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Hinter der Fassade

von Feodora29
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft / P12 / Gen
J-Hope Jimin Jungkook Kim Seokjin OC (Own Character) RM
29.07.2021
14.10.2021
12
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09.09.2021 2.828
 
Gegen 16 Uhr klingelte es wieder an der Tür, nachdem alle den Rest der Melone verschlungen hatten. Da Ayla das von früher kannte, dass manchmal Journalisten hier klingelten, ging sie allein vor. An der Tür traf sie jedoch jemanden an, mit dem sie nicht gerechnet hatte.

„Hallo Ayla“, grüßten sie Leah, Sindy und Alexa. „Hi“, sagte sie überfordert. „Wir haben den Artikel gesehen und sofort dich erkannt. Wie geht es dem Arm?“, fragte Sindy und deutete auf den Verband an Aylas Arm. „Ist nicht gebrochen. Was wollt ihr?“ Übertrieben lächelten ihre drei Gegenüber. „Wir dachten, wir setzen uns wieder mal zusammen und quatschen etwas, wenn du schon mal hier bist“, meinte Leah. Eigentlich hatte Ayla keine Lust, aber sie sah die ganzen Journalisten herumlungern. Wenn sie jetzt durch ganz dummen Zufall als der verletzte Fan von gestern erkannt werden sollte, würde sie explodieren.

„Kommt kurz rein“, gab sie nach und trat zur Seite. Sie ließ die drei in den Flur treten, dann schloss sie die Tür und drehte sich ihnen zu. „Worüber wollt ihr sprechen? Über meinen Auftritt in der Zeitung? Der Artikel ist nebenbei Schrott.“ Die drei sahen sie aufgrund ihrer kühlen Reaktion etwas verwirrt an. „Wir sind nicht hier, um Streit zu suchen, Ayla“, versuchte es Alexa. „Können wir uns nicht setzen?“, fragte Sindy. „Nein.“ „Sind deine Eltern da?“, fragte deshalb Leah. „Nein, sie sind auf dem Fest, ich bin….“ Sie wollte allein sagen, doch da kam Vanessa um die Ecke. „Gibt es ein Problem?“, fragte sie und sah vom anderen Ende die drei Ankömmlinge an. „Oh, du hast Besuch?“, stellte überflüssigerweise Leah fest. „Ja.“ „Ich glaube, dich hab ich schon einmal gesehen“, sagte Alexa nachdenklich an Vanessa. „Kann gut sein, ich arbeite im Flavoria.“ „Ah, stimmt“, sprach nun auch Sindy. „Du hättest uns auch einladen können“, wandte sich Leah an Ayla. „Wieso?“ „Weil wir Freunde sind?“ Diese Aussage kam zu arrogant von Leah. „Nein, sind wir nicht mehr. Schon ein Jahr nicht mehr, deshalb antworte ich auch nicht. Ich hab eure Nummern blockiert.“ Nun waren ihre ehemals besten Freunde schockiert.

Da alle drei sie ansahen, bemerkten Ayla und zum Glück Vanessa rechtzeitig, dass ein oder sogar mehrere blonde Schöpfe um die Ecke der Küche lugten. Vanessa scheuchte sie wieder rein und hoffentlich schaffte sie es, dass sie ruhig blieben und sich nicht zeigten. „Wie bitte?! Was haben wir dir denn getan, Ayla?“ Sindy schien schockiert, Leah empört. „Wenn, dann hätten wohl wir das Recht, zuerst dir den Kontakt zu kündigen.“ „Das habt ihr doch. Ihr habt doch Dinge zunehmend zu dritt unternommen, während ich außen vor gelassen wurde.“ „Du hast dich ja auch nie gemeldet“, warf Leah ihr an den Kopf. „Das hab ich, nur eben selten. Ihr hättet nach all den Jahren wissen müssen, dass ich nicht so aktiv bin, was das betrifft. Außerdem lebe ich schon eine Weile auswärts, das war nicht immer leicht. Echte Freunde würden verstehen, dass ich mich ändere und hätten meine Interessen akzeptiert, oder meine Einstellung.“ „Du meinst, ständig nein zu allem zu sagen? Und genau deshalb hast du nie einen Freund abbekommen.“ Die Worte von Leah verletzten sie und trafen tief in ihr Herz.

Ayla bebte vor Wut, doch ihr fiel gerade nichts zum Erwidern ein. Stattdessen hörte sie Stimmen aus dem hinteren Teil des Hauses. Alle drei anderen Frauen drehten sich dem ebenfalls zu. „Hast du noch mehr Besuch?“, fragte Alexa verwirrt, da Männerstimmen deutlich zu vernehmen waren, sowie die von Vanessa. Am Ende schien die Konditorin zu scheitern, Jimin, Taehyung und Hoseok tauchten als erstes auf, dann folgten Jungkook und Seokjin, wobei letzterer versuchte, zumindest den Jüngsten wieder einzufangen.

Da sie dadurch auf Koreanisch sprachen, nutzte dies Leah sofort aus. Ayla trat an ihr vorbei, um die Männer am Näherkommen zu hindern. „Sind Chinesen dein Geschmack?“ Augenblicklich stockte Ayla und drehte sich Leah zu. „Es sind keine Chinesen“, sagte sie bissig. „Dann eben Japaner“, gab Leah abfällig von sich. „Sie sind auch keine Japaner!“, wurde Ayla lauter und sah zur etwas Größeren auf. „Sei nicht immer so oberflächlich, Leah. Das hab ich an dir immer mehr gehasst.“ Empört lachte jene los. „Oberflächlich? Das muss ich mir von einem Mauerblümchen nicht anhören.“ Erneut fehlte Ayla ein Konter nach diesen harten Worten. Früher war sie das gewesen, als sie im Schatten der anderen drei aufgewachsen war. Nun aber nicht mehr, sie hatte sich verändert.

„Ayla.“ Das Augenmerk der Frauen ging erneut zu den Männern. Während Taehyung noch immer von Vanessa den Weg versperrt bekam, waren Jimin und Hoseok vorbeigekommen. Ersterer hatte sie angesprochen und sah nun die drei anderen Frauen abschätzend an. Er und Hoseok hatten einen ernsten Ausdruck im Gesicht. „Are these the people why you couldn’t see our performance last year?“ Sie konnte zunächst nicht antworten, die drei Frauen waren vom Englisch überrascht und deshalb nutzte Hoseok die Pause. „Are these the three women who let you down?“ Leah war schon immer die Beste in Sprachen gewesen, sie fasste sich demnach am schnellsten. „Wow, du scheinst ja viel erzählt zu haben. Schön zu erfahren, dass du schon eine Weile uns den schwarzen Peter zuschiebst.“ „I don’t understand what you’re saying, but leave Ayla alone. She doesn’t need people like you“, sagte Jimin entschlossen und trat neben Ayla, auf ihre andere Seite folgte Hoseok.

Fassungslos und empört wurden sie angesehen, dann gingen die drei ehemaligen besten Freunde, ohne etwas zu sagen. Ayla wusste nicht, ob das gut oder schlecht war. Hoffentlich zählten sie nicht eins und eins zusammen was BTS betraf.

„Ayla?“ Sie zuckte zusammen und sah zur Seite, wo Vanessa stand. Kurz war sie tatsächlich abgedriftet. „Ich gehe mal kurz hoch und mich frisch machen. Die Vergangenheit abspülen“, sagte Ayla und brachte nur schwer ein wenig überzeugendes Schmunzeln am Ende zustande. Ohne die Antwort abzuwarten, lief sie die Treppe hoch und in ihr Zimmer. Dort zog sie sich ein Blusentop in Weiß an. Ihre Mutter hatte letztens gesagt, sie sähe durch ihre leichte Sommerbräune darin sehr gut aus. Im Moment war es ihr egal, sie wollte nur den kalten Schweiß vom alten Shirt nicht mehr spüren.

Seufzend setzte sie sich auf ihr Bett und sah gegenüber in den Spiegel des Schrankes. Hatte sie denn nach über einem Jahr noch immer nicht den Verlust der Freunde überwunden? Das Auftauchen hier bei ihr aus Sorge drängte sich in ihr Gewissen. War es wirklich Sorge gewesen, oder etwas anderes? Sollte sie sich jetzt schlecht fühlen oder befreit? Und dann war da die Tatsache, dass mehr als nur einer ihrer Gäste sich für sie eingesetzt hatten. Dabei kannten sie sich nicht, nicht nennenswert. Wieso hatten sie dann ihr geholfen, wo Ayla selbst die Männer immer nur abwies? Immer weniger wusste sie, was noch richtig war.

Es klopfte leise an ihrer angelehnten Tür, sodass sie aufsah. Hoseok stand dort und schien zu überlegen, ob er eintreten dürfte. Sein Blick streifte kurz durch das Zimmer und stockte, als er Ayla sah. „Are you crying?“ „Was?“, fragte sie irritiert und griff sich ins Gesicht, während sie in den Spiegel blickte. Überrascht stellte sie fest, dass er Recht hatte. Tränen liefen ihr übers Gesicht, sodass sie jene schnell wegwischte. „Because of your old friends?“ Er war etwas in den Raum getreten, hielt sich jedoch anstandsgemäß zurück. Ayla seufzte wieder und wusste nicht, ob sie es bejahen sollte, oder nicht. Sie wusste ja selbst nicht, weswegen sie weinte. Wegen der alten Freunde oder der Tatsache, dass sie die Männer verwirrten.

Deshalb zuckte sie nur hilflos die Schultern und winkte ihn nebenbei herein. Hoseok blickte sich erneut etwas um, dann blieb er neben ihr stehen. Er sah richtig traurig aus. Ein Ausdruck, den man nur selten so in der Form als Fan zu Gesicht bekam. „Thank you“, sagte sie schließlich. „For your support and that from the others.“ Nun formten sich seine Mundwinkel leicht zu einem Lächeln. Ayla klopfte rechts neben sich, woraufhin er sich schließlich setzte. So waren sie zumindest beinahe auf Augenhöhe, wenn sie ihn ansah. Dennoch sah sie eher ihre beiden Spiegelbilder an.

„What were you talking about?“ Ayla brauchte nicht den Kopf drehen, auch wenn er sie von der Seite anblickte, sie betrachtete lieber ihr gemeinsames Spiegelbild. „Nothing important. We blamed each other. Maybe they just wanted to find out how pathetic my life still is.“ Die Krönung dessen war Leahs Aussage gegenüber den Männern gewesen. „And Leah spoke derogatory about you as Asians.“ Ayla sah ein Stirnrunzeln bei Hoseok, sodass sie nun ihn direkt anblickte. Hilflos schüttelte er leicht den Kopf. „Sorry, I don’t understand you.“ Sie wollte in ihre Hosentasche greifen, doch gleichfalls ging ihr auf, dass sie ihr Telefon unten gelassen hatte. Hoseok verstand jedoch und hielt seines hin. „Translator?“, fragte er und sie nickte leicht schmunzelnd. Schnell nannte sie eine App, die sie gerne nutzte und die inzwischen echt gut war, wenn es auch um das Übersetzen von Sätzen ging. Dann tippte sie über sein Telefon den Satz ein, sodass er diesen dann auf Koreanisch lesen konnte.

„Ah“, kam dann verstehend von ihm, dann tippte er gleich eine Antwort. Wir spüren das häufiger. Das stimmte Ayla traurig. Diskriminierung dürfte heute nicht mehr sein und doch war es nach wie vor ein großes Problem. „Wait“, sagte sie dann und stand auf, um am Schreibtisch etwas auf einen Notizzettel zu schreiben. Dann setzte sie sich wieder und reichte ihm diesen. „The password for the WI-FI.“ Dankend tippte Hoseok dies in sein Telefon.

Ayla wusste nicht, was sie aus dieser Situation machen sollte. „Why did you help me? You didn’t even know for sure who the three were and what it was about.” Neugierig betrachtete sie ihn solange, bis er begann, die App erneut zu benutzen. Er hielt ihr das Telefon hin und sie begann zu lesen. „Du sahst unglücklich aus und deine Tonlage war angespannt. Außerdem hat Vanessa kurz erklärt, dass es deine ehemaligen Freundinnen waren.“ Richtig, Vanessa hatte ja für einen kleinen Moment versucht, sie aufzuhalten. Doch dies erklärte nur einen Teil, sodass sie ihn noch einmal ansah. „But why did you do it? We are not friends. We are strangers.” Dieses Mal nutzte er die App nicht, er schüttelte bestimmt den Kopf. „We are no longer strangers.“ „But no friends either“, fügte sie sofort an. „Not for you yet, but for some of us in a way it is.” Damit entwaffnete er kurzzeitig Ayla vollständig. Warum sahen sie in ihr eine Art Freundin, wo man doch dazu sich zumindest etwas kennen sollte. Wieso ausgerechnet sie?

Von unten wurde nach ihr gerufen. Es war Vanessas Stimme, sodass beide zusammenzuckten. „Sind unterwegs!“, rief sie zurück und stand dann auf, nicht ohne etwas von Hoseoks aufmunterndem Lächeln zu übernehmen. Unten angekommen wurde sie irritiert von Vanessa angesehen, als sie Hoseok ebenfalls bemerkte. Er ging nach draußen zu den anderen, während die beiden Frauen in der Küche blieben. „Hab gar nicht mitbekommen, dass einer fehlte“, gestand die blonde Frau amüsiert, weshalb Ayla noch mehr lächelte. „Alles okay?“, fragte Vanessa dann trotzdem etwas besorgter nach. „Ja, vergessen wir es einfach schnell. Wollen wir langsam das Grillen vorbereiten?“ „Wenn du das sagst“, reagierte Vanessa noch einmal auf die vorherige Frage. Dann liefen sie nach draußen und fragten nach, wann sie essen wollten.

Vom Start des Grills bis zum eigentlichen Essen würde eh Zeit vergehen, zumal noch entschieden werden musste, wer das Grillen übernahm. Ayla ging in die Küche, um dort die Vorbereitungen mit einem Arm zu unterstützen. Sie wollte gerade nicht draußen von allen gelöchert werden oder noch einmal auf ihre alten Freunde angesprochen werden. Nicht jetzt sofort im Anschluss.

Da man die Männer aus eigener Erfahrung besser nicht allein ließ, blieb Vanessa bei ihnen, während Seokjin die Küchenarbeit übernahm. Ayla konnte ja nur aushelfen, trotzdem genoss sie diese Ruhe. Während sie Teller, Besteck und andere Utensilien auf Tabletts und Körbe verteilte, kam ihr eine Frage in den Kopf, auf deren Antwort sie gespannt war. „Why are you standing up for me and don’t turn your backs on me?“ Seokjin hielt inne und sah sie leicht überfordert an, sodass sie schmunzelte und ihm diese Frage erneut mit der App stellte. Vorhin hatte Hoseok allen das Passwort gegeben. „Oh”, reagierte Seokjin darauf und tippte ebenfalls eine Antwort auf das Telefon. „Du meinst, weil du vor einem Jahr gelogen hast?“ Verlegen nickte sie, dann schrieb sie die nächste Frage anhängend. „Woher wisst ihr, dass ich gelogen habe?“ Er tippte weiter. „Ich hab dich gesehen. Als du uns verabschiedet hattest, bin ich dir kurz darauf gefolgt. Ich habe durch das Fenster gesehen, wie du geweint hast und sehr verzweifelt aussahst. Es war herzzerreißend.“ Von jetzt auf gleich wirkte er durch die Erinnerung sehr berührt, auch auf Ayla selbst traf das zu.

„Why did you lie?“, fragte er sie nun wieder auf Englisch. Ayla sah in die Augen ihres Gegenübers und fühlte sich unwohl, auf diese Weise ertappt worden zu sein. Überfordert schüttelte sie schwach den Kopf. „Too many reasons“, sagte sie. Seokjin wollte schon nachfragen, da stürmte Jungkook rein und wollte wissen, wie weit sie wären, sie könnten draußen anfangen. Der golden Maknae war Aylas Rettung, so brauchte sie Seokjin nicht weiter antworten. Vollständig gerettet wurde sie aber nicht.

Nach einem ausgiebigen und recht spaßigen Essen wurde es ruhiger, als die Bäuche gefüllt waren. „I’m glad you’re smiling again“, sprach Jimin sie direkt an und langsam schwand ihr Lächeln. Sie wandte den Blick von ihm ab und sah stattdessen ins Planschbecken. Taehyung schien ihrem Blick gefolgt zu sein. „Can we water the garden again?“ Namjoon fügte daraufhin etwas ebenfalls auf Englisch hinzu. „You call that watering?“ Es sollte die Stimmung aufheitern, aber bei Ayla löste es Wut aus. Energisch wandte sie sich an alle. „No! Don’t act like we’re friends!“ Sie sah alle nacheinander an und hoffte, dass Vanessa nichts sagte. Tatsächlich blieb die Blonde still und beobachtete lediglich.

Verdutzt tauschten die Männer untereinander teilweise Blicke, dann setzte Jungkook vorsichtig an. „Aren’t we?“ Wütend sah sie den Jüngsten an. „No! I already said that a year ago. Why won’t you understand?” Diese Männer machten sie wahnsinnig, mehrfach. Verzweifelt stand sie auf und blieb hinter dem Planschbecken stehen, dann drehte sie sich erneut der sitzenden Gesellschaft zu.

„Why do you cling to it so much?“ Sie sah dabei zunächst Jungkook an, dann glitt ihr Blick nach und nach über jeden, bis sie am Ende bei Jimin und Hoseok hängen blieb. Trotzdem war es Namjoon, der langsam zur Antwort ansetzte. „Because you were different from the beginning. You didn't react like a fan, whereas you recognised Jimin and Hoseok at that time. You made it clear right away that you didn't want anything from us and yet you were friendly.” Trotzdem verstand sie es noch immer nicht vollständig. Sie war immer nur abwesend gewesen, zumindest hatte sie versucht, Abstand zu gewinnen und doch hatte sie das Gefühl, dass sie deshalb umso mehr bemüht waren, ihre Freundschaft zu gewinnen.

Erstmals meldete sich Vanessa, sie sprach zu Ayla auf Deutsch. „Ihnen ist damals nicht entgangen, wie enttäuscht du von deinen alten Freunden wurdest. Sie wussten, dass du Vertrauen verloren und deshalb Probleme hattest, neues zu gewinnen.“ Es war nach wie vor ein Problem, was sie seither hatte. „Warum verstehen sie dann aber nicht, dass ich aus so vielen Gründen das nicht erwidern möchte?“ Vanessa wusste ganz genau, wie viele Hürden es gab, wenn man noch nicht ihren Status als Idole einbezog. Ihre Freundin lächelte jedoch warm. „Weil du die erste bist, die ihnen das Gefühl gibt, normal zu sein. Die nicht auf sie als Idole schaut, sondern als Mensch. Da du von Beginn an klar gemacht hast, nichts von ihnen zu wollen, sind sie überzeugt, dass du ihnen stets ehrlich gegenüber bist, wenn es um Gefühle geht. Es ist offensichtlich, dass du sie nicht hasst Ayla, sondern nur versuchst, sie nicht in dein Leben zu lassen, aus Angst, sie könnten dir mehr bedeuten.“ Die Männer verstanden zwar kein Wort, aber Aylas Reaktion daraufhin sahen sie. Sie kämpfte erneut mit den Tränen, weshalb sie sich umwandte und versuchte, ihr aufkommendes Schütteln von einem Schluchzer zu unterdrücken.

Wie konnten beinahe Fremde sie so gut verstehen? In ihr so viel sehen und vertrauen, wo sie es selbst nicht tat? Vanessa trat vor ihr und umarmte sie. Ayla lehnte sich gegen jene und weinte leise. „Wieso ausgerechnet sie?“, murmelte sie leise schluchzend. Darauf hatte Vanessa aber keine Antwort, oder sie wollte sie nur nicht geben.

Alsbald fiel Ayla wieder ein, dass sie hier nicht allein war und deshalb nicht so weinend gesehen werden wollte. Flüsternd dankte sie Vanessa, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und putzte sich einmal die Nase. Als sie sich dann umdrehte, huschte ihr Blick etwas unstetig über die Anwesenden, die zwar versuchten, sie nicht anzustarren, dies aber trotzdem nicht ganz schafften.

Deshalb setzte sie sich zunächst wieder auf einen Stuhl, die Liegen waren inzwischen anders besetzt. Anschließend legte sie die Füße ins Wasser, wo auch Hoseok und Namjoon bereits ihre hatten.
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