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Explosiver Urlaub

KurzgeschichteFamilie, Action / P18 / Gen
Chin Ho Kelly Danny "Danno" Williams Kona "Kono" Kalakaua OC (Own Character) Steve McGarrett
22.07.2021
19.08.2021
5
13.452
4
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22.07.2021 1.657
 
Aloha^^
Hier bin ich endlich wieder, mit einer weiteren Kurzgeschichte.
Die Story ist wie immer fertig geschrieben.
Neue Kapitel gibt es jeden Donnerstag.
Viel Spaß beim Lesen!




Steve drehte sich grummelnd um. Die Hand an seiner Schulter ließ nicht von ihm ab und rüttelte ihn weiter. Er schlug halbherzig nach ihr.
Mit einem Lächeln vernahm er, wie die Hand verschwand. Steve verbuchte das als Sieg und wollte sich gerade wieder in sein Kissen kuscheln, als sich jemand auf ihn warf.
„Aufwachen, Bruderherz!“
Knurrend schlug er die Augen auf und blickte Melanie an. Die Rothaarige saß auf ihm. Ihr Grinsen ließ ihn die Augen verdrehen.
Nicht ein Morgen Ruhe. Entweder klingelte ihn ein wichtiger Fall aus dem Bett oder seine Schwester hatte sich in den Kopf gesetzt ihm auf die Nerven zu gehen. Dabei war an diesem Montagmorgen ihr erster Urlaubstag. Wieso konnte sie nicht einmal ausschlafen?
„Geh runter von mir, du bist schwer!“
Genervt verpasste er ihr einen Schubs. Melanie ließ sich lachend aufs Bett fallen und krabbelte auf die freie Bettseite.
„Es ist gleich acht Uhr, Steve. Ich warte seit 'ner Ewigkeit mit dem Frühstück auf dich.“
Fast acht Uhr. So spät war Steve lang nicht mehr aufgestanden. Doch ihr letzter Fall hatte sie auch bis zum späten Sonntagnachmittag beschäftigt. Ein bisschen Ruhe musste selbst ihm gegönnt sein. Dennoch wusste er, dass Melanie nicht aufgeben würde.
„Was gibt’s denn?“
„Pancakes.“
Nun, da lohnte sich das Aufstehen dann doch.
Mit einem Seufzen richtete er sich auf und strich sich übers Gesicht. Melanie betrachtete ihn mit einem Lächeln. Sie wirkte glücklicher denn je. Sie hatte ihn nicht nur erfolgreich geweckt, sondern ihn auch zum Urlaub gezwungen. Eine Woche mit seiner Schwester Zeit verbringen, um Abstand zu ihrem stressigen Alltag zu gewinnen. Er war anfangs kein bisschen angetan von der Idee. Sie sahen sich schließlich jeden Tag bei der Arbeit und Zuhause. Dennoch hatte er sich von Melanie einwickeln lassen. Um gute Kindheitserinnerungen wieder aufleben zu lassen, wollte sie mit ihm wandern gehen. Die Idee fand er dann doch zu gut, um abzulehnen. Dienstag in aller Frühe würden sie aufbrechen. Zuvor mussten sie erstmal alles erledigen, was während des letzten Falles Zuhause liegen geblieben war.
Während Melanie freudig aufsprang, spürte Steve die Erschöpfung in seinen Knochen. Still hielt er Melanie eine Hand hin und wartete ab. Sie zog ihn wortlos auf die Beine.
In diesem Moment war er dankbar, dass seine Schwester es nicht nötig hatte ihn damit zu demütigen. Sie nahm es einfach hin, wenn er still um ihre Hilfe bat. Nicht, dass es häufig vorkam.
Still folgte er ihr bis auf die Terrasse. Der Tisch war reich gedeckt, frischer Kaffeeduft schlug ihm entgegen und weckte langsam seine Lebensgeister. Es gab nichts wichtigeres als ein gutes Frühstück.
Als er sich setzte, goss sie ihm eine Tasse Kaffee ein und reichte ihm wie selbstverständlich die Butter. Er schmunzelte. Vielleicht war das die Wiedergutmachung für ihr Verhalten. Sie hatte ihre Launen in letzter Zeit nur zu oft an ihm ausgelassen. Gutmütig wie er war, hatte er sich dafür nicht revanchiert. Sie waren alle genervt gewesen.
Er beobachtete Melanie, als sie ihre Pancakes in Sirup ertränkte. Für sie gab es kaum etwas besseres. Das Leuchten in ihren Augen ließ Steves Morgen noch besser werden.

Sie frühstückten still, bis der erste Hunger gestillt war. Besonders Melanie langte an diesem Morgen ordentlich zu. Als müsste sie die verpassten Mahlzeiten der letzten Tage nachholen.
„Wann wollen wir morgen los?“
Steve trank seinen Kaffee aus, bevor er zur Antwort ansetzte.
„So früh wie möglich, wir wollen nicht erst in der Mittagshitze losgehen. Hast du schon alles gepackt?“
„Klar. Nehmen wir ein Zelt?“
Er schüttelte lächelnd den Kopf. Melanie machte sich immer viel zu viele Gedanken, wenn sie Unternehmungen planten.
„Wenn du mir nicht auf die Pelle rückst.“
Sie schnaufte amüsiert.
„Du bist ja nicht der einzige Kerl in meinem Leben, Steve.“
„Ich bin nicht dein Einziger? Wie kannst du mir sowas nur antun?“
Gespielt entrüstet, stand Steve auf und brachte das schmutzige Geschirr weg. Melanie folgte ihm mit den restlichen Sachen auf dem Tablett. Das dreckige Geschirr stapelte sich bereits in der Küche. Sie waren seit Tagen nicht zum Abwasch gekommen.
„Jetzt ist der Spaß vorbei, hm?“, fragte sie und ließ Wasser ins Spülbecken laufen.
„Wir haben uns heute vorgenommen alles zu erledigen, damit wir die nächsten Tage entspannen können, also beschwer dich nicht, Mel.“
Er wuschelte ihr zärtlich durchs Haar, bevor er ins Badezimmer verschwand, um zu Duschen.


Wie immer hatte er keine zehn Minuten im Badezimmer gebraucht, weshalb er sich schnell zu Melanie gesellte und ihr beim Abwasch half. Sie sagte nichts, doch ihr Lächeln war Dank genug. Wie immer arbeiteten sie Hand in Hand. Und Steve wünschte sich auch nichts anderes.
Schneller als befürchtet, waren sie auch schon fertig. Während Steve den letzten Topf abtrocknete, wandte Melanie sich ihm zu.
„Ich geh schnell mein Zimmer aufräumen. Kannst du Staub saugen, damit ich danach Putzen kann?“
„Wird erledigt, Boss.“
Er zwinkerte ihr zu. Sie verschwand mit einem Lachen aus der Küche und Steve machte sich widerwillig an die Hausarbeit. Dabei wanderten seine Gedanken immer wieder zu ihren abgeschlossenen Fällen. Sie hatten sich damit so lange beschäftigt, dass es Steve fast surreal vorkam, nun nicht mehr darüber nachdenken zu müssen.
Ein Familienvater hatte seine ganze Familie, inklusive seiner Geschwister ermordet. Der Fall war nicht nur grausam gewesen, er hatte sie auch psychisch belastet. Ihr Mörder war psychisch krank gewesen. Er konnte sich kaum an seine Tat erinnern, als sie ihn endlich gefasst hatten. Der Mann würde seine Strafe nicht in einer Zelle absitzen müssen. Diese Krankheit hatte einer ganzen Familie das Leben gekostet. Und Steve hatte jedes Mal an Melanie denken müssen, als er die tote Schwester des Mörders betrachtete. Familie war etwas besonderes. Man war verbunden mit ihnen, dennoch schafften es manche diese Verbindung auf die brutalste Weise zu trennen. Steve könnte das nie. Er liebte seine Schwester mehr, als er ihr je gestehen würde. Seine Taten mussten reichen, um ihr das klar zu machen.
„Steve du saugst seit fünf Minuten die selbe Stelle, so wirst du nie fertig.“
Er schreckte zusammen und blickte seine Schwester an, die ihn einer Musterung unterzog. Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf, bevor sie in die Küche verschwand.
Steve versuchte sich auf die Arbeit zu konzentrieren und seine Gedanken von dem Fall zu lösen. Sie hatten Urlaub. In dieser Woche hatte ihr Job keinen Platz in ihrem Leben.


Als er den Staubsauger verstaut hatte, trat er zur Haustür, an der Melanie stand. Sie lächelte breit.
Steve schaute hinaus und erblickte den Postboten, Kaleo war mittlerweile ein Freund der Familie. Sein offensichtliches Flirten mit Melanie, ließ Steve ihm bloß durchgehen, weil er es im Spaß machte.
„Muss ich ein ernstes Wort mit dir wechseln?“, fragte er, gespielt böse.
Kaleo blickte ihn grinsend an. Schalk blitzte in seinen Augen auf.
„Aber nein, Commander McGarrett, ich bin ganz lieb. Ich hab Ihrer Schwester bloß ein Kompliment zu ihren wunderschönen Augen gemacht.“
„Und ich langweile mich hier, weil du mir immer die selben Komplimente machst“, erwiderte Melanie und zwinkerte ihm zu.
„Wenn ich dir andere Komplimente machen soll, darf dein Bruder nicht in der Nähe sein.“
Steve grummelte bloß, was Kaleo mit einem Lachen quittierte. Dieses Spielchen gehörte mittlerweile dazu.
Dann wurde der Postbote doch ernst.
„Ich hab da ein Paket für euch, ist an euch Beide adressiert.“
An sie Beide wurde für gewöhnlich nie etwas geschickt. Stirnrunzelnd blickte Steve zu seiner Schwester, die den Blick erwiderte. Ihr ging dasselbe durch den Kopf.
„Wieso hast du es nicht direkt mitgebracht?“
„Dann hätte ich doch keinen Grund nochmal herzukommen und in Melanies schöne Augen zu blicken.“
Sie lachte, während Steve bloß den Kopf schüttelte. Diese Beiden hatten sich gesucht und gefunden.
Mit einem Lächeln drehte Kaleo um und holte das Paket. Sein Wagen parkte auf der anderen Straßenseite.
„Normal sind Pakete nie an uns Beide adressiert“, murmelte Steve und versuchte sich einen Reim darauf zu machen.
„Vielleicht was offizielles?“, riet Melanie. Doch Steves Bauchgefühl war anderer Meinung. Wenn sie offizielle Papiere bekamen, wurden sie stets einzeln verschickt. Und ihre Freunde schrieben stets nur einen Namen aufs Paket. Schließlich wussten sie, dass es für sie Beide war. Wer sonst schickte ihnen Pakete?
Angespannt beobachtete Steve ihren Freund. Kaleo zog das kleine Paket aus dem Wagen und überquerte langsam die Straße.
Steve spürte die Gänsehaut, die seinen Körper ergriff, während sein Herz zu rasen begann. Irgendwas stimmte nicht.
Er wollte Melanie fragen, ob sie dasselbe spürte, als ein Radfahrer an Kaleo vorbei raste. Der Postbote stolperte und ließ das Paket fallen. Noch bevor es richtig den Boden berührte, explodierte es.
Instinktiv packte Steve seine Schwester und zog sie mit sich zu Boden, von der Tür weg. Etwas traf seinen Arm. Der Knall hallte in seinen Ohren wieder.
Melanies geschockter Blick lag auf ihm. Er stützte sich neben ihr ab, um sie nicht zu erdrücken.
„Bist du verletzt?“, fragte er.
Sie schüttelte den Kopf, nicht fähig ein Wort zu sprechen. Deutlich schluckte sie. Das Paket war für sie Beide gedacht. Es sollte ihre letzte Lieferung werden.
Schnell rappelte Steve sich auf, den Schmerz in seinem Arm ignorierend. Er wagte sich zur Tür und blickte zur Stelle, an der Kaleo gestanden hatte. Ein schwarzer Fleck zeigte den Ursprung der Explosion.
Melanie trat hinter ihn. Sie schüttelte den Kopf, als sie aus dem Haus trat.
Wortlos blickten sie sich um. Kaleos Wagen war von der Druckwelle umgestürzt. Pakete lagen auf der Straße verteilt. Sie liefen langsam um den Wagen herum.
Melanie sah es zuerst. Kopfschüttelnd hielt sie sich die Hand vor den Mund. Tränen standen ihr in den Augen. Steve folgte ihrem Blick und erkannte die sterblichen Überreste ihres Freundes.
Still zog er Melanie an sich, welche ihr Gesicht an seiner Schulter versteckte. Er spürte die Tränen durch den dünnen Stoff.
Ruhig führte er Melanie zurück zum Haus. Ihr Urlaub konnte warten, nun brannte Steve darauf den Verantwortlichen zu finden. Für Kaleo. Ein unschuldiges Opfer.
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