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Szenen einer Ehe

von Mujuchu
Kurzbeschreibung
SammlungFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Dr. Anja Licht Franz Hubert
18.08.2021
12.02.2022
20
35.324
5
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18.08.2021 1.425
 
Müde schloss Hubsi die Haustüre auf und trat in den Flur. Es war schon nach Mitternacht, doch der Fall hatte ihn und seinen Partner Hansi bis tief in die Nacht hinein beschäftigt. Der Tatverdächtige verschwieg ihnen etwas und sie mussten das Verhör unverrichteter Dinge abbrechen. Unzufrieden schleppte sich der Polizist ins Bad und stellte sich unter die Dusche. Das warme Wasser ließ ihn entspannen und er freute sich schon auf sein Bett. Hubsi trocknete sich ab und legte sich wie immer nackt neben seine Frau. Zärtlich strich er ihr über die Wange und kuschelte sich an sie. Seit einem Jahr waren sie nun verheiratet und er liebte sie jeden Tag ein bisschen mehr. Bei ihr konnte er sich fallen lassen und seinen stressigen Beruf vergessen.

Anja war verstimmt. Sie wartete am Abend lange auf ihren Ehemann, doch er machte wieder Überstunden. Das Telefon klingelte und Anja wusste schon, was jetzt kommen wird: “Hallo Anja”, hörte sie seine Stimme, die in einem sachlichen Tonfall mit ihr sprach, wie er es immer machte, wenn er aus dem Revier anrief, “i muass Überstunden machen. Der Hansi und i ham noch a Verhör.” Dann legte er auf, ohne ein persönliches Wort an sie zu richten. “So viele Überstunden kann man als Streifenpolizist doch gar nicht machen”, behauptete ihre Freundin Ines, mit der sie anschließend telefonierte, “wahrscheinlich hat dein Franz eine Freundin.” Anja verfrachtete diese Unterstellung natürlich sofort in die Welt der Fantasie und beteuerte Ines, dass Franz ihr treu sei, aber im Laufe der Abendstunden war sie sich dann nicht mehr so sicher. Sie dachte an den Fall letzte Woche, bei dem ein Toter aus dem Starnberger See geborgen wurde. Am Tatort erschien auch die schöne Schwester des Opfers, die ihrem Hubsi eindeutig zweideutige Blicke zugeworfen hatte. Sofort hatte sie sich neben ihren Mann gestellt und ihm zum Abschied zugeflötet: “Bis später, mein Schatz!” Hubsi war ganz irritiert gewesen, da sie sich sonst sehr professionell verhielt, wenn sie bei der Arbeit aufeinandertrafen. Aber wer weiß, was geschehen war, nachdem sie mit der Leiche in die Pathologie gefahren war! Anja seufzte und schließlich machte sie sich bettfertig und legte sich um kurz nach elf Uhr schlafen. Sie bekam nicht mit, wie Hubsi eine gute Stunde später nach Hause kam und sich neben sie legte.

Der Wecker riss die beiden Eheleute aus ihrem Schlaf. Hubsi wollte gerade seine Arme um Anja schlingen, doch sie sagte nur mürrisch: “Lass das!”, und ging ins Bad. Verwundert sah Hubsi seiner Frau hinterher und quälte sich aus dem Bett. Verschlafen trottete er ins Bad und legte seine Arme um Anjas Körper und sein Kinn auf ihre Schulter. Er küsste ihre Halsbeuge, doch sie entzog sich ihm wieder und stieg in die Dusche. “Anja, alles ok?”, fragte er sie durch den Duschvorhang. “Basst scho”, verstand er und zuckte mit den Schultern. Vielleicht hatte sie ja ihre Tage, da ging er ihr lieber aus dem Weg. Zurück im Schlafzimmer legte er sich wieder aufs Bett, denn die Dusche war ja besetzt. Ein paar Minuten später kam Anja aus dem Bad und sah ihren Mann immer noch nackt auf dem Bett liegen. Er war wieder eingeschlafen und Anja betrachtete ihn liebevoll. Nie und nimmer würde er sie betrügen, was hatte sie sich nur gedacht! Sie setzte sich neben ihn und küsste ihn auf die Wange. “Schlafmütze, wach auf! Dein Chef mag des net, wenn du zu spät kommst.” Von ihrem Ehemann kam nur ein Brummen und bevor sie sich versah, hatte er sie in seine Arme gezogen und versuchte ihre Bluse aufzuknöpfen. “Na, na, mein Lieber”, lachte Anja und löste sich aus seinen Armen, “dafür is jetzt koi Zeit mehr, da hättest gestern früher heimkommen müssen.”

Hubsi stöhnte auf und ließ sie los. “Des lag an dem bleeden Tatverdächtigen. I bin mir sicher, der hat den Toten von letzter Woche auf dem Gewissen, aber dem sei Schwester gibt ihm a Alibi.” Anja spürte einen Stich in ihrem Herzen, als er die Schwester des Opfers erwähnte. “War die Frau Klemmer au beim Verhör?”, fragte Anja beiläufig. “Na, warum auch?”, wunderte sich Hubsi. Beruhigt legte die Pathologin ihrem Mann die Uniform aufs Bett und forderte ihn auf. “Jetzt dusch dich und zieh dich an, i mach solang Kaffee.” “Jawoll”, antwortete Hubsi und stellte die Beine neben das Bett.

Nach einem schnellen Frühstück starteten die Eheleute in einen neuen Tag. Hubsi und Hansi führten das begonnene Verhör fort und plötzlich nahm der Fall eine unerwartete Wendung. „Hubsi, kommst mal mit dem Hansi in die Pathologie?“, rief Anja in der Dienststelle an. Sofort machten sich die beiden Polizeiobermeister auf den Weg. Anja saß über ihr Mikroskop gebeugt da, als Hubert und Staller hineinstürmten. „Herrschaftszeiten, wann lernt ihr beiden denn, dass man auch anklopfen kann?“, wies sie die Polizisten zurecht. Hubsi ignorierte ihren Einwurf und fragte ungeduldig: „Was hast Neues für uns?“ Anja drehte sich zu ihrem Computer um und begann mit ihren Ausführungen: „Auf dem Kissen, mit dem der Tote erstickt worden ist, war neben der DNA eures Tatverdächtigen auch die DNA der Frau Klemmer.“ Triumphierend sah sie ihren Ehemann und dessen Kollegen an. „Ja, aber vielleicht hat die ihrem Bruder einfach nur die Bettwäsche gebügelt“, warf Hubsi ein und grinste seine Liebste an. „Ja“, nickte Anja, „des könnt scho sein, aber i hab au Spuren von Chloroform auf dem Kissen gefunden und auch in der Nase des Opfers. Irgendjemand hat den betäubt und dann erst mit dem Kissen erstickt. Und die Frau Klemmer arbeitet in der Apotheke und kommt an Chloroform ran.“ Hubsi zog seine Augenbrauen zusammen und sah seine Frau misstrauisch an: „Warum freut dich des so, die Frau Klemmer zu beschuldigen?“ Anja wurde rot und stotterte: „Des freut mi doch net, i sag doch nur, was i rausgfunden hab.“ „Des is doch au jetzt egal“, mischte sich Hansi ein, „dann verhaften mir die Klemmer halt. Auch wenn i mir net vorstellen kann, dass so a hübsche Frau ihren eigenen Bruder umbringen will, nur weil sie dann den Hof alleine erbt.“

Am Abend kam Hubsi dieses Mal pünktlich zu Hause an. Anja war auch gerade gekommen und stellte das Nudelwasser auf. Ihr Mann küsste sie zur Begrüßung und begann anschließend den Tisch zu decken. „Habt ihr die Frau Klemmer verhaftet“, fragte Anja beiläufig und beobachtete ihren Mann aus den Augenwinkeln. „Der Hansi hat scho recht“, grinste Hubsi spitzbübisch, „so a hübsche Frau und doch war se a Mörderin!“ „Ach, so hübsch is se au wieder net“, murmelte Anja und legte die Nudeln ins kalte Wasser. „Anja, was machst denn!“, rief Hubsi aus, „des Wasser muss doch erst kochen. Lass mich das machen.“ Sanft schob er seine Ehefrau zur Seite und fischte die Nudeln wieder heraus. „Die Frau Klemmer kann bestimmt super kochen“, stichelte er und nahm Anja in seine Arme. Bevor sie etwas erwidern konnte, verschloss er ihren Mund mit einem langen Kuss. Grinsend löste er sich wieder von ihr und meinte: „Jetzt kocht des Wasser und du kannst die Nudeln hineintun.“ Während die Nudeln kochten, schnitt Anja den Schinken klein und Hubsi bereitete einen Tomatensalat zu. „Du bist doch net wirklich eifersüchtig auf a Mörderin?“, wollte er wissen und sah Anja mit seinen leuchtend blauen Augen amüsiert an. „Man macht sich halt so seine Gedanken, wenn der Ehemann die halbe Nacht net heimkommt", murmelte Anja. Hubsi goss die Nudeln ab und schlang dann seine Arme um seine Ehefrau. „I liab nur di und koi andere kommt je an dich heran. Du bist doch meine Königin“, zärtlich küsste er sie und sie legte ihre Hände in seinen Nacken und erwiderte leidenschaftlich seinen Kuss. Ihre Hände strichen über seinen Körper und zogen ihm das Hemd aus der Hose. „Will da jemand den Nachtisch vor der Hauptspeise“, raunte er ihr zu und hob sie auf die Küchenanrichte. Er stellte sich zwischen ihre Beine und vertiefte den Kuss. Anja schlang ihre Beine um seine Hüften und knöpfte sein Hemd auf. Bald stand er mit nacktem Oberkörper vor ihr und zog ihr das Oberteil über den Kopf. Zärtlich liebkoste er ihre Brüste und küsste ihre Halsbeuge. Langsam und genüsslich zog er ihr die Hose und den Slip aus und betrachtete seine wunderschöne Ehefrau, die erregt vor ihm lag. Voller Verlangen befreite er sich von seiner restlichen Kleidung und die Eheleute liebte sich auf der Anrichte. Keuchend nahm Hubsi seine Anja anschließend auf seine Arme und drückte sie fest an sich. Die Nudeln waren inzwischen kalt, aber das störte sie nicht. Eifersucht war kein Thema mehr, denn Anja wurde mal wieder klar, dass ihr Franz nur sie liebte und sie liebte nur ihn.
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