Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Männerabend bei L-Corp

KurzgeschichteRomance, Angst / P12 / FemSlash
Kara Danvers / Kara Zor-El Lena Luthor
31.07.2021
01.12.2021
7
16.895
8
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
31.07.2021 1.921
 
Die Geschichte wird nur drei, maximal vier Kapitel lang sein. Außer ich stufe noch die Altersbeschränkung nach oben oder sonst etwas passiert :-)
Hier ist schon mal das erste.

Viel Spaß beim Lesen, ich hoffe es gefällt euch
Slayerkaro
P.s. Die anderen Geschichten schreib ich auch irgendwann fertig
**************
Andrea Rojas hatte die bekloppte Idee.

„Lena, solange du nicht ausgehst und dich nur deiner Arbeit widmest, wirst du nie einen Mann kennenlernen.“

„Ich habe keine Zeit zum Ausgehen, Andrea.“

„Und wie willst du dann einen Mann kennenlernen? Im Internet? Sicher, das ist immer eine Option, aber Lena ich kenne dich. Du brauchst die Begegnung, das kribbeln, die Herausforderung, den Sex.“

Lena biss sich auf die Lippen und unterdrückte die Erwiderung, die ihr auf der Zunge lag und welche sofort Andreas Argwohn auf sich gezogen hätte.

Stattdessen kniff sie die Augen zusammen und gab ihrer Freundin, den Luthor-Blick, der besagt; Schätzchen, du bewegst dich auf dünnem Eis. Sie wollte das unangenehme Thema verwerfen, bei dem sie in letzter Zeit immer wieder landeten. Andrea wollte ihre Freundin offensichtlich an den Mann bringen.

Wie so oft blieb Andrea unbeeindruckt und Lena nahm einen Schluck Scotch und lehnte sich seufzend in die Kissen ihrer Bürocouch zurück. Sie dachte daran, eine Fußmassage zu buchen oder ein heißes Vollbad zu nehmen, einfach den Feierabend genießen.

Doch für Andrea war das Thema längst nicht beendet, sie grübelte weiter und sobald ihre Augen zu leuchten anfingen, stöhnte Lena. Sie befürchtete, was als Nächstes aus dem Mund ihrer Freundin kam, würde ihr nicht gefallen.

Wie Recht sie damit behielt.

„Dann müssen die Männer eben zu dir kommen,“ hat Andrea mit Begeisterung hervor gesprudelt und dabei in die Hände geklatscht.


Männerabend bei L-Corp.

Wie hätte sie nein sagen können? Lena, fand kein Gegenargument, weshalb nicht junge hübsche intelligente Männer, die Interesse an Forschungen von L-Corp hatten, exklusiv eingeladen werden, um sich auszutauschen, zu flirten, wie Andrea ihr prophezeite.

Natürlich hatte Lena das Privileg und die Räumlichkeiten für eine solche Veranstaltung.
Nun stand sie in ihrem eigenen Labor, in ihrem Heiligtum und wartete auf diverse Männer, die Andrea vorab ausgewählt hatte, natürlich alles potenzielle Kandidaten, die sie vorher unter die Luppe genommen hat, ordentlich gegoogelt und ihnen Einladungen für diesen besonderen Abend zugespielt hat. Single Männer noch dazu. Andrea warf die gesamte Organisation an sich und Lena hatte keine Chance.

Ihre Versuche, das Ganze noch irgendwie abzublasen, scheiterten kläglich.

„Ist das nicht diskriminierend? Nur Männer einzuladen? Ich meine, wo bleibt da die Gleichberechtigung?“

„Pfft. In der heutigen Zeit ist vieles diskriminierend. Außerdem, Männer sind heutzutage eine Randgruppe. Ich hab auch ein paar ältere Männer eingeladen, richtige Doktoren, damit es nicht ganz so auffällt, dass nur junge, hübsche Männer anwesend sein werden. Und wenn der Abend ein Erfolg wird, machen wir eine Gegenveranstaltung, nur für Mädels, das wird ein Spaß.“ Andrea war sichtlich zufrieden mit sich selbst.

Was für ein Spaß dachte auch Lena, wenngleich ironisch.


Ihre beste Freundin war Feuer und Flamme für diese Idee und sie organisierte mit Begeisterung das Event, von dem sie aufrichtig dachte, dass es Lena guttun würde und sie dort den Mann ihres Lebens kennenlernen wird. Lena hat einfach nicht das Herz, ihrer Freundin zu sagen, wie sehr sie diesen Gedanken hasst.

Andrea ist ihre einzige Freundin, niemand anders wollte sich mit Lena Luthor anfreunden. Sie kennen sich bereits aus der Schulzeit, wie könnte Lena sie enttäuschen und aussprechen, was ihre wahren Gedanken sind.

Lena ergab sich ihrem Schicksal.

***
„Lena, dies hier ist Dr. Adams, er ist Virologe an der Standford und kommt ursprünglich aus Kanada. Nun überlegt er nach National City zu wechseln. Dr. Adams, dies hier ist Lena Luthor, CEO von L-Corp.“

Andrea stellt ihr den nächsten potenziellen Kandidaten vor. Ihre Stimme klingt mit Stolz erfüllt und vielleicht auch ein wenig hoffnungsvoll. Seufzend wendet sich Lena diesem Gentleman zu.

„Miss Luthor, es freut mich, ihre Bekanntschaft zu machen. Ihr Labor ist eindrucksvoll. Wo haben Sie gleich nochmal studiert?“

Lena greift nach der laschen Hand, des langgewachsenen Lockenkopfs. Er sieht akzeptabel aus, wenngleich sein Spitzbart ein No Go ist. Es ist jetzt die wievielte Hand, die sie schüttelt? Lena hat aufgehört zu zählen. Sie grinst einfach, als wäre sie auf Droge, niemals würde sie wieder so viel grinsen.

Andrea zwinkert ihr zu und verschwindet und Lena würde sie am liebsten erdolchen.

In diesem Moment hadert sie mit sich selbst, weshalb sie Andrea nicht sofort erzählt hat, worüber sie längst sicher ist, dann müsste sie diese Farce hier nicht über sich ergehen lassen. Sie ist Lena freakig Luthor. Aber vielleicht ist genau das ihr Problem. Ihr Name ist schon mit so vielem negativ behaftet, wenn sie noch eine weitere Schlagzeile erhält, würde sie das verkraften? Und was würde Andrea dazu sagen, wenn sie ihr Geheimnis erfährt? Wäre es das Aus für ihre Freundschaft? Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre es das.

Lena Luthor steht auf Frauen. Ausschließlich auf Frauen. Sorry.

Wenigstens ist sie mittlerweile so weit und gibt es sich selbst gegenüber zu. Frauen gefallen ihr optisch viel besser. Das ist der erste Schritt in die richtige Richtung, es laut zu denken. Sie träumt davon, von einer Frau berührt zu werden.

Doch die Fantasie scheint in weiter Ferne. Stattdessen schüttelt sie die dargebotene Hand, ihr Lächeln wirkt wie eingefroren und ihre Mundwinkel schmerzen. Vielleicht sagt sie es heute noch Andrea, vielleicht schreit sie es quer durch den ganzen Raum, damit diese Farce ein Ende findet. Sie benötigt dringend einen starken Drink. Selbst dieses Champagner-Gezuzel ist nicht ihr Ding.

Nach dem Austausch ein paar weiteren Höflichkeiten, entschuldigt sich Lena, um nach ihrer eigentlichen Arbeit zu sehen.

Den hinteren Teil des Labors hat sie für Besucher mit einem Absperrband unzugänglich gemacht und ihre aktuellen Arbeiten weggesperrt.

Natürlich ist nicht alles in ihrem Labor für fremde Augen bestimmt. Ganz bestimmt nicht für diesen Abend geeignet. Einiges ist noch in der Entwicklung und sie gibt nur ungern vorab etwas Preis. Vor allem möchte sie keine Hoffnung schüren. Was, wenn sie versagt? Sie möchte den Namen Luthor für Positives stehen sehen. Deshalb hält sie die Projekte, die Menschen helfen werden, vorerst geheim.

Für heute Abend hat sie im vorderen Teil zugegeben, nicht ihre besten Werke ausgestellt. Kleine Roboter, die im Haushalt helfen, ein Gerät, dass kleine Küchenabfälle sofort kompostiert. Vielleicht hat sie es aus Jux gemacht, da ihr mit Bitterkeit bewusst ist, dass dies hier inoffiziell nichts weiter als eine Verkuplungsveranstalltung ist. Fachsimpel mit Schönlingen. Ihr Stolz lässt es nicht zu, den eingeladenen Gästen für diesen Abend, die wirklichen Werke zu präsentieren.

Weshalb sie sich nun hier versteckt, sentimental, zwischen ihren wahrhaftigen Werken, auf welche sie Stolz ist, hat auch den Grund, dass sie hier eine Flasche Scotch versteckt hat. Scotch ist heute tabu, hat Andrea gesagt. Männer haben Angst vor Frauen, die Scotch trinken, sei brav und trinke Champagner wie die anständigen Frauen der Welt. Pfft.

Der Scotch brennt angenehm ihre Kehle hinab und Lena schnauft tief durch. So wird der Abend besser zu ertragen sein.

Die Veranstaltung, eine weitere Farce in ihrem Leben, ob privat oder geschäftlich. Lena ist Meisterin darin, denkt sie mit Bitterkeit. So hat sie sich ihren Neustart in National City nicht unbedingt vorgestellt, versteckend in ihrem eigenen Labor, das mit aufgebrezelten Männern gefüllt ist.

Sie gönnt sich ein weiteres Glas, füllt den Scotch nicht mehr als eine Fingerbreite auf und lehnt sich dann seufzend gegen die Wand.

Als sie die Stimmen zweier Männer nah an ihrem Ohr hört, verschluckt sie sich beinahe. Was zum Teufel. Sie ist alleine hier. Sie sieht sich um und bemerkt ein Gerät, aus welchem die Stimmen kommen. Es überträgt die Unterhaltung. Eine alberne alte Erfindung, mit dieser sie Schallwellen sichtbar gemacht hat. Sie hat vergessen, dass man damit auch abhören kann. Das Gegenstück liegt hier zurückgeblieben und Lena kann nun der Unterhaltung lauschen, die ein Stückchen entfernt von ihr stattfindet.

„Und wie findest du Lena Luthor? Sie ist beeindruckend, nicht wahr?“

„Blass und ausdruckslos, ich weiß nicht weshalb dass ganze Gerede um sie.“

„Nicht dein Ernst. Lena Luthor ist nicht nur gutaussehend, vergiss nicht, sie ist auch noch außerordentlich intelligent. Sie war an der Harvard und an der MIT, sie hat außerdem zwei weitere Master in Bau- und Umwelttechnik und einen Doktor in computergestützte Wissenschaft und Technik. Was ist los mir dir? Du interessiert dich doch sonst für Wissenschaft.“

„Mag sein James, aber die Arbeit, welche sie hier ausstellt, scheint wie eine Mogelpackung. Die Ausstellungsstücke sind gewöhnlich und teilweise vom letzten Jahr. Ich hab gehofft, sie ist anders, aber Lena Luthor ist Fake. Dieser Abend hier, gleicht mehr einer Bachleoretteveranstalltung als wissenschaftlicher Forschungsarbeit. Schau dich doch mal um.“

Mehr hört Lena nicht mehr, ihr Herz schlägt heftig angesichts der Worte. Lena Luthor ist Fake. Niemals haben sie Worte mehr getroffen als diese.

Lena senkt den Blick und verharrt einen Moment inne, sie wartet, bis ihr Atem weniger heftig geht. Sie wird sich von den Worten eines Fremden nicht klein machen lassen, über das ist sie hinaus. Sie hat gelernt, solche Aussagen von sich abprallen zu lassen.

Dennoch, Fake hat sie noch niemand genannt. Wer ist dieser Kerl?

Lena riskiert einen Blick und neugierig geworden dreht sie sich um.

Dort stehen zwei junge Männer ein paar Meter entfernt an ihrem Schallwellenanzeiger, der die Unterhaltung überträgt. Beide tragen Anzug und wirken herausgeputzt. Einer, das muss James sein, betrachtet ihre Ausstellungen, die in der Tat vom letzten Jahr sind, dennoch hält er diese ehrfürchtig in der Hand und scheint interessiert.

Der andere Mann, welchen Lena nun genauestens einer Musterung unterzieht, irgendetwas scheint an ihm nicht stimmig. Vielleicht ist es die Bewegung oder das Haar.

Er ist blond, starke Schultern. Auf seiner Nase sitzt eine Brille, die ein wenig von seiner Nase gerutscht ist und hektisch sieht er sich mit den Augen über den Rand der Brille um. Die Geste wirkt seltsam. Lena kann nicht mit Bestimmtheit sagen weshalb, nur ein Gefühl.

Dann sieht er zu ihr rüber und ihre Blicke kreuzen sich. Lena findet sich gefangen in den blauesten Augen, die sie jemals gesehen hat. Er starrt sie an und Lena sieht nicht weg. Dann schiebt er sich die Brille zurecht, bis sie korrekt auf der Nasenspitze sitzt und plötzlich reißen sich diese blauen Augen ruckartig von ihr fort und kehren ihr den Rücken zu.

Lena ist völlig perplex.

Das ist ihr noch nie passiert. Dieser Jüngling muss noch grün hinter den Ohren sein, noch nicht vollständig zum Mann gereift. Seine Manieren lassen zu wünschen übrig. Lena ist die Gastgeberin, dessen muss sich dieser Kerl im Klaren sein. Erst belächelt er ihre Arbeit, zugeben alte Arbeit dennoch gute Arbeit und dann weist er sie ab, indem er ihr demonstrativ den Rücken zu dreht. Diese Veranstaltung mag Fake sein, doch Lena Luthor ist es nicht, sie wird diesem Kerl zeigen, wie sehr sie Fake ist. Lena Pakt der Stolz.

Unbewusst fährt sie sich durch die Haare und verwuschelt diese durch die Berührung ein wenig.
Sie kann die Unterhaltung der beiden nicht mehr mithören, als sie mit festen Schritten losläuft. Der Schwarze Kerl, der Glatze trägt bemerkt, dass Lena auf die beiden zukommt. Er sagt etwas zu dem Blonden, der sich daraufhin umdreht. Seine Augen werden weit, aber er hält den Blickkontakt.

Lena grinst, dieses Mal zeigt sie ihr bestes Lächeln, von welchem sie weiß, dass es ihre Grübchen hervorbringt. Lena zeigt es nur den wenigsten Mitmenschen, dennoch ist ihr bekannt, dass sie umwerfend damit aussieht. Süß hallt die Stimme in ihrer Erinnerung wieder.

Lena ist schon auf der Zielgeraden und mit beobachtet mit Genugtuung, wie der Blonde schluckt. Dann greift Lena an.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast