Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Of Love and Monsters

von Lion 2000
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Emily Junk
21.08.2021
20.01.2022
24
47.857
3
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.09.2021 1.883
 
Sämtliche Verwirrung die Emily über die momentanen Ereignisse fühlte, wurde schlagartig zweitrangig als die Sprengladungen hochgingen und ein Beben durch die gesamte Umgebung ging. Sie verlor den Halt und stieß mit ihrer verletzten Schulter gegen das Metallgeländer, was den Schmerz noch beißender aufflammen lies als zuvor. Geblendet vor Schmerzenstränen sank Emily auf dem metallenen Boden des Steges und drohte für einen Moment das Bewusstsein zu verlieren, doch da spürte sie ein Paar Hände an ihrer unverletzten Schulter, ,,Emily komm schon….steh bitte auf!“, drang Becas schon fast flehend klingende Stimme an ihre Ohren und ein Stöhnen unterdrückend rappelte Emily sich auf.
Um sie herum fielen riesige Eisbrocken,  vermischt mit von der Decke stammenden Bruchstücke dunkelgrauen Felsens herab und verfehlten sie nur um Haaresbreite. Irgendwie schafften sie es schließlich in den Fahrstuhl hinein und Emily sank mit pochender Schulter zu Boden, kaum das die Fahrstuhltüren sich hinter ihnen schlossen. Benommen vor Schmerz blickte Emily sich im Inneren des Lifts um. An der Tür stand Jonah, sein Blick war eisig und starr nach vorne gerichtet. Beca kniete neben Emily und hatte eine sanfte Hand an ihren Unterarm gelegt. Die junge Wissenschaftlerin lächelte die Ältere schwach an, keine zwei Sekunden später jedoch musste sie vor Schmerz auf zischen, als die Wunde anfing wieder stärker zu brennen. ,,Keine Sorge, wir werden die Wunde bald verarzten“, flüsterte Beca in einem fürsorglichen Ton und strich während sie sprach Emily eine dunkelbraune Haarsträhne aus dem Gesicht.
Ein paar Meter von ihnen entfernt, hatte Madison die Hände gegen die Fahrstuhlwand gepresst und spähte ängstlich durch das Gitter nach draußen. Emily nahm an, dass sie nach ihrem Vater Ausschau hielt. ,,Geht‘s ihm gut?“, fragte Emily mit leicht krächzend klingender Stimme und setzte sich etwas gerader auf, die Hand gegen ihre Schulter gepresst. ,,Er hat es auf jeden Fall in den anderen Aufzug geschafft…“, antwortete Maddie, doch ihre Stimme zitterte dabei. Emma kniete sich neben ihrer Tochter nieder und legte ihr sanft beide Hände auf die Schultern. ,,Was macht Dad, denn überhaupt hier?“, hörte Emily Madison flüsterte hören und ihre Mutter gab ratlos klingend zu, ,,Ich weiß es nicht, Schatz…“. ,,Wir können ihn aber doch nicht einfach hier zurücklassen…“, wimmerte Maddie mit dünner Stimme. Daraufhin erwiderte Emma nichts, strich ihrer Tochter einfach beruhigend über das dunkelbraune Haar und wechselte einen Blick mit Beca, den Emily nicht so recht zu deuten wusste.
Nachdem die schaukelnde Fahrt mit dem Lift endlich vorbei war und die Gittertüren aufschwangen scheuchte Jonah sie auch schon raus, auf den Ausgang des Außenposten zu, hinaus zur Osprey und selbst hier oben war das Beben unter der Erde zu spüren. Während sie über den Schnee in Richtung des grauen, gekaperten Fluggeräts stolperten, konnte Emily aus dem Augenwinkel etwas abseits eine andere Osprey mit dem weißen Monarch-Logo an einem der Flügel sehen.
In dem Fluggerät von Jonah‘s Männern, warteten bereits etwa ein Dutzend Terroristen die es ebenfalls aus der Forschungsstation geschafft hatten. ,,Heben sie einfach ab, es kommt keiner mehr nach!“, bellte Jonah zu den vorne im Cockpit sitzenden Piloten.  Langsam hob die Osprey ab, die Welt aus Schnee und Eis unter ihnen wurde allmählich kleiner. ,,Worauf warten sie noch?“, knurrte Jonah ungeduldig Emma an, ,,Wecken sie’s auf!“. Für einen kurzen Augenblick zögerte die blonde Wissenschaftlerin noch, dann stand sie auf und trat mit dem ORCA in der Hand an die offene Rampe heran.
Auch Emily näherte sich vorsichtig dem Ende der Osprey und ließ ihren Blick über das Geschehen, welches sich etwa zwanzig Meter unter ihnen abspielte, schweifen. Man konnte etwa ein Dutzend Menschen von dem Außenposten weg in Richtung der sich immer noch am Boden befindenden zweiten Osprey zu rennen sehen, allesamt waren sie in weiße Militäruniformen gekleidet-mit Ausnahme von einer Person. Emily vermutete, dass es sich bei diesem Menschen um Mark Russel handelte, auch wenn sie ihn aus dieser Höhe nicht wirklich erkennen konnte. Was man jedoch trotzdem von hier aus zu sehen in der Lage war, waren die Risse die sich unter den Füßen der Flüchtenden im Eis bildete. Es vergingen noch wenige Sekunden, dann fiel der Boden aus Eis endgültig in sich zusammen und riss das Gebäude des Außenpostens mit in die Tiefe. Auch ein paar der Soldaten stürzten in den Abgrund, aber der Rest der Menschengruppe brachte sich noch rechtzeitig in Sicherheit, beziehungsweise war schlicht weg einfach weit genug von dem Teil der Erde der wegbrach entfernt.
Emma hatte immer noch nicht den ORCA eingeschaltet, so als würde sie darauf warten, dass die Menschen unten weit genug von der Gefahr entfernt waren. Erst als Jonah erneut einen ungeduldigen Befehl zischte, stellte sie den ORCA auf die Frequenz zur Erweckung des Titanen und drückte den silbernen Knopf der sich an der rechten Seite des Gerätes befand. Für einige Herzschläge lang tat sich nichts, doch dann stieg eine dunkelgraue Nebelwolke in deren Innern gelbe Blitze aufzuckten aus dem brennenden Loch empor und schließlich erhob sich auch Monster Zero aus der Tiefe.
Das erste was man von dem Titanen sehen konnte , war ein langer mit goldbraunen Schuppen bedeckter Schweif, dessen Ende an einen rasselnden, mit Stacheln gespickten Schwanz einer Klapperschlange erinnerte. Dann tauchten nach und nach drei Drachenköpfe aus der blitzenden Wolke auf, an dem Rücken ihrer langen, geschuppten Hälse befanden sich jeweils eine lange Reihe kurzer, spitzer Stacheln. Emily hatte noch nie ein größeres und bedrohlicheres Geschöpf gesehen. Doch es waren nicht die drei Mäuler voll messerscharfer Zähne, die riesige Stachelkeule am Schwanzende, oder gar die schiere Größe des Titanen die ihr solche Angst machte. Es war dieser bösartige Ausdruck der in allen der drei Drachengesichter zu sehen war. Diese Kreatur war von Natur aus boshaft und darauf aus zu töten, dessen war Emily sich sofort sicher.
Sie warf einen Seitenblick auf Emma und sie konnte sehen, wie die blonde Wissenschaftlerin bei dem Anblick des Wesens,  welches sich gerade aus der Tiefe erhoben hatte, schwer schluckte. Auch Beca trat an die offene Rampe heran und ihre blauen Augen weiteten sich als sie Monster Zeros bedrohliche Gestalt erblickte. Neben der brünetten Wissenschaftlerin  stand Madison und sie umklammerte krampfhaft Beca’s Arm, während sie mit blassen Gesicht nach unten sah. Noch zeigte Monster Zero keinerlei Regung und es wirkte schon fast so, als ob er durch seine drei Paar glühender Augen die Menschen zu seinen Füßen beobachten würde. Doch dann lies er urplötzlich seine Stachelkeule zu Boden krachen und die grade noch vor Angst erstarrten Leute ergriffen endlich die Flucht. Der mittlere Kopf des Titanen stieß ein lautes, schrilles Brüllen aus, das Emily noch lange in Erinnerungen bleiben sollte, während der Himmel hinter ihm von einem grellen, gelben und definitiv nicht natürlichen Blitz durchzuckt wurde. Dann breitete er seine gigantischen Fledermausartigen Schwingen aus, wobei noch mehr dicke Eisbrocken durch die Luft geschleudert wurden und die Fliehenden nur knapp verfehlten.
Während der Rest es schließlich zur sicheren Osprey schafften, machten eine Handvoll der Soldaten plötzlich auf der Stelle kehrt und fingen an Monster Zero unter Beschuss zu nehmen, doch natürlich waren ihre Waffen nutzlos gegen die Kreatur. Der linke Drachenkopf beugte sich ganz nah zu den bewaffneten Menschen heran und knurrte bedrohlich, allerdings griff er sie nicht an- noch nicht. Plötzlich stieß der mittlere Kopf ebenfalls herab und schob den linken von den Soldaten weg, wobei er ihn bestimmt anknurrte. Danach zogen sich die zwei Köpfe wieder zurück nach oben und für einen winzigen naiven Augenblick lang, glaubte Emily sogar schon fast dass Monster Zero von den Menschen ablassen würde. Doch dann bäumten sich die drei Drachenköpfe bedrohlich auf, die Unterseite ihrer langen Hälse leuchteten seltsam gelblich auf und schließlich schoss ein gigantischer Strahl gelber Blitze aus den drei Mäulern auf die Soldaten herab. Emily musste aufgrund des grellen Lichts für einen Moment lang das Gesicht abwenden, doch als sich der Elektrizitätssturm wieder gelegt hatte und sie wieder nach unten blicken konnte, war an der Stelle wo vorher noch die Soldaten gestanden hatten, nichts mehr weiter als ein Fleck verkohltem Schnees zu sehen. Bei dem Anblick wurde der jungen Wissenschaftlerin schlecht und mit Seitenblick auf ihre Gefährten, sah sie in deren Gesichtern genau dasselbe Entsetzten welches sie grade durchfuhr widergespiegelt.
Jetzt richtete Monster Zero seine drei Augenpaare auf die sich immer noch am Boden befindende Osprey, in der sich gerade die restlichen Überlebenden geflüchtet hatten und lies langsam seine drei Köpfe bedrohlich auf das Fluggerät zu wandern. ,,Nein!“, Madison stolperte nach vorne, doch Beca hielt sie gerade noch rechtzeitig an den Armen fest und hielt sie somit davon ab, zu nah an das Ende der offenen Rampe zu gehen. Aber die Jüngere nahm das kaum war, ihre Augen waren nur vor reiner Sorge erfüllt. Emily musste gar nicht groß überlegen, was gerade durch Madisons Kopf ging, es war offensichtlich dass sie Angst um ihren Vater hatte, dem Monster Zero jetzt jede Sekunde den Gar ausmachen konnte-gemeinsam mit dem Rest der Osprey-Besatzung.
,,Wir können nicht zulassen, dass er ihnen was tut…“, stieß Maddie jetzt mit Panik in der Stimme aus, doch Jonah erwiderte daraufhin nur eiskalt ,,Ihr Schicksal ist nicht unser Problem.“. Doch Madison achtete gar nicht auf den Terroristenanführer, ihre Augen waren nur auf ihre Mutter gerichtet und sie flehte sie fast schon regelrecht an, ,,Mom, Bitte tu etwas…“. Emma schien wie erstarrt, ihre blauen Augen zuckten unsicher von ihrer Tochter zu Jonah, der seine Hand gefährlich nah an dem Griff seiner Waffe hatte, die unausgesprochene Warnung war ganz eindeutig. Er könnte Madison jederzeit erschießen, vielleicht sogar Beca gleich mit, dessen war sich Emily sicher und sie war sich auch genauso sicher, dass Emma das niemals zulassen würde.
Unter ihnen bäumte Monster Zero wieder seine drei Köpfe auf, bereit seinen Blitzstrahl jetzt auch auf das Fluggerät zu seinen Füßen zu speien. Als Emily zur Seite blickte sah sie, wie Madison das Gesicht in Beca’s Jacke vergrub, um das was jetzt zweifellos gleich passieren würde nicht mit ansehen zu müssen. Vielleicht bildete Emily es sich nur ein, aber sie meinte die Jüngere leise schluchzen zu hören. Beca strich Madison sanft übers Haar und warf einen traurigen Blick auf das Geschehen am Boden. Emma hingegen wandte ähnlich wie ihre Tochter das Gesicht ab und man konnte ihr eindeutig ansehen, dass sie sehr mit sich kämpfen musste um nicht mit dem ORCA einzugreifen.
Auf einmal passierte etwas seltsames: Monster Zero hielt urplötzlich in der Bewegung inne und alle seiner drei Köpfe wandten sich herum in Richtung Westen, so als ob er etwas gespürt oder gewittert hatte. ,,Etwas nähert sich von Westen!“, verkündete der Pilot mit Blick auf die Radaranzeige. Dann sah Emily es- keine 500 Meter entfernt sah man unter der dicken Eisschicht ein langes, bläuliches Leuchten das immer näher kam. Eine Ahnung beschlich die junge Wissenschaftlerin, denn es gab nur einen bekannten Titanen der sich unter Wasser fortbewegte…
,,Denkst du das… ist ER?“, fragte Emily mit leicht geweiteten Augen zu Beca hinab blickend, ,,Ist es Godzilla?“. Die Ältere sagte nichts, sondern nickte einfach nur stumm und ihre blauen Augen strotzten nur so vor Nervosität.  Für ein paar Herzschläge waren alle Blicke auf das näher kommende Leuchten unter dem Eis gerichtet und das Heulen des Windes war das Einzige was zu hören war. Dann nach gefühlten Ewigkeiten der angespannten Stille, zersplitterte das Eis, dicke weiße Brocken flogen zu allen Seiten weg und Godzilla erhob sich aus dem dunklen, kalten Meerestiefen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast