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Vampire Duelists of Hogwarts

GeschichteFreundschaft, Action / P18 / Gen
21.07.2021
12.09.2021
5
10.963
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29.07.2021 2.163
 
Eine graue Staubwolke hatte sich gebildet, nachdem Hendrik seinem weißen Drachen den Angriff befohlen hatte, und auch die seltsame Gestalt war nicht zu sehen. „Verflixt, das hat ja wirklich funktioniert“, dachte Hendrik, der selbst ein wenig Zweifel an seinem Plan gehabt hatte.
Doch als der Rauch sich endlich verzogen hatte, war die Gestalt immer noch da, zwar stark verletzt, aber nicht besiegt. „Ich bin schon freundlicher empfangen worden“, meinte die Gestalt brummend, als sie wieder auf die Füße kam und sich schwankend aufrecht hielt. „Ihr scheint mir wohl von der hartnäckigen Sorte zu sein. Diejenigen, die gerne die Helden spielen. Dabei will ich euch doch nur vor einem schlimmen Schicksal bewahren.“
„Du selbst siehst mehr nach einem schlimmen Schicksal aus als dieser Zug“, meinte Alice sarkastisch. Gleichzeitig versuchten die Duellanten, ihre beiden Vierbeiner zu beruhigen, die unaufhörlich bellten und sich offenbar direkt auf den Fremden stürzen wollten. Doch dieser schien es sich nun zu überlegen, ob er gegen den weißen Drachen von Hendrik antreten sollte. „Dieses Licht in dem Wesen, dass du da hast… es brennt“, sagte er düster und schritt dann langsam zurück.
„Meint er das Attribut vom weißen Drachen?“, fragte Hendrik sich in Gedanken, während sie beobachteten, wie die Gestalt immer weiter zurückging und schließlich am Horizont verschwand.
„Was war das denn für ein komischer Vogel?“, fragte Hendrik langsam, als sie sich wieder gesetzt hatten und der Zug Fahrt aufgenommen hatte, auf dem Weg nach Hogwarts. „Keine Ahnung. Aber ich habe da so ein Gefühl, dass er etwas mit unserer Verwandlung zu tun hat.“
„Meinst du, er war es?“
„Entweder das, oder er ist derjenige, der uns den Vampir auf den Hals gehetzt hat. Und so wie der gesprochen hat, schien es ihm sehr wichtig zu sein, dass wir nicht nach Hogwarts kommen“, überlegte Hendrik. „Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass dies wohl noch weit weniger normal wird als wir ohnehin schon dachten.“
Dann saßen sie einige Minuten schweigend auf ihren Sitzen und schauten aus dem Fenster, als sie durch eine große, grüne Landschaft fuhren, die sich unendlich weit erstreckte. Aus den anderen Abteilen in ihrer Nähe konnten sie vereinzelte Gespräche hören, und sehr oft war dabei das Wort „Drache“ zu vernehmen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit schließlich wurde der Zug wieder langsamer und fuhr in einen steinernen Bahnhof ein, sodass die Schülerinnen und Schüler aussteigen konnten. Als sich die beiden Duellanten und ihre Hunde unter ihre zukünftigen Klassenkameraden mischten, fiel ihnen auf, dass sie beide ein ganzes Stück größer waren als sie, da sie es mit Kindern von elf Jahren zu tun hatten und Hendrik für sein Alter sogar noch größer war.
Daher wurden ihnen auch einige verwirrte Blicke zugeworfen, als ein großer Mann mit sehr langem Haupt- und Barthaar in abgetragenen Klamotten auf sie zukam und die neuen Erstklässler von Hogwarts zu sich rief. Als er Hendrik und Alice erblickte, stockte er jedoch und schaute die beiden verwundert an.
„Seid ihr nicht ein bisschen alt, um zu den Erstklässlern zu gehören?“, fragte er sie und schaute beide Duellanten von oben bis unten an. „Das fragen wir uns auch. Allerdings haben wir jetzt erst unsere Briefe bekommen“, antwortete Hendrik wahrheitsgemäß. „Hmm, scheint wohl ein interessantes Jahr mit euch zu werden“, meinte der Mann, der sich als der Wildhüter Rubeus Hagrid vorstellte.
Eine längere Bootsfahrt lag nun vor ihnen, bei der sie auch schon ihre neue Schule erkennen konnten: das Gelände war eine unfassbar große Burg mit mehr Zinnen und Abteilen, als man zählen konnte und das auf einem riesigen Berg thronte.
Als sie schließlich das Gelände der Schule erreicht hatten, wurden die neuen Schüler eilig durch das Gebäude geführt und mehrere Treppen hinauf geschickt, bis sie schließlich einer älteren Frau in grünen Gewändern gegenüberstanden, vor der die Schüler stehenblieben.
„Willkommen, liebe Schülerinnen und Schüler von Hogwarts“, sprach die Frau und nickte ihnen kurz zu. „Mein Name lautet Professor Minerva McGonagall. Ich werde euch durch euren ersten Tag hier führen und euch erklären, was euch erwartet, in Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern der Schulleitung. Wenn ihr mir nun bitte in die große Halle folgen wollt.“
Eilig setzten sich die Schüler in Bewegung und folgten ihr. Hendrik und Alice hatten keine großen Schwierigkeiten, vorne in den Reihen zu sein, auch wenn sie immer wieder zurückschauten und dabei einen fremden Jungen mit schwarzen Haaren und einer runden Brille entdecken konnten, der ihre Blicke erwiderte.
Nach einem recht wortkargen Fußmarsch kamen sie schließlich in der großen Halle an, einem großen Festsaal mit insgesamt vier langen Tischen, an denen sich die Schüler versammelt hatten und sie anschauten, als sie hereinkamen.
Vor einer kleinen Treppe, hinter der ein weiterer Tisch war, der von mehreren älteren Männern inklusive Hagrid besetzt wurde, blieb Professor McGonagall stehen und schaute durch die Reihen der Schüler.
„Nun, da ihr offiziell in Hogwarts angekommen seid, ist es an der Zeit herauszufinden, wer in welches der vier Häuser kommt: Gryffindor, Hufflepuff, Slytherin und Ravenclaw. Ich werde nun jeden von euch der Reihe nach aufrufen, dann werdet ihr euch auf den Hocker setzen und den sprechenden Hut auf den Kopf bekommen, der darüber entscheidet, in welches Haus ihr gehört.“
Daraufhin nahm sie eine dicke Schriftrolle zur Hand und las nacheinander die Namen der Schüler vor, damit sie vortraten und erfuhren, wohin sie kommen würden. Bei einigen war der Hut schweigsamer als bei anderen und teilte nur den Namen des Hauses mit, bei anderen schien er länger zu überlegen, gerade bei einem jungen Schüler namens „Harry Potter“, bei dem es sich um den Jungen handelte, den sie zuvor gesehen hatten.
Schließlich ertönte der Name Hendrik Jigoku, woraufhin dieser ebenfalls vortrat und sich auf den Hocker setzte, der für ihn unübersehbar zu klein war. Die Professorin bemerkte dies ihrem Gesichtsausdruck nach ebenfalls, sagte aber nichts dazu und setzte ihm auch den Hut auf, welcher kurz die Lippen zusammenkniff und dann die Stimme erhob: „Hmm… nicht so einfach. Ich spüre ein großes Potenzial, eine merkwürdige Kraft… aber da ist auch ein gebrochenes Herz… eine Dunkelheit, die von dir Besitz ergreift.“
Alice war verwirrt von dieser Aussage. Hatte der Hut seinen Vampirismus erkannt oder steckte etwas anderes dahinter? „Doch in dir ist auch ein gütiges Herz, das den Schwachen hilft. Du bist unverrückbar loyal und forderst Loyalität heraus. Nun weiß ich: Hufflepuff!“
Die Leute an einem der Tische begannen zu jubeln, als Hendrik wieder aufstand und sich zu seinen neuen Schulkameraden setzte, als dann auch schon Alice aufgerufen wurde.
Auch bei ihr runzelte der Hut die Stirn und sagte dann: „Mal sehen… freundlich… treu… oh, eine Flirtgranate, wie ich sehe, mit einem sehr großen Traum… aber warte, was sehe ich denn da? Aber… ach, du armes Kind, das muss schmerzhaft für dich gewesen sein. Und warte… da ist etwas Dunkles in dir… etwas mir völlig Fremdes ist in dir. Doch trotzdem optimistisch, lebensfroh und innerlich sehr stark. Ich weiß, wohin du gehörst! Hufflepuff!“
Erneut brach Jubel aus, als die Leute aus Hufflepuff eine weitere Schülerin erhielten, und auch Alice schien sich sehr zu freuen, als sie sich direkt neben Hendrik setzte und ihn glücklich anlächelte. „Wir sind ins selbe Haus gekommen“, sagte sie zufrieden und griff nach seiner Hand, der sie aber sofort wegzog. „Oh, entschuldige“, sagte sie sofort. Sie hatte in ihrer Freude für einen Moment vergessen, dass er nicht gerne unvorbereitet angefasst wurde.
„Eure Habseligkeiten wurden inzwischen auf eure Zimmer gebracht“, verkündete die Professorin nach einer Weile. „Ebenso wie etwaige Haustiere.“
„Oh, was ein Glück. Ich hatte mich schon gefragt, wohin Lucky und Luna gegangen sind“, meinte Hendrik erleichtert, als die vier Häuser der Reihe nach aufstanden und sich zu ihren Schlafsälen begaben, die alle über ein riesiges Treppenhaus erreicht werden konnten.
Der Vertrauensschüler ihres Hauses Hufflepuff, ein Typ namens Cedric Diggory, führte die Schüler eilig in den Gemeinschaftsraum, welcher sich in einem der Kellergewölbe in der Nähe der Schulküche befand. Doch entgegen ihrer Erwartungen war es dort keineswegs düster oder unheimlich, sondern sehr angenehm und einladend eingerichtet.
Um ihre Räumlichkeiten zu erreichen, mussten sie durch ein unbewegliches Gemälde an der Wand schreiten, und die Schlafräume der Schüler befanden sich hinter kleinen, ebenfalls unterirdischen Tunneln, die man durch runde Holztüren betreten konnte.
„Schon mal gar nicht schlecht, das muss ich zugeben“, meinte Alice zufrieden, als die beiden ihre Zimmer bezogen und ihre Hunde begrüßt hatten, die in ihren Zimmer bereits auf sie warteten. Lucky und Luna waren zwar absolut nicht froh darüber, dass ihre Besitzer nicht im selben Raum schliefen, da sie dann auch einander nicht sehen konnten, aber sie waren wieder miteinander vereint. Also war für sie die Welt erst einmal wieder in Ordnung.




Etwas später in der Nacht, als die anderen bereits schliefen, lag Hendrik jedoch immer noch wach und starrte gedankenverloren entweder an die Decke oder in seine Karten. Er fühlte sich kein bisschen müde, was unverkennbar mit seinem Dasein als Vampir zu tun hatte. Er und Alice hatten sich in den ersten Tagen nach dem Ereignis noch nicht näher damit beschäftigt, aber es sah nun so aus, als müssten sie endlich etwas tun, um eine Lösung für ihre Situation zu finden.
Schließlich hielt Hendrik es nicht mehr aus. Er schlich sich so leise wie möglich aus seinem Bett und verließ das Zimmer in Richtung der Gemeinschaftsräume. Dabei kam er an einem reich verzierten Spiegel vorbei, der an der Wand hing. Doch als er den Spiegel passierte, war darin nichts zu sehen. Er konnte nicht einmal seine eigenen rot glühenden Augen erkennen.
Als er dann im Gemeinschaftsraum ankam, saß Alice auf einem der Sofas und starrte nachdenklich in die Reste des Feuers, das noch im Kamin brannte. Sie hatte sich in ihren Umhang eingehüllt und ihm den Rücken zugewandt.
„Da hatten wir wohl denselben Gedanken, was?“, fragte Hendrik leise. Alice drehte sich um und lächelte, als er sich zu ihr setzte und ebenfalls in die Flammen starrte. „Ich bin schon die ganze Zeit am Überlegen, wie wir den Vampirismus vor den anderen verbergen sollen“, erklärte sie langsam. „Und wieso sind wohl niemandem unsere roten Augen aufgefallen? Ich hatte eigentlich erwartet, dass wir sofort rausfliegen, sobald einer unsere Augen sieht.“
„Ja, nicht wahr? Vorhin hat mich nämlich einer der Schüler angesprochen und meinte, dass ich interessante braune Augen hätte“, fiel Hendrik ein. „Was? Soll das heißen, dass die anderen unsere Augen so sehen, wie sie vor der Verwandlung waren?“
„So scheint es zu sein“, sagte der großgewachsene Duellant schulterzuckend. „Ich würde mich allerdings nicht immer darauf verlassen. Wie wir ja schon feststellen mussten, werden uns wohl noch eine ganze Menge Überraschungen bevorstehen. Das könnte eine davon sein.“
Alice nickte zustimmend. „Und wer weiß, wann wir in nächster Zeit dazu kommen, uns zu duellieren.“
„Jetzt müssen wir uns erst einmal darauf konzentrieren, den Unterricht zu absolvieren. Dann sehen wir weiter.“
Die beiden saßen noch eine Weile zusammen vor den Resten des Feuers und sprachen miteinander. Dabei bemerkten sie aber nicht, dass jemand ganz in ihrer Nähe stand und sie beobachtete. Doch dann sah Hendrik, wie sich die Gestalt bewegte, und sprang nervös auf. „Ist da jemand?“, fragte er nervös in Richtung des Ausgangs ihres Hauses.
Die Gestalt, offensichtlich beim Spionieren ertappt, drehte sich eilig um und wollte scheinbar verschwinden. Doch Hendrik begann sofort zu rennen, und als er dies tat, hatte er das seltsame Gefühl, als würde sich die ganze Welt um ihn herum nur noch in Zeitlupe bewegen. Innerhalb weniger Wimpernschläge hatte er die Gestalt eingeholt und sie am Kragen gepackt.
„Was spionierst du uns aus?“, fragte er drohend, während Alice eilig dazukam und den Spion betrachtete. Es war einer der Erstklässler, mit denen sie hergekommen waren. Wenn sie sich richtig erinnerte, dann hieß er Harry Potter.
„Lass ihn runter, Hendrik“, bat sie sofort und drückte seinen Arm runter, sodass der Junge wieder stehen konnte. „Er wird einen guten Grund dafür haben.“
„Du hast uns gehört, oder?“, fragte Hendrik stattdessen. „Tut mir leid, das war keine Absicht“, beteuerte Harry schnell und wich einen Schritt vor den beiden zurück. „Ich hatte nur etwas davon gehört, dass ihr euch nicht mehr duellieren könnt… was auch immer das heißt.“
„Aha, er hat also nichts von unserem Gespräch über den Vampirismus gehört“, dachte Hendrik erleichtert. „Tut mir leid, dass ich so harsch zu dir war. Ich war einfach erschrocken.“
„Ach, kein Problem“, meinte Harry leichtfertig.
Doch auf einmal hörten sie einen lauten Knall von ganz unten, am Rande des Treppenhauses. Rauch stieg nach oben auf wie bei einem Wirbelsturm, und die drei Schüler mussten sich an der Wand festhalten, um nicht einfach fortgeweht zu werden.
„Was zum Teufel ist das?!“, rief Hendrik durch den Lärm, als der Rauch sich langsam auflöste und den Blick wieder freigab. Eilig liefen sie zum Treppengeländer und konnten ganz unten einen dunkel gekleideten Mann erkennen, der wiederum zu ihnen nach oben schaute und zu ihrer Überraschung eine Duell Disk am Arm hatte.
„Entschuldigt diese Störung zu so später Stunde“, sagte der Mann leise, aber er war trotzdem laut genug, dass seine Stimme bis nach oben hallte. „Aber ich denke, ich bin diesmal besser vorbereitet. Ich fordere euch beide zu einem Duell heraus.“
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