Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

[Lucius & Narzissa] To want my share is not a sin

von CrossKeys
GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Abraxas Malfoy Bellatrix Lestrange Lucius Malfoy Narzissa Malfoy Rodolphus Lestrange Thorfinn Rowle
26.07.2021
18.10.2021
26
70.457
10
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
14.10.2021 3.126
 
Die Hochzeit war perfekt. Anders konnte man es nicht ausdrücken. Bis auf Lucius‘ kleinen Fauxpas vor dem Altar, war alles reibungslos gelaufen und nachdem das Essen serviert worden war, hatte sogar Vianne sich ein bisschen entspannen können. Am Tisch des Brautpaares verschwand das gebrauchte Geschirr und Besteck und die weißen Tischdecken reinigten sich im Handumdrehen von allein, damit unschöne Flecken das Bild nicht ruinierten.
Während Narzissa sich einen Moment entschuldigte und mit einer Visagistin und Elena im Schlepptau auf der Toilette verschwand, gesellte Lucius sich zu Rodolphus, Evan, Thorfinn und Raymond. Evan drückte Lucius ein Whiskeyglas in die Hand.
„Trink das, Lucius. Damit wirst du die ersten Tänze überstehen“, sagte er leise, fast verschwörerisch. Raymond schob Lucius dann eine selbstgedrehte Krautzigarette in die Tasche seines Anzugs. Er seufzte, als Rodolphus ihn anstierte und reichte auch dem Lestrange eine weiter.
„Aber nicht sofort- er zündet sie sofort an“, murmelte er augenverdrehend, kaum das Rodolphus die Zigarette zwischen die Lippen gesteckt und angezündet hatte. Evan verdrehte die Augen, während Thorfinn an dem Whiskey nippte. Es war der erstklassige Rowle Whiskey und dem Iren schwellte vor Stolz die Brust.
Lucius hob das Kristallglas an die Lippen und ließ den Blick ein wenig über die Gesellschaft schweifen. Er schauderte etwas, die Anspannung fiel nur nach und nach von ihm ab.
„Gib unseren nervösen Ehemann mal eine Zigarette, Lestrange. Der arme Hexer guckt ja verhuscht drein wie eine Demiguse!“, brummelte Thorfinn, das Gesicht in den Rauch seiner Pfeife gehüllt.
„Ist denn alles okay? Sind alle zufrieden? Ist euch was aufgefallen? Fehlt was? Sitzen die richtigen Leute zusammen?“, quollen die Fragen aus ihm heraus, bevor er den Trank leerte, den Evan ihm gereicht hatte. Sofort füllte Rodolphus ihm Cognac nach, damit er den Trank runterspülen konnte.
„Lucius nicht mit Co-“, wollte Evan ihn stoppen und verdrehte dann die Augen. „Jungs, ihr könnt Heiltränke nicht mit Drinks runterspülen. Das kann fiese Nebenwirkung haben!“
Thorfinn legte Lucius eine Hand auf die Schulter und drückte sie gutmütig. „Hm, lass den Quacksalber reden, Malfoy. Mir hat ein kleiner Tropfen zum Trank noch nie geschadet! Und was die kleine Feierlichkeit hier angeht: Es geht nicht besser. Lass dir das von einem gesagt sein, der sich aufs Feiern versteht“, schmunzelte der Ire und nickte nachdrücklich. Evan schaute zweifelnd zu Raymond, der kaum merklich die Schultern zuckte und ihm ein aufmunterndes Lächeln schenkte.
Lucius ließ sich von Thorfinns Worten ein wenig beruhigen und stürzte dann den Drink herunter. Durch den Trank bekam der Cognac einen bitteren Nachgeschmack, weshalb er kurz hustete und sich eine Gänsehaut auf seinen Armen ausbreitete. Er unterdrückte einen Schauer und nahm Rodolphus dann die Krautzigarette ab. Während er einen tiefen Zug nahm, füllte Rodolphus sein Glas erneut mit Cognac.
„Es amüsieren sich alle köstlich“, versicherte Raymond Lucius und beobachtete mit kritischem Blick den Alkoholkonsum des Malfoys. „Aber vielleicht solltest du langsamer machen. Du musst gleich noch mit Narzissa tanzen“, riet er ihm, ohne Anstalten zu machen Lucius das Glas wegzunehmen.
„Professor Rowle hat recht“, ertönte da hinter ihnen die Stimme von Abraxas. Der schob sich in die Runde und entwand seinem Sohn den Drink, behielt ihn selbst und pflückte die Krautzigarette aus Rodolphus‘ Mund. „Wo ist deine Frau? Ihr müsst den Tanz eröffnen. Deine Mutter wird schon ungeduldig. Sie hat einen strengen Blick auf den Zeitplan.“ Der Malfoy schaute auffordernd in die Runde, doch von den schmausenden und rauchenden Hexern rührte sich keiner. „Das war die Aufforderung für Euch zur Tanzfläche zu gehen. Herrschaftszeiten!“, murrte der Hausherr und scheuchte die Freunde regelrecht vor sich her. Rodolphus verdrehte die Augen und trollte sich zu seiner Ehefrau, die ihn keines Blickes würdigte.
Lucius straffte die Schultern und als er durch den Saal ging, schließlich war es nun sein Vater, der zurückblieb und bei einer Handvoll alten Hexern stehengeblieben war. Vertieft ins Gespräch rauchte der alte Malfoy die Rowle’sche Krautzigarette selbst und leerte Lucius Drink.
Lucius ließ den Blick schweifen und entdeckte Narzissa schließlich an der Tür zum Ballsaal des Manors. Lächelnd stellte er fest, dass sie nach ihm suchte und als ihre Blicke sich trafen, breitete sich ein warmes Kribbeln in Lucius aus. Vor Narzissa blieb Lucius stehen und deutete eine halbe Verbeugung an.
„Mylady“, sagte er charmant und im selben Moment begann die Musik langsam an zu spielen. „Darf ich dich auf die Tanzfläche entführen?“
Narzissa legte ihre Hand wie selbstverständlich in die seine und nickte. „Sehr gerne, mein lieber Ehemann“, schmunzelte sie und ließ sich von Lucius in den geschmackvoll geschmückten Raum führen.
Der Ballsaal ging zum Rosengarten des Anwesens raus. Als Narzissa und Lucius den Raum betraten, standen die zweiflügeligen Glastüren zu ihrer Linken weit offen und eine leichte Brise ließ luftigfeine Vorhänge im Windhauch tanzen. Zu ihrer Rechten schwangen ebenfalls eine Reihe Türen auf, sodass der Tanzsaal nun das Herzstück der Feierlichkeiten wurde. Während der Malfoy-Erbe seine Frau in die Mitte des blanken, fast schwarzen Parketts führte, strömten auch ihre Gäste hinein. Die Kronleuchter strahlten mit der Abendsonne um die Wetten und hüllten alles in gleißendes Licht. „Ich hoffe dieser Teil deines neuen Zuhauses gefällt dir auch?“, schmunzelte Lucius, als er glaube ein kleines Staunen in der Miene seiner Frau zu entdecken.
„Es ist ziemlich beeindruckend, wenn alles so festlich herausgezaubert ist. Deine Mutter weiß, wie man alles in Szene rückt“, lächelte sie zu ihm aufschauend. „Wenngleich mich die unzähligen großen Auftritte des heutigen Tages etwas erschöpfen.“
In der Mitte der Tanzfläche angekommen, zog Lucius seine Hexe in die Arme und küsste sie sanft, aber schicklich auf die roten Lippen. „Ich glaube das hier wird der letzte große Akt der Feier sein und wenn du möchtest ziehen wir uns anschließend für eine halbe Stunde zurück.“
Narzissa nickte mit einem glücklichen Lächeln. „Evan hat gemeint, dass du dein Knie zwischendurch kühlen sollst.“
Der Malfoy hob eine Augenbraue. „So, sagt er das? Nun, ich hatte eigentlich anderes im Sinn“, raunte er heiter und richtete sich auf, als die Musik sich veränderte und ihr Hochzeitswalzer erklang. „Darf ich bitten?“
„Immer!“, erwiderte sie lächelnd und schaffte es sogar, Lucius die Führung zu überlassen.
Gemeinsam schwebten sie über das Parkett und tanzten zum Takt der klangvollen Melodie, die Zärtlichkeit verkörperte, aber auch Anmut und Selbstbewusstsein. Narzissa hatte mit einem kleinen Zauber nachgeholfen, dass sie beim Tanzen nicht unschicklich auf die Schleppe trat oder dass andere Tanzende, nicht auf dem kostbaren Stoff herumtrampelten. Lucius genoss es, wie Narzissa perfekt in seine Arme passte, weshalb er sie nur ein paar Mal, und das ziemlich ungern, eine Drehung vollführen ließ. Der Hochzeitswalzer klang langsam aus und wurde abgelöst von einem weiteren klassischen Lied und Narzissa sah, wie Druella auf Lucius zuhielt. Lächelnd küsste Narzissa Lucius auf die Lippen.
„Wenn du einen Grund brauchst zu flüchten, täusche ich einen Schwächeanfall vor“, murmelte sie kaum hörbar.
Irritiert blinzelnd schaute Lucius sich um. Er hatte vergessen, dass er nun mit seiner Schwiegermutter würde tanzen müssen. „Bei Merlin ... Nun, wir werden es schon überstehen“, feixte er und zwinkerte er ihr zu, bevor sein Vater ihm die Hand seiner Frau schier entriss. „Vater, was zum-“, wollte Lucius protestieren, fand sich dann aber rasant in Druellas Griff wieder. „Nun denn“, seufzte er.
„Narzissa, meine liebe Schwiegertochter“, sagte Abraxas, ein wenig zu laut und überschwänglich, nahm Narzissas Hand und drehte sie schwungvoll, bevor er sie an sich zog. Überrascht über die Kraft des Mannes, mit der sie nicht gerechnet hatte, konnte Narzissa gerade noch verhindern in seine Arme zu stolpern.
„Schwiegervater“, sagte sie atemlos und versuchte, nicht zu irritiert zu klingen.
Als das Lied voranging, blinzelte Druella ergriffen. „Hach, so ein schönes Lied, mein lieber Junge“, zwitscherte sie und Lucius roch und spürte an ihren unkontrollierten Bewegungen, dass seine Schwiegermutter reichlich Champagner genossen hatte. „Wenn ich es recht erinnere war es das Eröffnungslied auf der Hochzeit deiner Eltern. Ein anständiger, englischer Walzer und nicht dieses Gerenne wie beim deutschen Walzer! Wobei der sich ja nun schon längst überall etabliert hat!“, quasselte die Brautmutter fröhlich und trat Lucius dabei mehrfach auf die Füße. Anscheinend war es egal, welcher Walzer lief, schnell oder langsam, Druella beherrschte beide nicht. Jedenfalls nicht zusammen mit reichlich Champagner.
Als Lucius den Blick schweifen ließ, bemerkte er, dass Abraxas Miene nicht wie zu erwarten arrogant und stilvoll war, sondern er nicht minder schwatzhaft als Druella erschien. Als sie in die Nähe von Cygnus und Vianne kamen, warf Lucius seiner Mutter einen fragenden Blick zu, woraufhin sie nur ratlos mit den Schultern zuckte. Bevor es Narzissa unangenehm werden konnte, griff Lady Malfoy ein und übernahm ihren Ehemann und überließ Narzissa ihrem Vater.
Lucius war zufrieden damit, zuckte aber merklich zusammen, als neben ihm jemand anfing laut zu singen. „If you were the only girl in the world - And I were the only boy -Nothing else would matter in the world today - We could go on loving in the same old way!“
Lucius klappte der Kiefer auf: „Vater!“, und er geriet mit seiner wankenden Schwiegermutter ins Trudeln. Hektisch schaute er sich um und suchte Blickkontakt zu Rodolphus und Thorfinn, die lachend am Rand der Tanzfläche standen. Rosolphus wischte sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel, deutete aber mit einem Nicken an, dass er Lucius Hilferuf wahrgenommen hatte. Auf seine Freunde war Verlass. Sie gingen auf die Tanzfläche und rasch füllte diese sich mit den Gästen, sodass nur wenige mitbekamen wie Abraxas und Vianne nach einer besonders gewagten Drehung beinahe in die zuschauende Menge gedriftet wären. Die Miene von Lady Malfoy war eisig und hastig griff Luc nach Rods Arm, als dieser mit Bella vorbeitanzte. „Schnell. Hilf, Vianne. Was ist mit dem Alten los?“ Zugleich klatschte Thorfinn Druella ab und zog in resoluter Geste die Brautmutter an sich.
„Mr Rowle! Ich hatte vorgehabt mit meinem Schwiegersohn bis zum Ende des Liedes zu tanzen!“, empörte sie sich, woraufhin der junge Ire gutmütig nickte.
„Aye, da bin ich mir sicher, Mama Black. Er ist auch ein hübsches Kerlchen. Aber glauben Sie mir, ich bin der bessere Tänzer. Sie werden nach diesem Lied nur noch mit mir tanzen wollen!“, zwinkerte er Druella charmant zu.
Als Lucius auf seinen Vater zuhalten wollte, schob Rufus ihm Bellatrix in die Arme und zwinkerte verschmitzt. „Du tanzt weiter, Junge. Ich kümmere mich um den Hausherren! Die Aufregung hat ihn wohl zu tief ins Glas schauen lassen“, höhnte der Lestrange und schien sich bestens zu amüsieren. Rodolphus gab Elena an Theo weiter, der sichtlich froh zu sein schien, dass Elena wieder bei ihm war und während Rufus Abraxas von der Tanzfläche schob, bot Rodolphus Vianne seine Hand als Einladung zum Tanz an.
„Lady Malfoy, darf ich bitten?“, fragte er charmant und beherrscht und diese Tatsache, ließ Vianne kurz aufatmen. Sie nickte leicht, nahm Haltung an und ließ sich von Rodolphus über die Tanzfläche führen.
„Ich weiß nicht, was in ihn gefahren ist“, zischte sie leise und schaute Rufus und Abraxas hinterher, wie sie den Saal verließen. Kopfschüttelnd schaute Vianne zu Rodolphus hoch und lächelte mütterlich.
„Ich weiß nicht, was du meinst. Ich habe nichts bemerkt und es gibt auch keine Beweise“, meinte Rodolphus spitzbübisch. Vianne war nicht entgangen, dass während Abraxas auf der Tanzfläche gewesen war, kein Blitz des Fotografen geleuchtet hatte. „Du musstest mich nicht retten. Du hättest dich ruhig mit deiner Frau amüsieren können“, sagte sie, doch Rodolphus winkte ab und ließ Vianne eine elegante Drehung im passenden musikalischen Moment vollziehen.
Irgendwie hatte Lucius es geschafft Narzissa wieder als Tanzpartnerin zu ergattern und zog sie in einer fast besitzergreifenden Geste an sich.
„Mit dir tanzt es sich am besten“, schmeichelte er. Mittlerweile schmerzte sein Knie wieder, sodass er zwar im Takt tanzen konnte, doch großartige Drehungen und Bewegungen konnte er nicht mehr machen. Narzissa merkte die Veränderung in seiner Körperhaltung und als das Lied endete, fächerte sie sich ein wenig Luft zu, während sie streng beherrscht wirkte. „Ich fürchte ich brauche eine Pause, Darling. Begleitest du mich bitte?“, fragte sie und hakte sich bei ihm unter, als würde sie sich stützen müssen. Es waren nur kleine diskrete Zeichen, die der Gesellschaft signalisierten, dass das Brautpaar die nächsten Runden aussetzen würde, doch sie wurden verstanden, weshalb niemand sie aufhielt. Raymond, immer der aufmerksamste von Lucius‘ Freunden, nickte Evan zu und übernahm Holly Nott von ihm, damit der Heiler Lucius und Narzissa mit Abstand folgen konnte, so wie es die Visagistin und die Friseurin taten.
Auf der Treppe entwich Lucius ein leises Keuchen und spürte Narzissa besorgten Blick auf sich. „Es ist zu viel für dein Bein. Wie wir es befürchtet hatten“, meinte sie leise und strich über dem Arm.
Er schenkte ihr ein Lächeln und schüttelte den Kopf. „Evan wird sich was einfallen lassen.“
Als sie außer Hörweite waren und auch aus dem Blickfeld der Hochzeitsgesellschaft waren, drückte Evan Lucius den Gehstock wortlos in die Hand.
„Damit überwindest du die letzten Meter, bis du dich setzen kannst, besser“, sagte er und ging voran, damit Lucius gar nicht erst mit ihm diskutieren konnte.
Lucius verzog das Gesicht und rollte mit den Augen, doch er befolgte Evans Rat und atmete etwas auf. Hinter der Tür zu ihrem Wohnbereich zog Lucius Narzissa in seine Arme und strich ihr sanft über den flachen Bauch. „Wie fühlst du dich? Geht es dir gut? Oder brauchst du was?“
„Ich bin in Ordnung. Geh du mit Evan, ich lasse mein Make-up auffrischen und komme gleich zu dir. Deine Mutte gesteht uns eine halbe Stunde zu“, lächelte Narzissa und folgte den beiden Frauen, die diskret vorgegangen waren, in Narzissas Schlaf- und Ankleidezimmer. Lucius bog ab, in das zweite Schlafzimmer, das seines war. Beide Räume waren, ebenso wie im privaten Wohnbereich seiner Eltern, mit einander verbunden. Dazwischen lag das Kinderzimmer. Zwar hatten die Frischvermählten nicht vor in getrennten Betten zu nächtigen, aber sie würden den Schein wahren. Und wer wusste schon, wie es mit brüllendem Baby werden würde. Vielleicht waren sie dann froh um den Rückzugsort.
Lucius ließ sich mit einem Ächzen in einen Sessel sinken und umfasste sein Knie mit beiden Händen. „Fuck, Rosier“, fluchte er leise und gestand damit vor seinem Freund ein, dass es ihm ziemlich piesackte.
Nur Augenblicke später, hatte Lucius seine Hose eingebüßt und Evan schob ihm einen Hocker hin, damit er das Bein hochlegen konnte. „Sowas habe ich schon geahnt“, seufzte Evan. „Eigentlich hätte der Trank dich durch die Nacht bringen sollen, aber es ist geschwollen und heiß. Du bleibst mindestens eine halbe Stunde hier sitzen und wir legen Eis drauf“, murmelte er, während er das Gelenk vorsichtig abtastete. „Ich habe noch einen anderen Trank, aber dann wirst du es für gut vier Stunden erst einmal aushalten müssen, sonst singst du noch genauso heitere Liedchen wie dein alter Herr.“
Lucius fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. „Was, bei Merlin, ist eigentlich mit dem los?“
„Wer weiß was er für Tränke genommen hat, um die Nacht durchzutanzen“, feixte Evan und holte aus einem Schrankfach, dass er schon vor der Feier mit Lucius Erlaubnis mit einem Kältezauber ausgestattet hatte, einen Beutel Eis. „Wenn ich es richtig gesehen habe, hat er Rodolphus Krautkippe geraucht und deinen Cognac getrunken.“
Der Malfoy schnaubte halb amüsiert, halb verärgert. „Was hat er sich denn dabei gedacht?“
Evan lachte leise, legte den Beutel auf Lucius‘ Knie und holte dann einen Trank. „Vielleicht hat er gedacht, dass es eine normale Zigarette ist“, vermutete der Heiler, während er Lucius den Trank in die Hand drückte. „Hier und auch wenn es unmöglich erscheint, versuch nicht mehr so viel zu tanzen. Sonst hat deine Frau heute Nacht keinen Spaß mehr mit dir“, meinte Evan, zwinkerte Lucius zu und kontrollierte dann, ob der Eisbeutel auch richtig lag.
Lucius zuckte mit den Schultern. „Hm, ich hab nichts dagegen, wenn sie oben liegt und mir ihre Brüste ins Gesicht hängt“, grinste er, doch das gefror auf seinem Gesicht, kaum dass er das letzte Wort ausgesprochen hatte.
„Lucius!“, erklang es zweistimmig hinter ihm und Evan lachte heiter auf, als Narzissa und Vianne ins Zimmer kamen.
Lucius legte stöhnend den Kopf in den Nacken. „Das hier ist mein Schlafzimmer! Klopft doch an!“, maulte er beschämt und erntete einen tadelnden Blick seiner Mutter, während Narzissa außerhalb seiner Sichtweite stand und sich vermutlich in Grund und Boden schämte.
Vianne schaute zu Evan. „Was ist mit seinem Bein? Hat er sich übernommen?“
„Natürlich hat er das, Lady Malfoy, haben Sie was anderes von ihm erwartet? Aber ich habe Tränke, die ihm durch die Feierlichkeit helfen. Aber er wird sein Bein regelmäßig kühlen müssen - oder aufhören zu tanzen!“, erläuterte Evan den Stand der Dinge.
Die Malfoy seufzte und presste sich die Hände auf den Magen. Sie schien um Fassung zu ringen. Lucius legte eine Hand auf ihren Arm. „Mutter, es ist eine schöne Feier. Mach dir nicht zu viele Sorgen.“
„Es geht alles schief, Lucius!“, widersprach sie ihm störrisch. „Du hast den Ring fallen lassen, dein Vater betrinkt sich und zwei Kisten Wein sind runtergefallen und in den Erdboden gesickert. Dein Bein wird diese Nacht nicht durchhalten. Es läuft nichts nach Plan!“
„Vianne!“, mischte Narzissa sich eilig ein und umfasste die Hände ihrer Schwiegermutter. Lächelnd suchte sie Viannes Blick. „Es ist eine wundervolle Hochzeit“, versicherte sie ihr nochmal und schaute zu Lucius. „Wir werden uns kurz ausruhen und dann werden wir wieder präsent sein.“ Narzissa ließ von Vianne ab und ging zu Lucius, um ihm eine Hand auf die Schulter zu legen. Vianne atmete tief durch und eilte dann zu der Friseurin, damit diese ihre Haare noch einmal richten konnte. Als auch Evan sich etwas abgewendet hatte, um den Vorrat der Tränke zu kontrollieren, die er mitgebracht hatte, beugte Narzissa sich zu Lucius vor. „Zeigst du mir heute Nacht wie das geht? Wenn ich oben liege?“, flüsterte sie anzüglich und ließ ihre freie Hand über seine Brust gleiten.
Lucius ließ den Kopf zur Seite kippen, gegen ihren Arm und seufzte hingerissen. „Ma Belle! Ich zeige dir alles“, raunte er und beugte sich vor, um ihre Lippen zu küssen. „Rosier! Los, geh wieder runter und lass dich von einer alten Hexe befummeln. Ich will meine Frau eine Weile für mich allein!“
„Aye, Captain“, feixte der Heiler und stellte einen Trank vor Lucius ab. „Ich nehme deine Mutter gleich mit und erbettel mir einen Tanz“, zwinkerte er Luc zu und warf Narzissa eine Kusshand zu.
Die wunderschöne Braut ließ sich auf die Armlehne sinken und schlang ihrem Mann die Arme um den Hals. „Evan ist der netteste von Euch. Ein bisschen Gockelig und Eitel vielleicht, aber immer charmant und nett!“
Lucius hob die Augenbrauen. „Bin ich das etwa nicht?“
„Gockelig und Eitel? Doch, dass bist du, Liebling“, kicherte sie und küsste ihn.
Kurzerhand zog Lucius sie auf seinen Schoß und verwickelte sie in einen leidenschaftlicheren Kuss. „Mmh, wie köstlich du schmeckst, Narzissa“, er seufzte und streichelte über ihren nackten Rücken. „Ich war in Sorge, dass es dir heute schlecht gehen könnte. Schön zu sehen, dass du strahlst“, meinte er leise und hielt sie sanft ihm Arm.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast