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Hexer kriegen keinen Schnupfen… oder doch?!

Kurzbeschreibung
OneshotHumor, Liebesgeschichte / P6 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Catarina Loss Magnus Bane
13.08.2021
13.08.2021
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Hallo da draußen :)

Dieser kleine OneShot ist entstanden, weil die liebe diamond99 das 100. Review bei meiner anderen Geschichte „The Bad Boy“ ergattert hat und als Belohnung durfte sie sich etwas wünschen.
Tja, das ist das Ergebnis und weil heute Freitag, der 13. ist, passt das ganz gut, denke ich xD
Ich hoffe, ich habe deinen Geschmack getroffen, diamond, und wünsche allen viel Spaß beim Lesen!

Eure Evangelina

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Es war ein wunderschöner Tag in Alicante. Die Sonne strahlte, die Vögel zwitscherten und überall liefen geschäftig Vampire, Hexenwesen und Werwölfe neben Schattenjägern durch die kleinen gewundenen Gassen der Stadt.
Nur im Hause Lightwood-Bane herrschte Ruhe. Alec war bei einer Ratssitzung und Magnus war so erschöpft, dass er sich ein kleines Mittagsschläfchen gönnte. Woher diese Erschöpfung kam, konnte der Hexenmeister sich nicht erklären, schon am Morgen war er mit Kopfschmerzen aufgestanden und selbst seine Magie brachte ihm keine Linderung.
Seit einigen Minuten lag er wach in ihrem Ehebett und schälte sich jetzt langsam aus der warmen Decke. Genau in diesem Moment hörte er das Schloss der Haustür und kurz darauf stand auch schon sein geliebter Alexander vor ihm.
„Geht’s dir immer noch nicht besser?“, fragte er gleich besorgt bei einem Blick auf Magnus‘ bleiche Gestalt. Seine Haare standen in alle Richtungen ab und er trug nur seinen Morgenmantel, der schon total zerknittert war. Magnus schüttelte nur mit dem Kopf und zauberte sich eine schöne Tasse Tee, mit der er sich auf die Couch fallen ließ.
Alec folgte ihm mit sorgenvoller Miene und kniete sich seitlich vor ihn hin.
„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du entwickelst eine Erkältung“, sprach er seinen Gedanken aus, erntete daraufhin aber einen zweifelnden Blick.
„Mach dich nicht lächerlich, Alexander. Hexenwesen können nicht krank werden. Morgen geht‘s mir bestimmt schon wieder prima, du wirst schon sehen“, sagte Magnus mit einer absoluten Überzeugung in der Stimme und nippte an seinem Tee.
Den er gleich darauf auch wieder ausspuckte. Mit gerunzelter Stirn starrte der Hexer auf die Tasse in seiner Hand.
„Was zum…?“
Alarmiert legte Alec eine Hand auf die Schulter seines Mannes.
„Was ist los?“, fragte er bestürzt.
„Da sollte doch eigentlich mein Lieblingstee drin sein? Warum schmeckt der dann so furchtbar?“, dachte Magnus laut und hielt Alec die Tasse hin. Der roch daran und verzog sofort das Gesicht. Auch die Farbe des Getränks war nicht besonders ansprechend.
„Das ist definitiv kein Tee. Das riecht eher nach Maggi mit Milch gemischt…“, vermutete Alec und stellte die Tasse vorsichtshalber auf den Wohnzimmertisch.
Magnus starrte ihn ungläubig an und schüttelte dann nur mit dem Kopf. Plötzlich merkte er, wie seine Nase anfing zu laufen und eilig griff er nach der Taschentuchpackung, um sich die Nase zu putzen. Alec hatte mittlerweile beide Augenbrauen hochgezogen und beobachtete ihn genau.
„Okay, ich glaube wirklich, dass du dir irgendwas eingefangen hast“, beharrte er auf seiner Vorahnung, doch Magnus stierte ihn nur böse an.
Der große Vorsitzende Miau Tse Tung schlich um seine Beine und sprang mit einem eleganten Satz auf seinen Schoß. Liebebedürftig schmuste er sich an Magnus’ Kinn, während die Schnurrhaare ihn in der Nase kitzelten.
„Hatschi!“, musste Magnus niesen und nur einen Sekundenbruchteil später vernahm er das panische Miauen seiner Katze, die nun vor seinem Gesicht herumschwebte. „Ähm…“, meinte Alec wenig geistreich und wirkte ein wenig überfordert mit der Situation.
Eigentlich hatte Magnus ja Recht, Hexenwesen konnten nicht krank werden, aber er zeigte alle Anzeichen dafür. Kopfschmerzen, eine laufende Nase und Niesen. Fehlte nur noch der Husten und Fieber.
„Könntest du die Katze vielleicht wieder auf den Boden der Tatsachen absetzen?“, fragte er ihn und konnte gerade so ein Schmunzeln unterdrücken.
Magnus erwachte aus seiner Starre, in der er der Katze immer weiter hinterhergeschaut hatte, die mittlerweile hoch über ihren Köpfen flog. Er schnippte kurz mit seinen Fingern und sie landete unsanft auf ihren vier Pfoten. Sie machte einen Buckel, fauchte Magnus böse an und verschwand blitzschnell in einem der anderen Zimmer.
„Das ist mir ja noch nie passierte“, schniefte der Hexer und putzte sich erneut die Nase. Er fühlte sich elendig, ihm war ganz heiß und seine Glieder schmerzten. Ungelenk stand er von der Couch auf und man vernahm deutlich, wie mehrere Knochen knackten.
„Verdammt… ich fühle mich gerade genau so alt, wie ich bin…“, ächzte er und Alec’s Mundwinkel hoben sich automatisch nach oben.
„Hör auf, zu grinsen. Das ist nicht witzig“, maulte er ihn an und musste sich an der Sofalehne festhalten, weil er sich so schwach fühlte. Alec verschränkte die Arme vor der Brust, während er seinen Geliebten betrachtete und fasste einen Entschluss.
„Ich werde jetzt Catarina anrufen, sie ist Ärztin und wird schon wissen, was mit dir los ist“, sagte er bestimmt und griff schon nach seinem Handy.
Zum Glück ging die Hexenmeisterin auch gleich ran und versprach, so schnell wie möglich zu ihnen zu kommen. Magnus wanderte ziellos durch die Wohnung und hatte schon längst vergessen, was er eigentlich wollte.
„Magnus, warum legst du dich nicht einfach hin. Du bist total rot im Gesicht“, schlug Alec vor und legte einen Arm um ihn. Die Hitze, die Magnus ausstrahlte, entging ihm dabei natürlich nicht. Mit Sorgenfalten auf der Stirn bugsierte der Shadowhunter ihn zurück auf die Couch und legte die flache Hand auf seine Stirn.
„Meine Güte, du glühst ja richtig!“, rief er aus und machte große Augen.
„Quatsch, das kann nicht sein“, erwiderte Magnus, klang aber nicht gerade sicher. Was noch durch die kratzige Stimme untermauert wurde. Wieder musste der Hexer niesen und für eine Millisekunde sprühten blaue Funken an seinen Fingern auf.
Kurz darauf ging ein ohrenbetäubendes Feuerwerk in der Wohnung los und Alec erschreckte sich fast zu Tode. Bunte Raketen flogen an die Decke und explodierten in den schillerndsten Farben und Formen. Eine davon hatte eine rote Herzform mit den Buchstaben A und M in der Mitte.
„Magnus!“, brüllte er über den Lärm hinweg.
„Ich finde es ja sehr romantisch, dass du ein Feuerwerk veranstaltest, aber das hier ist absolut nicht der richtige Ort dafür!“
Der Hexer lächelte entschuldigend und wollte etwas sagen, aber ein Hustenanfall hinderte ihn daran und trieb ihm die Tränen in die Augen. Das Feuerwerk war währenddessen zum Glück immer weniger geworden, bis wieder alles normal war. Alec setzte sich neben ihn und streichelte ihm beruhigend über den Rücken, bis der Anfall abgeklungen war. Müde und erschöpft legte Magnus seinen Kopf auf Alec’s Schulter ab und schloss die Augen.
„Ich fühle mich elend…“, murmelte er schwach und ließ sich von seinem Geliebten zurück in die Kissen der Couch drücken.
„Dann ruh dich ein bisschen aus, Catarina kommt bald und dann wissen wir hoffentlich mehr…“, sagte Alec sanft und streichelte ihm liebevoll über die erhitzte Wange.
Magnus war schon dabei, ins Land der Träume abzudriften, als er erneut niesen musste. Mit einem lauten Knall öffneten sich die Balkontüren wie von Geisterhand und ein kleiner blauleuchtender Wirbelsturm fegte durch die Wohnung. Jegliche losen Blätter und Dinge, die einfach herumlagen wurden durch das Wohnzimmer geschleudert und blieben dann mitten im Raum liegen.
Doch so schnell dieser kleine Orkan auch kam, so schnell war er wieder verschwunden und innerhalb von Sekunden war wieder Stille eingekehrt. Alec hatte sich dermaßen erschrocken, dass er mit dem Hintern unsanft auf dem Boden gelandet war und blickte sich nun in dem verwüsteten Zimmer um.
„Magnus, so geht das nicht weiter… ich rufe Catarina nochmal an“, meinte der Shadowhunter kopfschüttelnd und rappelte sich schnell wieder auf. Magnus brummelte nur vor sich hin und merkte nicht einmal, wie sein Geliebter den Raum verließ.
Nachdem es wieder etwas ruhiger wurde, kam der große Vorsitzende Miau Tse Tung langsam wieder aus der Ecke hervor, in die er sich verkrochen hatte und legte sich auf Magnus‘ Brust. Er machte es sich gemütlich und während der Hexer anfing, ihn hinter den Ohren zu kraulen, schnurrte er vergnügt.
Magnus legte den Kopf schief und sein Fieber war mittlerweile so hoch, dass er fantasierte. Auf seiner Brust lag nicht mehr die Katze, sondern sein Ehemann, der seinen Kopf an ihm rieb.
„Oh Alexander… ich wusste ja gar nicht, dass du so verschmust bist…“, kicherte er leise.
An der Tür hatte es in der Zwischenzeit geklingelt und Alec öffnete diese hoffnungsvoll.
„Catarina, ein Glück bist du endlich da“, seufzte er erleichtert.
„Was ist denn los?“, fragte die Hexe gleich und betrat die Wohnung.
„Ich weiß nicht, ich glaube, Magnus ist krank. Und seine Magie spielt dabei auch ziemlich verrückt“, erklärte er die Situation und begleitete sie ins Wohnzimmer. Wo sich ihnen eine verrückte Szene zeigte.
„Alexander, mit diesen Katzenöhrchen siehst du unglaublich süß aus, weißt du das?“, himmelte Magnus die Katze an und wollte ihr gerade einen Kuss geben, doch der große Vorsitzende fauchte ihn nur an. Alec zog die Augenbrauen so weit nach oben, bis sie fast in seinem Haaransatz verschwanden.
Mit einer Handbewegung deutete er auf die Couch.
„Siehst du, das meine ich“, wandte er sich an Catarina, die sich ein Lachen nur mit Mühe verkneifen konnte. Dann schritt sie langsam auf ihren langjährigen Freund zu und kniete sich neben ihn.
Magnus schien sie erst da zu bemerken.
„Oh Catarina, wie schön, dass du auch da bist. Ist mein süßer Alexander nicht liebreizend? Er schnurrt wie ein niedliches Kätzchen“, meinte er und kraulte weiterhin die Katze auf seiner Brust.
Mit einem unterdrückten Kichern legte die Hexe ihm behutsam eine Hand an die Stirn und ließ ihre Magie in seinen Kopf fließen. Da Magnus sie gar nicht weiter beachtete, stand sie einfach auf und ging mit Alec in die Küche, wo sie sich in Ruhe unterhalten konnten.
„Er hat sehr hohes Fieber, weshalb er auch fantasiert. Er scheint wirklich eine Art Hexer-Schnupfen zu haben… Was hat er denn sonst noch für Symptome und was meintest du mit seiner Magie?“, fragte sie den Shadowhunter, der sich mit dem Rücken an die Arbeitsplatte gelehnt hatte. Alec erzählte ihr, was bisher alles passiert ist, er berichtete ihr von der fliegenden Katze, dem Feuerwerk und auch dem kleinen Wirbelsturm, der durch ihre Wohnung gefegt ist.
Aufmerksam hörte Catarina zu und kam zu dem Schluss, dass man da nicht allzu viel machen konnte.
„Das müsst ihr wohl oder übel einfach aussitzen“, erklärte sie Alec, der seufzte. Dann vernahmen sie das tiefe Luftholen, bevor jemand niesen muss. Magnus hatte einen richtigen Anfall und musste bestimmt 10 Mal hintereinander niesen.
Und bei jedem Nieser färbten sich Alec‘s Haare in einer anderen Farbe. Grün, Rot, Lila, Pink, Orange, Blau. Und beim letzten Hatschi explodierte eine Glitzerbombe auf seinem Kopf, sodass er über und über mit Glitzer bestreut war.
„Magnus!“ Alec entfuhr ein lauter Aufschrei aus der Küche. So langsam war das wirklich nicht mehr witzig. Mit blauen, roten und grünen Strähnen und strahlend wie eine Discokugel stapfte er ins Wohnzimmer und warf seinem Mann etliche böse Blicke zu.
„Mach das sofort wieder rückgängig!“, befahl er ihm verärgert und deutete mit einem Finger auf seine verunstalteten Haare. Magnus aber kicherte nur, was sich mit seiner verschnupften Nase sehr merkwürdig anhörte.
„Tut mir leid, mein Liebster… ich kann nichts dafür“, versuchte er sich zu rechtfertigen. Catarina schüttelte nur belustigt mit dem Kopf und wandte sich dann wieder an Alec. Mit einem Schnippen ihrer Finger erschien eine Packung Medikamente in ihrer Hand, die sie dem Shadowhunter hinhielt.
„Gib ihm von denen eine, dann sollte das Fieber wieder zurückgehen. Aber was das Niesen und die Magieausrutscher angeht… da kann ich dir leider nicht helfen. Meine Magie bewirkt leider nichts, das habe ich eben schon versucht. Ich habe irgendwo schon einmal von einem Hexer-Schnupfen gehört, der 1-2 Tage anhält. Das ist absolut selten und ich selbst habe das noch nie mitbekommen“, erklärte sie ihm, während Alec die Tabletten entgegen nahm.
„Kannst du ihn nicht schlafen legen oder sowas? Da ist er am friedlichsten“, grummelte er, da seine Haare nach wie vor in jeglichen Farben strahlten.
„Ach, ich finde das eigentlich ganz witzig“, lachte die Hexe. Doch da bahnte sich schon die nächste Niesattacke bei Magnus an und sie hörten nur, wie in der Küche einige Schubladen aufgingen, als sie schon mit Besteck bombardiert wurden.
Messer, Gabeln und Scheren flogen mit hoher Geschwindigkeit auf sie zu und nur dank Alec‘s schneller Reaktion, der sich und Catarina in die Hocke gebracht hatte, waren sie dem gefährlichen Besteck entkommen. Mit einem lauten Krachen landete der Hauptteil auf dem Boden, als sie an der Wand abprallten, einige jedoch blieben in eben dieser stecken und ragten daraus hervor.
„Findest du das jetzt auch noch witzig?“, fragte Alec die Hexe, die ihn besorgt ansah.
„Okay, vielleicht hast du doch Recht…“, nickte sie ihm schließlich zu und nachdem sie sicher sein konnten, dass keine weiteren Messer sie erstechen wollten, standen sie langsam auf.
Bei Magnus an der Couch angekommen, beschlossen sie, ihn ins Schlafzimmer in das weiche Bett zu legen und Magnus ließ es auch widerstandslos mit sich machen. Während Alec mit ihm den Raum betrat und ihn auf die Matratze bugsierte, bereitete Catarina eine Tinktur vor, die ihn ein wenig umhauen würde. Magnus kuschelte sich unter die warme Decke und hatte die Augen bereits halb geschlossen.
Die Hexe bestrich seinen Hals und seine Nasenflügel mit der dickflüssigen Creme und keine Sekunde später war er auch schon im Land der Träume.
„Das sollte ihn bis morgen früh ruhig stellen“, meinte sie und Alec atmete beruhigt aus. Er begleitete sie zur Tür, als ihm noch etwas einfiel.
„Könntest du vielleicht noch bitte meine Haare wieder richten?“, fragte er sie hoffnungsvoll, doch Catarina schmunzelte nur.
„Ach, ich finde, das steht dir eigentlich ausgezeichnet“, grinste sie und noch bevor er etwas sagen konnte, ging sie lachend die Straßen von Alicante entlang.
Alec fluchte leise und schloss die Tür hinter sich. Dann betrachtete er das Chaos, das in der Wohnung herrschte. Er würde erstmal aufräumen müssen, aber wenigstens hatte er jetzt die Gewissheit, dass nichts weiter passieren würde, da sein Mann selig schlief. Während er in die Hocke ging, um das Besteck einzusammeln, rieselte ein wenig von dem Glitzer aus seinen Haaren auf den Boden.
„Verdammter Glitzer… wenigstens den hätte er doch weglassen können…“


ENDE
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