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GeschichteLiebesgeschichte / P18 / FemSlash
Asami Korra
12.08.2021
01.12.2021
18
26.841
3
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
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20.10.2021 1.778
 
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Hier ist das nächste Kapitel. Ich bedanke mich für die 855 Aufrufe und 4 Favoriten! Vielen, vielen Dank!
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Es waren ein paar Tage vergangen seit Asami sich ihre Gefühle für Korra hatte eingestehen können. Sie hatten am nächsten Tag das Spiel im Radio verfolgt und sie war fast verrückt geworden. Korra hatte die ganze Zeit rumgezappelt und gezuckt als würde sie mitkämpfen. Irgendwann hatte sie ihr dann auf die Hände geschlagen und der Avatar hatte sie so schuldbewusst angeguckt, dass sie fast gelacht hätte.

Wie erwartet, hatten die Feuerfrettchen gewonnen und als das Team sie dann besucht hatte, war Korra entgegen aller Erwartungen, Thia in die Arme gefallen. Diese hatte die Umarmung zwar erwidert, dennoch hatte man ihr ansehen können, dass sie ein wenig überfordert war. Asami hatte den leichten Stich der Eifersucht nicht verhindern können und sie wusste nicht ob man es ihr so leicht angesehen hatte, aber Thias Blick hatte Bände gesprochen. Es war als hätte sie alles sehen können, was die Schwarzhaarige in diesem Moment gespürt hatte. Doch sie konnte gar nicht wissen, was sie fühlte, oder? Schließlich hatten Mako und Bolin nichts bemerkt, obwohl sie sich schon ewig kannten.

Korra lebte immer noch bei ihr. Sie wusste nicht warum, vielleicht wollte sie einfach in der Stadt bleiben und bei Bolin und Mako war nicht besonders viel Platz. Dort müsste sie bei Mako im Bett schlafen - Bolin hatte ja Opal – und sie wusste nicht ob sie das wollte. Immerhin waren sie mal zusammen gewesen. Bei ihnen war das noch harmlos, zumindest für den Avatar, doch die wusste ja nichts von ihren Gefühlen. Auf jeden Fall hatte Korra nach und nach ihre persönlichen Sachen hierher verlegt, was die Schwarzhaarige unglaublich glücklich machte. Es war lebendiger geworden in ihrem Haus.

Sie schliefen immer noch im gleichen Bett. Am ersten Abend waren beide ein wenig unsicher gewesen, doch dann hatte Asami sich ein Herz gefasst und war zu ihrer Freundin ins Bett gestiegen. Anscheinend hatte sie alles richtig gemacht, denn der Avatar hatte glücklich gelächelt.

Noch war das Ergebnis der Blutprobe noch nicht gekommen, doch die beiden waren zuversichtlich, dass es bald soweit sein würde.

Korra hatte keine Schmerzen mehr und auch sonst ging es ihr sehr gut. Ihre Bändigungskräfte waren stark wie eh und je, bald würde sie wieder beim Profi-Bändigen mitmachen können. Noch hatte sie es nicht getan, weil das Ergebnis vom Arzt noch nicht da war. Nicht, dass sie es nicht getan hätte, doch Asami hatte solange auf sie eingeredet, bis sie einwilligte auf das Ergebnis zu warten.

Die Schwarzhaarige war nun auch wieder öfters weg, um bei ihrer Firma vorbeizuschauen, doch alles was sie zu Hause tun konnte, tat sie auch dort. Am Anfang hatte Korra sie zwar ein wenig beim Arbeiten genervt, aber als sie angedroht hatte, nur noch bei Future Industries zu arbeiten, hatte sich auch das geklärt. Nun war der Avatar immer mucksmäuschenstill während sie ihre Arbeit tat.

Heute kam endlich ein Anruf vom Arzt. Während Asami mit ihm telefonierte, schlich die Jüngere wie ein Raubtier um sie herum.

„Guten Abend, Doktor Lee. Haben Sie das Ergebnis des Tests?“, begrüßte sie ihn.

„Ähm, nun, da gibt es ein paar Probleme. Alles hat sich wegen einem Unfall im Labor verzögert und die Blutprobe kann erst heute oder morgen untersucht werden. Sie können damit rechnen, dass Sie das Ergebnis in ein paar Tagen erhalten. Ich hätte Ihnen schon früher Bescheid gesagt, allerdings war ich wegen eines Notfalls verhindert.“

„Schon gut, das verstehe ich“, meinte sie und schob Korra von sich, welche ihr Ohr ans Telefon legte, in der Hoffnung etwas zu hören.

„Geht es dem Avatar denn besser? Hat sie noch Schmerzen?“

„Nein, ihr tut nichts mehr weh, sie hatte keine Krämpfe. Nichts. Es geht ihr gut wie eh und je“, antwortete die Schwarzhaarige und schlug Korra auf die Hand, die versuchte ihr das Telefon wegzunehmen.

„Vielleicht auch etwas zu gut!“, schob sie hinterher und funkelte den Avatar an. Diese grinste unschuldig und zuckte mit den Schultern.

„Das hört sich ja nicht schlecht an. Allerdings sollte sie noch nicht beim Profi-Bändigen teilnehmen. Ich habe gesehen, dass die Feuerfrettchen eine neue Wasserbändigerin haben, die sehr gut ist. Also wird das wohl keine Probleme bereiten, oder?“

„Ach, ne. Das ist nicht schlimm“, erwiderte Asami und grinste. Korra würde sich gar nicht freuen.

„Gut, dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag. Ich verspreche Ihnen, sobald ich das Ergebnis habe, werde ich mich melden.“

„Ja, Ihnen auch. Tschüss.“

Asami legte auf und drehte sich der schon ganz ungeduldigen Korra zu. Sie sah die Ältere neugierig an und fragte: „Und? Was hat er gesagt? Bin ich gesund? Darf ich wieder zum Profi-Bändigen?“

Die Schwarzhaarige lachte und erklärte: „Er hat erzählt, dass es einen Unfall im Labor gab und sie deswegen noch kein Ergebnis zu der Blutprobe haben. Allerdings sollte das Ergebnis in ein paar Tagen da sein.“

„Darf ich denn Profi-Bändigen?“

„Nein.“ Sie schüttelte den Kopf. „Er hat gesagt, dass du das, auch wenn es dir schon so gut geht, noch nicht machen solltest.“

Der Avatar schob die Unterlippe vor und schmollte. Asami musste wieder lachen und zupfte mit dem Finger an Korras Unterlippe.

„Komm, du wirst das schon überleben“, schmunzelte sie und ging in die Küche. „Ich hab Hunger. Du auch?“


Korra starrte ihrer Freundin hinterher, ihre Unterlippe kribbelte durch Asamis Berührung.

„Korra? Hast du nun Hunger oder nicht?“, rief die Ältere aus der Küche.

Der Avatar schüttelte sich und erwiderte laut: „Ja, ich könnte etwas zu Essen vertragen!“

„Gut!“

Während ihre Freundin in der Küche rumwerkelte, setzte sie sich nach draußen auf eine Bank auf der Terrasse. Die Vögel in den Bäumen beobachtend, dachte sie über Asami nach. Und über die Gefühle, die sie hatte, wenn sie an sie dachte. Oder neben ihr stand oder sie berührte oder, oder, oder.

Es waren keine rein freundschaftlichen Gefühle, das wusste sie, doch bisher hatte sie es als kleine Schwärmerei abgetan. Aber bei solchen Reaktionen? Als Asami sie im Pool beobachtet hatte, da hatte sie eine richtige Gänsehaut gehabt. Und als ihre Freundin sie auf die Wange geküsst hatte, hatte ihr Herz ihr bis zum Hals geklopft. War das normal für so eine kleine Schwärmerei? Bisher hatte sie das nur bei Mako gehabt und es hatte zwar nicht funktioniert mit ihm, aber sie war definitiv in ihn verliebt gewesen.

War sie in Asami verliebt? Es würde ihre Gefühle erklären, aber sie hatte so etwas noch nie bei einem Mädchen gespürt. Es waren bisher immer nur Jungs gewesen, was natürlich nicht hieß, dass sie nicht auch Mädchen toll finden konnte.

Trotzdem hatte sie es bis jetzt einfach noch nicht in Erwägung gezogen. Außerdem würde das ziemlich viele Probleme mit sich bringen. Asami war ihre beste Freundin; was würde passieren, wenn sie von ihren Gefühlen erfuhr? Konnte sie überhaupt so etwas für Frauen empfinden? Und wenn, empfand sie etwas für sie?

Abgesehen davon, was würden Außenstehende dazu sagen? Mako, Bolin, Tenzin, Lin aber auch ganz fremde Menschen? Oder ihre Eltern? Sie wusste, dass sie nichts gegen gleichgeschlechtliche Paare hatten, aber wenn ihre eigene Tochter mit einer Frau zusammen war, war das vielleicht etwas anderes für sie.

Aber warum dachte sie darüber überhaupt nach? Noch war sie mit überhaupt niemandem zusammen und sie wusste nicht einmal, ob Asami auch so für sie empfand.

Korra seufzte. Die Sonne ging langsam unter und die Vögel sangen ihre Abendlieder. Der Teich glitzerte im Abendlicht, die Frösche quakten und die Grillen zirpten. Es war so harmonisch und irgendwie beruhigend, dass alles war wie immer, auch wenn ihre Gefühle gerade Achterbahn fuhren.

Sie erschrak als sich plötzlich eine Hand auf ihre Schulter legte, entspannte sich aber gleich wieder als sie bemerkte, dass
es Asami war.

„Schön, nicht wahr?“, meinte ihre Freundin und setzte sich neben sie. Korra legte ihren Kopf auf Asamis Schulter und lehnte sich gegen sie.

„Ja“, stimmte sie ihr zu. Wie du.

„Die Nudeln kochen und die Soße auch. Es dauert nicht mehr lange, dann können wir essen.“

„Gut.“

Eine Weile saßen sie beide so da, dann machte Asami mit Korras Hilfe das Essen fertig und danach aßen sie draußen beim Sonnenuntergang. Schließlich lehnten sie sich wieder aneinander und genossen einfach nur den Moment. Korra fand es sehr angenehm neben Asami zu sitzen, die Berührung löste bei ihr einen warmen Schauer aus. Es bestätigte sie nochmal in ihrem Gedanken, dass sie sich in ihre Freundin verliebt hatte.

„Ist alles gut?“, wollte Asami nach einer Weile wissen.

„Ja, wieso?“, erwiderte Korra und richtete sich auf, um der Schwarzhaarigen in die Augen sehen zu können.

„Du wirkst so nachdenklich.“

„Ach, so.“ Sie senkte ihren Blick. Was sollte sie sagen? Ihr brannte eine Frage auf der Zunge, doch sollte sie es wagen sie zu stellen?

„Also, wenn du die Frage nicht beantworten willst, dann ist das voll okay. Eigentlich geht’s mich schließlich gar nichts an.“

Asami schaute sie neugierig an und Korra wich ihrem Blick aus.

„Was denn?“

Der Avatar biss sich auf die Lippe. „Ach, doch nichts!“ Sie wollte aufstehen, doch ihre Freundin hinderte sie daran.

„Korra, komm schon! Jetzt bin ich neugierig.“

„Na gut. Also“, sie atmete tief durch, „Wschtduschomainamäschefeli?“

„Was?“ Asami lachte. „So schlimm kanns doch nicht sein.“

„Warst du schon mal in ein Mädchen verliebt?“

Erschrocken holte Korra Luft. Sie wollte doch gar nichts sagen! Unsicher sah sie zu Asami auf. Diese sah ein wenig überrascht aus, aber zum Glück nicht verärgert. Ihre Freundin legte den Kopf schief und sah sie mit einem unergründlichen Blick an. Dann zuckte sie mit den Schultern und schaute wieder zum Teich.

„Nun… ja.“

Überrascht sah der Avatar auf. „Echt?“

„Ja. Und nicht mal nur ein bisschen, sondern so ziemlich.“ Asami lächelte und schaute wieder zu Korra. Diese war wie erstarrt. Könnte sie ihre Gefühle erwidern?

„Bist du… immer noch?“

Asami zögerte kurz. „Nein. Nein, nicht mehr.“

Der Avatar nickte. „Okay.“

Sie sahen sich in die Augen und Korra vergaß die Zeit. Dieses Grün war so bezaubernd. Ohne es zu bemerken, waren sich die beiden nähergekommen. Sie waren nur noch eine Handlänge voneinander entfernt, der Avatar konnte Asamis Atem an ihrer Wange spüren. Asamis Augen huschten zu ihren Lippen und wieder zurück. Korras Herz raste und ihr Atem wurde schneller. Sie waren nur noch Zentimeter voneinander entfernt als ein Vogel plötzlich laut rufend aufflog und sie erschrocken auseinanderfuhren. Korra schluckte und Asami stand hastig auf.

„Ich- äh, ich räum ab.“

Schnell sammelte die Ältere ihr Geschirr ein und verschwand damit im Haus. Der Avatar lehnte sich schweratmend wieder an. Unter normalen Umständen hätte sie ihrer Freundin geholfen, doch es war eindeutig, dass sie gerade alleine sein wollte. Und der Grund war genauso offensichtlich. Sie hatten sich gerade beinahe geküsst.
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