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Das schwarze Schaf

von Nimue1979
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Justus Jonas OC (Own Character) Peter Shaw
25.07.2021
28.09.2021
20
22.897
11
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
25.07.2021 1.579
 
Vorwort

In den letzten Wochen habe ich ganz fleißig an dieser Geschichte hier geschrieben und vor ein paar Stunden noch geschafft fertigzustellen :D. Wie so oft die Idee war da und ganz plötzlich musste sie geschrieben werden, so sehr daß ich kaum Zeit fand für meine ganzen anderen Projekte. Ich hoffe euch gefällt diese Geschichte genauso wie mir. Die Geschichte ist ganz grob etwas wie "Der Geisterhund" Auch diesmal gibt es einen kompletten Fall und eine integrierte eher fluffige Liebesgeschichte. Ebenfalls aus der wechselnden ich Perspektive geschrieben, nur nicht so gleichmäßig. Auch der Fall ist ganz anders und das Pairing auch. Ebenfalls kommt es zu Sex, der sehr ausführlich beschrieben wird, aber nur wenig Anteil vom Inhalt hat. Insgesamt sind es 20 Kapitel, die ich je Mittwoch und Sonntag veröffentlichen werde.

Triggerwarnung  braucht es mMn nicht. Schwierige Themen: [Achtung Spoiler]  Erwähnung von Drogensucht und eine etwas unschöne Szene, wo sich eine Drogenabhängige auf Sex mit ihrem Dealer einlässt (nicht wirklich ausführlich beschrieben) und es geht um eine etwas andere Form der Misshandlung innerhalb der Familie (mal wieder inspiriert von einer Criminal Minds Folge, aber auch das nicht so intensiv, daß man so direkt drauf kommt (diskutiere das gerne per Review/ PN ;) [Spoiler Ende]


*Peter Tag 1*

„Da seid ihr ja endlich. Ich bin Mackenzie Turner. Folgt mir!“, stellte sich unsere Auftraggeberin kurz und knapp vor, drehte sich auf den Hacken um und lief voran ins Haus.

Mackenzie Turner war in etwa in unserem Alter, hübsch, trug sehr moderne Kleidung und war perfekt gestylt, ihre brünetten Haare hatte sie in einer aufwendigen Hochsteckfrisur zusammengefasst.

„Sympathisch geht definitiv anders“, flüsterte ich in Bobs Ohr, als wir unserer neuen Auftraggeberin ins Wohnzimmer folgten. Bob nickte mir zustimmend zu und Justus schloß noch die Tür hinter uns.

Wir waren ihrer telefonischen Aufforderung, zu ihr nach Hause nach Santa Clarita zu kommen, sofort gefolgt und hatten eine etwas nervige Autofahrt hinter uns in der aktuell großen Hitze. Außerdem mussten wir auch noch tanken und eine Klimaanlage hatte Bobs Käfer auch nicht. Zudem hatte Justus uns mit angeblich interessanten Fakten gelangweilt, wie: „Santa Clarita ist mit 213.400 Einwohnern die viertgrößte Stadt im Los Angeles County. Sie ist nach den statistischen Angaben des FBIs die sicherste, mittelgroße Stadt im gesamten Los Angeles County und den USA generell.“

ErwarteteJustus echt, daß ich das interessant fand? Und erwartete Mackenzie ernsthaft, daß wir sofort nach ihrem Anruf alles stehen und liegen ließen, in Rekordzeit nach Santa Clarita fuhren, um einer uns völlig Unbekannten bei etwas unentgeltlich zu helfen, von dem wir nicht einmal wussten, worum es ging?

Dabei hatten wir uns tatsächlich noch beeilt und gehofft, daß uns ein spannender Fall bevorstand. Aber für selbstverständlich musste man das ja nun auch nicht nehmen. Ein "Danke daß ihr direkt gekommen seid", wäre doch wohl nicht zuviel verlangt gewesen.

Justus überreichte ihr unsere Karte und Mackenzie nahm sie kommentarlos an. Dann eröffnete sie auch direkt: „Ich komm direkt zur Sache, uns wurden ca. 20.000$ in bar gestohlen, dabei brauchen wir das Geld um die Krankenhausrechnung zu zahlen.“

„Wer ist krank?“, erkundigte sich Justus aus Höflichkeit zuerst. Eigentlich unnötig von Höflichkeit verstand Mackenzie definitiv gar nichts. Sie hatte uns weder Plätze, noch etwas zum Trinken angeboten und das obwohl draußen aktuell Temperaturen von fast 40°C herrschten.

„Mein Vater hatte letzte Woche einen Schlaganfall und liegt jetzt im Krankenhaus“, informierte sie uns.

Nun das veränderte die Situation, in so einem Fall war es wohl hinzunehmen, daß sie unaufmerksam war. Bob hakte direkt freundlich nach: „Das tut uns Leid. Wie steht es denn um ihn?“

„Er hat Probleme mit der Sprache und darf sich aktuell nicht aufregen. Unsere Mutter ist fast den ganzen Tag bei ihm“, antwortete sie sachlich.

„Wir wünschen natürlich eine vollständige Genesung“, sagten Justus und Bob im Chor und ich nickte dazu eifrig. Sie sagte unsere und direkt fiel mein Blick auf ein Familienfoto. Sie waren zu fünft: das Elternpaar mit drei Kindern, Mackenzie und 2 Söhne. Das Foto war wohl so zwei bis drei Jahre alt, an Mackenzies Alter geschätzt und alle fünf standen steif da und sahen nicht unbedingt glücklich aus. Meine Mum hätte ein solches Bild niemals aufgehängt, auf dem wir alle so finster drein guckten.

Mackenzie erwiderte darauf nichts, nickte nur kurz und wechselte dann das Thema, um uns zu erklären, weswegen sie uns gerufen hatte: „Nun Inzwischen ist die erste Rechnung vom Krankenhaus eingetroffen. Meine Mutter wollte das Geld aus dem Safe nehmen und es bar im Krankenhaus begleichen, doch als sie den Safe öffnete, war das Geld weg.“

„Und deine Mutter ist sich sicher, daß das Geld noch drin sein müsste und dein Vater es nicht eingezahlt oder ausgegeben hat!?“, fing Justus an, die Situation zu ergründen.

„Ja das Geld müsste da sein, ist es aber nicht“, bestätigte Mackenzie.

„Habt ihr euch mal die Buchführung des letzten Jahres angesehen, ob da etwas vermerkt ist?“, wollte Bob wissen.

„Schon, meine Mutter und ich haben nachgesehen, aber ehrlich gesagt hat uns das überfordert und meine Mutter ist sich absolut sicher, daß das Geld noch da sein müsste“, antwortete Mackenzie.

„Dann würde ich gerne mir den Safe einmal ansehen“, warf ich ein.

Mackenzie nickte wieder und ging los auf eine Zimmertür zu.  Wir gingen hinterher und folgten ihr in ein Arbeitszimmer. Es war wie der Rest des Hauses auch sauber und ordentlich hier. Hinter einem großen Schreibtisch war in der Wand ein kleiner Safe eingelassen.

Ich hielt mich erst gar nicht mit einer Frage auf, sondern ging direkt zu ihm hin und besah mir das Schloss sehr genau. Es war ein Safe, der allein mit einem Schlüsselschloß gesichert war und so konnte ich abschließend klarstellen: „An diesem Schloß sind keinerlei Kratzer. Ich kann daraus ableiten, daß noch nie jemand versucht hat, den Safe anders zu öffnen, als mit dem passenden Schlüssel.“

Justus nickte und fuhr fort: „Das führt uns unweigerlich zu der Frage: Wer hat alles die Möglichkeit gehabt, den Schlüssel an sich zu nehmen, um an den Safe zu gehen?“

„Mein Vater hat seit wir den Safe haben vor ein paar Jahren, immer den Schlüssel bei sich gehabt. Er trug ihn an einer Kette um den Hals“, erklärte Mackenzie.

„In welchen Situationen hat er ihn abgelegt?“, erkundigte sich Justus.

„Im Rahmen der medizinischen Behandlung des Schlaganfalls wurde ihm die Kette abgenommen und meiner Mutter übergeben“, antwortete Mackenzie überraschend.

„Was sonst nie?“, fragte Bob ungläubig.

„Nicht das ich wüsste“, meinte Mackenzie, schüttelte den Kopf und klang davon überzeugt.

„Das heißt außerhalb der Familie hätte niemand die Möglichkeit gehabt?!“, vergewisserte sich Justus noch einmal.

„Ja richtig“, bestätigte Mackenzie und wirkte davon bereits genervt.

„Oder gibt es hier Hausangestellte, die einen passenden Moment abgewartet haben?“, ergründete Justus weiter und ließ sich von Mackenzies Art nicht irritieren.

„Nein, haben wir nicht. Unsere Mutter arbeitet nicht, sie kümmert sich dafür um den Haushalt“, antwortete Mackenzie und rollte eindeutig leicht mit den Augen.

„Gut, das schränkt das Feld ein, du hast zwei Brüder noch richtig?“, warf ich ein.

„Ja, Jeremias und Kyle, sie sind ein und zwei Jahre jünger als ich. Ich bin mir sicher, daß es Kyle war“,  erklärte sie kurz und beschuldigte ohne zu zögern einen ihrer Brüder.

„Wieso verdächtigst du ihn?“, wollte Bob wissen.

„Kyle war schon immer das schwarze Schaf der Familie, dennoch war er immer Daddys Liebling. Vor 10 Monaten hat unser Vater ihn sogar mitgenommen auf einen seiner Wochenendausflüge. Dad geht jedes Wochenende zum Wandern. Doch Kyle kam nach einugen Stunden alleine zurück, hat seine Sachen gepackt ist weggegangen und hat sich seitdem nicht mehr blicken lassen“, erzählte Mackenzie und wirkte davon ziemlich unbeeindruckt. Scheinbar war es ihr egal, daß ihr Bruder weg war.

„Worum ging es in ihrem Streit?“, erfragte Bob.

Mackenzie zuckte mit den Schultern, machte eine wegwerfende Handgestik  und sagte lapidar: „Keine Ahnung. Ich glaube sogar sie haben nicht gestritten, sondern Kyle hat sich während des Ausflugs den Schlüssel genommen, ist nach Hause, hat den Safe geleert und ist deswegen weg.“

„Was hat dein Vater dazu gesagt, weswegen Kyle weg ist?“, hakte Justus nach, der natürlich mal was Greifbareres wollte als Gleichgültigkeit und wilde Anschuldigungen.

„Gar nichts. Er hat wohl eingesehen, daß Kyle nicht so toll ist, wie er dachte und seitdem redet keiner mehr von ihm“, erklärte Mackenzie und hielt das wohl für ganz normal.

„Und weißt du wo Kyle sich seither aufhält?“, blieb Justus dran.

„Nein, eigentlich interessiert mich das auch nicht. Ich will das Geld zurück, um die Rechnungen zu begleichen. Alles weitere ist mir egal“, stellte sie kalt klar.

'Wie nett!', schoß es mir sarkastisch durch den Kopf.

„Okay, könnten wir dann jetzt mal mit deiner Mutter oder mit Jeremias reden?“, bat Justus eifrig.

Doch er bekam eine klare Abfuhr: „Nein, das geht nicht. Meine Mutter ist noch im Krankenhaus und Jeremias ist mit Freunden unterwegs.“

„Nun gut dann schlage ich vor, fahren wir nun zurück, gehen unsere Strategie durch und kommen morgen Vormittag wieder“, schlug Justus vor. Ich war voll damit einverstanden wieder zu gehen und hätte am Liebsten abgelehnt morgen noch einmal herzukommen, hatte aber kein gutes Argument dafür.

„Okay“, willigte Mackenzie ein, wirkte dabei aber auch unzufrieden.

Schnell verließen wir das Haus und hielten am erstbesten Diner für eine Trinkpause an. Justus meinte optimistisch, daß es morgen sicher besser werden würde, die Mutter wäre bestimmt eine bessere Gastgeberin, als die Tochter. Sonst sprachen wir nicht über diesen neuen Fall, bei all dem was Mackenzie nicht wusste, ergab das auch noch gar keinen Sinn.
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