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Behind the stories  --  Soundtrack of my life

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
17.08.2021
20.09.2021
29
38.967
22
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
18.08.2021 1.546
 
*seufz* Ich hatte es wirklich vermisst.
Vielen lieben Dank an die verrückten Sterndlwerfer *knuddel*

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Jade sah zu Mel, die sich schwer atmend an das Absperrgitter lehnte.
Sie hatte ihre Beine verschränkt.
“Schon wieder? Oder musst du nur wo hin?”
“Du kennst meine Stories. Ich habe immer Liebesszenen eingebaut, das gehört dazu. -- Ich schnipse gerade durch sämtliche meiner Stories. Tränen versiegen, aber dieses Gefühl knipst man nicht aus, das wirkt nach, jedes Mal.”
“Wo warst du gerade?”
“Sami und Alina in der Bucht.”
“Nach dem Heiratsantrag?”
Mel nickte.
“Die wievielte Story war das?”, fragte Jade.
“Ich weiß nicht, die zwanzigste?”
“Und wieviele hast du noch vor dir?”
Mel hob die Schultern. “Zehn? Ich weiß nicht genau.”
“Und wenn doch das Konzert es auslöst? Vielleicht sollten wir gehen?”, schlug Jade besorgt vor.
“Ihr solltet nicht einfach gehen.”
Sie fuhr herum und sah den Notarzt, neben ihr, forschend an. “Mel hat wirklich Drogen intus?”
“Wir gehen von LSD aus. Und da die Menge nicht gerade gering scheint, sollte sie den Trip unter Aufsicht beenden”, warnte der Notarzt.
“War es nur in Mels Becher?”
Er schüttelte den Kopf. “Es war gut, dass du dein Wasser verschüttet hast. -- Sie wirkt angespannt. Welche Art Geschichten schreibt sie?”
Jade verzog das Gesicht. “Über alles Mögliche, ihrer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.” Sie schmunzelte. “Manchmal möchte sie selbst nicht in ihrem Kopf stecken. -- Aber gerade im Moment lösen wohl die intimen Szenen Reaktionen aus.”
Der Notarzt nickte verstehend, während der junge Sanitäter die Augenbrauen hob. “Drogen können einiges auslösen.”
“Wie lange dauert so ein Trip?”, fragte Jade besorgt.
“Bis zu zwölf Stunden. -- Hoffen wir, dass es nicht so lange dauert.”
Sie nickte. “Wie lange spielen sie noch? Habt ihr einen ungefähren Zeitplan? -- Muss Mel ins Krankenhaus?”
“Ich habe mich erkundigt. Sie steckt in ihren Stories, weil sie die kennt und die Jungs auf der Bühne vielleicht sogar Szenen heraufbeschwören. -- Am Besten wäre es, wenn sie den Trip in einem ruhigen Raum abklingen lässt, aber eben unter Aufsicht. -- Die Show sollte in etwa noch eine halbe Stunde gehen”, erklärte der ältere Sanitäter. “Wir haben Backstage einen Raum gefunden, wo sie ungestört wäre. Wir würden Mel dorthin bringen, sobald die Jungs von der Bühne sind. Dann sollte sie sich nicht mehr wehren.”
Jade seufzte. “Ich bin ehrlich, ich möchte nicht mit Mel tauschen müssen.”
“Das ist okay, Jade. Vielleicht ist es gut für meine Muse, vielleicht überwinde ich mich so, etwas ganz eigenes zu schreiben. Weil es die Jungs ja bald nicht mehr gibt.”
“Bist du wieder okay?”
Mel schüttelte den Kopf. “Ich bin gerade in Lappland mit dem Rentier unterwegs. Ich höre nichts.”
“Die Raul-Story?”, fragte Jade schmunzelnd. “Wenn er sie findet, werden sie glücklich.”
Mel nickte. “Wie meistens.”
“Das mag ich aber. Du verpackst deine Dramen eben in ein Happy End.” Jade erwiderte ihr kurzes Grinsen. “Wenn die Show zu Ende ist, dann gehst du doch mit, oder?”
“In einen ruhigen Raum?” Mel nickte. “Ja, das ist vielleicht besser, wenn es bis dahin nicht vorbei ist.”
“Oh, ich befürchte, du hast noch mindestens zwei Stunden vor dir”, meinte der Notarzt ruhig.

“Das ist der Typ. -- Bei ihm habe ich das Wasser gekauft”, murmelte Jade.
Der Sanitäter, der gerade nach Mel geschaut hatte, richtete sich auf.
Mel hatte sich eben wieder stöhnend in die Hocke begeben.
Er winkte einen Security heran. “Könntest du den Typen dort vorläufig festsetzen?”
“Warum?”, fragte der stämmige Security irritiert.
“Die Lady hat wahrscheinlich LSD verabreicht bekommen. Das einzige, was sie verzehrt hat, war Wasser. Und das haben sie bei ihm gekauft”, erklärte der Sanitäter.
Der Security nickte. “Ich werde ihn der Polizei übergeben, die wollen euch dann bestimmt auch sprechen.”
“Wenn die Show vorbei ist, bringen wir die beiden Mädels Backstage. Dort gibt es einen Raum, wo der Trip ausklingen kann.”
Der Security sah kopfschüttelnd zu Mel, bevor er zu dem Getränkeverkäufer ging.
Jade beobachtete, wie der ruhig fortgeführt wurde. Sie sah zu Mel, die gerade schauderte.

Die Band hatte erst vor wenigen Augenblicken die Bühne verlassen, gerade ging das Licht in der Halle an.
Mel blinzelte, lächelte aber dabei.
“Wo bist du?”, fragte Jade sanft.
“Die Party für Rikus Adoptivsohn, seine Mädchen kommen gerade dazu.”
“Ah, die Story, als du Samu bi geschrieben hast.”
Mel nickte, sie blinzelte eine Träne fort.
“Kommt mit, die Band ist aus dem Weg. -- Vielleicht hilft es, wenn du alleine bist und Ruhe hast.”
Sie zuckte zurück, als der Sanitäter sie stützen wollte. “Nicht anfassen, das ist zuviel”, flüsterte sie.
“Schon gut. Ich will die Reize ja nicht verstärken.”
Jade sah Mel besorgt an, als sie zusammen zuckte. “Schon die Nächste? Welche war das?”
“Sami und Saara, als sie durch Samus Raserei erblindet, gerade habe ich den Unfall gesehen”, flüsterte Mel, bevor sie endlich weiterging.

Samu stockte auf seinem Streifzug durch den Backstagebereich.
Normalerweise verließen sie die Location immer direkt nach der Show, um nicht in die Menge der Zuschauer zu geraten. Aber da sie die Stadt nicht verließen und morgen sogar frei hatten, genossen sie den Moment der Ruhe hier im Backstagebereich.
Die innere Unruhe hatte ihn auf den kurzen Rundgang getrieben. “Polizei?”, fragte er sich leise, bevor er etwas näher zu der kleinen Gruppe ging.
Mikko, ihr Manager stand bei ihnen, gerade schüttelte er den Kopf.
Samu betrachtete den Gruppe für einen Moment.
Die beiden Polizeibeamten, die zwei Sanitäter und ein Notarzt, schüttelten den Kopf.
“Warum verabreicht man jemandem LSD?”
Samus Augenbrauen schossen in die Höhe bei Mikkos Frage.
“Er sagte, er wollte sehen, wie es wirkt, hatte aber Angst, es selbst zu probieren”, erklärte einer der Polizeibeamten.
Samu sah, wie Mikko durch die kleine Scheibe in der Tür schaute.
“Was löst es aus? Sie weint gerade…”
“Sie sieht Bilder in ihrem Kopf und ihr Körper reagiert darauf.”
“Bilder?”, fragte Mikko den Sanitäter.
“Sie schreibt. Sie ist Autorin und durchlebt nun wohl ihre eigenen Stories.”
“Was schreibt sie denn?”
Der Sanitäter sah Samu erschrocken an. “Ähm… Man nennt diese Art Geschichten wohl Fanfictions. Bei ihr ist es eine Mischung aus sämtlichen Themen, soweit ich es mitbekommen habe. -- Naja, sie hat geweint, gelacht und es gibt wohl auch intime Szenen.”
“Und all das sieht sie?”, fragte Samu nach einem Blick durch das kleine Fenster in den Raum.
Zwei Frauen waren dort drinnen zu sehen, sie lehnten nebeneinander an der Wand.
Die größere der beiden Frauen trug ihr dunkles Haar in einem flotten Kurzhaarschnitt und eine dunkel gerandete Brille. Sie wirkte angespannt, hatte die Augen zugekniffen.
Die kleinere der beiden trug ihr rotes Haar zu einem lockeren Zopf gebunden. Ihr Blick ruhte besorgt auf ihrer Freundin.
“Sie sieht es nicht nur, sie fühlt es und ihr Körper reagiert auf die Bilder. Sie nannten es Kopfkino. Es ist wohl wie träumen, nur in wach. Und es wird nicht aufhören, so lange die Wirkung der Droge anhält”, erklärte der Notarzt.
“Wer hat ihr die Drogen verabreicht?”, fragte Samu neugierig.
“Einer der Getränkeverkäufer”, murmelte Mikko.
“What?” Samu schüttelte den Kopf. “Wenn man nicht mal mehr denen vertrauen kann.” Er sah nach drinnen zu den Frauen.
Die dunkelhaarige rollte sich gerade zusammen.
“Wie heißt sie?”
“Mel. -- Jade hatte Glück, dass sie ihr Wasser verschüttet hat.”
Samu verzog das Gesicht, als er sie so herzerweichend weinen sah.

“Alles okay?”, fragte Jade, als Mel schauderte.
Sie rollte sich leise stöhnend zusammen. “Ich will nicht mehr. Ich will, dass das vorbei ist. -- Eine Story mit diesen Szenen ist ja okay. Aber gerade wünsche ich mir, ich hätte niemals Sexszenen geschrieben.”
Jade legte behutsam ihre Hand auf Mels Arm. Sie verzog das Gesicht, als die Freundin zusammen zuckte.
“Sorry, aber das verstärkt es noch. -- Weißt du, ich stecke irgendwie seit Stunden in einer Art Porno, wenn auch mit Handlung. Diese Szenen sind am intensivsten.”
“Und gerade?”
“Sami und Saskia”, seufzte Mel angespannt.
Jade grinste, oh ja die Liebesszenen in dieser Story waren recht intensiv gewesen. “Dann hast du ja nur noch drei, oder vier Stories vor dir.”
“Wer weiß, was ich danach zu sehen bekomme. -- Und das schlimmste kommt noch.” Mel blinzelte. “Ich will das nicht sehen, Jade. Es war so schwer, es zu schreiben. Niemals würde ich jemandem so etwas wünschen. Rose hat mir die ganze Zeit über unheimlich leid getan.”
“Vielleicht kann ich dich ablenken, wie jetzt gerade?”, überlegte Jade leise.
Mel schüttelte den Kopf. “Das wird nicht gehen. -- Gerade bin ich nur in der Szene, als sie herausfinden, dass Saskia schwanger ist.”
Jade seufzte. “Dann musst du dich weiter wünschen, wünsch dich ins Mökki. Bei Raul hat Rose sich immer sicher gefühlt.”
“Ist bei euch alles okay?”, fragte der Notarzt leise.
“Noch. -- Mel hat Angst vor der nächsten Story. Sie hat schon öfter das Thema Gewalt aufgegriffen, aber nie wie in dieser Story. Sie hat sogar ihre Leser vorgewarnt.”
Der Mann hockte sich zu Mel. Behutsam fühlte er ihren Puls. Er runzelte die Stirn, als sie sich krümmte. “Hast du Schmerzen?”
“Ich habe seit Stunden diese Bilder im Kopf. Sowas hält doch keiner aus.”
“Du hast Krämpfe?”
Mel nickte angespannt.
“Ich könnte dir etwas krampflösendes geben.”
“Nicht noch mehr Drogen.”
Der Notarzt schüttelte den Kopf. “Es wäre ein Medikament, keine Droge.”
Mel schnaubte. “Ich komme schon klar.” Sie sah zu Jade. “Kannst du mir gleich einreden, dass es nicht echt ist? -- Wir sind gerade im Pub. Rose hat Ile geküsst”
Jade nickte schnell. “Okay.”
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