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Of Love and Monsters

von Lion 2000
GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Emily Junk
21.08.2021
19.11.2021
17
37.673
2
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24 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
23.08.2021 3.834
 
,,Wherever you stray I follow”
*,,Willow” von Taylor Swift*

Etwa fünf Minuten später lies sich Beca auf den Beifahrersitz des direkt neben dem Quartier geparkten Jeeps fallen, während Madison ihren Rucksack auf die Rückbank warf, bevor sie selber hinten rein kletterte. Es war nichts ungewöhnliches das Maddie auch mit auf ,,die Arbeit‘‘ kam-genau genommen sogar eigentlich fast immer, es sei denn sie hatte mal keine Lust, was bisher aber eher selten vorgekommen war. Die Jüngere hatte mittlerweile zu dem leicht ausgewaschenen ,,Red Sox“-Shirt und der Jeans sich noch eine schwarze Kapuzenjacke mit himmelblauen Innenfutter übergeworfen. ,,Na, sind wir bereit für das große Abenteuer?“, fragte Beca mit einem amüsierten Blick auf Maddie‘s ziemlich voll aussehenden Rucksack, doch die Zwölfjährige verdrehte nur leicht die Augen.
Jetzt erreichte auch Emma das Fahrzeug und nachdem sie sich hinter‘s Lenkrad gesetzt hatte fragte sie die beiden anderen ,,Sind dann alle soweit?“. Als Beca nen Daumen hoch hielt und Maddie nickte, fuhr sie kurz darauf auch schon los.

Die Fahrt bis zum Außenposten dauerte etwa 10 Minuten. Sie fuhren über den zugegeben etwas holprigen Weg, an all den Quartieren der Mitarbeiter vorbei, bis sie schließlich die große Stufenpyramide erreichten. Von außen herschauen der Tempel noch ziemlich verlassen aus, aber wenn man hinein ging konnte man sofort erkennen das der Großteil seines Inneren in eine Forschungsstation umfunktioniert worden war. Kurz nach dem sie den Eingang passiert hatten bekamen Beca und Emma ihre weißen Laborkittel mit dem Monarch-Logo in blau auf dem rechten Ärmel aufgenäht gereicht, sowie die Schlüsselkarten mit denen sie in gewisse Bereiche reinkommen konnten.
Kaum das sie in einen der Tunnel-dessen Felswände teils fast gänzlich von Ranken zugesichert waren, so dass man die eingemeißelten uralten Darstellungen nur mit Mühe erkennen konnte- anfingen entlang zu laufen, kamen ihnen auch schon Emily entgegen. ,,Da seit ihr ja endlich…“, war die Begrüßung der jungen Wissenschaftlerin, auf ihrem Gesicht war eine Mischung aus Sorge und Aufregung zu gleich. Emily war hochgewachsen, hatte langes dunkelbraunes Haar und Augen von fast derselben Farbe. ,,Was ist denn überhaupt passiert?“, fragte Beca sie, während sie sich im Laufen den Laborkittel überzog. ,,So ganz genau weiß das keiner…“, erklärte Emily, etwas ratlos klingend, ,,Die ganze Zeit hat sie noch genauso tief und fest geschlafen wie immer, aber vor etwa ner Stunde sind die Strahlungswerte urplötzlich komplett durch die Decke gegangen…“.
Zur Erklärung Für den Titanen-unkundigen Leser: Da die Titanen bereits zu einer Zeit existiert hatten, in der die Erde noch zehnmal radioaktiver waren, war ihre Hauptnahrungsquelle radioaktive Strahlung. Als diese Strahlungswerte jedoch auf der Oberfläche sanken, zogen sich die Titanen in die Tiefsee oder teilweise sogar noch tiefer zurück, jetzt die Strahlung aus dem Inneren der Erde absorbierend. Die Strahlung spiegelte sich auch teilweise in den Eigenschaften der Titanen ab-so konnte Godzilla beispielsweise eine Art nuklearen Hitzestrahl aus seinem Maul speien. Wenn die Strahlungswerte eines Titanen besonders hoch war bedeutete das, dass gerade sehr viel Energie in ihm steckte-In Mothras Fall konnte das aber auch ein Indiz dafür sein, dass sie bald aus ihrem ,,Winterschlaf“ erwachen würde.
,,Sag mal bist du schon die ganze Nacht hier?“, wollte Beca jetzt an Emily gewandt, als sie den Tunnel weiter passierten,  da sie wusste das die Jüngere öfters mal Schlaf und Essen hinten anstellte, wenn es um die Arbeit ging, ,,Vielleicht solltest mal für heute Schluss machen, dich etwas ausruhen…“. ,,Machst du Witze?“, Emily sah sie an, als ob sie gerade vorgeschlagen hätte Weihnachten dieses Jahr ausfallen zu lassen, ,,Ich lass mir doch nicht möglicherweise mein erstes Titanen-Erwachen entgehen! Schlaf-Mangel hin oder her!“.
Mittlerweile hatten sie den Containment-Bereich erreicht. Gegenüber von einer großen in den Fels gemeißelten Abbild eines großen Schmetterlings ähnlichen Wesens, führten zwei breite, metallene Stufen auf ein ebenfalls aus Metall bestehendes Podest, auf dem die Wissenschaftler auf ihren Bildschirmen sämtliche Daten, Werte und alles mögliche ablesen konnten, aber auch direkt auf das Geschehen innerhalb von Mothra‘s ,,Gehege‘‘ reagieren und eingreifen konnten. Bei besagtem Gehege handelte es sich um eine große sich mitten im Gestein befindende Höhle, die sich direkt vor dem Arbeitsbereich der Wissenschafter erstreckte. Allerdings trennte sie eine Glasscheibe von der Stelle und man kam nur durch eine Tür ins Innere, die man lediglich mit einer vorhin erwähnten Schlüsselkarte passieren konnte. Ein langer metallener Steg führte von besagtem Eingang bis etwa in die Mitte der Höhle-dort befand sich Mothra.
Die Hypothesen die Monarch im Bezug auf Mothra hatte war, dass sie ähnlich wie ein Schmetterling zu Erst die Gestalt einer riesigen Raupe annahm, bevor sie sich später in sowas wie einen gigantischen Schmetterling oder so was in der Art verpuppen würde und dass sie diesen Zyklus über die Jahrtausende hinweg bereits schon mehrmals durchlaufen ist-sie praktisch also immer wieder auf‘s neue ,,wiedergeboren“ wurde, bevor sie dann wieder in ihren Winterschlafs-Zustand zurückgekehrt war.
In diesem Zustand war von Mothra tatsächlich nicht viel mehr zu sehen, als ein großer von der Form her tatsächlich sehr stark an einen Kokon erinnernder ,,Hügel“, welcher blau leuchtete und pulsierte-gerade sogar besonders stark. Um den ,,Mothra-Berg“ herum, am Ende des Stegs stand eine Gruppe in schwarzer Schutzanzüge gekleideter Menschen, die Elektroschock-Gewehre in den Händen hielten-das Containment-Team, dessen Aufgabe es war falls Mothra naja…so etwas machen sollte wie anzugreifen, sie wieder ,,in die Schranken zu weisen“-aber im Idealfall sollte so eine Situation gar nicht erst eintreten müssen.
Madison-neugierig wie sie nun Mal war-schlängelte sich an den ganzen Wissenschaftlern vorbei, bis sie direkt vor der Glasscheibe stand, so das sie einen besonders guten Blick auf das Geschehen in Mothra‘s Höhle hatte. ,,Ist Dr. Russel  etwa mit dem ORCA fertig?“, fragte Emily an Beca gewandt, als ihr Blick das Erste Mal heute besagtes Gerät in Emma‘s Hand erblickte. ,,Erstens: Warum nennst du sie immer noch Dr. Russel? Du weißt doch ganz genau, das sie kein Problem damit hätte, wenn du sie beim Vornamen nennst…“, erwiderte Beca, über Emily‘s wie immer vorgehende Förmlichkeit schmunzeln müssend, ,,Und zweitens: Ja, sie ist heute Nacht fertig geworden.“.
Daraufhin summte die junge Wissenschaftlerin kurz überrascht, aber auch beeindruckt klingend und meinte mit einem nachdenklichen Blick, ,,Hmm… Zum Kommunizieren mit Geistern braucht man also Séancen und zum Kommunizieren mit Titanen…braucht man anscheinend einen ORCA…“. ,,Em…Geister gibt‘s nicht!“, erwiderte Beca daraufhin, nicht wissend ob sie lachen oder mit den Augen rollen sollte, ,,Ich glaub du nimmst diese Horrorfilme ,,nach wahren Begebenheiten“ viel zu Ernst….“. ,,Hast du bis vor fünf Jahren etwa auch an riesige Monster geglaubt?“, konterte Emily  und als Beca erwiderte, ,,Nein…aber-“, schoss sie mit einem irgendwie triumphierenden Lächeln zurück, ,,Siehst du? Vielleicht ist das ja bei Geistern dasselbe…Für manche Sachen muss man erst klare Beweise oder Gegenbeweise find, bis man es endgültig dementieren kann…“. ,,Oh mein Gott…“, Beca schüttelte lachend den Kopf und mit einem frechen Grinsen fragte sie die Jüngere, ,,Sicher, das du dich nicht doch lieber für eine Laufbahn als Geisterjägerin entscheiden hättest sollen?“. Als Antwort darauf schubste Emily sie etwas, doch in ihrem Gesicht konnte man jedoch ablesen, dass sie nicht wirklich böse war.  ,,Naja, wer weiß? Vielleicht bau ich ja als Nächstes ein Gerät zum Einfangen von Geistern… “, kommentierte Emma jetzt-anscheinend hatte sie die gesamte Unterhaltung mitbekommen- in einem sarkastischen Tonfall, während sie sich das Headset aufsetzte, durch das sie dem Containment-Team, dessen Mitglieder auch allesamt einen kleinen Lautsprecher in ihrem Helm besaßen, Anweisungen erteilen konnte.
Plötzlich fing der Mothra-Hügel an sich stark zu bewegen, während die Strahlungswerte nochmal eine ganze Menge weiter nach oben schossen und sofort war die Aufmerksamkeit aller auf die Höhle gerichtet.  Vor Aufregung und Neugier gleichermaßen gepackt , schob auch Beca sich jetzt nach vorne, bis sie direkt neben Maddie stand, Emily folgte ihr. Auch Emma war nach vorne getreten und stand jetzt zu Maddies anderen Seite. ,,Ihre Zeit ist gekommen…“, hörte Beca die blonde Wissenschaftlerin mit Ehrfurcht in der Stimme sagen hören.  Langsam wuchs und wuchs der pulsierende Hügel immer mehr, bis etwas durch seine Oberfläche brach und sich allmählich zu seiner vollen Größe aufrichtete. Beca spürte wie ihr Herz vor Aufregung raste. Das hier war das erste Mal das sie Zeugin des Erwachens, oder der Geburt eines Titans war.  
Tatsächlich hatten sie sich nicht getäuscht mit der Vermutung bezüglich auf Mothra‘s Erscheinung. Vor ihnen im Inneren der Höhle war ein haushohes, graues Geschöpf das von seiner Gestalt her wirklich einfach nur an eine Raupe erinnerte.  Alle Anwesenden starrten voller Staunen und Ehrfurcht zugleich zudem dem Wesen hoch, nicht ganz glauben könnend, dass das sich gerade tatsächlich ereignet hatte, nachdem Mothra sich seit Jahrhunderten nicht mal wirklich geregt hatte. ,,Das ist echt der Wahnsinn…“, stieß Emily irgendwann mit einem faszinierten Funkeln in den Augen aus und Beca konnte nicht anders als etwas über ihre Begeisterung zu Schmunzeln.
Langsam und vorsichtig trat Beca einen Schritt nach vorne, bis sie nur noch Zentimeter von der Glasscheibe trennten. Mit schiefgelegtem Kopf betrachtete sie Mothra etwas genauer. ,,Sie ist etwas kleiner als Godzilla…“, war das erste was ihr durch den Kopf schoss, aber um Ehrlich zu sein war sie sich nicht ganz sicher. Sie hatte Godzilla nur ein einziges Mal ganz nah gesehen und das war fünf Jahre her. Sie hatte ihn nur 100 Meter von sich entfernt durch die Häuserruinen stapfen sehen kurz nachdem sie Chloe‘s Leichnam aus den Trümmern gezogen hatte…Beca erschauderte leicht bei der Erinnerung, das Grauen dieses Tages immer noch nicht vergessen habend.  Als sie den Giganten damals gesehen hatte, war nichts als blanker Hass in ihr aufgelodert, alle drei der damals in den Kampf verwickelten Monster gleichermaßen verantwortlich machend. Das war in einer Zeit gewesen, bevor sie den Nutzen und die Wichtigkeit der Titanen verstanden hatte, vor all dem hier…
Eine Lautsprecherstimme verkündete jetzt, das die Containment-Barriere jetzt aktiviert werden würde und kurz darauf tauchte ein bläulich schimmerndes Kraftfeld um Mothra herum auf. Diese Sicherheitsmaßnahme sollte sie daran hindern sich allzu sehr aus dem Bereich zu bewegen, da naja…selbst nur eine kleine Bewegung solch eines Giganten nicht ganz risikofrei war. Zwar zog Mothra kurz überrascht den Kopf zurück, als das Kraftfeld vor ihr erschien, doch sie blieb noch ruhig.
Dann färbte sich die Schutzbarriere plötzlich rot, flackerte noch ein paar Sekunden und verschwand schließlich ganz. ,,Was zum-“, stieß Beca aus, während augenblicklich ein warnendes Signal durch die Zentrale hallte und wandte den Kopf zu den anderen Anwesenden, doch in den Gesichtern spiegelte sich nur ihre eigene Verwirrung wieder. ,,Was zum Teufel ist denn los?“, fragte Emily mit sorgenvoll gerunzelter Stirn in die Runde und einer der Wissenschaftler-Dr. Mancini- antwortete mit ratlosem Blick auf einen der Bildschirme, ,,Irgendetwas stimmt hier so gar nicht…Die Schutzsysteme versagen, der Umgebungsalarm ist aktiviert, das…das ganze Netzwerk ist am Verrückt spielen!“. ,,Wie ist das überhaupt möglich?“, wollte Beca mit zusammengezogenen Augenbrauen wissen und Dr. Mancini erwiderte, von  dem Bildschirm aufblickend, ,,Ich…Ich glaube das macht jemand anderes…“. Beca verstand was er meinte, er vermutete das irgendwer sich ins System gehackt hatte und jetzt alles verrückt spielen lies.
In diesem Moment erzitterte plötzlich die Erde und sofort riss Beca den Kopf zurück in Richtung Höhle. Mothra hatte sich anscheinend bewegt, zwar nicht besonders viel aber allein schon das leichte Streifen des Metallsteges hatte dafür gesorgt das ein Beben hindurch ging, das bis in dem Bereich der Wissenschaftler noch zu spüren war und dafür sorgte, das sie allesamt sich an etwas festhalten mussten, um nicht hinzufallen-der ein oder andere jedoch wurde trotzdem zu Boden befördert. Das Containment-Team war sofort in Alarmbereitschaft und hielten ihren Schocker-Waffen auf Mothra gerichtet, bereit jederzeit zu feuern, doch Beca hatte die beunruhigende Vorahnung, dass das den Titan nur reizen würde.
,,Containment-Team zurücktreten!“, befahl Emma energisch, die Gefahr ebenfalls erkannt habend, ,,Ich wiederhole zurücktreten, sie machen ihr Angst!“. Doch natürlich gab es wie immer in solchen Situationen den einen Idioten, der aus Panik dann doch abdrückte, was nie wirklich NIE die Lage entschärfte-ganz im Gegenteil. Dieser einzelner Stromschlag, schadete Mothra nicht, sorgte aber dafür dass sie sich wütend aufbäumte, die beiden großen Greifer die zu beiden Seiten ihres Mauls saßen klickten bedrohlich und eine klebende netzartige Flüssigkeit auf die Mitglieder des Containment-Teams spie. Dabei war die Wucht mit der sie von den Netzen getroffen wurden so groß,dass die meisten von dem Steg geschleudert wurden und jetzt an der Höhlenwand klebten.
Die wenigen Teammitglieder die noch übrig waren, versuchten jetzt den Steg entlang zu fliehen, doch Mothra war schneller als sie und fegte einen Großteil der Konstruktion weg als wäre es nichts, bevor sie den Hintermann mit ihren Greifern packte. Für einen Augenblick lang war Beca der festen Überzeugen, dass die riesige Raupe ihn einfach mit einem Haps verschlingen würde, doch stattdessen schleuderte sie ihn in eines der Netze an der Wand, in der schon seine Kollegen gefangen waren.
In der Zentrale herrschte reinste Hektik, alle riefen durcheinander, nicht ganz sicher seiend was sie jetzt machen sollten. Beca wusste, was laut den Vorschriften getan werden musste, wenn ein Titan so aggressives Verhalten zeigte. Ihr Blick fiel auf den von einer kleiner, eckigen Glasüberdachung geschützten runden, blutroten Schalter auf einem der der Pulte-der ,,Todes-Schalter“ war die inoffizielle Bezeichnung einiger und er müsste jetzt eigentlich betätigt werden. Doch Beca gefiel der Gedanken nicht wirklich, dass sie tatsächlich genau das jetzt machen mussten. Genau in diesem Moment trat Dr. Mancini an das Pult heran und machte Anstalten den Schalter zu drücken, doch Emma hielt noch rechtzeitig sein Handgelenk fest
,,Tut mir Leid Dr. Russel, aber sie kennen die Vorschriften, wir müssen-“, fing er an doch Emma schnitt ihm schnell das Wort ab, ,,Ich erledige das.“. Und mit diesen Worten, packte sie den in der Nähe abgestellten ORCA am Griff und Beca ahnte schon was sie vorhatte. Auch Maddie schien erkannt zu haben, was ihre Mutter jetzt tun würde und sie hielt sie krampfhaft am Arm fest, als sie in Richtung der in die Höhle führende Tür ging, ,,Mom, nein!“. ,,Madison, bleib hier bei Beca.“, befahl Emma, eine beruhigende Hand auf die Schulter ihre Tochter legend, ,,Es wird funktionieren…“.
,,Sei vorsichtig!“, rief Beca der Wissenschaftlerin noch hinterher, während sie Maddie von hinten sanft beide Hände auf die Schultern legte. Ihr gefiel es genauso wenig, dass Emma jetzt da raus in die Nähe der aufs Blut gereizten Mothra ging, aber hatten sie eine andere Wahl? Entweder würde der Todes-Schalter aktiviert werden, oder sie versuchten es mit dem ORCA. ,,Es wird doch funktionieren, oder?“, fragte Emily, die ein Meter neben ihnen stand, jetzt mit einem leicht ängstlichen Ausdruck in den braunen Augen. Beca schluckte kurz, plötzlich merkend wie stark ihre Finger gerade zitterten, und erwiderte einfach ,,Das muss es, Em…“.
Alle Anwesenden blickten jetzt angespannt durch die Glasscheibe auf das was sich jetzt in der Höhle ereignete. Emma näherte sich Mothra langsam und vorsichtig, um sie nicht weiter aufzuschrecken. Als die Kreatur ihre Anwesenheit bemerkte wirkte sie zwar immer noch gereizt, griff sie aber nicht an-zumindest noch nicht. Mothra beugte sich nach unten, bis ihr Kopf leicht das Ende des jetzt nur noch teilweise existierenden Steges berührte, was zur Folge hatte das wieder die ganze Umgebung bebte. Staub rieselte von der Höhlendecke und Beca sah das Emma sich kurz an dem Metall-Geländer festhalten musste, bevor sie weiter auf Mothra zu ging.
Als nicht mal mehr 10 Meter zwischen der Wissenschaftlerin und dem Titan lagen, kniete sich langsam Emma hin, keine Sekunde lang den Blick vor dem Wesen vor ihr entfernen. Mit klopfendem Herzen sah Beca zu Mothra hoch, doch sie musterte den Menschen unter sich auf dem Steg einfach nur mit leicht schiefgelegtem Kopf, fast schon neugierig wirkend. Jetzt legte Emma den ORCA vor sich hin und klappte ihn auf, so dass das eigentliche Gerät zum Vorschein kam. Selbst aus der Entfernung, konnte man noch das helle blaue Leuchten des Displays sehen und ein paar der etwas größeren Regler, oder Schalter. Beca spürte wie das Gefühl von Maddies Jacke unter ihren Fingern verschwand, als die Jüngere noch etwas nach vorne an die Glasscheibe heran trat und ihre zitternden Hände gegen das Glas drückte.
Emma fing jetzt anscheinend an, das richtige Signal zur Beruhigung von Mothra zu finden und man konnte sehe, wie sie fieberhaft Knöpfe drückte und an den Reglern schraubte. Dann bäumte Mothra sich plötzlich wieder auf und schoss erneut ihre seltsame Netzflüssigkeit ab, doch Emma entging dem Geschoss noch um Haaresbreite indem sie sich rechtzeitig weg duckte. Maddie fing sofort an gegen die Scheibe zu Hämmern und rief laut nach ihrer Mutter, die Panik in ihrer Stimme, war ganz deutlich zu erkennen. Ängstlich sah Beca zu Emily rüber, die ihren Blick nicht minder nervös erwiderte. ,,Es wird funktionieren“, rief sich Beca erneut verbissen ins Gedächtnis, während sie ihre rechte Hand erneut auf Maddies Schulter legte, in einer versuchten beruhigenden Geste-doch das starke Zittern ihrer Finger verriet ihre eigene Angst und Unsicherheit.
Gerade beugte Emma sich erneut über den ORCA, um weiter die passende Frequenz zu entschlüsseln doch Mothra schoss schon wieder ein Netz auf sie ab, dieses Mal verfehlte es sie noch knapper. ,,So, jetzt reicht‘s!“, murmelte Beca, sich das nicht mehr länger ansehen wollend und machte sich jetzt kurzerhand ebenfalls auf den Weg zur Tür. Sofort packte Maddie sie an der Hand. ,,Becs, bitte geh du nicht auch noch…“, flehte die Zwölfjährige, doch Beca schüttelte leicht den Kopf und entwand ihre Hand Maddie‘s Griff. ,,Pass auf sie auf!“, wies sie jetzt Emily an und obwohl die Brünette auch nicht ganz so begeistert von Beca‘s Vorhaben zu sein schien, nickte sie-wenn auch etwas zittrig.
Als Beca schließlich vor der Tür stand presste sie ohne zu Zögern die Schlüsselkarte gegen das kleine, quadratische Feld mit dem bläulich leuchtenden Monarch-Logo drauf und sofort schwang die schwere Tür auf. Kaum das sie hindurch war rannte sie auch schon los, doch Mothra entging das auch nicht. Als Beca merkte das die Kreatur ihre bläuliche schimmernden Insektenaugen jetzt auf sie gerichtet hatte, blieb sie schlitternd stehen. Ihr wurde siegend heiß bewusst, dass ihr kopfloses, von Sorge getriebenes Rennen ein unglaublich fataler gewesen war. ,,Oh, Scheiße…“, zischte sie,wütend über ihre eigene Kopflosigkeit, dann feuerte Mothra auch schon ihr Netz-Zeug auf sie ab.
Gerade noch rechtzeitig warf sie sich noch aus der Schusslinie, allerdings erwischte die klebrige Substanz sie an den Beinen, so das sie trotzdem erstmal am Boden festgehalten wurde. Leise fluchend versuchte Beca sich das Zeug wieder von den Schienbeinen zu reißen-was allerdings leichter gesagt als getan war. Währenddessen sah sie, dass Emma weiter vorne immer noch versuchte die passende Frequenz zu finden, doch anscheinend funktionierte gerade nichts was sie auch versuchte. Dann ertönte hinter ihr jedoch das Geräusch von Schuhen die auf Metall entlang rannten und als Beca den Kopf in die Richtung wandte sah sie in einer Mischung aus Überraschung und Entsetzten Madison über den Steg auf sie zu rennen.
Auch Emma hatte ihre Tochter erblickt und wies sie hektisch an wieder zurück zu gehen, doch natürlich hörte Maddie nicht. ,,Was zum Teufel machst du hier?!“, zischte Beca die Jüngere an, als sie sich neben ihr hinkniete und ihr versuchte beim Entfernen des Netzes zu helfen. ,,Euch hier rausholen!“, erwiderte Madison verbissen und mit einem trotzigen Blick in den Augen. Beca wusste in dem Moment nicht ob sie lachen oder frustriert aufstöhnen sollte. In Sachen Dickköpfigkeit war Maddie wirklich eine Weltmeisterin…
Schlussendlich schafften sie es auch gemeinsam Beca‘s Beine zu befreien und während Beca sich noch aufrappelte, rannte Madison schon nach vorne zu ihrer Mutter hin. ,,Mom,  wir müssen weg!“, sagte sie eindringlich, während sie an Emma‘s Kittel zog. ,,Emma, lass gut sein!“, bat Beca die blonde Wissenschaftlerin eindringlich und Maddie kniete sich jetzt direkt neben ihre Mutter hin und ihre Stimme war voller Verzweiflung, als sie sie ein letztes Mal anflehte, ,,Mom, jetzt komm schon, verdammt!“.
In diesem Moment schoss Mothra erneut ein Netz in Richtung Beca ab und sie musste sich beim Ducken auf die Knie fallen lassen, damit sie ihm entging, Jetzt knieten sie alle drei nebeneinander neben dem ORCA, vor ihnen die sich wütend aufbäumende Mothra. Aus dem Augenwinkel konnte Beca noch sehen, wie Emma noch hastig irgendeinen Regler noch ein letztes Mal verstellte und auf den großen, silbernen Kopf der sich rechts am Gerät befand drückte-dann stieß Mothra auch schon auf sie hinab. Schützend schlang Emma die Arme um Madison und Beca, während Mothra‘s Atem wie ein wütender Sturm um sie herum wirbelte. Beca schloss die Augen und drückte sich noch etwas fester gegen Maddies Seite, einfach nur darauf wartend dass diese Netzflüssigkeit sie drei komplett einhüllen würde- oder das Mothra sie am besten noch gleich verschlingen würde…
Doch es passierte nichts. Verwirrt öffnete Beca wieder langsam die Augen und stellte voller Unglauben fest, das Mothra wieder von ihnen abließ und auf einmal ganz ruhig und friedlich war. Für einen Augenblick lang verharrten sie drei noch in ihrer Position, sich vergewissernd das Mothra nicht doch noch erneut aggressiv werden würde und das einzige was man hören konnte war das Geräusch des ORCA-Signals das aus den kleinen an das Gerät angebrachten Lautsprechern ertönte. Beca sah von dem ORCA zu Mothra und wieder zurück, während eine Realisation in ihren Verstand einsickerte - Es hatte funktioniert. Der ORCA hatte funktioniert! Mit einem erleichterten Lächeln sah sie über Madison‘s Kopf hinweg Emma an und die Wissenschaftlerin wirkte genauso erleichtert und erfreut wie sie.
Langsam erhob sie drei sich wieder, während Mothra ganz ruhig vor dem Steg ausharrte und die Menschen unter sich mit einem neugierig wirkenden Ausdruck beäugte. Madison ging sogar noch etwas näher heran und streckte ganz, ganz vorsichtig die Hand aus. Tatsächlich reagierte Mothra sogar auf diese Geste und beugte langsam ihren riesigen Kopf herab, bis Maddie die graue, weiche Schnauze berühren konnte.
Für ein paar Augenblicke verharrten sie so, bis irgendwann Mothra leicht ausatmete, wodurch Maddie wieder etwas zurück stolperte. Doch im Gegensatz zu vorhin, fühlte es sich eher wie eine freundliche, sanfte Brise als der Atem über sie drei hinweg wehte und sie alle konnten nicht anders als fasziniert lächelnd zu der Kreatur direkt vor ihnen hochzublicken.
Immer noch lächelnd wandte Beca den Kopf in Richtung der Wissenschaftler und suchte mit den Augen den Bereich hinter der Glasscheibe nach Emily ab. Auch auf die Entfernung konnte sie das staunende Leuchten der jungen Wissenschaftlerin sehen und dieser Anblick brachte einfach ein Lächeln auf Beca‘s Gesicht.
Genau in diesem Moment ertönte hinter der Reihe an genauso von Mothra in den Bann gezogenen Wissenschaftlern eine laute Explosion.
~~~~~~

Hmm…anscheinend werden irgendwie alle Kapitel dieser Geschichte ziemlich lang…Aber egal, dann habt ihr ja wenigstens dann immer viel Content, es ist dann halt mehr Arbeit für mich xD Das nächste Kapitel kommt wahrscheinlich übermorgen, ich kann aber nichts versprechen da bei mir nächste Woche die Schule wieder losgeht und ich davor noch einige Sachen zu erledigen haben, aber mal schauen…
Bis zum nächsten Kapitel;)
LG Lion 2000
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