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Gegen alle Widerstände

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Samu Haber
27.07.2021
11.02.2022
25
55.614
15
Alle Kapitel
111 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
12.09.2021 2.300
 
Hier geht es schon weiter. Ich möchte mich für die lieben Reviews bedanken und ich finde es toll, wieviel Zeit und Mühe ihr euch macht, mir Feedback zu geben. Danke!! Einen schönen Sonntag und viel Spaß mit dem neuen Kapitel.



„Max?“, verschlafen richtete sich Samu auf. Er sah auf die andere Bettseite, leer. Er griff nach seinem Handy, welches auf dem Nachttisch lag und verdrehte die Augen, kurz nach halb zwei nachmittags. Kein Wunder, dass Maxime nicht mehr neben ihm lag. Auf dem Nachttisch entdeckte er auch eine Tasse Tee, die in einem Wärmehalter stand. Och nee, Samu ließ sich wieder nach hinten fallen, kein Tee mehr, der hing ihm zum Hals raus. Er lauschte, kein Mucks war zu hören. Absolute Ruhe, vielleicht die Gelegenheit für ihn, mal nach unten zu gehen. Seit zwei Tagen war er aus diesem Zimmer nicht herausgekommen, pendelte nur zwischen Bett und Bad. Okay, viel mehr ging auch tatsächlich nicht, das musste er sich eingestehen. Immer wieder wurde ihm noch schwindlig, er war einfach schwach und er hasste es. Samu starrte an die Decke. Mit Mikko hatte er kurz gesprochen, jedoch hatte sich der Manager bedeckt gehalten. Der blies natürlich in das gleiche Horn wie Kristof, Maxime, seine Mum, selbst seine Jungs……..ausruhen, erholen…bla bla bla….wie sollte das gehen, dachte Samu. Wie sollten sie das der Plattenfirma verkaufen. Auf keinen Fall durfte die Band Schaden nehmen, sah das denn keiner?
Seine Gedanken wanderten zu Maxime und ein warmes Gefühl machte sich in ihm breit. Er liebte diesen Mann und noch nie hatte ihn jemand so umsorgt wie Maxime, aber irgendwie hatte Samu das Gefühl, war da etwas, was Maxime vor ihm verbarg. Und? Samu entwich ein sarkastisches Lachen, bist du besser Haber? Immer noch hatte er nicht offen mit Maxime über seinen Tablettenkonsum gesprochen, den Kristof knallhart als Tablettenmissbrauch bezeichnet hatte und ja, das stimmte. Samu hatte es übertrieben, aber viele Konzerte hätte er ohne Tabletten nicht überstanden. Kristof hatte ihn gewarnt, dass er kurz vor einer Abhängigkeit stehen würde und das hatte ihm doch einen gehörigen Schrecken versetzt, denn zumindest seinen Magen hatte er damit schon überfordert. Diesem ging es zum Glück etwas besser, die Schmerzen hatten nachgelassen. Vielleicht konnte er es mal wagen, etwas zu essen. Samu schob die Gedanken beiseite und stand vorsichtig auf. Er wartete bis sich sein Kreislauf gefangen hatte und ging dann ins Bad unter die Dusche.

Zwanzig Minuten später ging er vorsichtig die Treppe runter, eine Hand immer am Geländer. Er warf einen Blick ins Wohnzimmer und auch in Maximes Arbeitszimmer, aber er schien nicht da zu sein. Sein Weg führte ihn dann in die Küche, wo er auch niemanden fand. Sehnsüchtig wanderte sein Blick zur Kaffeemaschine. „Denk nicht mal dran!“, ertönte da eine Stimme hinter ihm. Samu drehte sich erschrocken herum. Rosa stand hinter ihm zusammen mit Juri. Beide hatten Einkaufstaschen in den Händen. Juri stellte seine auf die Arbeitsplatte und nahm Rosa ihre dann ab. Mit einem warmen Lächeln trat Rosa auf Samu zu und strich ihm über die Wange, dann drückte sie ihn sanft auf einen Stuhl und schob dabei unauffällig eine Zeitung unter das Netz mit den Kartoffeln, welches sie grade auf den Tisch gelegt hatte. „Setz dich lieber hin, du bist ganz blass.“ „Ich musste mal aus dem Zimmer raus.“, murmelte Samu. Rosa wuselte ihm durch die Haare. „Das verstehe ich. Wie geht’s deinem Magen?“ „Besser. Tut nicht mehr so weh.“, Samu rang sich ein Lächeln ab. Rosa nickte. „Dann solltest du heute mal versuchen, etwas zu essen. Ich mache dir nachher was.“ „Danke!“, murmelte Samu. Juri hatte das Ganze bisher stumm verfolgt, dann löste er sich von der Arbeitsplatte, an welcher er gelehnt hatte. „Leg dich wieder hin. Es ist noch zu früh, hier rumzulaufen.“ Ehe Samu antworten konnte, kam Maxime in die Küche. „Im Wohnzimmer ist der Kamin an. Netflix?“, er zwinkerte Samu zu, dessen Augen ein bisschen was von dem Strahlen zeigten, was Maxime so liebte. Samu nickte, musterte Maxime jedoch stumm. Zeit, zu reden, dachte der und reichte Samu seine Hand. „Komm!“

Sanft fuhr Maxime Samu durch die Haare. Dieser lag mit dem Kopf auf seinem Schoß. Beide genossen die Zweisamkeit. Maxime hatte Samu fest die Decke über seinen Körper gezogen und ihn auch genötigt eine Tasse Tee zu trinken. Samu drehte sich auf den Rücken und sah Maxime an. Einen Moment verhakten sich ihre Blicke, dann setzte sich Samu umständlich auf. Kurz herrschte Schweigen, dann holte Samu tief Luft. „Max, ich..ich muss dir was sagen.“, er räusperte sich. „Ja?“, Maxime hob eine Augenbraue und griff nach Samus Hand. „Ich habe Tabletten genommen….zu viele…ich, das…ich hatte solche Kopfschmerzen, vermutlich von dem Bluthochdruck. Ich war ständig unter Stress, von einem Termin zum nächsten, abends auf der Bühne…ich…ich habe es nur mit den Tabletten gepackt, dass die Schmerzen erträglich wurden, das hat mir dann wohl mein Magen übel genommen. Kristof hat mir ziemlich den Kopf gewaschen, der Weg zur Abhängigkeit ist wohl nicht mehr weit, aber ich habe keine einzige mehr genommen seit ich hier bin, nur die, die Kristof mir gegeben hat. Ich will, dass du das weißt.“, unsicher sah Samu seinen Lebensgefährten an. Der fuhr mit seinem Finger über Samus Handrücken und sah ihn dann an. „Ich bin froh, dass du es mir gesagt hast, dass du ehrlich zu mir bist und ich will es auch zu dir sein. Ich weiß das mit den Tabletten…...Nein! Stopp! Kristof würde seine ärztliche Schweigepflicht nie verletzen, auch nicht bei mir, seinem besten Freund. Ich habe die Tabletten in deiner Tasche gefunden und ich hätte dich gleich drauf ansprechen sollen, tut mir leid.“ „Schon gut.“, flüsterte Samu, kurz schwieg er, dann löste er seine Hand aus der von Maxime, „ich muss mit Mikko sprechen, wie es weitergeht. Kristof ist der Meinung, ich sollte mir für den Rest des Jahres eine Auszeit nehmen. Ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll. Ein paar Wochen wird das schon gehen, aber nicht bis zum Ende des Jahres, wir haben jetzt Anfang März.“
Maxime schluckte, er wollte etwas sagen, die Worte blieben ihm jedoch im Hals stecken. „Äh…ich ..ich mache dir einen Vorschlag. Die nächste Woche habe ich komplett frei. Lass uns hier im Haus bleiben, lass dich von Rosa verwöhnen, gönn dir so viel Ruhe wie möglich. Übernächste Woche fahren wir nach Helsinki zurück, dann musst du sowieso zu Kristof in die Praxis. Ich habe mit ihm gesprochen, das reicht übernächste Woche. Ich muss dann auch mal in die Firma und du kannst mit Mikko sprechen und schauen, was ihr wie regelt, aber bitte, lass uns die nächste Woche frei von allem verbringen.“ Samu nickte. „Okay!“, dann grinste er verschmitzt, „nur Rosa soll mich verwöhnen?“ „Warum? Fällt dir noch jemand ein?“, Maxime rutschte näher an Samu heran und verwickelte ihn in einen Kuss, dabei fuhr seine Hand unter Samus Shirt. Er streichelte die warme, weiche Haut, wie sehr hatte er das vermisst, seit Wochen waren sie sich nicht mehr nah gewesen. Die Tour….und seit Samu wieder hier war, war an Sex noch nicht zu denken gewesen. „Max…“, nuschelte Samu in den Kuss, sein Atem ging schon schneller, „können wir…bitte…ich will dich!“ Maxime löste sich von Samu und sah ihn an, dessen Augen waren schon ganz glasig. „Bist du dir sicher, dass du das schaffst?“ „Sex mit meinem Freund? Also bitte ja. Ich werde es dir beweisen.“, Samu stürzte sich spielerisch auf Maxime und drückte ihn auf den Rücken. Diesmal küsste er ihn und befreite ihn von seinem Shirt und zog sich dann sein eigenes über den Kopf. Beider Atem ging schnell. Maximes dunkle Augen durchbohrten Samu. „Was willst du?“, seine Stimme war dunkel. „Dich….ich will dich…nimm mich, bitte!“, Samu öffnete Maximes Gürtel und ehe der schauen konnte, war er nackt. Er richtete sich auf und schob Samu von sich runter. Er drückte ihn auf den Rücken, zog ihm die Jogginghose samt Shorts aus. „Lass dich verwöhnen.“, flüsterte er und hauchte Samu sanfte Küsse in die Leisten, was diesen schon erschauern ließ. Die nächsten Minuten fuhr Maxime das komplette Verwöhnprogramm. Er erforschte Samus Körper mit seinen Lippen, verwöhnte dessen Erregung mit seiner Zunge und nach langer intensiver Vorbereitung drang er schließlich sanft in ihn ein. Samu fühlte einen Rausch voller Liebe. Das war kein hemmungsloser Sex, das war Liebe. Sanft liebte Maxime ihn, mit sanften und doch kraftvollen Stößen voller Leidenschaft brachte er sie beide zum Höhepunkt. Minutenlang hielten sie sich dann in den Armen ehe sie sich aufrappelten, sich anzogen und dann gemeinsam duschen gingen.

Der Rest des Tages plätscherte ruhig vor sich hin. Rosa hatte Samu einen Haferschleim gekocht, den er trotz Widerwillen, brav aufaß. Sonst schlief er viel. Maxime hatte sich drauf eingelassen, dass er sich auf die Couch legte, doch nicht einen einzigen Film sah er komplett, denn immer wieder fielen ihm die Augen zu. Es war kurz nach 22 Uhr als die Beiden zusammen ins Bett gingen und in einen tiefen traumlosen Schlaf fielen, Samu fest in Maximes Armen.

Samu blinzelte. Ein Ziehen in seinem Magen hatte ihn geweckt. Er warf einen Blick auf sein Handy, kurz nach sieben. Ein Blick auf Maxime zeigte ihm, dass dieser noch tief und fest schlief. Wieder meldete sich Samus Magen. Er verzog das Gesicht. Vermutlich der Haferschleim, sein Magen musste mit Nahrung vermutlich erstmal wieder zurechtkommen. Vorsichtig stand Samu auf, gab seinem Kreislauf den üblichen Moment und verlies dann leise das Schlafzimmer. Er ging nach unten die Küche, um sich eine Wärmflasche zu machen. Mit dieser würde er sich dann zurück ins Bett legen.
In der Küche stellte er den Wasserkocher an und sah sich dann suchend nach seiner Wärmflasche um, dabei fiel sein Blick auf eine Zeitung, die auf der Anrichte lag. Das war doch er dort auf der Titelseite. Er griff nach der Zeitung und die Schlagzeile sprang ihm direkt ins Auge: „Samu Haber nimmt Auszeit!! Wie krank ist der Sänger wirklich??“
Samus Herz schlug schneller. Auszeit?? Woher wussten die das? Er blätterte bis zu dem passenden Artikel und begann zu lesen: „Nach seinem Zusammenbruch vor dem Konzert in Wien im Rahmen der Clubtour der Band Sunrise Avenue, gab das Management von Samu Haber eine lange Auszeit bekannt, Angaben über seinen Gesundheitszustand wurden nicht gemacht.  Alle Termine wurden gecancelt einschließlich der erneuten Teilnahme an der deutschen Castingshow The Voice of Germany. Der Senderchef des deutschen Senders Pro 7 drückte bereits sein Bedauern aus und übermittelte beste Genesungswünsche an Samu und sicherte ihm zu, immer einen Platz in der Sendung zu haben. Im Zusammenhang mit Habers Zusammenbruch stellt sich auch die Frage, was dieser mit dem steinreichen Bauunternehmer Maxime Korhonen zu tun hat? Gibt es da wieder einen Mann im Leben des Frontsängers? Iltaheti berichtet, dass ein von Korhonen gebuchtes Privatflugzeug den Sänger in Begleitung seiner Mutter und Korhonens zurück nach Helsinki brachte. Gibt es da etwa ein neues Liebespaar am finnischen Promihimmel? An dieser Frage und an der Frage, wie krank ist der finnische Exportschlager wirklich bleiben wir natürlich dran.“
Fassungslos ließ Samu die Zeitung sinken. Er konnte es nicht fassen. Hatte Mikko hinter seinem Rücken schon diese Auszeit verkündet, sogar bei The Voice war er schon raus. „Samu!“, ertönte das Maximes Stimme hinter ihm. Samu drehte sich herum. Er wies auf die Zeitung in seiner Hand. „Hast du davon gewusst?“, fragte er tonlos. Maxime kam langsam auf Samu zu. „Ich habe es auch gestern erst in dieser Zeitung gelesen.“ „Gestern? Aha!“, Samu warf die Zeitung auf den Tisch, er spürte wie sein Herz sich beschleunigte, „und du warst nicht der Ansicht, dass du mit mir darüber sprechen müsstest? Hast du gewusst, dass Mikko meine Auszeit schon öffentlich gemacht hat?“, Samus Atmung beschleunigte sich und Maxime runzelte besorgt die Stirn. „Beruhige dich Samu, okay? Du sollst dich nicht aufregen!“, Maxime hob beschwichtigend die Hände, dass Rosa mittlerweile im Türrahmen zur Küche stand, bemerkten die Beiden nicht. Die Zeitung, dachte sie erschrocken, verdammt, sie hatte diese blöde Zeitung liegen lassen. „Und ob ich mich aufrege! Also hast du es gewusst?“, Samu hielt sich an der Tischkante fest. „Nein!“, sagte Maxime mit fester Stimme, „ich habe guten Kontakt zu Mikko, aber er redet nicht mit mir über geschäftliche Angelegenheiten!“ „Geschäftliche Angelegenheiten?“, Samus Stimme tropfte vor Ironie, „ich bin also eine geschäftliche Angelegenheit?“ „Samu! Jetzt dreh mir nicht das Wort im Mund um. Nein, ich habe nicht gewusst, dass Mikko alles schon geregelt hat, okay? Und jetzt beruhige dich bitte. Lass uns in Ruhe darüber reden!“, Maxime war mittlerweile bei Samu angekommen, der jedoch abwehrend die Hand hob. Ihm war schlecht und er spürte einen unterschwelligen Schwindel.
„Ihr könnt mich doch nicht einfach aus meinem Leben kicken ohne mit mir darüber zu sprechen.“, Samu schüttelte den Kopf, ein Zittern ergriff seinen Körper, „ich kann nicht ohne meine Musik leben.“ Maxime griff nach Samus Hand, was dieser auch zuließ. „Das sollst du doch auch gar nicht. Du wirst alles wieder machen können, nur anders, nicht alles auf einmal und nicht 365 Tage im Jahr. Und jetzt musst du erstmal wieder gesund werden. Versteh das doch!“ Samus Augen irrten durch den Raum. „Aber ihr könnt das doch nicht einfach für mich entscheiden, mich von heute auf morgen ausbremsen…das….das geht nicht…ich kann das so nicht….“, Samu schnappte nach Luft. Rosa stürzte zur Spüle und griff nach dem Glas welches da stand und füllte es mit Wasser. „Hier!“, sie reichte es Maxime. „Samu, trink was und versuch dich zu beruhigen!“, Maxime legte Samu eine Hand an die Wange. Doch der schüttelte den Kopf. „Lass mich, ich will nach Hause.“, er blinzelte, Blitze zuckten vor seinen Augen. „Samu! Hey! Samu!“, er hörte Maximes Stimme nur noch wie durch Watte, er spürte wie seine Knie weich wurden, er hörte Rosas aufgeregte Stimme, er fühlte starke Arme und dann war es dunkel.
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