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Endless Numbers

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Chrome Gen Asagiri Kohaku Senku Ishigami Taiju Oki
24.07.2021
26.07.2021
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24.07.2021 1.263
 
AN: Ich will nicht viel sagen, nur, dass ich gezwungen war das hier zu schreiben, nachdem ich gesehen habe, dass es nur drei Dr. Stone Fanfiktions auf dieser Seite gibt, die natürlich alle MaleSlash sind.
Also habt ihr hier jetzt etwas normales, solltet ihr wie ich nicht zu denen gehören, die diese blöden Pairings (Sorry, aber das ist so) absolut lieben.
Über Korrekturen von Rechtschreibungs- und Grammatikfehler würde ich mich sehr freuen.
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…Eins, Zwei, Drei, Vier,...
Zahlen.
Ein System das ihm einst hauptsächlich zur Mengeneinschätzung gedient hatte, war nun ein konstanter Strom in seinem Unterbewusstsein. Jede einzelne Sekunde wurde von ihm registriert, genannt und eingeordnet in das lange Band aus Nummern, die als einzelne niemals einen Sinn ergeben würden.
3700 Jahre lang hatte er Zeit gehabt, um diesen Prozess zu üben. Ihn zu einem Instinkt zu machen, der wie das Atmen ohne das Zutun eines Gedanken ablief. Es war ein Muss gewesen. Eine Überlebens notwendige Tätigkeit. Wie sonst hätte er in der Dunkelheit der Versteinerung das frische Licht des Frühlings erahnen sollen. Es hatte für ihn keinen Weg gegeben, irgendetwas aus der Außenwelt zu spüren. Der ganze Körper und mit ihm jede Sinneszelle mitten in der Tätigkeit zu Stein erstarrt, sodass jedes weitere Gefühl nur eine Sehnsucht wurde.
...Fünf, Sechs, Sieben, Acht,...
Wenigstens waren ihm seine Gedanken geblieben und mit ihnen ein Weg die vergangene Zeit genau zu bestimmen. Das war alles, was er brauchte.
Zeit war die wichtigste Komponente in jedem Experiment der Wissenschaften. Sie gab eine gleichmäßige, immer währende Achse vor, die nur in eine Richtung gehen konnte. Chemische Reaktionen brauchten Zeit, um abzulaufen. Ein Ball brauchte Zeit, um von der Tischkante auf den Boden zu fallen. Ohne diese, würde er wie alles um ihn herum, bewegungslos in der Luft stehen bleiben. Er brauchte also eine akkurate Spanne, in der die Versteinerung anhielt, um deren Ursprung und auch deren Aufhebung zu klären.
...Neun,...
Deshalb zählte er. Unermüdlich, bis er, nach 3700 Jahren endlich wieder den Lichtstrahl der Hoffnung erblickte.
...Zehn.

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Wie so vieles hatte diese Tat jedoch seinen Preis. Nach 3700 Jahren, in denen jede einzelne Sekunde durch Senkuus Bewusstsein gestürmt war, hielten die Folgenden sich nicht davon ab es ihren Vorgängern nach zu tun. Auch weiterhin war sein Unterbewusstsein Ort und Zeuge des Systems, das sich über lange Zeit hinweg dort eingenistet hatte.
...Vier, Fünf,...
Und es ließ sich einfach nicht abstellen...
Taiju bemerkte natürlich, dass sein Freund kaum schlief. Vom ersten Tag in der Steinwelt an, sah er die Erschöpfung in Form von Augenringen, die vorher definitiv nicht existiert hatten.
Er machte sich jedoch keine weiteren Gedanken darüber. Das Überleben als einzelner Mensch, unter Bedingungen wie diesen, war keine leichte Aufgabe. Und Senkuu würde schon wissen, wenn er Erholung brauchte.
Er legte sich also nur umso mehr ins Zeug, um Senkuu die nötigen Pausen möglich zu machen, sollte er sie nehmen wollen.
Senkuu war froh darüber. Wie sollte er auch seinem schwachköpfigen Freund erklären, dass es ihm nicht möglich war zu schlafen. Dass die Zahlen zu laut waren. Dass der Gedanke unbedingt wach zu bleiben, sich über all die Zeit hinweg in sein Bewusstsein gebrannt hatte.
3700 Jahre lang hatte er sich nicht der Dunkelheit ergeben dürfen, weil er sonst bestimmt nicht wieder aus der Bewusstlosigkeit erwacht wäre. Seine Gehirn hatte noch nicht ganz registriert, dass dies nun nicht mehr der Fall war. Die Schwärze war ein Freund. Eine Erlösung von dem konstanten Zählen, das seine Gedanken bei jedem Schritt begleitete.
Dadurch war sein Schlaf, auch wenn er mal kam, nicht mehr so ruhig, wie er einmal gewesen war. Fast jeden Morgen schreckte er hoch, checkte die Anzahl der Sekunden, die vergangen waren - denn selbst wenn er taub gegenüber dem Rest der Welt war, waren die Zahlen eine Konstante – und erinnerte sich daran, dass er frei war. Kein Stein, der seinen Körper einhüllte. Ihn unbeweglich machte. Ihn zum warten und überlegen zwang. Es war vorbei...
...Sieben, Acht, Neun,....
...und die Sekunden hämmerten unermüdlich auf ihn ein.

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Kohaku und Chrome brauchten etwas, bis sie dahinter kamen. Auch ihnen blieb der Grund für den Schlafmangel verwehrt – Senkuu ging ihnen geschickt aus dem Weg, wenn sie ansetzten nachzufragen – doch Chrome begann sich Sorgen zu machen, als er mehrere Nächte hintereinander vor dem Wissenschaftsgenie schlafen ging und erst nach ihm wieder aufwachte, obwohl er selbst kein besonders langer Schläfer war.
Kohaku war eines Nachts spazieren gegangen, nachdem die Sorge um ihre Schwester ihr einen schlechten Traum beschert hatte, nur um Senkuu auf seinem üblichen Platz auf dem Dach von Chromes Steine Lager vor zu finden, wo er, den Blick in den Himmel gerichtet, lag und die Sterne betrachtete. Sie hatte ihn nicht stören wollen, in der Annahme, seine Gedanken wären gerade bei den vielen technischen Erfindungen, die er in diese Steinwelt einführen müsste, oder sogar bei den nächsten Schritten, die für das Allheilmittel noch getan werden mussten.
Kaum hatte sie von Chromes Beobachtung erfahren, hätte sie sich dafür am liebsten selbst geschlagen.
Die folgende Nacht blieb sie länger als sonst bei den beiden Jungs und verschwand nicht wie sonst, sobald das Gesprächsthema zu den vielen verschiedenen Entdeckungen der Menschheit umschwenkte, von denen Senkuu dem Jüngeren immer bereitwillig berichtete. Erst als die letzten Strahlen der Sonne am Horizont verschwanden und die Sterne funkelnd am Himmel entflammten, tat sie so, als würde sie zum Dorf zurück kehren, nur um sich zwischen den Bäumen zu verstecken und von dort aus weiter zu zu sehen.
Wie zu erwarten, verschwand Chrome nicht viel später in der Hütte, um sich hinzulegen. Senkuu machte jedoch keine Anstalten es ihm gleich zu tun. Selbst als der Mond bereits hoch am Himmel stand, blieb er an den Pfosten gelehnt sitzen.
Vielleicht war er eingeschlafen.
Leise erhob das blonde Mädchen sich aus der Hocke, in der es sich befunden hatte und schlich näher. Sie war nicht ganz so leise wie sonst – der Nachteil daran, wenn die Muskeln in solch einer Position erkalteten – doch sie war sich sicher, dass es ausreichen würde, um ihn nicht zu wecken.
Umso mehr war sie überrascht, als sich im sanften Mondschein leuchtendes Rot öffnete.
„Was ist?“ fragte Senkuu unbeeindruckt und definitiv nicht wie jemand, der gerade aus dem Schlaf erwacht war „Hast du was vergessen?“
Kohaku hatte darauf keine Antwort parat, deshalb konnte sie nur mit dem Kopf schütteln.
Seine Augen, die einzige Farbe in der Dunkelheit, verengten sich etwas. „Dann solltest du besser schlafen gehen. Ich kann dich schlecht Kinro und Ginro trainieren lassen, wenn du total übermüdet bist. Das würde ihren Tagesfortschritt mindestens halbieren und das können wir uns nicht leisten, wenn Kinro Magma besiegen soll.“
„Ich weiß, aber...“ Sie wollte ihn fragen. Jetzt war die beste Chance, doch bevor sie auch nur weiter sprechen konnte, stand er auf und begann die Leiter zu Chromes Hütte hoch zu klettern.
„Außerdem verliere ich so auch Schlaf, dabei ist jede Sekunde davon wichtig.“
Und weg war er...
Kohaku starrte noch einen Moment mit offenem Mund auf die Öffnung, in der er verschwunden war, dann drehte sie sich um und kehrte leichteren Herzens zum Dorf zurück. Er legte sich also wirklich einfach nur später hin. Wahrscheinlich hatte er sogar genau gewusst, dass sie da gewesen war und hatte nur darauf gewartet, dass sie zu ihm kam.
Sie erlaubte einem Lächeln ihre Lippen einzunehmen.
Dann brauchte sie sich keine Sorgen zu machen. Am Morgen würde sie Chrome erzählen, was ihre nächtliche Untersuchung ergeben hatte und sie konnten sich wieder voll und ganz der Sulfa Medizin widmen.
Was Kohaku nicht mitbekam, war der Schatten, der sich kurz nachdem sie gegangen war, von der Hütte wegbewegte und zwischen den Bäumen verschwand.
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