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Vampire Duelists of Hogwarts

GeschichteFreundschaft, Action / P18 / Gen
21.07.2021
12.09.2021
5
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21.07.2021 2.899
 
„Hey, Hendrik! Alice! Kommt einmal schnell herunter!“, rief Kiyomi Jigoku aufgeregt durch das Einfamilienhaus, in dem sie mit ihrem Ehemann sowie ihrem Sohn und dessen Klassenkameradin lebte. Gerade eben hatte sich ein merkwürdiges Ereignis abgespielt, und daher musste sie den beiden unbedingt Bescheid sagen.
Im ersten Stockwerk hörten die beiden Jugendlichen die Rufe von Hendriks Mutter und sahen sich an. Sie befanden sich gerade eigentlich mitten in einem Duell, bei dem Hendrik seine gute Freundin wieder einmal besiegte, weil er seine blauäugigen weißen Drachen gegen sie einsetzte und sie noch keine sehr erfahrene Duellantin war.
Sie beide liebten das populäre Kartenspiel Yu-Gi-Oh, schon seit sie denken konnten, und daher spielten sie oft gegeneinander, sowohl klassisch auf dem Spielfeld als auch mit ihren Duell Disks, die sämtliche Karten als lebensechte Hologramme abbildeten.
„Ach, immer dann, wenn ich gerade am gewinnen bin“, meckerte Hendrik genervt und erhob sich auf seine vollen zwei Meter Körpergröße, um zu seiner Mutter zu gehen und herauszufinden, was sie wollte. „Nächstes Mal klappt es bestimmt“, neckte Alice Parker ihn, während sie ebenfalls aufstand. Alice war ein ganzes Stück kleiner als Hendrik, hatte glatte rotbraune Haare, die offen auf ihre Hüfte fielen und blaue Augen. Sie verwendete das Themendeck des dunklen Magiers für sich, weil sie ein großer Fan der ersten Yu-Gi-Oh-Serie war.
Die beiden liefen zügig die Treppe hinunter und standen dann vor Hendriks Mutter, einer Frau mit erkennbaren japanischen Wurzeln, die lange schwarze Haare und ein sanftes Lächeln hatte. Sie und ihr Sohn hatten sich damals dafür eingesetzt, dass Alice bei ihnen einziehen konnte, weil sie sich mit ihrem Vater zerstritten hatte. Sie wusste nicht, dass er sie bis zum heutigen Tage suchte und sie das Mädchen daher oftmals versteckt halten mussten, da er sich oft bei ihnen nach seiner Tochter erkundigte.
„Was gibt es denn so Dringendes, Mama?“, fragte Hendrik seine Mutter, die noch immer völlig durch den Wind zu sein schien. „Ich weiß auch nicht“, sagte sie daher und wedelte dabei immer wieder mit zwei merkwürdig aussehenden Briefen vor sich herum. „Da war auf einmal eine Eule direkt an unserem Fenster… sie hatte die beiden Briefe im Schnabel… sie legte beide direkt neben mich auf den Küchentisch und verschwand dann wieder… fast wie eine Brieftaube oder so...“
„Nun beruhig dich doch erstmal, und dann kannst du es nochmal genau erzählen“, bat Hendrik sie sanft, der davon überzeugt war, dass sie wirr redete. Die beiden führten Hendriks Mutter ins Wohnzimmer, wo sie sich auf dem Sofa niederließ und mehrmals tief Luft holte, ehe sie die beiden Briefe wieder zur Hand nahm und sie begutachtete.
„Diese Eule habe ich mir definitiv nicht eingebildet“, sagte sie schließlich und blickte beide Teenager der Reihe nach an. „Das glaube ich Ihnen ja auch. Aber wenn eine Eule uns solche Briefe überbringt, dann werden sie wohl sehr wichtig sein. Ich wette, wir bringen Licht ins Dunkel, wenn wir sie einfach mal öffnen“, schlug Alice vor und schnappte sich die beiden Briefe. Einen davon gab sie Hendrik.
Dieser rückte sich seine Hornbrille zurecht und las den Text, der auf dem Papier geschrieben stand:

Sehr geehrter Herr Jigoku/ Sehr geehrte Frau Parker,

wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen sind. Beiliegend finden Sie eine Liste aller benötigten Bücher und Ausrüstungsgegenstände. Das Schuljahr beginnt am 1. August. Wir erwarten Ihre Eule spätestens am 25. Juli.


Mit freundlichen Grüßen


Minerva McGonagall

Stellvertretende Schulleiterin



Nachdem beide ihre Briefe gelesen hatten, herrschte für mehrere Minuten absolute Stille im Wohnzimmer, und alle drei sahen sich einfach nur an, ohne ein Wort zu sprechen. „Was soll das heißen: Schule für Hexerei und Zauberei?“, brach Hendrik schließlich das Schweigen. „Echte Zauberei gibt es doch gar nicht.“
„Und Eulen, die Briefe überbringen, gibt es eigentlich auch nicht“, warf Alice sofort ein. „Davon abgesehen sehen diese Dokumente sehr offiziell aus. Das Ganze scheint echt zu sein.“
„Aber wenn es das wirklich gibt, wieso erfahren wir erst jetzt davon?“, konterte Hendrik. „Und wie konnten wir überhaupt angenommen werden, wenn wir uns noch nicht einmal dort beworben haben?“
„Keine Ahnung. Aber aufregend wird es, da bin ich mir sicher“, meinte Alice ungerührt. Hendriks Mutter hatte unterdessen die ganze Zeit geschwiegen und nur auf die beiden Papiere gestarrt, als befände sie sich in einem Albtraum, aus dem sie gleich erwachen würde. „Dann werde ich wohl eure Sachen vorbereiten...“, meinte sie schließlich tonlos und verließ mit langsamen Schritten das Zimmer.
Hendrik und Alice blieben somit alleine zurück und lasen sich dann die Liste der benötigten Gegenstände durch. „Das könnte durchaus etwas ins Geld gehen“, meinte Hendrik, als sie fertig waren. „Und dabei hatten wir eigentlich auf einige neue Karten gespart.“
„Wer weiß, vielleicht können wir ja irgendwann Karten aus dem Nichts herbeizaubern“, scherzte Alice und lachte laut auf. „Und außerdem werde ich die Mitschüler mit meinem Gesang auch so schon verzaubern können.“ Alice hatte damit nicht unrecht. Bereits seit Längerem jobbte sie nebenbei als Sängerin in Bars oder anderen Clubs, um sich etwas dazuzuverdienen und sich einen Namen zu machen, damit sie später groß durchstarten konnte. Doch sie hatte Hendrik schon vor langer Zeit versprochen, dass sie das Duellieren niemals aufgeben würde.
„Apropos Karten, ich denke, wir haben da noch ein Duell zu Ende zu bringen“, sagte Hendrik plötzlich und rannte dann wieder nach oben, dicht gefolgt von Alice. Sie setzten sich also wieder an den Tisch und nahmen ihre Karten auf. Kurz rekapitulierten sie die Situation: Alice hatte noch 2000 Lebenspunkte, und Hendrik hatte noch 3500. Auf seinem Feld befanden sich der blauäugige weiße Drache und das Synchromonster Sternenstaubdrache mit 3000 bzw. 2500 ATK. Das Feld von Alice zeigte Dunkles Magier-Mädchen, die Drachenritterin sowie eine verdeckte Karte.
„Also, wie ich vorhin ja sagte, sieht es nicht sonderlich gut für dich aus“, nahm Hendrik den Faden wieder auf und begann seinen Zug, indem er eine Karte zog. „Ich beschwöre von meiner Hand das Monster Todesverknüpfer im Verteidigungsmodus.“ Er legte eine Monsterkarte mit 800 DEF auf das Feld. „Denn wenn ich dieses Monster als Tribut anbiete, kann ich dafür ein Empfänger-Monster, das „Synchron“ in seinem Namen führt, von meinem Friedhof beschwören. Also rufe ich nun Formelsynchron zurück.“
Er legte die erste Karte ab und holte dafür eine andere zurück, welche sowohl die Eigenschaften eines Synchromonsters als auch die eines Empfängers besaß. „Da ich Formelsynchron beschworen habe, darf ich zudem noch eine Karte ziehen. Allerdings ist es mir nicht gestattet, ihn schon in diesem Zug als Material für eine Synchrobeschwörung zu verwenden. Also setze ich eine Karte verdeckt und beende meinen Zug.“
Alice zog daraufhin eine Karte und wunderte sich. Der Effekt von Dunkles Magier-Mädchen, die Drachenritterin erlaubte es ihr, einmal pro Zug eine Karte auf dem Feld zu zerstören. Und Hendrik wusste das. Also warum hatte er sich Formelsynchron zurückgeholt?
„Na gut, dann machen wir das eben ganz schnell. Ich aktiviere den Effekt von Dunkles Magier-Mädchen, die Drachenritterin und zerstöre eine Karte auf deinem Feld, indem ich auf eine Karte aus meinem Blatt verzichte. Ich zerstöre dafür dein Formelsynchron!“
„Das habe ich mir gedacht, denn ich aktiviere die Fallenkarte Zu Rivalen bestimmt“, konterte Hendrik und deckte seine Karte auf, die er zuvor gesetzt hatte. „Da sich blauäugiger weißer Drache auf meinem Feld befindet, verlieren alle Monster auf deinem Feld bis zum Ende dieses Zuges ihre Effekte. Das heißt, du zerstörst gar nichts.“ Alice, der nun so abrupt der Wind aus den Segeln genommen worden war, sagte einen Moment lang gar nichts. „Und das gerade war eine Kette, liebe Alice. Das heißt, ich kann nun meinerseits den Effekt von Formelsynchron aktivieren und in deinem Zug eine Synchrobeschwörung durchführen.“
„Was?!“
„Du hast mich schon verstanden. Ich stimme mein Stufe 8 Synchromonster Sternenstaubdrache auf mein Stufe 2 Synchro-Empfänger-Monster Formelsynchron ein und rufe als Synchrobeschwörung Sternschnuppen-Drache!“ Er legte zwei Karten ab, und dann hatte er ein noch stärkeres Monster auf dem Feld mit 3300 ATK.
„Na gut, dann beende ich meinen Zug“, sagte Alice missmutig und schaute ihn erwartungsvoll an. Hendrik nickte und legte dann sofort los. „Erstmal aktiviere ich Raigeki und dann noch Harypien-Flederwisch. Mit diesen beiden Karten zerstöre ich alles, was du auf dem Feld hast. Und dann muss dich Sternschnuppen-Drache nur noch direkt angreifen, und das Duell ist vorbei!“
Alice seufzte kurz, sammelte ihre Karten zusammen und lächelte dann wieder. „Na ja, von jemand so tollem wie dir hätte ich auch nichts anderes erwartet“, sagte sie und zwinkerte ihm verführerisch zu. Hendrik errötete daraufhin kurz, räusperte sich dann schnell und packte sein Deck ebenfalls wieder zusammen.
„Wir sollten uns in den nächsten Tagen darauf konzentrieren, diese ganzen Sachen zusammenzubekommen und uns auf die Reise zu diesem Hogwarts vorzubereiten“, meinte Alice, als sie sich zum Abendessen aufmachten, das heute aus dem Bestellen von Pizza bestehen würde.
Später am Abend lagen beide in ihrem Bett und überlegten, was es mit dieser Einladung auf sich hatte. Sie hatten von dieser Schule nie zuvor etwas gehört und sich dort auch definitiv niemals beworben.
Mit den Gedanken an das, was sie wohl dort erwarten würde, schliefen sie dann schließlich ein.


Einige Stunden später, nachdem alle Menschen und Hunde im Hause der Familie Jigoku bereits tief und fest schliefen, öffnete sich unmerklich das Fenster in Hendriks Zimmer wie von Geisterhand. Eine in Schatten gehüllte Gestalt schlich sich lautlos in den Raum hinein und stand dann vor dem Bett, wo der Jugendliche lag und sich im Schlaf nicht bewegte.
Lucky jedoch bemerkte mit seinen scharfen Sinnen, dass irgendetwas nicht stimmte, und öffnete schlagartig seine Augen. Die Gestalt streckte daraufhin einfach ihre bleiche Hand aus und zeigte auf den Vierbeiner, dem von einer Sekunde auf die andere die Augen zufielen und ihn wieder einschlafen ließen.
„So, der verpfeift mich nicht mehr“, dachte der Fremde bei sich, als er behutsam Hendriks Kopf drehte und seinen Hals freilegte. „Dieser auserwählte des Drachen sieht ja echt nach nichts Besonderem aus. Aber wenn es heißt, dass sie als Menschen eine Gefahr sein könnten, werden wir das einfach ganz schnell ändern. Ich hoffe, ihr beiden findet Gefallen an eurem neuen Leben in der Finsternis.“
Mit einem leichten Lecken über seine Lippen legte er schließlich seine beiden Reißzähne frei, brachte sie in Position und biss Hendrik in den Hals.
Dieser zuckte und stöhnte etwas im Schlaf, wachte davon aber nicht auf. Nachdem er mit Hendrik fertig war, ging er mit derselben Methode in das Zimmer von Alice, betäubte ihren Hund und biss sie ebenfalls. Er musste diesmal sogar noch weniger aufpassen, da Alice Kopfhörer trug und über ihr Handy Musik hörte, wodurch das Risiko, bemerkt zu werden, noch ein gutes Stück geringer war.
„So, jetzt können diese beiden Bälger meinem Herrn nicht mehr in die Quere kommen. Die werden viel zu sehr damit beschäftigt sein, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, als dass sie daran denken könnten, gegen uns zu kämpfen“, dachte der Vampir zufrieden, als die Fenster wieder fest verschlossen waren und er sich in die finstere Nacht aufmachte, um seinem Herrn die guten Nachrichten zu überbringen.




Mitten in der Nacht wachte Hendrik plötzlich auf und drehte sich stöhnend auf die Seite. Es war nicht unüblich, dass er manchmal wach wurde, obwohl es noch stockdunkel war. Aber irgendetwas war anders. Aus irgendeinem Grund hatte er enorme Schmerzen in seiner Schulter, und allgemein fühlte sich sein Körper an, als hätte er eine Krankheit, die er auskurierte.
Mit langsamen Schritten erhob er sich aus seinem Bett, um zur Küche zu gehen und dort eine kalte Flasche Wasser aus dem Kühlschrank zu holen. Der Flur war spärlich beleuchtet, als er die Treppe herunterschlich, um möglichst niemanden zu wecken.
Als Hendrik den Kühlschrank öffnete, wurde er von dem Licht im Inneren geblendet, was er zwar gewöhnt war, aber an diesem frühen Morgen fühlte es sich aus irgendeinem Grund noch viel stärker an als sonst. Er tastete nach der Flasche und nahm sie rasch heraus, um den Kühlschrank dann wieder zu schließen.
Dabei bemerkte Hendrik aber auf einmal eine feuchte Fläche an seinem Bein, und er drehte sich überrascht um. Sein Berner Sennenhund Lucky war wohl doch aufgewacht und wollte nun nachsehen, was sein Herrchen machte. Doch etwas war seltsam an ihm: er schnupperte unaufhörlich an Hendriks Bein, als wäre da ein neuer Geruch an ihm, der da eigentlich nicht sein sollte.
„Oh, habe ich dich geweckt?“, fragte Hendrik schlaftrunken und strich über seinen dicken Kopf. Lucky begann jedoch zu fiepen und sich an ihn zu drücken. „Ist ja gut, ich komme schon zurück. Du willst ja doch wieder meine Füße wärmen“, flüsterte Hendrik mit einem leichten Lachen und machte sich auf den Rückweg zu seinem Bett. Lucky beruhigte sich aber auch dann nicht, als er wieder seinen Lieblingsplatz am Fußende eingenommen hatte, denn er fiepte noch immer und hörte gar nicht mehr auf.
„Ach herrje, was ist denn nur los mit dir?“, fragte Hendrik ihn müde. Lucky leckte über seine Handfläche und fiepte noch immer. „Du musst doch normalerweise nicht mitten in der Nacht raus.“ Doch der große Hund wollte und wollte sich nicht beruhigen.
Auf einmal öffnete sich aber leise seine Tür, und Alice trat ins Zimmer ein. „Hendrik, bist du wach?“, fragte sie leise, als sie mit ihrem kleinen Zwergspitz namens Luna hereinkam und die Tür leise hinter sich schloss. Der kleine Hund war auf ihrem Arm und wirkte ähnlich verstört wie Lucky.
„Ja, bin ich. Kannst du auch nicht schlafen?“, gab er zurück und setzte sich in seinem Bett aufrecht hin. „Genau. Und Luna ist schon die ganze Zeit total unruhig“, bestätigte Alice, als sie sich auf Hendriks Bett setzte und Luna sich zu Lucky begab, der sie zwischen seine Pfoten klemmte und zu brummen begann.
Alice schaute einen Moment weg, dann fragte Hendrik: „Sag mal, hast du auch Schmerzen in der Schulter?“ Als er das sagte, schreckte Alice auf und schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen an. „Ja. Woher...“ Sie verstummte mitten im Satz, als sie in Hendriks Augen blickte, und auch ihm fehlten die Worte, als er wiederum ihre sah.
Alice hatte Hendrik immer mit seinen typischen braunen Augen gekannt und nie weiter darüber nachgedacht. Manchmal verlor sie sich in ihnen, wenn sie sich mit Hendrik duellierte.
Aber nun waren seine Augen rot wie Blut, und die Sclera in beiden Augen war pechschwarz. Bei Alice war es genau dasselbe. Langsam und mit zitternden Händen hielten beide sich eine davon an ihre Backe und starrten einander an.
„Sind wir etwa...“ setzte Hendrik atemlos an, nachdem ihre Köpfe endlich wieder zu arbeiten anfingen. „Wir sind von einem Vampir gebissen worden“, beendete Alice seinen Satz und schluckte kurz. „Aber die gibt es doch nur in Filmen und Büchern, oder?“
„Wie willst du sonst die Sache mit den Augen erklären?“, wollte Alice nervös von ihm wissen, während sie Luna streichelte. „Na ja, vielleicht spielst du mir ja auch einfach nur einen Streich, weil dir mal wieder langweilig ist“, vermutete Hendrik sarkastisch, was ihm einen bösen Blick von Alice einbrachte.
„Hier, schau bitte mal kurz auf meine Schulter“, bat sie ihn und hob den Ärmel ihres Oberteils ein wenig an. Widerwillig schaute Hendrik auf die betroffene Stelle und musste zugeben, dass dort tatsächlich zwei nicht gerade kleine Löcher vorhanden waren, die eindeutig nicht von einer Verletzung mit irgendeinem Gegenstand stammten.
Nachdem Alice dieselbe Wunde bei Hendrik festgestellt hatte, schaute jeder dem anderen noch in den Mund. Auch wenn sie es geahnt hatten, waren sie schockiert darüber, dass ihre Gebisse nun über zwei rasiermesserscharfe Reißzähne verfügten.
„Dann ist es wohl leider wahr“, sagte Hendrik schließlich leise. „Wir wurden im Schlaf von einem Vampir gebissen und sind nun selbst welche. Das heißt dann wohl, wir können die Sache mit Hogwarts vergessen.“
„Wieso das denn?“, wollte Alice verwundert wissen. „Na ja, wir fallen mit unseren roten Augen und der bleichen Haut doch sofort auf“, warf Hendrik ein. „Wir sind zudem fast unsterblich und vertragen kein Sonnenlicht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Unterricht nachts stattfindet. Daher wird das wohl eine unangenehme Zeit, die da vor uns liegt.“
„Eine unangenehme Ewigkeit wohl eher“, korrigierte Alice ihn. „Na ja, es erklärt zumindest, warum die Hunde so aufgeregt sind. Sie werden gespürt haben, dass mit uns irgendetwas nicht stimmt. Deswegen können wir sie also kaum beruhigen.“
„Immerhin bis jetzt nicht. Sie scheinen verstanden zu haben, dass wir nicht in Gefahr schweben“, meinte Hendrik nachdenklich, während Luna zurück zu ihrem Frauchen ging und sie die Hündin auf den Arm nahm. „Ich schlage vor, wir schlafen noch etwas. Was allzu haarig ist, geht man besser ausgeruht an.“
„Wenn wir als Geschöpfe der Nacht um diese Zeit überhaupt schlafen können“, sagte Alice mit einem kurzen Seufzer, bevor sie mit Luna auf dem Arm wieder den Raum verließ und Hendrik mit Lucky alleine war.
„Und da denkt man, man hat alles gesehen“, sagte er leise zu sich selbst, als Lucky bis zum Kopfende seines Bettes krabbelte und seinen dicken Kopf neben den von Hendrik legte. Er streichelte ihn sanft, sowohl um den Hund als auch um sich selbst zu beruhigen. „Und ihr beiden kommt auf jeden Fall mit, wenn wir da wirklich hingehen. Dafür sorge ich schon.“
Mit diesen letzten Worten schloss Hendrik seine Augen wieder und schlief schließlich noch für einer Weile ein.
Doch während die beiden verwandelten Vampire und Duellanten schliefen, geschah noch etwas ohne ihr Wissen:
Ihre beiden Decks lagen ausgebreitet auf ihren Schreibtischen. Und sowohl der blauäugige weiße Drache als auch Sternenstaubdrache und Dunkles Magier-Mädchen, die Drachenritterin leuchteten.
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