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Mit allen Sinnen

von Julirot
OneshotRomance, Fantasy / P18 / Het
Damon Salvatore Elena Gilbert
22.07.2021
22.07.2021
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2.959
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Hallo an alle, die sich hierher verirrt haben.

Dies ist meine erste Geschichte in diesem Fandom und ich bin gespannt, wie sie euch gefällt. Ich habe die Serie vor Jahren schon einmal gesehen und jetzt noch mal damit angefangen, sie zu schauen. Und was soll ich sagen, wahrscheinlich kennen alle Fans diese Szene aus Staffel 3, Folge 19, wo Damon und Elena in diesem Motel sind, und raufen sich, genau wie ich, die Haare.

Ich wollte wissen, was wohl passiert wäre, wenn Elena dieses Bett nicht verlassen hätte. Und herausgekommen ist eine kleine, nicht ganz jugendfreie Geschichte. ;-)
Habt viel Spaß beim Lesen und ich bin gespannt, was ihr sagt.

Und wer die Originalszene noch mal sehen will, hier ist ein Link zum Video.

https://www.youtube.com/watch?v=w8V2TXub8FA

LG und euch einen schönen Abend
Juli

***********

Mit allen Sinnen

Er lehnte sich zurück, schlug die Beine übereinander und trank einen Schluck aus seinem Becherglas, welches er aus dem Badezimmer mitgenommen hatte. Der Alkohol brannte in seiner Kehle, aber er hieß ihn willkommen.
Er brauchte das jetzt.
Ihr so nah zu sein, machte ihn schier verrückt und er schloss für einen Moment die Augen und blendete aus, dass sie nur einen Meter entfernt von ihm in diesem Bett lag und schlief. Er wollte sie nicht ansehen, wollte ihr schönes Gesicht nicht betrachten, ihre dunklen Haare und ihre geschwungenen Brauen. Er wollte ihren Mund nicht sehen, wollte ihre weiße Haut nicht anschauen, er wollte sie nicht begehren, aber er konnte nicht anders.
Sie zog ihn seit Monaten an. Sie fraß sich in sein Herz und seine Seele und machte ihn zu einem besseren Menschen. Er hatte das nicht gewollt, aber er hatte es nicht verhindern können. Sie war da, jede Minute seines Daseins war sie in ihm, bei ihm und verwirrte ihn. Sie machte ihn heiß und sie brachte ihn in Rage. Sie konnte ihn derart kalt ansehen, dass er wünschte zu sterben, aber sie warf ihm ebenso liebevolle Blicke zu, die sein Herz zu dem machten, was es heute war.
Sterblich.
Voller Emotionen.
Ganz anders als er immer gedacht hatte.
Er war Damon Salvatore – ein Vampir.
Ein Monster.
Aber er war auch ein Mensch – mit Gefühlen.
Und sie brachte sie alle zum Vorschein.
Er nahm noch einen Schluck und riskierte nun doch einen Blick.
Er erschrak. Sie schlief nicht, sondern schaute ihn an, beobachtete ihn und er blickte nun direkt in ihre sanften, braunen Augen.
Ein Blitz durchzuckte ihn, als sie sich nun bewegte und die Hand unter ihren Kopf legte. Sie musterte ihn und ihm wurde heiß und kalt zugleich.
Er schluckte, doch er wandte den Blick nicht ab, starrte sie weiterhin an und trank noch einen Schluck.
Was sollte das?
Warum schaute sie ihn so an?
Er wollte das nicht, und dennoch faszinierte es ihn.
Und wieder einmal kam der alte Damon zum Vorschein. Der, der ein Spieler war, der der kalt sein konnte, der der ein Monster war.
Langsam stellte er das leere Glas auf den Tisch und schlenderte zum Bett, legte sich neben sie auf den Rücken. Den linken Arm platzierte er unter seinen Kopf, den rechten neben sich aufs Bett. Sie schaute ihn weiterhin an und sagte nichts. Ihre Augen glitzerten.
Er versuchte sie zu ignorieren.
Doch das war nicht möglich.
Sie zog ihn an und sie zog ihn aus, dabei hatte er nicht einmal mit Absicht sein Hemd offengelassen, so dass sie seine nackte Brust sehen konnte.
Gut definierte Muskeln an den richtigen Stellen. Er wusste er sah gut aus.
Und er konnte sehen, dass sie es auch wusste.
Er drehte ihr den Kopf zu und schaute auf ihre Lippen.
Weiche Lippen, die er schon einmal gespürt hatte, und die er gerne immer wieder fühlen wollte.
Wenn sie ihn jemals ließe.
„Du hast mir nie was davon erzählt.“, sagte sie plötzlich. Er runzelte die Stirn – fragend. „Was du für Rose getan hast“, ergänzte sie. Rose – seine Freundin, die er in den Tod begleitet hatte, die er geliebt hatte, auf seine eigene verquere Art. Er hatte ihr geholfen. Doch er wollte nicht, dass jemand davon erfuhr, dass er zu echten Gefühlen fähig war.
Vor allem nicht Elena.
„Das hat nichts mit dir zu tun“, sagte er deshalb und starrte stoisch zurück an die Zimmerdecke. Sie stopfte ihr Kissen unter ihrem Kopf zurecht und fragte einfach weiter:
„Warum willst du nicht, dass die Menschen das Gute in dir sehen?“
Sein Kopf schwenkte zu ihr herum.
Kurz überlegte er.
„Weil sie, wenn sie einmal Gutes sehen noch weiter Gutes erwarten. Und ich will die Erwartungen von niemandem erfüllen müssen.“
Sie schaute ihn eine Weile nachdenklich an, dann drehte sie sich auf den Rücken und ihr Blick ging zur Decke. Aus ihrem Mund drang ihr keuchender Atem.
Er konnte ihr Herz hören. Er hatte ein Vampirgehör, superfein und ihr Herz schlug schnell.
Warum?
Er wusste, sie konnte ihn nicht verstehen. Sie wollte ihn nicht verstehen. Doch sie lagen hier, in diesem Motelzimmer, gemeinsam in einem Bett. Sich so nahe und doch so weit voneinander entfernt.
Es knisterte zwischen ihnen – und das nicht erst seit dieser Sekunde.
Sie ließ ihren linken Arm nach unten aufs Laken fallen und stieß mit ihrer Hand gegen die Seine, die bereits dort gelegen hatte. Haut an Haut.
Verbrennen.
Ja, es fühlte sich an wie verbrennen.
Und doch war es das Beste, was er jemals erlebt hatte.
Er traute sich ihren Handrücken, ihre Finger zu streicheln, und nur ein paar Sekunden später, merkte er, wie sich ihre Hand nun gegen seine zu schmiegen begann. Er bemerkte ihre Finger, die sich ganz vorsichtig mit seinen verschränkten. Er hörte sie atmen, immer schneller und schneller und er griff nach ihrer Hand, um sie festzuhalten.
Blitzschnell.
Sie blickte ihm in die Augen.
Und entzog sich ihm.
Enttäuschung brandete in ihm auf.
Doch plötzlich war sie wieder da, ihre Hand. Sie legte sie auf die Seine und fuhr dann ganz sanft mit ihren Fingerspitzen seinen Arm nach oben.
Ein Prickeln fuhr über seine Haut, ein Feuerwerk entzündete sich in ihm und ein besonderes Gefühl machte sich in seinem Körper breit. Er bewegte sich nicht. Er wagte es nicht, auch nur einen Millimeter seiner Position zu verändern, aus Angst sie zu vergraulen. Seine Kehle wurde trocken, als sie nun weiter nach oben fuhr, unter den Ärmel seines Hemdes und diesen dann hinaufschob über seinen Ellenbogen. Gänsehaut bildete sich an den Stellen, über die sie strich und er schloss die Augen. Er wollte nicht sehen, was sie tat. Er wollte nur fühlen.
Mit allen seinen Sinnen.
Und das tat er.
Er fühlte ihre Hand auf seinem Arm und ihre andere Hand auf seiner Brust.
Er fühlte, wie sie mit den Fingerspitzen über seine Muskeln fuhr, wie sie ein Bein über seine Hüfte schwang und sich auf ihn setzte.
Er konnte spüren wie sie sich über ihn beugte und ihren Mund auf seinen drückte.
Er spürte ihre festen Brüste an seinem Oberkörper und ihre Schenkel an seinem Becken. Er musste sich zurückhalten. Er musste sich anstrengen sie nicht zu packen und auf den Rücken zu werfen, sie zu nehmen und sie an sich zu reißen. Er musste sich zügeln. Und das fiel ihm unheimlich schwer. Er konnte sie riechen. Intensiver als jeder Mensch. Sie duftete nach Veilchen und nach Seife, nach Elena und nach Lust. Eine Mischung, der er nicht wiederstehen konnte.
Und es doch eigentlich sollte.
Doch er wollte das nicht mehr. Viel zu lange hatte er einfach nur gewartet. Er wollte nicht mehr warten. Aber er wollte ihr die Entscheidung überlassen. Er wollte, dass sie den ersten Schritt tat.
Also ließ er sie weitermachen.
Ihre Hände wanderten wieder hinab zu seiner Brust, strichen über seinen Bauch und ließen seine Hose verdammt eng werden. Sie streifte ihm das Hemd ab und er half ihr dabei indem er sich kurz aufrichtete.
Sein Blick fiel auf ihr Gesicht, dass nun ganz nah über dem seinen schwebte und er hob die Hände, um es zu umfassen. Sie schüttelte mit dem Kopf und er schaute sie fragend an. Sie hob die Arme, griff ihr Top und zog es sich aus. Sie trug keinen BH und Damon holte kurz Luft. Sein Blick verschleierte sich und noch mehr Lust kroch in ihm empor. Noch mehr Liebe kletterte in sein Herz und sie rutschte ein Stück auf ihm nach unten, um ihm die Hosen auszuziehen. Er wollte helfen, doch sie ließ es nicht zu.
„Nein“, flüsterte sie und hielt seine Hände fest, die über ihren Rücken streicheln wollten. Fragend schaute er sie an.
„Lass mich dich verwöhnen, Damon“, flüsterte sie. „Mit allem, was ich habe.“
Und er ließ es zu.
Er ließ zu, dass sie erst ihn und dann sich selbst auszog.
Er ließ zu, dass sie sich wieder auf ihn setzte, dass sie sich über ihn beugte und dass ihre Haare auf seiner Haut kitzelten.
Er ließ zu, dass sie ihn küsste, sanft, zärtlich und mit Hingabe.
Er ließ zu, dass sie seine Arme nach oben über seinen Kopf legte und festhielt, sich auf ihm bewegte und ihn beinahe in den Wahnsinn trieb.
Und schließlich ließ er es zu, dass sie ihn in sich aufnahm und langsam einließ.
Ganz langsam, mit Genuss und mit der unbändigen Freude darüber mit ihm vereinigt zu sein.
All das ließ er zu ohne etwas zu tun. Ohne sie zu berühren und ohne ihr selbst etwas zu schenken. Sie hatte es so gewollt. Sie hatte entschieden. Und nun lag sie über ihm. Er in ihr und bewegte sich nicht.
Verdammt noch mal, dachte er. Sie musste doch irgendetwas tun. Er würde zerspringen, wenn sie nicht bald irgendetwas tat.
Er wollte sie. Er wollte sie lieben. Sich in ihr bewegen, aber er traute sich nicht. Er war nicht mehr das selbstgefällige Arschloch, dass jede Frau haben konnte. Er war nicht mehr der, der sich einfach nahm, was er wollte. Er war plötzlich ganz anders. Plötzlich wollte er geben. Doch er wusste nicht wie. Er hatte es nie gelernt.
Seine Augen blickten sie an, stumm, bittend. Und als sie nickte, zog er sie an sich, umschlang sie mit seinen Armen und streichelte ihr über den Rücken.
Sie beobachtete ihn und plötzlich lief eine Träne über ihr hübsches Gesicht. Er runzelte die Stirn und strich ihr die Haare aus der Stirn.
„Nicht doch“, flüsterte er.
„Es tut mir leid“, flüsterte sie zurück.
„Was denn? Was tut dir leid?“ Er hielt sie fest, während sie weinte und sie vergrub das Gesicht an seiner Schulter.
„Ich weiß, dass es falsch ist.“
„Was ist falsch? Das hier? Das mit uns?“, fragte er und schluckte den dicken Kloß in seinem Hals hinunter. Er lag hier mit ihr in einem Bett – nackt, vereinigt und sie sprach von falsch.
Das konnte er nicht glauben. Das wollte er nicht glauben.
Und doch wusste sein Herz es ganz genau.
Es tat weh. So verdammt weh.
„Ich kann nicht leugnen, was ich empfinde“, murmelte sie.
„Dann tue es nicht“, gab er zurück.
„Ich … habe Angst, Damon.“
„Wovor? Vor mir?“, erkundigte er sich.
„Davor, dass du nicht gut für mich bist.“
„Und ich habe Angst davor, dass du zu gut für mich bist, Elena“, sagte er. Sie bewegte sich und ließ ihn sich daran erinnern wo er war, was sie hier taten und er kam ihr entgegen.
„Lass mich dir zeigen, wie gut ich zu dir sein kann“, flüsterte er in ihr Ohr und bewegte sein Becken ein kleines Stück auf und wieder ab, was ihr ein Stöhnen entlockte.
Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht und er wiederholte, was er eben getan hatte. Sie reagierte. Sie reagierte auf ihn und jetzt konnte er sie küssen. Er konnte fühlen, wie sie erwachte. Wie sie unter seinen Händen dahinschmolz und wie sie plötzlich zu ihm kam. Nicht nur mit ihrem Körper, sondern auch mit ihrer Seele und ihrem Herzen.
Da war etwas zwischen ihnen. Er war sich ganz sicher.
Da war ein Gefühl, so stark, dass sie es nicht leugnen konnten.
War das Liebe?
Oder doch nur Lust?
Er begann sich schneller zu bewegen und sie machte mit, schürte seine Lust und sein Verlangen und weckte damit auch den Damon, der wusste, was Frauen wollten.
Mit einem Schwung drehte er sie auf den Rücken, so dass sie nun unter ihm lag. Er streichelte sie, fordernd und gierig und erregte sie, wo er nur konnte. Seine Zunge wanderte über ihre Haut und ließen sie brennen. Sie küsste ihn zurück und dann schlang sie die Beine um ihn herum, holte ihn tiefer in sich hinein.
Er stöhnte. Und wusste nicht, ob er sich noch lange beherrschen konnte.
Er wollte mehr. Mehr Haut, mehr Tiefe, mehr Küsse, mehr alles.
Und sie? Was wollte sie?
Sie stöhnte mit ihm und er intensivierte das, was er gerade mit ihr tat.
Heftiger, höher, weiter.
Sie begannen zu fliegen. Gemeinsam bis über den Horizont.
Und darüber hinaus.
Er hielt sie ganz fest, als sie kam und sie klammerte sich an ihn, als er ihr folgte. Sie rief seinen Namen und er unterdrückte einen Schrei.
Und dann war es plötzlich still.
Unheimlich still.
Nur ihr schneller Atem klang in seinen Ohren und er spürte ein seltsames Gefühl in sich drin.
Etwas, was er noch nie empfunden hatte, bahnte sich einen Weg.
Sein Herz schmerzte und sein Körper machte, was er wollte.
Er konnte die Tränen nicht zurückhalten und wusste in dieser Sekunde, dass er glücklich war.
Und genau in diesem Moment hätte er sterben können und hätte nichts bereut.
Er legte seinen Kopf auf ihre Brust und schloss die Augen, fühlte ihren Herzschlag und spürte ihren Atem.
Sie umfing ihn mit ihren Armen und strich sanft durch sein dunkles Haar.
Er war geborgen, in ihr, mit ihr und darüber hinaus.
Er wollte sie nie wieder loslassen, wollte sie behalten, wollte sie lieben mit all der Liebe, die in ihm steckte. Aber er wusste auch, es wäre nicht seine Entscheidung. Es war ihre.
Und noch war sie noch nicht bereit sie zu treffen. Noch hing sie in der Beziehung zu seinem Bruder fest.
Er wusste das und sie wusste das. Und egal, was zwischen ihnen gerade vorgefallen war, es war noch nicht vorbei.
Er war ein Arsch. Nein, er gab vor einer zu sein, damit er nicht gut sein musste. Er wollte nicht, dass die Leute das Gute in ihm sahen, um nicht noch mehr geben zu müssen, als er bereit war zu geben. Er würde sich schützen, indem er hin und wieder Böses tat, indem er gemein war, die Leute verletzte. Er tat das, um nicht selbst verletzt zu werden.
Am allerwenigsten von ihr.
Er liebte sie.
Und sie hatte mit ihm geschlafen.
Doch was nun kam, würde sie entscheiden müssen.
Sein Herz machte dicht.
Er ließ sie los, glitt aus ihr und rollte sich aus dem Bett. Dann angelte er nach seinen Sachen und zog sich an. Das Hemd ließ er offen und sie schaute ihm dabei zu, ohne ein Wort zu sagen. Als er fertig war, hatte sie die Bettdecke über sich gelegt und sich verhüllt. Er griff nach der Flasche Schnaps auf dem Tisch und dann ging er zur Tür.
„Was soll das?“, fragte sie und er blieb stehen. Sein Blick ging an die Decke und er schluckte schwer.
„Was meinst du?“
„Du gehst, nachdem wir … ?“ Ihr Satz blieb unvollendet. Denn wenn sie ihn ausgesprochen hätte, dann wäre es real gewesen. Wenn sie zugegeben hätte, dass sie mit ihm geschlafen hatte, dann müsste sie das auch vor Stefan zugeben, und dazu war sie noch nicht bereit.
Er drehte sich langsam zu ihr herum. Ihre braunen Augen waren weit geöffnet und sie starrte ihn an.
Vorwurfsvoll.
Mitleidig?
Voller Liebe oder doch voller Abscheu?
Er konnte es nicht definieren.
„Wir wissen doch beide warum das hier gerade passiert ist, nicht wahr?“, fragte er und sie hob irritiert eine Braue.
„Ich verstehe nicht ganz.“
„Oh doch, Elena. Dieser ganze Trip hier. Dass du mit hierhergekommen bist. Das war alles geplant, um dich zu testen. Um mich zu testen.“
„Damon…“, rief sie und richtete sich auf. Er wich einen Schritt zurück. Hob die Hand mit der Flasche Schnaps darin.
„Du wolltest herausfinden, ob du etwas für mich empfindest. Und ob deine Gefühle für mich größer sind als die für meinen Bruder.“
„Ich …“
„Du brauchst nichts zu sagen. Ich habe es verstanden. Aber du wirst nicht von mir hören, was ich denke und was ich … fühle. Denn dieses Mal werde ich dir die Entscheidung nicht abnehmen. Dieses Mal musst du es selbst tun. Du musst dich entscheiden, Elena. Für ihn oder für mich. Und das kannst nur du allein.“ Damit drehte er sich um, entzog sich ihrem Blick und öffnete die Tür. Er verließ das Motelzimmer und lief ein paar Schritte den Flur entlang. Er fühlte sich elend. Er fühlte sich verraten und gleichzeitig unendlich reich beschenkt.
Die Folgen ihres Liebesaktes rauschten noch durch seine Adern und ließen ihn schwanken. Er wusste, sie würde ihm das Herz brechen, aber er würde es nicht ungeschehen machen.
Er spürte diesen Schmerz in sich aufsteigen und schaltete seine Gefühle aus. Er zwang sie in die hinterste Ecke seines Bewusstseins und schloss sie ein.
Nur solange, bis sie sich entschieden hat, sagte er sich. Wie lange das sein würde, wusste er nicht.
Aber er würde warten.
Doch bis dahin musste er wieder zu dem eiskalten berechnenden Vampir werden, der er bis dato gewesen war.
Er musste das Monster werden, dass er immer vorgab zu sein.
Aber warum verdammt noch mal tat ihm das jetzt so weh?
Weil er zu lieben gelernt hatte. Mit allen seinen Sinnen.
Er seufzte, strich sich mit den Fingern über die Augen und lehnte sich dann gegen die Wand. Schließlich öffnete er die Flasche Schnaps, warf den Deckel auf den Boden und trank.


Ende


Vielen Dank fürs Lesen. Ich würde mich über Feedback freuen.
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