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Of Love and Monsters

von Lion 2000
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Emily Junk
21.08.2021
03.03.2022
36
75.180
3
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.01.2022 2.232
 
Return of the King

Zu dem Zeitpunkt, als Beca und Emma gerade erst vom Bunker aus losgefahren waren, lief Madison unruhig im Technikraum des Stadions auf und ab. Vor etwa einer halben Stunde hatte sie das ORCA-Signal aktiviert und zu ihrer Erleichterung hatte es auch tatsächlich dafür gesorgt, dass die weltweiten Titanen-Attacken schlagartig aufgehört hatten. Es bedeutete aber auch, dass Ghidorah jetzt bestimmt schon auf den Weg hier her war und es sich nur um Stunden handeln konnte, bis er eintraf. Bei dem Gedanken, was alles passieren könnte wenn dieses Monster in Boston aufschlagen würde, musste Maddie schlucken, aber sie versuchte ihre Ängste weiterhin zu verdrängen, was allerdings leichter gesagt als getan war.
Ihr rastloses auf und ab laufen unterbrechend, blieb die Zwölfjährige vor dem Tisch stehen auf dem der sendende ORCA stand und trommelte nervös mit dem Fingern gegen die hölzerne Tischplatte. Neben dem summenden Gerät, lag Maddies Handy, über das sie vorhin zur Ablenkung Musik angemacht hatte und gerade lief eines ihrer persönlichen Lieblingslieder

I reach for me but I'm not there
It's so lonely but who cares
It's fine, it's okay
I'll die anyway
I reach for me but I'm not there
I always wonder why I'm here
It's fine, it's okay
I'll die anyway
(girl in red - i‘ll die anyway)


,,Der Text ist ja echt motivierend, für unsere Situation…“, brummte Emily-die gerade mit verschränkten Armen durch das große Glasfenster gen Horizont blickte-in einem sarkastischen Tonfall, aber trotzdem mit einem schwachen Schmunzeln auf den Lippen und auch Maddie musste kurz lachen, bevor sie den Song pausierte. Die Teenagerin merkte, dass sie einfach nicht mehr länger in diesem kleinen Raum bleiben konnte, ohne vor Nervosität noch durchzudrehen, also nahmsie das Fernglas aus ihrem Rucksack raus und ging wieder in Richtung Tür. ,,Wo willst du hin?“, Emily drehte sich mit einem verwirrten Gesichtsausdruck zu ihr um und Maddie erwiderte kurzangebunden, ,,Raus, auf’s Dach“. ,,Raus auf’s-? Bist du des Wahnsi-“. ,,Ich werde hier drin noch wahnsinnig!“, unterbrach die Zwölfjährige Emily’s Proteste, ,,Und wenn ich Anzeichen dafür sehe, dass er kommt bin ich sofort wieder hier, versprochen!“.
Und mit diesen Worten verließ Maddie den Technikraum und nach einmal links abbiegen kam sie über eine Hintertür auf das Dach des Stadions, auf dem sich neben Antennen und Lautsprechern auch eine Flagge der Vereinigten Staaten befand.
Kaum das Maddie ein paar Schritte gemacht hatte, hörte sie hinter sich wie die Tür ein zweites Mal aufschwang und sie verdrehte mit einem Schmunzeln die Augen, als sie Emily murmeln hörte, ,,Mein Gott…Babysitten ist echt anstrengend…“. ,,Ich brauch ja eigentlich auch keinen Babysitter…“, rief die Teenagerin über die Schulter, woraufhin die Ältere nur schnaubend erwiderte, ,,Für so ne Aktion schon…Selbstmörderische Weltrettung-Missionen sind nichts was eine Zwölfjährige ganz alleine machen sollte…“. ,,Ich bin aber keine gewöhnliche Zwölfjährige“, erwiderte Maddie jetzt mit einem frechen Grinsen, mittlerweile das Geländer des Daches erreicht habend und Emily schmunzelte daraufhin nur, während sie sich neben sie stellte, ,,Was du nicht sagst…“. Jetzt hob Madison das Fernglas an und ließ für eine Zeitlang mit seiner Hilfe ihren Blick am Horizont hin und her gleiten, doch es gab weiterhin keine Anzeichen für das Ankommen Ghidorahs.
,,Wirst du wenn das hier alles vorbei ist, eigentlich endlich mal Beca deine Gefühle gestehen?“, fragte Maddie plötzlich und als sie, das Fernglas wieder sinken lassend, zur Seite blickte, stellte sie mit einem Grinsen fest, dass Emily bei dieser Frage mit geröteten Wangen sich eine Haarsträhne hinters Ohr steckte. ,,Ich weiß n-nicht, w-was…was du meinst…“, grummelte die hochgewachsene Brünette, woraufhin Madison lachend und mit hochgezogener Augenbraue erwiderte, ,,Tu doch nicht so…Jeder Blinde könnte sehen wie sehr du in sie verschossen bist…“. Da konnte sich Emily anscheinend doch nicht das Lächeln verkneifen und sie biss sich auf die Unterlippe, während sie verlegen dreinschauend auf einmal großes Interesse an ihren Schuhen zu finden schien.
,,Also?“, hakte Maddie jetzt mit einem breiter werdenden Grinsen nach und nach einigen Sekunden der Stille, stammelte die junge Wissenschaftlerin schließlich, sich nervös am Nacken kratzten, ,,I-Ich weiß nicht, o-ob…ob ich es ihr s-sagen sollte…“. ,,Warum denn nicht? Ich bin mir hundertpro sicher, dass sie genauso auf dich steht?“. Zwar wurde Emily bei letzterem nur noch mehr rosa im Gesicht, seufzte aber leicht frustriert klingend, ,,Es ist ja nicht so, dass…keine Ahnung, die Person mit der Becas als letztes zusammen war, praktisch die Liebe ihres Lebens gewesen ist und mit der sie wahrscheinlich für immer zusammen geblieben wäre, hätte es nicht bestimmte Wendungen des Schicksals gegeben…und wie sollte ich jemals dagegen ankommen…“.
Daraufhin schwieg Maddie für eine Weile, bis sie vorsichtig fragte, ,,Weißt du nicht, welche Bedeutung der Ring an Becas Kette hat?“. ,,Doch, sie hat es mir erzählt…aber was wenn- was wenn ich trotzdem einfach nicht genug-“. Plötzlich hielt Emily inne und auch Maddie hob wachsam den Kopf, denn sie hatte ebenfalls das plötzliche Aufbrausen des Windes im Nacken gespürt. Als die Zwölfjährige jetzt zu der Flagge auf dem Dach rübersah, konnte sie beobachten wie das Stück Stoff innerhalb von nur Sekunden mit einem Mal unfassbar straff wehte, so als ob ein Orkan näher kommen würde. Langsam drehte Madison sich jetzt um und dann sah sie auch schon die dunkelgraue, von gelben Blitzen durchzuckt werdenden Wolkenwand, welche von der Küste her auf sie zu raste.
Im ersten Moment war sie wie erstarrt, doch Emilys zerrende Hand an ihrem linken Arm riss sie rechtzeitig wieder aus ihrer Versteinerung, ,,Los, komm schon  Maddie!“. Die maximal fünf Sekunden die sie gebraucht hatten, um zum Ausgang des Daches zu kommen, waren anscheinend genug gewesen, als dass der Sturm auch schon über ihnen war und es benötigte ihre vereinten Kräfte um die schwere Metalltür hinter sich zu zu ziehen.
Als sie schließlich schlitternd und außer Atem seiend wieder im Technikraum ankamen, peitschte der Regen bereits mit voller Kraft gegen die Glasscheibe und es war nahezu unmöglich noch irgendetwas draußen zu erkennen. Für ein paar sich unfassbar lang anfühlende Herzschläge, herrschte eine gespenstische Stille im Raum, dann erzitterte die Erde und sie beide verloren den Halt, als ein gigantischer Schatten auf dem Dach des Stadions landete. Kaum, dass das Beben verebbt war, ertönte draußen auch schon Ghidorahs hohes, schauriges Brüllen und als Maddie von ihrer am Boden kauernden Position hochblickte, konnte sie bereits durch die Glasscheibe Teile seiner furchteinflößenden Gestalt erkennen.
Als sie zu Emily rüber schielte sah sie, dass die Brünette vorsichtig unter den Tisch, auf dem immer noch der ORCA stand, kroch und ihr mit einem Kopfnicken zu verstehen gab, sie solle dasselbe tun. Also schob sich Maddie ganz vorsichtig unter den Schutz der Tischplatte, während draußen jetzt einer von Ghidorahs Köpfen herabstieß und sämtliche Lautsprecher, sowie Antennen auf dem Dach zwischen seinen dolchartigen Zähnen zermalmte. Der ORCA an sich war allerdings noch eingeschaltet und Madison war sich ziemlich sicher, dass der Titan das auch spüren konnte. ,,Schalt das Ding ab…“, flüsterte Emily schwer atmend, ,,Schalt das Ding ab und dann hauen wir ab!“. ,,Nein! Wir dürfen ihn nicht abschalten…dann gehen die Attacken doch wieder los!“. ,,Das werden sie bald eh wieder, weil Ghidorah gerade sämtliches Sendezeug geschrottet  hat…das Signal ist jetzt viel zu schwach…“. Trotzig schüttelte Maddie leicht den Kopf, nicht glauben wollend, dass alles was sie getan hatte umsonst gewesen war. ,,Maddie, bitte…“, zischte Emily in einem fast flehenden Ton, ,,Du hast dein bestes getan, aber nicht jeder kann die Welt retten…“.
Zittrig durchatmend schloss Maddie für einen Augenblick die Augen, weiterhin mit sich hadernd, doch Ghidorahs plötzlich viel näher klingendes Knurren lies sie erkennen, dass es tatsächlich keinen anderen Weg mehr gab. Also holte sie noch einmal tief Luft, kroch wieder etwas nach hinten und holte den ORCA wieder vom Tisch herunter. Doch bevor sie dazu kam das Gerät tatsächlich abzuschalten, spürte sie ein Kribbeln im Nacken, was sie dazu veranlasste über die Schulter nach hinten zu blicken und sich langsam zu erheben.
Maddie konnte sich nicht erinnern jemals so stark zusammengezuckt zu sein, wie als sie jetzt den mittleren Kopf Ghidorahs nur Zentimeter von der Glasscheibe-der letzten Barriere zwischen ihnen und dem Ungeheuer- entfernt erblickte. Während Emily sich neben ihr ebenfalls erhob, wanderten die glühenden Drachenaugen im Raum umher und als sie die den ORCA haltende Madison erblickten verengten sie sich sofort zu gefährlichen Schlitzen. Es war genau der Blick eines Raubtiers, das gerade sein Opfer auserkoren hatte und sich bereit zum Angriff machte. ,,Oh Shit!“, flüsterte Maddie, während Emily laut ,,LAUF!“ rief und das lies sich die Teenagerin nicht zweimal sagen.
Während sie den Flur entlang rannten, schlugen nur knapp hinter ihnen immer wieder gelbe Blitzstrahlen durch die Wände und verwandelten alles was sie trafen in Asche. Das Herz schlug Maddie bis zum Hals und ihr gesamter Instinkt war im Moment nur darauf ausgelegt, um jeden Preis schneller als Ghidorahs Blitze des Todes zu sein. Als sie und Emily schließlich die Treppen hinunter stolperten, fielen große graue Mauerbruchstücke von der Decke herab, die sie nur um Haaresbreite verfehlten. Schlussendlich schafften sie es auch hinaus aufs Feld und mussten feststellen, dass Ghidorah gerade dabei war, mit all seinen drei Köpfen, das Stadion komplett dem Erdboden gleich zu machen. Überall schlugen die Blitze ein und es bestand gar nicht erst die Zeit sich einen sicheren Weg zu suchen, also stolperten sie beide einfach blindlings los, irgendwie versuchend der todbringenden Elektrizität zu entgehen.
Maddie versuchte wirklich so gut es ging den Strahlen auszuweichen, aber es passierte alles so schnell und zu allen Seiten, so dass sie nach kürzester Zeit keine Orientierung mehr hatte. Schließlich schlug ein Blitz direkt neben ihr ein und obwohl er sie selbst nicht direkt traf, sorgte die Wucht des Einschlages dafür, dass Maddie durch die Luft geschleudert wurde. Zum Glück war der Boden durch den Regen aufgeweicht, dennoch war sie durch den Aufprall etwas benommen und es piepte in ihrem rechten Ohr.
Wie durch einen Schleier hörte sie jemanden ihren Namen rufen und als sie sich mit verschwommenen Blick aufrappelte, sah sie Emily auf sich zu rennen. Als sich ihre Sicht wieder geklärt hatte, sah Maddie wie Ghidorah jetzt seine Köpfe bedrohlich auf sie richtete. Sie blickte auf den immer noch eingeschalteten ORCA in ihrer Hand und nach kurzem Zögern schleuderte sie das Teil weit weg von sich. Doch der ORCA schien den Giganten nicht im geringsten mehr zu interessieren und er behielt seinen dämonischen Blick weiterhin bedrohlich auf sie gerichtet. Plötzlich kam Madison ein schrecklicher Gedanke : Was wenn Ghidorah irgendwie kapiert hatte, dass sie für den ,,Alpha-Ruf“ des ORCAS verantwortlich gewesen war. Dann würde es keine Rolle spielen ob sie das Gerät bei sich hatte oder nicht, er würde sie ohnehin töten.
Schwer schluckend sah sie zu Emily auf und dem Blick in ihren Augen nach zu schließen, hatte die Brünette den gleichen Schluss gezogen. Dennoch lächelte sie Maddie schwach, aber auch ziemlich traurig wirkend an und formte mit dem Mund die Worte, ,,Es tut mir Leid.“. Wieso war Emily diejenige die sich entschuldigte? Immerhin wäre sie ohne Maddie doch gar nicht erst hier gelandet. Über ihnen brüllte Ghidorah jetzt bedrohlich und als sie nach oben blickten färbten sich die Unterseiten seiner Hälse bereits gelb-genauso wie bevor er die Soldaten in der Antarktis zu Asche verwandelt hatte. Eigentlich sollte Maddie jetzt schreien, oder einfach irgendeine Form von Angst zeigen, aber diese Genugtuung wollte sie diesem Ungeheuer nicht geben, also blieb sie weiterhin standhaft stehen und blickte trotzig zu ihm auf, auch als er seine Mäuler öffnete und man in seinem Rachen das gelbe Leuchten sehen konnte. Wenigstens starb sie mit Emily, an der Seite von jemanden den sie wirklich mochte…
Doch bevor Ghidorah ihnen beiden tatsächlich den gar ausmachen konnte, wurde er von einem urplötzlich auftauchenden blauen Strahl nach hinten und zu Boden geschleudert. Bevor sie überhaupt richtig registrieren konnten was gerade passiert war, erzitterte auch schon die Erde unter ihren Füßen und in der Ferne war ein Gebrüll zu vernehmen, von dem Maddie niemals geglaubt hätte, dass sie es jemals wieder hören würde. Doch als sie sich langsam umdrehte gab es keinen Zweifel mehr: Dort im Hafenbecken, etwa einen Kilometer entfernt, stapfte Godzilla durch das Meerwasser, seine Rückenplatten leuchteten blau und seine Augen waren von einem Licht derselben Farbe erfüllt.
Madison konnte nicht anders als erleichtert seufzend zu lächeln, als sie den Giganten erblickte und vergaß komplett sich zu wundern, wie er überhaupt noch am Leben sein konnte. Wenn Godzilla da war und Ghidorah die Stirn bieten konnte, dann…dann bestand noch Hoffnung. Aber nicht nur der rechtmäßige König der Monster traf jetzt in Boston ein-hinter ihm flog ein gigantisches Geschwader Kampfjets, Ospreys, wirklich alles was das Militär wahrscheinlich an Flugobjekten zu bieten hatte und kaum das Ghidorah sich wieder aufgerappelt hatte wurde er von einem Raketenhagel der Jets unter Beschuss genommen. Auch das große ,,Argo“-Flaggschiff ,,Monarch“‘s war im Himmel zu sehen.
Plötzlich fragte Maddie sich, ob ihr Vater vielleicht dort drin war…Doch es gab keine Zeit mehr, um sich darüber noch länger Gedanken zu machen. Alles was jetzt zählte war, dass sie und Emily hier so schnellst wie möglich wegkamen. Also stolperten sie über das nasse, teils verkohlte Feld und hinaus aus den Stadion-Ruinen, während hinter ihnen die beiden Erz-Rivalen mit einem Donnerschlag ähnlichen Krachen, aufeinander trafen.
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