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Chiara und Ina – Eins sein

von Hundeherz
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / FemSlash
Chiara Nadolny Ina Ziegler
05.08.2021
14.11.2021
14
53.388
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08.10.2021 2.912
 
Teil 10

Es war Freitag, Chiara hatte gerade ihr Training für heute beendet. Sie verließ gerade das Zentrum, verstaute ihre Sporttasche im Kofferraum ihres Wagens, als Nathalie sich zu ihr gesellte.
„Hey…“
„Hey. Schön dich zu sehen…“
„Es freut mich, dass es heute mal klappt mit dem gemeinsamen Essen…“, meinte die Eisdiva und schloss den Kofferraum, dann umarmten sich die Freundinnen kurz.
„Ja, ich war ziemlich eingespannt im Krankenhaus…und…“
„Mit Maximilian…“
„Ja genau. Wollen wir zum Imbiss oder in die Sieben…?“

Chiara warf einen kurzen Blick auf den Imbisswagen, in dem jemand anders arbeitete als ihre Freundin. Ina fuhr aber in diesem Moment gerade mit dem Wagen von Marian vor, das Auto rollte aus. Einen Augenblick später öffnete sich die Fahrertür und Ina schlang ihre Beine hinaus. Was für einen herrlichen Anblick sie bot. Sie trug ihre schwarze Kochjacke, eine enge schwarze Hose, die ihre langen, schmalen Beine betonte. Sie sah umwerfend aus.

„Hey Anja, ich muss noch kurz in die Sieben, was mit Marian besprechen, ich weiß aber nicht wie lange das dauert, aber danach löse ich dich ab.“
„Alles klar, ich halte hier solange die Stellung…“
„Lass uns in die Sieben gehen…“, meinte Chiara, die Inas Worte vernommen hatte, während sie und Nathalie an der Schranke vorbeigingen.
„Okay…“
„Na dann komm, dann können wir auch in Ruhe quatschen.“
Die Eisläufern hakte sich bei ihr unter und zog sie mit sich, die Köchin ging nur wenige Meter vor ihnen voraus.
Lässig strich Ina sich eine Strähne aus dem Gesicht und warf einen Blick über die Schulter. Chiara, die neben Nathalie in einigem Abstand hinter ihrer Freundin herging, bekam weiche Knie.

Am liebsten wollte Chiara sofort auf sie zu rennen und sie in ihre Arme ziehen, denn sie konnte es kaum erwarten, ihre Lippen wieder zu spüren.

Für einen Sekundenbruchteil ließ Ina ihren Blick über sie hinweg gleiten. Von oben bis unten. Ein Lächeln lag auf ihrem Gesicht, während sie Chiara verliebt musterte, schlug ihr Herz doppelt so schnell. Sie betrachtete den kurzen Jeansrock, die weiße Bluse und den schwarzen Blazer. Ihre Füße, mit den pinkfarbenen lackierten Zehennägeln, steckten in eleganten, hochhackigen Sandletten.
Ihre Freundin war eine Augenweide. Ina erfreute sich an ihrem Anblick, vielleicht einen Moment zu lange, denn als sie sich umdrehte, bemerkte sie gerade noch rechtzeitig, dass sie fast gegen eine Straßenlaterne gelaufen wäre. Sie hielt erschrocken im letzten Moment inne. Ihre Nase nur einen winzigen Zentimeter entfernt von dem rostigen Metall.
„Das hätte schief gehen können“, dachte sie. „Und ich hätte mich völlig vor meiner Freundin blamiert. Wie peinlich…“
Chiara, die gerade an ihr und neben Nathalie vorbei ging, warf ihr einen Blick zu. Die Brünette biss deutlich auf die Lippe, wohl um ein amüsiertes Lachen zu unterdrücken.
Ina errötete leicht und strich sich verlegen über die Haare.

In der Sieben nahmen Chiara und ihre beste Freundin an einem freien Tisch Platz. Während Ina lächelnd an der Theke lehnte, während sie auf Marian wartete, sah sie Chiara über Nathalies Schulter hinweg in die braun-grünen Augen, die ihr verliebt entgegen funkelten.
„Mein Gott…“ Sie brauchte sie nur aus der Entfernung anzusehen und ihr ganzer Körper stand wie unter Storm. Es war sogar noch intensiver als vorhin auf der Straße.

„Hey Ina, konntest du alles erledigen?“
„Ja Marian, lass uns schnell alles für Morgen besprechen, dann kann ich Anja ablösen.“
Immer wieder warf Chiara Ina einen verstohlenen Blick zu, während diese sich mit Marian unterhielt und jedes Mal, wenn sie ihr liebevoll zulächelte, schien ein Schwarm Schmetterlinge wild in ihrem Bauch herumzuflattern. Und immer wieder musste sie daran denken, was Ina in der vergangenen Nacht mit ihr getan hatte. Wie sie sie geküsst hatte, jedes Mal, wenn Ina sie nur anfasste, fachte die Berührung ihr Begehren noch mehr an.

„Weißt du schon, was du nimmst?“, kam es von der Krankenschwester.
Zunächst sah die Eisdiva sie verwirrt schweigend an. Sie räusperte sich.
„Wie bitte…?“
„Was nimmst du, Chiara?“
„Keine Ahnung.“ Sie wollte gerade den Kopf auf die Speisekarte senken, als sie aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm. Sie sah auf und ihr Herz raste, als sie Ina erblickte, die auf sie zu kam. Ina lächelte sie an.

„Hallo Ina…“, begrüßte Nathalie sie. „Wie geht´s dir?“
„Hallo ihr beiden. Sehr gut, danke Nathalie…“
Chiara schluckte und sagte leise: „Hallo…“ Es war das Einzige, was ihr im Moment einfiel.
„Hallo…“, erwiderte Ina. Sie sah die Eisläuferin so verliebt an, dass ihr Herz schneller schlug. Zu gern hätte sie Inas Kopf zu sich herunter gezogen, aber das traute sie sich noch nicht, nicht hier in einem Raum voller Menschen.

„Wie war es beim Zahnarzt…?“, fragte sie, um sich von ihren Gedanken abzulenken.
Ina lächelte sie an und Chiara wurde ganz anders. Wie gut sie dieses Lächeln kannte, genauso hatte sie sie gestern Nacht angelächelt. Mit dem Lächeln hatte es begonnen und es hatte damit geendet, dass sie miteinander geschlafen hatten.

Ina trat einen Schritt zurück, weil sie befürchtete, ihr zu nahe zu kommen und dass sie dann nicht mehr denken könnte, sich nicht mehr zurückhalten können würde. Viel zu gern hätte sie Chiara geküsst. Sie seufzte.
„Naja, so wie es halt beim Zahnarzt ist.“ Sie schob die Hände in die Hosentaschen.
Verdammt, sah sie heute wieder gut aus.
Sie räusperte sich und fügte dann leise hinzu: „Aber mir geht es besser. Ich werde mich also heute Nacht nicht vor Schmerzen hin und her wälzen und…“ Mitten im Satz brach sie ab. Fast hätte sie gesagt, sie um den Schlaf zu bringen.
Sie sahen einander tief in die Augen und keiner sagte etwas. Ina verlor sich in ihren Augen, Chiaras Lippen waren halb geöffnet als ob sie ihren Kuss erwartete.

Fasziniert beobachtete die Eisdiva wie Ina sich etwas vorbeugte, wie sie den Kopf zur Seite neigte, wie sie den Mund ein wenig öffnete.

Nathalie musterte erst Chiara und dann die Köchin. Ihr Blick wanderte hin und her.
„Willst du dich nicht zu uns setzten?“
„Geht leider nicht, ich muss nun wirklich zum Imbiss.“
„Ach Ina, du musst da noch was auf die Liste für das nötige Essen setzten“, kam es von Marian, der zu den drei Frauen herantrat. Er redete kurz mit Ina und war dann wieder in der Küche verschwunden.
„Irgendwo habe ich einen Stift.“ Ina suchte sämtliche Taschen ab. Fand aber nichts.
„Hier…“, hielt Chiara einen Füller hoch. Ina griff danach und dabei berührten sich ganz kurz ihre Finger.
Es war wie ein Blitzschlag. Diese kurze Berührung reichte aus, um in beiden Frauen alle Erinnerungen zu wecken an die letzte Nacht und an die Verbindung, die sie geteilt hatten.
„Danke…“ Sie notierte sich kurz auf ihren Unterlagen das, was Marian ihr noch gesagt hatte und legte den Füllfederhalter dann auf die Tischplatte.
„Ich muss jetzt wirklich los. Euch beiden einen schönen Tag…“, sagte sie lächelnd. Dann wandte sie sich um und verließ die Kneipe.

Als sie allein am Tisch saßen und Ina durch die Tür verschwunden war, musterte Nathalie forschend Chiaras Gesicht. Auf dem Weg hierher hatte sie schon gemerkt, wie ihre Freundin Ina ansah. Dieser Blick war ihr nicht ganz neu. Aber es lag auch etwas Neues in diesem Strahlen.

Nachdem sie bestellt hatten, unterhielten sich die beiden Freundinnen über Gott und die Welt. Dann zwinkerte sie Chiara zu und sagte leise: „Ich habe dich die letzten Tage kaum zu Gesicht bekommen, das kann aber nicht nur an deinem Training liegen oder…?“
Chiara griff nach ihrem Wasserglas.
„Nathalie…“, sagte sie, als ihre Freundin gleichzeitig sprach.
„Du siehst aus als hättest du in den letzten Tagen wahnsinnig guten Sex gehabt und würdest es sehr genießen…“, kam es herausfordernd von Nathalie.
Die Eisdiva verschluckte sich an ihrem Wasser und hustete.
„Wie bitte…?!“
„Alles okay…?“ fragte Nathalie lachend. „Geht´s wieder…?“
Chiara hatte Tränen in den Augen.
„Woher wusste sie das…?“, dachte sie. Sah man ihr das etwa auf den ersten Blick an, wie sehr sie die Nächte mit Ina genoss? Die Eisdiva spürte, wie sie vor Verlegenheit errötete. Die vergangene Woche war verrückt gewesen. Und wunderbar. Sie und Ina hatten so viel Zeit wie möglich miteinander verbracht.
„Und…wie ist es mit Ina…?“
„Sieht man mir das echt an?“, fragte sie leise. „Also…das mit Ina und mir…“
Lächelnd trank Nathalie einen Schluck Wasser und wartete gespannt.
„Seid ihr beide jetzt ein Paar…?“
„Ja, das wollte ich dir sowieso heute sagen“, kam es immer noch leise von Chiara.
„Habe ich mir gedacht, bei euren Blicken vorhin…nur als wir am Imbiss vorbei gegangen sind. Die waren sowas von eindeutig.“
Chiara seufzte.
„Und, wie war die letzten Wochen…?“
„Oh Nathalie, die ganzen letzten Wochen waren wie eine Achterbahnfahrt…“
Ihre Freundin lächelte. „Ist doch schön, du bist verliebt.“
Oh ja, sie war in Ina verliebt. Noch nie hatte sie derart gefühlt. Sie sah in Inas Augen das Gefühl, das sie selbst hatte, wenn sie sie sah. Und in ihren Armen fühlte sie sich geborgen. Es fühlte sich richtig an. Zwei Empfindungen, die sie kaum kannte. So aufgehoben hatte sie sich noch bei niemanden gefühlt. In ihren Armen konnte sie sich fallen lassen.

Das Handy vibrierte auf der Tischplatte, Chiara nahm es in die Hand. Beim Blick auf das Display wurde ihr Strahlen noch heller, ihr Lächeln noch größer. Ina.
Sie blickte von ihrem Handy auf.

„Ich brauche wohl nicht zu fragen von wem die Nachricht ist…“ Noch nie zuvor hatte Nathalie einen so glücklichen Ausdruck in Chiaras Gesicht gesehen.
„Ist es so offensichtlich…?“ lächelte die Brünette verlegen.
„Ja, wenn man dich kennt, schon.“ Sie hob ihr Glas und stieß mit Chiara an.
„Auf die Liebe…!“
„Auf die Liebe…!“, sagte Chiara. Als sie einen Schluck trank, gab ihr Handy erneut einen Ton von sich. Sie stellte ihr Glas ab, ergriff das Gerät und las eine weitere Textnachricht von Ina.

„Ich musste mich vorhin echt bemühen, dich nicht zu küssen. Dir schien es aber, glaube ich, genauso zu gehen. Und das zu wissen, macht mich irgendwie glücklich, sodass ich die ganze Welt umarmen könnte. Sehen wir uns später noch?“

Schnell tippte Chiara die Antwort.

„Klar, sehen wir uns! Ich komme zu dir. Nach dem Essen mit Nathalie.“

Postwendend kam die Antwort von Ina.

„Okay. Lass es dir schmecken. Bis wir uns wieder sehen, zähle ich die Minuten.“

Chiaras Finger flogen über das Buchstabenfeld, um eine Erwiderung zu schreiben.

„Dann hast du ja etwas zu tun, bis wir uns sehen.“

„Klar, wie gesagt, ich zähle die Minuten und träume von meiner wundervollen Freundin.“

Die Brünette sah auf. Ihre Antwort auf Inas letzte Nachricht bestand aus einem Herz-Emoji. Sie lächelte als sie ihr Handy weglegte und begegnete dem Blick ihrer besten Freundin. Nathalie hatte ihr Kinn in die Handfläche abgestützt.
„Was guckst du so…?!“ Chiara strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und erwiderte leicht verlegen den Blick ihrer Freundin.
„Es steht dir. Verliebt zu sein. Ich habe dich, glaube ich, noch nie so strahlend gesehen wie jetzt. Du strahlst sogar noch mehr als wenn du vom Eis redest oder auf ihm stehst…“
Chiara strahlte übers ganze Gesicht und war leicht verlegen, als sie das hörte.
„Ich glaube Ina tut dir gut.“
Sie aßen und unterhielten sich noch über andere alltägliche Dinge, dann verabschiedeten sie sich voneinander.

Da der Aufzug im Wohnhaus kaputt war, nahm Chiara auf der Treppe zwei Stufen auf einmal und pfiff leise vor sich hin. In der Villa hatte sie sich nach dem gemeinsamen Essen mit Nathalie rasch umgezogen, bevor sie sich auf den Weg zu ihrer Freundin gemacht hatte. Sie war viel zu früh, als sie bei Ina klingelte.


Dann wurde die Tür geöffnet und Chiara stand vor ihr, mit gewellten Locken, die ihr Gesicht einrahmten und sie raubte Ina den Atem. Ihr silbernes Kleid war glatt und seidig und schmiegte sich an ihre Kurven. Der Wunsch sie an sich zu ziehen, war gewaltig, aber sie waren…
„Ina…“ Sie legte den Kopf zur Seite, aber die Köchin drehte leicht den Mund weg, bevor sie sie küssen konnte.
„Chiara, nicht…“
Irritiert blieb die Brünette stehen.
„Warum…?“
Ina warf einen Blick hinter sich.
„Weil wir nicht allein sind. Und ich nicht weiß, ob es dir recht ist, wenn Mo von uns beiden erfährt“, flüsterte Ina leise, sodass es nur ihre Freundin hören konnte.
Die Brünette warf einen Blick in die Wohnung. Hinter dem Rücken ihrer Freundin tummelten sich Lucie und ihr Freund auf dem Sessel. Lucie saß auf seinem Schoß.
„Tut mir leid. Ich habe den Abend auch anders geplant. Nur habe ich…“
„Hey Chiara, du auch hier…?“
„Hey Mo, Lucie…“
„Ina, willst du sie noch länger im Treppenhaus stehen lassen…?“ lachte Lucie.
„Sorry, ich habe das total vergessen, dass ich mit den beiden zum Film schauen verabredet war“, flüsterte Ina ihr zu, als Chiara über die Türschelle trat. Die Eisdiva und die Köchin tauschten einen Blick aus und es war klar, dass beide enttäuscht waren. Ihre Erwartungen an einen ungestörten Abend würden sich nicht erfüllen.

Der Fernseher lief und Lucie und Mo saßen noch immer auf dem Sessel, wie zuvor auch und schauten gebannt auf den Bildschirm, während Ina und Chiara streif und mit Abstand auf dem Sofa saßen.
„Der Film ist gut, oder…?“, meinte Moritz, ohne den Blick vom Bildschirm zu nehmen.
„Ja, ganz gut…“, gab Chiara von sich, abgelenkt von einem Anblick, der sich ihr bot, als Ina sich etwas bewegt hatte und ein wenig Stoff hochgerutscht war. Dieser gab den Blick auf ihren flachen Bauch frei. Es weckte ein unglaubliches Verlangen in ihr.
„Der Gag war gut…“, Ina lachte leise. Sexy. Und in Chiaras Ohren voller Verheißung. Sie wollte sie knutschen. Mit ihr kuscheln.

Ohne Zögern rutschte Chiara näher an sie, Ina sah sie fragend an. Sie ließ ihren Daumen über ihre Wange gleiten.
„Chiara…“, flüsterte sie atemlos leise und nur für sie zu hören. Mo und Lucie schienen sich vollständig auf den Film zu konzentrieren. Die Eisläuferin schob eine Hand ins das offene rot-blonde Haar und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen.
Dann setzte sie sich wieder gerade hin. Einen Moment später, führte sie Inas Hand an ihre Lippen und küsste behutsam ihre Fingerknöchel. Die Geste war so unerwartet, wie der Kuss vor einigen Sekunden gewesen war. Die Berührung war sanft und liebevoll, sodass die Köchin sich nicht bewegen konnte.
Ruhig umschloss Chiara ihre Hand mit ihren warmen Fingern. All die zarten Berührungen und innigen Gesten brachten Ina komplett aus der Fassung. Ein zartes Prickeln rann über ihre Haut, während Ina einen kurzen Blick hinüber zu Mo und Lucie warf, die gerade damit beschäftigt schienen sich zu küssen. Und oh ja, verdammt, sie wollte auch, sie wollte ihre Freundin küssen. Die Köchin rückte ein Stück näher und legte die Stirn an ihre. Ihr Herzschlag rauschte in ihren Ohren. Sie würden sich gleich küssen und sie wollten es beide.
Ina legte den Arm um sie und zog sie dichter an sich heran. Chiara neigte den Kopf. Ihre Lippen trafen sich. Der Kuss begann zärtlich und vorsichtig. Nur der Hauch eines Kusses, der allerdings Chiaras Herz zum Flattern brachte und einen wohligen Schauer über ihre Haut sandte. Und beide wollten nicht, dass der Kuss endete. Also öffnete die Eisdiva bereitwillig die Lippen, als Inas Berührung noch intensiver wurde. Noch tiefer. Ina schmeckte köstlich und weiblich und nach einem Hauch von mehr… Die Eisdiva ließ sich in den Kuss fallen als hinge ihr nächster Atemzug von ihm ab. Das Zeitgefühl ging in dem Rausch des Kusses verloren.

Ihr Atem war schwer, als sich ihre Lippen wieder voneinander lösten. Ein breites Lächeln umspielte Chiaras Mund. Die Brünette schlug die Augen auf und blinzelte. Erst als sie nach links blickte, bemerkte sie, dass sie nicht allein waren, sie erstarre. Wie konnte sie Lucie und Mo nur vergessen haben? Nacheinander blickte sie Inas Schwester und dann deren Freund an.

„Wow…“, sagte Lucies Freund, der Zeuge ihres Kusses geworden war.
„Mo, Mund zu. Sonst fliegen dir noch Fliegen hinein…!“
Moritz saß da mit offenem Mund. Lucie legte ihre Finger an seinen Kinn und klappte ihn sanft zu.
„Schatz, schau nicht so, die zwei sind halt ein Paar und machen nichts anderes als wir auch.“
„Herzlichen Glückwunsch ihr beide…“, lächelte er ihnen nun zu.
Chiara öffnete den Mund, schloss ihn aber gleich wieder. Sie war sprachlos, sonst hatte sie immer einen schlagkräftigen Spruch auf den Lippen, aber gerade schien ihr Gehirn wie leer gefegt zu sein.

Den Rest des Films taten sich Ina und Chiara schwer, sich auf ihn zu konzentrierten, wobei es dem anderen Paar anscheinend genauso erging.
„Vielleicht sollten wir an dieser Stelle Schluss machen mit dem Film schauen?“, schlug Lucie irgendwann vor.
„Gute Idee…“, stimmte Mo zu.
„Was meint ihr beide…?“
„Ich bin dafür“, stimmte Chiara ihnen zu und musterte Ina lächelnd. Die ganze Zeit saß Ina krampfhaft neben ihr, ohne sie zu berühren.
Die Köchin nickte. Verdammt, hatte dieser Kuss sie heiß gemacht. Sie konnte es kaum erwarten mit Chiara allein zu sein. Sie warf einen Blick auf Lucie und Mo, die bereits den Tisch abräumten, die Knabbersachen wegräumten und das benutze Geschirr ins Spülbecken stellten. Ina wünschte sich in diesem Moment, dass die beiden sich entscheiden würden ins Loft zu gehen.
„Lucie, kommst du mit ins Loft?“, meinte Mo, als er gerade die Chips in den Süßigkeitenschrank verstaute, als hätte ihr Inas Gedanken gelesen.
„Klar…“. gab sie zurück.
Ina machte bei der Antwort ihrer Schwerster innerlich Luftsprünge.
Die Spannung, die schon vorhin auf der Couch zwischen ihren geherrscht hatte, war augenblicklich wieder da.  


..............


Einer meiner Lieblingsteile wegen dem unfreiwilligen fast Unfall von Ina. Ich hoffe der Teil gefällt ansonsten auch, und ist ne Entschädigung für den Mist im TV.
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