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Das schwarze Schaf

von Nimue1979
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
25.07.2021
14.09.2021
16
18.074
8
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14.09.2021 1.081
 
*Peter Tag 5*

Ich wartete vor der Strandbar am Fahrradständer und hoffte, daß Kyle auch heute morgen hier vor der Strandbar noch einen Kaffee trinken wollte.

Er kam tatsächlich nur einen Moment später mit seinem Fahrrad um die Ecke gefahren. Als er mich erblickte, stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht, er trat noch schneller in die Pedale, bremste scharf vor mir und gab mir einen Kuss.

„Das ist ja eine schöne Überraschung!“, meinte Kyle begeistert, stieg von seinem Fahrrad und schloss es an.

„Ich muss unbedingt mit dir reden“, gab ich etwas beschämt zu.

„Ich habe zwanzig Minuten, bis ich anfangen muss zu arbeiten“, bot mir Kyle an, stieg ab und kettete sein Fahrrad an.

Wir gingen an den selben Tisch der Strandbar, an dem wir saßen, als wir uns kennengelernt hatten. Es war genau der passende Ort für dieses Gespräch. Kyle bestellte bei der Bedienung zwei Kaffee und ich fing an ihm die Wahrheit zu gestehen: „Als wir uns vor vier Tagen kennengelernt haben, war ich nicht aus Zufall hier. Ich habe dich gesucht gehabt. Meine Freunde und ich wir betreiben ein Detektivbüro und meine Aufgabe war es dich zu finden und zu beobachten.“

„Mich? Ich fürchte ich verstehe nicht. Warum sollte mich Jemand suchen und ausspionieren wollen?“, fragte Kyle total verwirrt und sah mich verständnislos an.

„Es ist so. Dein Dad hatte einen Schlaganfall und liegt im Krankenhaus“, informierte ich ihn endlich.

„Ooh ich - nun- ehrlich gesagt wundert es mich, daß er mich sehen will“, meinte Kyle unsicher.

„Ich weiß nicht, ob er das will. Nur deine Mum besucht ihn. Er kann wohl nicht richtig sprechen und darf sich nicht aufregen“, erklärte ich vorsichtig.

„Hmm ich glaube, das finde ich besser so. Es ist viel passiert und ich will ihn nicht sehen. Ich glaube nicht, daß ich so tun könnte, als würde ich ihm verzeihen“, meinte Kyle nachdenklich. „Aber weswegen suchst du mich dann?“

„Das Krankenhaus hat die ersten Rechnungen geschrieben und dadurch ist aufgefallen, daß viel Geld fehlt aus dem Safe deines Vaters“, läutete ich das heikle Thema ein.

„Und jetzt glaubst du, ich hätte das Geld?“, verlangte Kyle enttäuscht.

Schnell griff ich nach seiner Hand, ungeachtet dessen, daß die Bedienung gerade unsere Kaffee brachte, und sagte  zu Kyle: „Nein, ich glaube das ganz und gar nicht, aber Mackenzie verdächtigt dich und eure Mutter traut es jedem von euch zu.“

Kyle nickte gefasst, wahrscheinlich hatte er von den beiden nichts anderes erwartet, dann sah er mich an und wollte wissen: „Von wieviel Geld reden wir hier eigentlich?“

„Als deine Schwester uns beauftragte, redeten sie und eure Mum von 20.000$. Bob hat aber daraufhin eine richtige Buchprüfung gemacht und hat ausgerechnet, daß sogar 70.000$  verschwunden sind“, beantwortete ich ihm die Frage ausführlich.

„70.000???“, echote Kyle entsetzt, „und die glauben ernsthaft ICH hätte das Geld?“

„Naja das Geld ist weg und du bist ebenfalls weg, deswegen haben die zwei vermutet, daß du dich mit dem Geld abgesetzt hast“, klärte ich ihn auf.

Kyle kämpfte mühsam um Beherrschung, dazu trank er einen großen Schluck seines Kaffees  und atmete tief durch: „Nun gut, ich weiß nicht erst seit heute, was ich von meiner Familie zu erwarten habe. Aber was ist mit dir?“

„Ich habe dich kennengelernt und bin überzeugt, daß du das Geld nicht genommen hast“, stellte ich klar.

Kyle nickte und erklärte dann: „Das hast du bereits gesagt, aber das meinte ich nicht. Was waren die letzten Tage für dich? Nur ein Auftrag? Eine Masche, um an Infos zu kommen? Ist das der Grund weswegen es dir gestern zu schnell ging?“ Die Fragen zeigten deutlich, wie verletzt er gerade war von der Vorstellung, daß es für mich nur Mittel zum Zweck gewesen sein könnte.

„Ich liebe dich, Kyle“, gestand ich ihm, spürte wie mir die Röte ins Gesicht stieg und weil er mich nur unsicher anstarrte, beugte ich mich vor und küsste ihn, obwohl wir hier ganz öffentlich sichtbar saßen.

Er zögerte etwas bevor er sich auf den Kuss einließ und dann lagen da viele Emotionen in dem Kuss, die ich versuchte zu erwidern.

Kyle war völlig durcheinander und überfordert in diesem Moment. Zeit hatte er auch kaum noch. Wir zahlten, tranken den Kaffee aus und gingen rüber zum Mexikaner, sein Fahrrad schob er. Das Thema Geld und Familie schoben wir in den Hintergrund. Gerade ging es um uns, nur um uns. Um unsere Gefühle zueinander. Da hatte alles andere keinen Platz. Wir schafften es zwar faktisch zu klären und er glaubte mir, aber verarbeitet hatte er es noch nicht.

„Ich warte wieder am Strand auf dich. Dann kannst du, wenn du Pause hast kommen und wir können noch reden, wenn du magst“, bot ich ihm an.

Ich wartete 4 Stunden geduldig am Strand unter einer Palme, ging ab und an ins Wasser, ansonsten wartete ich nur und beobachtete Kyle aus der Ferne. Ich konnte ihn immer mal wieder sehen, wie er den Gästen etwas brachte. Als Kyle zu mir kam, sah er deutlich besser aus und nachdem er sich kurz umgesehen hatte, gab er mir einen Kuss und setzte sich zu mir.

„Wie geht es jetzt weiter?“, fragte mich Kyle.

„Ich möchte gerne beweisen, daß du das Geld nicht hast und wenn dann alles aus dem Weg geräumt ist, will ich das vergessen und mit dir glücklich werden“, antwortete ich ihm.

„Okay. Klingt super, aber wie willst du das beweisen?  Es ist schwer zu beweisen, etwas nicht getan zu haben“, gab Kyle zu bedenken.

„In dem wir es finden und beweisen, wer es wirklich war“, antwortete ich schlicht.

„Dann muss ich wohl darauf hoffen“, meinte Kyle und nickte bedächtig.

„Wir schaffen das, wir sind gut in dem, was wir tun“, versicherte ich ihm.

„Danke. Kommst du mit? Meine Chefin würde dich gerne kennen lernen“, wechselte er das Thema.

„Deine Chefin?“, hakte ich irritiert nach.

„Ja, sie ist sehr neugierig, aber auch sehr nett und sie hat vorhin gemerkt, daß ich etwas neben der Spur war“, erklärte er, stand auf und hielt mir die Hand hin.

Seine Chefin war wirklich sehr nett und so ließ sie  Kyle heute, weil nicht viel los war, früher Feierabend machen und gab uns Essen mit für einen netten Abend zu zweit. Wir nahmen das natürlich gerne an und während Kyle mit dem Fahrrad fuhr, nahm ich das Essen mit dem MG mit.

Vor dem Essen wollte Kyle noch duschen gehen und während er im Bad war, stellte ich mich ans Fenster und sah hinaus.
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