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Of Love and Monsters

von Lion 2000
GeschichteDrama, Sci-Fi / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Emily Junk
21.08.2021
20.10.2021
13
31.443
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14.10.2021 2.028
 
Wie durch einen Schleier drangen die Unterhaltungen und Geräusche ihrer Umwelt zu Beca durch, so sehr in Gedanken versunken war sie.  Sie stand in der Kommando zentrale mit dem Rücken gegen einen Tisch gelehnt und umklammerte mit ihren Händen die Tischplatte, wobei ihre Nägel leicht über das Metall kratzten. In ihrem Kopf hallten immer noch Emilys letzte Worte nach: ,,Dieser Plan ist nicht besser als der eines Bösewichten...und du bist kein Bösewicht Beca...und Emma ist das eigentlich genauso wenig…“
Nein…sie war kein Bösewicht, war nie einer sein wollen und für Emma galt das gleiche. Aber…würde das in die Tat umsetzen dieses Plans, sie doch zu welchen machen? ,,Nein, weil wir gute Absichten haben!“, flüsterte irgendeine Stimme in ihrem Hinterkopf, doch dieses Argument klang für sie nicht mal mehr so wirklich schlagfertig, denn Jonah behauptete von sich aus ja auch ständig dass seine Machenschaften nur dazu da waren um den Planeten zu retten und dieser skrupellose, kaltblütige Terrorist passte definitiv zu dem was Beca unter einem Bösewicht verstand.
Einen frustrierten Seufzer ausstoßend fuhr sie sich durchs braune Haar, welches leicht zerzaust war da sie um Ehrlich zu sein naja…seit Jonahs Angriff auf den Mothra-Tempel vor nun mehr mal 48 Stunden logischerweise nicht wirklich die Gelegenheit zum sich kämmen gehabt hatte. Langsam lies Beca ihren Blick links neben sich fallen, wo Maddie zusammen gekauert auf dem Boden saß, die Beine an den Körper herangezogen und das Kinn auf die Knie gestützt. Die Augen der Jüngeren wanderten nervös im Raum umher und ihre Finger trommelten unruhig gegen ihre Schienbeine.
Als Beca ihren Blick wieder von Madison löste, wandte sie den Kopf wieder nach rechts und sah zu der anderen Seite des Raumes, wo Emma immer noch an der selben Stelle saß, wie als  sie ihre Übertragung an ,,Monarch“ beendet hatte. Die blonde Wissenschaftlerin hatte das Kinn auf ihre Handfläche gestützt und blickte abwesend ins Leere. Seit dem Ende der Übertragung saß Emma schon so da und würden sich ihre Schultern beim Atmen nicht heben und senken, könnte man glatt glauben, sie sei in ihrer Position versteinert.  Beca fragte sich, ob die Ältere sich vielleicht etwa auch so sehr in Zwiespalt über ihr eigenes Vorhaben befand.
In diesem Moment schwang auf einmal die schwere, metallene Eingangstür zur Kommandozentrale auf und Emily schob sich ins Innere. Als ihre Augen Beca fanden, schien sie für einen kurzen Moment zu zögern ob sie sich ihr nähern sollte, doch schließlich trat die hübsche Brünette zu ihr heran, als sie aber stehen blieb lagen noch gut ein Meter zwischen ihnen. Beca versetzte dieses bewusste Abstand halten von der Jüngeren einen leichten Stich, wenn sie daran zurück dachte wie nahe sie beiden sonst nebeneinander standen, aber andererseits verstand sie auch sehr gut, warum Emily so distanziert ihr gegenüber war. ,,Na, welche Kreatur wollt ihr als Nächstes von der Leine lassen?“, wollte die junge Wissenschaftlerin jetzt mit grimmiger Miene wissen, woraufhin Beca sich nervös auf die Lippe biss und anstatt zu antworten, einfach nur mit dem Kopf in Richtung der ganzen Bildschirme nickte, welche etwas weiter hinten im Raum installiert waren.
Über Aufnahmen von Überwachungskameras, Nachrichtenberichte oder ähnliches  konnten sie einen Überblick über die Ereignisse der Außenwelt  behalten, insbesondere natürlich über die ganzen ,,Monarch“-Außenposten und die Gegenden in welchen sie lagen. Auf einem der größten Bildschirme flackerte gerade eine Überwachungsaufnahme des ,,Monarch-Außenposten 56“, welcher sich auf der vor der mexikanischen Küste liegenden Insel Isla de Mara befand. Dort im Inneren eines Vulkans hauste der Titan Rodan. Von seiner Existenz wusste ,,Monarch“ schon fast so lange wie von der von Godzilla oder dem auf Skull Island lebenden Riesenaffen Kong, weshalb die Informationen über ihn schon ziemlich zahlreich waren. Bei Rodan handelte es sich um einen riesigen fast Flugsaurierartigen Vogel, dessen Körper unfassbare Hitze innewohnte, weshalb so gut wie alles was mit ihm in Berührung kommt in Flammen aufging. Zumindest war das die Hypothese, denn seit seiner Entdeckung war er nicht aus seinem Winterschlafzustand erwacht und man hatte nie feststellen können ob diese Theorien stimmten-bis jetzt.
,,Ah ich verstehe….“, murmelte Emily in einem bitteren, abfälligen Tonfall den Beca noch nie bei ihr gehört hatte, ,,Den großen Feuervogel der alles über das er fliegt in Flammen aufgehen lässt, ganz toll…“. ,,Die- Die Insel wird aber schon evakuiert!“, erklärte Beca jetzt hastig und wies mit dem Finger auf einen der Bildschirme, wo in einer Nachrichtensendung gerade darüber berichtet wurde das die Bewohner Isla de Maras von einer ,,Monarch“-Militäreinheit in Sicherheit gebracht werden sollten, ,,Ich vermute, dass ,,Monarch“ jetzt alle Gegenden die in der Nähe von Außenposten liegen sicherheitshalber evakuiert “ ,,Oh, und das ist auch gut so?“, fragte Emily grimmig und sie warf einen kurzen, finsteren Blick in Richtung Emma, ,,Oder überleben da schon zu viele den
Planeten ,,infizierende’‘ Menschen?“. Daraufhin konnte Beca nicht anders, als einen leisen, genervten Seufzer auszustoßen, ,,Hast du vorhin nicht zugehört? Emma hat doch gesagt, dass es nicht ihr Ziel ist das die Menschheit ausstirbt und sie hat mir immer versichert dass sie den Bewohnern mindestens die Chance zum sich in Sicherheit bringen geben will, bevor sie einen aufweckt damit…damit halt nicht mehr Menschen umkommen als unbedingt notwendig.“. Als Reaktion schnaubte Emily nur und sah sie für ein paar Sekunden mit stechenden Blick an, bevor sie ungläubig klingend flüsterte, ,,Damit nicht mehr Menschen umkommen als UNBEDINGT NOTWENIG…Hast du überhaupt eine Ahnung wie sich das anhört?“.
Bevor Beca etwas darauf erwidern konnte, hörten sie einen vor einem Computer sitzenden Terroristen mit dunkelblonden Haar und Bart an Jonah gewandt verkünden, ,,Wir haben das Sicherheitssystem jetzt abgeschaltet. Es kann also mit der ORCA-Übertragung begonnen werden.“. ,,Warte- Bevor die Insel vollständig evakuiert wurde? Das-“, fing Beca in einer Mischung aus Überraschung und Entsetzen an, doch Jonah schnitt ihr knurrend das Wort ab, ,,Dafür haben wir keine Zeit! Also Dr. Russel, worauf warten sie noch?“.
Es dauerte ein paar Herzschläge bis Emma sich aus ihrer Starre regte und als sie zu dem Terroristenanführer aufblickte, konnte Beca sehen wie sie nervös schluckte. Dann glitt der Blick der blonden Wissenschaftlerin zum ORCA , welcher auf einem Tisch in der Mitte des Raumes lag und längst aufgeklappt war, bereit um benutzt zu werden. Aus dem Augenwinkel sah Beca, wie Maddie sich langsam und alarmiert wirkend aus ihrer sitzenden Position erhob, während Emily mit schmal werdenden Augen Emma ganz genau beobachtete. Sie wussten alle, würde sie jetzt den ORCA aktivieren, würde aus irgendeinem Lautsprecher in dem Außenposten das Signal dringen, welches Rodan aufwecken würde und da die Terroristen das Sicherheitssystem genau wie beim Mothra-Tempel durch Hacken abgeschaltet hatten, würde der Titan direkt aus dem Vulkan entfliehen- und die immer noch nur zur Hälfte evakuierte Insel in in ein Inferno verwandeln.
Nervös zuckten Becas Augen von den Aufnahmen der Evakuierung zu Emma. Eigentlich erwartete sie das die ältere Wissenschaftlerin sich weigern würde, Jonahs Befehl nachzugehen, doch zu ihrem Schreck erhob sich Emma langsam und bewegte sich auf den ORCA zu. ,,Mom, tu’s nicht!“, Maddie war nach vorne gestolpert, als Emma den ORCA fast erreicht hatte und  jetzt war sie nur noch wenige Schritte von ihrer Mutter entfernt. Auch Beca trat jetzt an den Tisch heran und sie konnte sehen, wie Emma bei den Worten ihrer Tochter tatsächlich inne hielt. ,,Lassen sie sich etwa von einem Kind sagen, was sie tun sollen?“, grollte Jonah bedrohlich, doch keiner von ihnen beachtete seinen Kommentar. ,,Vielleicht hat Dad Recht…“, flüsterte Maddie jetzt mit einer Mischung aus Angst und Unsicherheit in den Augen, ,,Vielleicht ist das doch nicht der richtige Weg.“ ,,Oh Schreck, Dr. Russel…Heißt das etwa, dass wir jetzt wohl all unsere Pläne noch einmal überdenken müssen?“, knurrte Jonah, während sein Blick auf Madison fiel und in seinen Augen flackerte solch ein gefährlicher Ausdruck, dass Beca den Arm leicht schützend vor die Jüngere hielt.
,,Madison, wir hatten darüber gesprochen…“, flüsterte Emma mit ernster Stimme, aber Maddie schüttelte mit dem Kopf, ,,Du hast aber gesagt, dass du die Menschen Schutz suchen lässt! Du hast versprochen-“, doch in diesem Moment schlug Jonah, dem jetzt endgültig der Geduldsfaden zu reißen schien, mit seiner flachen Hand so fest auf den Tisch, dass es Beca fast wunderte das der ORCA nicht hinunter befördert wurde und der Terroristenanführer donnerte, ,,Für so etwas haben wir nicht mehr die Zeit!“.
Hass. Das war die Emotion die in Madisons Augen loderte, als sie zu dem kaltblütigen Mann aufblickte, doch Jonah lies seinen Blick jetzt auf Emma fallen und er flüsterte in gefährlich leisem Ton, ,,Dachten sie wirklich, es würde leicht und schmerzlos werden? Haben sie ihr das erzählt?“. ,,Halten Sie sie da raus!“, zischte Emma und mit bebenden Schultern umklammerte sie die Tischplatte, es nicht wirklich wagend ihre Tochter anzusehen. ,,Wieso denn? Sie haben sie doch erst mit reingezogen!“, konterte Jonah jetzt und sein Blick fiel jetzt wieder auf Maddie, ,,Madison, wie genau hat deine Mutter dir das hier verkauft? Als ein großes Utopia? Menschen und Monster leben in glückseligere Harmonie?“. Maddie starrte ihn an und mit einem Anflug von Verrat in den Augen lies sie ihren Blick zu ihrer Mutter wandern, doch Emma traute sich immer noch nicht sie anzusehen.
Auch Beca blickte mit einem leichten Gefühl der Fassungslosigkeit die blonde Wissenschaftlerin von der Seite her an, denn sie war nicht dabei gewesen als sie Madison von dem Plan erzählt hatte und kannte deswegen auch nicht die genauen Worte welche sie damals benutzt hatte. ,,So hast du ihr das nicht erzählt…“, flüsterte Beca schließlich und es klang schon fast wie eine Art Flehen, doch als Emma die Augen schloss und mit zusammengepressten Lippen den Kopf senkte, bestätigte das ihre Befürchtung nur. ,,Wie- Wieso?“, wollte Beca jetzt mit zitternder Stimme wissen und nach dem die blonde Wissenschaftlerin für einen Augenblick geschwiegen hatte, war das einzige was sie mit dünner Stimme antwortete, ,,Sie ist noch ein Kind…“.
Genau in diesem Moment, informierte der vor dem Rechner sitzende Terrorist sie darüber, dass man jetzt versuchte Gegenmaßnahmen gegen den Systemhack vorzunehmen und jetzt die letzte Möglichkeit war das Signal zu senden. ,,Nein, Emma…“, redete Beca auf die Ältere ein und sah sie dabei eindringlich an, ,,Wir haben gesagt, dass wir die Leute erst Schutz suchen lassen. Das war unsere Abmachung!“. Sichtlich mit sich ringend, blickte Emma jetzt vom ORCA zu den Bildschirm auf dem die immer noch nicht abgeschlossene Evakuierung zu sehen war und wieder zurück. Beca konnte sich nicht erinnern sie jemals so im Zwiespalt gesehen zu haben.
,,Emma, Sie sind zu mir gekommen…“ mischte sich jetzt Jonah wieder ein, ,,Das ist Ihr Plan. Wir wollen beide den Planeten retten, aber es wird ALLES sterben wenn wir jetzt nicht handeln.“ ,,Ach, hören sie doch auf!“, fauchte Beca jetzt und sie wirbelte mit glühendem Blick zu dem Terroristenanführer herum, ,,Ihnen ist doch scheiß egal, wieviele Menschen sterben oder ob überhaupt welche überleben! Das ist ihnen doch alles gleichgültig!“.
Blitzschnell hob Jonah die Hand, ihr eindeutig einen Schlag verpassen wollend, doch ehe Beca nur etwas wie den Kopf wegdrehen oder schützend die Arme heben konnte, war Emmas Hand auch schon blitzschnell nach vorne geschossen und hatte das Handgelenk des Terroristen umfasst. Zwar war er viel größer als die blonde Wissenschaftlerin, doch Emma schaffte es dennoch seinen Arm vom weiter hinab sausen abzuhalten. ,,Sie haben versprochen, ihnen nichts zu tun!“, flüsterte sie jetzt gefährliche leise und in ihren Augen loderte ein beschützerisches Feuer. Jonah schnaubte nur, entwand sein Handgelenk Emmas Griff und zischte bevor er wegging noch bedrohlich, ,,Dann sorgen sie auch gefälligst dafür, dass Ihre beiden Mädchen sich BENEHMEN…“.
Kaum das der Terroristenanführer sich abgewandt hatte, meldete sich auch schon der Hacker-Terrorist wieder zu Wort, ,,Ma‘am das Zeitfenster schließt sich…“. Für einen Augenblick wirkte Emma wie erstarrt, doch dann-und das schockte Beca und Madison beide gleichermaßen-nickte sie  langsam, die Hand bereits in Richtung ORCA wandern lassen.
,,Mom…“, flüsterte Maddie entsetzt und Beca sagte eindringlich, ,,Emma, nicht…“. Ein paar Herzschläge lang sah Emma sie beide unsicher an, dann straffte sie die Schultern ein wenig, während urplötzlich ein entschlossener Ausdruck in ihre Augen trat und sie erwiderte mit fester Stimme, ,,Tut mir Leid…aber das hier ist größer als ihr beide und ich…“ und mit diesen Worten aktivierte sie den ORCA.
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