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Of Love and Monsters

von Lion 2000
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Emily Junk
21.08.2021
03.03.2022
36
75.180
3
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.10.2021 1.969
 
A Mass Awakening

,,You‘ve never had control. That‘s the illusion.“.
*Ellie Sattler in ,,Jurassic Park“(1993)‘‘*


Die Lampen über Beca’s Kopf flackerten gefühlt noch stärker als die ganze Zeit vorher und das Hallen ihrer Schritte war aufgrund der eisigen Stille besonders gut zu hören, als sie den tristen Gang entlang lief. Sie wusste nicht mal wirklich, wie viel Zeit vergangen war, seit dem sie zitternd aus der Kommandozentrale gestolpert war, da sie dieses ganze Leid welches auf den Bildschirmen zu beobachten war nicht länger ertragen hatte können. Tief durchatmend schloss Beca für einen Augenblick die Augen als die zerstörerischen Anblicke wieder vor ihr geistiges Auge schoben und sämtliche ihrer anderen Gedanken zu überschatten drohten.
,,Wie ist die Lage?“, ertönte es plötzlich leicht kratzig klingend links von ihr und als sie mit den Augen, dem Klang der Stimme folgte sah sie Emily mit vor der Brust verschränkten Armen an die Wand gelehnt stehen. Tatsächlich wirkte die junge Wissenschaftlerin allerdings in keinster Weise mehr wütend oder verbittert, stattdessen schien sie eher seltsam  erschöpft und irgendwie müde zu sein. Beca vermutete mal, dass Emily die Tatsache das die ganze Welt gerade in absolutem Chaos und Zerstörung versank bestimmt alles andere als kalt gelassen hatte, wen würde das schon?
Plötzlich musste sie mit Bestürzung daran denken, dass Emily ja auch Familie haben musste und das sie keinerlei Ahnung hatte ob ihre Liebsten in Sicherheit waren. Jetzt fielen Beca auch die Spuren getrockneter Tränen auf den Wangen der Jüngeren auf. Sie hätte nichts lieberes getan als Emily zu versichern, dass es ihrer Familie bestimmt gut ging, doch das konnte sie nicht, wie denn auch?
Für einen Augenblick lang herrschte ein schweres Schweigen zwischen ihnen, bis Beca irgendwann Emilys Frage von vorhin beantwortete und dabei allerdings es dezent vermied der Jüngeren in die Augen zu sehen, ,,A-Also….es sieht so aus, als ob…“., sie stockte und schluckte leicht, wissend dass es keine schonenden oder mildernden Worte gab mit dem sie die momentane Situation hätte beschreiben können, ,,Die Titanen sind alle erwacht und…greifen überall an, auf den verschiedensten Orten auf der Welt…Es- es ist wie damals in San Francisco n-nur…tausend Mal schlimmer…Man versucht zwar noch genügend Menschen zu retten, aber…“. Zitternd brach Beca ab und fuhr sich mit der Hand kurz über die Stirn, merkend wie sich plötzlich Tränen in ihren Augen sammelten. Nachdem sie sich wieder etwas gefasst hatte fuhr sie mit rauer Stimme fort, ,,Anscheinend…anscheinend ist Monster Zero die Ursache…Er ist jetzt der Alpha und er ist derjenige der die Titanen jetzt dazu bringt sich so aggressiv zu verhalten…anscheinend ist es seine Absicht den Planeten komplett zu vernichten, durch die anderen Titanen…“.
,,Und…gibt es nichts, was man tun könnte, um das noch aufzuhalten?“, fragte Emily tonlos, ,,Irgendeinen Plan, mit dem das Ruder wieder herum gerissen werden kann?“. Daraufhin senkte Beca den Blick und schluckte kurz, bevor sie antwortete, ,,Eigentlich…eigentlich hatte ich gehofft, dass Emma eine Ahnung hat was wir jetzt tun müssen, aber…sie wirkt…irgendwie…“. ,,Eher planlos?“, vollendete Emily den Satz und Beca nickte mit zusammen gepressten Lippen.
Es ängstigte sie um ehrlich zu sein etwas, dass Emma die sonst immer so selbstsicher war und wusste was getan werden musste, jetzt anscheinend keine Lösung für das Problem zu haben schien. Beca konnte sich um Ehrlich zu sein an keinen einzigen Moment erinnern, an dem die blonde Wissenschaftlerin von einer Situation so verunsichert und überfordert gewesen war, wie jetzt.
Sich seufzend durchs Haar fahrend, flüsterte Beca schließlich, ,,Ich hätte Emma von Anfang diesen Plan ausreden sollen, ich hätte ihr nicht so blind vertrauen dürfen, ich…Gott, das ganze war so ein riesiger Fehler…“. ,,Das ist wohl wahr…“, seufzte Emily, doch in ihrem Blick lag mehr Vorwurf als Mitgefühl. ,,E-Es…Es war falsch zu glauben wir könnten die Titanen kontrollieren…Der…der ORCA hätte gar nicht erst gebaut werden sollen, verdammt!“, fuhr Beca jetzt, leicht mit den Händen gestikulierend, fort und ihre Stimme bebte aufgrund all der Wut, die sie auf sich selbst gerade fühlte, während all ihre eigenen Fehler ihr nach und nach bewusst wurden. ,,Würde ich so unterstreichen…“, brummte Emily nur und Beca konnte nicht anders als sie leicht gereizt zu fragen, ,,Wirst du jetzt zu allem einfach nur,,Stimmt‘‘ oder ,,Das ist wohl wahr“ sagen?“. ,,Ja, werde ich…“, erwiderte die junge Wissenschaftlerin und stieß jetzt von der Wand weg, damit sie näher auf sie zu gehen konnte, ,,denn die Erkenntnis deiner vergangenen Fehler, wird nicht dabei helfen die Konsequenzen wieder rückgängig zu machen…Es mag ja sein, dass du dich von deinem Vertrauen zu Emma nicht so sehr lenken hättest dürfen und wahrscheinlich hat ein Teil von dir aber auch tatsächlich an die Illusion geglaubt, dass man mit dem ORCA es schaffen kann eine ,,kontrollierte Zerstörung“ zu verursachen. IHR BEIDE habt darauf gepokert, dass es tatsächlich möglich ist Einfluss auf die Gesetze der Natur zu haben. Aber rate mal…der Mensch kann die Gesetze der Natur nicht kontrollieren, egal wie er es auch zu versuchen gedenkt…Gott zu spielen, verursacht nichts weiter als Tod und Zerstörung, das war schon immer so gewesen und wird auch immer so sein…“. Emily machte eine kurze Pause und nach kurzem durchatmen fuhr sie, Beca eindringlich ansehend, fort, ,,Aber es macht jetzt keinen Sinn mehr die Fehlentscheidungen der Vergangenheit zu bedauern, Beca…Das EINZIGE was jetzt noch zählt, ist wie man es schaffen kann das ganze Chaos wieder in den Griff zu kriegen, darüber müssen wir uns jetzt Gedanken machen und über nichts anderes! Also sag mir Becs, gibt es irgendetwas was man tun könnte, irgendeine Idee die du hast, eine Lösung, einfach irgendw-“ ,,Ich weiß es nicht!“, rief Beca frustriert und ihre Stimme hallte von den Wänden wider.
Schwer atmend blickte sie verzweifelt zu Emily auf und schlagartig verschwamm ihre Sicht, aufgrund aufsteigender Tränen. ,,Ich weiß es nicht…“, wiederholte sie, ihre Stimme klang auf einmal ganz dünn. Zittrig durchatmend lehnte sie sich an die hinter ihr liegende Wand, schloss die Augen und lies sich erschöpft auf den Boden hinab gleiten. ,,Ich wünschte ich wüsste, wie man alles wieder in Ordnung bringt Em, glaub mir…“, hauchte sie mit bebender Stimme und sie sah die junge Wissenschaftlerin schon fast flehend an.  Während sie gesprochen hatte, war Emily bereits auf sie zu gegangen und lies sich jetzt neben ihr nieder und als sie Beca von der Seite her ansah, schimmerte tatsächlich sogar Mitgefühl in ihren braunen Augen.
,,Ich hab Angst…“, flüsterte Beca irgendwann, woraufhin Emily sie mit leicht gerunzelter Stirn fragte, ,,Wovor genau?“. ,,Davor, dass es sich nicht mehr einrenken lässt, dass die Zerstörung nicht mehr aufzuhalten ist , dass i-ich…ich am Ende für den Untergang der Welt mitverantwortlich bin…“. Schwer schluckend, versuchte sie die Tränen zurückzuhalten, die jetzt herunter zu tropfen drohten, während Emily sie mit einem traurigen Gesichtsausdruck und zusammengepressten Lippen beobachtete. Dann passierte etwas, was soweit Beca sich erinnern konnte so noch nicht zwischen ihnen vorgefallen war:
Emily lies ihren Arm herüber wandern und nahm Beca’s Hand in ihre eigene, bevor sie anfing in einer tröstende Geste  mit dem Daum über den Handrücken der kleinen Brünette zu streicheln. Es zwar nur eine minimale Geste, doch es sorgte trotzdem dafür, dass es Beca ein Gefühl von Trost, von Wärme, ja von Geborgenheit schenkte und das lies sie für einen Moment sogar fast ihre momentanen Sorgen vergessen. Urplötzlich verspürte Beca den Drang ihren Kopf gegen Emilys Schulter zu lehnen, doch aus irgendeinem Grund hielt sie sich davon ab und so verharrten sie für einen unbestimmten Zeitraum schweigend in dieser Position, bis die Stille auf einmal unterbrochen wurde:
,,Madison, warte…“.
,,Lass mich in Ruhe!“.
Beca und Emily sahen in einer schon fast synchronen Bewegung von ihrem Platz am Boden auf, als sie die beiden Stimmen durch den Gang hallen hörten. Mit vor unverhohlener Wut glühenden Augen stürmte Madison schnellen Schrittes den Korridor entlang, ihre Mutter nur wenige Meter hinter sich. ,,Hör mal…ich weiß es nicht alles ganz nach Plan gelaufen…“, rief Emma in einem leicht verzweifelt klingenden Ton ihrer, ihr körperlich sowie mental den Rücken zuwendenden, Tochter hinterher, ,,Aber…ich krieg das wieder hin!“. ,,Nicht ganz nach Plan?“, Maddie klang so, als ob sie am liebsten ungläubig aufgelacht hätte, ,, ,,Du hast gesagt du wärst vorsichtig, lässt einen nach dem andern raus, damit wieder Gleichgewicht entsteht!“. Mit jedem Wort wurde die Stimme der Jüngeren lauter und hallte an den feuchten, metallenen Wänden wider. Beca konnte sich nicht erinnern, sie jemals so wütend erlebt zu haben und Emma schien ebenfalls überrascht, aber auf seltsame Weise auch irgendwie verängstigt über den Zorn ihrer Tochter, so als fürchtete sie, Maddie könnte sie für immer im Stich lassen, nachdem sie Jahre lang zu ihr gehalten hatte.
,,Du…Du darfst jetzt nicht den Glauben verlieren.“, stieß die blonde Wissenschaftlerin schließlich mit einem unterschwellig flehenden Tonfall in der Stimme aus, ,,Maddie bitte…vertrau mir!“. ,,So wie ich dir mit Dad vertraut habe?“, fragte Madison mit bittere Stimme und zum ersten Mal während der Unterhaltung drehte sie sich mit funkelndem Blick zu ihrer Mutter um. Emma blieb stehen und der Verwirrung in ihrem Gesicht nach zu schließen, schien sie nicht ganz zu verstehen worauf ihre Tochter hinaus wollte. Also erläuterte Maddie mit einem vorwurfsvollem Flackern in den braunen Augen, ,,Du hast mir gesagt, dass er uns verlassen hat, dass er nicht bei uns bleiben wollte…“. ,,Weil er uns verlassen hat!“, zischte Emma sofort und es schien, als würde auf einmal die ganze Wut auf Mark die sie all die Jahre lang in der Anwesenheit von anderen unter Verschluss gehalten hatte, allmählich zum Vorschein     kommen, ,,Er hat dich im Stich gelassen…Er hat MICH im Stich gelassen, als er in die Wälder abgehauen ist um lieber seine Wölfe zu beobachten, anstatt sich um seine Familie zu kümmern und-“. ,,Und warum ist er dann gekommen um uns uns zu retten, wenn wir ihm doch angeblich soooo unwichtig sind?“. unterbrach Madison sie scharf und mit herausfordernd hochgezogenen Augenbrauen.
Für einen kurzen Moment lang schwieg Emma unsicher wirkend, bis sie schließlich zerknirscht zu gab, ,,Ich weiß es nicht…“. ,,Ganz genau!“, seufzte Maddie mit grimmigem Blick und fing an wieder weiter von ihrer Mutter wegzugehen, ,,Ich hab so langsam das Gefühl, dass du so einiges nicht weißt…“. ,,Ich weiß aber, dass ich keine Wahl hatte…“, fing Emma jetzt an, in einem letzten hoffnungslosen Versuch ihre Tochter wieder auf ihre Seite zu bringen, sich zu verteidigen, ,,Die Regierung wollte Monarch übernehmen und die Titanen töten…Ich musste handeln, damit der Planet noch überhaupt noch eine Chance hat-“. ,,Bullshit!“. fauchte Madison und aus ihren Augen sprühten Funken, als sie herumwirbelte.
Für einige Herzschläge lang starrten nicht nur Emma, sondern auch Beca und Emily etwas sprachlos seiend zu der Jüngeren rüber, deren Augen sich plötzlich anfingen mit Tränen zu füllen. ,,Du…Du hast gesagt, wir würden das f-für…für Andrew t-tun“, flüsterte Madison schließlich, unglaublich verletzt klingend ihrer Mutter entgegen und mit jedem Wort schien ihre Kehle mehr von Tränen zugeschnürt zu werden, ,,G-Glaubst d-du… dass er d-das hier…gewollt h-hätte?“. Daraufhin sagte Emma nichts, auch sie schien plötzlich in Tränen ausbrechen zu drohen und als sie den Mund für ein paar Sekunden öffnete, schloss sie ihn wieder, als ob sie keiner weiteren Worte oder Rechtfertigungen mehr fand.
Madison schniefte leise, während sie sich die Tränen von den Wangen wegwischte und sie brachte noch ein ersticktes, ,,Genau…“ hervor, bevor sie die letzten Schritte zu der Tür des Raumes machte. indem sie und Emma schlafen sollten. Mit einem donnernden Schlag fiel sie hinter ihr zu und man hörte ein verriegelndes Geräusch. Emma ging langsam auf die Metalltür zu und klopfte leicht mit der flachen Hand dagegen, während sie mit fast flehender Stimme immer wieder auf’s neue den Namen ihrer Tochter rief, doch Madison reagierte nicht.
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