Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Reupload von Pollydackel- Die drei ??? Flitterwochen im Nebeldorf

GeschichteMystery, Freundschaft / P12 / Gen
Allie Jamison Bob Andrews Justus Jonas Peter Shaw Victor Hugenay
22.07.2021
22.07.2021
8
11.564
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.07.2021 795
 
Justus stemmte einen der Küchentische aus dem Haus,die Allie Jamisons Pferd Queenie bei Peters und Bobs Hochzeit vor einigen Tagen fachgerecht zerlegt hatte.
Er hatte versucht,das Möbelstück wenigstens notdürftig zu reparieren.Doch gestern abend hatte Tante Mathilda ihren neuen Tangorock vorführen wollen,indem sie ein paar Tanzschritte auf dem Tisch hinlegte-das Ergebnis war ein grosser Tischzusammenbruch gewesen,gefolgt von einem noch grösseren Wutausbruch von Tante Mathilda. Mehrere Stunden hatte sie nur geknurrt,wenn sie ihren Neffen sah.
Und ein Wolfsgesicht aufgesetzt.Justus wünschte sich sehnlichst ans College zurück...Er studierte sieben Fachbereiche und hätte dringend die halbe Bibliothek zuendelesen müssen. Aber er reparierte Möbelstücke,trug Leuten ihre vergessenen Sachen nach,beseitigte Queenies Chaos und wehrte Allie Jamison ab,die täglich vorbeikam,um ihn zu nerven.
Sie gab ihm Ratschläge,wie er effizienter arbeiten könne,  und machte Witze über übergewichtige Detektive in fachfremden Arbeitsbereichen.
Der Abend senkte sich an diesem Tag schon über den Wertstoffhandel,als Justus sich ein Fussbad bereitete und darüber sinnierte,ob er dabei war,frühzeitig zu altern.
Eine Nachtmütze hatte er immerhin noch nicht. Plötzlich ertönte das Hexenhandy im Relikteregal. "Nicht schon wieder eine Hugenay-Nachricht",seufzte Justus und dachte mit heftiger Wut daran,dass Hugenay während der Hochzeit ihre ganzen Akten über ihre gelösten Fälle zerstört hatte.
Er hatte die Frechheit gehabt,den PC zu hacken und auf Windows 10 zu updaten.
Da sie ein mehr als antiquiertes ,aber völlig ausreichendes Textverarbeitungssystem für ihre Kartei nutzten,waren alle Daten nach dem Update unwiederbringlich verloren gewesen.
Nur zu ihrer Sicherheit zerstört
.Zum Schutz ihrer Klienten hatten die drei Fragezeichen nichts online gespeichert,auch nichts auf andere Speichermedien gepackt.
Hugenay dagegen hatte sich vor dem grandiosen Update eine Kopie gemacht,um "ihre Arbeitsweise zu studieren",wie er ihm höhnisch am Hexenhandy mitgeteilt hatte.
Doch statt Hugenay erklang nun Bobs Stimme aus dem Handy. "Warum zum Henker rufst du über das Hexenhandy an?" stotterte Justus. Die Verbindung war schlecht. "Alle anderen Verbindungen funktionieren nicht...sind im...""Im Igelwäldchen,nicht wahr?" lachte Justus. "Von wegen!" schrie Bob. "Sei still und hör zu! Wir sind im Nebeldorf.
Hier stimmt etwas ganz und gar nicht.Du musst hierhinkommen!
Ich sage dir die GPS Daten..."
"Gib mir doch einfach die Adresse,ich sehe es im Netz nach",staunte Justus. "Das steht nicht im Netz.Beeil dich!" Es knackte im Hörer. "Ist Peter bei dir?",fragte Justus besorgt.
"Ja,er malt ein Malbuch aus." "Er...malt ein...Malbuch aus?" stotterte Justus.
"Wir erzählen dir alles, jetzt schwing die Hufe!"
"Tante Mathilda hat meine Autoschlüssel konfisziert. Nach dem Tangorockzusammenbruch wird das bestimmt noch einige Tage dauern,ich..."
"Sag ihr,es ist ein spezial gelagerter Sonderfall",sagte Bob und legte auf. Justus sah sauer auf das Hexenhandy. Einen Moment lang hatte er den Verdacht,dass Hugenay Bobs Stimme nachgemacht hatte. Hugenay hatte bei der Hochzeit vor einigen Tagen von unfassbaren neuen technischen Möglichkeiten der Technik geschwärmt,und war mit 3D-Druckermaske und Stimmentransposer als Axtwerferin aufgetreten.
Aber irgendwie konnte er sich nicht vorstellen,dass Hugenay durch die Landschaft kletterte und GPS-Spielchen organisierte.
Justus warf seinen Laptop an. Kein Nebeldorf weit und breit. Seltsam. Er warf ein paar Sachen in einen Koffer,nahm die GPS-Geräte aus dem Relikteregal und schlich die Treppe hinunter. Seine Tante war in der Küche beschäftigt und schien ihn nicht zu hören.Onkel Titus hämmerte mit viel Lärm einen schiefen Tisch zusammen.So gelang es Justus,unbemerkt an die Schale mit Autoschlüsseln zu kommen,und er fuhr so schnell wie möglich los, nachdem er einen Zettel an den Kühlschrank gepappt hatte: "Eiliger spezialgelagerter Sonderfall, Bob und Peter in Gefahr, tut mir leid, Justus".
Allie Jamison war zum Glück nicht zu sehen gewesen.Sicher hätte sie eine Menge unbequeme Fragen gestellt und wäre am Ende noch mitgekommen-nur zu seiner Sicherheit.
In der Hinsicht war sie so lästig wie Windows10.Justus verbrachte mehrere Stunden damit, in der Gegend herumzufahren,Daten abzugleichen,neue Daten, vom Hexenhandy übermittelt,zu entschlüsseln,und wusste schliesslich nicht mehr,wo er überhaupt war.
Unfassbarerweise hatte sein Navi den Geist aufgegeben.Ebensowenig funktionierten Handy und Internet ;lediglich das Hexenhandy ging noch einigermassen. Er sehnte sich nach Peters Richtungssinn und fragte sich zum hundertsten Male,warum Peter ein Malbuch ausmalte. Seltsam.
Proviantlos bekam Justus bald heftigen Hunger,aber es gab nirgendwo ein Gasthaus,nirgendwo eine Frittenbude...Es gab eigentlich gar nichts. Er war im Nirgendwo.
EInen überdrehten Moment lang hatte er die Vorstellung,wie er sich in einer Telefonzelle eine Pizza ins Nirgendwo bestellte. Wenn es Telefonzellen noch geben würde,dachte er wehmütig.Und dann kam der Nebel.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast