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Voodoomagie – Die Versuchung dunkler Träume

GeschichteHumor, Romance / P18 / FemSlash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Henry Mills jr.
05.08.2021
21.10.2021
12
40.163
20
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.10.2021 3.316
 
11. Kapitel –Schlaflose Stunden


„Bitte sag mir, dass ich dich nicht …“ Emma stockte. Natürlich hatte sie Regina bedrängt. Sie spürte noch immer den weichen Stoff des Kleids unter ihren Fingern, schmeckte den Rückstand von Reginas Parfum auf ihrer Zunge. Beschämt starrte sie zu Boden. Sie wagte es nicht, Regina anzusehen. Sie fürchtete sich davor, was sie in den braunen Augen sehen würde. Wut? Verrat? Abscheu? Eines war schlimmer als das andere. Sie wollte nicht, dass Regina sie so ansah. Auch wenn sie ihr nicht glauben würde, sie musste ihr sagen, dass sie sie nie gegen ihren Willen berühren würde. „Ich hab das nicht gewollt“, krächzte sie hervor. „Ich würde nie … niemals würde ich …“
„Emma.“ Regina überbrückte die Schritte zwischen ihnen und zwang Emma dazu, sie anzusehen. Die Kälte ließ sie aus ihren Augen verschwinden, um Emma zu versichern, dass sie es ihr nicht übelnahm. „Emma, es ist in Ordnung.“
„Nein, ist es nicht.“ Emma versuchte, sich ihr zu entziehen, doch Regina ließ es nicht zu.
„Ich weiß, dass das nicht du warst. Nicht wirklich. Du hast nichts getan, was ich nicht wollte“, beteuerte Regina. „Ich würde es nur bevorzugen, wenn dein Bewusstsein dabei bei mir ist.“
Unsicher blickte Emma in braune Augen. Die Kälte darin war verschwunden und Emma hoffte, sie nie wieder sehen zu müssen. Regina sprach mit einer Sanftheit, die sie bisher noch nicht gehört hatte. „Ich habe gemerkt, wie es anfing, aber ich konnte nichts dagegen tun“, gestand Emma. Frustriert schloss sie die Augen und presste ihre Stirn gegen Reginas. „Das soll endlich aufhören. In Trance zu sein ist eine Sache, aber danach zu handeln … Ich will auf keinen Fall irgendetwas tun, was du nicht willst.“ Durch ihre geschlossenen Lider bemerkte sie, wie es dunkel und wieder hell wurde.
„Versuch dich zu beruhigen, mo fhíorghra.“ Reginas Hand wanderte ihren Arm hinauf und in ihren Nacken, den sie sanft massierte. Emma hatte keine Ahnung, was das bedeutete, doch die Art und Weise, wie Regina es aussprach, sagte ihr, dass es sich um ein Kosewort handelte. „Die Sicherung brennt sonst durch. Elektrizität und Magie gehen nicht gut einher.“

„Moms? Ist alles okay?“, fragte Henry, der am oberen Treppenabsatz stehen geblieben war. „Ich weiß, ich sollte im Bett sein, aber dann hat das Licht ein paar Mal geflackert. Darf ich runter kommen?“
„Natürlich, Henry“, entgegnete Regina sofort.
„Tut mir leid, Kleiner“, murmelte Emma, als ihr Sohn die Treppe langsam herunter kam. „Ich hab meine Magie manchmal noch nicht ganz im Griff.“
Henry ließ die letzte Stufe hinter sich, hielt aber inne, als er sah, wie dicht seine Mütter zusammenstanden. „Oh.“ Sein Blick huschte von Emma zu Regina und dann zu deren Hand, die immer noch in Emmas Nacken lag. „Oh!“ Ein breites Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Eilig lief er auf sie zu und schlang die Arme um beide, soweit es ihm möglich war. „Seid ihr jetzt zusammen?“
„Ich … Wir …“, stammelte Regina, die nicht auf diese Frage vorbereitet war. Emma hingegen hatte sich schneller gefasst. „Wirklich darüber gesprochen haben wir noch nicht, aber ich kann mir nichts Besseres vorstellen. Das heißt, wenn Regina mich will.“ Sie sah von Henry zu Regina. Überrascht stellte sie fest, dass Reginas Wangen leicht gerötet waren. Bevor sie sich jedoch dazu äußern konnte, spürte sie, wie Reginas Hand in ihrem Nacken leichten Druck ausübte. Kurz darauf lagen Reginas Lippen auf ihren.
„Uh, Moms!“ Henry drückte sein Gesicht gegen Emmas Bauch.
Regina lächelte in den Kuss und auch Emma konnte nicht mehr an sich halten. Sie löste sich von Regina und lachte. Sie ließ ihre Finger durch Henrys braunen Schopf gleiten. Obwohl sie nichts lieber täte, als Regina ins Bett zu tragen, wusste sie, dass sie dafür noch ein wenig warten musste. „Was haltet ihr davon, wenn wir uns noch ein wenig heiße Schokolade gönnen?“
„Oh, ja!“ Henry war sofort mit Begeisterung dabei. „Mit Sahne und Zimt!“
„Dann geh schon einmal in die Küche und such alles zusammen, was wir benötigen“, ordnete Regina an. „Emma und ich ziehen uns etwas Bequemeres an.“

Emma folgte Regina die Treppe hinauf. Bevor sie jedoch in ihrem Zimmer verschwinden konnte, hielt Regina sie zurück. In ihrer ausgestreckten Hand verflüchtigte sich eine kleine Wolke ihrer Magie und gab die Sicht auf einen Anhänger in Schwanenform frei. „Facilier hat mir den gegeben. Ich weiß, du bist skeptisch, aber der Talisman soll dich abschirmen. Ich hätte ihn selbst hergestellt, wenn ich wüsste, wie.“
„Danke.“ Emma nahm den Anhänger entgegen und zog sich das Lederband über den Kopf. Bevor sie es sich anders überlegen konnte, griff sie nach Reginas Hand und hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken. Zufrieden beobachtete sie, wie sich Reginas Pupillen weiteten. „Meine Königin“, entschuldigte sie sich und zog sich mit klopfendem Herzen in ihr Zimmer zurück. So schnell es ihr möglich war, entledigte sie sich ihres Kostüms und schlüpfte in Jogginghose und T-Shirt. Barfuß wie sie war eilte sie ins Erdgeschoss zurück. Sie hatte keine Ahnung, ob das Haus über eine Fußbodenheizung verfügte, doch weder Parkett noch Fliesen  fühlten sich kalt an. Vielleicht war sie aber auch einfach nur high von Reginas Küssen.
„Hilfst du mir?“, fragte Henry, als sie die Küche betrat.
„Klar.“ Sie hatte keine Ahnung, wie Regina es handhabte, also bereitete sie die Schokolade auf ihre Weise zu. Sie wusste auch, dass Regina weder die Sahne noch den Zimt mochte, also ließ sie beides für sie weg. „Sag mal, Kleiner, weißt du, ob Regina noch irgendwelche anderen Sprachen spricht? Abgesehen von dem Elfisch, in dem manche magischen Bücher geschrieben sind.“
Henry leckte etwas Sahne von seiner Tasse. „Ich weiß nur, dass es eine alte Sprache aus dem Zauberwald ist, die die Königshäuser benutzt haben. Ich weiß aber nicht, wie man sie nennt. Warum?“
„Mir ist nur aufgefallen, dass sie in letzter Zeit Worte benutzt, die ich nirgends einordnen kann“, antwortete Emma und nippte an ihrer Schokolade. Vielleicht wussten ihre Eltern etwas damit anzufangen. Andererseits war sie nicht sicher, ob es eine gute Idee war, die beiden zu fragen. Sie würden unweigerlich wissen, von wem sie die Worte gehört hatte. Emma war sich nicht sicher, ob sie das wollte. Es ging ihre Eltern nichts an, was Regina zu ihr sagte.
„Ich kenne nur ein paar Worte“, fuhr Henry fort. „Manchmal nennt sie mich a stór, was mein Schatz bedeutet.“
Emma lächelte. Das konnte sie sich gut vorstellen. Sie wiederholte das Wort, welches Regina zuvor benutzt hatte, doch nach Henrys Gesichtsausdruck zu urteilen, hatte sie es entweder falsch ausgesprochen oder er wusste nicht, was es bedeutete. Sein Blick heftete sich auf Regina, die soeben die Küche betrat. „Mom, was bedeutet mo fhíorghra?“
Emma krauste die Nase. Das hatte sie vermeiden wollen. Sie drehte sich zu Regina um und reichte ihr die heiße Schokolade ohne Sahne und Zimt. Dank dem Morgenmantel, den Regina nun anhatte, und der Frage, was sie wohl darunter trug, wäre Emma die leichte Röte auf Reginas Wangen beinahe entgangen. Jetzt wollte sie umso mehr wissen, was es bedeutete.

In diesem Moment war unverkennbar, wer Henrys leibliche Mutter war. Beide trugen den gleichen, neugierigen Blick zur Schau. Regina verbarg ihr Lächeln hinter ihrer Tasse, dankbar, dass Emma daran gedacht hatte, alle Extras auf ihrem Getränk wegzulassen. Sie genoss die Wärme, sie sich durch die Schokolade in ihr ausbreitete, wobei sie ihren Cidre in diesem Moment vorgezogen hätte. Sie wollte Henry eine Antwort geben, doch sie war sich nicht sicher, wie Emma darauf reagieren würde. Erst nachdem sie es ausgesprochen hatte, war ihr klar geworden, was sie gesagt hatte und sie war im Moment froh darüber, dass es in einer Sprache war, die Emma nicht verstand. Sie wollte nicht, dass sich Emma unter Druck gesetzt fühlte. Es überraschte sie selbst, dass ihr das Wort für Seelenverwandter – für wahre Liebe –  so einfach über die Lippen kam.
Henrys Miene verwandelte sich von neugierig in nachdenklich. Schnell trank er seine Tasse aus und stellte sie in die Spüle. „Können wir ausnahmsweise noch einen Film schauen? Emmas Spezialeffekt mit dem Licht hat mich ein wenig erschreckt“, gab er zu. Er würde seine Mutter morgen noch einmal nach der Bedeutung fragen, wenn Emma nicht dabei war.
„Tut mir wirklich leid“, beteuerte Emma und stellte ihre Tasse neben Henrys. Sie würde sie morgen früh aufwaschen. Sie wusste, dass er versuchte, sie auf ein anderes Thema zu lenken. Ihre Neugier war noch immer da, doch sie würde Regina auch nicht drängen, es ihr zu verraten. Sie war sich sicher, dass sie es früher oder später von ihr erfuhr.
Dankbar für den Themenwechsel stimmte Regina zu. Sie wusste, dass Henry keinen ganzen Film durchhalten würde, wenn seine Aufregung abgeklungen war. Spätestens nach zwanzig Minuten würde er einschlafen und vor morgen früh nicht mehr aufwachen. Sie stellte ihre Tasse zu den anderen und folgte ihrer kleinen Familie ins Wohnzimmer. Henry hatte sich vor dem Sofa ein Lager aus zwei Dekokissen und einer Decke gebaut. Mit dem Rücken lehnte er an Emmas Beinen. Regina beschloss, es durchgehen zu lassen. Mit Henry vor dem Sofa war neben Emma genügend Platz, so dass sie ihre Beine hochlegen konnte. Obwohl ihr nicht kalt war, nahm sie sich ebenfalls eine der Decken. Zögernd lehnte sie sich gegen Emma, doch jene legte den Arm um sie, und zog sie noch etwas näher an sich.
„Ich beiße nicht“, murmelte Emma so leise, dass Henry sie nicht hörte.

„Das hat sich vorhin anders angefühlt“, neckte Regina. Sie schloss die Augen und genoss Emmas Nähe. Ihr Körper schwankte mittlerweile zwischen Entspannung und freudiger Erwartung. Der Film war nebensächlich. Emmas Hand, die sich unter ihre Decke schlich, forderte ihre ganze Aufmerksamkeit. Zu Beginn lag sie einfach nur ruhig unterhalb ihrer Rippen, dann begann sie mit den Fingern kleine Kreise auf der Stelle zu ziehen. Regina war sich nicht ganz sicher, ob Emma bewusst war, was sie tat. So oder so, die Reaktion ihres Körpers war eindeutig. Allein das Wissen, dass Henry bei ihnen war, sorgte dafür, dass sie sich beherrschte und so ruhig blieb, wie es ihr möglich war.
Emma lächelte zufrieden, als sie spürte, wie Regina sich an sie schmiegte. Sie war froh darüber, dass sie Regina mit dem Zwischenfall nicht verschreckt hatte. Hoffentlich taugte der Talisman, den sie ihr gegeben hatte, etwas. Sie wollte auf keinen Fall, dass sich das wiederholte. Zögernd weitete sie die Kreise, die ihre Finger zogen, etwas weiter aus. Als sie keinen Protest hörte, wurde sie mutiger. Sie variierte den Druck ihrer Berührung, wagte sich bis zu Reginas Hüfte hinab, nur um sich wieder zurückzuziehen. Ihr Blick huschte zu Henry, doch dieser lag nun mehr vor dem Sofa, als dass er saß. Sie sollte ihn ins Bett bringen, doch sie wollte ihren Platz noch nicht verlassen. Ihre Hand wanderte Reginas Seite wieder hinab, als jene ihre Position leicht veränderte, so dass Emmas Finger unter den Morgenmantel glitten und nur von der Schlaufe aufgehalten wurde, die ihn geschlossen hielten. Gespannt wartete sie, ob Regina ihre Position korrigierte, doch das geschah nicht. Prüfend betrachtete sie Regina, doch sie wirkte völlig entspannt. Dreist schob Emma ihre Hand komplett zwischen die Falten des Morgenmantels. Dem Gefühl nach zu urteilen, trug Regina ein Nachthemd aus Seide darunter. Emma spürte, wie die Wärme in ihrem Bauch sich nach unten ausbreitete.
„Ist das okay?“, versicherte sich Emma, während ihre Finger ihre Erkundungstour fortsetzten. Sie zog einen Kreis um Reginas Bauchnabel und wanderte wieder höher. Wie zufällig streifte sie die Unterseite von Reginas rechter Brust.
Anstatt auf verbalem Weg zu antworten, bog Regina sich Emmas Fingern entgegen. Sie wollte nicht riskieren, dass ihr ein Stöhnen entwich, solange Henry im selben Raum war. Es wäre besser, ihn ins Bett zu bringen, doch das bedeutete auch, dass sie Emma Einhalt gebieten musste. Sie öffnete die Augen und mit einer flüchtigen Handbewegung brachte sie den Fernseher zum Verstummen. Als kein Protest zu hören war, beugte sie sich vor, um über den Rand des Sofas zu schauen. Henry lag auf der Seite, die Beine an den Körper gezogen, friedlich schlummernd.
„Ich bring ihn ins Bett“, flüsterte Emma. Sie erhob sich und augenblicklich vermisste Regina die Wärme, die sie ausgestrahlt hatte. Sie beobachtete, wie Emma ihn scheinbar mühelos vom Boden aufhob, um ihn ins Bett zu tragen. Regina konnte sich nicht erinnern, wann sie das das letzte Mal getan hatte. Irgendwann war Henry zu schwer dafür geworden.
Als sie aufstand, biss Regina sich auf die Unterlippe. Emmas Berührungen waren keines Falls spurlos an ihr vorbeigegangen. Sie spürte deutlich, wie feucht sie war. Langsam folgte sie Emma in Henrys Zimmer hinauf, blieb aber vor der Tür stehen. „Schlaf gut, Kleiner“, hörte sie Emma murmeln, als sie die Bettdecke über ihm ausbreitete.
„Ich hätte nicht gedacht, dass der Knirps so schwer ist“, scherzte Emma, als sie den Flur durchquerten und sie auf ihr Zimmer zusteuerte. „Die heiße Schokolade war vielleicht keine gute Idee.“
Regina lachte leise. Subtil schob sie sich vor Emma und deren Zimmertür. „Was glaubst du, wo du hingehst, Miss Swan?“
„Ins Bett?“, fragte Emma unsicher. Sie hatte keine voreiligen Schlüsse ziehen wollen.
„Das ist das falsche Bett, Emma.“ Regina griff nach ihrer Hand und zog sie die wenigen Schritte weiter in ihr Schlafzimmer. Kaum hatte sich die Tür hinter ihnen geschlossen, schlang Regina die Arme um Emmas Nacken. Geschickt dirigierte sie Emma auf das Bett zu, bis jene mit den Beinen dagegen stieß. Mit einem kleinen Schubs zwang Regina sie, sich zu setzten. „Viel besser“, stellte sie fest und nahm rittlings auf Emmas Schoß Platz.

Gebannt beobachtete Emma, wie Regina die Schlaufe ihres Morgenmantels öffnete und ihn sich mit einer fließenden Bewegung von den Schultern streifte. Der Mantel berührte ihre Füße, als er auf dem Boden landete. Emma schluckte. Sie hatte keine Ahnung, wann und wie Regina die Nachttischlampe eingeschalten hatte und es war ihr auch egal. Das Hemdchen, das Regina trug, zeigte mehr, als dass es irgendwas verbarg. Hungrig wanderte Emmas Blick über Reginas Körper, blieb aber schlussendlich an ihrem Gesicht hängen. „Diese Gebrüder Grimm haben wirklich keine Ahnung, was sie da erzählen. Tausend Mal schöner als Ihr. Dass ich nicht lache. Man sollte das Märchen neu schreiben.“ Emma hob eine Hand,  um sich eine von Reginas Haarsträhnen um den Finger zu wickeln. Regina hatte vergessen, sie wieder auf ihre natürliche Länge zu kürzen, so dass sie ihr nun beinahe bis zur Taille reichten. Sie erinnerte sich an ein Bild aus Henrys Märchenbuch. „Hast du sie früher so getragen?“
Regina schüttelte leicht den Kopf. „Selten.“ Sie hob die Hände und fasste ihre Haare zu einem hoch angesetzten Pferdeschwanz zusammen. Sie hielt sie für ein paar Sekunden, dann senkte sie die Hände, um die Finger stattessen durch Emmas Locken streichen zu lassen. Ihre Magie summte zufrieden. Regina hatte sie noch nie so deutlich gespürt. Ohne ihr Zutun lockte sie Emmas Magie zu sich, die sofort reagierte. Regina konnte nichts anderes tun, als die Augen zu schließen, um das neue Gefühl voll auszukosten. Sie wüsste nicht einmal, wie sie es beschreiben sollte. Emmas Magie füllte sie beinahe komplett aus, ohne ihre eigene zu verdrängen. Als ob sich beide um- und ineinander schlingen würden.
„Ich habe keine Ahnung, was du da tust, aber es fühlt sich wirklich gut an“, gestand Emma. Schließlich konnte sie ihre Hände nicht mehr ruhig halten. Sie hatte versucht, sich zurückzuhalten, doch nun musste sie Regina einfach berühren. Ohne Eile begann sie, Reginas Körper zu erkunden.
„Das tut unsere Magie von ganz allein“, erklärte Regina leicht außer Atem. Sie öffnete die Augen und musste feststellen, dass sich ein lilafarbener Schleier über ihr Sichtfeld legte. Es war nur ein Augenblick, doch nach Emmas verblüfftem Gesichtsausdruck zu urteilen, hatte sie es ebenfalls gesehen. Sie lächelte verschmitzt. „Verrätst du mir, von was du vorhin fantasiert hast?“
„Ich …“ Verunsichert wich Emma Reginas Blick aus. Sie fühlte sich noch immer etwas schuldig, Regina derart überfallen zu haben. Plötzlich spürte sie Reginas Lippen auf ihren, doch bevor sie den Kuss wirklich genießen konnte, zog sie sich schon wieder zurück.
„Es muss nicht jetzt sein, aber ich bin wirklich neugierig.“ Sanft zupfte Regina an Emmas Oberteil und bevor Emma sich versah, war es verschwunden. Ihre Hose teilte das gleiche Schicksal. „Ich muss immer wieder an diesen Ausritt denken. Wenn ich die Augen schließe und mich konzentriere, kann ich immer noch spüren, wie du in meinen Armen zitterst. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie erregt ich für den Rest des Tages war. Es war unmöglich für mich, mich auf irgendetwas zu konzentrieren. Willst du wissen, wie oft ich an diesem Abend selbst Hand anlegen musste, damit ich überhaupt an Schlaf denken konnte?“
„Fuck, Regina“, fluchte Emma, die nicht mit diesem Geständnis gerechnet hatte. Sie ließ sich nach hinten in die Kissen fallen. Sie befürchtete, sollte Regina weiterhin in diesem verruchten Tonfall sprechen, würde sie allein davon kommen. Ihre Finger zitterten leicht, als sie nach dem Saum von Reginas Nachthemdchen griff. Ohne Anstrengung setzte sie sich wieder auf und zog Regina das Kleidungsstück über den Kopf. Achtlos ließ sie es fallen. „Seit ich diese Träume habe, war es jedes Mal eine Herausforderung, in deiner Nähe zu sein“, gestand Emma. Ihre Hände erkundeten die neu freigelegte Haut. „Zuerst hatte ich Sorge, du könntest herausfinden, dass ich jede Nacht von dir träume, dann befürchtete ich, ich könnte die Realität mit jenen Trugbildern verwechseln und schließlich war es einfach nur noch verdammt schwer, dich nicht einfach überall zu küssen.“

„Dann tue es jetzt“, forderte Regina, deren Hände ebenfalls zu wandern begonnen hatten. Ihre Worte schienen das Letzte gewesen zu sein, was Emma noch als Zustimmung benötigte. Plötzlich war sie diejenige, die auf dem Rücken lag. Amüsiert über Emmas Eifer lachte sie, doch Emma sorgte schon bald dafür, dass ihr nur noch ein Stöhnen über die Lippen kam. Ihre Hände und ihr Mund schienen überall gleichzeitig zu sein. Gierig bog Regina sich jeder Berührung entgegen. Durch die Spannung, die sich über den Tag verteilt in ihr aufgebaut hatte, war ihr Körper derart empfindlich, dass Regina befürchtete, wahnsinnig zu werden, wenn Emma so weiter machte. Ihre Finger verloren sich in blonden Locken, ihr Atem stockte, als Emmas Hand endlich den Weg zwischen ihre Schenkel fand. Doch auch hier ließ Emma sich Zeit. Immer wieder suchte sie sich einen Weg um jene Stellen herum, an denen Regina sie am meisten brauchte. Es war wundervoll und frustrierend zugleich. Schließlich hielt Regina die Tortur nicht länger aus. „Emma, bitte, so nimm mich doch endlich!“
Da Emma nicht gleich reagierte, glaubte Regina schon, dass sie sie ignorierte, doch dann spürte sie, wie Emmas Finger mühelos in sie drangen. Gierig kam sie jedem Stoß entgegen, bis Emma sich ihr plötzlich entzog. Ungläubig riss Regina die Augen auf. Sie war ihrem Höhepunkt schon so nahe. „Emma …“
Ihr anklagender Ton sorgte dafür, dass Emma ihr ein beruhigendes Lächeln schenkte. „Ich höre nicht auf“, versprach sie, bevor sie Regina in einen alles verzehrenden Kuss verwickelte. Als sie sich von ihr trennte, glaubte Regina, dass nur noch eine kleine Berührung reichte und sie würde explodieren.
„Ich will dich schmecken, Regina. Darf ich?“ Die Bedeutung von Emmas Worten sickerte nur langsam durch Reginas lustverhangenen Geist, doch als sie verstand, fühlte sie, wie sich ihr Inneres in Lava verwandelte. Nicht fähig, verbal zu antworten, nickte sie. Gebannt beobachtete sie, wie Emma es sich zwischen ihren Schenkeln bequem machte. Als sie ihre Zunge an ihrer empfindlichsten Stelle spürte, sackte ihr Kopf auf das Kissen zurück. „Oh, mein … Fuck!“ Ihre Finger krallten sich Halt suchend in die Laken. Die leichten Vibrationen, die durch Emmas Stöhnen verursacht wurden, ließen den Ball aus Hitze in ihr zerspringen. Das Beben, das ihren Körper erfasste, ebbte nur langsam ab. Ein zufriedenes Brummen entwich ihr, als Emma sich über sie schob. Bevor jene es sich jedoch zu bequem machen konnte, bäumte Regina sich unter ihr auf und drehte sich mit ihr herum.
Grinsend blickte Emma zu ihr auf. „Wenn du das noch schaffst, sollte ich mir wohl mehr Mühe geben“, stellte sie fest.
„Keine Sorge, Emma“, säuselte Regina und presste ihren Unterleib gegen Emmas. „Die Nacht hat erst angefangen.“
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