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15 Monate

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
22.08.2021
31.12.2021
19
46.764
19
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
12.11.2021 2.336
 
Hi ihr Lieben!

Mein Vorwort soll kurz bleiben, sodass ich Euch viel Spaß wünsche und
mich für die lieben Rückmeldungen, vor allem für die weitere Empfehlung, bedanken möchte!
Habt lieben Dank! <3

Startet gut in das Wochenende! Bleibt gesund.

Liebe Grüße,
eure Anni


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₪ || ₪   Kapitel XII   ₪ || ₪

Haftmonat SECHS | November
Freitag, 18.10.2019




TRISTAN


'Im November war es soweit! Am 29. November 2019 würde ich meine Freiheit zurückerlangen! Ich musste also nur noch bis dahin durchhalten', sah ich auf den Kalender, den mir Alex vor einigen Tagen mitgebracht hatte. Ich konnte es noch immer kaum glauben und ließ mich jeden Tag aufs Neue vom Kalender überzeugen, dass ich meinem Ziel immer näherkam.

„Tristan! Wie macht man das nochmal? Ich weiß ja, du hast mir das schon erklärt … aber ich verstehe das nicht!“, hörte ich Hamster, der wieder einmal mit dem Schrank Probleme hatte. Dabei war die Aufgabe, die er erhielt, simpel! Einfach die Scharniere an der Schranktür befestigen und fertig.

„Wo liegt das Problem?“, fragte ich, sah aus der kurzen Entfernung, was der Grund für seine Frage war und überlegte selbst, ob ein Mensch wirklich so ungeschickt sein konnte? Ich meine, es war einfach, ein Scharnier anzubringen. 'Einfach mit Schrauben an die Tür befördern und das wars!', zeigte ich ihm ein weiteres Mal, wie er vorgehen musste.

„Ist wirklich ganz einfach, ... du brauchst dafür keine Physik. Du kannst daran nichts falsch machen, Hamster“, ermutigte ich Ingo, der mich mit hochrotem Kopf ansah! Diesem war die Peinlichkeit ins Gesicht geschrieben und nachdem ich zu ihm hinüberkam, einige Zentimeter entfernt stehen blieb und wartete, dass er mir Platz machte, erklärte ich ihm nochmals ausführlich, wie ein Scharnier anzubringen war.

Danach machte ich mich schleunigst zurück an meine Arbeit! Denn, in den Wochen, in denen ich nicht arbeiten konnte, hatten sich die Schränke bis gefühlt unters Dach aufgestapelt und wollten nun allesamt von mir reparierte oder fertiggestellt werden. Herr Schröter, der hier für Ordnung sorgte meinte zwar, dass es viele wären, ... aber hatte ich nicht damit gerechnet, dass die Tischlerei überhaupt nichts in der Zeit gemacht hatte. Zumindest bekam ich diesen Eindruck!

„Herr Krieg! Bitte denken Sie daran, dass Sie ihre zusätzliche Pause einhalten müssen“, rief mich schon bald Herr Schröter von meiner Arbeit weg, sodass ich alles stehen und liegen ließ und mich zu diesem zu begab, der mit jemanden sprach, der mir sehr wohl vertraut war. „Ahm ... da bin ich, Herr Schröter. Tut mir leid, dass ich die Pause vergessen habe“, blieb ich knapp einen Meter von beiden Männer stehen. Dieser nickte mir zu, erklärte auch schon, dass Herr Fein hier wäre, um mich auf die Krankenstation zu bringen.

Überrascht, denn wusste ich von diesem Termin nichts, nickte ich bestätigend und versuchte mir nicht anmerken zu lassen, dass ich Alex viel persönlicher kannte, als es hier jemals erlaubt war. „Ich werde dir Herrn Krieg nachher wieder herbringen“, erklärte Alex, der mich unromantisch musterte und kurz darauf anwies, vorzugehen. Den Weg, der uns in das Gebäude der Krankenstation führen würde, kannte ich bereits, sodass ich die paar Minuten hoffentlich dafür nutzen könnte, mit Alex zu reden.

Dieser hatte, seit er zum Abteilungsleiter aufgestiegen war, so viel Bürokram zu erledigen, dass die Zeiten mit ihm begrenzt waren. 'Im Grunde gut, denn so konnten wir unsere Beziehung weiterhin geheim halten!', sah ich kurz zu ihm, bevor ich das Gebäude verließ und draußen stehen blieb, damit Alex abschließen konnte. "Wie geht es Ihnen heute, Herr Krieg?", sprach mit Alex irgendwann an. Und ich antwortete ihm wahrheitsgemäß und ebenso förmlich, "… ich bin froh, wieder arbeiten zu können, Herr Fein! Das vertreibt schlechte Gedanken!"

Alex nickte, als ihm die Bedeutung meines Satzes bewusster wurde. „Das sind gute Nachrichten!“, erklärte er knapp. Zeigte mir auf, stehen zu bleiben und öffnete die verschlossene Tür, die uns in die Krankenstation lassen sollte. 'Zumindest war das so geplant!', sah ich Alex erschrocken an, als die Alarmsirenen losgingen. Alex griff sofort nach seinem Funkgerät, fragte nach, was passiert sei, als er mich in Schach hielt. Und tatsächlich war das nicht nötig, denn ich stand einfach weiterhin an dem Platz, den ich vor wenigen Minuten eingenommen hatte und bewegte mich nicht von diesem weg!

„Komm! Ich muss dich zurück zur Werkstatt bringen“, erklärte er. Befahl mir einen schnelleren Schritt aufzunehmen, sodass wir nur wenige Minuten später wieder bei Herrn Schröter ankamen, der bereits auf mich wartete. Und eben dort angekommen, übergab mich Alex an seinen Kollegen, der Hamster und mich anwies, Ruhe zu bewahren.

Er sperrte uns in einen dafür vorgesehenen Raum, in dem alle arbeitenden Häftlinge der Werkstatt eingesperrt würden, wenn es einmal zu solch einem Moment, wie eben diesen kam. In der JVA musste man mit allem rechnen. So auch, dass die Insassen sich einen Plan überlegten, um an Waffen zu kommen! Da würde solch eine Ablenkung gerade recht kommen.

Häftling, die für Ablenkung sorgten, andere Strafgefangene, die diese Möglichkeit ausnutzen, um Werkzeuge aus den Werkstätten zu stehlen, um diese dann zur rechten Zeit gegen die JVA-Beamten einzusetzen, damit schlussendlich ein Haftaufstand ausbrach. „Meinst du, dass es ein paar der Jungs geschafft haben, jemanden gefangen zu nehmen?“, hörte ich schon bald Hamster, der nervös auf seiner Unterlippe herumkaute.

Ich schüttelte nachdenklich den Kopf, wusste ich selbst nicht, was los war. Was mich eindeutig nervös stimmte. Ich hatte, so kurz vor meiner Haftentlassung schon alleine deswegen Sorge! Ich hatte keine Lust noch länger hier verbringen zu müssen, weil die JVA-Leitung davon ausgehen musste, dass ich mit einem wo möglichen Aufstand zu tun hatte. Vor allem aber, machte ich mir wegen Alex große Sorgen!

Ich hatte mit dem Geschehen nichts zu tun. Ich wusste nicht, was los war! Was wäre, wenn Alex irgendwo verletzt herumlag? Die Beamten trugen keine Waffen bei sich und ... 'nein, darüber durfte ich nicht nachdenken!', schüttelte ich den Gedanken an Verletzungen ab. Es musste ihm einfach gut gehen!

„Hast du auch Angst?“, fragte Hamster, der auf dem Boden kauerte und besorgt zu mir aufsah. Ich selbst hatte mich an die Wand, gegenüber der Tür, gestellt und diese ständig im Blick behalten. „Welche Antwort möchtest du denn darauf haben?“, fragte ich ihn meinerseits.

'Natürlich hatte ich Angst! In vielerlei Hinsicht!', sah ich kurz zu ihm, als ich ein Geräusch an der Tür vernahm. Scheinbar war dort jemand draußen und betete zu Gott, dass es sich dabei um Herr Schröter handelte. Und so war es dann auch! Einmal tief durchatmend, lächelte ich sogar, als er uns mit versteinerter Miene befahl, den Raum zu verlassen.

Was auch immer in der letzten Stunde passiert war, es musste sich um einen ernsten Zwischenfall gehandelt haben. Sodass ich vorsichtig in Erfahrung bringen wollte, mit was wir nun rechnen mussten. Herr Schröter wies mich jedoch lediglich an, nichts zu unternehmen, dass ihm und schlussendlich mir gefährlich werden könnte!

„Ich mache jetzt etwas, dass nicht mit den Regeln der JVA konform geht. Und ich hoffe, keiner von Ihnen kommt auf die Idee, irgendetwas zu probieren!“, erklärte Herr Schröter, der uns zum Gebäude hinüberbrachte. „Herr Krieg, ich schenke Ihnen mein Vertrauen. Und ich hoffe, Sie missbrauchen dieses Vertrauen nicht!“, mahnte er mir zur Ehrlichkeit an.

„Natürlich!“, sagte ich lediglich und erfuhr, dass er zuerst Hamster in seine Abteilung bringen würde und dann mich. „Sie werden mir folgen, ohne Probleme zu machen. Sie beide sind sicherer, wenn Sie sich in Ihren Zellen befinden. Da meine Kollegen mit anderen Dingen beschäftigt sind, muss ich hoffen, dass Sie mitspielen“, richtete er das Wort nun an uns beide.

Ich nickte zustimmend, denn, wie schon erwähnt, wollte ich keinen Ärger haben! „Natürlich, Herr Schröter! Ich werde Ihnen keine Probleme bereiten“, versprach ich. Da ich die andere Einrichtung nicht kannte, folgte ich zuerst Herrn Schröter, um mich schlussendlich an Hamster zu halten. Der kannte schließlich den Weg, seine Einrichtung und alles, was dazugehörte.

Und schon bald erkannte ich, dass sich hier nichts zu meiner Abteilung unterschied. Nur die Insassen, die wie bescheuert gegen die Türen schlugen, lauthals herumbrüllten und Herrn Schröter den Tod an den Hals wünschten, war alles gleich.

Die nächste Tür, vor der Hamster stehen blieb war jene, die seine Zelle aufzeigen würde. Diese öffnete Herr Schröter und wies Hamster an, sie zu betreten, was er ohne zu zögern tat. „Nun Sie, Herr Krieg!“, erklärte er, während ich den Schlüssel im Schloss klicken hörte. Wieder nickte ich und ging einige Zentimeter voraus, sodass wir schon bald die Abteilung verlassen konnten, um meine aufzusuchen. Dort würde es hoffentlich ein wenig ruhiger werden?

„Darf ich Ihnen vielleicht eine Frage stellen?“, brach ich schon bald mein Schweigen. Hielt ich diese Stille doch nicht länger aus. Ich musste wissen, was passiert war und ich musste endlich erfahren, wie es Alex ging! „Nein!“, ließ er mich zu meiner Überraschung wissen und führte mich die letzten Stufen hinauf. 'Ich erkannte ihn kaum wieder! Schröter war sonst wortgewandt und unterhielt sich oft mit uns Insassen. Also musste wirklich etwas Ernstes passiert sein', sah ich mich um.

Meine Abteilung war verwüstet, sodass meine Sorge sich bestätigte, dass der Aufstand in Alex und meiner Abteilung stattfand! 'Warum musste ich hierher zurück? Hätte uns Schröter nicht in der Werkstatt lassen können?', sah ich mich um, fand neben unzähligem Papier, Dreck, Fäkalien, Wasser oder Urin … leider auch Blut auf dem Boden und an den Wänden kleben.

Sofort zog ich die Luft hart in meine Lungen hinein, erinnerte es mich an mein Erlebtes, als ich zu jener Tür kam, die offen stand und auf mich wartete. „Gehen Sie hinein, Herr Krieg. Ich kann Ihnen nur sagen, dass es vorbei ist“, mahnte er mich abermals an, ruhig zu bleiben und keine Probleme zu machen. Und natürlich folgte ich seinen Anweisungen, auch wenn mir etwas anderes lieber wäre! „Was ist denn nur passiert?“, fragte ich ihn, erhielt wieder keine Antwort und vernahm den Schlüssel, der die Tür abriegelte.

₪ || ₪


Schon längst hatte ich die Hoffnung aufgegeben, noch zu erfahren, was überhaupt passiert war. Der Tag neigte sich dem Ende und die Routine nahm wieder Einzug in mein Haftleben. Das Abendessen wurde gerade verteilt und das Ereignis des Tages lag noch immer in jedem von uns. Die Beamten hatten uns den ganzen Tag über in unseren Zellen eingesperrt und waren jede Stunde vorbeigekommen, um zu sehen, dass es uns soweit gut ging.

'Wie es Alex ging, wusste ich noch immer nicht!', sah ich zur Tür hinüber, die gerade von einem Beamten mit dem Schlüssel aufgeschlossen wurde. Dieser erschien in meinem Blickfeld und zeigte mir auf, dass ich ihm das Tablett abzunehmen hatte.

Sonst wurden die Essensausgaben anders abgewickelt. Doch heute war nicht wie jeder Tag, was man dem Beamten im Gesicht ablesen konnte. 'Alleine deswegen schon, da seine Wange eine tiefe blutige Schramme aufwies', sah ich ihm nicht zu lange ins Gesicht, als ich das Tablett abnahm und mich bedankte.

Dieser nickte knapp und fragte nach, ob ich genügend Wasser hätte. „Ja!“, antwortete ich ihm und sah, wie er mich musterte, mit einem weiteren Nicken aufzeigte, dass ich damit für die Nacht eingeschlossen würde.

'Wir alle! Insassen wie Beamte, würden noch lange an dem Tag zu knabbern haben! Naja, der ein mehr … der andere weniger! Ich gehörte zu dem, mehr', ging ich weiter in den Raum meiner Zelle hinein. Wartete solange, bis ich das typische Geräusch des Schlosses hörte. Aufstände gab es bestimmt immer wieder mal. Allerdings konnte ich mir nie ein Bild davon machen, sodass ich über die Intensität dieses Vorfalls erstaunt war. Ich hatte nicht damit zu tun und dennoch betraf es mich!

Und ehrlich gesagt, konnte ich langsam auf diese ständigen Grausamkeiten einer JVA-Haft verzichten! Erst der Angriff auf mich, dann der Tag heute ... was würde noch passieren, bis ich endlich hier heraus war?! 'Konnte es überhaupt noch schlimmer kommen? Und was, fucking … war mit Alex!?', ließ ich meine Hände auf die Tischplatte prallen. Das alles war so unwirklich, so unecht! Nicht zu glauben! „Scheiße!“, fluchte ich. Hörte wieder meinen Nachbarn losgrölen, dem meine Verzweiflung scheinbar gefiel. „Halt die Klappe da drüben!“, schrie ich ihm zu.

Endlich wurde es ruhiger, wenn auch nicht leise. Die Häftlinge auf dieser Etage schienen wieder einmal eine unruhige Nacht zu wollen? 'Beschissener Ort!'

₪ || ₪


Der nächste Morgen rückte zügig heran! Die Nacht war von undankbarer Lautstärke geprägt und die wenigen Minuten, in denen ich Schlaf fand, durchlebte ich Erinnerungsfetzen, die sich in Albträumen widerspiegelten. 'Alles im allen! Ein rundum beschissener Tag ... plus Nacht und Morgen dazu!', rieb ich mir die Augen. Die JVA war längst zum neuen Leben erwacht und der morgendliche Weckritus hatte bereits begonnen, sodass ich schon bald einem Augenpaar dabei zusehen konnte, wie diese sich in meiner Zelle umsahen und mich nach gesundheitlichen Problemen fragten.

„Alles in Ordnung!“, erklärte ich. Hörte noch, wie jener Beamte mir gut zusprach, dass es bald Frühstück gäbe und ich dann wie an jedem Arbeitstag morgens von einem Beamten zur Werkstatt gebracht würde. 'Alex würde das wohl nicht sein?', sah ich ihn an, nickte und ging zum Waschbecken hinüber, um mir kaltes Wasser ins Gesicht zu schütten. Danach würde ich erst einmal pinkeln und mich ein wenig frisch machen, da wir gestern die Duschräume nicht aufsuchen konnten.

'Hoffentlich war wieder alles aufgeräumt! Noch einmal wollte ich mir das Bild nicht antun!', sah ich mich in meiner Zelle um. Diese hatte ich Gestern, nachdem mich Schröter hierherbrachte, aufgeräumt und alles untersucht, ob mir was abhandengekommen sein könnte. Vor allem suchte ich vor allem nach Gegenständen, die mir Schwierigkeiten machen würden, wenn die nächste Zellendurchsuchung anstand.

Schließlich stand die Tür zu meiner Zelle offen und ich wusste noch immer nicht, was gestern überhaupt passiert war. Ob die Beamten meine Zelle, auf der Suche nach Waffen, durchsucht hatten. Oder, ob sich ein anderer Mithäftling in meiner Zelle vergnügte und mir etwas untergeschoben hatte?!


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