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Of Love and Monsters

von Lion 2000
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Emily Junk
21.08.2021
03.03.2022
36
75.180
3
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
17.01.2022 1.533
 
Accept the Pain

~No, you don't have to keep on being strong for me and you
Acting like you feel no pain, you know I know you do~
*Louis Tomlinson-,,Defenceless‘‘*


Die Tür zur alten Cafeteria ächzte unglaublich laut, als Beca sie aufstieß. Es dauerte nicht lange, bis ihre Augen Emma an dem kreisrunden Tisch sitzend erfassten und sofort trat die kleine Brünette weiter in den Raum hinein. Die Sohlen ihrer Turnschuhe quietschten leicht, jedesmal wenn sie den gelb-schwarz gemusterten Boden berührten. Als Beca den Tisch an dem Emma saß erreicht hatte, zog sie einen Stuhl vom benachbarten Tisch zu sich heran und ließ sich gegenüber von der blonden Wissenschaftlerin nieder. ,,Hey…“, seufzte Beca während sie sich hinsetzte und Emma erwiderte die Begrüßung mit leicht kratziger Stimme. Sie sah irgendwie älter aus und so erschöpft wie Beca sie noch nie gesehen hatte. Es fühlte sich seltsam beängstigend für Beca an die Ältere so zu sehen, da Emma in ihren Augen immer so eine starke und ausdauernde Frau gewesen war.
,,Du…Du hast immer noch keine andere Möglichkeit gefunden, wie wir das alles lösen können, oder?“, fragte die Brünette jetzt vorsichtig und mit ganz ruhiger Stimme, denn sie war nicht hier her gekommen um wieder mit Emma zu streiten. Es hatte jetzt keinen Sinn wegen vergangener Fehler sich von einander zu entfernen, stattdessen mussten sie gemeinsam nach einer Lösung suchen und weiterhin zusammenhalten, so wie sie es immer getan hatten.
Als Antwort auf Becas Frage schüttelte Emma einfach nur schwer schluckend den Kopf und verkrampfte den Griff um ihre Tasse. Beca konnte all die Reue und schiere Hoffnungslosigkeit in ihren Augen sehen, also streckte sie ohne zu zögern die Hand aus und legte sie tröstend auf Emmas Handrücken. Es war im ersten Moment schon fast etwas seltsam für Beca, da es sonst immer umgekehrt zwischen ihnen beiden gewesen war und Emma diejenige war die ihr Trost gespendet hatte.
Nachdem sie eine Zeit lang so verharrt hatten, flüsterte Emma irgendwann mit einem traurigen Lächeln, ,,Und ich hab wirklich geglaubt ich wär im Stande die Welt zu retten…“. ,,Bist du dir sicher, dass es dir tatsächlich nur ums Welt retten ging?“. Verwirrt die Stirn runzelnd sah Emma auf, ,,Was meinst du?“. Beca seufzte leicht und blickte ihre Gegenüber für mehrere Herzschläge lang etwas unsicher an. Ihr war in den letzten 24 Stunden so einiges über Emma klar geworden, vor allem nachdem sie einige Ereignisse aus den letzten vier Jahren Revue passieren hatte lassen.
,,Ich meine, dass…“, Beca zögerte kurz, ,,…du alles was du innerhalb der letzten Monaten nur…nur wegen einem einzigen Menschen getan hast.“. Als Emma immer noch nicht zu begreifen schien worauf sie hinauswollte, erläuterte die brünette Wissenschaftlerin, ,,Du hast doch nach Andrews Tod angefangen nach einer Antwort auf die Rückkehr der Titanen zu suchen, weil du…nicht wolltest, dass er umsonst gestorben ist, oder waren das nicht deine Worte? Und ich glaube einfach, dass es dir auch mit deinem gesamten Plan weiterhin nur um eine Sache ging-nämlich seinem Tod einen Sinn zu geben…“. Sofort machte Emma den Mund auf um zu widersprechen, doch Beca blieb beharrlich, ,, Du hast so lange nach einem Grund, weshalb die Titanen sich wieder erhoben hatten gesucht, bis du dir fest eingeredet hattest, dass sie dazu da sind den Planeten zu heilen…und somit hattest du deinen Weg gefunden, wie du Andrews Tod mehr Bedeutung verleihen konntest, wie du…etwas machen konntest was ihn stolz gemacht hätte.“. ,,Nein…nein, Beca das- das ist nicht wahr…“, Emma zog ihre Hand unter Beca’s Fingern fort, doch es war unübersehbar das die Worte der Jüngeren an ihr zu nagen begannen.
,,Weißt du…Maddie hat mir erzählt, wie du dich nachdem Andrew gestorben war, vom ersten Tag an doppelt so sehr in deine Arbeit bei ,,Monarch“ geworfen hast wie davor, wie du dich so in deine Nachforschungen verbissen hast …“,fuhr Beca in einer ruhigen Stimme fort, ,,…und Mark hat seinen Schmerz im Alkohol ertränkt. Du bist genauso sehr abhängig geworden wie er-nur nicht nach einer Substanz, sondern nach dem Erfüllen einer Mission….und in dieser Mission ging es nicht um das Retten der Welt, sondern darum dem Tod deines Sohnes einen Sinn zu geben!“.
Jetzt sprang Emma sogar von ihrem Stuhl auf und flüsterte irgendwie ängstlich klingend, ,,Du schätzt das Ganze völlig falsch ein…“. ,,Tu ich das wirklich?“, erwiderte Beca und erhob sich ebenfalls, ,,Denn warum sonst hast du Maddie dann erzählt, dass du das für Andrew tun würdest? Etwa um sie zu manipulieren? Ich kenn dich doch Emma…auf diese Weise würdest du niemanden zu überzeugen versuchen, vor allem nicht deine eigene Tochter…Geh doch mal in dich, tief im Inneren weißt du, dass es dir die ganze Zeit einzig und allein um Andrew ging…Genauso wie Ich mich einzig und allein, um Chloes Willen durchs Leben weitergekämpft habe…“. Sich auf die Unterlippe beißend sah Emma, immer noch leicht mit dem Kopf schüttelnd zur Seite und Beca konnte praktisch spüren wie ihre Worte die Mauern der Älteren immer mehr zum bröckeln brachten.
,,Glaub mir…ich weiß doch wie es ist einen geliebten Menschen zu verlieren, wie man es nur schwer akzeptieren kann, dass diese Person wirklich für immer fort ist, wie man sich die Schuld dafür gibt sie nicht gerettet zu haben…“, während sie sprach ging Beca um den Tisch herum und sie sah wie sich Emmas blaue Augen mit Tränen füllten, ,,Aber du musst nicht gleich die Welt retten Emma und du musst auch nichts wieder gut machen, denn du trägst keine Schuld an Andrew‘s Tod, okay?“. Jetzt spürte sogar Beca selbst wie ihr die Tränen zu kommen drohten, als die Erinnerungen an ihren eigenen Schmerz, welches sie wegen ihres Verlust damals gespürt hatte, wieder hochkamen.
Mittlerweile stand sie direkt vor Emma und als Beca ihre Hand ausstreckte, um sie sanft am Arm zu berühren, merkte sie wie die blonde Wissenschaftlerin zitterte. ,,Emma?“. Die Ältere sah sie nicht direkt an, sondern hatte ihren tränenverschleierten Blick mit bebenden Lippen auf irgendeinen Punkt rechts von sich am Boden gerichtet. ,,Ich weiß, du vermisst ihn…“, flüsterte Beca, merkend wie sehr Emma in diesem Moment gerade zu leiden schien, ,,…und das ist auch völlig ok-“. ,,Beca…bitte hör auf…“, stieß die Wissenschaftlerin plötzlich in einem schon fast flehend klingenden Tonfall aus, ,,Ich…Ich kann das jetzt einfach n-nicht…“. Und mit diesen Worten wandte Emma ihr den Rücken zu und entfernte sich leicht von Beca , bevor sie sich mit den Händen an dem benachbarten Tisch abstützte.
,,Du hast den Schmerz nie ganz an dich herangelassen, oder?“, flüsterte Beca nach einem Augenblick der Stille-aber nicht wirklich als Frage, sonder eher als Feststellung. Zwar hatte Emma ihr den Rücken zugewandt, doch Beca konnte immer noch sehen wie sie die Schultern, bei ihren Worten anspannte. Unwillkürlich musste Beca daran zurückdenken, wie Emma innerhalb der letzten Jahre kein einziges Mal in ihrer Anwesenheit großartig Tränen vergossen hatte, sei es wegen Andrew oder aber auch wegen Marks Verhalten und der daraus resultierten Scheidung. Und jedesmal wenn der Schmerz dann doch hochgekommen war, hatte sie ihn immer rechtzeitig wieder runtergeschluckt und irgendetwas sagte Beca, dass Emma ihre Emotionen auch nicht rausgelassen hatte wenn sie alleine gewesen war.
Langsam trat sie von hinten an die Ältere heran, bis sie fast direkt neben ihr stand und ihre rechte Hand neben Emmas linken auf die Tischplatte stützte. ,,Du hast den Schmerz all die Jahre lang weggesperrt und hast versucht seinem Tod mehr Bedeutung zu verschaffen…“, wisperte Beca wobei sie die Ältere verstehend und mitfühlend zu gleich von der Seite her ansah, ,,Aber manchmal…verlieren wir Menschen und es gibt nicht‘s das wir tun können, um ihrem Tod einen größeren Sinn zu geben...und das müssen wir akzeptieren, genauso wie wir den Schmerz akzeptieren müssen...“.
Für mehrere Herzschläge lang herrschte schweres Schweigen im Raum, doch dann gab Emma den ersten Schluchzer von sich und es wirkte schon fast so, als ob sie ihn seit Jahren zurückgehalten hätte-vielleicht war das sogar tatsächlich der Fall. Noch bevor die Knie der Wissenschaftlerin nachgaben, hatte Beca die Arme um sie geschlungen und Emma lies sich förmlich in die Umarmung fallen, als ob es das letzte war was ihr noch irgendeine Form von Halt gab. Beca spürte wie sich die Finger der Älteren in den Stoff ihres Ärmels gruben und Emma das tränennasse Gesicht gegen ihre Schulter presste.
Die Brünette hatte keine Ahnung wie fiel zurückgehaltener Schmerz gerade über Emma hinweg schwappte, ob es noch andere Dinge gab welche die blonde Wissenschaftlerin in diesem Augenblick zusätzlich leiden ließen und von denen Beca nichts wusste. ,,Es ist Okay…“, flüsterte Beca, während Emma von einer Welle heftiger Schluchzer erschüttert wurde und sie verstärkte ihren Griff um die Ältere noch etwas, ,,Lass…Lass es alles raus…“.
Und so verharrten sie für einen ungewissen Zeitraum, in diesem alten, einsamen Raum und der Klang von Emmas Schluchzern hallte an den kalten Wänden wieder. Beca behielt ihre Arme weiterhin fest um die Wissenschaftlerin geschlungen und sie würde das auch so lange tun, wie diese brauchte um den Schmerz rauszulassen. Emma hatte sonst immer versucht für alle anderen stark zu sein, doch dieses mal konnte sie diejenige sein die Verletzlichkeit zeigte und die gehalten werden musste.
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