden der Stadt, gleich am angrenzenden Wald, weshalb hier wenig bis gar nicht gebaut wurde. Tuman schaute hinab auf die ersten Bäcker und Handwerker, die ihren Tag begannen. Auch er sollte sich sputen und zu Hause seinen Ofen anfeuern. Gegen Mittag würde er eine Lieferung Metall aus dem Norden erwarten. Der Statthalter hatte ihn mit dem Fertigen neuer Klingen für seine Wachen beauftragt. Ein gutes Geschäft, das ihm einerseits genug Geld einbrachte, um mehrmals die Woche das Bett mit einer Frau zu teilen und ein ordentliches Abendessen zu genießen. Gleichzeitig waren die Liefertermine der Waffen recht eng angesetzt und eigentlich war das ständige Durchzechen der Nächte nicht die beste Idee.

„Ha, die paar Schwerter hau ich dem Statthalter schnell zurecht!“, lachte Tuman innerlich.

Einige Stunden später stand der Schmied bereits mit nacktem Oberkörper vor dem glühenden Stahl. Seine Muskeln glänzten in der heißen Mittagssonne. Erbarmungslos fuhr sein Hammer auf den Rohling nieder. Jeder Hieb formte das Metall mehr und mehr zum Schwert, das bald entstehen würde. Tumans Haus lag in der Altstadt im Zentrum von Holstheim. Es war eine kleine Hütte mit einer Küche und einem Bett, doch am hinteren Ende des Gebäudes lag seine große Werkstatt, gekrönt vom gewaltigen Schmiedeofen und dem kolossalen Amboss, auf dem er jetzt arbeitete. Rund um den kleinen Hinterhof lagen Ställe und kleine Häuser. Ein kleiner Platz, der alle zwei Tage durch einen Markt besetzt war, führte zum Hintereingang der Kirche von Holstheim. Sie war riesig und ihr spitzer Turm warf am späten Nachmittag seinen Schatten in Tumans Werkstatt. Er wünschte sich innerlich, dass der Turm doch nur etwas weiter links liegen würde und die Sonne gerade jetzt dahinter verschwinden würde. Die Hitze war wahrlich drückend.

Gerade als er die Klinge mit seiner Zange erneut in die Glut schob, erklang eine helle Frauenstimme: „Ähm, Herr Tuman!“

Er drehte sich herum und legte die Stirn in Falten. Vor ihm stand Catlin, eine junge Nonne. Sie war gut drei Kopf kleiner als er selbst und das hellbraune Haar war auf Höhe ihres Kinns gerade abgeschnitten. Auf dem Kopf trug sie die schwarz-weiße Kappe ihres Ordens. Ihr Gesicht war rundlich, aber sie war nicht dick, der Rest ihrer Erscheinung war eher zierlich. Etwas schüchtern starrten ihn zwei braune Augen an.

„Was wollt ihr schon wieder? Ich sagte doch, ich kümmere mich um eure Sachen, sobald ich Zeit habe!“, murrte der Schmied.

„Pastor Michael wollte sich nur erkundigen, wann das etwas wäre“, antwortete das Mädchen.

Tuman seufzte und drehte sich wieder zu seinem Schmiedeofen. „Jetzt hör mal gut zu. Der Statthalter hat eine gewaltige Menge an Schwertern bestellt und er zahlt wesentlich besser als dein Pastor. Ich kümmere mich um euer Anliegen, sobald ich hiermit fertig bin.“

Mit dem heißen Stahl in der Zange drehte er sich um und legte ihn auf den Amboss. Catlin sagte nichts und schaute ihn erwartungsvoll an. Ihre Hände rieb sie sich nervös unter ihrer weißen Robe.

„Frühstens in zwei Wochen. Richte ihm das doch bitte aus!“, gab er schließlich zu verstehen, nachdem sein Hammer einige Male auf den zischenden Stahl nieder gefahren war. Jedes Mal zuckte die Nonne kurz zusammen.

„Und sag ihm, dass er sich ruhig auch mal selbst blicken lassen könnte! Behandelt man so einen alten Freund?“, fügte Tuman anschließend noch hinzu.

Catlin lächelte und nickte: „Vielen Dank.“ Sie verbeugte sich kurz, was Tuman etwas unangenehm war und verschwand schließlich wieder über den Platz.

Gerade als die Nonne durch den Hintereingang in die Kirche eingetreten war, bemerkte Tuman eine Gruppe grün gekleideter Männer am Rand des Platzes. Sie blickten hinüber zu eben jenem Eingang. Hatten sie das Mädchen beobachtet? Der Schmied hatte plötzlich ein ungutes Gefühl in der Brust. Sein Herz machte einen Satz, als einer der Kerle, offensichtlich ihr Anführer, direkt zu ihm herüberblickte. Tuman umklammerte den Griff seines Hammers, als sie an seine Werkstatt herantraten.

„Sei gegrüßt, Schmied“, sprach der Fremde: „Kannst du uns verraten, wo wir einen ordentlichen Humpen Bier und ein warmes Bett bekommen?“

Tuman musterte sie kurz. Alle trugen sie einen grünen Umhang und ein schwarzes Lederwams mit schwarzen Stiefeln und Handschuhen. Darunter sah man an einigen Stellen ein beiges Unterhemd und die schwarze Hose.

„Da könnt ihr euch nicht vertun. Holstheim ist es gewöhnt ständig Reisende zu empfangen. Von daher bekommt ihr fast überall etwas zu essen und ein Bett für die Nacht.“

Der Anführer verzog seine Miene. Er hatte eine dicke Nase, kleine zusammengekniffene Augen und kurze schwarze Haare. Es musste sich seit Tagen nicht rasiert haben, denn die Stoppeln standen ihm wild im gesamten Gesicht. Genau wie seinen Begleitern.

„Wir möchten aber eine Empfehlung von DIR haben Schmied. Du kennst doch sicher ein besonders gutes Lokal oder? Mit guten Frauen.“

Tuman zuckte. Was wollten diese Kerle hier bloß. Am liebsten würde er dem Kerl eine mit seinem Hammer verpassen. Doch bei der Anzahl an Gegnern würde er den kürzeren ziehen, auch wenn er im Zweikampf keine Angst vor ihnen hatte, aber die Schwerter der acht Männer schienen von guter Qualität zu sein.

„Geht in den Süden, dort bekommt ihr viele schöne Mädchen. Fragt nach Sannah, sie kennt sich dort bestens aus.“, antwortete Tuman.

Der Fremde lächelte und gerade, als er gehen wollte, drehte er sich erneut zum Schmied um: „Diese Nonne, die soeben hier war. Gab es jemals mysteriöse Vorfälle im Zusammenhang mit ihr?“

Tuman war verwirrt. Catlin war ein einfaches Mädchen, das der Kirche vollends loyal war und niemals auffiel. Welche Vorfälle könnte der Kerl meinen und weshalb interessierte er sich überhaupt dafür? Je länger Tuman mit ihm redete, desto dubioser erschien ihm die Gruppe. Doch er wollte nicht unnötig in Schwierigkeiten geraten, schließlich hatte er noch viel Arbeit vor sich.

„Nein, davon weiß ich nichts. Ich kenne sie auch kaum. Wenn ihr mehr wissen wollt, solltet ihr direkt in der Kirche fragen oder euch bei den Stadtwachen erkundigen.“

Der Fremde nickte und trat zurück: „Männer, wir gehen in den Süden der Stadt. Nach dem langen Marsch haben wir uns ein paar anständige Weiber und ein ordentliches Bier verdient, oder?“

Die Truppe bejahte unisono mit grölender Stimme und verschwand alsbald über den Platz. Tuman strich mit den Fingern über seinen kurzen Kinnbart. Was hatte es bloß mit den Kerlen auf sich? Irgendetwas beunruhigte ihn auf’s Äußerste, doch das lag nicht nur an ihrem ruppigen Auftreten und den seltsamen Fragen. Was zur Hölle verunsicherte ihn nur so?

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Ich hab es also tatsächlich getan. Auf den Rat einer Freundin, habe ich mich nun getraut, zum ersten Mal einen meiner Texte zu veröffentlichen. Dies markiert gleichzeitig auch den Beginn einer längeren Geschichte mit mehr Figuren, als ich es eigentlich gewohnt bin. Doch ich möchte mich hiermit auch einer neuen Herausforderung stellen.

Im Kern der Handlung werden 2-3 Hauptfiguren stehen, deren Geschichte und Gedanken ich als Hauptfokus wählen werden. Da ich Erotik liebe, wird es zwischendurch auch immer wieder solche Kapitel geben. Ich hoffe, euch gefällt der Mix aus Fantasy, Abenteuer und Erotik und meine zahlreichen Ideen für den weiteren Handlungsverlauf.
 
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