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Vampire Duelists of Hogwarts

GeschichteFreundschaft, Action / P18 / Gen
21.07.2021
12.09.2021
5
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„Mann, das war vielleicht eine unangenehme Nacht“, meinte Hendrik am nächsten Morgen, nachdem die beiden gefrühstückt und sich dann zu ihrer ersten Unterrichtsstunde begeben hatten. Die restliche Nacht war eine Qual für die beiden Duellanten gewesen; sie hatten beide kein Auge zumachen können.
„Wem sagst du das. Ich fühlte mich wie nach einem Energy Drink, obwohl ich seit Ewigkeiten keinen mehr getrunken hatte“, stimmte Alice zu und rieb sich müde die Augen. „Was genau haben wir heute eigentlich für Unterricht?“
„Keine Ahnung. Wir werden es wohl gleich herausfinden.“
Kaum hatte er das gesagt, wurde die Tür auf einmal kraftvoll geöffnet, und Professor Snape betrat mit schnellen Schritten den Raum. „So, seien Sie alle still“, sagte er barsch und nahm hinter dem Lehrerpult Platz. „Ich habe eine Ankündigung zu machen, die den Vorfall von gestern Nacht betrifft. Aus einem mir unverständlichen Grund hat Professor Dumbledore entschieden, dass ab sofort sogenannte Kartenduelle auf der Schule gestattet sind. Ich verstehe auch nicht, was diese kindischen Karten bringen sollen. Also, wer Interesse daran hat, den Umgang mit diesem Spiel zu lernen, soll sich bei Mr. Jigoku und Ms. Parker melden.“
Diese Ankündigung überraschte die Schüler, am meisten Hendrik und Alice. „Soll das heißen, wir werden sowas wie eine AG gründen, in der wir den anderen das Duellieren beibringen?“, flüsterte Hendrik Alice leise zu. „Weiß nicht, wäre aber cool“, meinte Alice nachdenklich und schien sich vor ihrem inneren Auge schon vorzustellen, wie sie den anderen Schülern zeigte, wie ein Duell funktionierte.
„Nun wieder Ruhe im Saal. Es wird Zeit für euren ersten Unterricht“, nahm Snape den Faden wieder auf und startete einen langen Monolog über verschiedene Zauber, die mithilfe der Stäbe angewendet wurden sowie einige andere Dinge rund um die Zauberei.
„Zum Schluss möchte ich noch eine allgemeine Frage in den Raum werfen“, sagte er am Ende der Stunde. „Weiß hier jemand etwas über Vampire?“ Bei dieser Frage rutschte Hendrik und Alice das Herz in die Hose, und sie begannen von einem Moment auf den anderen zu schwitzen. „Mr. Jigoku, was können sie uns über die Spezies Vampir sagen?“, machte Snape einfach weiter und zeigte auf Hendrik.
Dieser schluckte kurz und versuchte dann, Ordnung in seine Gedanken zu bringen. „Nun ja… Vampire sind untote Wesen, die man in der Regel nur nachts antrifft und die sich von menschlichem Blut ernähren. Viele verschiedene Geschichten zeigen unterschiedliche Kräfte der Vampire auf: Unsichtbarkeit, übermenschliche Stärke, Verwandlung in eine Fledermaus...“
„Ja, das ist richtig“, stimmte Snape zu und unterbrach ihn gleichzeitig. „Und wie kann man Vampire töten, auch wenn sie unsterblich scheinen? Ms. Parker?“
„Ähm… na ja… die meisten sagen, es ist tödlich für einen Vampir, wenn man ihnen einen Holzpflock durch ihr Herz rammt oder mit einem Kreuz durchbohrt“, stotterte Alice leicht. „Ja, das sind die Geschichten, die man am häufigsten hört. Es ist allerdings schwer, das alles zu beweisen, da Vampire sich oftmals versteckt halten oder sich in der Öffentlichkeit sehr gut tarnen. Das betrifft vor allem ihre roten Augen, ihre bleiche Haut und ihre scharfen Zähne.“
Er schien noch weiterreden zu wollen, aber in diesem Moment ertönte die gusseiserne Glocke der Schule, welche die Stunde beendete. Snape schnaubte kurz genervt, dann entließ er die Schüler aus dem Unterricht.
Hendrik und Alice dagegen waren noch immer erschüttert und verunsichert nach den seltsamen Fragen des Lehrers. „Glaubst du etwa, der Kerl weiß von unserem Vampirismus?“, fragte Hendrik Alice, als sie gerade allein in der großen Halle saßen und miteinander sprachen. „Möglich wäre es immerhin", gab Alice zu. „Aber warum machen wir uns die ganze Zeit solche Sorgen? Es ist doch eigentlich ganz cool, dass wir jetzt für immer leben und stärker sind als jeder normale Mensch! Damit könnten wir zum Beispiel an den olympischen Spielen teilnehmen…“
„Oder wir sitzen angekettet in einem dunklen Verlies, darauf wartend, dass ein Henker uns das Licht ausknipst", fiel Hendrik ihr ins Wort. „Ach, Großer, du musst aber auch immer das Negative sehen", neckte Alice ihn grinsend und lachte kurz. „Wenn wir wirklich Unterricht in Duellen geben sollen, wäre es wohl kein schlechter Plan, wenn wir einige Vorbereitungen treffen", überlegte er laut weiter. „Kein Problem, das kriegen wir hin, bei all unserem Wissen und der Erfahrung", meinte Alice leichtfertig.
„Ich hoffe es sehr“, erklang auf einmal die Stimme von Professor Dumbledore, der von ihnen unbemerkt die Halle betreten und sich zu ihnen gesellt hatte. „Der Duellunterricht ist im Übrigen ein freiwilliges Zusatzangebot für die Schüler. Seid also nicht zu enttäuscht, wenn sich nicht so viele von ihnen dafür interessieren. Für nicht wenige ist diese Thematik ungewohnt und auch etwas unsinnig. Stellt euch darauf ein.“
Hendrik nickte nachdenklich. „Wie kamen Sie eigentlich auf die Idee für eine Duell-AG?“, fragte er dann. „Na ja, euer kleines Spektakel in der letzten Nacht hat für einigen Gesprächsstoff gesorgt“, erklärte Dumbledore geduldig. „Und natürlich kamen auch viele Fragen von den anderen Schülern auf. Es besteht also auch ein gewisses Interesse an euren Duellen, daher hätte es mich nicht gewundert, wenn die Schüler nicht so oder so auf euch zugekommen wären. Und bezüglich eurer AG werdet ihr in den nächsten Stunden noch genauere Angaben bekommen.“
Er zwinkerte ihnen kurz zu, dann schritt er wieder aus der Halle und ließ die beiden alleine. „Scheint ja wirklich eine interessante Zeit hier zu werden“, meinte Hendrik nachdenklich. „Ich werde dann wohl mal anfangen, die Instruktionen für die AG vorzubereiten.“
„Ach, spar dir das doch“, sagte Alice und packte ihn an der Hand. „Wir werden das rocken, so oder so. Sehen wir uns lieber mal auf dem Innenhof um und schauen, was die anderen Schüler so treiben.“
Hendrik war von der Idee nicht sehr begeistert, da er meist lieber für sich alleine war anstatt umgeben von anderen Menschen zu sein, aber er fügte sich und trottete mit Alice sowie ihren beiden Hunden in den Innenhof hinaus, wo sich eine Menge Schüler versammelt hatten und in aufgeregte Gespräche vertieft waren.
Einige von ihnen bemerkten die beiden Duellanten und stellten ihre Gespräche sofort ein, um auf sie zuzukommen und sie mit Fragen zu löchern. „Hey, immer mit der Ruhe“, versuchte Hendrik Ordnung in das Gewimmel zu bringen; er hasste nichts mehr als Menschenmassen und Lärm. „Wir nehmen eure Anmeldungen für die Duell-AG sehr gerne entgegen, aber wenn, dann soll es ruhig und vernünftig ablaufen. Wir sind hier ja schließlich nicht auf einem Basar.“
Geduldig nahm er dann die Anmeldeformulare entgegen, die im Wesentlichen nur Infos über ihre Namen und das Alter gaben sowie das Haus, in dem sie sich befanden. „Das sind nicht eben viele Informationen“, meinte Hendrik und kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf. „Na ja, was sollten sie auch sonst machen? Duelle sind für die Leute hier Neuland“, warf Alice ein.
„Auch wieder wahr. Dann sollten wir wohl die Anmeldungen bearbeiten und uns dann auf den Duellunterricht einstellen.“ „Um den Papierkram kannst du dich kümmern, ich bin da eher talentfrei“, meinte Alice und verschränkte entspannt die Arme über dem Kopf. „War ja klar“, murmelte Hendrik leicht missmutig und rollte mit den Augen.
„Höre ich da einen leichten Anflug von Sarkasmus in deiner Stimme?“, fragte Alice neckend und klimperte mit den Wimpern. „Weiß ich nicht.“
Hendrik schüttelte mit dem Kopf, dann drehten sie sich um und wollten zum Gemeinschaftsraum von Hufflepuff gehen, um dort in Ruhe die Anträge zu bearbeiten. Doch als sie auf dem Weg dorthin waren, stellte sich ihnen ein junger Schüler aus dem Haus Slytherin in den Weg. Jedenfalls versuchte er es, obwohl er mindestens zwei Köpfe kleiner war als Hendrik.
„So, ihr seid also diese Typen, die sich mithilfe von Monstern hier breitgemacht haben“, stellte er überflüssigerweise fest. Der Schüler hatte nach hinten gekämmte, lange blonde Haare und einen arroganten und abgehobenen Blick. „Richtig. Und weiter? Willst du auch bei unserer AG mitmachen? Dann füll bitte das Anmeldeformular aus“, sagte Hendrik, der darauf achtete, ruhig und höflich zu bleiben.
„Wieso sollte ich mich von Muggeln unterrichten lassen? Noch dazu in einem Kartenspiel für kleine Kinder“, sagte der Junge verächtlich und spuckte auf den Boden. „Man kann es auch etwas freundlicher sagen.“
„Hey, Draco, hör gefälligst auf, andere niederzumachen, die dir nicht passen!“, erklang auf einmal eine weibliche Stimme hinter den beiden Duellanten. Hendrik und Alice drehten sich um und erkannten ein Mädchen aus dem Haus Gryffindor mit langen, lockigen Haaren, die im Stechschritt auf den blonden Schüler namens Draco zuging und ihn wütend anschaute. „Ach, schau an, jetzt darf das Schlammblut also auch schon was sagen“, spottete Draco weiter und stellte sich provokant vor sie.
„Kommt, das reicht jetzt“, sagte Alice und ging zwischen die beiden, dann packte sie Draco mit einer Hand am Kragen und hob ihn über sich. „Hey, Moment mal, was wird das?“, rief Draco auf einmal verunsichert und zappelte hilflos unter Alice´ Griff. „Das siehst du ja“, sagte Alice und warf Draco im nächsten Moment kreuz und quer durch die Luft, bis er mitten in den Ästen eines Baumes landete und dort hängenblieb.
„Wow, das war ja unglaublich“, sagte Hermine beeindruckt, aber Hendrik und Alice gingen bereits weiter, wo sie Lucky und Luna abholten und dann in den Gemeinschaftsraum von Hufflepuff gingen, wo Hendrik sich die Anmeldeformulare ansah, während Alice in das Feuer starrte und Luna, die friedlich auf ihrem Schoß schlief, streichelte.
„Wie cool war das denn bitte?“, meinte Alice überglücklich. „Mit dieser Superstärke wird keiner auf die Idee kommen, sich mit uns anzulegen!“
„Ja, weil wir dann schon im Gefängnis sitzen werden, wo dann eh keiner von den Mitschülern sein wird“, gab Hendrik zurück. „Ach, Mann, musst du denn immer alles negativ sehen?“
„Ich motze manchmal einfach gerne. Sieh mal, es werden etwa 25 Leute sein, die wir in den Duellen unterrichten.“
„Ok, dann besorge ich mir schon einmal die passenden Koteletten und eine Lesebrille“, scherzte Alice. „Was willst du denn damit?“, fragte Hendrik verwundert, der den Witz nicht erkannt hatte. „Ach, das war doch nur ein Scherz“, erklärte sie.
„Ach so. Sorry“, murmelte er leise. Alice wusste sehr genau, dass Hendrik am Asperger-Syndrom litt, einer Entwicklungsstörung, durch die er zum einen sozial sehr unterentwickelt war und dass er oft nicht erkennen konnte, ob jemand eine Aussage ernst meinte oder nicht.
„Ist ja auch egal. Wir sollten den Rest des Tages genießen und uns auf die AG vorbereiten. Was willst du tun?“
„Ich möchte ein paar Karten bestellen“, erklärte Hendrik knapp und holte dabei sein Handy hervor. „Haben wir hier denn eigentlich Empfang?“, fragte Alice erstaunt und zog ihr Handy ebenfalls aus der Tasche. „Tatsache“, stellte sie fest.
„Das trifft sich gut. Ich werde die Karten direkt nach Hogwarts liefern lassen. Möchtest du auch welche?“, fragte er nach und zeigte ihr ein paar seiner ausgewählten Duellkarten.
Alice schaute über seine Schulter auf den Bildschirm, dann nickte sie und zeigte auf eine davon. „Ich möchte die hier.“
„Die Ghost Rare kaufen wir sicher nicht. Die kann ich mir auch nach Monaten nicht leisten“, wehrte Hendrik ab. „Ja, und ich bin Dracula, bla, bla, bla“, scherzte Alice und zischte laut durch die Gegend. „Außerdem, muss ich dich daran erinnern, wie viel dein Sternschnuppen-Drache damals gekostet hat?“
„Ganz sicher keine 300 Euro.“
Alice rollte mit den Augen, akzeptierte dann aber den Kompromiss und entschied sich für einen anderen Seltenheitswert der Karte, die sie wollte, sowie einige andere. „Ich habe gehört, dass wir die Pakete, die wir nach Hogwarts bekommen, von Eulen erhalten, die sie direkt in die große Halle tragen und dann über uns abwerfen“, berichtete Alice dann.
„Na, dann sollten wir uns wohl bereithalten.“
Also machten die beiden Duellanten sich auf den Weg zum Innenhof, wo sie nachschauen wollten, ob der Junge namens Draco von vorhin noch Ärger machte.
Dabei lief ihnen jedoch Professor Dumbledore über den Weg, der sie mit einem ernsten Gesicht anschaute und sagte: „Kommen Sie bitte mit mir in den Innenhof. Es gibt da etwas, über das wir reden müssen.“
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