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Behind the stories  --  Soundtrack of my life

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa Samu Haber
17.08.2021
20.09.2021
29
38.967
22
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Dieses Kapitel
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17.08.2021 1.782
 
“Es tut mir wirklich leid, dass ich so kurzfristig absagen muss, Mel.”
Sie schloss kurz die Augen, bevor sie antwortete. “Ist schon okay, Pat. Ich war ja schon öfter allein auf Konzerten. Vielleicht weiß ich da schon wen, der mich begleiten könnte. Du kannst ja nichts dafür, dass deine Schwester nicht kann”, murmelte sie.
Patricia war seit über zwanzig Jahren, ihre beste Freundin und das sollte etwas heißen.
Melanie, die lieber Mel gerufen wurde, suchte sich ihre Freunde wirklich gut aus. Sie hatte nur fünf Freunde, die sie auch so bezeichnen würde, alle anderen waren nur gute Bekannte. Und nur zwei der fünf Freunde, würde sie wirkliche Freunde nennen.
Patricia war fünf Jahre älter als Mel.
Sie waren sich im Job begegnet, die gleiche Lieblingsband hatte sie zusammengeführt. Aber sie besuchten auch sonst viele Konzerte gemeinsam.
Doch seit Patricia die  Pflege ihrer Mom übernommen hatte, war alles anders geworden. Patricias Mutter war an Demenz erkrankt, also konnte sie nicht mehr einfach so fortgehen.
Wenn sie sich trafen, dann meistens bei Patricia zu Hause. Was nicht an der Corona-Pandemie lag. Nein, nur hier kannte Patricias Mom sich am besten aus.
Einmal in der Woche übernahm eine von Patricias Schwestern die Aufgabe, sich um ihre Mom zu kümmern.
So war es auch geplant gewesen, für das morgige Konzert, was nun leider nicht klappte.
“Es tut mir wirklich leid, aber ich wünsche dir ganz viel Spaß, ja?”
“Danke. Wir sehen uns die Tage.” Mel legte auf und seufzte leise. Sie sah auf die Uhr und sprang eilig auf.
Es wurde Zeit sich für die Arbeit fertig zu machen.
Rasch wechselte sie ihre Kleidung. Seit neuestem gehörten dunkle Jeans und eine blau karierte Bluse zur Uniform. Es fühlte sich in jedem Fall besser an, als die schwarz weiße Kombi mit Weste. Mel fuhr sich mit der Bürste durch ihr kurzes Haar und stylte es noch mit ein wenig Gel. Rasch noch die Zähne geputzt, etwas Duft aufgelegt und die Gläser der Brille poliert. Mel schlüpfte in ihre Sneaker, bevor sie nach ihrer Tasche und dem Schlüssel griff.

Mel hatte es sich gerade eingestempelt und ließ sich rasch von ihrer Kollegin Jade die heutigen Vorkommnisse erläutern, da die gleich in den Feierabend gehen würde.
Jade war nicht nur eine Kollegin, inzwischen waren sie Freunde geworden.
Sie traten sich gegenseitig in den Hintern, wenn es um Bewegung ging. Außerdem hörten sie einander zu, erzählten sich sogar ihre Träume, was manchmal ziemlich lustig sein konnte.
Jade war außerdem Mels Probeleserin geworden, nachdem sie Mels ältere Fanfictions förmlich gefressen hatte. Durch Mels Stories war Jade auch erst mit Sunrise Avenue in Berührung gekommen. Erst nach der dritten Geschichte hatte sie sich ein Foto der Band angesehen, um sie sich in den Stories besser vorstellen zu können, denn das war Mels Fandom, Sunrise Avenue.
Mel mochte jeden der Jungs. Sie fand sie alle sehr sympathisch, so fiel es ihr leicht, sich Geschichten um sie herum auszudenken. Ihre Fantasie war hier momentan unerschöpflich.
Jade selbst würde sich nicht als Fan bezeichnen, aber sie mochte Samus Stimme. Und sein Blick, der brachte sie hin und wieder zum Seufzen.
Mel war auch Fan der Musik, aber sie hatte bisher keinen der Männer zu einem Favoriten auserkoren. Auch wenn ihre Muse oft auf Samu zurückgriff, er hatte einfach die größere Präsenz.
“Was ist los?”, fragte Jade gerade. “Du bist so still.”
“Ach, ich will doch morgen zum Konzert. Meine Begleitung hat eben abgesagt. -- Du hast doch morgen auch noch Frühdienst, willst du mit? So als Vorgeschmack?”
Sie grinste. “Du meinst, damit ich weiß, was mich nächsten Sommer erwartet?”
Mel grinste ebenfalls.
Sie hatten nicht lange nachgedacht, als die Idee aufkam, das allerletzte Konzert von Sunrise Avenue zu besuchen.
Und da Jade Finnland eh noch nicht kannte, war das ein unterstützender Punkt, dass sie sich die Special-Tickets leisteten, man gönnte sich ja sonst nicht viel.
“Also, kommst du morgen mit? Übermorgen haben wir ja beide frei.”
“Du meinst, so ist es nicht ganz so stressig? -- Klar komme ich mit.” Jade grinste noch breiter. “So gefällst du mir gleich besser”, meinte sie, als Mel lächelte.
“Na, ich gehe ja auch alleine auf Konzerte, aber zu zweit macht es einfach mehr Spaß.”
“Schon klar. -- Gehst du im Fan-Style?”, fragte Jade misstrauisch.
Mel schüttelte den Kopf. “Ich gehe ganz normal. Selbst aufgestylt, würde ich eh niemandem auffallen. Ich mag mich lieber wohlfühlen.”
“Okay. Dann bis morgen.”, rief Jade, bevor sie endlich in den Feierabend ging.

Sie waren bereits kurz vor München, als Jade das AUX-Kabel von ihrem Handy löste und es Mel hinstreckte. “Schmeiß mal deine Playlist an, damit ich nicht völlig unvorbereitet in ein Konzert gehe.”
Mel grinste. “Du kennst doch Samus Stimme.”
“Ja schon, aber ich bin nicht textsicher.”
“Dann singen wir einfach unsere eigenen Texte.”
Die beiden Frauen lachten, während Mel die Musik lauter drehte.
“Ja, ich weiß, du kannst nicht singen”, griente Jade, während sie ihren Mini durch den dichten Verkehr lenkte.

“Okay, wo suchen wir uns einen Platz?”, fragte Jade, während sie die Treppen in die Arena hinunter stiegen.
“Also, ich muss nicht in die Menge.”
“Dann links am Rand?”
Mel sah Jade verwundert an. “Wieso links?”
“Rikus Seite? Du stehst doch auf Gitarristen.”
Sie lachte, als die Freundin so breit grinste. “So ein Schmarrn.”
Rasch hatten sie einen guten Platz gefunden. Etwa in der Mitte der Fläche, aber fern vom Gedränge.
“Oh, wie praktisch”, murmelte Jade, als sie einen Getränkeverkäufer nicht weit von ihnen entdeckte. “Du nimmst auch Wasser, oder?”
Mel nickte. Sie sah kurz zur Bühne, aber so wirklich mitreißend fand sie die heutige Vorband nicht, also sah sie sich lieber in ihrem näheren Umkreis um.
Fast nur weibliches Publikum war hier zu entdecken.
“Hier. Du hast die Becher ja alle schon, dann kann ich deinen später haben, oder?”
Mel nickte, bevor sie einen großen Schluck nahm. “Danke, das Geld bekommst du nachher.”
“Ich hab das Ticket ja auch noch nicht bezahlt”, meinte Jade grinsend.

Jade runzelte die Stirn, da Mel schon eine ganze Weile zur Hallendecke sah und dabei immer wieder blinzelte. “Alles okay?”
“Hm, ich weiß nicht. Irgendwie ist mir komisch.”
“Inwiefern?”, fragte Jade, nachdem sie kurz zur Bühne gesehen hatte, wo sich die Roadies gerade zurückzogen.
Also war der Umbau beendete und es könnte gleich losgehen.
“Was ist komisch?”, fragte sie noch einmal, da Mel nicht antwortete.
“Die wabert.”
“Hä?”
Mel grinste schief. “Ich weiß, dass das nicht geht, aber sie wabert, wie Wackelpudding.”
Jade musterte die Freundin forschend. “Hast du irgendwas genommen?”
Mel schnaubte. “Nicht mehr, seit ich zwanzig war.”
“Vielleicht die Aufregung?”, fragte Jade leise.
“Ich bin doch kein verliebter Teenager”, winkte Mel lachend ab.
“Wenn es schlimmer wird, sagst du Bescheid, ja?”
“Klar, aber ich habe nicht vor, das Konzert zu verpassen.” Sie lehnte sich an das Absperrgitter in ihrem Rücken, den leeren Wasserbecher in die Jacke geschoben, die sie sich um die Hüfte gebunden hatte.

“Mel?”, fragte Jade erschrocken, als sie die Tränen auf den Wangen der Freundin entdeckte.
“Jade, ich habe jede Menge Bilder im Kopf”, wisperte Mel, während sie starr in die Menge sah und nur selten blinzelte.
“Was für Bilder?”
“Kopfkino, ich stecke in einer meiner Stories.”
Jade trat vor Mel und hatte prompt das Gefühl, dass sie gar nicht gesehen wurde. “Welche Story?”, fragte sie vorsichtig.
“Lucy und Samu. Sie hat gerade die letzte Fee gezeichnet.”
Jade schluckte. “Auf dem Gartentor?”
Mel nickte. “Jade, warum passiert das? Warum habe ich plötzlich Kopfkino? Und warum muss ich weinen? Es ist doch nur eine Geschichte, die ich mir ausgedacht habe?”
Jade drückte sanft ihren Arm. “Aber du versetzt dich in deine Figuren hinein, deshalb kannst du auch die Gefühle so gut rüberbringen.” Sie sah sich um. “Da sind Sanis, nicht weit von hier. Willst du hingehen?”
Mel schüttelte den Kopf. “Ich will das Konzert nicht verpassen. -- Es tut ja nicht weh, es sind nur Bilder.”
Jade nickte seufzend. Sie sah zur Bühne, gerade war Samu auf der großen Leinwand zu sehen. Sie sah zu Mel und ahnte, was diese gerade sah, schließlich hatte sie diese Story auch gelesen.

Jade behielt Mel im Blick.
Sie schien okay zu sein, auch wenn ab und an eine Träne floß, oder sie leise seufzte.
Die Jungs waren nun schon beinahe eine Stunde auf der Bühne und Jade genoss die Musik sogar. Sie rieb sich über die Arme, Samus Stimme, ging ihr bei dieser Version von Forever Yours immer unter die Haut. Sie zuckte zusammen, als Mel mit einem lauten Aufstöhnen in die Hocke ging. “Mel? Was ist los?”, fragte sie besorgt und ging ebenfalls in die Hocke. “Wo bist du gerade?”
“Am Mökki, die Sauna und der Steg.”
“Mit Riku?”
Mel nickte.
“Also die Story mit Jukka und Irland?”
“Ich glaube, ich besuche sie alle. -- Jade wenn… Die neueren Stories sind intensiver.” Mel stockte. “Wenn ich schon auf diese Bilder reagiere…”
Jade verzog das Gesicht. “Ich passe auf dich auf”, versprach sie leise.
“Ist sie okay?”
Sie sah auf und sah in das besorgte Gesicht eines Sanitäters. “Nicht wirklich.”
“Was stimmt nicht mit ihr?” Er ging ebenfalls in die Hocke, als Mel erneut aufstöhnte. “Ihre Pupillen sind erweitert”, stellte er überrascht fest.
“Mel hat nichts genommen. Sie kommt schon klar, sie will hier nicht weg, sie hat ja nur Bilder im Kopf.”
Der Sanitäter sah sie ungläubig an. “Sie halluziniert? Das ist nicht ungefährlich, sie könnte ausflippen.”
Jade schüttelte den Kopf. “Nicht Mel. -- Sie ist Autorin, sie steckt jetzt in ihren Geschichten. Mel läuft nicht amok.”
“Aber wie ist sie in diese Situation geraten?”, fragte nun der zweite Sanitäter.
“Sie sagt, sie hat nichts genommen.”, protestierte Jade.
“Okay, wann fing das an?”
“Kurz bevor die Jungs auf die Bühne kamen.”
“Habt ihr die Vorband mitbekommen?”
Jade nickte.
“Also hat sie es hier zu sich genommen. Die meisten Halluzinogene brauchen etwa eine halbe Stunde um zu wirken, wenn sie oral eingenommen wurden. -- Hat sie etwas gegessen, oder getrunken?”, fragte der ältere der beiden Sanitäter.
“Wir hatten uns Wasser gekauft, bei einem der Verkäufer mit Bauchladen. Mel hat ihren Becher rasch ausgetrunken.”
“Also war bei dir nichts drin?”
Jade zog eine Grimasse. “Ich wurde angerempelt und habe mein Wasser verschüttet. Ich wollte mir ein neues kaufen, aber es kam bisher niemand vorbei.”, erklärte sie.
Inzwischen hatte Mel sich wieder aufgerichtet.
“Habt ihr die Becher noch?”
Jade nickte zögernd. “Ich bekomme sie doch zurück?”
Der Mann schmunzelte. “Wir wollen nur herausfinden, was sie eingenommen hat, wenn auch nicht freiwillig.”
Jade gab ihm die beiden Becher.
Mel bekam gar nicht mit, dass Jade den Becher aus ihrer Jackentasche zog. Sie war längst wieder in einer ihrer Storys gefangen.
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