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Of Love and Monsters

von Lion 2000
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Emily Junk
21.08.2021
03.03.2022
36
75.180
3
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
24.01.2022 1.535
 
It‘s a hard road

,,I‘m not gonna leave you […], I mean that. That‘s a promise“
*Ellen Ripley in ,,Aliens“(1986)*

Beca‘s Finger zitterten genauso sehr wie ihre Knie auf die sie ihre Hände abgelegt hatte, während der Jeep über den holprigen, steinigen Weg bretterte. Als die Brünette zu Emma rüber schielte, hatte die Ältere ihren Blick eisern nach vorne gerichtet und das Lenkrand krampfhaft umklammert. Seit dem sie losgefahren waren, hatten sie kein Wort gewechselt und jeweils selber ihren Gedanken nachgehangen.
Leise seufzend lies Beca ihren Blick jetzt aus dem Fenster schweifen. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass Maddie und Emily sich auf diese selbstmörderische Mission begeben hatten, aber andererseits passte es auch irgendwie, da beide trotz des Altersunterschiedes gleichermaßen dickköpfig und waghalsig sein konnten. Zwar versuchte Beca angestrengt nicht daran zu denken, was passieren würde wenn Ghidorah in Boston ankommen würde, bevor sie und Emma es taten, aber ihr fiel es äußerst schwer ihre Angst abzuschütteln. Die kleine Brünette wusste um Ehrlich zu sein nicht, um wen der zwei sie sich mehr Sorgen machte.
Zum einen war da Maddie-die zwar tapfere, aber im Endeffekt trotzdem unschuldige Maddie, welche Beca schon von Anfang an immer beschützen wollte. Die sie so gut wie möglich versucht hatte abzulenken, als der Bruch von Emmas und Marks Ehe seinen Höhepunkt zu erreichen begann. Die erst letztens, als Emma arbeitsbedingt ein Wochenende über weg gewesen war, Beca zu überreden versucht hatte mit ihr ,,Stranger Things“ zu schauen, obwohl sie eigentlich noch etwas zu jung dafür war und die brünette Wissenschaftlerin hatte am Ende dann doch Maddies Betteln nachgegeben, weil sie einfach nie nein zu ihr sagen konnte. Bei dem Gedanken, dass der Teenagerin was passieren könnte, lief es Beca kalt den Rücken herunter.
Und dann war da Emily…Emily, die Beca schon von Anfang an sympathisch gefunden hatte, der sie sich gegenüber in den letzten Monaten immer mehr geöffnet hatte, die ihr wichtig war…Langsam krochen Erinnerungen aus ihrem Unterbewusstsein hervor. Das freudige Gefühl, das sie irgendwann fast jeden Morgen gefühlt hatte wenn sie Emily das erste Mal am Tag gesehen hatte, wie sie es oft schon gar nicht hatte abwarten können bis die Jüngere endlich zur Arbeit erschien, wie ihr im gesamten Körper warm wurde wenn sich ihrer beiden Hände auch nur für den Bruchteil einer Sekunde berührten, wie sie ihren Blick immer wieder auf Emily fallen lies wenn sie nebeneinander standen…und dann war da natürlich noch der Moment vorhin im Flur, als sie so nah beieinander gesessen hatten, dass nur ein winziges nach vorne beugen von Nöten gewesen wäre, um ihre Lippen miteinander zu versiegeln. Gerade bei dieser Erinnerung fing Becas Herz an schneller zu schlagen.
Plötzlich musste sie daran denken, wie Emily sie gefragt hatte, warum sie unbedingt zu verhindern versucht hatte, dass sie von den Terroristen getötet wurde. Damals hatte Beca diese Frage sehr ausschweifend und nur wage beantwortet, dabei war die Antwort im Endeffekt so simpel: Sie liebte Emily und zwar nicht auf die freundschaftliche Weise, nein…Sie war in Emily verliebt-und ein Teil von ihr hatte das schon länger gewusst, sie hatte es einfach nur verdrängt.
Seufzend lies Beca den Kopf sinken und vergrub ihre zitternden Finger in dem dunkelbraunen Haar, während sich neben der Angst auch langsam Schuldgefühle einschlichen, da sie sich anfing zu fragen, ob sie wenn sie früher gemerkt hätte was die zwei vorhatten, sie sie hätte aufhalten können. ,,Du bist nicht Schuld daran, Beca…“, kam es plötzlich von Emma, anscheinend genau erraten habend was in Beca gerade vor sich ging, ,,Wenn sich hier jemand Vorwürfe machen sollte, dann bin ich das…“. ,,Du musst dir keine-“. ,,Doch das muss ich!“ Emma verstärkte den Griff um das Lenkrad und die Reue in ihren Augen war unübersehbar, ,,Ich bin der Grund warum es so gefährlich dort ist…Es war mein Plan die Titanen aufzuwecken und ich bin diejenige gewesen die Ghidorah aufgeweckt hat, wodurch das ganze Fiasko doch überhaupt erst passiert ist! Wenn einen der beiden heute etwas passiert, dann wird das ganz allein meine Schuld sein…“. Beca öffnete den Mund um zu widersprechen, schloss ihn aber wieder, denn dem Ausdruck in Emmas Augen nach zu schließen, würde sie sich erstmal nicht von ihren Aussagen abbringen lassen.
Also sah Beca wieder schweigend aus dem Fenster. Die Wolkenkratzer Bostons kamen jetzt immer näher und sie konnte nicht anders als immer wieder nervös den Himmel nach Anzeichen der Ankunft eines wütenden, dreiköpfigen Drachen abzusuchen. Immer wieder wurden ihre Gedanken von düsteren Bildern, des wohlmöglich schlimmsten Szenarios heimgesucht, das heute passieren konnte: Ghidorah, der aus den Wolken hinabstieß und Boston in kürzester Zeit dem Erdboden gleichmachte, so dass sie und Emma am Ende nur noch zwei kalte Leichen aus den Trümmern ziehen würden können. Zwar versuchte Beca diese grauenhaften Gedanken zu verdrängen, aber es gelang ihr nicht und der eiserne Ring der Angst schloss sich immer fester um ihr Herz.
Zittrig durchatmend schloss sie die Augen, während sich anfingen erste Tränen hinter den Lidern sammelten. ,,Beca, was ist los?“, drang Emmas besorgt klingende Stimme wie durch einen Schleier zu ihr hindurch und die Tränen wieder versuchen weg zublinzeln, murmelte Beca ein wackeliges, ,,Nichts“. ,,Hast du vor nicht mal zwei Stunden nicht noch zu mir gesagt, dass wir unsere negativen Gefühle nicht unterdrücken dürfen?“, fragte die blonde Wissenschaftlerin und sah dabei kurz mit hochgezogen Augenbrauen, aber auch einem sanften Lächeln zu ihr rüber. Daraufhin stieß Beca sogar ein schwaches, zittriges Lachen aus und nachdem für ein paar Herzschläge lang die Fahr wieder in Schweigen verbracht wurde, flüsterte die Brünette schließlich mit bebenden Lippen,, ,,E-Es ist-…Ich h-hab e-einfach Angst, Emma…Angst , noch jemanden zu verlieren der mir wichtig ist…Emily, oder Maddie, oder dich…ich- ich kann da einfach n-nicht nochmal d-durch...“.
Mit jedem Wort das sie gesprochen hatte, war ihre Kehle immer mehr von den Tränen zugeschnürt worden und Beca hob ihre zitternde Hand um sich das salzig schmeckende Zeug wieder von den Wangen zu wischen. Auf einmal fiel ihr auf wie der Wagen immer langsamer wurde und erkannte, dass Emma gerade an den Wegesrand fuhr, um dort anzuhalten. Bevor Beca überhaupt fragen konnte was los war, hatte die Ältere sich etwas in ihrem Sitz gedreht und ihr eine Hand auf die Schulter gelegt. ,,Hör mir zu.“, flüsterte Emma mit so unfassbar viel Ernst in der Stimme, wie Beca es noch nie bei ihr gehört hatte, ,,Ich werde nirgendwo hingehen…und Maddie oder Emily werden das auch nicht. Wir werden das gemeinsam durchstehen…“. ,,Versprichst du‘s?“, hauchte Beca mit dünner Stimme und Emma nickte langsam, ,,Ich verspreche es“. Es waren diese drei winzigen Worte, die Beca dann doch noch einen starken Funken Zuversicht gaben, obwohl sie tief im Inneren eigentlich wusste, dass ein Versprechen dieser Art in dieser Welt und vor allem in dieser Situation nur schwer einzuhalten war, wenn überhaupt.
In diesem Moment lies Emma ihren Blick zur Seite wandern und ihre blauen Augen füllten sich sofort mit Sorge. ,,Oh nein…“, murmelte sie und als Beca in dieselbe Richtung blickte, sah sie es. Dicke, dunkelgraue Gewitterwolken krochen in einer unnatürlichen, schon fast beängstigenden Geschwindigkeit vom Meer aus auf Boston zu, bis sie die Stadt innerhalb eines Wimpernschlags komplett umschlossen hatten-Im Innern des Sturmes zuckten gelbe Blitze. ,,Fahr…“, zischte Beca, doch Emma brauchte gar keine Aufforderung und hatte den Schlüssel bereits im Zündschloss umgedreht.
Während der Jeep über den steinigen Weg immer weiter auf die eingeschlossene Stadt zu holperte, konnte man bereits durch die graue Wolkenwand hindurch im Schein der Blitze die dreiköpfige Drachen-Silhouette erkennen. Als sie Boston schließlich erreicht hatten und durch den grauen Schleier hindurchfuhren, peitschten sofort Massen an Regentropfen gegen die Scheiben des Fahrzeuges und selbst im Inneren konnte man das tosende Heulen des Windes vernehmen. Dann sah Beca es-Mindestens einen Kilometer von ihnen entfernt, aber dennoch gut erkennbar, türmte Ghidorah über einem Gebäude, dass nur noch in etwa an ein Stadion erinnerte, seine drei Augenpaare waren bedrohlich auf etwas zu seinen Füßen gerichtet und die Unterseiten seiner Hälse fingen bereits an gelb aufzuleuchten. ,,Nein…“, keuchte Beca entsetzt und ihr Herz blieb vor Schreck kurz stehen, denn sie ahnte bereits wem der Blitzstrahl gelten sollte.
Doch bevor Ghidorah sein Werk vollenden konnte wurde der Gigant von einem gigantischen, hell leuchtenden, blauen Strahl getroffen und zu Boden geschleudert. Aufgrund des grellen Lichtes musste Beca kurz den Blick abwenden, während Emma eine Vollbremsung hinlegte. ,,A-Aber…der- d-der Strahl…“, stammelte Beca völlig perplex, als die Sicht wieder geklärt war, ,,D-Das…das war doch-“. Genau in diesem Moment erzitterte die Erde unter ihren Füßen, während ein ihnen nur allzu vertrautes Gebrüll gegen das Heulen des Windes anklang und langsam blickten sie in die Richtung aus der es kam. ,,Das ist unmöglich…“, flüsterte Emma völlig fassungslos und auch Beca konnte ihren Augen kaum glauben.
Dort, nur etwa fünfzig Meter von der Küste entfernt, mit blau leuchtenden Rückenplatten, schritt Godzilla aus dem Ozean hinaus auf die Stadt zu.
~~~~~~~

So…das war’s für heute. Wir bewegen uns immer mehr auf das Ende dieser Geschichte zu-das heißt es kommen noch ca. 10 Kapitel, vielleicht eins zwei mehr-das wird sich noch zeigen…;)
Bis zum nächsten Kapitel:)
LG Lion 2000
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