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Vampire Duelists of Hogwarts

GeschichteFreundschaft, Action / P18 / Gen
21.07.2021
12.09.2021
5
10.963
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23.07.2021 2.027
 
Einige Tage später…


„Also gut, hier sollen wir also unsere Schulsachen herbekommen?“, fragte Alice Hendrik langsam, während die beiden an dem merkwürdigen Laden in der Winkelgasse standen, der ihnen im Anhang der Einladung zu Hogwarts angegeben worden war. „Wenn mich meine bescheidenen Kenntnisse in der Navigation nicht im Stich lassen, dann ja“, meinte Hendrik und zuckte mit den Schultern.
Sie beide hatten neben ihren Habseligkeiten, darunter ihre Decks und die Duell Disks, nur noch zwei Sonnenbrillen dabei, um ihre roten Augen zu verdecken, wenn sie draußen unterwegs waren. Entgegen ihrer Befürchtungen lösten die beiden sich nicht im Sonnenlicht auf, aber sie fingen sich sehr schnell einen Sonnenbrand ein und hatten dabei auch enorme Schmerzen. Vor allem Alice, die gerade im Sommer gerne kurze Kleidung trug. Ihre beiden Hunde hatten sie ebenfalls mitgenommen, und Lucky zeigte sich wieder einmal als der persönliche Bodyguard der wesentlich kleineren Luna.
„Na schön, bist du bereit, das für Karten zurückgelegte Geld in Schulkram zu investieren?“, fragte er dann zurück. „Und dabei hatte ich gehofft, den rotäugigen dunklen Dragoner zu kaufen“, beschwerte Alice sich kurz, ging dann aber mit ihm in den Laden. Eine kleine Glocke ertönte, als sie die Tür öffneten und den Laden namens „Flourish & Blotts“ betraten.
Das Innere sah aus wie eine typische Buchhandlung mit zwei Stockwerken und Regalen voll mit unterschiedlichster Literatur. Ein Verkäufer stand im Dunklen hinter der aus dunkelbraunem Holz gefertigten Theke und starrte missmutig in die Seiten eines dicken Buches, aber seine Miene wurde noch griesgrämiger, als er die beiden bemerkte.
„Hmpf. Teenager, was? Was wollt ihr denn?“, gaffte er die beiden knurrig an und schaute dann sofort wieder auf sein Buch. Etwas überrumpelt kamen Hendrik und Alice an den Tresen und zeigten dann ihre Einladungen nach Hogwarts vor. „Ach so, verstehe“, sagte der Verkäufer beim Anblick der Papiere nickend, aber nicht weniger unfreundlich, und erhob sich dann, um zwei Stapel mit je acht Büchern hervorzuholen, die er den beiden aushändigte.
Als sie gerade bezahlen wollten, stockte er aber plötzlich und schaute Hendrik und Alice direkt in die Augen. „Stimmt etwas nicht, mein Herr?“, fragte Hendrik höflich, aber mit deutlicher Nervosität in seiner Stimme. „Eure Augen gefallen mir nicht. In ihnen ist ein schlimmes Verlangen“, erwiderte der Verkäufer düster. Er schien durch ihre Sonnenbrillen problemlos hindurch schauen zu können. „Jetzt lassen sie also tatsächlich zwei Blutsauger nach Hogwarts kommen? Meine Güte, wir leben aber auch in verrückten Zeiten.“
Er schüttelte kurz mit dem Kopf, dann sagte er: „Passt auf. Beim Secondhandladen, wo ihr ja auch noch hinmüsst, sollte es etwas geben, das euch den Alltag etwas leichter macht. Sprecht mit den Leuten dort und erklärt ihnen eure Lage, dann geben sie euch, was ihr braucht.“
„Ähm, vielen Dank für die Auskunft“, erwiderte Hendrik langsam, als sie bezahlt hatten und die Bücher einpackten. „Ach was, ich will euch doch nur hier rauskriegen“, meinte der Verkäufer ungehalten und wandte sich wieder ab. „Vampire, pah… elende Blutsauger… meinen, sie wären was Besseres...“
Verdattert gingen sie aus dem Laden heraus und sahen sich einen Moment lang an. „Was meinst du, gehen wir direkt dorthin?“, fragte Alice. „Besser wäre es. Außerdem bin ich neugierig, was das sein soll.“ Also machten die beiden zu Vampiren gewordenen Duellanten auf dem schnellsten Weg auf zum Secondhandladen namens „Madame Malkins Gewänder“, um diese Hilfsmittel zu bekommen, von denen der Verkäufer erzählt hatte.
Dort angekommen erklärten sie der stämmigen Frau hinter dem Tresen ihre Lage und dass der Verkäufer aus der Buchhandlung sie geschickt hatte. „Ach, dieser alte Zausel hat doch manchmal echt ein zu weiches Herz“, meinte der Angestellte kopfschüttelnd, lächelte dann aber. „Ja, es stimmt, ich habe hier passende Sachen für Wesen wie euch. Auch wenn ich sagen muss, dass es mich überrascht, dass Vampire bei Hogwarts aufgenommen wurden. Aber um ehrlich zu sein, es war auch Zeit. Anscheinend haben die Leute dort endlich begriffen, dass Vampire nicht automatisch blutsaugende Bestien ohne Herz und Mitgefühl sind.“
Nach dieser Rede verschwand sie hinten im Lager des Ladens und kam kurz darauf mit zwei pechschwarzen Umhängen zurück, die etwas anders aussahen als die in ihrem Sortiment: zum einen waren dunkelrote Streifen darauf abgebildet, und zum anderen waren auch Kapuzen vorhanden. „Auf Wunsch kann ich euch auch euer Lieblingsbild auf dem Rücken anbringen“, erklärte sie, als Hendrik und Alice die Umhänge begutachteten. „Wie lange würde das denn dauern?“, wollte Alice wissen. „Ach, nur wenige Sekunden, junge Dame“, meinte sie leichtfertig.
„Aber wie denn das?“
„Sagt mir einfach, welches Bild ihr wollt, und ich kümmere mich um den Rest.“ Erneut sahen Hendrik und Alice sich an, dann holte Hendrik seine Deckbox hervor und zeigte ihr die Karte vom blauäugigen weißen Drachen. „Diesen Drachen hätte ich gerne auf meinem Umhang.“ Die Verkäuferin schaute sich das Bild kurz an und nickte zufrieden. „Das Bild hat was. Dein Wunsch sei dir gewährt.“
Daraufhin strich sie mit der flachen Hand über die freie Mitte des Umhangs, und wenige Sekunden später waren die Konturen des Artworks tatsächlich darauf angebracht, und zwar in demselben Rot wie die Streifen außerhalb. „Das ist ja unglaublich!“, staunte Hendrik und nahm den Umhang in beide Hände. „Nein, mein Junge, das ist Zauberei“, sagte die Verkäuferin mit einem kurzen Lachen.
„Ich hätte gerne das hier“, sagte nun Alice und zeigte eine ihrer Lieblingskarten, das dunkle Magier-Mädchen, vor. Auch bei ihr wurde das Artwork in die Mitte eingebrannt und ihr dann ausgehändigt.
„Eine Frage noch“, sagte Hendrik dann, als sie bezahlten. „Was genau macht diese Kleidung so besonders, dass sie uns hilft, als Vampire im Alltag besser klarzukommen?“
„Ach ja, genau. Also, diese Kapuzen verhindern, dass das Sonnenlicht euch beeinträchtigt oder Schaden zufügt“, erklärte sie geduldig. „Dadurch könnt ihr schon fast normal unter Menschen wandeln. Und als zusätzliche Maßnahmen gebe ich euch einige Exemplare eines Trankes mit, der euren Hunger nach Blut stillt, ohne dass ihr von Menschen trinken müsst.“
Sie händigte Hendrik und Alice mehrere Flaschen aus, die einen mysteriösen roten Trank enthielten. „Und das Rezept dafür bekommt ihr auch. Ich denke, das ist eine recht angenehme Lösung, oder?“
„Absolut, ja. Haben sie vielen Dank“, sagte Hendrik höflich und zog sich den neuen Umhang sofort über. „Ach was, es freut mich zu hören, dass sie an der Schule endlich etwas offener werden.“
Die beiden verabschiedeten sich nun von der Frau und klapperten auch noch die restlichen Geschäfte ab, um ihre persönlichen Zauberstäbe sowie einen Kessel aus Zinn der Größe 2, ein Teleskop, eine Waage aus Messing und ein Sortiment aus Glas- und Kristallfläschchen.
„Teilweise echt komischer Kram“, meinte Alice, als sie mit ihren Einkäufen endlich fertig waren und sich zum Bahnhof begaben, von wo aus sie mit dem Zug nach Hogwarts fahren würden. „Na ja, wenn das eine Zauberschule ist, werden die Sachen wohl ihren Sinn und Zweck haben“, sagte Hendrik darauf. „Übrigens, warum ziehst du denn deinen Umhang nicht an?“
„Seh ich aus wie eine Kultistin?“, gab sie sarkastisch zurück, revidierte diese Aussage aber sofort wieder. „Ich finde einfach, dass mir so ein Umhang nicht steht. Ich benutze lieber diese Sonnencreme, die wir bekommen haben. Die hat den gleichen Effekt wie der Umhang, und ich kann trotzdem so rumlaufen, wie ich es möchte.“
„Na schön, meinetwegen. Aber nun sag mir mal, wo wir hier das Gleis 9 ¾ finden sollen.“
„Wovon redest du?“, fragte Alice verwundert und zog erneut ihre Einladung hervor. Doch Hendrik hatte recht: bei den Angaben zur Anfahrt nach Hogwarts stand wirklich Gleis 9 ¾ geschrieben. „So ein krummes Gleis gibt es doch gar nicht“, sagte sie entschieden und schaute sich einmal um. „Die werden sich vertan haben. Garantiert meinen die das Gleis 9.“
„Na, ich bin mir da nicht so sicher“, widersprach Hendrik, während sie sich auf den Weg zum besagten Gleis machten. „Ich habe tatsächlich immer wieder Geschichten von Leuten gehört, die angeblich in der Zwischenwand von den Gleisen 9 und 10 verschwanden und nie wieder zurückkehrten.“
Alice war nicht von diesem Märchen überzeugt, aber als sie ihren Blick auf den Gang zwischen den Gleisen richteten, bemerkten sie auf einmal zwei Gestalten in dunklen Umhängen, die vor ihnen standen und sie unmissverständlich ansahen. Ihre Gesichter waren unter den Kapuzen nicht zu erkennen. Lucky und Luna schauten die Fremden so an, als würden sie erwarten, gleich von ihnen angefallen zu werden.
„Einen Moment bitte, ihr jungen Leute“, sagte einer der beiden mit einer tiefen Stimme und kam auf Hendrik und Alice zu. „Gehe ich recht in der Annahme, dass ihr auf der Suche nach dem Gleis 9 ¾ seid?“
Überrascht blieben die beiden stehen. „Ja. Woher wissen Sie das?“ „Tja, sowas weiß man einfach. Ihr seid die beiden etwas älteren, nicht wahr?“
„Wieso? Mit wie viel Jahren kommt man denn normalerweise nach Hogwarts?“
„Eigentlich dann, wenn man 11 ist. Aber ihr scheint Sonderfälle zu sein. Wie dem auch sei, ihr solltet euch in den Zug begeben, sonst fahren sie noch ohne euch los.“ Damit zeigte der Mann auf dem Feiler zwischen den Gleisen 9 und 10. Bevor einer der beiden Jugendlichen etwas darauf erwidern konnte, liefen einige Kinder nacheinander in den Feiler und verschwanden wie von Zauberhand dadurch. Den beiden fielen die Kinnladen runter.
„An solche Momente werdet ihr euch schon noch gewöhnen“, meinte der Mann zuversichtlich, als sie sich zum Feiler begeben, beide nahmen ihren Mut zusammen und rannten genau hindurch, wo sie dann auch zum ersehnten Gleis kommen, dessen Zug scheinbar gerade die letzten Vorbereitungen traf, um loszufahren. Schnell rannten Hendrik und Alice an Bord und standen dann keuchend im Gang, als der Zug seinen Platz verließ und die Maschinen startete, um sie und alle anderen neuen Schüler nach Hogwarts zu befördern.
Mit schnellen Schritten suchten die beiden sich mit ihren tierischen Begleitern ein leeres Abteil aus, in das sie sich setzen konnten und nahmen eilig Platz. „So, das hat schon mal geklappt“, meinte Hendrik zufrieden, während Lucky den Kopf auf seine Beine legte und sich dort streicheln ließ. „Und, hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wie wir unser Dasein vor den anderen verschleiern?“, wollte Alice wissen, die Luna auf dem Arm hatte.
„Keine Ahnung. Ich habe noch nicht wirklich darüber nachgedacht. Ich meine, wie machen wir das mit den Augen? Wegen der Sonne mache ich mir keine großen Sorgen, aber wir müssen uns da echt was einfallen lassen...“
Ihre Unterhaltung wurde jedoch jäh unterbrochen, da der Zug mit einem Mal einfach stehenblieb und die gesamten Passagiere inklusive der beiden Duellanten durcheinanderwirbelte. „Mann, was haben wir denn für einen Säufer als Schaffner?“, fragte Alice aufgebracht, während sie die Hunde zu beruhigen versuchten.
„Ich glaube, das liegt nicht am Alkoholkonsum des Fahrers“, meinte Hendrik, der einen Blick aus dem Fenster warf und dabei eine merkwürdige Gestalt bemerkte, die um den Zug herumlief und vor ihnen stehenblieb. Das Wesen sah aus wie ein hochgewachsener Mann im schwarzen Mantel und einer Maske, die er vor dem Gesicht trug und die ihn somit vollkommen unkenntlich machte.
„Da seid ihr beiden ja“, sagte die Gestalt mit einer durch die Maske sehr dumpfen Stimme. „Ich hatte gehofft, dass ihr nicht mehr kommen würdet, aber nun muss ich die Sache wohl selber in die Hand nehmen.“
„Wovon redest du denn da, du abgehalfterter Cowboy?“, rief Alice wütend zurück. Daraufhin griff der Mann in eine Tasche seines Mantels und förderte zu ihrer Überraschung einen Zauberstab hervor, den er auf sie richtete.
„Ihr habt nun die Ehre, von mir höchstpersönlich vernichtet zu werden“, sagte die Gestalt sarkastisch, während sich in seinem Stab dunkle Energie sammelte. „Ähm, Hendrik, was genau machen wir jetzt?“, fragte Alice mit einem leicht nervösen Blick auf den Zauberstab.
Dieser stand mittlerweile nicht mehr am Fenster, sondern wühlte in seinem Rucksack herum und holte dann sein Deck und seine Duell Disk hervor. Er legte sein Deck ein und holte dann eine Karte hervor, den blauäugigen weißen Drachen.
„Wenn du uns willst, musst du erstmal an ihm hier vorbei!“, rief er laut und legte die Karte auf einen der Slots seiner Disk. Daraufhin begann die Luft zwischen ihnen zu flimmern, und im nächsten Moment stand ein gewaltiger Drache mit eiskalten Augen und blauen Schuppen vor dem Mann, der seinen Zauber überrascht abbrach und einen Schritt zurückwich.
„Hendrik, was machst du? Mit Hologrammen kann man doch niemanden angreifen!“, widersprach Alice zischend.
„Greif an, weißer Drache! Lichtblitz!“
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