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Songwriting...?

Kurzbeschreibung
OneshotMystery / P16 / Gen
Chris "The Lord" Harms Class Grenayde Gared Dirge Niklas 'Nik' Kahl Pi Stoffers
01.08.2021
01.08.2021
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Guten Abend!
Mir fiel heute ein kleiner Oneshot ein...
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„Ich bin so aufgeregt! Finnland ist so ein tolles Land!“ Gared, der zwischen Benny und Klaas saß, hibbelte unaufhörlich auf seinem Sitz herum. „Versuch bei der ganzen Aufregung nur nicht auf dem Flughafen verloren zu gehen, wir vor 2 Jahren auf Malle.“ ermahnte ihn Chris schmunzelnd, der in der Reihe ihm saß. „Nö, das kriege ich schon hin.“ meinte Gerrit zuversichtlich und grinste zurück. „Das Verlaufen oder dass du bei uns bleibst?“ feixte Pi neben Chris.
Gared tat so, als ob er angestrengt nachdenken würde. „Hmm… Ich würde sagen, erst das Eine und dann das Andere.“ sagte er nun todernst und die restlichen Band- und Chrewmitglieder die mitflogen, prusteten los. Dann kam auch schon die Ansage, über das Bordmikrofon, dass die Maschine in den Landeanflug gehen würde, alle sich anschnallen, die Sitze in eine aufrechte Position und die Tische einklappen mussten.

30 Minuten später befanden sich alle, die irgendwie zu Lord of the Lost gehörten, am Kofferband und warteten auf ihr Gepäck. Sogar Gared hatte sich diesmal nicht verlaufen. Dafür dauerte es nun mit ihrem Gepäck eine gefühlte Ewigkeit!
„Das Laufband ist nun schon zum 6. Mal an uns vorbei und ich habe immer noch nicht alle Koffer von uns gesehen.“ jammerte Nik und zog einen Schmollmund. Pi neben ihm sah ihn erstaunt an. „Woher weißt du, dass es schon 6 Mal komplett an uns vorbei ist?“ fragte er den Drummer. „Ganz einfach. Da liegt ein pinker Koffer auf dem Band und der ist schon so oft an uns vorbeigekommen. Da! Da kommt er wieder. 7. Runde. Das gibt es doch nicht. Vermisst den Keiner?“ rief der Drummer und fasste sich genervt an die Stirn. Der Gitarrist neben ihm zuckte nur unbeteiligt mit den Schultern. „Ist nicht unser Problem. Irgendwann wird die Person schon auftauchen, der dieser Koffer gehört.“ meinte er und hielt angestrengt Ausschau, nach seinem letzten Koffer. Da sah er ihn und aus den Augenwinkeln auch, wie Chris ein paar Meter weiter mit einem frechen Grinsen den pinken Koffer vom Fließband nahm. „Das hätten wir uns eigentlich denken können.“ dachte er schmunzelnd und hievte seinen Koffer vom Band. „Haben alle ihr Gepäck?“ fragte Klaas und ein einstimmiges „Ja“ war zu hören. „Dann mal los. Unsere Transportmöglichkeit müsste schon bereit stehen.
Geschlossen machten sie sich auf den Weg raus aus den Flughafen, als Pi sich neben Chris manövrierte. „Was sollte das grade mit dem Koffer?“ fragte er leicht belustigt. Chris grinste. „Ich habe gesehen, dass Nik den Koffer im Auge behielt und wollte sehen, wie lange es dauert, bis ein Kommentar seinerseits kommt.“ meinte er nun leicht hin und Pi schüttelte den Kopf. „Das könnte Ärger geben, denn Nik sah grade nicht so erfreut aus, als er den Koffer bei dir sah.“ gab Pi zu bedenken, doch Chris zuckte nur die Schultern. „Nik kriegt sich schon wieder ein.“ meinte er leichthin und da kam schon ihre Transportmittel für die nächsten 2 Wochen in Sicht, zwei gute alte VW Bullis. Geschäftig verluden sie ihre Koffer, stiegen ein und brausten los. Anfangs kurvten sie noch durch die Straßen Helsinkis, aber bald ließen sie die Stadt hinter sich und fuhren durch die finnische Landschaft.
1 ½ Stunden nach der Landung am Helsinki Airport, erreichten sie ihr Domizil für die nächsten 2 Wochen. Sie hatten sich ein großer Blockhaus gemietet, welches weit ab von der Zivilisation in einem Wald stand. 50 Meter vom Haus entfernt befand sich ein See, der sogar eine Bootsanlegestelle mit ein paar Ruderbooten aus Holz hatte. Hinter dem Haus mit Blick auf den See, war ein Teil von einer Terrasse zu sehen und das Haus zog sie alle wie magisch an. Neugierig „stürmten“ alle das Haus und staunten nicht schlecht. Es gab ein großes Wohnzimmer mit Parkett, Kamin und einer gläsernen Front zur Terrasse. „Wow!! Und das war wirklich preiswert?“ fragte Eike, der neben Chris stand und die Einrichtung mit offenem Mund betrachtete. „Ja, ein Spottpreis. Angeblich ein Sonderangebot. Ich hatte ehrlich gesagt etwas Sorge, dass wir übers Ohr gehauen werden, aber die Bilder auf der Seite haben nicht zu viel versprochen. Es ist traumhaft!“ entgegnete dieser und trat an die Glasfront. Von hier aus hatte man einen tollen Blick über den See, welcher von den Seiten durch Fichten und andere Bäume begrenzt wurde und die Sonne versank grade hinter solchen. Das Spiegelbild, welches auf der Wasseroberfläche zu sehen war, war einfach nur schön! Chris seufzte tief und wandte sich von dem Bild ab. Er war zum Arbeiten hier und nicht für Tagträumereien!
Er suchte Klaas, mit dem er sich ein Zimmer für den Aufenthalt hier teilte und fand diesen im ersten Stock im dritten der 6 Zimmer, die es dort gab. 3 weitere gab es noch im 2. Stock, die aber nicht alle belegt waren. „Hi Chris! Konntest du dich doch, von dem Anblick losreißen?“ fragte der Bassist und grinste breit. „Ja, es war schwer, aber ich habe es schließlich doch noch geschafft.“ erwiderte der Sänger und lächelte schief. Er warf seinen einen Koffer aufs Bett und fing an, ihn auszuräumen. Klaas war schon fertig und stand nun am Fenster. „Der Blick ist wirklich fantastisch, das muss ich zugeben!“ meinte er mit dem Rücken zu Chris stehend. „Das stimmt. Grillen wir gleich? Ich habe eben einen Steingrill auf der Terrasse gesehen.“ fragte er und sah seinen Bassisten fragend an. „Klar, wenn die Anderen auch wollen. Aber das denke ich mal. Nur wo bekommen wir so schnell Fleisch, Salat und Getränke her?“ fragte Klaas. „Ich habe auf dem Hinweg einen Supermarkt gesehen. Dürfte so 20 Autominuten entfernt sein. Bengt und Eike sind schon auf dem Weg dahin.“ meinte Chris und lächelte. „Hast du gewusst, dass ich zum Grillen „ja“ sagen würde.“ Klaas zog eine Augenbraue hoch. „Ich kenne euch alle halt schon sehr lange.“ meinte Chris und zuckte mit den Schultern. „Auch wieder wahr.“ sagte der Bassist und sie gingen runter in die Küche.
Viel war da wirklich nicht. Nur etwas Wasser und ein paar Dauerkonserven im Vorratsschrank, das war´s. „Mal gucken, was die Beiden mitbringen.“ meinte Chris, schloß die Tür des Vorratsschrankes und ging zusammen mit Klaas ins Wohnzimmer. Dort öffneten sie die Terrassentür, traten auf diese und genoßen den Ausblick. Die Sonne war in der Zeit, in der sie im Haus waren, noch tiefer gesunken und ließ den Himmel, auf dem sich ein paar Schleierwolken tummelten, in verschiedenen Rottönen erstrahlen.
Als er das sah, drehte Chris sich auf der Stelle um und rannte zurück ins Haus, wobei er einen völlig verdutzten Bassisten zurück lies. Doch wenige Minuten später erschien der Sänger wieder auf der Terrasse und hatte seinen Gitarrenkoffer mit. Klaas nickte wissend. „Eine Eingebung?“ fragte er grinsend und der Sänger nickte, während er die Gitarre auspackte und es sich auf einem der Gartenmöbel bequem machte. Leise schlug er ein paar Akkorde auf der Akustikgitarre an und summte eine Melodie dazu. „Das klingt gut.“ meinte Klaas anerkennend, als er geendet hatte. „Danke. Aber ich weiß noch nicht, ob es für das geplante Album passt.“ meinte Chris und stellte die Gitarre neben sich. „Schauen wir mal.“ sagte der Bassist und in dem Moment hörten sie, wie vor dem Haus eine Autotür geschlossen wurde und mehrere Stimmen erklangen. Bengt und Eike waren vom Einkaufen zurück. „Wir sind zurück!!“ erklang es da auch schon von drinnen und die beiden Musiker auf der Terrasse begaben sich nach drinnen, um zu helfen.
Es wurde Tüten aus dem Auto geholt und in der Küche ausgepackt. Pi und Chris machten sich gleich daran, einen frischen Salat zu machen, während Klaas den fertigen Kartoffel- und Nudelsalat in Schüsseln umzufüllen. Gared, Eike und Bengt brachten die Getränke in den Keller, während Nik schon einmal den Grill anheizte. Weitere Crewmitglieder brachten Gläser, Teller und Besteck auf die Terrasse, während ein anderer die Baguettes in den Ofen schob und das Grillgut auf Servierplatten legte. Insgesamt waren 14 Leute gut beschäftigt.
Als alles soweit vorbereitet und die Kohle durchgeglüht war, wurde das Fleisch, die Würstchen und auch Grillgemüse oder Grillkäse für die Veganer bzw. Vegetarier auf den Grill gehauen. Selbstverständlich auf getrennten Seiten des Grills. Wer nicht grade am Grill oder am Buffet etwas zu tun hatte, der saß auf einem der Gartensessel oder -sofas und genoß die Aussicht. Der ein oder andere mit einer Flasche Bier, einem Glas Met oder auch einem alkoholfreien Getränk. Aus einer der Bluetooth Boxen erklang Musik und man unterhielt sich.
„Chris? Warum steht deine Akustikgitarre hier?“ fragte Pi plötzlich und Chris sah vom Grill auf. Er hatte eben Nik abgelöst, damit der auch was essen konnte. „Nur so. Ich hatte eben Lust zu spielen.“ meinte er schulterzuckend und widmete sich wieder dem Grill. Klaas zog die Stirn kraus. Warum wollte Chris den Anderen nichts von seiner Idee erzählen? Da musste er später mal nachhaken.
Der Abend verlief weiter feucht – fröhlich und irgendwann verabschiedete sich Chris, welcher am wenigsten getrunken hatte, ins Bett. Er sei müde von der langen Reise. Klaas, welcher mittlerweile mit Pi ein Wetttrinken veranstaltete, hatte seinen Plan, den Sänger wegen seiner Lüge mit der Akustikgitarre auf den Zahn zu fühlen, schon völlig vergessen und wünschte ihm nur lallend eine gute Nacht, ehe er mit dem Gitarristen das nächste Glas leerte. Chris schüttelte über so viel Unvernunft in dem Alter nur den Kopf und ihm graute vor dem nächsten Morgen, wenn alle verkatert waren. Langsam, auf jeden Schritt bedacht, stieg er nun in den 1. Stock hoch und musste sich am Geländer festhalten, um nicht zu sehr zu schwanken. „Früher habe ich deutlich mehr vertragen, aber da war ich auch noch nicht in den 40ern.
Oben angekommen, tastete er nach dem Lichtschalter und war froh, dass das Licht nicht so abartig grell war. Das hätte ihm wohl doch in den Augen weh getan…
Sein erster Weg führte rechts ins kleine Badezimmer, wo er über das gekippte Fenster seine Freunde feiern hören konnte. Dem Gegröle nach zu urteilen, musste Pi grad irgendeine Aufgabe beim Saufen erledigen. „Gott… Diese Jugend...“ dachte er sich und verzog gequält das Gesicht. Im Badezimmer war das Licht nicht so angenehm, aber da musste er nun durch. Er wusch sich das Gesicht, putzte Zähne und ging zum Schluß nochmal zur Toilette. Nach dem Hände waschen verließ er das Bad und wankte in Richtung des Schlafzimmers von Klaas und ihm. Dort angekommen entledigte er sich seiner Hose und fiel in Boxershorts und Shirt ins Bett. Er war so müde, dass er gar nicht mehr ans Zudecken dachte, sondern fast sofort einschlief.

Ein lauter Knall weckte ihn ein paar Stunden später und er fuhr im Bett hoch. Was war passiert? Sein erster Gedanke war, dass Klaas besoffen auf der Treppe gefallen war, doch der schnorchelte friedlich neben ihm.
Dann vielleicht einer der Anderen. Sie hatten ja alle ordentlich getankt! Chris krabbelte aus dem Bett, zog sich einen Sweater über, denn es war deutlich kühl geworden, und verließ das Zimmer. Zuerst sah er sich im 1. Stock um, doch da war alles in Ordnung. Im 2. sah es ähnlich aus, also begab er sich ins Erdgeschoß, um da nachzusehen. Gleichzeitig konnte er sich dort auch was zutrinken holen. Er hatte Durst. Vorsichtig stieg er die Treppen herunter, denn er traute seinen Beinen noch nicht so ganz, und sah sich im Erdgeschoß um. Auf den ersten Blick sah er nichts und wollte sich schon aus der Küche ein Glas Wasser holen, um dann wieder nach Oben zu verschwinden, als er die Offene Terrassentür sah…
Stirnrunzelnd lief er darauf zu und wollte sie schließen, da sah er die schmale Gestalt in dem weißen Kleid unten am Wasser stehen.
„Was zum Teufel tut sie da? Und dann noch so leicht bekleidet?“ fragte er sich und sah weiter zu der Frau am Wasser auf den der Vollmond sein Spiegelbild warf. Plötzlich kam Bewegung in die Frau, denn sie warf ihren Kopf mit den langen roten Haaren in den Nacken, breitete die Arme aus und rannte direkt auf das Wasser zu. Chris erschrak so sehr, dass er nicht mehr als ein gekrächztes „Nein!“ heraus bekam und dann war die Frau weg! Nicht in den Fluten verschwunden, sondern einfach weg! Sie hatte sich wie Nebel aufgelöst!
Völlig verstört ging er wieder ins Bett. Seinen Durst hatte er vergessen…

Er lag noch lange im Bett wach und dachte über das Gesehene nach. So etwas konnte doch nicht wirklich geschehen! Er musste doch mehr Alkohol zu sich genommen haben, als angenommen. Zufrieden mit dieser Erklärung schlief er endlich wieder ein und erwachte am nächsten Morgen relativ erholt, im Gegensatz zu einigen Band- und Crewmitgliedern. Schadenfreude ließ grüßen!
Doch obwohl ihm seine Erklärung für diese „Vision“ oder was auch immer es gewesen sein mochte, in der Nacht logisch erschienen war, kamen ihm nun Zweifel. Auch bei viel Alkoholgenuß träumte man doch nicht so etwas! Aber welche Erklärung gab es sonst dafür?
Er musste mit jemandem reden und Gared war da am Besten geeignet. Der hielt ihn wenigstens nicht gleich für bescheuert! Also suchte er das Einhorn und zog ihn zur Seite. „Kann ich bitte einmal mit dir reden?“ fragte er ihn bittend. „Klar. Was gibt`s?“ fragte der Allrounder und zog eine Augenbraue hoch. „Lass uns ein Stück spazieren gehen.“ meinte Chris und so gingen sie in den angrenzenden Wald.
Dort erzählte er Gared die ganze Geschichte und der blieb für ein paar Minuten still. Chris ließ ihm die Zeit, denn er wusste, dass er nun am Nachdenken war. „Ich kenne mich zwar nicht so gut im Bereich der Geister aus, aber das klingt etwas wie eine verlorene Seele oder so etwas. Ich habe mal was darüber gelesen. Das sind die Seelen Verstorbener, die nicht den Weg ins Jenseits gefunden haben, weil keine Krähe in der Nähe war, um sie zu leiten oder ihnen Böses widerfahren ist.“ Beim klang seiner Stimme war der Sänger leicht zusammengefahren. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Gared schon so schnell wieder was sagen würde. Doch das was er sagte, machte keinen Sinn! „Geister gibt es nicht!“ sagte Chris aus seinen Gedanken heraus. „Glaubst du wirklich? Hast du nicht manchmal das Gefühl, dass jemand auf dich acht gibt, den du aber nicht sehen kannst? Überleg mal, wie das damals bei dem Autounfall war. Den Auto war schrottreif, aber weder dir, noch mir ist damals was passiert. Ich weiß nicht, wie es dir ging, aber ich habe eine beschützende Präsenz gespürt, die mich vor Schlimmeren bewahrt hat.“ sagte er ernst. Chris wurde nachdenklich. Damals hatte er ein warmes helles Licht gespürt, als der andere Wagen auf ihn und Gared zugeprescht war, aber er hatte gedacht es wären die Scheinwerfer gewesen. Das sollte eine höhere Macht gewesen sein?
„Du erinnerst dich. Solche Kräfte nennt man auch Schutzengel. Jeder hat welche.“ sagte nun der Allrounder und lächelte milde. „Und die Frau von gestern?“ fragte der Sänger leicht genervt. Gared´s Erklärung stellte sein Weltbild etwas auf den Kopf. „Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Such doch mal im Zeitungsarchiv nach Mordfällen junger Frauen. Vielleicht gibt’s ein Foto von ihr. Arbeiten können wir heute eh nicht, so wie der Rest aussieht.“ meinte er und grinste hämisch. „Stimmt. Dann lass uns zurückgehen. Ich möchte dann in die Stadt und das nachgucken.“ Mit einem Mal hatte der Sänger es eilig. Er wollte herausfinden, ob an der Sache etwas dran war.
„Ich helfe dir. Zu Zweit geht es schneller.“ meinte das Einhorn und sie schlugen den Rückweg ein. Beim Haus angekommen, holten sie ihre Schlüssel und Geld, ehe sie sich in den einen Bulli setzten und nach Helsinki fuhren. Dort parkten sie in der Nähe der Bibliothek und fragten dort, wo die alten Zeitungen archiviert worden waren. Man sagte es ihnen und sie gingen zu den Apparaten, wo die Zeitungen digitalisiert worden waren.
Nun saßen sie nebeneinander an jeweils einem Apparat und durchforsteten die alten Zeitungen der letzten 10 Jahre, doch auch nach einer Stunde hatten sie nichts gefunden. „Das wird nie was!“ stöhnte Chris. „Gib nicht so schnell auf. Wir finden sie!“ ermutigte ihn Gared. „Wen suchen Sie denn?“ fragte ein alter Mann, der unbemerkt dazu gestoßen war. „Ach nichts weiter...“ versuchte Chris ihn abzuwimmeln, doch Gared sah das anders. Der Mann konnte ihnen vielleicht helfen. „Entschuldigen Sie ihn bitte. Ihm ist die ganze Sache etwas peinlich. Wir wohnen zur Zeit am Tölöviken und...“ fing er an, doch wurde er von dem Mann unterbrochen. „Sie wohnen am verfluchtem See?“ fragte dieser entsetzt. „Ähm… Verflucht, keine Ahnung, aber wir wohnen zur Zeit dort.“ sagte Gared irritiert. „Haben Sie die weiße Frau gesehen?“ fragte der Mann furchtsam. „Ich habe eine weiß gekleidete Frau gesehen.“ erwiderte Chris. „Dann seien Sie auf der Hut! Sie bringt Unglück, denn sie ist eine trauernde Witwe, die sich 1896 umgebracht hat. Sie ist eine Todesfee, eine Banshee.“ sagte der alte Mann. Chris runzelte die Stirn. „Das ist doch Humbug! Todesfeen, Geister, Dämonen… Das gibt alles es nicht!“ meinte er und stand vom Stuhl auf. „Komm Gared, wir gehen!“
„Seien Sie vorsichtig!“ mahnte der alte Mann und verschwand hinter einigen Regalen. Chris pustete sich empört eine Strähne aus dem Gesicht, packte Gared am Ärmel und zog ihn mit sich, raus aus der Bibliothek und hin zum Auto. „So ein Blödsinn!“ schimpfte Chris vor sich hin und stieg in den Wagen. Gared setzte sich still daneben und sagte auch die ganze Fahrt über nach Hause nichts. Er war sich nämlich gar nicht so sicher, dass das alles Blödsinn war, aber er wollte nicht mit einem seiner besten Freunde darüber streiten.
Die Tage vergingen, sie arbeiteten fleißig am Album und saßen Abends gemütlich zusammen. Doch irgendwas war merkwürdig… Oft standen die Sachen, wie zum Beispiel Gitarren an einem anderen Ort, als sie am Vorabend abgestellt worden waren. Dann hörten Chris und Gared an mehreren aufeinander folgenden Nächten ein Weinen von einer Frau, welches vom Wasser zu kommen schien. „Ist die Geschichte um diese Frau doch wahr?“ fragte sich nun auch Chris ernsthaft.
In einer der letzten Nächte des Songwritingcamps wurden alle durch ein lautes Poltern und ein unmenschliches Schreien geweckt! Erschrocken kamen alle aus ihren Zimmern gerannt und hielten sich wegen des entsetzlichen Schreiens die Ohren zu. Mit einer Kopfbewegung zeigte Pi zur Treppe ins Erdgeschoß und alle nickten. Dort schienen die Schreie herzukommen.
Vorsichtig bewegte sich die Truppe hinunter und die Schreie schwollen ins Unermeßliche an. Als sie ins Wohnzimmer traten, schwebte dort in der Luft eine Frau mit gräßlich verzerrtem Gesicht, die sich aber in Nebel aufzulösen schien, als alle im Erdgeschoß waren. Kurz bevor sie sich ganz auflöste, verwandelte sich ihr Gesicht in das einer jungen Frau zurück und sie streckte den Arm nach Chris aus. „Mein geliebter Mann!“ waren ihre letzten geflüsterten Worte, ehe sie im Nebel verschwand und ein Windzug diesen nach draußen zog.
Die Freunde und Musikerkollegen sahen sich verstört an und wie auf Kommando rannten sie nach oben in ihre Zimmer, packten ihre Sachen und flohen aus dem Haus. Hier wollten sie keine Sekunde länger mehr bleiben! Den Schlüssel für das Haus warfen sie bei der Mietfirma ein und fuhren weiter zum Flughafen.
Dort buchten sie den nächsten Flug gen Heimat und waren einfach nur froh, nach Hause zu können. Als ihr Flug aufgerufen wurde, checkten sie erleichtert ein und machten es sich auf ihren Sitzen bequem. Doch auf der Hälfte des Fluges, war wieder dieses unheimliche Schreien zu hören und die Frau tauchte am Fenster bei Chris auf. „Komm zu mir Geliebter! Die Andere ist tot!“ rief die Frau und der Pilot verlor die Kontrolle über das Flugzeug….
Schweißgebadet erwachte Chris aus diesem Albtraum. Mit zittrigen Finger einer Hand fuhr er sich über sein Gesicht und tastete mit der Anderen neben sich. Da war sie. Gott sei dank, sie war noch da! „Chris? Was ist denn los?“ fragte jemand verschlafen neben ihm. „Nichts. Ich hatte nur einen Albtraum.“ sagte er und kuschelte sich wieder an Tamara. Sie war, neben der Musik und seinen Freunden, der Halt in seinem Leben und sie war hier...
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