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Rock My Heart

von hime11
Kurzbeschreibung
SongficFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Het
Inu-Yasha Kagome
06.08.2021
21.01.2022
19
82.035
9
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.01.2022 3.386
 
Hii^^


Hier ist das neue Kapitel für euch - aufgrund meines großartigen Zeitmanagements leider erst so spät^^'


Vielen lieben Dank für eure Reviews <3


Der Song des Kapitels:
Story of the Year - Remember A Time: https://www.youtube.com/watch?v=KCDPLVFzYFA


Sooo... Nun viel Spaß bei Kapitel 18 !!!






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18.     Längst vergangene Zeiten – Remember A Time



Mit langsamen Schritten lief Kagome die lange Steintreppe nach oben, die zum Schreingelände ihrer Familie führte. Sie kam gerade eben von Inu Yashas Wohnung, wo sie einiges über die Vergangenheit des jungen Manns erfahren hatte, das ihr doch zu denken gab.
Während sie miteinander gesprochen hatten, hatte sie deutlich gespürt, dass ihn dieses ganze Thema wirklich belastete. Er liebte sein erfolgreiches Musikerleben, das stand außer Frage. Doch die Schatten der damaligen Geschehnisse schwebten immer noch über ihm, das wusste sie.
Kagome konnte auch verstehen, dass die ganze Situation alles andere als einfach war. Immerhin schien Inu Yasha mit Sango und Miroku wirklich eng befreundet gewesen zu sein. Sie hatten den Traum des Rockstars zusammen leben wollen. Aber dann war Inu Yasha abgesprungen, bevor er das Angebot der Plattenfirma bekommen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Freunde garantiert schon verstritten, weswegen sie kein Interesse daran gehabt hatten, den späteren Deal der Plattenfirma zusammen mit Inu Yasha anzunehmen.
Dass er nun ohne die beiden erfolgreich war, machte die ganze Schose bestimmt nicht einfacher. Nun hatte sich in die zerrüttete Beziehung bestimmt noch Neid und Groll hineingemischt. Wie der junge Mann ihr schon gesagt hatte, hatte er eigentlich gar keinen Kontakt mehr zu seinen beiden ehemaligen Freunden.
Wie sehr ihn das belastete, hatte die Jugendliche deutlich gemerkt. Wahrscheinlich waren seine Schuldgefühle auch eine Ursache dafür, weshalb er im Augenblick keine Lieder schreiben konnte. Umso mehr Erfolg ‚Demon Slayers‘ hatten, umso mehr schämte sich der Frontmann für sein damaliges Verhalten. Sie war sich sicher, dass er diese Empfindungen die meiste Zeit über ausschaltete oder ignorierte. Aber das war eben nicht immer möglich. Die Vergangenheit holte einen unermüdlich ein, das hatte Kagome schon am eigenen Leib erfahren, als Inu Yasha ihr die Törtchen aus Osaka mitgebracht hatte.
Dadurch hatte sie sich ihren Gefühlen gestellt, die sie so lange unterdrückt hatte. Es war schwer gewesen, hatte sich schlussendlich aber gelohnt. Nun fühlte sie sich auf jeden Fall um einiges besser.
Sie würde sich wünschen, dass es Inu Yasha ebenso ging. Auf die Dauer wurden die Schuldgefühle schließlich immer schlimmer. Garantiert wünschte er sich innerlich die ganze Sache von damals mit Sango und Miroku zu klären. Doch es war natürlich nicht leicht auf jemanden zuzugehen, den man verletzt hatte. Bestimmt hatte er sich auch schon lange nicht mehr bei den beiden gemeldet. Keine besonders guten Voraussetzungen für eine Aussprache.
Gerne würde die 18-Jährige ihm irgendwie helfen. Genaugenommen hatte Inu Yasha ihr schließlich auch geholfen, wenn auch eher unbewusst. Sie würde ihm gerne das gleiche entgegenbringen. Nur wie?
Die Schwarzhaarige hatte derweil den gepflegten Hof betreten, stellte sich mit unschlüssiger Miene vor den Goshinboku, dessen Äste im seichten Wind wackelten. Sie ließ das Gespräch mit Inu Yasha revuepassieren, sie hatten sich heute eine ganze Weile unterhalten. So hatte sie auch herausgefunden, an welcher Universität Inu Yasha, Sango und Miroku damals studiert hatten. Es war zufälligerweise die gleiche Universität, an der Kikyous Vater als Wirtschaftsdozent angestellt war und…
Kagome hielt inne, als sie sich an dieses Detail zurückerinnerte. Soeben formte sich eine Idee in ihrem Kopf zusammen, die sie aber nicht ohne Hilfe bewerkstelligen konnte. Eilig nahm sie ihr Handy aus der Hosentasche der Jeans und suchte in ihrer Kontaktliste nach der Nummer ihres Onkels. Sie berührte den grünen Hörer auf dem Display, bevor sie sich das Handy ungeduldig ans Ohr hielt und hoffte, dass der Angerufene schnell herangehen würde.


Die goldenen Augen waren auf den dunklen Esstisch gerichtet, an dem Inu Yasha vor einiger Zeit platzgenommen hatte. Auf diesem stand ein alter, etwas kaputter Schuhkarton, dessen Inhalt er auf der schwarzen Tischplatte ausgebreitet hatte. Es handelte sich bei diesem um einige Bilder, die er aus seiner Schulzeit aufgehoben hatte.
Normalerweise versauerte der Karton in irgendeiner Ecke seines Kleiderschranks. Schon seit Jahren hatte er sich die Fotografien nicht mehr angeschaut, sie gleichzeitig aber auch nicht wegschmeißen können. Nach seinem Gespräch mit Kagome hatte er die Kiste kurzentschlossen herausgekramt, um sich den Inhalt anzuschauen.
Mit diesem waren auf jeden Fall gemischte Gefühle verbunden. Denn natürlich war auf den meisten Bildern der junge Mann zusehen, zusammen mit Sango und Miroku. Am Tag ihres Abschlusses, als sie das letzte Mal ihre Schuluniformen getragen hatten. Aber auch bei Proben in der Garage von Sangos Familie, in der die Schülerband immer gespielt und geprobt hatte. Ein paar kleinere Konzerte hatten sie damals ebenfalls schon gehabt.
Er hatte erste Bühnenluft schnuppern können und ab der ersten Sekunde gewusst, dass es das war, was er unbedingt machen wollte. Er wollte einfach auf der Bühne stehen und Musik machen. Sango und Miroku hatten diesen Traum geteilt. Gemeinsam hatten sie alles darangesetzt, ihn wahr werden zu lassen… doch nun war es allein Inu Yasha, der auf der Bühne stand.
Sofort überkam ihn wieder dieses wehleidige Gefühl, das er immer hatte, wenn er an seine beiden Freunde und ihre damalige, gemeinsame Zeit dachte. Der Hellhaarige nahm eine Fotografie in der Hand, die bei einem ihrer kleinen Auftritte gemacht worden war. Er stand am Rand der Bühne, hatte den Gesang übernommen und auf der Gitarre gespielt. Sango war die Bassistin gewesen und Miroku hatte Schlagzeug gespielt. Inzwischen stand er nur selten mit seiner Gitarre auf der Bühne, da ‚Demon Slayers‘ durch Shippou einen eigenständigen Gitarristen hatte. Er genoss es, dass er sich überwiegend auf den Gesang konzentrieren konnte und auch mehr bei den Liedern abgehen konnte als es mit der Gitarre möglich wäre. Doch die damaligen Konzerte in ihrer kleinen Runde hatten ihm immer Spaß gemacht. Egal, ob sie vor 50 oder 500 Menschen aufgetreten waren. Das Wichtigste war gewesen, dass er zusammen mit seinen besten Freunden auf der Bühne stehen durfte.
Das Foto legte der 22-Jährige wieder weg. Inzwischen war es 5 Jahre her, dass sie gemeinsam Musik gemacht hatten. Wie gern würde er manches Mal die Zeit zurückdrehen... Wieder in die Momente zurückkehren, an die er soeben dachte. Inu Yasha erinnerte sich nach all den Jahren wieder an die Zeit zurück, die er eigentlich aus seinem Kopf gestrichen hatte. Dies ließ gemischte Gefühle in ihm zurück, die er soeben noch nicht richtig einordnen konnte.
Er wandte seinen Blick von der Tischplatte ab, lugte in den Raum hinein. So fielen seine Augen auf die Gitarre, die am Sofa lehnte und den Block, der immer noch auf dem Tisch lag. Ein paar Sekunden lang betrachtete er die beiden Sachen und ließ seine Gedanken noch einmal revuepassieren… dachte an den Wunsch, die Zeit von damals wieder zurückholen zu können.
Wie vom Blitz getroffen erhob sich der Musiker von seinem Stuhl und lief zur Sofalandschaft. Er schnappte sich einen Stift und den Block, bevor er sich auf dem weichen Leder niederließ. Ihm waren soeben einige Textzeilen in den Sinn gekommen, die er schnell aufschrieb. Immer mehr Wörter landeten auf dem Papier und es dauerte nicht lange, bis er auch die Gitarre zur Hand nahm und die ersten Akkorde spielte. Es war so, als hätte sich die Blockade urplötzlich in Luft aufgelöst, sodass schon nach kurzer Zeit ein Song entstanden war, mit dem der junge Mann mehr als nur zufrieden sein konnte.

Die letzten Takte vom Song ‚Adrenaline‘ verhallten in der großzügigen Location inmitten von Tokyo, in welcher ‚Demon Slayers‘ am heutigen Abend ein Konzert spielte. Die vier Bandmitgliedern waren schon ziemlich außer Atem. Ihre Klamotten klebten wie eine zweite Haut an ihren Körpern, aufgrund der heißen Scheinwerfer, die die Bühne in verschiedenen Farben anleuchteten.
Das Konzert war glücklicherweise fast am Ende angelangt. Sie waren schon ziemlich geschafft, würden aber auch beim letzten Song des Abends alles geben. Vor allem, da es sich bei diesem um ein ganz besonderes Lied handelte.
„Habt ihr Lust auf einen brandneuen Song?“ fragte Inu Yasha in das Mikrofon, das er zuvor wieder in den Ständer gesteckt hatte. Er brauchte für das neue Lied, welches er erst vor wenigen Tagen geschrieben hatte, beide Hände. Er wollte es unbedingt ebenfalls auf der Gitarre begleiten, weshalb er sich das rot-schwarze Instrument vom Bühnenrand geschnappt hatte. Er richtete den Gurt noch ein wenig und nahm sich anschließend eines der Plektren, um mit diesem auf den scharfen Metallsaiten der E-Gitarre spielen zu können. Wie erwartet war die Begeisterung im Publikum groß. Es war natürlich immer etwas Besonderes, wenn ein neues Lied gespielt wurde. Auch für die Band. „Dann freut euch auf ‚Remember A Time‘, den letzten Song des heutigen Abends.“ kündigte Inu Yasha das frischgeschriebene Lied an, bevor Kouga mit seinen Drumsticks den Takt angab. Sofort hallten die fetten Gitarrenklänge durch die Halle, bevor nach einigen Sekunden auch die Stimme des jungen Manns zu hören war:

Can we open the pages
To remember a time
When the images focused
And the planets were aligned


Inu Yasha war froh, dass er seine Blockade überstanden hatte. An jenem Tag war es so gewesen, als wäre einfach ein Knoten geplatzt. Schnell hatte er das Lied aufs Papier gebracht und die Melodie komponiert. Auch die Band hatte sofort Gefallen an dem Song gefunden und noch einige kleine Verbesserungsvorschläge gehabt, die sie innerhalb kürzester Zeit umgesetzt hatten.
In den vergangenen Tagen waren sie viel im Proberaum gewesen, hatten das Lied gespielt und sich auf den heutigen Auftritt vorbereitet. Der 22-Jährige hatte den Song einfach unbedingt spielen wollen… weil er ihm einfach aus der Seele sprach.

All the stars up above us
Let us travel through time
They erase all the distance separating you and I
And now this glass will get me through the night (through the night)
As the stars go over I know I'll be alright


Es tat einfach gut, sich die Gedanken von der Seele zu singen, die ihn nun schon seit Jahren quälten. Er wollte damit abschließen, sich nicht mehr von diesen Schuldgefühlen heimsuchen lassen.
Die Zeit konnte man nicht zurückdrehen. Was geschehen war, war geschehen. Doch man konnte weitermachen, versuchen darüber hinzuwegzukommen. An die schönen Momente denken, die Erinnerung in Ehren halten, anstatt sich vor dieser zu verschließen. Genau das hatte Inu Yasha nun auch vor.
Damals war viel falsch gelaufen, das wusste er. Trotzdem wollte er nicht alles bereuen. Zusammen mit Sango und Miroku hatte er eine tolle Zeit gehabt. Diese hatte er nun auch, wenn er mit seinen Bandkollegen auf der Bühne stand. Er wollte dieses Privileg nur noch genießen, ohne die störenden Gedanken, die er oftmals ausgeblendet hatte, die aber immer da gewesen waren. Mit diesen hatte er sich dank Kagome auseinandersetzen können. Er musste sich mit diesen Empfindungen abfinden und nach vorne schauen. Das stand für Inu Yasha fest.

It's no surprise that the feeling has changed
And the years have slipped away
Through the hands of time
Open your eyes cause that promise we made
That our light would never fade
It'll never die



Kagome hatte ihre Augen auf die Bühne gerichtet, auf der Inu Yasha stand, auf seiner Gitarre spielte und die bewegenden Zeilen in das Mikrofon sang. Die Jugendliche war von den Zeilen wirklich ergriffen. Weil sie wusste, worüber er sang, mit was er sich auseinandersetzen musste.
Sie konnte es nachvollziehen, anders als die anderen Fans in der Konzerthalle. Sie konnte seinen Schmerz heraushören, gleichzeitig aber auch die Hoffnung. Es ging ihm besser, das wusste sie. Er verschloss sich nicht mehr vor den damaligen Geschehnissen. Inu Yasha konnte sie zulassen und weitermachen, genauso, wie auch sie es getan hatte.

We were balancing moments
On the thin edge of a knife
Can we dig up forgiveness where we buried the lies
Can we fill all the voids left by the hardest of goodbyes

It's no surprise that the feeling has changed
And the years have slipped away


Aufgrund seines komischen Verhaltens von vor einigen Tagen hatte Inu Yasha die Jugendliche auf das Konzert eingeladen. Vielleicht hatte er dies nicht nur getan, um sich so bei ihr zu entschuldigen. Wahrscheinlich hatte er gewollt, dass sie dieses Lied hören konnte.
Seine Schreibblockade schien sich aufgelöst zu haben. Sie war sich sicher, dass es ihm geholfen hatte, dass er sich mit ihr über die ganzen Geschehnisse unterhalten hatte. Auch Kagome hatte lernen müssen, dass es falsch war, wenn man immer versuchte stark zu sein und alles mit sich selbst ausmachte.
Manchmal brauchte man einfach jemanden, an dessen Schulter man sich anlehnen konnte oder der einem nur zuhörte. Es machte Kagome wirklich glücklich, dass sie diese Person für Inu Yasha hatte sein können.

There was a time when we felt like years away
Somehow we never let hope or pictures fade
There was a night when we let go of our fears
Somehow we never disappear


Das Vibrieren ihres Handys in der Hosentasche der schwarzen Jeans zog die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf sich. Sie wandte ihren Blick einen Moment von der Bühne ab und lugte auf das Display. Nachdem sie die Nummer ihres Onkels entdeckt hatte, holte sie das Gerät vollständig hervor. Schnell öffnete sie die Nachricht, die ihr Kikyous Vater geschrieben hatte. Unweigerlich bildete sich ein kleines Lächeln auf ihren Lippen. Ihr Onkel hatte es tatsächlich geschafft ihre Bitte zu erfüllen. Perfekt.
Das Smartphone steckte sie schnell wieder weg, schaute erneut zu Inu Yasha, der gemeinsam mit der Band in den letzten Zügen des Liedes war. Er legte sein ganzes Herzblut in den Song. Er bedeutete ihm unglaublich viel… weil ihm seine Vergangenheit mit Sango und Miroku so viel bedeutete, das wusste sie.
Umso schöner war es daher, dass ihr Onkel tatsächlich helfen konnte. Denn so würde sie vielleicht dafür sorgen können, dass die vergangene Zeit für Inu Yasha nicht lediglich eine ferne Erinnerung bleiben musste.

Open your eyes it's that promise we made
That our light would never fade
Never ever die
Never die



Ein kurzes Klopfen ertönte am Rahmen der offenstehenden Tür, die zu Inu Yashas Garderobe im Backstagebereich führte. In dieser hatte er sich soeben das verschwitzte Oberteil ausgezogen, welches er während des Konzerts angehabt hatte. Nun trug er einen schlichten, dunkelblauen Pullover zu seiner schwarzen Hose, hatte sich einen Schluck aus der Wasserflasche genehmigt. Diesen schluckte er schnell herunter und richtete den Blick zum Ursprung des Klopfens. Kagome war im Türrahmen aufgetaucht, nachdem er einen Security-Mitarbeiter darum gebeten hatte, sie unauffällig zu ihm zu schleusen.
„Was verschafft mir denn die Ehre, in den Backstagebereich geleitet zu werden?“ fragte sie ihn schmunzelnd und betrat die kleine, etwas chaotische Garderobe dabei. „Hast du etwa die Hoffnung, dass ich doch noch ein Foto mit dir machen will?“ neckte sie ihn, würde ihn wahrscheinlich ewig mit ihrem seltsamen und amüsanten ersten Treffen aufziehen.
„Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.“ spielte er einfach mit, lehnte sich mit verschränkten Armen gegen den Tisch, an dem ein großer Spiegel montiert war. Es standen ein paar Pflegeprodukte darauf, die ihn aber herzlich wenig interessierten. Doch es traten natürlich auch weibliche Künstler in dieser Location auf, die sich über den großen Spiegel zum Fertigmachen garantiert freuten.
„Ich fand das Lied wirklich toll. Also den neuen Song.“ meinte die Schwarzhaarige auf einmal. „Ich konnte spüren, dass du dich mit der ganzen Sache von damals wirklich auseinandergesetzt hast. Ich weiß, wie wichtig das ist und, dass es etwas Befreiendes an sich hat.“
„Das hat es wirklich. Ich fühle mich auf jeden Fall besser.“ erwiderte der junge Mann. Nicht nur, dass seine Schreibblocke überstanden war, nein, er hatte gleichzeitig auch eine Art Seelenfrieden mit sich und den Ereignissen schließen können. Es fühlte sich wirklich so an, als wäre ihm damit ein großer Stein vom Herzen gefallen, der ihm schon viel zu lange auf der Brust gelegen und das Atmen erschwert hatte. „Und ich wollte mich deswegen auch bei dir bedanken. Wenn du mir nicht so auf den Zahn gefühlt hättest, hätte ich mich diesen Gefühlen nicht stellen wollen.“ sagte er zur Jugendlichen. Genau deswegen hatte er sie heute noch einmal sehen wollen. Inu Yasha wollte einfach, dass sie wusste, wie dankbar er ihr dafür war.
„Dafür sind Freunde da.“ antwortete sie ein wenig abwinkend. „Genau das gleiche hast du schließlich auch schon für mich getan.“ fügte sie noch hinzu, meinte damit wahrscheinlich den Abend an ihrem Geburtstag, als sie bereit gewesen war über den Tod ihres Vaters zu sprechen.
„Demnach sind wir nun also quitt?“ schmunzelte der Hellhaarige.
„Ja, das sind wir wohl.“ kicherte das Mädchen aufgrund seiner scherzhaften Worte. „Nachdem wir das also geklärt haben, mache ich mich lieber auf den Heimweg. Meine Mutter wartet bestimmt schon auf mich.“
„Du gehst nachhause? Ich wollte dich eigentlich fragen, ob du mit zu unserer After-Show-Party kommen möchtest. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn du mit dabei bist.“ entgegnete der junge Mann. Er hatte es damals wirklich schön gefunden, als Kagome mit ins ‚Tama‘ gekommen war. Shippou würde sich bestimmt auch freuen sie mal wiederzusehen. An Kouga und Ayame wollte er lieber nicht denken. Sie sollten endlich akzeptieren, dass Kagome ihm wichtig geworden war.
„Sorry, vielleicht ein andern Mal. Ich habe morgen was Wichtiges vor und will deswegen nicht so lange wachbleiben.“ kam es entschuldigend von der Schwarzhaarigen. Zwingen konnte er sie ja schlecht, vor allem, wenn sie morgen sowieso etwas vorhatte.
„Dann beim nächsten Mal.“ erwiderte er. Nicht nur Kagome war in der Lage hartnäckig zu sein.
„Ja, beim nächsten Mal.“ versprach sie ihm brav, hatte dabei ein kleines Schmunzeln auf den Lippen. Sie verabschiedete sich von ihm, verschwand dann eilig aus seiner Garderobe, in welcher der junge Mann allein zurückblieb und wohl oder übel ohne die Jugendliche zur Party gehen musste.


Ein lautes Hupen hallte durch den lebhaften Stadtteil, der sich nah an der Innenstadt befand. Mit schnellen Schritten hatte Kagome eine der dichtbefahrenen Straßen überquert, hielt dabei einen kleinen Zettel in der Hand, der schon etwas zerknittert war. Vor einem Geschäft blieb sie schließlich stehen, überprüfte die Adresse noch einmal mit der, die sie sich Zuhause flink aufgeschrieben hatte. Sie stimmte überein, demnach schien die 18-Jährige wirklich an ihrem Ziel angekommen zu sein.
Das Mädchen legte ihre Hand an den Knauf der Eingangstür, die zu diesem kleinen Musikladen führte, in dem man Instrumente und ausgewählte Medienträger kaufen konnte. Noch einmal atmete sie tief durch, bevor sie die Tür entschlossen aufstieß und das helle Klingeln eines kleinen Glöckchens hören konnte, das den Ladenbesitzern anzeigte, dass sich ein neuer Kunde im Verkaufsraum befand.
In diesem tummelten sich neben der Schwarzhaarigen auch ein paar andere Kunden. Interessiert betrachteten sie ein paar der Gitarren, die an der Wand hingen, andere studierten die verschiedenen CDs und Schallplatten, die man kaufen konnte. Auf den ersten Blick war zu erkennen, dass sich die Auswahl des kleinen Geschäfts vor allem auf das Rockgenre bezog. Dies wunderte Kagome nicht. Schließlich wusste sie, wer die Betreiber des Musikladens waren.
Neugierig ließ die Schülerin ihre braunen Augen durch das Innere wandern, bewegte sich zwischen den Regalen und Auslagen, schaute sich gezielt nach zwei Personen um, die sie hoffentlich hier antreffen würde. Ansonsten wäre sie vollkommen umsonst hergekommen, nachdem sie von ihrem Onkel den entscheidenden Tipp bekommen hatte.
„Kann ich Ihnen behilflich sein?“
Kagome hörte eine weibliche Stimme hinter sich, die angenehm freundlich klang. Augenblicklich wandte sie sich um, schaute in das Gesicht einer Frau, die wohl ein paar Jahre älter war als die Schülerin. Knapp 5, um genau zu sein. Denn die junge Frau, die ihre langen, braunen Haare zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden hatte, war für sie gewiss keine Unbekannte. Erst vor wenigen Tagen hatte sie ein Bild mit ihr in der Hand gehabt, wusste daher auch, dass sie wirklich an den richtigen Ort gekommen war.
„Das können Sie wahrscheinlich wirklich.“ antwortete Kagome, die nun doch ein wenig nervös wurde, jetzt, wo sie der jungen Frau tatsächlich gegenüberstand. „Sie sind Sango, nicht wahr?“
„Ähm… Ja, das bin ich. Wollen Sie etwas Bestimmtes von mir?“ fragte die Brünette weiter nach. Dabei hatte sie ihre Stirn gerunzelt, musterte die 18-Jährige ein wenig misstrauisch.
„Ich würde gerne mit Ihnen reden, es ist wirklich dringend.“ erwiderte das Mädchen und hoffte inständig, dass es nicht vollkommen umsonst sein würde, dass sie extra hergekommen war.














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Tja, ob Kagomes Besuch etwas bewirken kann, wird sich herausstellen.


Am Freitag wird es weitergehen!


Bis dahin !!!


LG hime11
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