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Soul Horses

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Het
Jimin OC (Own Character) V
28.07.2021
15.09.2021
9
25.464
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Dieses Kapitel
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15.09.2021 2.498
 
Huhu ihr Lieben,

vielen Dank für die vielen neuen Favoriteneinträge und das Review von dir Nisimaus94. Mittlerweile sind es fast 200 Leute, die meine Story regelmäßig verfolgen, damit habe ich gar nicht gerechnet und freue mich sehr darüber.
Aber wo sind meine fleißigen Reviewschreiberinnen hin? Hab lange nicht von euch gehört. Seid ihr noch dabei? Lasst doch gerne mal wieder was von euch hören.
Über neue Reviewschreiber würde ich mich natürlich auch riesig freuen.

Ich wünsche euch viel Spaß bei diesem Kapitel, ich habe mir sehr viel Mühe dabei gegeben.
Eure Lila Wolken
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Kapitel 8

~Tae~

Locker joggte Julie auf Schulterhöhe neben ihrem Pferd her, das sich ganz ihrem Tempo angepasst hatte. In Bögen und Schleifen durchquerten sie die Halle, ohne dass es ihr auch nur einen Augenblick von der Seite gewichen wäre. Es gab keinen Strick, der sie miteinander verband. Das Einzige, was Spirit um den Hals trug war ein merkwürdiger Ring.
Auch ohne eine physische Verbindung schien er genau zu wissen, wo sie hinwollte, ohne ihr dabei nachzulaufen. Es kam eher einem Spiegel gleich.

I‘d rather be dry, but at least i‘m alive

Zum ersten Refrain hin trat der Beat in den Vordergrund und Lady Gaga sang den prägnanten Songtext dazu, während das Paar ein wenig das Tempo drosselte und sie beinahe zeitgleich begannen im Takt die Beine zu heben. Bei jedem Schritt zog Julie die Knie weit nach oben und Spirit spiegelte es auf seine Art, indem er die Vorderbeine im Trab ebenfalls anhob.
Obwohl Julies Gesicht völlige Konzentration ausstrahlte, zeigte mir ihr kräftiges Auftreten, die Wut und vielleicht auch die Verzweiflung, die in ihrem Inneren tobte.
Mit Elan durchquerten sie die Diagonale.

Rain on me, Rain, Rain, Rain on me, Rain, Rain

Doch in der Mitte gingen sie dazu über auf der Stelle zu traben. Jeder ihrer Schritte war dabei punktgenau, bemerkte ich anerkennend, als ich aus dem Augenwinkel beobachtete wie Yoongi im gleichen Takt mit dem Fuß wippte. Jungkook holte sogar sein Handy hervor und richtete die Kamera auf Julie und ihr Pferd, während er leise mit sang.

Rain - on - me

Sie drehte sich um sich selbst und als der Instrumentalpart kam, schwang sie sich mit einer Hand in der Mähne aufs Pferd und galoppierte von der Stelle weg an. Mit in die Luft gestreckten Händen, ritt sie einen großen Zirkel, bevor sie beim Einsetzen von Ariana Grandes Stimme zur nächsten Strophe die Halle in der Länge durchquerte. Ich wusste nicht, wie man es nannte, aber während sie weiter galoppierte, wechselte ihr Pferd immer wieder das Bein, das beim Galoppsprung nach vorne ging, auch dies wieder in völliger Harmonie mit der Musik.
An der Hallenbande angekommen schwang sie einfach ein Bein über Spirits Hals und sprang noch im Galopp ab.

Leichtfüßig landete sie im Sand und lief sofort wieder neben ihm her. Sie joggte nicht einfach nur, sie ahmte die Galoppbewegungen eines Pferdes nach und ließ Spirit um sie herum zirkeln.
Zum Refrain verfielen sie wieder in den Trab, doch statt wieder auf der Stelle zu traben, überkreuzten sie die Beine und liefen seitwärts im Zickzack von Bande zu Bande.

Es war als würden sie zu der Musik tanzen. Verdammt, sie tanzte mit Pferden, was konnte sie noch alles?
Ich war hin und weg von ihrem Anblick und es zuckte mir in den Beinen mit ihr zu tanzen.
Hobi wurde auch ganz hibbelig. Er vermisste es wahrscheinlich noch viel mehr als ich zu tanzen. Yoongi wippte nach wie vor zum Takt der Musik, aber er hatte ein beeindrucktes Funkeln in den Augen. Namjoon und Jin hatten einfach nur sprachlos die Augen aufgerissen, während Jungkook fleißig filmte und mit trällerte.

Und Jimin …

Der hatte sich mit den Ellenbogen auf dem Holzbalken, der die Tribüne zur Halle hin begrenzte, gestützt und verfolgte mit wachsamen Blick jede ihrer Bewegungen. Auch wenn ich seine Lippen nicht sehen konnte, da er sein Kinn in die Handflächen gelegt hatte, wusste ich, dass er lächeln musste, da seine Augen verdächtig schmaler wurden.
Ob er sie genauso faszinierend fand wie ich?
Oder war es die reine Performance, die ihn beeindruckte?

Viel zu schnell war der Song vorbei und es war plötzlich still in der Halle.
Mit einer kleinen Fernbedienung aus ihrer Hosentasche schaltete Julie die Musikanlage aus
»Was macht ihr denn hier?«, fragte sie keuchend und strich sich die schweißnassen Haare aus der Stirn. Ich wusste nicht, ob sie uns eben erst bemerkt hatte oder schon länger von unserer Anwesenheit wusste, es sich aber nicht anmerken lassen hat.
Jetzt schaute sie jedenfalls geradewegs zu uns empor, während sich sich schwer atmend auf den Oberschenkeln abstützte.
Ich war mir nicht sicher, ob sie verärgert war oder nicht.

»Wir wollten wirklich nicht stören.«, sagte ich trotzdem, doch sie winkte ab.
»Tut ihr nicht, ich bin sowieso gerade fertig.«
Damit wandte sie sich ihrem Pferd zu, klopfte ihm lobend den Hals und steckte ihm eine Leckerei zu.
»Das war der Hammer. Was war das?«, rief Hobi und sprach damit aus, was wir alle dachten.
Scheinbar wurde Julie erst in diesem Moment bewusst, dass wir ihr zugeschaut hatten, denn ihr bereits gerötetes Gesicht, wurde noch eine Spur dunkler, als sie verlegen den Kopf senkte.
Irgendwie fand ich es süß, wie diese freche und sonst so selbstbewusste Frau auf einmal verlegen wurde.
Wie ein unsicheres Pferd scharrte sie mit der Fußspitze im Sand, was mich grinsen ließ.

»Ach, das war nur ein bisschen Freiheitsdressur. Manchmal improvisiere ich zur Musik, um den Kopf frei zu kriegen. Nichts besonderes.«, spielte sie ihren beinahe bühnenreifen Auftritt herunter, was mich schon fast etwas wütend machte. Sie musste doch selbst wissen, wie unglaublich sie ist.
»Nichts besonderes?«, schnaubte da schon Yoongi, bevor ich etwas erwidern konnte. »Stell dein Licht mal nicht unter den Scheffel. Wenn das nur improvisiert war, will ich gar nicht wissen, wie eine richtige Choreografie von dir aussehen würde. Das war verdammt gut.«
So ein Kompliment aus dem Mund unseres ältesten Rappers hatte ich überhaupt nicht erwartet, aber er brachte es mal wieder auf den Punkt, woraufhin der Rest und ich ihn mit kräftigem Nicken unterstützten.
Auch Julie schien überrascht und nickte Yoongi dankend zu, bevor sie auch uns ein schmales Lächeln schenkte.

»Wolltet ihr eigentlich was von mir?«, wechselte Julie dann auf einmal das Thema.
»Die Musik hat uns bloß neugierig gemacht und hergelockt. Ursprünglich wollten wir schon mal den Stall ausmisten«, erzählte Jin. Das wars dann wohl mit unserer Überraschung, trotzdem wirkte sie erfreut.
»Schön, ich bringe nur eben Spirit weg, dann bin ich bei euch.«

~Julie~

Als ich von der Koppel zurück zum Stall lief, kam mir bereits laute Musik auf halben Wege entgegen, was mich schmunzeln ließ. Ist die Katze außer Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
An der Stalltür traf ich Namjoon mit einer vollen Schubkarre Mist, die er nur knapp an mir vorbei manövrierte.
»Ich hoffe die Musik ist in Ordnung.«, sagte er, als er neben mir stehen blieb. »Bernd hat es uns verboten, aber mit Musik arbeitet es sich einfach viel besser. Wir waren uns nicht sicher, was du davon hältst, aber nach eben dachten wir, dass du nichts dagegen hättest. Außer natürlich ...«
»Alles gut.«, unterbrach ich seinen Redeschwall lachend. »Wie du richtig festgestellt hast, bin ich nicht Bernd. Wenn ihr Musik bei der Arbeit hören wollt, dann nur zu.«
»Danke.«

Ich wollte gerade weitergehen, als Namjoon noch zu etwas anderem ansetzte.
»Ähm … was ich dich noch fragen wollte.«
»Ja?«, ermutigte ich ihn weiterzusprechen.
»Haben Bernd und du euch wegen uns gestritten?«
Die Frage überraschte mich, auch wenn ich mir gedacht hatte, dass früher oder später das Thema wieder auf den Tisch kommen würde.
Ich hatte die Gedanken an das Streitgespräch von diesem Morgen schon so gut wie verdrängt, doch auf Namjoons Frage hin musste ich wieder an Bernds Worte denken.
Meine anfängliche Wut war verraucht, dafür schämte ich mich nur noch mehr für ihn. Ich wollte nicht, dass die Jungs erfuhren, was Bernd über sie gesagt hatte und sie verletzt wurden.
Ich wollte sie aber auch nicht belügen. Deshalb versuchte ich meine Antwort möglichst nah an der Wahrheit zu halten, ohne dabei ins Detail zu gehen und ihnen trotzdem die Last von den Schultern zu nehmen, die ich in Namjoon zerknirschten Gesicht sah.
»Ja, in unserem Streit ging es um euch, aber es war ganz sicher nicht eure Schuld. Wenn jemand Schuld hat, dann einzig und allein Bernd und seine eingefahrene Meinung. Er hat Sachen gesagt, die ich so nicht akzeptieren konnte und da das hier mein Hof ist und ihr meine Gäste, musste er gehen.
Ein paar Tage Abstand tun allen Gemütern gut, um sich ein wenig abzukühlen und dann sehen wir weiter.«
Der Bandleader nickte nachdenklich. »Macht euch bitte keine Vorwürfe. Ihr hab nichts falsch gemacht. Wir schaffen das schon zusammen.«, fügte ich noch hinzu und legte dem viel Größeren eine Hand auf die Schulter, bevor ich mich wieder in Bewegung setzte.

Drinnen erwartete mich trotz der staubig stickigen Luft eine rege Geschäftigkeit, die mich im ersten Moment ein wenig perplex mitten in der Stallgasse stehen bleiben ließ. »Achtung!«, kam es aus der Box neben mir, bevor eine Ladung Mist schwungvoll in der Schubkarre, die direkt vor mir in der Mitte des Gangs stand, landete. Überrascht schaute ich zu Jin, der mir mit der Mistgabel in der Hand zuzwinkerte, während er sich leicht zur Musik bewegte.
»Hobi-Hyung, die Karre ist voll!«, rief Taehyung aus der Box gegenüber, als er weitere Pferdeäpfel in die Schubkarre verfrachtete. Es dauerte nicht lange und Hoseok kam die Gasse herunter getanzt, was mich grinsen ließ.

So voller Energie hab ich sie ja noch nie bei der Arbeit gesehen. Hätte Bernd ihnen doch bloß schon früher Musik erlaubt. Sie bewirkte wie es ausschaute Wunder.
»Die ersten zwei Boxen sind gleich fertig.«, berichtete Taehyung, der sich locker an die Boxentür gelehnt hatte und darauf wartete, dass Hobi mit der leeren Schubkarre wiederkam.
Seine Haare klebten ihm nass an der Stirn, während er sich den Schweiß aus den Augen wischte.
Das hellgraue T-Shirt, das er trug, hatte schon dunkle Flecke unter den Armen und auf der Brust.
Ich sah bestimmt noch viel schlimmer aus, trotzdem sah er mich mit so einem ehrfürchtigen Blick an. Es machte mich nervös.

Als er merkte, dass auch ich ihn länger ansah, lächelte er schüchtern, was ich noch nie so an ihm gesehen hatte.
»Du sahst da in der Reithalle wirklich toll aus.« Er räusperte sich. »Ich meinte: Ihr! Ihr saht toll zusammen aus.«
Ich wusste nicht, was ich dazu sagen sollte, also brachte ich nur ein lahmes Danke heraus, während ich spürte wie ich schon wieder rot wurde. Mist.
Es war mir immer noch unangenehm, dass ich dabei Publikum hatte, auch wenn sie mir noch so häufig beteuerten, wie fantastisch ich war.
Ich fühlte mich trotzdem irgendwie entblößt, denn in diesen Momenten, wenn ich vollkommen eins mit meinem Pferd und der Musik war, kam alles aus meinem Inneren nach außen, besonders die Gefühle, von denen ich nicht möchte, dass sie jemand anderes sah.
Es war mein Ventil, meine Art den Kopf frei zu bekommen, seit Jahren schon.
Und es war ein Weg meine Kreativität auszuleben, wozu ich leider immer seltener die Zeit fand.
Lange schon hatte mir niemand mehr dabei zugeguckt und dementsprechend unsicher fühlte ich mich auch dabei.
Ich war kein Bühnenstar, so wie Taehyung und die Anderen. Ich machte es nur für mich allein aus Spaß.

Glücklicherweise wurde ich vor einem längeren Gespräch bewahrt, als Hobi zurückkehrte und ich mich verabschieden konnte. »Ich lass euch dann weiter arbeiten.«
Die nächste Box wurde von Yoongi ausgemistet, der mir kurz zu nickte, sodass ich erst mal ganz nach hinten durchging.
Dort fand ich Jungkook und Jimin, die über ein Smartphone gebeugt, darüber stritten, welchen Song sie als nächstes abspielen wollten. Erschrocken fuhren die beiden auseinander, als ich mich lautstark neben ihnen räusperte.

»Ich wollte gerade anfangen neu einzustreuen.«, meinte der Jüngste schnell, während Jimin sich ein leeres Heunetz neben sich schnappte. »Ich dachte, ich fülle schon mal die Netze für heute Abend.«
Schmunzelnd schnappte ich mir das Handy, das immer noch in Jungkooks Hand lag und scrollte durch die Playlist.
Wenig später drang Michael Jackson aus der kleinen Box. »Kommst du?«, fragte ich Jungkook, bevor ich Jimin das Handy gab und mit Jungkook und einer Karre voller frischem Stroh zu den mittlerweile fertigen Boxen verschwand.

Mit den Jungs zusammen auszumisten, entpuppte sich als äußerst witzig und meine Laune stieg immer weiter. Jimin, der den DJ mimte, spielte noch weitere Songs vom King of Pop, zu denen wir alle laut mitsangen. Dabei durfte ich bereits feststellen, das ihr jüngstes Mitglied Jungkook, der mit mir zusammen arbeitet, eine umwerfende Stimme hatte.
Unter Jubeln vollführte Hoseok einen Moonwalk die Stallgasse hinunter, was natürlich sofort von Taehyung gefilmt wurde.

Wir hatten wirklich viel Spaß, doch als ich gerade eine neue Ladung Stroh holen wollte, wurde mir auf einmal ganz übel. Der Schweiß, der mir sowieso unablässig den Rücken hinunterlief, fühlte sich kalt auf meiner Haut an, während mir die Sicht verschwamm.
»Julie, alles okay?«, hörte ich Jimin etwas undeutlich fragen.
»Du hast ganz blaue Lippen. Komm setzt dich hin.« Er war aufgesprungen und nahm mich beim Arm. Mir wurde schwindlig und nur dank Jimins Stütze schaffte ich es mich neben die Heuballe zusetzen.
Trotzdem wurde mir kurz schwarz vor Augen.
»Leg dich lieber hin.« Sanft drückte er mich zurück, sodass mein Kopf im Heu landete. Meine Beine zog er auf seinen Schoß, als er sich zu mir setzte.
»Hast du heute schon was gegessen?«, fragte er mich besorgt. Ich schüttelte schwach den Kopf, was schon dafür führte, dass mein Magen sich umdrehte. Das Frühstück hatte ich ja ausfallen lassen und der Apfel, den ich mir heute Morgen aus der Küchen genommen hatte, war nach einem Bissen an Spirit gegangen.
»Und getrunken wahrscheinlich auch nicht.«, stellte Jimin ohne jede Wertung fest.
Verärgerte Ausrufe waren aus dem Stall zu hören, als Jimin die Musik ausmachte, um sich Gehör zu verschaffen.

»Hey, kann jemand Julie was zu trinken holen? Ihr Kreislauf macht etwas schlapp.«
Sofort waren alle sechs zur Stelle und umringten mich und Jimin in Sorge.
»Was zu trinken?!«, erinnerte Jimin sie etwas eindringlicher.
»Ich geh schon!«, rief Namjoon und flitzte los.
»Der Rest kann wieder an die Arbeit gehen und ihr etwas Luft zum Atmen lassen. Ich kümmere mich um sie.«, meinte Jimin bestimmend.
Nur Taehyung zögerte, bevor er mich mit Jimin allein ließ.
»Danke.«, murmelte ich, was Jimin mit einem schmalen Lächeln erwiderte.
Es war schon schlimm genug, das er mich so schwach sah, da brauchte ich nicht auch noch alle anderen um mich herum.
Die schwüle Luft, die Anstrengung, der Flüssigkeitsverlust, sowie das fehlende Frühstück waren einfach zu viel für meinen Kreislauf gewesen und nun lag ich hier im Heu mit meinen Beinen auf Jimins Schoß. Peinlich.
Der süße Traubensaft, den Namjoon mir brachte, gab meinem Blutzuckerspiegel den nötigen Kick, dass ich mich nicht mehr ganz so schwummrig fühlte.
»Geht‘s wieder?«
Ich nickte und versuchte langsam wieder aufzustehen, wobei Jimin mich ein wenig stützte.

»Danke, Jimin.«
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