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The Longing (Halfdan x OC)

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character)
10.08.2021
14.01.2022
21
43.464
11
Alle Kapitel
28 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
14.01.2022 1.501
 
Hallo Leute! Bitte sagt mir, was euer Lieblingskapitel bisher ist und warum :) Ich danke euch!

Ach, noch eine kleine Anmerkung: Ich hoffe, es stört euch nicht, dass ich hier nicht unbedingt Ereignisse aus der Serie richtig einbauen werde. Es werden Situationen auftauchen, die auch in der Serie vorkommen, aber irgendwie grundlegend anders sind.  

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(Ida)

Der Kuss war schon ein paar Tage her, und da zu viele gute Krieger noch von dem gescheiterten Angriff auf die Franzosen verletzt waren, wurde beschlossen, das Land wieder zu verlassen. Aus den Gesprächen, die Ida am Rande mitbekam, erfuhr sie, dass man davon ausging, dass die Franzosen nach ihnen suchten, um ihnen sozusagen den Todesstoß zu versetzen. Halfdan hatte in den letzten Tagen die meiste Zeit geschlafen, aber es ging ihm etwas besser. Auch das Fieber war so gut wie verschwunden. Die meiste Zeit saß Ida neben dem schlafenden Halfdan, sah ihn an und dachte nach. Aber jetzt saß sie mit Helga zusammen und erzählte von ihren Visionen. "Ich kann mir wirklich keinen Reim darauf machen, Helga. Müsste eine Völva nicht wissen, was ihre Visionen bedeuten? Jedes Mal sehe ich eine Menge Blut, höre einen schrecklichen Schrei und jedes Mal kommt ein kleines Detail hinzu..... Es ist zum Verrücktwerden. Vielleicht bin ich ja doch keine Völva?" Helga sah sie einen Moment lang nachdenklich an. "Wenn du keine Völva wärst, würdest du keine Visionen bekommen. Vielleicht bist du einfach noch nicht erfahren genug, um diese Vision direkt zu deuten? Wenn wir wieder in Kattegat sind, solltest du den Seher aufsuchen und ihn um Rat fragen." Ida nickte zustimmend. Das klang vernünftig.

Wie aus dem Nichts stand Halfdan plötzlich neben ihr, wobei er ihr eine Hand auf die Schulter legte. Er trug jetzt wieder seine blaue Tunika mit der dunklen Lederrüstung darüber. Er blickte angespannt in den Wald um ihn herum. "Versteck dich", sagte er leise und knapp. Verwirrt blickte Ida zu ihm auf, dann sah sie sich im Lager um. Die Krieger hatten ihre Waffen gezogen und sahen ebenfalls angespannt aus. Was hatte sie übersehen? Floki erschien neben Helga. "Die Franzosen sind hier" Erschrocken suchte Idas Blick den Wald ab, aber sie sah nichts. Wo waren sie? Und wo sollte sie ein Versteck finden? Wieder blickte sie zu dem tätowierten Krieger neben ihr auf. Seine Kiefermuskeln spannten sich an. Halfdan konnte unmöglich wieder fit genug sein, um zu kämpfen.

"Halfdan..." In diesem Moment kam etwas auf sie zugeflogen. Sie hörte das Zischen in der Luft, reagierte zu langsam. Doch sie wurde mit Wucht zur Seite gestoßen. Hart fiel sie auf den Boden. Zum Glück, denn dort, wo sie eben noch gestanden hatte, steckte nun ein Pfeil. Ida starrte den Pfeil mit großen Augen an. Keine Sekunde später kamen bewaffnete Männer hinter den Bäumen und Büschen hervorgerannt. Idas Herz pochte wie wild. Halfdan stellte sich schützend vor sie. Er grinste die Franzosen grimmig an. Auch er zückte seine Axt und schlug einen Mann nieder. Ida erwachte aus ihrer Benommenheit, stand eilig auf und wich zurück. Als sie ein paar Meter vom Geschehen entfernt war, drehte sie sich um und sah die kämpfenden Männer an. Sie hörte das Klirren von Metall auf Metall, hörte, wie die Männer vor Schmerzen stöhnten und wimmerten. Außerdem konnte sie an Halfdans verbissenem Gesichtsausdruck und seinen ungewöhnlich steifen Bewegungen erkennen, dass auch er noch Schmerzen hatte. Ida war so sehr damit beschäftigt, Halfdan nicht aus den Augen zu verlieren, dass sie gar nicht bemerkte, dass die Franzosen auch von hinten kamen. Erst als die Hände grob über ihre Taille gelegt wurden, wurde sie sich dessen bewusst. Panisch begann sie zu schreien und wehrte sich. Mit der Faust schlug sie dem Mann mit voller Wucht auf die Nase und er ließ sie los.

Aber da war schon der nächste Mann, der nach ihr griff. Ida schlug und trat wild um sich, doch irgendwann stolperte sie, verlor das Gleichgewicht und fiel auf den Bauch. Hände schlossen sich um ihre Knöchel und zerrten sie über den Waldboden. "Nein! NEIN!"  Ihr Kleid rutschte ihr die Beine hoch. Der Mann bemerkte dies und sah Ida lüstern an. Er gab einem anderen Franzosen ein Zeichen, zu ihm zu kommen. Ida versuchte unterdessen schnell, das Kleid zurechtzurücken. Der Mann, der ihre Knöchel festhielt, sagte etwas zu dem anderen Mann, was sie wegen des Lärms um sie herum nicht verstand. Der Franzose zog etwas vom Griff seines Schwertes ab. Als er näher an Ida herantrat, erkannte sie, dass es ein Lederband war, und sie ahnte Böses. Ruckartig schüttelte sie den Kopf. "Nein, bitte! Nein!" Wieder versuchte Ida, sich zu wehren, doch dann riss der Franzose sein Schwert und setzte ihr die kalte Klinge an die Kehle. Ida schluckte schwer. Ihre Gedanken überschlugen sich. Was sollte sie tun? Der Mann band ihre Handgelenke mit einer Lederschnur zusammen. Ida sah mit Schrecken, dass ein anderer Mann auch ihre Knöchel zusammenband. Voller Panik holte sie Luft. Dann wurde die Klinge von ihrem Hals entfernt und der Mann warf Ida über seine Schulter, als ob sie nichts wöge. Verzweifelt versuchte sie, sich mit zappelnden Bewegungen zu befreien - ohne Erfolg. Tränen liefen ihr über die Wangen. Dann erhaschte sie wieder einen Blick auf ihren blonden, tätowierten Krieger. "...Halfdan... HALFDAN!!!"

(Halfdan)

Halfdan biss die Zähne zusammen. Es war nicht leicht für ihn, sich zu konzentrieren. Seine Wunde hinderte ihn daran. Es war, als wollte Odin selbst, dass er darunter litt. "HALFDAN!!!" Er war gerade dabei, einen anderen Franzosen zu Boden zu stoßen, als er Idas angsterfüllte Stimme hörte. Sofort drehte er sich um und suchte mit seinem Blick nach ihr. Entsetzt riss er die Augen auf, als er sie bäuchlings über die Schulter eines Franzosen hängen sah, der sie wegtrug. Sein Entsetzen verwandelte sich schnell in blanke Wut. So schnell er konnte, rannte er in Idas Richtung. Dieser französische Bastard wird sich wünschen, er wäre nie geboren worden, dachte Halfdan. Aber dann kamen ihm andere Franzosen in die Quere. Verdammt! Schnell tötete er einen mit seiner Axt, und Blut spritzte ihm ins Gesicht. Der andere war ein besserer Kämpfer und hätte Halfdan fast mehrmals mit einem Schwert in die Rippen getroffen. Aber dann gelang es Halfdan, diesen Mann mit seiner Axt am Kopf zu treffen. Als er versuchte, zu Ida zu gelangen, stellte er mit einem Fluch fest, dass sie nicht mehr in Sicht war. Sie war weggeschleppt worden. Halfdan wollte vor Wut schreien, doch etwas traf ihn hart an der Schläfe und er fiel bewusstlos zu Boden...

Nur zögernd kam Halfdan wieder zu sich. Alles tat ihm weh, und er war schrecklich durstig. Stöhnend setzte er sich auf und lehnte sich an etwas Kaltes. Nur langsam, nach und nach, nahm er die Umgebung in sich auf. Die Luft war feucht und kalt und roch muffig. Er hörte das Geräusch von Ketten, seinen Bruder, der seinen Namen sagte. Halfdan war plötzlich hellwach, schüttelte schnell den Kopf und schaute sich genauer um. Er saß in einem Raum aus rauem Stein, dessen Wände rund waren und die Decke weit über ihm lag. Wahrscheinlich hätten selbst Riesen in diesem Raum aufrecht stehen können. Und ganz oben war eine kleine Öffnung in der Wand, durch die fades Licht schien. Seine Handgelenke waren  in Ketten gelegt und an der Steinwand befestigt. Leise fluchte er. Dann sah er zu seinem Bruder, der etwas weiter von ihm entfernt ebenfalls an die Wand gekettet war. Ein paar andere Männer waren auch noch da. Aber bei weitem nicht alle. Was war mit den anderen geschehen? Harald und Halfdan tauschten vielsagende Blicke aus. Keiner brauchte etwas zu sagen. Beide wussten, dass sie in der Klemme steckten.

Halfdan lehnte seinen Kopf erschöpft an die Wand, blickte dann aber wieder direkt zu seinem Bruder. "Hast du Ida gesehen?" Harald schaute ihn nicht an, sondern schüttelte nur langsam den Kopf. "Ich würde mir an deiner Stelle nicht zu große Hoffnungen machen, Bruder." Halfdan stockte der Atem. Nein, das war nicht möglich. So konnte es einfach nicht sein. Ida, seine Ida war noch am Leben und brauchte seine Hilfe! Ganz sicher. Er biss die Zähne zusammen und rüttelte kräftig an der Kette. "Das habe ich alles schon versucht, Bruder. Es ist sinnlos." Halfdan holte tief Luft und schlug mit einem wütenden Schrei seine Faust gegen die Wand. Er schloss die Augen und hatte wieder das Bild vor Augen, als Ida verschleppt wurde. Halfdan erinnerte sich auch an die Gesichter der beiden Männer.... Er öffnete die Augen wieder und schwor im Stillen den Göttern, ihnen diese beiden Franzosen zu opfern, damit sie sich im Gegenzug um Ida kümmerten, bis er wieder bei ihr war. Plötzlich hörte er ein lautes Krächzen. Als er aufblickte, sah er einen Raben, der oben auf der Öffnung in der Wand saß und zu ihm hinunterschaute. Der Vogel krächzte erneut, schlug mit den Flügeln und flog davon. Ein wissendes Grinsen huschte über Halfdans Lippen. Das Wissen, dass die Götter ihm zuhörten....
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