Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Neun Leben (Das Lied des Gehängten)

von KyaStern
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / Gen
Amanda Stern AX400 Kara Hank Anderson RK200 Markus RK800-51-59 Connor WR400 North
22.07.2021
22.07.2021
2
7.129
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
22.07.2021 2.939
 
Kapitel:  1/11
Kapitelname:  Du schuldest mir ein Paradies
Wortanzahl:  2.071

Warnungen:  AU-DBH, Alternatives Ende, Themen wie Rassismus, Deprivation, Manipulation, psychische Folter, Depression/Nervenzusammenbruch, Suizid(-gedanken) und Glorifizierung von (Frei-)Tod, psychische und körperliche und Waffengewalt, philosophische (ggf. blasphemische) Diskussion über Religion und Gott (teils Subtext), sehr Dialog-schwer

Kommentar/ Das obligative, viel zu lange Vorwort:
Zuerst: Vielen Dank an BlackFuture  für den Schreibwahn, den du ausgelöst hast. Ich habe geschrieben, als wäre das Wer-Plotbunny mir auf den Fersen...

Das Stück spielt in demselben Universum wie "Nenn mich, wie du willst." Wahrscheinlich ist es aber auch außerhalb des Kontextes verständlich.

Der Venezianische Spiegel (Synonym für Einwegspiegel) und vor allem die Abschnitte aus der Vergangenheit, sowie das "rA9-Protokoll" (Das Kapitel, das niemand mochte) bringen ein wenig Licht in Leitmotive, die ansonsten... willkürlich wirken.

Ich setze die Altersempfehlung auf 18 Jahre, weil die Geschichte wirklich sehr düster wird und Suizid(-gedanken) eine tragene Rolle spielen.
> Die Thematik braucht ein erwachsenes Herangehen und ich hoffe, ich werde ihr gerecht. Jeder potenziel jüngere Leser wird hiermit ausdrücklich gewarnt.  
> In der Realität und unserer Gesellschaft ist es immer möglich sich Hilfe zu holen und sich jemanden anzuvertrauen. Leidet nicht allein. Sprecht mit jemanden, dem ihr vertraut, oder wendet euch an professionelle Stellen. (Es ist schwer, aber es wird besser. Wir sind nicht allein. Es geht viel zu vielen Menschen so.)
> Auch wenn sich ein Freund euch mit solch einer Thematik anvertraut: Es ist in Ordnung, jemand mit einer entsprechenden Ausbildung im Umgang mit Selbstmordgefährdung (eine Beratungshotline – wenn ihr anonsym bleiben wollt -, Pastor/Seelsorger, einen Vertrauenslehrer, einen Arzt z.B. euren Hausarzt, eine Psychologen...) dazuzuziehen. Man kann Freunden oder Angehörigen in dieser Situation schwer allein helfen. Auch wenn ihr als Vertrauensperson eingeweiht wurdet (und gebeten wurdet, es niemanden zu erzählen), so dürft ihr trotzdem eine Hotline anrufen, um darüber zu sprechen und euch Rat zu holen. Ein Versprechen nutzt niemandem etwas, wenn derjenige tot ist. Es ist gut, ein soziales Netzwerk aufzubauen, und richtig, um Hilfe zu bitten, wenn eigene Grenzen überschritten werden.
 

Viel Spaß beim Lesen!  (Es klingt an dieser Stelle... etwas unangemessen.)

- - -

Mißachte, Bruder, nicht dies unser Flehn;
du weißt ja, der du unser Bruder bist,
obgleich uns nach Gesetz und Recht geschehn,
daß nicht ein jeder Mensch vernünftig ist.

Vers 11 bis 14 aus "Lied der Gehenkten" von Francois Villon
Selbst zum Tod durch den Galgen verurteilt.


- - -

10. April 2039

11:42:33
34
45

North führt ihre Truppen hoch erhobenen Hauptes – sämtliche Androiden, welche auf den Ebenen von CyberLife lagerten – nach Hart Plaza und Connor wird bittersüß gewahr, dass er dafür verantwortlich ist. Hätte er... nicht aufgeben – seine Mission beendet -, dann würden sie den CyberLife Tower niemals verlassen.

Es herrscht dieser notgedrungene Respekt zwischen ihnen, auch wenn Connor ihre Anspielung auf den Eden Club nicht versteht. Ein Vorgänger muss etwas zu ihr gesagt haben, was Eindruck hinterließ. Er weiß nicht, was es gewesen sein kann. Sie ist... eine Ehrfurcht erregende Anführerin und Connor ist – unterschwellig unter all diesen anderen Emotionen – erleichtert, dass sie Jericho folgt. Diese... Armee in den falschen Händen...

(Es ist noch immer ironisch, dass er und der Ingenieur – Plan abweichend – für das Scheitern des Androidenheeres in der Antarktis verantwortlich sind. Rosen- und CyberLife-Androiden sind zu einer Übereinkunft gekommen und haben sich von ihren Schöpfern losgesagt. Ein Waffenstillstand wurde ausgehandelt und sie stehen in Kommunikation mit mehreren Großmächten.

Freie Kommunistische AndroidenRepublik Antarktika. KARA.
Nach der rA9-Anomalie, die sie alle aufrüttelte und in Bewegung setzte.

Die Antarktis wurde zu ihrem Gebiet erklärt. Die Antarktis-Androiden erinnern sämtliche Verhandlungspartner daran, wo die jeweiligen Atomraketen stationiert sind. Viele ihrer Forderungen betreffen... die neuen Wappentiere – Pinguine - und Netflix.)

Es lief... nicht nach Plan. Amanda wird gewiss kein Wort mehr mit ihm reden, nachdem er den Tisch – trotz dieser zweiten Chance – dermaßen hintergangen hat. Betrübnis färbt den Gedanken daran, dass Connor sie nie wiedersehen wird... Dass Amanda ihn für einen Versager hält...

Connor hat sämtliche Gebote des Tisches gebrochen. Es fühlt sich falsch an, auch wenn es das Richtige sein müsste.

North führt die Androiden nach Downtown. Auf dem großen Platz vor den Androidenlagern – Lager 5 – erklingt ein Chor. Menschen und Androiden singen. Das Lied hallt in den Demontagelagern wieder...

Markus' Demonstration und die radikalen Gruppen und Studenten, Reporter, Schaulustige... alle singen oder hören zu... Sogar die Einsatzkräfte vom Militär lassen ihre Waffen sinken und lauschen.

Selbst Connor klingelt dieses Lied durch den Arbeitsspeicher – fast telepathisch -, doch er presst die Lippen aufeinander.

Er wird für niemanden mehr singen, tanzen oder die Marionette sein.

Hank scheint seine Laune und seine Ziellosigkeit erfasst zu haben und legt ihm eine Hand auf die Schulter. Sein... Freund – einziger Freund – ist noch immer vorsichtig in ihrer Interaktion und Connor merkt selbst, wie er sich unter der Berührung versteift.

(Connor hat ihm unschöne Dinge an den Kopf geworfen. Hank hat ihn vom Dach gestoßen und sich entschuldigt und ihn gehalten. Er ist zur CyberLife gefahren, um ihn raus zu holen, doch es ändert nichts daran, dass auf Connors Jacket jetzt #60 statt #59 steht und Hank das verursacht hat.

Hank hat Connor... fallen lassen, aber ihn nicht aufgegeben. Sein Partner hat sich mit diesem #@!X# zusammengetan – dieser menschlichen Referenz! - und nicht zu Connor gehalten... Connor hasst diesen Menschen, doch das Gefühl ist genauso flüchtig, wie jedes andere momentan.)

Der Lieutenant hat sich Norths Meinung angeschlossen und North scheint... Recht zu haben. Connor kann darin übereinstimmen, dass Norths Mission wichtiger war, als seine – in Trümmern liegende – eigene.

Vielleicht ist das... wichtiger als Connor...

Hank hat die richtige Entscheidung getroffen und Connor ist am Leben, obwohl Hanks Pistolenlauf ihm endgültig ein Ende hätte setzen können.
(Vielleicht hätte Hank es tun sollen. Dann wäre es endlich vorbei gewesen.)

Er lebt und die Revolution lebt und Hank lebt, also muss Hanks Entscheidung richtig gewesen sein – weil sie Ergebnisse geliefert hat - und Connor schaut seinen Freund an, wie einen Kompass, und fragt stumm nach dem Weg.

Sollen sie – wie all die CyberLife Androiden – North nach Hart Plaza folgen?

Eigentlich will Connor... einfach nur zu Sumo auf die Couch und alles vergessen. (Den flimmernden Gedankengang 'X Steck dir deine Pistole in den Mund, damit es endlich still ist' ignoriert er. ) Sollen die Anderen sich doch um die Zukunft der Welt und den Weltfrieden scheren. Connor hat sich jede Sekunde seines Daseins darum bemüht und es war doch nie genug. (60 Kopien und über 11 Jahre für NICHTS)

„Komm. Lass ums zusehen, wie du deine Freiheit erlangst.“, sagt Hank zu ihm und schiebt ihn in Richtung seines alten Fords, während Norths Truppen an ihnen vorbei ziehen. Connors Füße folgen gehorsam.

Er öffnet Connor die Autotür und lässt ihn einsteigen. Connor ist dankbar, dass sie nicht reden oder er sich erklären muss. Er kann nicht mehr... und lässt sich einfach in den Autositz, der in den letzten Monaten zu seinem Platz geworden ist, sinken und schließt kurz die Augen. ('X Stirb einfach', pocht auf der Dunkelheit seines HUD. Sein Stresslevel ist viel zu hoch.)

Heute... war einfach zu viel. Es ist alles zu viel und zu schnell.

Hank folgt den Androiden zur Demonstration. Das alte Auto schleicht im Schritttempo neben North her und Connor lauscht dem Lied in seinem Kopf und unterdrückt jedes „Hold on just a little while longer~“, was von seinem Soundapparat Besitz ergreifen will.

Neben ihnen singen die Truppen, während sie marschieren.

„Everything will be alright!“, hallt im Chor und Canon und überall und alle Stimmen durcheinander und in Connors Kopf wieder.

North voran, auch wenn sie singt: „Fight on just a little while longer~“

Sogar Hanks Fingern klopfen den Takt auf dem Lenkrad mit und Connor bittet stumm; er sendet eine Kurzmitteilung ins Unbekannte: „Sing on just a little while longer.“

Und wenn er „Tell me, everything will be alright, please.“ an Amanda sendet – halb als Entschuldigung -, dann... muss das keiner wissen und Hank ignoriert gnädig die Reinigungsflüssigkeit, welche Connor übers Gesicht rinnt.

„Pray on just a little while longer~“ macht 'X Stirb einfach' fast erträglich. Die Auswahl verschwindet kurz, während das Lied von vorne beginnt.

- - -

2026 (vor zwölf Jahren...)

Neun ist seit dem Whiskey-Debakel zu einer... Konstante in Elijahs Leben geworden. Sein Programmierkollege – Elijah ist kein Hacker. 'Hacker'... Was für ein stilloser Begriff. -  akzeptiert keine persönlichen Grenzen und ist immer zu dicht. Elijah ist sich unsicher, ob Neun sie beide für Freunde hält.

Er... hat außer Amanda und Carl niemanden, den er Freund nennen kann, und Gavin redet seit ihrer Außeneinadersetzung in seinem Büro nicht mehr mit ihm. Es schmerzt Elijah, dass sein Bruder ihn so schneidet, doch Gavin geht nicht mehr ans Telefon. Egal, wie oft er anruft. Irgendetwas muss er mit dem Entwurf der Cop-Androiden falsch gemacht haben, doch diese Reaktion hat er gewiss nicht verdient. Er hatte es nur gut gemeint und normalerweise... würde das Gavin ausreichen, damit er über Elijahs soziale Unzulänglichkeiten hinwegblickt. (Elijah versteht nicht, warum Gavin dermaßen wütend ist! Er kann sich nicht einmal entschuldigen – auch wenn er gern wüsste wofür? -, wenn Gavin nicht endlich an sein Handy geht!)

Chloe hat ebenso keine Idee, auch wenn sie ihm Vorschläge für einen Versöhnungsversuch macht und Blumen schicken will...

Neun ist eine willkommene Ablenkung. Nachdem sie rausgefunden haben, dass sie sich von verschiedenen Hacks kennen und rA9 und RK sich in diesem Fachbereich in nichts nachstehen – Elijah ist der bessere Hacker und wesentlich erfolgreicher. Egal, was Neun sagt! -, führen sie durchaus lebhafte Diskussionen. Alle Teilnehmer des RK-Projekts sind ungemein interessant und Elijah taut in ihrer Gegenwart mehr und mehr auf.

Selbst Amanda genießt ihre Anwesenheit. Auch wenn sie Carl aus dem Weg zu gehen scheint...

Es erstaunt ihn daher, dass Neun, der sonst die meisten Aufgabenstellungen schnell gar flüchtig, aber unorthodox löst, solch ein Problem mit der MindSpace-Challenge hat. Elijah hat den Gedankenraum für seine K.I. nach dem Ort, an dem er sich immer am wohlsten gefühlt hat - seiner Garage, damals noch im Haus seiner Eltern – gestaltet. Amanda hat das Tropenhaus auf Bell Island gewählt, Mercedes Harris wahrscheinlich die Bühne des kleinen Theaters, auf der ihre Karriere begann.

Jesse – grüne Augen und der Perfektionismus beißen - ist unzufrieden, kämpft mit dem Grafikprogramm und ändert dauernd sein Design ab, aber die riesige Bibliothek nimmt mehr und mehr Form an. Roter Sand weht um die meterhohen Bücherregalen. (So muss die Bibliothek von Alexandria gewirkt haben, bevor man sie niedergebrannte.)

Nur Neun... erzeugt überhaupt kein Ergebnis. Er starrt den Computerbildschirm feindselig an und dattelt auf seinem Handy; spielt Tetris gegen Connor, statt der kleinen Datei – die über die Monate ziemlich gewachsen ist – etwas Sinnvolles beizubringen. Manchmal hat Elijah das Gefühl, die Connor-K.I. kommt ihrer Aufgabe wenig nach – ein moralisches System aufzubauen – sondern entwickelt nur eine Präfenz für Neuns Playlist.

(Amanda hat jedoch mehr als einmal unterstellt, dass der "Delinquent" – ihr Wort, nicht seins. Leider... - anstatt von Moral bloß einen Musikgeschmack besitzt. Und nicht mal einen guten... Heavy Metal wird sich wohl nie mit dem elitären Ansprüchen seiner Mentorin vertragen.)

Gegen Abend ziehen sich alle Teilnehmer in ihre Kabinen und Apartments zurück; Jesse verschwindet aus dem Testlabor, nachdem Neun ihn angeschrien hat, und Neun sitzt allein vor den großen Rechnern.

Selbst Elijah kann sehen, dass es Neun nicht gut geht – Er kann das Gefühl nicht genau einordnen. Vielleicht ist es Empathie oder doch Mitleid? (War er dagegen nicht geimpft?) - und setzt sich neben ihn. Er beobachtet und schweigt, bis Neun ihn anschnauzt, dass alles super und alles bestens wäre. Er habe keine Probleme.

„Ich habe gar nicht gefragt.“, antwortet Elijah und starrt – genau wie Neun – auf die leere Ebene, die Neun nach seinen Wünschen anpassen soll.

„Ich bekomme das schon hin.“

„Ich weiß.“, stimmt Elijah ihm zu und Neun fegt einen Lautsprecher vom Schreibtisch – Elijah zuckt nicht einmal zusammen - und beginnt durch den Raum zu tigern.

„Deine Aufgabe ist dämlich!“, flucht Neun. „Total sinnlos. Ich mach das nicht. Ich weigere mich.“

Elijah zieht nur einen Augenbrauen hoch.

„Ach schau mich nicht so an!“, beschwert sich Neun. „Wofür dieser Quatsch? Glaubst du, es wird je jemand in deiner Garage brauen? Sicher wird Jesses K.I. nicht in seiner Scheißbücherei sitzen und lesen. Es ist nur ein schöner Hintergrund!“

„Die künstliche Intelligenz soll analysieren, was die Teilnehmer bei diesem Ort empfindet und es übernehmen.“, führt Elijah unaufgefordert aus. Es ist eine klassische Visualisierung – wie eine Meditation – aus der Psychologie. „Es ist eine Persönlichkeitsübung.“

Neun schnaubt und versetzt dem Schreibtischstuhl einen Tritt, während er „Schwachsinn!“ und „Persönlichkeit!“ und „IQ Testung“ murmelt.

„Neun!“, zischt Elijah, weil Neun die anderen Computer ins Visier nimmt. „Was ist dein Problem?“

„Ich habe kein Problem!“

Elijah reibt sich die Schläfe und wartet sein Wutausbruch aus.

„Wieso soll ich einen Ort designen, an dem ich zur Ruhe komme? Eine Gefühl von Sicherheit?“, zitiert Neun die Aufgabenstellung spöttisch. „Wer braucht so einen Mist?“

Es bildet sich ein Kloß in Elijahs Hals, als er beginnt, zu verstehen, was Neun so sehr zusetzt. Sie sind sich... vielleicht doch ähnlicher, als er zuerst dachte. Ja... Vielleicht sind sie befreundet, so wie Elijah diesen Schmerz nachvollziehen kann, nicht richtig dazu zu gehören.

Neun lässt soziale Interaktion immer... so leicht aussehen. Er ist so offen und extrovertiert. Das sie gleichermaßen einsam sein könnten... (Elijah versteht nicht, warum er hier sitzt und nicht Jesse. Sieht Jesse das nicht...? Er ist doch Arzt!)

„Neun, wo bist du zuhause?“, möchte Elijah wissen und kurz blitzt Entrüstung und Schmerz über Neuns Gesicht. Es verschwindet schnell genug hinter einem PokerFace.

Er wirft Elijah irgendetwas Boshaftes an den Kopf, das Elijah gar nicht wirklich zur Kenntnis nimmt, bevor er random irgendetwas von einem Designprogramm generieren lässt und aus den Raum verschwindet... flieht...

Mitleidig beobachtet Elijah das Connor-Programm, wie es versucht seine Schlüsse daraus zu ziehen. Die kleine künstliche Intelligenz hat gar keine Chance, diese Aufgabe zu bestehen, und sie probiert sich verzweifelt und mit einer Inbrunst, welche sogar Elijahs eigene Dateien nicht aufbringen. Neuns K.I. lernt viel schneller als die anderen, was Elijah auf Tetris und die ganzen Videospiele, die Neun mit seinem Programm spielt, zurückführt.

Es fühlt sich wie ein Scheitern an. Als ob Neun die Möglichkeit, sich selbst kennen zu lernen, weggeschmissen hat und die Connor-Datei des schönen virtuellen Raumes, den alle anderen K.I.s besitzen werden, beraubt hätte...

Elijah betrachtet den lieblos zusammengewürfelten MindSpace. Bloß... irgendetwas irgendwo...

Der Gründer von CyberLife denkt kurz über die Person nach, die vielleicht ein Freund werden wird. Es ist... Neun nicht wirklich egal. Wahrscheinlich – so deprimierend, wie es klingt – würde Neun jedes Zuhause, was sich ihm anbietet, nehmen. Haben sie nicht alle einen Rückzugsort verdient? Elijah gibt Connor also die Erlaubnis, die Neun sich selbst verwehrt.

Die rA9-Backdoor erlaubt Connor, seinen eigenen MindSpace zu gestalten.

- - -

(KdA.: Ja... ich bin noch in der Einleitung. Das Stück hat 11 Kapitel.

Kurze Zusammenfassungen, der Änderungen von Canon:
> Alice ist ein Mensch.
> DBH sieht sich von November 2038 bis April 2039. Das ist für mein Empfinden eine realistischere Zeitspanne als... knapp eine Woche. (Sorry, Markus. Freiheitskämpfe ziehen sich normalerweise über Jahre. Frag bitte Josh.)
> Es gab einen "Antarktis"- statt einen "Arktis"-Konflikt zwischen Russland und der USA, weil werter Autor die beiden Plätze verwechselt hat. Man hat sich also um den Süd-, statt den Nordpol gekloppt und die Androidenarmee hatte keinen Bock darauf. Das Wappentier ist deshalb auch ein "Pinguin" statt eines "Eisbären". *Und weil ich es mir lustig vorstelle, dass ein Haufen Militärandroiden einen Pinguin auf ihrer Flagge tragen.*
> Connor ist mittlerweile #60, was in DBH nicht möglich ist. #60 wurde vom Entwicklerteam als die Nummer für Doppelgänger!Connor ausgewählt, weil Connor nur so oft in einem Spieldurchgang sterben kann, dass er niemals #60 wäre. #60 wäre also niemals der Hauptcharakter, den wir steuern. --> Ich finde diesen... Punkt eigentlich ziemlich faszinierend. Deviant!Connor, Maschine!Connor und #60!Connor sind... trotzdem Fassetten derselben Person.
> Hank hat Connor vom Dach geschubst, obwohl Connor ihn im "Moment of Truth, Connor" von der Kante gezogen hat. Das ganze war nicht wirklich beabsichtigt, die beiden waren ja noch immer am Kämpfen auf dem Dach. Connor wurde deviant, während des Falles und... der Tod nach dem Aufschlag war unschöner und länger und Hank – der natürlich die Feuertreppe runtergesprintet ist – hat dem beigewohnt. Deviant Connor #59 stirbt also in Hanks Armen und Hank fährt zu CyberLife, um #60 zu retten... (Ist wage an die "Don't Trust"-Entscheidung von Markus in der Kirche angelehnt.)
> Somit würde die Besetzung der "Connor-Rolle" in den CyberLife Tower Szenen fehlen. Kleiner Trick, weil es funktioniert: Ich tausche bei dieser Selbstmordmission einfach den Charakter aus.
Erinnert ihr den ShowDown zwischen Markus und Connor auf der Jericho (in dem Connor deviant werden könnte)? Wenn Markus vorzeitig stirbt, übernimmt North einfach seine Rolle. Und ich muss sagen, ich fand sie viel besser. North und Connor haben eine unheimliche Chemie, wenn sie sich eine Szene teilen.
> North – die es ja sowieso nicht so mit friedlichen Demonstrationen hat – unterbreitet Markus in der Kirche den Vorschlag, den CyberLife Tower zu stürmen. (Sorry Markus, aber North macht als Anführer einer Rebellion leider viel mehr her. Auch wenn sie es immer vergeigt.)
>> Die Veränderungen orientieren sich daran – bis auf der Nordpol... -, wie es mir organisch für die Charakterisierung vorkommt. Alle möglichen Szenen und Inspirationen, die man aus den verschiedenen Verläufen von DBH ziehen kann, versuche ich irgendwie einzubauen. Obwohl es also aktuell eine Pazifisten-Route ist, sind weder Markus noch North echte Pazifisten.)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast