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Kokosmakronen und Pokerface

von MarieSol
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa
16.08.2021
10.09.2021
11
18.879
11
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Dieses Kapitel
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01.09.2021 1.447
 
Danke für eure Geduld!




Die beiden Angestellten im Café schauen immer wieder in Richtung des Tischchens an dem Riku und Tina heute gemeinsam sitzen und tuscheln unverhohlen miteinander. „Entweder finden sie es skandalös, dass wir nicht wie sonst an verschiedenen Tischen frühstücken, oder sie haben mich erkannt.“ rutscht Riku auf seinem Stuhl herum. „Du meinst, sie haben den öffentlichen Riku erkannt. Was für ein Glück für dich, dass ich heute mit dem privaten Riku hier bin.“ grinst Tina ihn schelmisch an. Riku kann nicht anders, er muss laut lachen und die beiden Damen verlassen ihren Beobachterposten. Er legt seine Hand auf dem Tisch ganz nah an ihre „Was ist dein Plan für heute?“ will er wissen bevor er mit der anderen Hand einen Schluck Kaffee nimmt. „Ich denke, ich sollte das Kleingedruckte durcharbeiten.“ Dabei streicht sie mit ihrem kleinen Finger an seinem Daumen entlang. Zuerst denkt er an ein Versehen, als sie ihn aber ansieht, weiterspricht und ihr Finger immer noch auf und ab fährt, kann er nicht anders und schiebt seinen Daumen unter ihre Handfläche und hält so leicht ihre Hand in seiner. „Bei über fünfzehn Seiten kleinstgedrucktes Vertragsdeutsch bin ich da eine Weile beschäftigt. Ich denke zwar nicht, dass sie mich über den Tisch ziehen wollen, aber ich sollte schon über die Details Bescheid wissen. Und du, was hast du vor?“ Riku dreht seine Hand, so dass seine jetzt unter ihrer Hand liegt und er einzelne Finger mit ihren verflechten kann. Die beiden sind in ihre eigene kleine Welt abgetaucht, dort existieren nur sie beide und auf dieser Ebene ein enormes Vertrauen, Pokerfaces sind dort im Moment nicht nötig. „Ich sollte beim Metzger vorbeifahren und die genaue Anzahl der Personen für das Helferfest am Samstag nennen. So viele sind wir ja nicht: Pat, Tomi, Magnus und Ville, ihren Frauen und die Zwillinge von Pat. Und du und ich.“ „Ich?“ Überraschung zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab. „Ja klar, du hast auch geholfen und ich möchte dich dabeihaben. Außerdem hab ich noch einen Anschlag auf dich vor…“ gesteht er mit herzerweichendem Hundeblick. „Oh oh, ist das gut oder schlecht für mich?“ legt sie den Kopf schräg. „Wenn du Backpulver hast, kannst du auch backen, oder?“ die Frage ist eigentlich nur rhetorisch, deshalb wartet er gar nicht erst auf eine Antwort „Würdest du morgen mit mir Kuchenbacken, so als Nachtisch für Samstag? Bitte?“ und der Hundeblick wird noch eine Spur intensiver, wenn das überhaupt möglich ist. „Hast du ein Glück, dass mir die Arbeit gestern gut von der Hand ging, ich hab schon alles für diese Woche erledigt und eingereicht. Also, ja, ich back morgen gern mit dir.“

Auf dem Rückweg bauen sie noch einen Umweg über einen Park ein. Riku freut sich, ein bisschen mehr gemeinsame Zeit herausgeschunden zu haben. Sie schlendern gemeinsam an der See entlang. Die Sonnenstrahlen kitzeln angenehm auf der Haut und die frische Meeresbrise tut der Seele gut. An einer Stelle können die beiden hinunter ans Ufer gehen. Sie klettern über die teils angeschwemmten, teils aufgeschütteten Steinbrocken. Riku hält ihr seine Hand hin, nach der sie auch schwankend greift. Lachend kommen sie vor der Brandung zum Stehen. „Einer meiner Lieblingsplätze hier in der Stadt…“ sagt er auf einmal. „Kann ich absolut verstehen…“ Tina saugt die Atmosphäre förmlich in sich auf, dass er sie immer noch an der Hand hält stört sie nicht im Geringsten. Dass ihr neuer Nachbar weit mehr als ein normaler Nachbar ist, hat sie längst für sich festgestellt, sie muss nur noch herausfinden, wohin die Reise geht. Nachbarschaft plus ist nichts für sie, ganz oder gar nicht. Wenn es nur um das Plus ginge, hätte er bestimmt an jeder Hand mehr als genug freiwillige junge Damen, also beschließt sie abzuwarten und zu sehen, was kommen wird. Nach einer gefühlten Ewigkeit legt sie ihre freie Hand auf seinen Arm und sagt etwas wehmütig „Lass uns zurückgehen, sonst bekomm ich die Unterlagen heute nicht mehr durch.“

Riku setzt Tina zu Hause ab. ‚Was würde sie wohl tun, wenn ich sie jetzt küssen würde? Dass da was ist, spürt sie auch…‘ der Gedanke ist noch nicht zu Ende gedacht, erfordert die Situation auch schon ein Handeln. Er legt an der Haustür einen Arm um sie, zieht sich an sich und gibt ihr einen zarten Kuss auf die Wange. Er sieht, wie ihre Augen zu ihm hochschnellen und nimmt gleichzeitig ihr Lächeln war. ‚Hab ich mich also doch nicht getäuscht…‘ steigen seine Gedanken wieder ein. „Ich wünsch dir passende Verträge… bis später vielleicht, Merenneito!“ lächelt er sie an. „Danke großer Poseidon, gutes Gelingen beim Metzger und … würde mich freuen…“

Ein zaghaftes Klopfen an der Tür lässt Tina spät am Abend aufhorchen. „Ich wusste nicht, ob du noch wach bist…“ steht ein ebenso zaghaft lächelnder Riku davor. Sie signalisiert ihm mit einem Kopfnicken, dass er doch reinkommen soll. Er geht durch in die Küche und stellt dort seinen Korb ab.

„Im Supermarkt hab ich festgestellt, dass ich keine Handynummer von dir hab. Vor dem Regal mit den Backsachen wusste ich nicht, was ich für morgen brauche, deshalb wollte ich dich anrufen. Jetzt hab ich einfach mal mitgebracht, was ich für gut befunden habe.“ Tina riskiert einen Blick in den Korb „Riku, was hast du vor, wie viel Kuchen möchtest du denn backen…“ in Gedanken sortiert sie schon mal, was zu welchen Rezepten gehören könnte „Zu viel?“ fragt er und berührt mit seiner Brust ihre Schulter während er ebenfalls in den Korb blickt. „Naja, ein klitzekleines Bisschen vielleicht. Was möchtest du denn backen?“ langsam wird ihr warm. Sie zeigt auf verschieden Zutaten „Das könnte ein Käsekuchen werden…“ sie sortiert etwas um „… das eine Käsesahnetorte…“ und nochmal Zutatenwechsel „… und hieraus könnten wir was mit Nüssen, Schokolade und vielleicht Kirschen zaubern…“ Riku läuft das Wasser im Mund zusammen, was nicht unbedingt nur an den Kuchen liegt. Tina dreht sich vor ihn „So, jetzt musst du sagen, was du willst.“ ‚Dich!‘ schießt es ihm wie ein Blitz glasklar durch die Gedanken. Er räuspert sich „Ich überleg es mir bis morgen.“ Sein Blick fällt auf ihren Tisch: Papierstapel türmen sich, das Laptop steht noch offen, ein Block mit Notizen, ein aufgeschlagener Kalender und viele bunte Klebenotizen liegen da. „Stör ich dich?“ fragt er und deutet auf das bunte Treiben. „Nein, …“ Tina geht auf den Tisch zu „… ich glaube, ich bin soweit durch.“ „Das sieht nach einem zeitlichen Ablaufplan aus, richtig?“ hält er ein Diagramm in der Hand. „Ganz schön straff durchgetaktet. Naja, dass es bei mir grad so ruhig zu geht ist auch eher ungewöhnlich.“ Tina nimmt ihm den Plan aus der Hand und blickt darauf, dabei berührt sie kurz seine Hand und bekommt einen Stromschlag. Sie lächelt ihn an, wohlwissend, dass er es auch gespürt hat. „Das funktioniert nur so leider nicht. Du setzt dich in den seltensten Fällen an den Schreibtisch und die Muse küsst dich…“ ‚Die Muse, Riku, die Muse, nicht ich‘ weißt er sich innerlich zurecht. „… Da muss ich noch mal Rücksprache halten, auch zu verschiedenen anderen Sachen, die hier für meinen Geschmack einfach nicht eindeutig genug sind.“ Riku nickt ‚Was ist hier los? Zuerst soll ich sagen, was ich will. Dann Küsse von der Muse, Funkenschlag und nicht eindeutig genug? Spielen wir Poker?‘ seine Gedanken fahren wieder Achterbahn. Tina nimmt einen Notizzettel und schreibt etwas auf, das sie dann zusammengefaltet in die linke Brusttasche von Rikus Hemd steckt. Er legt seine Hand drauf und sie antwortet auf seine unausgesprochene Frage „Meine Handynummer.“ ‚Es wird Zeit zu gehen, sonst weiß ich nicht wo das endet. Nicht wegen mir, aber solange ich nicht sicher weiß, dass sie genauso denkt und fühlt, ist es besser zu gehen…Nachbarschaft Plus hätte zwar bestimmt was, aber nicht mit ihr.‘ „Ich hab mir gedacht, ich hol für morgen Frühstück, dann könnten wir vor dem Backen gemeinsam frühstücken. So gegen 9?“ Tina nickt. „Gut, dann bis morgen.“ Er breitet seine Arme aus und drückt sie an sich „Ich freu mich!“. Tina schmiegt sich an ihn, schließt einen Moment die Augen und saugt seinen Alltagsduft ein. Er riecht nicht nach Aftershave oder Parfum, einfach nur nach Riku und so nuschelt sie an seiner Brust „Ich mich auch!“. ‚Gehen, Riku, gehen!‘ erinnert er sich kurz. Er lässt seinen Arm um ihre Schulter und so gehen sie gemeinsam zur Tür. „Bis morgen!“ haucht er ihr einen zarten Kuss auf die Wange. Sie drückt ihn noch mal an sich und verabschiedet sich ebenfalls „Bis morgen!“.
Zuhause im Schlafzimmer zieht Riku den Notizzettel aus der Tasche und speichert ihre Nummer ein. Das kleine Kreuzchen unterhalb der Nummer lässt ihn schmunzeln. ‚War das nicht ein Brief von Julia an ihren Romeo, dieses ‚an dieser Stelle habe ich das Blatt geküsst‘? Muss ich direkt morgen mal nachsehen…‘
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