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Gegen alle Widerstände

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P18 / MaleSlash
Samu Haber
27.07.2021
11.02.2022
25
55.614
15
Alle Kapitel
111 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
11.10.2021 1.990
 
Hallo Ihr Lieben,

sorry für die Pause, aber immer geht es nicht, wie man es so möchte. Hier geht es weiter. Nicht ganz so ein langes Kapitel, aber alles hat ja seinen Sinn, so ein Zwischenkapitel muss manchmal sein. Ich bin kein Arzt und das ist ja hier auch nur Fiktion, Angina kann man aber wirklich auch als Erwachsener bekommen. Ich hatte meine letzte mit 40 und das ist echt nicht schön. Wie gesagt und alles andere ist meine Fantasie.
Danke für die lieben Rewievs für das letzte Kapitel.


„Chef?“, Juri legte Maxime eine Hand auf die Schulter, woraufhin dieser sich zu ihm herumdrehte. Wie versprochen, hatte sich Maxime nicht vom Untersuchungszimmer wegbewegt, während alle anderen in die Cafeteria gegangen waren. „Komm setz dich und iss und trink was!“, Juri deutete auf die Stühle, die im Gang vor dem Untersuchungszimmer standen, dann nickte er Rosa zu, die unsicher etwas weiter entfernt gestanden hatte und nun auf die Beiden zutrat. Sie stellte einen Korb auf einen Stuhl und Juri drückte Maxime auf einen anderen. Rosa und er setzten sich jeweils neben ihn. Rosa holte aus ihrem Korb ein belegtes Brot und eine Thermoskanne Kaffee. „Ich weiß doch, wie sehr du solches Kantinenessen und solchen Kaffee hasst.“, aufmunternd lächelte sie ihren Ziehsohn an. Maxime seufzte. „Ich habe keinen Hunger.“ Rosa zog ihre Augenbrauen zusammen und Juri unterdrückte ein Grinsen. Jetzt gibt es gleich ein Donnerwetter, dachte er. Und tatsächlich, Rosa stand auf und baute sich vor Maxime auf, die Hände in die Hüften gestemmt.
„Maxime Korhonen!“, sagte sie und Maxime schaute erschrocken zu ihr auf, „du isst jetzt was und trinkst was! Du hilfst Samu nicht, wenn du zusammenbrichst. Er braucht dich jetzt an seiner Seite! Du musst ihm jetzt Kraft, Liebe und Stärke geben und wie willst du das tun, wenn du dich so hängenlässt. Hör mit diesen Grübeleien und Selbstvorwürfen auf, die helfen Samu nicht, im Gegenteil! Du hast keine Schuld, niemand hat Schuld außer diese Verbrecher, die Samu und uns das angetan haben. Haben wir uns verstanden?“ Maxime schluckte, nickte dann aber. „Fein!“, Rosa setzte sich wieder und reichte Maxime ein Brot, welches er mit einem Lächeln entgegennahm. „Danke!“, flüsterte er. Rosa strich ihm über die Wange. „Alles wird gut, Maxime. Samu lebt, er wird wieder gesund, da bin ich ganz sicher. Wir alle werden ihn, euch unterstützen.“ Maxime nickte und biss in das Brot und spürte plötzlich, dass er tatsächlich Hunger hatte.
In diesem Moment kamen Eve und Riku um die Ecke. Rosa umarmte Eve fest während Riku zur geschlossenen Tür des Untersuchungszimmers sah. „Nichts neues?“, fragte er. Maxime schüttelte den Kopf.
Kurz herrschte Schweigen als endlich die Tür aufging und Professor Suovi herauskam. Er tauschte kurz einen Blick mit Juri und wandte sich dann an Maxime, der aufgesprungen war. „Wie geht’s Samu?“, Maxime musste sich zwingen, ruhig zu bleiben. „Setzen wir uns doch!“, der Arzt deutete auf die Stühle und alle setzten sich, Ilari neben Maxime, Juri blieb stehen.
„Herr Haber ist jetzt auf seinem Zimmer, er schläft. Die Untersuchungen waren doch sehr anstrengend für ihn. Die Handgelenke haben wir versorgt und verbunden, das muss jetzt einfach heilen. Seine linke Schulter ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Bänder sind stark überdehnt. Ich denke, es ist nichts abgerissen, da muss aber unbedingt noch ein MRT her, um das sicher auszuschließen. Das mussten wir aber auf morgen verschieben, dass hätte er heute nicht mehr geschafft. Wir haben die Schulter ruhiggestellt, so dass da nichts passieren kann.“, der Professor machte eine kurze Pause, jetzt kam der weniger gute Teil, „was mir aber im Moment ein bisschen Sorge macht, ist das hohe Fieber in Kombination mit einer fetten Angina. Wie ich gehört habe, war Herr Haber schon vor der Entführung mit einer Erkältung angeschlagen, da waren diese Bedingungen in dieser kalten Halle natürlich Gift. Er ist auch ziemlich unterkühlt.“ „Was bedeutet das jetzt?“, fragte Eve, „ich bin Samus Mutter.“, beantwortete sie die unausgesprochene Frage des Arztes.
„Ich will ehrlich sein. Eine Angina ist eine Entzündung im Hals, die starke Schmerzen verursacht. Wertvolle Zeit ist verloren gegangen, so dass ich im Moment nicht ausschließen kann, dass die Stimmbänder und der Kehlkopf ebenfalls entzündet sind.“, sagte der Arzt. Riku sog erschrocken die Luft ein und Maxime verbarg kurz das Gesicht in den Händen. „Aber er braucht seine Stimme!“, platzte Riku heraus. Ilari nickte. „Das weiß ich und ich werde alles dafür tun, dass es keine Komplikationen gibt. Im Moment kann ich eine Untersuchung der Stimmbänder nicht vornehmen, das wären nicht aushaltbare Schmerzen für Herrn Haber, dazu muss die Angina erst abklingen. Wir setzen ein Breitbandantibiotikum ein über eine Infusion. Des Weiteren bekommt Herr Haber Flüssigkeit, da er ein bisschen dehydriert ist. Das hohe Fieber müssen wir im Auge behalten, die Verbände um die Handgelenke müssen täglich erneuert werden. Das MRT wird uns morgen bestätigen, dass die Schulter keine größeren Verletzungen davongetragen hat. Ansonsten braucht Herr Haber jetzt Ruhe und viel Schlaf. Wie gesagt, er bekommt ein Antibiotikum, Schmerzmittel, Flüssigkeit via Infusion und ich habe ihm ein leichtes Beruhigungsmittel gespritzt.“
Kurz schwiegen alle, dann sah Mikko, der inzwischen mit Sanna dazugestoßen war und die letzten Worte des Arztes gehört hatte, diesen an. „Wie steht es um seine Psyche? So ein Erlebnis geht doch nicht spurlos an einem vorbei.“ Zustimmend nickte der Professor. „Das ist korrekt. Nun bis jetzt macht Herr Haber mental einen stabilen Eindruck. Wir müssen mal schauen, wie es aussieht, wenn er wirklich wieder voll da ist, die Ereignisse in seinem Kopf wieder ganz präsent sind. Ich werde auf jeden Fall Doktor Rantala informieren, das ist unser Psychologe. Schauen wir mal, ob er vielleicht mal das Gespräch mit Herrn Haber suchen sollte. Im Moment muss Herr Haber aber seine Stimme zur Vorsicht schonen, da wir noch nicht wissen, wie es aussieht, aber die Schmerzen im Hals sind sowieso zu groß gerade.“ „Kann ich zu ihm?“, Maxime hatte sich ein bisschen gefangen. „Natürlich!“, der Professor schenkte ihm ein warmes Lächeln, „das Zimmer ist so ausgerichtet, dass Sie auch über Nacht bleiben können.“ Erleichtert nickte Maxime. „Vielleicht könnte jemand Herrn Haber ein paar Sachen holen, er war von der Krankenhauskluft nicht so begeistert.“, Ilari schmunzelte.
„Das kann ich machen.“, sagte Sanna, „wenn das für dich okay ist, dass ich in die Wohnung gehe?“, sie sah Maxime an. „Natürlich!“, antwortete der, „danke, ich will jetzt ungern weg hier.“ „Die Polizei habe ich bereits vertröstet. Kommissar Turunen würde sich gern morgen mit Ihnen unterhalten, Herr Korhonen und du musst auch noch eine Aussage machen!“, Ilari sah Juri an, der nickte. „Samu wird sicher auch aussagen müssen.“, merkte Riku an. Professor Suovi winkte ab. „Das wird in den nächsten Tagen nicht gehen und ist auch nicht gleich nötig, die Polizei hat schon genug Beweise, um die beiden Herren festzusetzen.“ Kurz dachte Maxime über diese seltsamen Verbindungen zwischen Juri, Ilari, dem Kommissar und dem vierten im Bunde nach, dann jedoch fokussierte er sich wieder auf Samu. „Ich möchte dann jetzt gern zu meinem Lebensgefährten.“, Maxime sah dann Eve an, „kommst du mit?“ Eve nickte und griff nach Maximes Hand. „Ich bringe Sie hin!“, Professor Suovi deutete an, voranzugehen, wandte sich dann aber noch einmal an Juri. „Wartest du in meinem Büro auf mich?“ „Klar!“, bekam er zur Antwort, dann sah Juri Mikko an, „kannst du bitte Rosa nach Hause fahren?“ „Natürlich!“, Mikko nickte.

Leise öffnete der Professor die Tür zu Samus Zimmer. „Bitte!“, er ließ Eve und Maxime eintreten, der schlucken musste als er Samu in diesem Bett liegen sah. Die Infusionen, die Verbände um die Handgelenke, die Schulter gestützt durch eine Bandage, Maxime ballte die Fäuste. Er spürte eine Hand auf der Schulter und hörte den Professor sagen. „Lassen Sie ihn nicht ihre Wut und Selbstvorwürfe spüren. Er braucht Sie jetzt als seinen verlässlichen Lebensgefährten an seiner Seite, der ihm Liebe und Kraft gibt.“ „Ich weiß.“, flüsterte er. Eve beugte sich unterdessen über ihren Sohn und strich ihm sanft durch die Haare. Sie konnte immer noch nicht fassen, was passiert war. Sie setzte sich auf die Bettkante und streichelte weiter durch Samus Haare. Maxime atmete tief durch. Aufmerksam beobachtete Ilari ihn. „Lassen Sie uns noch einmal nach draußen gehen.“, sagte er dann sanft, „gönnen wir der Mutter einen Augenblick.“, Ilari schob Maxime nach draußen und schloss die Tür ebenso leise wieder.
„Herr Korhonen…“ „Was ist, wenn er nicht mehr singen kann? Das verzeiht er mir nie.“, unterbrach Maxime den Arzt ehe der weitersprechen konnte. „Maxime! Für diese Angst gibt es momentan gar keinen Grund.“, beschwichtigend hob der Professor seine Hände, „selbst wenn die Stimmbänder entzündet sind, ist das gut behandelbar. Auch jetzt wirken wir mit der geeigneten Antibiotikatherapie gegen eine eventuelle Entzündung. Konzentrieren Sie sich jetzt auf Samu, auf Sie beide und in ein paar Tagen wissen wir mehr. Ich bin da, falls Sie reden wollen.“ Maxime nickte als die Tür von Samus Zimmer aufging und Eve herauskam. „Maxime, Samu braucht dich, er sagt im Schlaf immer wieder deinen Namen.“ „Gehen Sie!“, aufmunternd nickte Ilari Maxime zu. Eve drückte Maxime einen Kuss auf die Wange und schob ihn dann in Samus Zimmer.

Kurz sah sich Maxime in dem Zimmer um. Hübsch, wenn mal ausblendete, dass das hier ein Krankenhaus war. Eine kleine Couch mit einem Tischchen davor, Stehlampen spendeten warmes Licht, denn mittlerweile war es dunkel draußen. Maxime sah das zweite Bett und den Nachttisch daneben, auf dem eine Kanne Tee und eine Flasche Wasser standen. Noch einmal atmete er kurz durch und setzte sich dann zu Samu auf die Bettkante. Vorsichtig strich er ihm die Haare aus der verschwitzten Stirn und beugte sich dann über ihn, um ihm einen sanften Kuss auf die Lippen zu geben. Samu blinzelte und Maxime hielt kurz die Luft an als er dann in Samus blaue Augen sah. „Hey.“, sagte er und strich ihm über die Wange. „Hey.“, Samu kniff die Augen zusammen, sein Hals schmerzte höllisch. „Nicht sprechen.“, Maxime legte ihm einen Finger auf die Lippen, sein Blick verhakte sich mit dem von Samu. Samu schluckte. Aua, dachte er, nahm aber alle Kraft zusammen. „Hör auf!“, krächzte er, „du bist nicht schuld!“ Maxime sah ihn überrascht an. „Ich sehe es in deinen Augen.“, Samu schloss kurz die Augen, diese paar Worte strengten ihn unsagbar an, „bleibst du hier?“, quetschte er heraus. „Natürlich. Samu, nicht so viel sprechen. Ich bin hier, versuch zu schlafen.“, Maxime stand auf, schob das zweite Bett dicht an Samus Bett heran und legte sich darauf. Er drehte sich auf die Seite, nahm Samus Hand in seine und strich ihm sanft über den Handrücken. „Ich liebe dich!“, formten Samus Lippen stumm. Maxime lächelte, zog Samus Hand an seine Lippen. „Ich dich auch.“, flüsterte er, „schlaf jetzt. Ich bin hier.“ Samu fielen die Augen zu, fest umklammerte er Maximes Hand und fiel in einen tiefen Schlaf. Maxime beobachtete ihn noch eine Weile, ehe er der Erschöpfung auch nachgeben musste, die Anspannung und der Stress forderten ihren Tribut, auch seine Augen fielen zu. Keiner von Beiden bekam mit, dass Juri noch einmal nach ihnen sah und dabei Maxime zudeckte, dass Sanna eine Tasche mit Samus Sachen ins Zimmer stellte, dass eine Schwester Samus Infusionen wechselte und auch Professor Suovi regelmäßig vorbeikam, um Samus Werte zu überprüfen.

Für alle anderen wurde es eine Nacht mit wenig Schlaf. Eve lag wach in ihrem Bett, sie machte sich Sorgen, wie Samu dieses traumatische Erlebnis verkraften würde und auch Maxime schien ihr momentan damit überfordert, doch nur zusammen konnten sie alles verarbeiten. Auch Sanna, Juri und Rosa quälten die gleichen Sorgen. Während Sanna im Wohnzimmer im Sessel saß und sich an einer Tasse Tee festhielt, saßen Rosa, Juri und Suse in der Küche im Haus.
Riku dagegen hatte den Rest der Band informiert und ohne, dass es abgesprochen gewesen war, hatte jede den Weg ins Studio gefunden, wo auch Mikko noch dazugekommen war. Zusätzlich zu den Sorgen, die sich Riku so schon um seinen besten Freund machte, konnte er Professors Suovis Worte einfach nicht verdrängen. War Samus Stimme in Gefahr?
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