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Kokosmakronen und Pokerface

von MarieSol
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Riku Rajamaa
16.08.2021
10.09.2021
11
18.879
11
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1 Review
 
23.08.2021 1.402
 
DANKE! DANKE! DANKE!



Riku wacht völlig gerädert nach 11 Uhr auf. ‚Was hat mich da nur geritten?!‘ geht ihm durch den Kopf. Eben selbiger hat ihn lange nicht schlafen lassen. Während er gestern bei Tina auf dem Sofa ohne Probleme mit ihr im Arm eingeschlafen wäre, hat er sich hier in seinem eigenen Schlafzimmer noch ewig hin und her gewälzt. Seine Gedanken fuhren Achterbahn, immer fröhlich auf und ab, immer schön im Kreis, immer mit viel Schwung um Tina herum. ‚Diese Frau hat es mir angetan, seit ich sie zum ersten Mal in unserem Café gesehen hab – und wenn ich Pech hab, hab ich gestern alles vergeigt!‘ er ist immer noch sauer auf sich selbst. Mittlerweile hat er begriffen, dass sie mehr ist, als eine nette Nachbarin. Nein, dass sie mehr sein könnte als eine nette Nachbarin. Wenn sie es zulässt und er endlich seine Paranoia beiseiteschieben kann. Sie hat es nicht auf den bekannten Gitarristen abgesehen, gefühlt hat er das schon von Anfang an, nur sein Hirn hat es noch nicht richtig begriffen.

Bewaffnet mit einer starken Tasse Kaffee macht er sich im Wohnzimmer an seine Kartons. Sie verschwinden im Eiltempo in der Wohnwand. Die Medienwand ist schnell eingerichtet und verkabelt, ohne Musik geht für ihn einfach nicht. In dieser Zeit schweigen wenigstens seine Gedanken kurzzeitig. Sie scheinen sich abgesprochen zu haben, ihn ständig daran zu erinnern, dass jetzt harte Arbeit auf ihn zukommen würde, wollte er das Ruder nochmal rumreisen und nicht nur ihre Sympathie, sondern auch ihr Herz gewinnen. Die Zeit fliegt förmlich an ihm vorbei. ‚In welchem verdammten Karton sind jetzt meine Badesachen? Und wo sind meine Badelatschen?‘ langsam wird Riku hektisch.

Im Inneren des Schwimmbads angekommen muss er zweimal hinsehen. Tina steckt ihr langes blondes Haar mit einer Klammer am Hinterkopf fest bevor sie die letzten Meter auf ihn zukommt „Bist du fertig?“ „Womit?“ er war so in Gedanken, dass er nicht bemerkte, dass sie bereits vor ihm steht. „Mit kucken! Dann könnten wir uns nämlich ein Plätzchen suchen und dann ein Becken zum Schwimmen…“ ‚Voll erwischt…‘ geht es Riku durch den Kopf, er räuspert sich „Das ist aber nicht der Badeanzug von gestern…“ „Nein, ein anderer. Meine Schulter kennst du ja schon, die muss ich nicht mehr verstecken.“ entgegnet sie während er sich stumm fragt, was sie hier wohl sonst noch verstecken will, er kann jedenfalls nichts finden, das ihm nicht gefällt. Das Bad ist fast leer, Sonntagabend ist eine gute Zeit zum Schwimmengehen. Sie beschießen sich zuerst eine Entspannungsrunde im gut erwärmten Whirlpool zu gönnen. Was sich dann später aber sehr schnell als grober Fehler herausstellt. Denn das Wasser im großen Becken fühlt sich dann zum schwimmen wirklich richtig kalt an. Tina bleibt in Bewegung, stehen kann sie hier an dieser Stelle sowieso nicht und so zieht sie ihre Kreise um Riku „Wenn du jetzt einen schimmernden Schwanz mit Schuppen und Flosse hättest, könnte ich dich Merenneito nennen, genauso bewegst du dich nämlich gerade!“ „Pass auf, dass die Meerjungfrau dich nicht nass macht!“ entgegnet sie trocken und schon kommt ihm ein Schwall Wasser entgegen. Er will nach Tina greifen, doch sie ist zu schnell weg und an der Leiter um das Becken zu verlassen. Erst als sie schon draußen ist, erreicht er sie. Mit einem schelmischen Grinsen will sie wissen „Na Großer Poseidon, auch nicht mehr der Schnellste?“ und schubst ihn sanft mit der Hüfte an. Riku lässt sich fallen und versucht nach ihr zu greifen um sie mit ins Wasser zu ziehen, doch auch diesmal erwischt er sie nicht. Tina kniet sich an den Beckenrand, weil sie nicht einschätzen kann, ob der minimale Schubser ihn tatsächlich zu Fall gebracht haben kann. Zwei Arme tauchen blitzschnell auf, umfassen sie und schon ist sie am Fallen. Die zwei tauchen unter und kommen wieder Arm in Arm nach oben. Riku streift sich das Wasser aus dem Gesicht „… für kleine Nixen reicht es noch…“ Auch Tina streicht sich das Wasser aus dem Gesicht und kann sich vor Lachen kaum halten. Die direkte körperliche Nähe fühlt sich gut an. Riku streicht über Tinas Arm „Du hast eine Gänsehaut. Da hinten habe ich Liegen und Wärmlampen entdeckt. Komm wir gehen uns aufwärmen.“ Nach einer halben Stunde unter der wohligen Wärme und mit viel Geplänkel meint Tina „Riku ich glaub, ich sollte schon mal duschen gehen, sonst werde ich nicht rechtzeitig zum Ende der Badezeit hin fertig mit Haare föhnen. Weißt du, mich hat so ein ungehobelter Meermann unter Wasser gezogen…“ „Sag bloß, wenn ich den erwische, dem werde ich aber was erzählen!“ gibt er amüsiert zurück „Ich bleib noch einen Moment liegen, dann komm ich nach.“ „Echt?“ zwinkert sie ihm zu „Wenn du zu den Damen zum Duschen kommst, haben wir hier glaube ich für den Rest unseres Lebens Hausverbot!“ Riku lacht herzlich los „Wir treffen uns am Ausgang!“ Er schaut ihr hinterher und kann nicht verhindern, dass ihm beim Anblick ihrer Kehrseite eindeutig nicht öffentlichkeitstaugliche Bilder in den Kopf kommen. Das Handtuch, das seither in seinem Nacken lag, wandert nun auf seinen Schoß. ‚Nur kurz träumen…‘ gestattet er sich und legt sich nochmal zurück.

Tina wartet bereits am Ausgang, als Riku sich mit dem Handtuch die Haare trockenrubbelnd um die Ecke kommt „Sorry, ich bin nochmal eingedöst!“. „Mach in Ruhe fertig, so viel Zeit ist allemal!“ „Nee, passt schon, Mütze drauf und gut!“ erklärt er knapp und sie machen sich auf den Weg zum Italiener.

„Aber Herr Rajamaa, sie wissen doch, mit Reservierung wäre das überhaupt kein Problem gewesen!“ ahmt Riku den Kellner des Lokals nach. „Ja, ich weiß es! Ich hab es einfach vergessen!“ entschuldigt er sich zum gefühlt hundertsten mal. „Hej, du hast ihm Pasta zum mitnehmen abgeschwatzt, alles gut! Nächstes Mal müssen wir halt drandenken, vorher anzurufen!“ ‚Nächstes Mal, sie würde also noch mal mit mir gehen…‘ Sie sitzen bei Riku in der Küche an der Frühstückstheke und genießen die Pasta zusammen mit einem Glas Wein, der noch von gestern offen war. Beide lehnen sich pappsatt zurück „Magst du noch einen Espresso?“ Tina schüttelt gähnend den Kopf „Mein Sofa kommt erst nächste Woche, sonst würde ich sagen, wir wechseln die Location.“ „Macht nichts Riku, ich bin hundemüde, das Schwimmen war nach so langer Zeit anstrengend. Wenn es okay ist, helfe ich dir hier aufräumen und dann würde ich ins Bett gehen.“ Sie sieht ihm an, dass er das so nicht geplant hatte. „Darf ich dir vorher noch was zeigen? Es ist mir wichtig.“ Tina nickt und lässt sich von Riku zu einem Zimmer führen. Er öffnet die Tür zu seinem Arbeitszimmer und schiebt sie sanft hinein. „Das gehört auch zu mir, es ist nicht der private Riku, aber auch ein großer Teil von meinem Leben und ich finde, wenn du den Privatmann willst, solltest du darüber auch Bescheid wissen.“ ‚Gestern Abend darf mir nicht alles kaputt machen.‘ dieser Gedanke spukt schon den ganzen Tag durch seinen Kopf. Auf dem riesigen Schreibtisch steht ein Computer mit mehreren großen Bildschirmen und anderer angeschlossener Technik, an einer Wand stehen dicht an dicht Gitarren und andere Instrumente, die Dinge, die sich im Regal stapeln kann sie so nicht identifizieren. An zwei anderen Wänden hängen Auszeichnung, ebenfalls dicht an dicht. Tina schaut sich um, lehnt sich dabei an die Tischplatte „Ich habe nicht nicht gefragt, weil es mich nicht interessieren würde, was du tust. Aber ich denke, wenn du mir von dir aus etwas erzählst, tust du das, weil du möchtest, dass ich es weiß, nicht weil du das Gefühl hast, du müsstest. Und dann hast du in der Hand wieviel und wann.“ Riku hat sich neben sie gelehnt und nickt „Das heißt nicht, dass ich nicht irgendwann Fragen stelle, oder das ich Geheimnisse befürworte, aber es ist immer ein geben und nehmen – und vor allem freiwillig.“ „Danke! Ich habe dich gestern echt vor den Kopf gestoßen, das tut mir mehr als leid. Ich genieße es einfach bei dir ich selbst zu sein, das hatte ich lange nicht mehr.“ seine Hand liegt wie selbstverständlich auf ihrer. „Hör auf dich zu bedanken, ich bin gern mit dir zusammen…“ die Zweideutigkeit ihrer Worte wird ihr bewusst als sie sich von der Tischkante abstößt und ihr Rikus Grinsen auffällt. Er bringt sie zur Tür und schließt sie in seine Arme „Guten Nacht Merenneito!“ „Gute Nacht großer Poseidon, schlaf gut!“

‚Kokosmakronen? Warum denke ich bei Nixen und Meeresgöttern an Kokosmakronen, was ist nur los?‘ denkt Rikus sich als er die Wohnungstür hinter Tina schließt.
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